Spielbericht: Raumflotte Gothic: Chaos vs. Imperium

Tabletop: Mo 02.12.13
Austrebender Kriegsherr: Mandavar
Imperialer Admiral: Tiberius von Lutzow

Seit langer, langer Zeit hatte ich endlich mal wieder die Gelegenheit Raumflotte Gothic zu spielen. Weder bei den Modellen, noch bei dem Gelände handelt es sich um meine Ausstattung, sondern um die eines Bekannten. Alle meine Chaos- und Imperiumskreuzer fristen ihr Dasein trist und grau in einem Regal, ohne Hoffnung auf baldige Besserung. Auch fehlen meiner Sammlung Schlachtschiffe oder der verdammt attraktive Weltenbrand-Panzerkreuzer.

Mir ist erst kurz nach Beginn des Spieles eingefallen Fotos zu schießen und einen Spielbericht zu schreiben, weswegen die Dokumentation weniger gut ist als sie sein könnte.
In Zukunft werde ich dann besser auf den Spielverlauf achten, um genauere Berichte zu schreiben.

Szenario: Raumschlacht am äußeren Rand eines Sternensystems

Eine kleiner Verband Großkampfschiffe folgte einer Schwadron Terror Chaosfregatten in ein System unter imperialer Kontrolle, um die Planeten der Biosphäre zu erobern und einen Brückenkopf für weitere Überfälle auf imperiale Einrichtungen im Subsektor zu errichten. Allerdings entgingenen die Verräterfregatten den imperialen Horchposten nicht und so wurde ein junger Admiral entsandt, um den Verräterlegionen die Stirn zu bieten. Er wählte nicht das mächtige Schlachtschiff der Vergelter-Klasse, welches ihm zugeteilt worden war, als sein Flagschiff, sondern einen Diktator Kreuzer mit relativ unerfahrener Besatzung. Zwei Dominator Kreuzer rundeten die Flotte ab. Bald nach dem Eindringen der Verräterflotte in das System trafen die Flotten aufeinander.

Flottenaufgebot

Flottenaufgebot


Imperium Zug 1:
Kaum waren die Verräterschiffe in Sensorreichweite zog der junge Admiral seine Schiffe im hohen Orbit des Mondes eines Gasriesen zusammen. Nur sein Flagschiff musste dazu einiges an Raum überbrücken, die anderen Schiffe waren bereits günstig in der Nähe des Mondes postiert. Die Dominator Kreuzer eröffneten sofort mit ihren Novakanonen das Feuer auf einen etwas abseits fliegenden Devastor Chaoskreuzer. Ihre gewaltigen Explosionen zerrissen den Raum und tatsächlich konnte der zweite Dominator einen Treffer landen, der die Schilde ds Chaoskreuzer überlastete und leichte
(1) Rumpfschäden verursachte.
Imperiale Flotte

Imperiale Flotte

Chaos Zug 1:
Der Hauptteil der Flotte des Aufstrebenden Kriegsherrn, bestehend aus einem Panzerkreuzer der Weltenbrandt Klasse flog hinter einem aus kleinen Asteroiden bestehendem Ring des Gasriesen in Deckung um dem Novakanonenfeuer zu entgehen. Die Eskortschiffe mussten zunächst eine Kehrtwende fliegen und waren damit für den Rest der Schlacht zu weit vom Geschehen entfernt, ein Umstand, dem sie ihr Überleben verdanken. Der Devastor Chaoskreuzer war abseits des Hauptverbandes aus dem Warpraum gesprungen und musste aufschließen um sich dem Rest des Verräterflottenverbandes anzuschließen. Jedoch verweigerte sein Kapitän dem Kriegsherrn die Gefolgschaft und verspottete die Diener des Leichengottes und deren Novakanonen durch seine Weigerung mit „Voller Kraft Voraus“ durch den Feuerbereich der Dominator Kreuzer zu fliegen.

Verräterflotte

Verräterflotte

Imperium Zug 2:
Die Imperiale Flotte bleibt auf Position und nimmt weiterhin mit den Novakanonen den Davastor CHaoskreuzer unter Beschuss, allerdings ohne bleibenden Schaden anzurichten, während die zuvor ausgesandten Bomberstaffeln von Abfangjägern der Verräterflotte dezimiert werden.

Chaos Zug 2:
Während die Hauptflotte weiter mit dem Umgehungsmanöver hinter dem Asteroidenring beschäftigt ist, eröffnet der Devastor mit seinen Lanzenbatterien das Feuer und kann die verbliebenen Bombergeschwader aus dem All blasen.

Lücke im Asteroidengürtel

Lücke im Asteroidengürtel

Imperium Zug 3:
Als sich das Manöver der Verräterflotte immer klarer abzeichnet verlassen die imperialen Schiffe ihre Position und schwenken ein, um die Chaosschiffe durch eine Lücke im Asteroidengürtel unter Beschuss zu nehmen. Eine Salve von Torpedos, abgefeuert um die Chaosschiffe hinter den Asteroiden abzufangen rast in die Leere des interstellaren Raumes hinaus, nachdem sie die Verräterschiffe knapp verfehlte.

Chaos Zug 3:
Der aufstrebende Kriegsherr gibt es auf dem Davastor Kapitän zu befehlen schneller aufzuschließen, lässt ihn stattdessen seine Flugkörper nachladen und versucht mit voller Kraft voraus die Lücke im Asteroidengürtel zu durchfliegen und wieder in Deckung zu gelangen. Allerdings schlägt das Manöver fehl und die Flotte verbleibt im Schussfeld der Imperialen. Ein folgenschwerer Fehler.

Chaosflotte

Chaosflotte

Imperium Zug 4:
Die Imperialen Flotte bringt sich in Feuerposition und lässt ein Inferno aus Geschützfeuer auf die Verräterflotte niederhageln. Auf Kollisionsalarm kann der Kriegsherr seinen Weltenbrand Panzerkreuzer weitesgehend vor Schaden bewahren. Doch dann, als der Feuerhagel eines Kreuzers und des Schlachtschiffes bereits überstanden sind, richtet der zweite Dominator Kreuzer seine Waffenbatterien auf den Panzerkreuzer und das undenkbare geschieht. Durch Lücken in der Panzerung gelingt es den imperialen Kanonieren einige verheerende Treffer anzubringen. Die Schildgeneratoren des Panzerkreuzers und ein Großteil seiner Oberfläche sind nichts weiter als riesige Einschusskrater und geschmolzene Schlacke.

Chaos Zug 4:
Aus allen Rohren feuernd versuchen die Verräter sich für die schweren Schäden auf ihrem Kommandoschiff zu rächen, aber längsseits an den Imperialen vorbeiziehend gelingt es ihnen trotz aktivierter Zielerfassung nicht, mehr als einige Oberflächliche Treffer anzubringen. Zu ihrem Glück können sie sich allerdings aus den Hauptfeuerbereichen der imperialen Breitseiten entfernen.

Schusswechsel

Schusswechsel

Imperium Zug 5:
Während ein Teil der Flotte noch damit beschäftigt ist, sich auf die Durchquerung des Asteroidengürtels vorzubereiten nimmt der Diktatorkreuzer mit seinen Torpedos den fliehenden Panzerkreuzer unter Beschuss und schickt ihm ganze vier Schwadronen Bomber hinterher, um ihm den gar auszumachen. Doch durch die vielen Trümmer auf der Flugbahn detonieren die Torpedos vorzeitig und nur die Bomber erreichen ihr Ziel, wo sie weitere Schäden anrichten.

Chaos Zug 5:
Während sich der aufstrebende Kriegsherr mit seinem in Trümmern liegenden Panzerkreuzer in Sicherheit bringt, versuchen die restlichen Kreuzer und Fregatten noch einmal den Imperialen Schiffen möglichst viel Schaden zuzufügen, aber da sie nicht in der Position sind, ihr Feuer zu konzentrieren dringen nur vereinzelte Treffer durch die Schilde der Imperialen Kreuzer.
2013-12-02 22.09.15

Imperium Zug 6:
Durch das Feuer der Imperialen Schiffe wird nun auch einer der Exterminator Chaoskreuzer schwer beschädigt, während diese es schaffen unbeschadet durch den Asteroidengürtel zu manövrieren.

Imperium Zug 6:
Auch der beschädigte Exterminator Chaoskreuzer tritt einen taktischen Rückzug an, während die restlichen Schiffe in einem letzten Akt des Widerstandes gegen die Diener eines falschen Gottes weitere oberflächlische Schäden verursachen können …

Letzter Widerstand

Letzter Widerstand

An dieser Stelle mussten wir das Spiel auf Grund der späten Zeit abbrechen.
Ich habe einige Fehler bei der Platzierung und auch im späteren Verlauf des Spiels begangen. Wie auch bei Pax Stellarum ist es ratsam alle Schiffe seiner Flotte gesammelt auftreten zu lassen und sein Feuer auf einzelne Gegner zu konzentrieren, daran werde ich auch hier noch arbeiten müssen. Nach Missglücken der „Volle Kraft Voraus“-Befehle um die Lücke im Asteroidengürtel zu überwinden hätte ich lieber einen direkteren Angriffsplan verfolgen sollen, als am ursprünglichen Flankierungsplan festzuhalten, auch mein Wiederholungswurf wäre hier günstig gewesen. Durch die freien Drehungen im Anziehungsfeld des Mondes konnten die Imperialen sich in eine ideale Feuerposition bringen und meinem Kommandoschiff schwere Schäden zufügen.

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Interludium: Der Kranich aus Kabul

Tisch-Runde Freitag 01.06.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Tomás (Brujah)

Sie klärten noch einige Fragen mit Merneith, bevor sie sich verabschiedeten. Als letztes bot sie an, ihnen zu verraten wie man eine Schlange töten konnte. Natürlich war dies mit einer Gegenleistung und einer Reise verbunden, einer Reise nach Ägypten. Was hätte es auch sonst seien sollen?
Sie selbst wollte sie auf dieser Reise nach Osten nicht begleiten, sie wollte zurückkehren in ihre Heimat und dazu sollte man sie enthaupten. Die jüngeren Kainiten waren zuerst etwas verwirrt, aber sie erklärte es sei wohl eine Art Abkürzung die sie nehmen wollte. Erst schien es, als seien Adonai und die anderen unwillig sie in den Tod zu schicken, aber dann erbarmten sich Reynaud und Tomas. Reynauds erster Versuch mit seiner Thaumaturgie blieb erfolglos und so musste Tomas mit etwas mehr als einem Schwerthieb nachhelfen.

Die Reise ging weiter und als sie die ersten Ausläufer des Himalaya erreichten trennten sie sich von dem Hauptteil der Karawane und zogen mit ihren Kutschen und dem Wagen sowie Geletischutz alleine Richtung Kabul weiter. Wieder ging es ins Gebirge und mit den Bergen schienen sie auf dieser Reise kein Glück zu haben. Sie waren eine knappe Woche unterwegs, als eine ganze Gruppe wild gekleideter Menschen mit seltsamen Waffen ihnen entgegenkam. Geführt von einer Frau in einem perlmuttfarbenem Sari, oder soetwas ähnlichem. In ihrer rechten Hand trug sie eine Lanze mit einer roten Fahne daran. In den kommenden Verhandlungen kam es dazu, dass ein weiterer Wan Kuei auftauchte, in dunkle Rüstung gehüllt und mit einem dritten Auge auf der Stirn. Er sprach schlecht über Saulot und behauptete, dieser wäre unwürdig gewesen und sei deshalb aus der Gefolgsschaft des großen Arhat Xue verbannt worden. Diese Beleidigungen endeten in einem Duell, welches Adonai für sich entscheiden konnte, mit einem Leben am seidenen Faden hängend. Der Wan Kuei verfügte ebenfalls über eine schützende Aura und konnte sich einem dunklen Schatten gleich so schnell bewegen wie ein Assamit. Aber seinen sechs mit flammenden Schwertern bewaffneten Armen fehlte die Treffsicherheit die Adonais Auge ihm verlieh. Er durchdrang zwar immer wieder Adonais Verteidigung und fügte diesem klaffende Wunden zu, hauptsächlich dadurch, dass seine Schwerter brannten, bis ihn schließlich Adonais dritter Schlag traf und zu Boden streckte. Es dauerte eine Weile, in der die beiden Untoten von den Sterblichen ihrer Seiten tranken um sich von dem Kampf zu erholen, während sie gemeinsam weiter nach Kabul reisten.

Die Frau hielt die Vampire für eine Armee und sie war sich nicht ganz sicher wie sie ihnen begegnen sollte. Auf der einen Seite wollte sie keinen Kampf mit dieser Streitmacht riskieren. Gerade erst hatten die ihren Kabul von den Assamiten zurückerobert, dabei wohl auch Verluste erlitten, jetzt wollten sie nicht schon wieder gegen derart mächtige Gegner antreten. Statt dessen boten sie an, sie zu unterweisen wie man sich als Untoter an den Höfen der Wan Kuei in Asien benahm und ihnen dann auch noch im Austausch für einen Gefallen Zeichen zu geben, die sie als Verbündete des Hofes des Weißen Tigers ausgaben, damit sie ungehindert passieren konnten. Sie brachten die Kainiten und auch sich selbst durch eines der Seitenstadttore in einen kleinen Gasthof. Die Fahzeuge wurden auf dem Platz abgestellt und zusätzlich hatte man einen kleinen Raum zur Verfügung. Der Rest der Stadt war noch von den Osmanen besetzt, weswegen man sich ruhig verhalten musste, auf eine Rückeroberung durch Menschen konnte man erst in den nächsten Jahren hoffen. Sie zeigten sich ihren Möglichkeiten entsprechend, Badezuber mit Gefäßen im Pferdestall um sich von der Reise zu erholen, als zuvorkommende Gastgeber. Die Wan Kuei hatten gemerkt, dass weitere Vampire in den Gefährten mitgeführt wurden und boten sich an diese zu heilen und auf deren Erwachen zu warten, weil sie auch ihnen eine Gelegenheit bieten wollten sich zu beweisen und die Zeichen zu erhalten. Bis es schließlich soweit war, wollte Adonais ehemalige Gegnerin diesen unterrichten. Seine Kampfkunst hatte sie schwer beeindruckt und nun wollte sie ihm helfen Erleuchtung zu erlangen und von den Irrtümern der Kainiten abzurücken. Adonai hielt sein Wissen aus den letzten vierhundert Jahren keinesfalls für unerleuchteten Schwachsinn, wie es die Wan Kuei immer wider herüber brachten und wurde schlussendlich nciht weiter unterrichtet.

Als es dann soweit war, positionierten sie den Sarkophag in dem kleinen Raum und Reynaud öffnete ihn, während Tomas für die Sichherheit sorgte. Eszter befreite zunächst Melissa, die anstatt sich zu erheben zunächst einmal zusammenbrach und sich kaum rühren konnte. Anders verhielt es sich bei Durga, welche zwar noch sehr benebelt aber sonst Herr ihrer selbst war. SIe verstand schnell was es war wonach es Melissa verlangte und verwies die anderen des Raumes. Sie heizte einem der beiden Gefäße ordentlich ein und überlies sie dann Melissa. An Hand der Schreie konnte man hören, dass es ihr schon bald wieder besser ging. Den Rest der Nacht verbrachten Durga und Melissa dann gemeinsam, alles andere musste für eine Nacht verschoben werden.

In der kommenden Nacht erfuhren die beiden Schläfer in einer kurzen Lagebesprechung wo und bei wem sie zu Gast waren und brachen dann Hals über Kopf auf. Nicht ohne, dass Melissa sich noch im Geiste der anderen erkundigte wie man diese Wan Kuei töten konnte, wie man mit ihnen fertig werden konnte. Sie waren noch nicht weit gekommen, als die Frau im Perlmuttsari sie mit den Soldaten die sie schon im Gebirge dabei hatte erwartete. Sie streute noch Salz in die Wunden einer negativen Prägung, als sie versuchte die anderen mit Drohungen davon zu überzeugen zu bleiben, bevor sie weiterzogen. Trotz dieser Drohungen entwickelte sich noch ein Gespräch zwischen Durga, Adonai und der Wan Kuei. Aber die Unfähigkeit beider Fraktionen von ihren eingfahrenen Standpunkten abzurücken verurteilte dieses zum Scheitern, mal abgesehen von den fünfzig Bewaffneten und der Androhung irgendwelcher Geisterflammen.

Und so verließen die Kainiten Kabul und reisten gen Süden, Richtung Quilon.

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Die Nacht der Wölfin Teil 11, Abschluss Der Feldübung

TS-Runde Montag 07.05
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Daniel, Mortima

Der Schlüssel passte in die alte Gittertür, die sich auch ohne Probleme öffnen lies. Aber der Schlüssel bedeutete nicht in die alte Bunkeranlage eindringen zu können. Er war nur ein Zeiger für den richtigen Ort gewesen. Um in den Bunker eindringen zu können, mussten die Garou noch einige andere alte Sicherheitstüren überwinden. Einige waren schwergängiger als andere, aber keine konnte ihnen den Zugang verwehren. In ihren Menschlingsgestalten durchkämmten sie die alte Anlage, erfüllt von schlechter Luft, sie musste hier ein halbes Jahrhundert oder länger gestanden haben, ohne einen einzigen frischen Luftzug. Ob Waffenkammer oder altes Schlafquartier, nirgends fand sich ein Hinweis auf ihr Ziel. War dies vielleicht nur ein weiter Hinweis, so wie der Schlüssel? Schließlich erreichten sie einen Raum durch den Tageslich in den Untergrund fiel. EIne leiter führte nach oben. Skeptisch und vorsichtig, die Leiter war nicht mehr sehr stabil, kletterten sie einer nach dem anderen nach draußen. Zuerst ging Adriano und als letztes sollte Ciprian gehen. Er passte fast nicht durch den engen Aufstieg und bei seiner Kletterpartie zerstörte er so gut wie alles, was von der Leiter noch übrig war. Mortima hatte nicht aufgepasst und befand sich noch unten, nachdem Ciprian hinaufgeklettert war. Es war nicht einfach für ihn, aber gerade so eben konnte er die Überreste der Leiter nutzen um auch hinauf zu kommen.

Wieder an der frischen Luft fanden sie eine Lichtung, auf der ein weißer Wolf auf sie wartete. Sein Fell war irgendwie anders als das von Solarienne, als das aller anderen Silberfänge die sie bis jetzt gesehen hatte. Es war irgendwie weißer und weniger silbrig, nicht so fein. Er strahlte Stärke und Widerstandskraft aus, ein Kampf gegen ihn würde hart werden. Doch bevor man einen Kampf begann, musste man sich versichern, dass man wusste gegen wen man alles kämpfte, erklärte er. Während der Ahroun die Stäre des Gegners mit seinem Auge maß, sollte andere Rudelmitglieder die Penumbra und das Zwielicht nach weiteren Gegnern absuchen. Die Feinde der Werwölfe konnten sich nicht nur in dieser Welt verstecken, sondern auch in einer ganzen Reihe anderer Orte. Normalerweise würden die Mitglieder eines Rudels dann bieten, wer zuerst gegen den Feind kämpfen durfte um Ruhm und Ehre zu erlangen. Dabei ging es nciht darum möglichst viel zu bieten, man bot umgekehrt. Man bot auf bestimmte Gaben, auf bestimmte Gestalten oder Waffen zu verzichten und den Gegner trotzdem zu besiegen. Dann würde man in Zweikämpfen gegeneinander antreten, bis eine Seite gewonnen hatte. Allerdings musste man vorsichtig sein, sobald der erste Wolf eines Rudels starb, konnte es passieren das seine Rudelmitglieder dem Kuruth verfielen, worauf man sich vorbereiten musste. So viel zum Kampf gegen Gaiatreue Werwölfe. Bei Tänzern der Schwarzen Spirale brauchte man sich nur an diese Regeln zu halten, denn sie fielen nicht unter Lunas Gesetze, noch unter die der Litanei.
Die jungen Garou einigten sich darauf Mortima den Vortritt zu lassen, der sich gleich auf Sommerjäger stürzte.
Dieser wich seinem Angriff aus und machte dem Kampf ein kurzes Ende, mit einem Biss hätte er Mortima den Kopf abgerissen. Den anderen erging es danach nicht besser. Reichlich unkoordiniert stürzten sie sich auf den weißen Wolf, aber er war zu schnell, zu geübt. Keiner von ihnen konnte ihm wirklich nahe kommen, bevor er sie mit einem einzigen Angriff niederstreckte. Nur Daniel gelang es ihm eine Wunde zuzufügen, als er die Führung übernahm und gleichzeitig mit Charly und Marie angriff um etwas Ablenkung zu haben.

Nachdem sich alle von ihren blauen Flecken erholt hatte erklärte Sommerjäger ihnen, dass sie besser zusammenarbeiten mussten, gemeinsame Manöver vollführen. Es gab zwar wenig Wölfe, die es mit ihm im Kampf aufnehmen konnten, aber Bedrohungen aus der Geisterwelt waren oftmals so gefährlich, dass man sie nur als gut eingespieltes Rudel zu Fall bringen konnte. Auf dem Rückweg erzählte er ein wenig von sich selbst. Wie Mortima kam er aus Schottland, aber er war den Tänzern der Schwarzen Spirale nicht entkommen. Umgenau zu sein stammte er sogar aus einer ihrer Septen. Er war ein Metis, ein Kind zweier Werwölfe. Die Tänzer züchteten in ihren Septen Metis, denn nur so konnten sie gewährleisten, dass sie zahlreich genug waren um es mit den anderen Stämmen überhaupt aufnehmen zu können. Aber Sommerjäger war nicht wie andere Metis, weder sein Körper noch sein Geist zeigten die für Metis üblichen Abnormalitäten auf. Er war nicht nur nicht geistesgestört oder verkrüppelt, gezeichnet, er war geradezu perfekt. Er war der Perfekte Metis, eines der Zeichen der Apokalypse. Deswegen griffen auch einige Rudel, unter anderem auch Solarienne den Caern an, an dem er aufwuchs. Unter zahlreichen Opfern retteten sie ihn, um gegen den Wyrm und die Zeichen der Apokalypse zu agieren um Gaia noch etwas Zeit zu verschaffen. Dann wurde er in verschiedenen Caerns der Gaiatreuen Stämme aufgezogen, aber er schloss sich keinem der Stämme an. Er beschloss sich auf eine Reise zu machen, er machte sich auf die Suche nach dem Sommerland, in das man nur gelangen konnte, wenn man mit sich selbst im reinen war. Dort würde er dann mit Gaias Hilfe herausfinden wo die Tänzer das Totem der weißen Heuler gefangen hielten und seinen Stamm neu gründen.
Doch ncoh war er nciht bereit den Weg ins Sommerland zu finden, vielleicht musste er dazu erst akzeptieren wo er herkam, wer seine Eltern waren? Im Caern zog er sich zurück um mit seiner alten Freundin Solarienne zu sprechen, während die jungen Garou unter sich blieben und sich über etwas Bier und Wildschwein hermachten.

Eine der Ältesten der Fianna gesellte sich zu ihnen. Gerade war keiner ihrer Theurgen hier um eine Mondbrücke zu den Glaswandlern zu öffnen. Darum versuchte sie den jungen Garou so gut es geht davon zu berichten welche Gefahren in den Städten auf sie lauerten. Es gab Vampire, die beinahe alle Institutionen der Menschen kontrollierten, die sich nciht in den Händen des Wyrms befanden. Sie nährten sich vom Blut der Menschen und trugen dazu bei, dass vor allem die Versammlungsorte der Menschen, wie Diskotheken, in ihren Klauen ruhten. Charly würde sich andere Freizeitbeschäftigungen suchen müssen. Von den Geistern die die Städte bei Tag unsicher machen sprach sie kaum, mit denen sollten sie sich mitlerweile ja schon auskennen. Aber sie sprach von Männern die Hightechgeräte nutzten um Gabengleiche Effekte nutzten, Männer die der Weberin dienten udn die alles übernatürliche ausrotten wollten. Sie sprach von Jägern und von Magiern und von den Heerscharen, Azlu und Beshilu, uralte Spinnen- und Rattengeister die gegen die Barriere ankämpften und Menschen als Wirte nutzten um sich vor den Garou zu verstecken. In den Städten gab es unendlich viele Feinde, ganz ohne die Häuter die sich auch noch in Köln herum trieben, ganz ohne die Menschen mit denen man eventuell aneinander geriet weil man gegen ihre Gesetze verstieß.

Danach beratschlagten sie sich noch eine Weile untereinander. Adriano und Charly wollten zurück nach Köln gehen, sie wollten Rache üben und für ihr gewähltes Revier kämpfen. Ciprian wollte sich ihrem Rudel anschließen, er mochte sie und wollte zu einem Rudel gehören, welches einen Geist aus dem Chor des Phönix zum Totem hatte. Mortima hatte nur darauf gewartet, dass ihn jemand fragte und wollte sich auch dem neu entsehenden Rudel anschließen. Nur Daniel war etwas weniger enthusiastisch. Aber er wollte nach Köln und dazu würde er sich dem Rudel der anderen anschließen. Marie hatte ja schon offenbart, dass sie bei Adriano und Charly bleiben wollte, sich ihrem Rudel anschließen wollte. So blieb nur noch das Problem des Totems zu lösen. Um zu einem Rudel zu werden, brauchte man ein totem und sie wollten den Phönix des Weltenherzens erneut zu ihrem machen. Doch dieser war sehr geschwächt. Singt-das-Lunenlicht nahm Kontakt zu anderen Feuergeistern auf und fand heraus, dass sie mindestens vier Leute verbrennen mussten um den Phönix des Weltenherzen aus seinem Schlummer zu erwecken, damit er wieder ihr Totem sein konnte.

Wo sie diese Leute hernehmen sollten und was dabei noch verbrannte, sorgte für eine nächtelange Diskussion unter den Garou.

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Interludium: Durch die Wüste

Tisch-Runde Freitag 18.05.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: -1h Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), -1h Samnang (Wahrer Brujah), Tomás (Brujah)

Sie folgten den Spuren geführt von Vlad durch den Schnee. Unte reinem kleinen Felsvorsprung in der Flanke des Berges fanden sie eine von Vlad errichtete Scheußlichkeit. Aus den Körpern von drei Wolflingen hatte er eine Art Banner gemacht und aufgestellt. Den einen hatte er seinem Namen entsprechend auf einem Knöchernen Stab gepfählt, abe rzusätzlich eine Querstange angebracht sodass der Wolfling nciht nur gepfählt sondenr auch gekreuzigt im Gebirge hing. Die anderen beiden hatte er gehäutet und dem aufgespießten die Häute als Umhang umgelegt, wie bei römischen Offizieren, die sich mit Wolfspelzen brüsteten. Aus ihren Rippen hatte er eine Art Zaun errichtet, in dessen mitte die sonstigen Überreste verstreut lag. Wie er dei Wolflinge getötet hatte, wollte er nciht offenbaren, auch nciht warum er im letzten Kampf nicht eingegriffen hatte.

Als sie den Bergarm dann ganz umrundet hatten fanden sie ihre Herde und auch die vermissten Ghule. Alle hatten sich ausgezogen und lagen nackt im Schnee an die Flanke des Berges geschmiegt. Drei große Schlanke Frauen kümmerten sich um die Menschen, immer wieder bückten sie sich, ergriffen eine Hand voll Schnee und rieben die Erfrierenden damit ein. Adonai warnte die anderen, er kannte diese Kreaturen aus seiner Heimat. Es waren Yuki Onna, Schneefrauen. Geister die man nicht besiegen konnten, die mit dem Schnee kamen und Männer dazu brachten im Schnee zu erfrieren. Adonai und Samnang unterhielten sich mit den Schneefrauen, wurden von diesen aber ziemlich schnell um den Finger gewickelt. Ihre Gedanken wurden so verdreht, dass sie den Lügen der Schneefrauen glabten und mithalfen die Menschen dem Berg zu opfern um diesen zu besänftigen. Reynaud durchschaute die Frauen recht schnell, und testete seine Dunklen Gaben gegen sie. Erst schleuderte er eine von ihnen gegen die Felswand und dann, als er sah, dass sie ihm nichts entgegensetzen konnten schleuderte er sie die Bergflanke herab. Bevor er sich den anderen beiden zuwenden konnten flohen diese. Die Kainiten kümmerten sich darum die Menschen wieder in warme Kleidung zu stecken. Reynaud trocknete und wärmte ihre Kleidung, während Thomas und Adonai sie untersuchten und die am schwersten Verletzten heilten sie mit ihrer Vitae. Vier konnten nicht gerettet werden, doch ihr Blut sollte den Reisenden helfen noch weiter zu kommen.

Ohne weitere Übergriffe konnten sie das Gebirge hinter sich lassen und über Tiflis nach Baku reisen. Aber dafür waren sie jetzt im Gebiet der Assamiten.
Auf Grund der Verluste in ihrer Herde, wenn gleich gering, waren sie nicht auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte als sie mit den Assamiten verhandelten. Außerdem wollten sie sich auf feindlichem Gebiet bedeckt halten.
Sie gaben sich für Kainiten der Camarilla aus und im Austausch für Vitae, dem Bevorzugten Zahlungsmittel der Assamiten, wurde ihnen gewährt die Stadt zu durchqueren und dort zu jagen. Das Jagdrecht bekamen allerdingscnur jene, die mit ihrem eigenen Blut zahlten, was Adonai und Viktor verweigerten. Schnell stellte sich heraus, dass sie auch beobachtet wurden um sicher zustellen, dass sie ihre Auflagen auch wirklich einhielten. Trotzdem kam es noch zu einem kleinen Zwischenfall mit Eszter. Sie hatte ihren Guhl bereits vor den Verhandlungen in die Stadt geschickt und dafür sollte sie jetzt bezahlen, mit Vitae oder ihrem Leben und dem des Ghuls. Beinahe wären die Verhandlungen an Sprachbarrieren und ihrer Blindheit gescheitert, aber dann verstand sie doch ncoh, was man von ihr wollte und fügte sich den Herren der Stadt. Danach verweilte die Reisegruppe nicht mehr lange in der Stadt, Victor hatte sie mitsamt Wagen auf einem großen Schiff einquartiert, mit dem sie das kaspische Meer überqueren und so lange Monate in der Kutsche überspringen konnten.

Auf der anderen Seite des Meeres wartete nichts als Wüste auf sie, Wüste und winzige Ortschaften die kaum reichten die Vorräte wieder aufzustocken die sie während der Wüstenreise von einem zum nächsten verbrauchten. Gäbe es nicht zwischendrin immer wieder Karawansereien gieriger Händler die von dem Verkehr der Seidenstraße profitieren wollten, wäre eine solche Reise beinahe unmöglich gegewesen. Zumindest wäre sicherlich ein Großteil der Mitreisenden, diesen Teil der Reise bestritten sie als Teil einer größeren Karawane, völlig Blutleer im Fernen Osten angekommen.

Nach anderthalb Monaten kräftezährender Reise durch die Wüste trug es sich zu, dass die verschiedenen Führer der Karawanen Rat bei diesen seltsamen Mitreisenden suchten. Seit Tagen zeichnete sich am Horizont ein Gewaltiger Sandsturm ab. Ein Sandsturm dieser Größe war für eine Wüste in der es kaum Sand gab schon ungewöhnlich genug, aber, so waren sich alle Führer einig, er bewegte sich auch nciht, wie er es hätte tun müssen. Da man davon ausgehen konnte, dass er auch weiterhin seine Position nciht verändern würde, einigte man sich darauf viel näher an den Sturm heranzureiten und dann Späher auszuschicken. Noch während die Späher unterwegs waren konnten die Reisenden mit ansehen wie die Staubfront, die sich über den gesamten Horitzont erstreckte, unter gewaltigem Getöse in sich zusammenbrach.

Verborgen in der Sturmwolke hatte wohl eine gewaltige Schlacht getobt. Es waren Kämpfer aus aller Herren Länder aus allen Zeiten an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen, sodass schnell die Vermutung aufkam ein Capadoziander wäre an der Schlacht beteiligt gewesen. Jetzt hatten alle Kämpfer eines gemeinsam, der Sand hatte ihnen das Fleisch in Fetzen gerissen und Knochen wie uralte Rüstungen und Waffen blank poliert, nur um sie danach mit einer feinen Schicht gelben Staubs zu bedecken. Erst nachdem sie Tage durch die Überreste des Schlachtfeldes gezogen war und die Stimmung unter den Sethskindern immer drückender wurde, zeigten sich erste Anzeichen für den Gegner dieser Auseinandersetzung. Es waren Kreaturen aus Stein, bedeckt mit seltsamen Zeichen, die Samnang als nordafrikanisch identifizierte. Neben Skorpionen und gewaltigen, geflügelten Sphinxen gab es vor allem etwa drei Meter große aus Stein zusammengesetzte Gestalten mit riesigen Tierschädeln statt Köpfen, bewaffnet mit imposanten ägyptischen Ritualwaffen. Zwei Inconnu kamen ihn entgegen, verweilten kurz um Viktor zu grüßen und gingen dann ihres Weges, einen kräftigen, rothaarigen Afrikaner an Ketten und gepfählt hinter sich herschleifend.

In einer Menschenansammlung, die von Eszter schnell vertrieben wurde, fanden sie eine von vier Steinstatuen bewachte frau in den weißen Gewändern einer Kriegerin, mit goldenen Flügeln, die sie mit ihren Armen aufspannen konnte. Sie gehörten nicht zu der Frau selbst, nur zu ihrem Gewand. Noch während die Kainiten überlegten, was sie mit ihr anstellen sollten, zerbarsten ihre steinernen Wächter einer nach dem anderen. Noch bevor der letzte nichts weiter als ein bewaffneter Haufen Steine war, trat Adonai an sie heran und versuchte mit ihr zu sprechen. Es dauerte eine Weile, aber dann hatten sie eine gemeinsame Sprachen gefunden und unterhielten sich fortan auf Latein in Durgas Wagen, in Abgeschiedenheit von Schaulustigen.

Merneith beklagte den Verlust ihres Meisters. Mit gewaltigem Gefolge waren sie hierher gereist um den Klüngel mit dem Wissen über die Uralten Vampirtafeln zu treffen. Nadirah, eine Prophetin aus Jeans Blutlinie, hatte ihre Route gesehen., was sie nicht gesehen hatte waren die zwei Inconnu, die auftauchten und Merneiths Meister im Kampf stellten, besiegten und entführten. Jetzt war sie allein übrig und musste versuchen ihnen zu erklären, was ihr Meister hätte erklären wollen. Sie versuchte ihnen zu vermitteln, dass die Ursprünge der Kainiten so wie sie im Buch Nod standen nur Mythen waren, geschrieben von den Gewinnern der Geschichte. Sie berichtete, dass die Diener Gottes erklärte Feinde der vampirischen Rasse waren und diese Auslöschen wollten. Dies würde aber in einer Freisetzung der Dämonen resultieren und die Hölle auf Erden bedeuten. Selbst einige Gruppen der Vampire strebten diesem Ziel entgegen, wie die Baali. Deswegen hatte es vor etwa 1000 Jahren einen Krieg gegeben in dem die 13 Clans vereint gegen die Baali und das von ihnen beherschte Sassanidische Reich gezogen waren. Die Baali waren geschlagen worden und ihre Mitglieder in alle Winde zerstreut, aber der Sieg war zu spät erfolgt. Die Baali hatten bereits einen mächtigen General der Dämonen in diese Welt gerufen, und die Apokalypse drohte die Welt wie sie bis dahin bekannt war zu verschlingen. Drei Krieger stellten sich dem Dämonenfürsten entgegen und schafften es ihn mit einem komplexen Ritual zu binden und so das Ende der Welt aufzuschieben. Diese drei Vampire waren als Binder bekannt und trugen die namen Shukaris, Sidonie und Sorin. Aber damit war die Finsternis nicht geschlagen, Shukaris war im Laufe des Krieges bis aufs Mark verdorben wurden, er verriet seine Gefährten und seinen Clan um seine eigenen finsteren Zielen nachzugehen.

Das Gefängnis des Dämonenfürstens war nicht für die Ewigkeit geschaffen worden, mit der Zeit verlor es an Kraft und erlaubte dem Dämonenfürsten Einflus auf diese Welt zu nehmen. Unter dem Namen Kupala wurde er als Übel der Transsylvanischen Lande bekannt. Um seine Fesseln zu stärken, so sagte Merneith, sollten die Kainiten ans Ende der Welt reisen und die Bishamon suchen. Diese verfügten über uraltes Wissen der Geomantie, älter noch als das der Setiten, mit dem man Kupala weiterhin gefangen halten könnte.

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Second Breath

TS-Runde Montag 24.05
Erzähler: Mandavar
Spieler: Belegroddion, Clawdeen, Ethion, Rekandar

Vor etwa einhundert Jahren trug es sich zu, das Jin Jian Feng, eine Attentäterin, die für nichts sonst lebte, ihren Auftrag nicht erfüllen konnte. Sie war verraten worden, verraten von den Beamten denen sie diente, verraten an die Hinterbliebenden ihrer Opfer. Als wilde Meute stürzten sie sich auf die Attentäterin und rissen sie in Stücke. Aber ihr Leib war nicht das einzige, was in Stücke riss, auch ihre Seele ward in Stücke gerissen. Ihr Hun, ihr höheres Selbst, verblieb am Ort ihres Todes, geistlos, machtlos trieb es ein Jahrhundert im SCHATTEN des Königreichs der Mitte umher. Doch ihrem P’o, der wilden dunklen Seite ihrer Seele, wurde ein anderes Schicksal zuteil. Es wurde in die Yomi-Welt, die Tausend Höllen, gerissen. Es endete in der Hölle des lebendig gehäutet Werdens, regiert von Tou Mu, der eisernen Kaiserin. Seit Zeitaltern war sie eine eingeschworene Feindin der Wan Kuei, seit Zeitaltern entsandte sie ihre Diener, um den gefallenen Wan Xian zuzusetzen. Sie wollte die Attentäterin verändern, sie zu einer ihrer Kreaturen machen und erneut ins Königreich der Mitte senden. Dort sollte sie dann die Würdenträger unter den Wan Kuei morden, wie sie einst die Feinde des Kaisers hingerichtet hatte. Doch sie weigerte sich.

Die Hölle ist die Wiederholung. Und Zeit in den Tausend Höllen ist nicht, was sie hier ist. Hundert Jahre der Folter in der Hölle des lebendig gehäutet Werdens wären schlimm genug gewesen. Aber in den Tausend Höllen konnte ein Tag zu einem Jahr werden, eine Stunde, eine Minute konnte Jahre dauern und ihre Qualen waren endlos. Folterknecht nach Folterknecht nach Folterknecht versuchte, sie auf Tou Mus Seite zu ziehen und Jahr um Jahr sagte sie Nein. In der Moderne wurden auch die P’o anderer Bewohner des Königreichs der Mitte in die Hölle der eisernen Kaiserin gerissen.

Lu Bai, eine ehemalige Pharmakologin, wurde nach Jahren der Folter selbst zum Folterknecht. Sie war es, die als nächste an die Reihe kam, um Jin Jian Feng zu quälen. Aber die beiden ließen ihre angestammten Rollen hinter sich, sie überlegten, zu Verbündeten zu werden, um aus dieser Hölle zu entkommen.

Zur gleichen Zeit verbündeten sich auch Sun Sheng Zhi und Xun Heng Han, die in der Arena gegeneinander kämpfen mussten. Sun war ein geflügelter Dämon mit brennendem Kampfstab und Xun, ein ehemaliger Sniper der Triaden, war sein Opfer. Doch dafür fielen Xuns Worte auf fruchtbaren Boden und Sun begann an seiner Aufgabe an den Arenakämpfen der Hölle zu zweifeln. Dann schließlich war es soweit: Einer der Arbeiter an den Schmelzöfen sorgte dafür, dass Tiegel mit geschmolzenem Stahl, mit geschmolzenen Seelen umstürzten und für Chaos sorgten. In diesem Chaos ließ Bai Xun von ihrer Folterbank entkommen und folgte ihm, während Sun und Jin aus der Arena ausbrachen. Sie kämpften gegen und flohen vor ganzen Legionen insektoider, halbmetallischer Kreaturen, bis sie schließlich an dem Schmelzofen und ihrem Gehilfen ankamen. Eine gefährliche, gewaltig unsymmetrische Brutmutter war ihnen auf den Fersen und so blieb ihnen keine Wahl, als sich durch den Wasserfall aus geschmolzenem Stahl und Seelen zu stürzen.

Von silbriggrauen Wolken eines ewigen Sturms wurden sie umher geworfen, er riss an ihnen, drohte sie in den Wahnsinn zu treiben, aber die Zeit in den Höllen hatte sie gestählt, so dass sie nicht zu wahnsinnigen Bewohnern des Sturmwinds wurden. Ihr Hun war das Licht am Ende des Tunnels, auf das sie unbeirrbar zustrebten, bis sie es erreichten.

Was nun folgte nannte man den Zweiten Atemzug. Es war die unendlich schmerzhafte Wiedervereinigung von Hun und P’o, das Verschmelzen der Seelenfragmente. Das P’o musste dann dafür Sorge tragen die Barriere zu durchdringen, ein Loch in sie zu reißen, um den SCHATTEN zu verlassen. Das Hun nutzte sein Chi, um ein neues Gefäß für die duale Seele zu weben, um den Körper wieder in Stand zu setzen, um einen untoten Leib für sich zu erschaffen.

Als Untote, fleischfressende Bestien kehrten sie ins Leben zurück, hungrig nach Chi und ohne eine andere Möglichkeit es sich zu beschaffen als das Fleisch der Menschen zu verschlingen. Nur Lu Bai und Jin Jian Feng waren gestärkt genug, um nach ihrer Auferstehung nicht die Kontrolle an die Schattenseele, an ihr P’o, zu verlieren. Sie behielten die Kontrolle über ihre dunkle Seite, über ihren Hunger lange genug bei, um von den Kuei-jin des Hofes des Blutes gefunden und aufgenommen zu werden. Sie wurden in die Gänge unter der Verbotenen Stadt gebracht und dort gemeinsam mit anderen, mit wilden Tieren eingesperrt.
Nach und nach kamen auch die anderen zu sich und alle hatten etwas Zeit sich zu unterhalten, festzustellen, dass sie im Jahr 2007 angekommen waren, dass es keinen Kaiser mehr gab. Sie fanden heraus, dass es viele wie sie selbst gab, und dass die Kuei-jin immer noch organisiert waren wie vor Jahrhunderten. Es gab so etwas wie den Kaiser, einen Imperialen Vorfahren, der mit seinen Ministern über den Hof des Blutes regierte.

Min Ping Zheng, ein Kuei-jin, der schon ein paar Jahre hinter sich hatte, erkannte Jin aus seiner eigenen Zeit in den Höllen wieder. Dank ihr hatte er sich schon vor einer ganzen Weile befreien können. Dafür wollte er sich bei ihr bedanken und dafür sorgen, dass sie hier eher heraus kam. Die anderen hängten sich an sie dran und Jin sprach für sie, damit auch sie schnell ihre Seelenprüfungen hinter sich bringen konnten.

Der Reihe nach wurden sie gewaschen, eingekleidet und vor Ch’ang Li, den Imperialen Vorfahren, in die Halle der Bewahrung der Harmonie geführt. Er erklärte ihnen, dass sie noch keine Shen waren sondern Hin, Unpersonen ohne Daseinsberechtigung. Um zu beweisen, dass sie überhaupt das Recht hatten zu lernen, wie man ein Shen wurde, mussten sie die Seelenprüfung hinter sich bringen. Dies beinhaltete, dass sie sich darüber klar werden mussten, wer sie waren und was sie wollten. Auf verschiedene Arten wurden sie immer und immer wieder mit den Fragen konfrontiert um ihre Seele zu testen, um herauszufinden, ob sie ihr P’o kontrollieren konnten und das Recht hatten, eventuell dem Hof beizutreten.

Jin Jian Feng wurde gefoltert. Hätte sie sich noch genau an ihre Zeit in den Höllen erinnern können, wären die Kuei-Jin-Folterknechte vermutlich weniger erfolgreich gewesen, aber fehlende Erinnerung gemeinsam mit ihrer fleischlichen Hülle sorgten dafür, dass sie nichts anderes wollte als zu sterben, bis sie schließlich die richtige Antwort gab.

Sun Cheng Zhi unternahm eine Reise in die Gobi, in der er von Hunger und Durst verrückt gemacht wurde, bis er schließlich, angefressen von einem gewaltigen Heuschreckenschwarm, mit einer sprechenden Eidechse, seinem alten Meister und sich selbst konfrontiert wurde.

Lu Bai hingegen wurde in den Wahnsinn getrieben. Ein Phänomen des Wahnsinns war es, dass Gedanken unkontrollierbar unzusammenhängend wurden. Dies konnte bestärkt werden.

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Die Nacht der Wölfin Teil 10, Litanei, Geister und Feldübung

TS-Runde Montag 07.05
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Ciprian, Daniel, Mortima (1/2)

Sonntag, 05. Juni, Vollmond

Dann schlossen sie ihre Gespräche über die Litanei ab mit längeren Diskussionen darüber warum und wann man einen Anführer herausfordern oder nicht herausfordern durfte. Hier gab es einige Unklarheiten für die jungen Garou zu klären und natürlich auch wieder einige Punkte, die sie aus ihrer noch größtenteils menschlichen Sicht nur schwer nachzuvollziehen waren. Den Abschluss bildete das 13. Gesetz, welches besagte, dass man niemals etwas unternehmen durfte was zur Entweihung eines Caerns führte.

Montag, 06. Juni, Vollmond

Den Folgetag verbrachten sie wieder mit Adrianos Mutter, Sings-the-Lunelight. Dieses Mal ging es nicht um die verschiedenen Stämme und Mythologie sondern um die Geisterwelt. Sie erfuhren wie Geister so ticken, wie sie sich organisierten, wie man mit ihnen umgehen musste und wie man neue Gaben von ihnen lernten. Das nahmen Charly und Ciprian auch gleich war, indem sie sich neue Gaben beibringen ließen. Am Abend übten sie dann noch alle gemeinsam wie man ins Zwielicht blickte oder durch die Barriere direkt in den Schatten spähte. Den Abend schlossen sie dann damit ab, dass alle gemeinsam, aber jeder für sich in den Schatten hinüber wechselten.

Dienstag, 07. Juni, Dreiviertelmond

Nachdem Solarienne noch einmal die fünf formen mit ihnen durchgewechselt hatte und sie ihnen offenbarte, wie sie nur einzelne Körperteile verwandeln konnten, um unauffällig die Vorteile anderer Formen nutzen zu können, blieb ihnen der Rest des Tages um sich auf die Feldübung am Abend vorzubereiten.Ein alter bekannter von Solarienne hatte sich im Wald versteckt, und ein Gegenstand sowie ein Ort würde die Cliath zu ihm führen.

Am Abend dauerte es tatsächlich nicht besonders lange, bis sie den Geruch von etwas befremdlichem in der Nase hatten. Charly und Daniel konzentrierten sich darauf alle ihnen vom Caern bekannten Wolfsfährten zu finden und sicher zu stellen, dass sie nicht den falschen Wölfen folgten. Mit dieser Unterstützung dauerte es nicht lange, bis Adriano auf der Suche nach etwas metallsichem einen Laubhaufen fand, am Fuße eines Baumes. Sie waren zwar schon einmal, etwas weitläufiger an ihm vorbeigelaufen, aber hier musste es seien. Ciprian riet zur Vorsicht, in einer ähnlichen Situation war er mit einem Geist zusammengestoßen, der seitdem in seinem Tattoo hauste. Charly durchwühlte den Haufen, bis sie schließlich mit einem alten zum Teil aus Kupfer bestehendem, altem Schlüssel in der Schnauze wieder auftauchte. Ein Schlüssel, wussten sie, bedeutete, dass es auch irgendwo ein passendes Schloss geben musste. Vermutlich an einem Gebäude, einem altem Gemäuer. Und es dauert nicht lange bis sie tatsächlich etwas tiefer im Wald eine Mauer fanden und eine alte Eisentür, zu der der Schlüssel passte.

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Interludium: Aufbruch gen Osten

Tisch-Runde Freitag 04.05.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Samnang (Wahrer Brujah), Tomás (Brujah)

Zwei Nächte vergingen, bevor alle Mitglieder des Klüngels und die neuen Gäste eine Einladung bekamen, sich in der dritten vor Durgas Haus einzufinden. Während sie darauf warteten zu erfahren, weswegen Melissa, der Seneschall, sie herbestellt hatte, füllten sich die Straßen rund um Durgas Waisenhaus mit Menschen, nackten Menschen. Männern, Frauen und Szlachta. Sie drängten sich Leib an Leib um alle dem Haus möglichst nah zu sein.

Dann nahmen drei Vampire ihren Platz in der Menge ein. Drei Engeln gleich legten sich die Frauen vor dem Haus in den Staub. Braune, rote und schwarze Haare vermischten sich mit dem Staub und Dreck der Kronstädter Straßen. Ein kleines Mädchen trat aus der Menge, schritt über die Engel wie einen schmutzigen Teppich und ging die Kronstädter Vampire, die der Zeremonie beiwohnten, ignorierend zur Tür, um klopfend um Einlass zu bitten. Sie verschwand kurz im Haus und kehrte dann gefolgt von Durga zurück. All die Menschen und die drei Engel, selbst das kleine Mädchen, waren Melissa und sie legten sich vor Durga in den Staub, machten sich ihr zum Geschenk. Sie wollten Durga nicht verlieren, wollten ihr verdeutlichen, dass sich in den letzten Nächten nichts geändert hatte und verschenkten daher, was ihnen am meisten bedeutete.

Durga holte einen Sari aus dem Haus und hüllte Melissa darin ein, bevor sie sie in ihr Haus führte und für den Rest der Nacht verschwand. Die anderen blieben ohne, dass man ihnen auch nur einen Moment Aufmerksamkeit geschenkt hatte, zurück. Adonai stellte die beiden Brujah-Gäste einander vor, während Reynaud und Eszter stillschweigend den Konversationen der drei lauschten. Es ging um Karthago und die Tristheit, welche die Nacht über alle Länder dieser Welt legte.

Die Zeit bis zum Aufbruch nach Osten verging ohne weitere größere Ereignisse. Adonai und Samnang trainierten mit Bocken ihre Schwertkampffähigkeiten, wenn Adonai nicht gerade damit beschäftigt war, sich aus Durgas albtraumhaften Illusionen zu befreien oder ihr im Austausch für diese Unterweisung den Kampf mit Klingenwaffen näherzubringen. Auch Vlad beanspruchte einiges von Adonais Zeit, hatte er doch beschlossen, diesem die Ehre zu erweisen, ihn verwandeln zu dürfen. Nur hatte sein baldiger Erzeuger die große Ehre, die ihm zuteil wurde noch nicht begriffen, und so musste sich Dracula redlich ins Zeug legen diesem zu beweisen, dass er ein würdiges Kind sein würde; auch wenn ihm diese Bezeichnung weniger als überhaupt nicht zusagte. Viktor organisierte die Reise und überwachte die Fertigstellung des Sarkophags.

Melissa hatte ihre Töchter bereits in die Verwaltung ihres Stockes eingewiesen und konnte so die letzten Tage vor ihrer langen Starre damit verbringen von Durga Hindi zu lernen, nicht ohne dabei die gemeinsame Zeit mehr als zu genießen. Durgas Terminplan war ziemlich voll, sie musste nicht nur die Hindi-Stunden, Nahkampfunterricht bei Adonai, private und geschäftliche Treffen mit Melissa unterbringen. Auch wollte sie sich um ihre Gäste kümmern und einen Termin mit Reynaud und Samnang vereinbaren. Beide hatten das Bündnis noch nicht mit Blut besiegelt und so lud sie sie ein, um sie unter Adonais Aufsicht dazu zu zwingen, ihren Rachefeldzug gegen Shukaris zu unterstützen.

Am Abend vor Reisebeginn fanden sich Durga, Eszter und Melissa am Sarkophag ein, um sich in Starre zu begeben. Beide in Gewändern, die nicht aufwändiger waren als Eszters übliche Bekleidung, begaben sich in Position, um von Eszter die kunstvoll geschnitzten Pfähle zu empfangen. Doch als die Priesterin sich mit erhobenem Pfahl auf Durga zu bewegte, verlor diese die Kontrolle über ihr Tier und stürzte sich wie eine wilde Bestie auf die überraschte Priesterin, die schneller auf dem Boden lag, als sie gucken konnte. Nachdem sie sich fasste, schaffte sie es, sich von der Wilden zu befreien, während Melissa Durgas Tier wieder unter Kontrolle brachte. Danach umschlang sie Durga liebevoll von hinten. Sie wollte sie nicht festhalten, das hätte sie in ihrem Zustand so oder so nicht geschafft. Es ging darum ihr Geborgenheit zu schenken, dem Pfahl gemeinsam entgegen zu treten.

Dann machte sich ein kleiner Konvoi, bestehend aus Durgas riesigem neuen Wagen und drei dunklen Kutschen auf den Weg gen Osten. Nicht nur Kainiten, auch einige Ghule und Gefäße waren dabei sowie reichlich Kleider für die Damen und Tonnen Proviant für Sterbliche und Tiere. Aber Proviant für die Kainiten wurde vernachlässigt. Es wären weitere Kutschen oder eine Hode Sklaven, die hinterdrein trotteten, notwendig gewesen, um die Vampire zu versorgen.vZu Beginn der Reise auf dem kurzen Abschnitt von Kronstadt nach Bukarest und von dort weiter in das winzige Constanta fiel dies kaum auf, es lohnte sich einfach nicht, in Wäldern und Wildnis zwischen den Städten zu jagen. Denn in diesen war der Tisch reichhaltig gedeckt und die Kronstädter wurden nach Adonais Anmeldungen bei den jeweiligen Voivoden nicht nur höflich empfangen, sie bekamen auch die Erlaubnis in den Städten zu jagen.

Aber die Reise an der Küste des schwarzen Meeres entlang nach Norden war weiter und wesentlich anstrengender. Man hatte sich darauf geeinigt diesen Weg zu gehen, um nicht durch das Gebiet des Osmanischen Reichs zu müssen, um nicht durch das Gebiet der Assamiten zu müssen, die im Krieg mit den europäischen Clans lagen.vDie weiten Steppen waren nicht nur menschenleer, auch an Jagdwild gab es kaum. Jeden dritten Tag konnten sie nicht weiterreisen, sondern mussten halten, um im Umland nach Hasen, Rehen und Vögeln zu jagen. Selbst mit der Mithilfe aller Ghule gab es nicht genug Blut für alle. Nach und nach hungerten die Kainiten aus und nur ihrem Alter und den damit verbundenen Reserven verdankten sie es, bis zu einem größeren Fischerdosrf zu kommen, in dem sie sich wieder sättigen konnten. Reynaud und Tomás waren besonders erfolgreich. Ersterer konnte mit der Kraft seines Willens ganze Familien unter seine Kontrolle bringen und sich von ihnen nähren, Tomás berauschte die Damenwelt in der einzigen Taverne des Dorfes derart, das sie sich schnell mit den restlichen Frauen des Dorfes füllte, die auch am Fest und seinen Küssen teilhaben wollten.

Der restliche Weg bis Odessa, im Norden des Schwarzen Meeres, war nicht mehr besonders weit und so trafen sie dort ein, ohne erneut völlig ausgehungert zu sein. Bei ihrer Ankunft konnten sie miterleben, wie eine Armee mongolischer Reiter von den Szlachta und Vohzd eines gewaltigen Unholdes abgeschlachtet wurde. Von den kleineren Kreaturen fiel die eine oder andere den Reitern zum Opfer, aber die größeren pflügten sich durch die Reihen der Sterblichen, als wären sie nichts weiter als Getreide. Besonders eine Kreatur, elefantengroß mit einem riesigen Maul und einem kleinen humanoiden Körper wütete unter den Menschen. Sie setzte nicht nur ihre Klauen und das riesige Maul ein, sie brachte die Elemente selbst dazu, sich gegen die Menschen zu verschwören und sie zu vernichten. Als keiner mehr am Leben war, bewegte sie sich an der Spitze ihrer Horde auf die Neuankömmlinge aus Kronstadt zu, aber sie war nicht auf eine weitere Probe des Krieges aus. Sie begrüßte die Kainiten, allen voran Viktor, den sie von der Kupalasnacht, an der er vor etwa 200 Jahren teilgenommen hatte, noch kannte.

Um dieser Nacht Willen und aus Gastfreundschaft lud sie die Reisenden in ihre mächtige Burg ein und erlaubte ihnen auch in der Stadt zu jagen. Sie durften sogar einige Tage verweilen, um sich auf die Weiterreise angemessen vorzubereiten, wurden sogar vor den Wölfen des Sturms in den Bergen um Tiflis gewarnt, mit Silber könnte man sie fernhalten. Tomás konnte die anderen davon überzeugen einige Leute unter Waffen anzuheuern, sie mit Blut zu verführen um sie als Proviant mitzführen, Adonais Vorschlag, sie schlafend in einem Wagen unterzubringen, konnte mangels Durchführungsmöglichkeiten nicht umgesetzt werden.

Mit einigen Silberpfeilen und einem versilbertem Schwert ging es dann an der nördlichen Küste des Schwarzen Meeres entlang wieder nach Osten Richtung Tiflis. Dort sollte laut Viktor ein gewaltiges Schiff warten, in dem die Fahrzeuge untergebracht werden konnten um das Kaspische Meer zu überqueren, ohne es wie zuvor das Schwarze Meer komplett umrunden zu müssen. Aber in den Bergen vor Tiflis sollten nach Sheoldred, der Flüsternden, der Voivodin von Odessa, Wolflinge hausen. Diese machten sich auch kaum, dass man mit dem schwierigen Weg durch das Gebirge begann, bemerkbar. In jeder Nacht heulten sie bedrohlich in der Nähe der kleinen Karawane, aber griffen noch nicht an. War es die Furcht vor dem Silber, welche sie auf Abstand hielt, oder wollten sie die Kainiten durch ihr Geheul und die Furcht, den nächsten Sonnenuntergang nicht mehr zu erleben, erst mürbe machen, bevor sie angriffen?

Dann eines Abends war es soweit, der Angriff hatte begonnen. Aber anders als erwartet. Die Kutschen lagen verlassen dar. Nur Vlad begrüßte die Vampire, alle anderen waren fort und er hatte sie nicht ohne massive Gewalt anzuwenden aufhalten können. Sie seien einfach in den Schnee davongeschritten, wusste er zu berichten. Söldner, Ghule, selbst die Kinder waren fort.

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Interludium: Reisevorbereitungen

Tisch-Runde Freitag 20.04.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Tomás (Brujah), Viktor (Lasombra)

Rasch flohen die Kainiten von der mit Blut, Asche und Unrat besudelten Hügelkuppe unter der die Kathedrale lag.
Kurz vor EInbruch des Tages erreichten sie Sorins Burg in die sie alle eingeladen wurden, alle bis auf Durga und Melissa. Auch der Wagen war nicht länger willkommen und stand gefährlich nahe an der Schlucht.
Das Gespräch welches sich daraufhin zwischen Durga und Sorin entwickelte verstanden nicht alle und nach einer kurzen Unterbrechung durch Adonai und Viktor zogen die beiden sich gefolgt von Melissa in einen Besprechungsraum zurück um das geschlossene Bündnis und den Zwist der zwischen ihnen stand zu bereden.

Am nächsten Abend brachen sie Richtung Kronstadt auf, wo sie etwa zwei Wochen später wieder ankamen und sich um ihre Angelegenheiten kümmerten, bis etwa zwei Wochen später Besuch aus Ungarn eintraf. Die Priesterin, welche die Hochzeitszeremonie durhführen sollte, samt eines Brujahs als Leibwächter war eingetroffen. Auch Vlad war noch bei Durga zu Gast. Er hatte sich allein aus der Kathedrale gekämpft und war den Reisenden später über den Weg gelaufen und aufgelesen worden. Er brauchte etwas Zeit für sich, wollte von nun an nicht mehr Spielball der großen Tzimiscen sein, sondern selbst bestimmen wer ihn wann verwandelte. Eine Andeutung zu diesem Thema seitens Adonai schien ihn sehr zu interessieren.

In der anschließenden Versammlung des Klüngels offenbarte Durga den anderen, dass die Zeremonie nicht in Kronstadt stattfände, sondern in Indien, da man sich auf die Suche nach einem Heiler für ihr geschwächtes Klüngelmitglied begeben müsste.
Außerdem offenbarte sie ein weiteres Ziel, Rache. Von nun an sollten alle danach streben mächtiger zu werden, ihre Schwächen auszugleichen und ihre Stärken auszubauen um sich für einen Kampf gegen Shukaris zu wappnen. Er sollte nicht bald statt finden, man machte sich keine Illusionen. Nicht in den nächsten Jahrhunderten aber Shukaris würde sterben. Nein nicht nur er würde sterben, auch alle seine Verbündeten sollten fallen.
Dieses Bündnis bekräftigten sie indem jeder, außer Melissa, von seinem Blut gab, auf den Sari den Shukaris ihr vor langer Zeit zum Geschenk machte, und zusah, wie dieser in Brand gesteckt wurde und langsam verbrannte.

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Der Berliner Elefant

TS-Runde Montag 02.04.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Celestin (stinkend reicher Mentalist), Bolle (Automechaniker und Hühne), HaJü (Chemielehrer), Frank (Polizist und Zombielarper)
Plus 2 Solositzungen mit Clawdeen

Freitag 12. März

So spannend waren ihre Worte dann leider doch nicht, dafür war sie umso umwerfender, wenn sie ein Stück Pizza abbiss, kaute und herunterschluckte.
Wäre ich doch nur schon alleine mit ihr gewesen, die anderen befanden sich noch in der Phase des vielleicht nicht Glaubens, in der Phase, in der sie die Verrücktheit der Welt anzweifelten.
Ich, ich hab ne Zahl gefunden und die Zahl hat mich zum Gewinner gemacht. Ich hab mit Leuten gesprochen, die mir ziemlich unglaubwürdige Gespenstergeschichten erzählten und ich habe Bücher daraus gemacht, weil es irgendwie Spaß machte. Weil ich andere daran teilhaben lassen wollte, aber zu behaupten es gäbe Gespenster.
Naja, ich war wohl schon exzentrisch genug.
Zwischen den größtenteils langweilig bis nervigen Fragen meiner ehemaligen Mitschüler und meines Lehrers konnte ich auch ein paar interessante mogeln.
Mir ging es da eher um meine Mini-Arielle.
Ich musste dem kleinen Frauchen unendlich dankbar sein, sie hatte mir bewiesen, dass an den Gespenstergeschichten mehr als Einbildung dran war.
Sie hatte dazu geführt, dass ich die Aquagirl-Leute kennen lernte und damit Lucy.
Ein ähnliches Gespräch wie jetzt hätte es vielleicht auch etwas später, auf andere Art und Weise geben können und vor allem ohne dieses „Da muss es doch eine Regierungsbehörde für geben“- Geplapper.

Jetzt zu den Top-Nachrichten. Lucy, Hilde und der Kerl arbeiteten nicht nur zu dritt, in Berlin gabs noch ein paar mehr von denen, mit einer kleinen Filiale und sie hatten eine Precog. ESP. Außerdem schnappte ich sowas wie Lernen im Zusammenhang mit deren Precog auf. Bingo.
Gewinner und jetzt hatte ich den Hauptgewinn.
Danke, kleine Meerjungfrau, das werd ich dir niemals vergessen.
Auch schien Lucy nicht mit dem anderen Kerl, der sich gemeinsam mit Hilde um die Weiber kümmerte, zusammen zu sein oder so.
Dann wurde noch geputzt. Hilde und HaJü erwarteten sowas wie, dass ich mit aufräumte. Mal ernsthaft, Leute, für sowas gibt es Putzfrauen. Wenn ihr hier rumballert und den Wackelsteinpudding überall verteilt und das dann nachts wegmachen wollt, dann ist das euer Problem. Hättet ihr gewartet, hätte ich für morgen früh ne Reinigung organisiert. Naja, nicht mein Problem. Auf jeden Fall tat es gut, der grummeligen Löwenfrau beim Putzen zuzusehen und aus ihrer Reaktion wusste ich, dass ich verstanden wurde.
Wäre sie irgendwie nicht da gewesen, oder hätte noch was anderes zu tun gehabt und Lucy hätte alleine putzen müssen, wäre der ganze Sachverhalt natürlich ein anderer gewesen. Also erst mal warten. Dann schlug ich ihr vor, sie nach Hause zu fahren, was sie erst mit den anderen beiden absprechen musste, bevor sie einwilligte.

HaJü drückte ich noch eine Visitenkarte in die Hand, damit wenigstens der eine, der sich nicht total dämlich angestellt hatte, was die ganze Angelegenheit betraf, mit mir Kontakt aufnehmen konnte, falls er mal Redebedarf hatte oder sowas.
Außerdem wollte ich mich ja noch wegen des Wassers bei ihm melden, von daher schadete es sicher nicht, wenn er auch die Möglichkeit hatte, sich bei mir zu melden. Auch hier wurde wieder erwartet, dass ich da blieb, um – keine Ahnung – das Buffet wegzuräumen. Stümper.
Ich fuhr lieber Lucy nach Hause, viel interessanter. Außerdem konnte ich so noch ein wenig privat mit ihr sprechen und unser gemeinsames Abendessen auf den morgigen Abend legen.
An der Tür zu dem Haus, in dem sich ihre Wohnung befand, trennten wir uns, ohne Umarmung und Kuss oder dergleichen. Sehr schade, hätte gerne gekostet.
Die Chance, ihre Wohnung zu sehen hab ich aber vertan, indem ich ihr meine Not um einen Schlafplatz offenbarte, gleichzeitig aber auch noch mein Bedürfnis nach Luxus zum Ausdruck brachte. Verspielt. Da müsste ich das nächste Mal vorsichtiger sein.

Wieder im Auto überlegte ich, welches Hotel ich nehmen würde und entschied mich für Hotel Mariel. Sie war nur gerade so eben noch wach, aber ich war auch schon ziemlich müde, daher hätte ich mit einer putzmunteren Mariel nichts mehr anfangen können.
So kuschelten wir uns nur zusammen in ihr Bett und schliefen dann auch schon ein.
Am nächsten Morgen ließen wir es uns erst mal gut gehen, nicht nur, was das von mir bestellte Frühstück und die gemeinsame Dusche anging. Dann verabschiedete ich mich recht zügig, hatte heute noch so einiges vor, und von dem meisten musste Mariel nichts wissen, da es Punkte beinhaltete wie Lucy einen Bikini zu kaufen, damit sie heute Abend mit mir in den Pool steigen konnte, mit ihr um 20 Uhr essen zu gehen und auch, mir einen als Gehstock getarnten Rapier anfertigen zu lassen.

Die Mitte sollte sich als am schwierigsten erweisen, derlei Klingenwaffen waren in Deutschland verboten und daher wollte der Schmied mir keine verkaufen. Ob ich irgendwie auf legalem Weg daran kam, wusste er auch nicht, da würde ich dann wohl den Frank mal fragen müssen. Irgendwozu musste so ein nerviger Polizist ja auch gut sein. So wie Bolle. Der wollte für mich, auf eine Bitte hin, Ausschau nach einem gebrauchten VW-Bus halten. Entweder würde ich in Zukunft öfter mal mit dem Lehrer und meinen ehemaligen Klassenkameraden unterwegs sein oder mit Lucys Leuten. Wie dem auch sei, sah ich Zeiten auf mich zukommen, in denen lediglich ein weiterer Sitzplatz nicht ausreichen würde. Hatte mich am Donnerstag schon geärgert, dass ich nicht Lilly und Mariel hatte mitnehmen können. Beim Verkauf der DVDs und Bücher hätte mir Lilly sicher gut zur Hand gehen können.
Manchmal wunderte ich mich, warum ich das alles überhaupt mache, aber dann denke ich schnell an Fluch der Karibik: „Nimm was du kriegen kannst und gib nichts wieder zurück!“

Samstag, 13. März

Pünktlich um 19:55 Uhr hielt ich unten an der Straße, wartete und gab dann per Telefon Bescheid, dass ich da war.
Ich führte sie zu einem Chinesen aus und aß ein bisschen von allem, aber insgesamt nicht zu viel, mit vollem Magen würde aus meinen restlichen Plänen für den Abend nichts werden. Zu allem gab es für mich ein Radler und für Lucy Weißwein. Ich sollte mir vielleicht neben dem VW-Bus noch ein weiteres Auto samt Chauffeur zulegen, damit ich auch trinken konnte.
Bei mir angekommen ging es auf stillen Sohlen, ohne Schuhe, ins Wohnzimmer, um uns an die Meerjungfrau anzuschleichen. Das wäre sicherlich nicht nötig gewesen, denn als sie uns erblickte, kam sie von allein heraus und begrüßte Lucy, oder doch mich, ich war mir nicht ganz sicher.
Auf jeden Fall schien sie um einiges zutraulicher zu werden.
Ich wollte Lucy demonstrieren, wie sie eine Krabbe fraß, aber sie machte sich große Sorgen um unsere Sicherheit.
Die Meerjungfrau hatte nämlich nicht nur meinen Aquarienputzer auf dem Gewissen, sondern auch noch zwei weitere Personen in Berlin und in Templin. Vermutlich nicht meine, aber insgesamt schienen diese Wesen recht mordlüstern zu sein.
Schade. Hoffentlich behielt meine ihre guten Manieren bei, ich hätte sie gerne in angemessenem Maße für die Veränderungen, die sich in meinem Leben nach und nach einstellten, belohnt.
Mit meiner Antwort hatte sie definitiv nicht gerechnet, aber trotzdem begleitete Lucy mich in den Keller, wo ich sie zu meiner Fechtbahn und den Spinden führte. Nicht nur das Anlegen der Ausrüstung, um die Nixe zu füttern gefiel ihr, sie schien einem Duell nicht abgeneigt, was wiederum mich erfreute.
Etwa zwanzig Minuten später waren wir wieder oben, diesmal ganz in Weiß, mit Masken aus Drahtgeflecht, um unsere Köpfe zu schützen.
Ich kam mir ein bisschen dämlich vor. Die Nixe hatte mich bis jetzt nicht angegriffen und ich glaubte nicht, dass sie dies noch tun würde, aber um Lucy zu beruhigen und vor allem sie in dem Anzug zu sehen, war mir ein bisschen Albernheit ganz recht.

Diesmal stand eine Krabbe auf dem Speiseplan, ein Stück Rinderfilet und Banane. Rinderfilet mochte sie lieber als die Krabbe und verputzte es blitzschnell, ziemlich beeindruckend für ihre Größe. Ein Schwarm von denen würde auch dem Ruf von Piranhas alle Ehre machen.
Am interessantesten war ihr Verhalten bezüglich der Banane. Ihr schien die Konsistenz zu gefallen und sie setzte sich nicht nur auf die Scheibe, sondern rieb sich auch damit ein, bis sie über und über beschmiert war mit Bananenmatsch. Ziemlich gute Idee, die würd ich später mit Lucy mal aufgreifen.
Die Nixe riss sich auch ein paar Stückchen von der Banane ab um diese zu probieren, aber es schien nicht ihren Geschmack zu treffen.
Definitiv Fleischfresser.

Lucy beunruhigte das zutrauliche Verhalten meiner Nixe mir gegenüber ein wenig, aber ich genoss es. Sie meinte vielleicht wäre es eine Masche um näher an mich ran zu kommen, um mich kalt zu machen. Mit Maschen kannte ich mich aus, die der Nixe gefiel mir ganz gut, trotzdem werd ich den Teufel tun und ihr die Gelegenheit geben, meine bloße Haut zu berühren, auch auf die Zange würde ich nicht verzichten. Lieber kein Körperkontakt mit der 5cm großen Nixe und dafür nicht mit ner Lunge voller Wasser auf dem Boden liegen. Irgendwie unheimlich, dass so ein kleines zierliches Ding mit dem Tod in Verbindung stehen soll, so gefährlich sein sollte.
Auf der anderen Seite gab es auch irgendwelches Giftgetier, Fische, Spinnen, Wanzen, die so übel sind, dass ein Stich ein Todesurteil war. Dann doch lieber kleine nackte Frauen, definitiv mehr mein Stil.

Wo wir schon mal die Anzüge angelegt hatten, konnten wir auch gleich den Keller unsicher machen. Allerdings gab es heute Abend noch so viel zu tun, dass kaum mehr Zeit als für eine Runde blieb. Wie Lilly hatte sie nicht wirklich eine Chance, aber sie zeigte deutlich mehr Ehrgeiz. Vielleicht würde ich dann endlich mal einen würdigen Gegner haben, um auch meine Fähigkeiten zu trainieren. Was ich gegen den Steinschleim hatte ausrichten können, hatte mich gelinde gesagt mehr als frustriert. Aber ich hatte es im Hinterkopf gehalten. Wenn es gefährlich wurde, bräuchte ich Leute wie Frank und Bolle an meiner Seite, die sich um die körperlichen Arbeiten bei der Erforschung des Übernatürlichen kümmerten.

Dann ging es nach oben auf die Couch, die ich direkt vor dem Pool positionierte, um die Überwachungsvideos meines neuen Lieblingsaquariums zu schauen. Während wir die Videos durchschauten, ließ ich den Pool schon mal eine vernünftige Temperatur von 31° C annehmen und öffnete die Abdeckung, um meine Füße im Wasser baumeln zu lassen.
Die alten Überwachungsvideos waren nichts im Vergleich zu dem, was meine Nixe, ich sollte ihr dringend einen Namen geben, gerade abgeliefert hatte. Aber in den Aufzeichnungen von gestern bis heute Abend fanden sich noch einige interessante Szenen.
Einmal spielte sie mit der Rosine Fußball, was mich dazu veranlasste zu überlegen, ihr etwas zu spielen zu kaufen. Der Catwalk entlang der Fensterfront des Aquariums war nicht schlecht, aber am besten gefiel mir was sie mit dem Bleistift unternahm. Sie probierte ihn noch einige Male, aber da er nicht aus Fleisch bestand, begeisterte er sie weiterhin nicht wirklich. Dafür stellte sie ihn auf, rammte ihn in den Boden und hielt sich mit ausgestrecktem Arm daran fest, während sie mehr als possierlich im Kreis darum herum schritt. Noch etwas Übung und sie würde eine prima Stangentänzerin abgeben.
Alles ganz nett, aber ich hätte zu gerne mit ihr kommuniziert. Sie hätte den Bleistift besser verwenden können, um mir damit eine Nachricht zu schreiben, aber es war wohl zu viel verlangt von ihr zu erwarten, unsere Sprache zu sprechen oder gar zu schreiben. Vielleicht konnte ich irgendwann mit einem Unterwassermikrofon und entsprechendem Lautsprecher mit ihr kommunizieren.

Aber Nixen beiseite, langsam wurde es Zeit, sich der Frau neben mir zu widmen. Mit einem Bad im Pool war sie einverstanden, aber der Bikini, den ich ihr gekauft hatte, den schien sie mir irgendwie übel zu nehmen, nur um dann nackt in den Pool zu steigen. Etwas anzuziehen nur um es dann wieder auszuziehen, erschien ihr sinnlos. Schade eigentlich, eine Frau in Unterwäsche oder Bademode sah viel interessanter aus als eine nackte. Die Gedanken daran, was wohl verborgen war unter einem Hauch von Nichts, die Vorfreude des Auspackens machten das Anlegen von Stoff in meinen Augen definitiv den Aufwand wert. Trotzdem wollte sie mir den Spaß nicht gönnen.

Ich selbst war mit Hose und Hemd in den Pool gestiegen und war mir darüber im Klaren, dass es alleine ziemlich lächerlich werden würde, wenn ich versuchte, mich auszuziehen. War also auf ihre Hilfe angewiesen.

Was danach geschah, war nicht, was ich erwartet hatte. Irgendwie war ihr die Lust vergangen, so grauenvoll konnte die Vorstellung von dem, was unter meinem Hemd verborgen lag, doch gar nicht sein? Aber statt mich aus Hemd und Hose zu schälen, half sie mir nur bei dem Hemd und die Hose blieb, wo sie war. Sie entschuldigte sich und redete etwas von falschen Signalen. Ich würde sie nicht falsch nennen, nur irreführend. Welche Frau begleitete einen Mann nach dem Dinner nach Hause, gut, eine Jägerin, aber ging dann auch noch vollkommen nackt mit ihm in den Whirlpool und wollte dann weiter nichts?

Was ich noch weniger verstand waren ihre Küsse, vor allem die nach dem Rückzieher. Sie wollte nicht auf eine Liste. Ich ging einfach mal davon aus, dass sie die Liste der Frauen meinte, mit denen ich ein paar Mal im Bett war? Nicht ganz einfach, ich führte keine Listen, zumindest nicht über die Frauen, mit denen ich mal Spaß gehabt hatte. Dafür führte ich eine Liste mit Frauen, bei denen meine Küsse echte Zuneigung bedeuteten und nicht bloß Teil eines Vorspiels waren, um in Stimmung zu kommen. Eine nicht sehr lange Liste. Sie war Nummer Vier. Eins und zwei konnte man kaum zählen, sie waren noch in der Schule gewesen, als ich noch jung und unerfahren war. Nummer Drei war Oceané. Und jetzt saß ich hier mit Nummer Vier im Pool und meine Welt drehte sich im Kreis.

Wie konnte man nicht mehr wollen und dann solche Küsse geben? Wie gut ihre Küsse mir gefielen, hätte sie außerhalb des Wassers an meiner ausgebeulten Hose erkennen können. Mir schwante Übles für den Rest des Abends.

Schließlich verließen wir mein Wohzimmer samt Badeparadies, ich trocknete sie ab, half ihr in ihre Klamotten und konnte immer noch nicht fassen, dass ich ihren Rückzieher einfach so hin nahm. Ich hatte keine Sekunde darüber nachgedacht, dass es Teil eines Spiels war, dass sie vielleicht hoffte, von mir zu etwas anderem überredet oder gar verführt zu werden. Ich war ein wenig enttäuscht und ihr „Ich mag dich“ war definitiv kein Ersatz dafür, was man sonst hätte gemeinsam erleben können. Aber dieses „Ich mag dich“ war anders. Es hatte irgendwas Ehrliches. Ich konnte ihr nicht böse sein, irgendwie hatte sie mich verzaubert. Hatte mich dazu gebracht, mehr von ihr zu wollen als eine schnelle Eroberung und ein paar Nächte oder vielleicht auch Monate erfüllt von wilden, schlaflosen Nächten. Aber nicht durch ihre Verweigerung. Wenn das so einfach wäre, dann wäre ich nicht Meister Moreau und sie hätte vermutlich niemals von meinem Ruf, was Frauen anging gehört. 21-jährige Mädchen, nein, Jägerinnen sollten nicht so küssen dürfen, sollten nicht so gucken dürfen, sollten mich nicht verzaubern dürfen.

Ich geleitete sie durch den Flur zurück zum Eingang und half ihr in Schuhe und Jacke. Die ganze Zeit darauf bedacht, keine Miene zu verziehen und den Unmut meiner Geschlechtsorgane über die nicht gehaltenen Versprechen zu verbergen. Baggy Pants wären sicherlich wesentlich geeigneter dazu gewesen, mir eine angenehme Gangart zu ermöglichen, aber etwas derart Geschmackloses befand sich nicht in meinem Besitz und wäre auch nicht weniger unauffällig gewesen.

Wir mussten nicht weit fahren, übernachteten in einem Hotel in Templin. Ich hatte angerufen, als ich sie allein im Pool zurückließ, um Handtücher und neue Klamotten zu besorgen. Vorsichtig versuchte ich unsere Gespräche und Neckereien in eine Richtung zu leiten, in der ich herausfinden konnte, wie sie sich vorstellte, ja, was eigentlich? Da war ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz sicher, vermutlich bekam ich deswegen keine gescheitere Antwort als Weltfrieden. Mit einem Lächeln, welches mir zeigte, dass meine Frage mindestens so seltsam war wie die Models, die ihn sich sonst wünschten, komisch.

Es gab zwar noch zwei Einbettzimmer, aber nach denen stand mir definitiv nicht der Sinn. Ich war allerdings doch etwas überrascht, als in dem Zimmer nur ein Bett stand, ziemlich ehebetthaft. So hatte ich mir das nicht vorgestellt und Lucy wohl auch nicht. Zumindest benahm sie sich nicht, als ob sie eine Nacht mit mir im Bett hatte kommen sehen. Also rief ich den Zimmerservice und ließ uns eine weitere Decke bringen und ein paar Kissen. Lucy guckte mich fragend an, während ich die Kissen als Trennwand im Bett positionierte und ihr den Deckenbezug reichte, damit sie ein Nachtgewand hatte.

In den nächsten schlaflosen Stunden versuchte ich herauszufinden, was sie unter „Ich mag dich“ verstand und was das für mich bedeuten sollte, aber irgendwie kamen wir da aus zwei ganz verschiedenen Welten. Außerdem versuchte sie ihre Vorstellung davon, wie ich mich verhalten sollte, auf mich abzuwälzen. Wenn ich wüsste, was sie von mir erwartete, dann hätte ich ja wohl nicht gefragt. So blieb sie dabei nicht auf irgendwelchen Listen landen zu wollen.

Mittlerweile waren wir im Bett gelandet. Sie nackt, ich mit Shorts, nur getrennt durch die Wand aus Kissen, die ich errichtet hatte. Wie gerne hätte ich diese Wand durchbrochen, sie berührt, liebkost und geküsst, bis sie ihren Widerstand aufgegeben hätte, bis wir zusammen sein könnten. Danach wäre sie nicht auf einer Liste gelandet, ich wäre nicht meines Weges gegangen und hätte das nächste Ziel gejagt. So wie ich mich danach sehnte mit ihr zusammen zu sein, von ihr zu lernen, sie zu beobachten und vielleicht einmal gemeinsam zu jagen, so sehnte sich auch mein Körper danach, mit dem ihren zusammen zu sein. Für mich waren das zwei unterschiedliche Verlangen, die bei ihr zusammen liefen, sonst aber nicht immer Hand in Hand miteinander gingen.

Nehmen wir Lilly zum Beispiel, sie bedeutete mir ziemlich viel und ich würde beinahe alles für sie tun, aber sexuelles Verlangen war da irgendwie noch nie ein Thema gewesen. Und das sicher nicht, weil sie schlecht aussah. Mariel auf der anderen Seite war verdammt gut im Bett und als Künstlerin auch nicht ganz uninteressant, aber irgendwie war sie doch zu jung und naja, wäre sie nicht so überaus gut darin, meine Unersättlichkeit zu stillen wäre es wohl bei den paar anfänglichen, mehr als heißen Begegnungen auf diversen Partys geblieben. Lucy war kaum älter, aber ganz anders. Was sie erlebt hatte, die Jagd hatte sie gezeichnet, sie älter werden lassen, als sie aussah. So versuchte ich es zur Abwechslung mal mit der Wahrheit und versprach ihr alles, was ich geben konnte.

Wie sich das für schlaue Frauen gehörte, wollte sie wissen, was das für mich bedeutete. Gar nicht einfach zu beantworten diese Frage. Ich beugte mich zu ihr herüber, die Kissen hatte sie weggeräumt, ein Bett war ein Bett, und flüsterte ihr zu, dass es bedeutete, dass eine bestimmte Frau mein Leben bald verlassen würde. Ich wollte Platz schaffen für sie. Auch wenn ich auf sie warten müsste. Das würde ich sogar eine ganze Weile machen. Eine Weile könnte lang werden, besonders für einen Celestin. Aber das war nicht wichtig. Wenn ich etwas wirklich wollte, war ich bereit, Opfer dafür zu bringen. Ich hatte mehr werden wollen als ein Mensch, hatte in die zwischen unserer Welt verborgene Welt eintauchen wollen. Dafür hatte ich verschiedene Kontinente bereist, mich mit Abschaum abgegeben und alles geopfert, was ich früher einmal geliebt hatte. Jetzt, mehr als fünf Jahre später, stand ich kurz davor zu erreichen, was mir vorgeschwebt hatte. Hoffentlich musste ich keine fünf Jahre auf Lucy warten, sonst bräuchte ich definitiv eine Bettheizung und vielleicht ein paar Hunde oder Katzen.

Auf jeden Fall schien sie zu spüren, dass mehr an meinen Worten war als nur der Plan, mit ihr ins Bett zu steigen, Sex mit ihr zu haben und sich dann zu verdrücken. Nach dem Löschen des Lichtes und einem verdammt guten Gute-Nacht-Kuss drehte ich mich um, um zu schlafen und sie in Ruhe schlafen zu lassen. Sie aber robbte noch näher an mich heran, als sie es eben schon getan hatte, schmiegte sich an mich an und legte einen Arm um mich. Als ich ihren Oberkörper an meinem Rücken spürte, erschauerte ich kurz und griff schnell nach ihrer Hand, um mich abzulenken. Die Berührung ihrer nackten Haut auf meiner, das Wissen darum, dass es nur meine Shorts waren, die uns von einer in Schweiß gebadeten Nacht trennten, verlangte mir mehr als ein bisschen Konzentration ab. Aber ich schaffte es. Drehte mich nicht um, sondern schlief irgendwann ein, in ihrem Arm.

Sonntag, 14. März

Am nächsten Morgen gab es Brunch auf dem Zimmer, bevor wir uns fertig machten und ich sie nach Berlin fuhr, zu einer geschäftlichen Verabredung. Wir kamen wirklich aus verschiedenen Welten. Für sie war das, was wir hier teilten, irgendwie eine Vorstufe. Für mich war es weitaus seltener, als mit einer Frau das Bett zu teilen. Die meisten wachten am nächsten Morgen ohne mich auf, weil ich schon im Keller war und an meinem nächsten Buch arbeitete oder recherchierte. Auf den Morgen danach konnte ich gut und gerne verzichten.

Ich setzte sie nicht direkt am Starbucks ab, sondern eine Straße weiter und fuhr dann selber erst planlos durch die Stadt, bis ich einen Plan hatte, was ich unternehmen würde in den anderthalb Stunden die mir blieben bis zum Treffen mit Lucy und meiner Schulklasse. Wie sich das liest. Einfach lächerlich.

Ich servierte Mariel per SMS ab. Schade eigentlich. Die eine oder andere Marielnacht zwischendurch wäre sicherlich sehr entspannend geworden. Aber hier ging es um mehr als Entspannung. Natürlich wollte sie das nicht auf sich sitzen lassen. Für sie kam es aus heiterem Himmel, natürlich konnte sie es nicht verstehen, weil sie ihren Platz nicht kannte. Ich ließ mich zu einem Treffen breitschlagen, kaufte mir aber kurz vorher noch etwas Undercoverzeug und legte ihr nahe, sich von niemandem sehen zu lassen.

In einer billigen Kneipe versicherte ich ihr nicht besonders glaubhaft, aber gerade glaubhaft genug für meine Mariel, dass wir nicht mehr zusammen sein könnten, weil man mir schaden wollte, der Mord an meinem Aquarienarbeiter sei erst der Anfang gewesen. Sie wollte es nicht so recht glauben, aber ich erklärte ihr, dass die Polizei bereits mit drin steckte und ich gleich ein Treffen hätte. Dass ich nicht wollte, dass ihr etwas zustieß, dass man ihr etwas antat, um mich zu verletzen. Als sie Undercovertreffen vorschlug, brachte mich das etwas in Verlegenheit. Undercovertreffen wären sicherlich nicht schlecht gewesen. Wenn die Weile sich allzu sehr streckte, hätte ich mich heimlich mit ihr treffen und mich ausleben können.
Nein.
Weg ist weg. Es ging nicht und dabei blieb es.
Bis Mariel wütend von dannen zog.
Ob das besser war, als ihr zu sagen, dass ich eine Neue hatte? Keine Ahnung.
Mir egal.

Ich zog mich wieder um und machte mich auf den Weg, um mich mit Hajü und den beiden Deppen zu treffen. Um 16:30 Uhr, zum Glück hatte ich mit Mariel nicht wirklich lange gebraucht, sonst wäre ich vielleicht zu spät gekommen, traf ich mich dann mit HaJü, Bolle und Frank unten bei den „Ganesha Tours“, einem Reisebüro, dass den Jägern wohl als Tarnung galt. Lucy holte uns ab und führte uns nach und nach durch die verschiedenen Räumlichkeiten. Wir beide gaben uns professionell, von dem vorigen Abend konnte keiner der anderen auch nur einen Hauch ahnen.

Die Räume waren jeweils nicht besonders groß, aber von meiner Warte her ziemlich professionell eingerichtet, insofern man das für eine Gruppe von Leuten, die das Übernatürliche jagten, sagen konnte. Zuerst kamen wir in sowas wie deren Bücherei, einem Raum, der ihren Recherchen über die Zielobjekte gewidmet war. Hier arbeitete auch ein junger Mann, der für ihre Fake-Identitäten zuständig war. Ich konnte es mir nicht verkneifen, rief ihn im Raum stehend an und fragte ihn, ob er mir in meiner Aquagirl-Privatausgabe lieber mehr über Nixen schreiben könnte als über Salzwasseraquarien, was ihn zum Auflegen veranlasste.
Er verstand nicht direkt und Lucy schien wenig begeistert, als sie meinen Scherz aufklären musste.
Schade, dass es die Zeitschrift nicht wirklich gab, so eine rasende Reporterin wäre sicherlich nützlich gewesen. Für Fälle mit aquatischen Kreaturen zumindest.

Später wurden wir noch durch verschiedene weitere Räume geführt, einen Konferenzraum, einen Foto- und Filmraum, ein Physiklabor und ein Chemie- und Biologielabor. Würde mich schon ein paar Monate kosten mich entsprechend auszurüsten, aber nicht zu lange. Sollte die Leute mal fragen, ob sie Lilly spezifischere Infos schicken könnten, um einen Finanzplan auszuarbeiten.

Dann setzte mich Lucy bei Velinka ab, dem Precog der Ghanesha-Leute, und ging mit den anderen woanders hin. Hätte mir besser gefallen, wenn Lucy der Precog gewesen wäre, dann hätten wir uns das mit der Weile warten auch sparen können, weil sie gewusst hätte, das es mir ernst mit ihr war.
Vielleicht hätte sie sich dann aber auch gleich verabschiedet, weil sie einen Ausrutscher gesehen hätte? Ausrutscher? Was für ein Blödsinn. Ich hatte sie extra gefragt, was sie erwartete und von meinen Partys war keine Rede gewesen und irgendwie schien sie sich zumindest denken zu können, was da so vor sich ging. Ich fing schon an zu denken als sei ich irgendwie vergeben, grauenvoll.

Nach der Führung und einer Menge Gerede lud ich Lucy zu mir nach Hause ein. Sie schien erst unschlüssig, ob sie annehmen sollte oder nicht, aber meine Nixe gab den Ausschlag. Mir war ein Plan eingefallen wie ich vielleicht doch noch mit der kleinen Dame kommunizieren könnte. Aber dazu benötigte ich Hilfe. Ich hatte es erst mit Lilly machen wollen, aber ich wollte sie keiner Gefahr aussetzen. Lucy kannte die Gefahr und wusste, worauf sie sich einließ. Außerdem hatte ich so einen Vorwand, einen weiteren Abend mit ihr zu verbringen. Mit ihrer einzigen Bedingung war ich mehr als einverstanden: Sie um spätestens 03:00 Uhr wieder zu Hause abzusetzen, war kein Problem.

Kaum eine halbe Stunde nach unserer Abfahrt öffnete ich die Tür und führte sie ins Wohnzimmer. In der Cocktail- und Snackküche stellte ich einen kleinen Teller mit verschiedenen Happen für die Nixe zusammen. Banane, Weintraube, Krabbe und Fleisch, und für Lucy auch noch eine süße Sauce für die Krabben. Wir positionierten uns einander gegenüber seitlich vom Aquarium. Meine Nixe musste uns gut sehen können und auch die Kamera hatte alles im Blick. Die Nixe begrüßte mich wieder auf diese seltsame Art und Weise. Sie legte ihre Hände an die Scheibe und presste ihre Nase in der Mitte dagegen. Ich erwiderte den Gruß, indem ich meinen Finger gegen die Scheibe drückte, genau da, wo sie sie auch berührte. Immer darauf hoffend, dass ihr Zauber durch Berührung und nichts anderes ausgelöst wurde. Sie tat so, als würde sie meine Fingerkuppe umfassen, bis ich mich losmachte und den Schutzhandschuh anlegte.

Dann begannen wir mit dem Schauspiel. Ich zeigte auf eine Krabbe und setzte einen fragenden Gesichtsausdruck auf, zog gleichzeitig die Schultern und Arme leicht nach oben, um eine Frage zu symbolisieren. Lucy wies ich an zu nicken, falls sie es haben wollte. Deutlich und langsam, dann etwas eifriger nickte sie. Ich stippte die Krabbe in die Sauce und steckte sie ihr in den Mund. Aber nicht einfach so. Als ich meine Hand zurück zog, strich ich mit den Fingerkuppen ganz sacht über ihre Lippen. Nicht nur die Nixe sollte etwas vom heutigen Abend haben.

Ich wiederholte das Spiel mit der Weintraube und dem Bananenstück. Ich glaube, die Banane ließ sie sich nur füttern, um in den Genuss in der entsprechenden Streicheleinheit zu kommen. Was hatten diese Frauen nur alle gegen Bananen? Mit Schokolade waren die einfach prima.

Dann war meine kleine Freundin an der Reihe, mit den gleichen Gesten fragte ich sie, ob sie eine Krabbe wolle und sie nickte tatsächlich. Sie hatte verstanden. Wäre ich nicht so auf Lucys Lippen konzentriert gewesen, hätte ich mir nicht vorgestellt, wie es wäre, mit meinen Lippen und meiner Zunge zu tun, was bis jetzt nur meine Finger versprachen.

Als nächstes wollte ich ihr zeigen, wie man „Nein“ sagte, ein Wort, das ich lieber nicht in Lucys Wortschatz gewusst hätte. Aber auf Grund der geplanten Experimente wollte ich, dass meine Nixe Bescheid geben konnte, wenn es ihr zu viel wurde.

Mein Wunsch ging in Erfüllung, Lucy kannte wirklich kein „Nein“. Selbst das rohe Stück Filet ließ sie sich auf die Zunge legen. Ob ich so gut streicheln konnte? Aber auch an mir gingen die Streicheleinheiten nicht spurlos vorbei. Ein oder zwei Häppchen mehr und ich hätte mich wie ein wildes Tier auf sie gestürzt. Etwas, das man meiner Meinung nach gar nicht zu oft tun konnte.

Erst mal musste ich jetzt Nachschub holen, während Lucy noch immer auf dem Fleisch herum kaute. So zäh war das bestimmt nicht, oder besser sollte es bei diesem Preis auch im rohen Zustand nicht sein. Ich schnitt einige neue mundgerechte Stücke für Lucy, und als sie zu mir herübersah, salzte ich das eine Stück so stark, dass jedem klar sein musste, dass man es auf keinen Fall verspeisen konnte. Streicheln hin oder her. Aber irgendwie musste ich ja um die Sache mit dem wilden Tier herum kommen. Sie verstand meinen Punkt und schüttelte bei dem Salzfilet den Kopf.
Auch dies verstand meine Nixe. Nachdem sie das nächste Stück Fleisch, nicht das gesalzene, wobei es in ihrem Medium wahrscheinlich egal war, verspeist hatte, lehnte sie ein weiteres ab.

Einen solchen Stoffwechsel hätten sicherlich viele Frauen gerne gehabt, selbst ich würde mich nicht beklagen. Jeden Tag mehr als das Doppelte des eigenen Körpergewichts essen und trotzdem nicht zulegen? Das war auf jeden Fall beneidenswert.

Nach diesem erfolgreichen Experiment, bei dem die Nixe abermals darauf verzichtete, mich zu attackieren oder umzubringen, verabschiedete ich mich mit der Fingergeste von ihr und führte Lucy nach oben ins Schlafzimmer. Natürlich mit einem Teller voller Weintrauben, auf ein paar weitere Runden Lucyfütterung wollte ich nicht verzichten.

Mein Schlafzimmer kam ihr sehr befremdlich vor. Ich meine, gut, es gab kein Bett, dafür bestand der ganze Boden aus Matratzen. So fiel man immer weich und niemals aus dem Bett. Auch sonst versprach der Raum maximalen Komfort, zudem der riesige TFT an der Decke nur einen kleinen Teil beitrug. Lucy war mehr als skeptisch und wollte mir nicht glauben, wie angenehm ein solches Zimmer im Vergleich zum Hotel der letzten Nacht war. Schließlich demonstrierte ich es einfach, indem ich den Teller und die Gläser abstellte und mich einfach auf die weichen Matratzen fallen ließ. Kurz darauf folgte sie mir, wahrscheinlich noch immer nicht davon überzeugt, dass ich ihr zwar an die Wäsche wollte, mich aber durchaus beherrschen konnte. Ab und zu. Ein bisschen. Auf allen Vieren krabbelte sie näher zu mir hin, ließ sich neben mir nieder.

Mir kam irgendwie in den Sinn, sie nach ihrem Leben zu fragen. Keine Ahnung, was mich da geritten hat, Lucy leider nicht. Sie war kein Aquagirl, hatte sich aber bei der Führung so angehört, als ob sie zu den Jägern gehören würde, die neben der Monsterjagd auch noch einen richtigen Beruf hatten. Das stimmte nur so halb, sie kellnerte an zwei Tagen die Woche in einer Bowlingbar. Darauf musste ich Lilly ansetzen und dann mal da vorbeischauen. Es geht doch nichts über eine gute Überraschung.

Ich kniete jetzt über ihr, meine Arme links und rechts von ihrem Kopf, ihre Beine zwischen den meinen. Ich wollte sie nicht bedrohen, ihr immer noch die freie Wahl lassen, wann sie in den Genuss meiner Liebkosungen kam, trotzdem wurde sie irgendwie nervös. Hatte sie gar nicht nötig. Schon mit der ersten Frage, die sie mir stellte, warf sie mich völlig aus der Bahn. Sie wollte wissen, welche von den dreien, die ich ernsthaft geküsst hatte, mich noch festhielt, an welche ich gestern kurz gedacht hatte, als sie mich fragte, ob ich Frauen verstünde. Ich hatte ihr meine Geschichte sowieso erzählen wollen, aber irgendwie traf sie mich trotzdem mit der Frage. Machte mich verwundbar, nackter, als ich jemals ohne Kleidung sein könnte.

Also erzählte ich ihr davon, dass ich einst nur Bart Silverstein, ein einfacher junger Mann in ihrem Alter gewesen sei. Als ich dann den Jackpot gewann, hatte ich endlich die Möglichkeit, meinen okkulten Studien nachzugehen, wo und wie viel ich wollte. Ich erzählte ihr, wie ich darüber meine große Liebe verlor und zu Celestin Moreau wurde und dieses Haus hier designen ließ. Nicht so theatralisch wie mit 18 in den Kampf gegen ein von einem Gespenst besessenes Auto verwickelt zu werden und dabei den Freund, die erste große Liebe, zu verlieren. Irgendwie mehr so nach der selber Schuld-Nummer. Aber ich konnte nicht anders. Ich musste es tun und ich würde es wieder tun.

Während ich sprach, wusste ich schon, was als nächstes kommen würde. Sie hielt es für reichlich seltsam, hier in einem Grabmal für meine vergangene Liebe zu hausen. Aber es war kein Grabmal.
Es hatte ein Monument sein sollen um mich zu erinnern, an das, was ich verloren hatte. Aber durch den Prozess es zu entwickeln, bei seiner Geburt zuzusehen, es wachsen zu sehen und darin zu leben und zu lieben, naja, hauptsächlich die fleischliche Variante, war es zu meinem Palast geworden und ich zu Celestin Moreau. Es hatte nur noch wenig mit Oceané zu tun und ich würde nicht mein Haus aufgeben, um mit ihr abzuschließen. Glaube ich.

Irgendwie schaffte ich es dann doch, mich aus meinen Geschichten heraus zu winden und lenkte das Thema wieder auf sie. Über mich konnte man so viel lesen, gab es gar nicht viel zu wissen, aber sie war 21, hatte mir den Kopf total verdreht und ich wusste im Grunde genommen nichts von ihr.
Dies sollte sich aber nicht durch eine Erzählung ändern, sondern eine Einladung.

Sie lud mich tatsächlich ein, bei ihr zu wohnen, in einer kleinen, weitestgehend luxusfreien Wohnung irgendwo in Berlin. Und ich war wirklich neugierig genug, um zuzusagen. Allerdings stellte sie mir noch zwei Bedingungen: Ich durfte jederzeit gehen, aber wenn ich ging, dann müsste ich Lebewohl sagen. Kein Ding. Ich war ein Fan offener und klarer Absichten. Vielleicht nicht immer klarer Ansagen, wenn man so an Mariel zurückdachte, aber meine Absicht war klar. Hau ab. Die zweite Bedingung war da schwieriger. Kein Sex. Ganz pauschal. Ohne zeitliche Begrenzung, ohne Erläuterung. Ich war ziemlich kurz davor aufzustehen und zu Mariel zu fahren um ihr zu erzählen, dass die Polizei den Schuldigen gefasst hatte, keine weitere Gefahr bestand und natürlich eine Runde Versöhnungssex zu genießen. Aber vorher wollte ich genauer wissen, wie sie sich das vorstellte.

Sex war für Lucy alles, schloss sogar Zungenküsse bereits ein. Das war schwierig. Keine Partys mehr, schade. Ich konnte ihr, was das anging, nicht folgen. Sex war für mich oftmals nicht mehr als eine gute Unterhaltung, ein Schluck teurer Wein oder eine gute Zigarette. Nur eben mit Damen, mit denen man sich meistens lieber nicht unterhalten wollte. Küsse hingegen waren da anders. Die Küsse, die wir beide teilten, gingen für mich deutlich über Sex hinaus. Zumindest den Sex, wie ich ihn mit Mariel und den meisten anderen Frauen hatte.

Vielleicht war sie wirklich eine Hexe, denn ich hörte mich schon einwilligen, hatte schneller meine Sachen gepackt und weitere für den Abtransport durch Lilly bereit gelegt, als ich all die schönen Leiber an meinem inneren Auge vorbei ziehen sah, die ich in nächster Zeit nicht mehr genießen könnte. Die ich niemals wieder genießen könnte? Was war hier verdammt nochmal los? Sollte mich bei den anderen Ghanesha-Leuten vielleicht mal erkundigen, vorsichtig versteht sich, ob sie keine dahingehende Begabung aufwies.

Durch ihr Chaos von Wohnung, die ich vielleicht als Gästezimmer bezeichnet, hätte führte sie mich in ihr Schlafzimmer. In einem gnädigen Moment hatte sie sich dazu durchgerungen, mich nicht auf die Couch zu verbannen. Das Schlimme daran wäre gewesen, dass ich es vermutlich sogar mitgemacht hätte, für ein paar Nächte. Naja, wohl eher Stunden. Aber nach dem Whirlpool und der Nacht im Hotel hatte ich mir einen Platz in ihrem Bett verdient und würde nicht ihre Couch wählen. Selbst wenn das hieß, dass ich mich zusammenreißen musste, keinen Sex mit ihr zu haben.

Sie wollte ihrer neuen Liste definitiv alle Ehre machen. Nackt im Whirlpool, nackt im Bett und das alles ohne Sex. Das war wie für immer die Luft anzuhalten. Bevor wir müde Arm in Arm einschliefen, galt es aber noch einige Dinge zu klären.

Die Heizung war nicht an und wir brauchten mehr Decken und Kissen. Ob der Lichtlosigkeit wollte sie gehen, aber ich verbot ihr aufzustehen. Da ich mich hier aber nicht auskannte und es außerhalb der Bettdecke schon ziemlich kalt war und ich sicherlich Jahrhunderte gebraucht hätte ließ ich sie dann doch gehen. Ich erledigte in der Zeit eine viel wichtigere Aufgabe und konzentrierte mich voll und ganz darauf das Bett schonmal anzuwäremen. Zwei verschiedene Decken brauchten wir eigentlich nicht, aber wer wusste schon, wie kalt es in so einem Gästezimmer ohne Haus drum herum nachts werden mochte. Lieber vorsicht als Nachsicht, doppelt hält besser und sicherlich auch noch ein paar Redewendungen mehr.

Wieder lagen wir gemeinsam unter einer Decke und nackt im Bett. Diesmal hatte ich auf die Shorts verzichtet, sie sollte spüren, was ihr Benehmen für Konsequenzen haben mochte und was sie verpasste. Aber es war noch immer eine letzte Definitionslücke zu klären. Ich legte meine Hände auf ihre Füße und ließ sie langsam nach oben wandern. Ich wollte wissen, wo ich sie überall berühren durfte und welche Zonen verboten waren. An den Knien angekommen nahm sie meine Hände und legte sie sich auf den Bauch, von wo sie sie bis kurz vor ihre Brüste führte. Dann ging es ohne ihre Brüste auch nur zu streifen weiter zum Dekolleté. Ihr Hals, ihr Gesicht, ihre Arme, alles andere war erlaubt. Auch als ich sie auf den Bauch drehte und langsam vom Nacken über die Schultern an ihr hinab fuhr, erhob sie keine Einwände. Ich nutzte die Gelegenheit um ihr Gesäß nicht nur abzutasten, sondern auch sanft darüber zu streicheln und kurz etwas fester zuzupacken, bevor ich an der Außenseite ihrer Oberschenkel meine Reise in Richtung ihrer Füße fortsetzte und endete, wo ich begonnen hatte. Nun, da wir alles geklärt hatten, schlang ich meine Arme um sie. Diesmal war ich es, der sich an ihren Rücken anschmiegte.

Nach ein bis drei gefühlten Ewigkeiten, in denen ich mich ganz auf meine Atmung konzentrierte und nicht auf die Berührung ihrer Haut, schlief ich endlich ein.

Montag, 15. März

Als ich am nächsten morgen aufwachte war das Bett neben mir leer. Verdammt nochmal. So ging das aber nicht, da musste ich nochmal ein ernstes Wörtchen mit der lieben Lucy sprechen. Das konnte sie doch jetzt und hier nicht mit mir machen.
In den letzten beiden Tagen hatte ich mir redlich verdient mit ihr gemeinsam aufzuwachen. Verdammt nochmal ich war der Celestin in dieser Wohnung. Ich stand morgens auf und war nicht da, niemand sonst. Spieß umgedreht na toll.
So fühlte sich das also an. Nicht sehr prickelnd. Wenig begeisternd. Aber da lag ein Brief. Briefe schrieb ich nicht, ich schickte dafür Lilly, die dann den Müll rausbrachte. Oder so nett war mir bescheid zu geben damit ich die entsprechende Dame verabschieden konnte, falls sie es wert war sich nochmals mit ihr zu treffen.

Also nahm ich mir den Brief auf dem Geheimnisse geschrieben stand, öffnete ihn um zu lesen was sie nicht sagen wollte. Mit einem „Hau ab“ rechnete ich nicht. Man lud niemanden zu sich nach Hause ein und schrieb dann am nächsten Tag „Lebewohl“. Naja man nicht, Celestins ab und zu schon, wenn auch nicht so knapp.
Zwischen den Zeichenutensilien und meinem „Get Lost“ hatten ein paar Tage gelegen.
Schon wieder ging mein Kopf mit mir durch. Ich war und blieb Celestin und wenn jemand sich so verhielt, dann war ich das und niemand sonst. So einfach war das. Trotzdem dachte ich darüber nach. Nur wenige Sekunden versteht sich. Dann war der Brief auch schon geöffnet und ich konnte ihn lesen.

„Der letzte hat zwei Jahre lang gewartet.“

Was war das? „Get Lost“ in Lucy-sprache? Extra für Celestins?
Wenn es hier nur darum ging, dann hätte ich nicht zwei Tage gewartet. So verlockend war sie was das anging nicht. Ich meine sie sah schon gut aus, aber das taten viele junge Frauen. Das ganze Theater nur um mit ihr ins Bett zu kommen? Das war es nicht wert, da hätte ich lieber zwei wilde Tage bei Mariel oder auf diversen Parties verbringen können. Einfacher, schneller, unkomplizierter.
Nein meine liebe Lucy, ich war mit zu ihr gekommen, weil sie in mir Dinge, Gefühle weckte, die ich so schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Ein bisschen wie das aufspüren und verfolgen einer heißen Spur, für ein neues Buch. Nein besser noch, eine Spur zu einem Zauberspruch einem Ritual oder dergleichen, dass es mir ermöglichen würde diese klägliche menschliche Existenz hinter mir zur lassen und endlich mehr zu werden.
So fühlte sich das an.
Was nicht hieß, dass ich keinen Sex mit ihr wollte. Ich wollte lediglich nicht nur Sex sondern auch Sex mit ihr. Und auch nicht im Sinne von mit anderen Frauen in der gleichen Woche sondern im Sinne von zu meiner Zeit mit Lucy auch noch Zeit für Sex mit Lucy.
Ich würde sie schon noch dazu bringen es auch zu wollen, ihr Stück für Stück demonstrieren, dass ihre Grenzen völlig sinnlos waren und das es nicht auf die Zeit ankam.
Ich hatte 5 Jahre auf einen echten Precog gewartet, naja auf irgendwas. Wenn ich etwas wirklich, wirklich wollte konnte ich warten bis ich es hatte und danach immer noch gehen. Andere Sachen wollte man behalten, wenn man sie erstmal hatte um sie zu hegen zu pflegen und immer wieder zu genißen und sich an ihrem Anblick zu erfreuen. Dazu gehörten meine Nixe, die mir offenbart hatte, das mein Leben kein Traum war und dazu gehörte auch Lucy, weil … sie einfach Lucy war.

Als sie wiederkam hatte sie Kaffee dabei und wirkte irgendwie verunsichert mich noch hier zu sehen.
Irgendwie hatte sie den Unterschied zwischen „auch“ und „wegen“ noch nciht so ganz verstanden.
Ich winkte sie näher zu mir heran. Ich hatte große Lust auf Lucy und keine auf gekauften Kaffee. Der konnte mit meiner Maschiene sowieso nicht mithalten.
Ich winkte sie zu mir heran, zog sie näher zu mir und küsste sie. Erst zärtlich, aber dann leidenschaftlicher, voller Verlangen.
Ich ließ sie spüren, dass ich wegen ihr hier war, nicht wegen kurzweiliger Unterhaltung.
Und dann begann ich mit der Umsetzung meines Plans.

Gemeinsam gingen wir ins Badezimmer, wo ich sie auszog. Stück für Stück, Schicht für Schicht. Nur den Slip lies ich übrig für sie selbst.
Sie ließ schon mal Wasser ein und irgendwas zusätzlich um ein Schaumbad zu fabrizieren. Eine kleine Badenixe, wie es mir in letzter Zeit ganz gut gefiel. Kein Wunder, dass ihr der Whirlpool gefallen hatte.
Während sie schwupp-dich-wupp-dich schon im Bad und damit hinter dem Schaum verschwunden war, sorgte ich dafür, dass der Raum entsprechend temperiert war und zog den Teppich neben die Badewanne um mich darauf zu setzen.
Erst alleine aufstehen und dann noch nackt auf kalte Fliesen?
Ein ander mal vielleicht. Aber eher nicht.

Dämlicher Schaum versperrte einem die ganze Sicht und ich saß hier auf dem Präsentierteppich herum. Das musste auch Lucy stören. Meine überwältigende Nacktheit musste unerträglich für sie sein, oder sie hatte das mit den Signalen schon wieder vergessen.
Ernsthaft. Wer versuchte jemand damit zu verscheuchen ihm 2 Jahre ohne Sex anzudrohen und zog ihn noch am gleichen Morgen zu sich in die Badewanne?
Irgendwas stimmte da ganz gehörig nicht, was die Relationen anging.
Auf jeden Fall trainierte sie damit ganz gehörig meine Selbstbeherrschung. Ich wünschte nur ich könnte irgendwie die Muskeln trainieren, die für den Verschluss gewisser Blutgefäße zuständig waren. Hätte nie gedacht, dass ich mal das genaue Gegenteil von dem trainieren wollte, was den meisten Männern wünschenswert vorkam.
Aber die Berührungen ihrer nackten Haut unter Wasser unter dem Schaum, allein die Aussicht darauf sich mit ihr in diese Badewanne zu zwängen machten das mit der Selbstbeherrschung ziemlich schwierig. Trotz des dafür viel zu warmen wassers, sackte ein gehöriger Teil meines Blutes in tiefere Regionen ab und lies mir gerade genug Kapazität übrig um mich zu beschweren, wie grausam es doch war mir eine zweijährige Enthaltsamkeit aufzuerlegen und mich dann zu sich in die Badewanne zu ziehen.

„Ich helfe dir,“ sagte sie beugte sich zu mir herüber und streckte den Arm aus. Tauchte mit der Hand in den Schaum vor mir ein und ich musste die Luft anhalten für das was als nächstes kam. Machte mich schon auf die Berührung gefasst die nun unweigerlich folgen musste.
Plötzlich schwappte das Wasser in der ganzen Badewanne hin und her, als sie ihre Hand ruckartig aus dem Wasser erhob und mir Schaum mitten ins Gesicht schleuderte. Ich brauchte einen Moment um zu realisieren, was sie getan hatte, denn damit hatte ich definitiv nicht gerechnet.
Schnell hatte ich mich wieder gesammelt und zahlte es ihr mit gleichen Mitteln heim. Nur das sie dabei vermutlich keine Hintergedanken hatte, keine Erwartungen anderer Natur. Die Badewanne und das ganze Zimmer verwandelt sich mehr und mehr in ein Krisengebiet und über unsere Schaumschlacht in einem viel zu kleinen Badewanne vergaß auch ich was wir gerade nicht taten.
Es gab keinen Gewinner, aber verloren hatte definitiv jeder Quadratzentimeter im Raum der nicht nass werden wollte.
Die Wanne war nicht mehr ganz so gut gefüllt und die Temperatur auf ein erträgliches Maß gesunken. Ich bugsierte mich neben sie in die Wanne, wie im Bett lagen wir seitlich voreinander und sahen uns an. Wir wischten uns Gegenseitig die Haare aus dem Gesicht, die in einer Badewanne mehr als lästig werden konnten. Normalerweise badete ich mit Zopf wenn das Baden andere Gründe als die Reinlichkeit hatte. Ich näherte mich ihrem Gesicht und bevor ich mehr als die Hälfte des weges zurückgelegt hatte trafen sich unsere Lippen zu traumhaften Küssen. Nicht lang und schlabberig sondern Kurze prägnante Küsse, getrennt nur von Sekundenbruchteilen, nur selten lange genug um neuen Atem zu schöpfen.
Obwohl sie mir beinahe den Verstand raubten, kam mir irgendwann in den sinn, das meine Lust, die sie sicher deutlich und nicht nur Oberhalb der Wassers spürte ihr unangenehm sein könnte, gerade in dieser Position. Also trennte ich mich widerwillig von ihr, suchte eine Lösung und fand einen Schwamm.
Keinen synthetischen, sondern ein richtig echten, die in denen auch Staatenbildende Garnelen leben konnten.
Naja, darauf wies ich sie nicht hin, als ich begann sie zu waschen.
Ich erledigte jeden Handgriff langsam und sorgfältig, konzentrierte mich immer nur auf das Stück Lucy, welches gerade unter dem Schwamm war, bis sie ganz und gar sauber sien musste. Ihre Brüste, die ich nicht berührern durfte, behelligte ich auch mit dem Schwamm nciht. Zumindest nicht direkt. Ich lies ihn Wasser einsaugen und presste ihn dann über ihrem Dekoltee aus. Eigentlich auch verboten, aber nicht explizit, ich meine sollte ich jetzt keinen Schwamm mehr auspressen dürfen?
Dies sollte der erste Schritt sein, auf dem langen Weg der Erkenntnis zur Sinnlosigkeit ihrer zweiten Regel.

Dann war sie an der Reihe. Ich hatte ihr keine Grenzen gesetzt aber ihre Grenzen galten wohl für uns beide. Obgleich ich ihrem Grinsen entnehmen konnte wie sehr sie genoss meinen Oberkörper mit dem Schwamm zu bearbeiten legte sie ihn weg, als sie meine Taille erreichte.
Da musste ich wohl wie vereinbart selbst Hand anlegen.

Handtücher schienen da eine gänzlich andere Geschichte zu sein, denn sich abtrocknen zu lassen oder ihrerseits mich abzutrocknen war überhaupt kein Problem. Aber auch lange nicht so anregend wie das Waschen. Ich schlang mir meines um die Hüften und sprach aus, was ich von ihren Regeln und ihrem Verhalten hielt. Ich verstand es einfach nicht. Niemand den ich kannte würde das was wir gerade getan hatten nciht als Sex zählen und niemand den ich kannte hätte dabei so gut durchgehalten. Ich selbst hatte es kaum geschafft der Verlockung zu widerstehen. Wäre es nicht zuerst zu warm und dann schon zu kalt gewesen, weiß ich nicht ob ich mich an ihre regeln hätte halten können, oder ob ich sie jetzt schon lange vor Vollendung meines Planes zum Ausschalten der Regeln gebrochen hätte.

Als Antwort war sie schneller angezogen als ich gucken konnte und dann schon aus dem Bad verschwunden.
So viel dazu. Memo an mich selbst, dafür hatte man sonst eine gute Assistentiin, einfach nur noch Taten und keine Worte mehr sprechen lassen, zumindest im Bezug auf diese dumme kein-Sex-Regel.
Erst im Wohzimmer holte ich sie ein und ergriff ihre Hand. Sie sah mich einen kurzen Moment fragend an, bevor ich sie Richtung Schlafzimmer zog und sie Verstand.
Damit ihre frische Kleidung nicht verknitterte machte ich mich abermals dran sie zu entfernen.
Jedes einzelne Stück war wie ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Naja, ihrer Haut war das Geschenk und die Kleidung nur das achtlos bei Seite geworfene Papier.
So viel zum verknittern.

Um nicht zu erfrieren verschwand ich unter der Decke und nahm sie mit. In meinem Arm kam sie zur Ruhe und meine nächsten Fragen brachten sie auch innerlich zur Ruhe. Keine Ahnung wo sie schon wieder war oder was sie erwartete. Aber ich wollte jetzt erstmal wissen wie diese Lucy, die mir den Kopf verdreht hatte entstanden war, wo sie herkam, was geschehen war bis sie ihren Freund mit 19 Jahren an dieses dämliche Gespenst im Auto verloren hatte.

Und so begann sie zu erzählen.

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Die Nacht der Wölfin Teil 9: Eid des Mondes & Litanei

TS-Runde Montag 09.04
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Ciprian, Daniel, Mortima

Samstag, 04. Juni, Vollmond

Den Tagüber verbrachte jeder der jungen Garou am Caern für sich. Die meisten Fianna waren unterwegs und würden erst am Abend wieder zurück sein, sodass es auch keine Gelegenheit gab sich mit der Septe vertrauter zu machen.
Charly traf sich mit Darzel um von ihrem Traum zu erzählen und machte sich danach ans quilten und patchworken. Adriano und Mortima schulten ihre Kampffertigkeiten, der eine mit Klauen der andere mit dem Schwert.
Alle warteten gespannt auf den Abend, an dem sie wie von Mortima angeregt gemeinsam jagen gehen wollten.
Er lies sich von einer älteren Fianna, die sich gerade Perlen in ihr rotes Haar flocht, erklären wo man hier jagen gehen konnte und dann machten sie sich schon auf den Weg.

Etwas abseits der Straße trabten sechs Wölfe Richtung Süden um das größere Waldgebiet, welches sich dort erstreckte unsicher zu machen. SIe hatten es auf Hochwild abgesehen und igorierten die Düfte von Hasen, Mäusen und anderem Kleigetier.
Es gab keine Raubtiere außer den Fianna hier in der Gegend und dementsprechend reichhaltig war der Wald gedeckt.
Sollte es Rotwild werden oder doch lieber Wildschwein. Über den Geschmack konnten sie sich nicht einigen, also schlug Marie vor, es aus der Perspektive der Jagd zu betrachten.
Bei Wildschweinen würde es beinahe unweigerlich auf einen Kampf hinauslaufen, bei den Hirsche ging es eher m Teamarbeit und geschickte Platzierung der einzelnen Garou und deren Zusammenarbeit.
Ciprian und Mortima schlichen mit dem Wind um die kleine Herde Rotwild die sie ausgemacht hatten herum und legten sich auf die Lauer. Die anderen vier begleiteten sie noch ein Stück und warteten dann, bis sie sich immer näher an die Kühe anschlichen und sie schließlich aufscheuchten um die ältere Kuh, ausgewählt von Adriano, auf das Versteck der anderen zuzutreiben.
Mortima sprang schließlich auf, erwischte die Kuh am Hals und machte ihr den gar aus.

Vollgefressen und ausgeruht kehrten sie später mit zwei fetten Keulen an den Caern zurück, wo Mortima sie grillen wollte um sie haltbarer zu machen. Das Grillen wurde dann aber doch vom Theurgen des Caerns, Connla übernommen, damit die anderen alle zusammen nach einer Zeitung suchen gehen konnten.
Von Solariennes Racheakten war noch nichts zu lesen, aber über Charlys Galopp durch die Stadt zum Dom, das Massaker vor Pauls Haus und auch Mrs. Winters Eingriff in Fukushima gab es reichlich Schlagzeilen, über die sie auch noch bei der Rückkehr an den Caern sprachen. Ciprian versteifte sich sehr auf den schwarzen Hund von Köln, der auf eine Mischung aus Charlys und Adrianos Taten zurückzuführen war. Marie nutzte dies um ihn zu erschrecken. Was als einfacher Streich gedacht war, entwickelte sich zu einem beinahe rudelweitem Lügenmärchen über einen bösen Geist.
Wegen der Geschichte besorgt schlief Ciprian in der folgenden Nacht nicht, sondern wachte über die anderen.
Die anderen waren beeindruckt von seiner Entschlossenheit setzten dann aber alles daran diesem Märchen ein Ende zu machen, ohne es aber als solches zu offenbaren.

Sonntag, 05. Juni, Vollmond

Die nächsten Stunden verbrachten sie dann damit mit Solarienne über die Litanei zu diskutieren. SIe hätte war lieber jemand anderen vorgeschoben, ihr war der Unterricht und das viele Gerede eigentlich zu wider, aber Charly zu Liebe lies sie sich breitschlagen. Hielt sich aber was Erläuterungen und Diskussionen anging eher zurück und überlies den Menschgeborenen das diskutieren. Nur hier und da musste sie eingreifen.
Während Charly am meisten Gesprächsbedarf hatte bei den Regeln in denen es sich um das Verbot von Beziehungen zwischen Garou drehte entwickelten sich die längsten Diskussionen bei den Punkten in denen es um Respekt und ehrenhaftes Handeln nicht nur gegenüber anderen Garou sondern allen Lebewesen ging.

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