Archiv für November 2011

GMDW: Nach Vorne

TS-Runde Donnerstag 24.11.11
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu

23.10 Abends

Auf einen geschäftigen Tag folgte ein geschäftiger Abend. Den ganzen Tag war ich auf hochtouren gelaufen, hatte mich im Hotel abgemeldet, meine Sachen zu Samu geholt, Emails und Infos von Naranj studiert und ein Spaziergang mit Lara und den Kindern unternommen.
Dann war es auch schon Abends und keiner hatte daran gedacht etwas zu Essen einzukaufen, also konnten wir nichts gescheites Kochen. Nichts gescheites in Form von Pommes und Fischstäbchen kam aber nicht nur bei den kleinen Finnen sondern auch bei den kleinen Alexandriern sehr gut an.

Gabriel aß wie üblich alleine in der Küche, Reste von gestern. Er ließ alle unsere Einladung ins Esszimmer zu kommen einfach abblitzen, war zu spät gekommen und zog sich kurz nach dem Essen schon zum schlafen zurück.

Eigentlich hatte ich gedacht er wäre etwas aufgetaut in letzter Zeit, aber im Wald oder sonst wo, muss ihm wohl eine Schlange über die Leber geschlängelt seien. Er zeigte sich abweisend wie zu Beginn und würde doch nicht mit nach Alexandria kommen, um uns zu begleiten und mir zu helfen. Er wollte unbedingt ohne Hinweise diesen Mörder finden und stoppen, ganz alleine. Außerdem wollte er sich um allerlei weltliche Dinge kümmern, ein Gemälde das er verkauft hatte, seine Wohnung seinen Studienplatz und so weiter.

Wie gerne hätte ich mein praktisches Jahr beendet, aber anderes ging gerade vor.
Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, wo ich es beenden werde. Helsinki ist kalt wie die Zwölf Stunden der Nacht, der Atem des Ra ist nicht zu spüren und überhaupt wollen diese dämlichen, dummen, bürokratischen Idioten Amani nur 3 Monate in ihrem blöden dunklen Land dulden. Sie sollten sich lieber freuen, dass es so nette finnische Aminte gibt, das jemand wie Amani mir und meinen Freunden zur Liebe hier bleiben würde. Sicherlich eine Bereicherung und das auf einer viel wichtigeren Ebene als irgendein arabischer, zukünftiger Neurochirurg. Aber nein. Bei Osiris und Isis, das …

Samu meinte man könne da vielleicht was machen, er hätte Freunde die beim Amt arbeiteten.
Ich versuchte mich dankbar und freundlich zu geben. Ich würde gerne bei Samu und Lenja bleiben, aber hier? Ich hatte mir den hohen Norden irgendwie anders vorgestellt. Helsinki war von Innen wesentlich weniger einladend, als es von Misr aus gewirkt hatte.
Vielleicht würden die beiden ja mit mir auswandern?

Aber ich greife vor. Eigentlich erfuhr ich all dies erst am nächsten Morgen.
Den Abend verbrachten wir damit Pläne zu schmieden wie wir Amani retten könnten. Ich wollte es definitiv erledigen während Zaid nicht anwesend war, aber trotzdem wurde sein Haus bewacht von einem halben Dutzend Leuten, wie Amani meinte. Wie sollten wir nur mit einem halben Dutzend Schlägertypen, wohlmöglich noch Soldaten fertig werden?

Wir waren zwar Aminte, aber keine großen Krieger oder Magier wie aus den Geschichten. Nur einfache Leute. Wir würden Amani „entführen“ müssen, wenn sie gerade nicht zu Hause war, aber natürlich lagen die Kutabtage genau so, dass es verdammt knapp werden würde. Zaid fuhr Mittwochs und kehrte Donnerstags wieder zurück. Also blieb die Kutab nur als letzter Versuch.
Vermutlich musste ein Ablenkungsmanöver her. Außerdem wollten wir Undercover vorgehen. Lenja, ich wusste doch, dass ein Privatdetektiv verdammt hilfreich werden würde, konnte uns gefälschte Papiere besorgen, sodass niemand bemerken würde, dass wir es waren die da nach Alexandria flogen. Niemand vielleicht außer Naranj, die sofort herausfinden wollte wer wir wären, nur so zum Spaß. Die Papiere waren verdammt teuer, ohne Naranjs finanzielle Unterstützung hätten wir eine Undercover-Reise gleich vergessen können und ich die ganze Aktion. Wer nicht arbeitete verdiente auch kein Geld um nach Alexandria zu fliegen und dann mit seiner Schwester zurück nach Helsinki.

Lenja übernachtete im Wohnzimmer. Sie hatte noch ausgehen wollen, aber weder Samu noch ich waren in der richtigen Stimmung und dann war sie nach dem ganzen Gerede zu faul gewesen sich noch zurückzuziehen. Oder taute sie doch ein wenig, langsam, Inch für Inch auf?

Gleich am nächsten morgen, sorgte ich dafür, dass sie sich wieder in eine andere Richtung entwickelte, als ich erwähnte, dass alle Aminte besser so hilfsbereit und aufgeschlossen wären wie Samu und Naranj. Sie schien eine Morgenmuffel zu sein und übermäßig beleidigt durch meine Bemerkung. Als ich ihren Gesichtsausdruck sah, bereute ich sofort, was ich gesagt hatte, aber tief in meinem inneren wusste ich, es war die Wahrheit. Sie wollte zwar helfen und dafür war ich unendlich dankbar. Aber sie war soo misstrauisch. Erst die Geschichte mit Aswuat, falsche Namen, sich nicht nach Hause bringen lassen und sändig irgendwohin abhauen. Irgendetwas war da nicht ganz richtig mit ihr, das musste sie doch einsehen. Das eigene Verhalten zu leugnen machte es nicht ungeschehen.

Trotzdem wollte ich eigentlich nicht gemein zu ihr sein und sie beleidigen. Also bemühte ich mich den Rest des Tages über durch zubereiten eines ordentlichen Kaffees und den Einkauf leckerer Schokopralinen ihre Gunst zurückzuerlangen.
Sie war eine Freundin und ich wollte sie nicht verjagen.
Vielleicht sollte ich heute Abend auf ihren Wunsch von gestern, tanzen zu gehen eingehen? Außerdem wollte ich sie sowieso noch um einiges bitten und könnte mir gut vorstellen, dass ihr gefiel was ich vorhatte.

Heute war dann der Tag an dem ich erfuhr, dass die Finnen Amani nicht hier haben wollten und beinahe mein Handy gegen die Wand geschleudert hätte und Samu mich beruhigen musste.
Außerdem bestätigte das EBN meine Vermutung, dass es sich bei den Gehirnen um irgendein abgedrehtes Phänomen handelte, denn sie hatte nichts gefunden, was die Wandlung hätte erklären können. Keine Viren, keine Bakterien, keinen Pilz, keine anderen Mikroorganismen, nichts. Einfach ein Phänomen.

Aber das nächste zuerst.
Also rief ich wieder einmal Lenja an.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Akt III: Die Freisetzung, Teil 2

Tisch-Runde Freitag 18.11.11
Erzähler: Mandavar
Spieler: Jean-Baptist (Malkavianer), Melissa (Tzimisce), Tobias (Gangrel), Durga (Ravnos), Svetlana (Tzimisce, Koldun), Viktor (Lasombra), Reynaud (Tremere, Antitribu)

Vor Mediasch
Während das Rudel einen Plan fasste, was sie als nächstes unternehmen würden erkundeten Tobias und Jean-Baptist schon einmal die Stadt. Sie fanden heraus, dass Nova Arpads Anwesen gut bewacht wurde und Constantine als ihr Leibwächter arbeitete. WÄhrend seiner Erkundungen wurde Jean beinahe von Soldaten erwischt, während er nicht in seinem Körper weilte. Nur eine Warnung seines Gespensterhaften Mentors konnte ihn vor Gefangenschaft oder gar dem endgültigen Tod bewahren. Ihr Fokus war von der goldenen Halskette der Ravnos im Zigeunerlager auf das finden einer Domäne in der sie länger verweilen konnten gewechselt.
Noch während ihrer Überlegungen wurden sie plötzlich von unglaublichen Schmerzen heimgesucht.
Ihre Haut warf Blasen und einzelne Hautschichten blätterten ab, zerfielen zu Asche. Es war als ob sie in der Sonne stünden, und quälend langsam zu Asche verbrannten.
Doch die Sonne war nirgends zu sehen und sie konnten auch keinen Angreifer ausmachen. Durga und Svetlana verloren relativ schnell die Kontrolle an das Tier und stürmten schreiend und fauchend davon. Tobias versuchte zunächst unter die Erde zu entkommen, musste aber feststellen, dass er auch dort nicht sicher war.
Während sie langsam verbrannte ergötzte sich Melissa an Reynauds schmerzen, bis dieser von Viktor in SIcherheit gebracht wurde. Durch die Finsternis zerrte Viktor den Tremere, weit fort in einen Wald, aber auch dort waren sie nicht sicher. Jean-Baptist hielt das ganze für einen Angriff aus Mediasch und versuchte zu entkommen, aber er wurde von Schmerzen übermannt und brach zusammen.

Dann hörte es wieder auf. Genauso schnell wie es gekommen war. Zahllose Kainiten waren zweifelsohne in dieser Nacht gestorben und alles was sie darüber wussten war ein Begriff den Goratrix Reynaud gegenüber erwähnt hatte: Nachtsonne. Während sich das Rudel wieder sammelte tauchte Shukaris auf, auch er schien nicht mehr über das Ereignis zu wissen, außer dass es überall stattgefunden hatte.
Allerdings hielt er Jean-Baptist für den Schuldigen und glaubte er könne mehr darüber wissen. Immerhin hatte sich seit der Malkavianer unter den Verdammten weilte einiges verändert, vor allem was die mystischen Eigenschaften des Blutes anging. War er irgendwie daran beteiligt, dass die ersten Zeichen Gehennas eingetreten waren?

Tobias löste mit seinem wilden Jagdverhalten eeine große Monsterjagende Menschenmenge aus, aber er selbst konnte mit der Gabe der Verdunklung entkommen. Die Kutschen der Kainiten wurden von Durga beschützt, mittels einer Illusion. Sie wollten diese Gelegenheit nciht ungenutzt verstreichen lassen und so verdunkelt Jean-Baptist Durga und Melissa und die drei machten sich in der Verkleidung reicher Menschen auf zur Stadt. Mit einer feurigen Rede hetzte Jean-Baptist die Bevölkerung gegen Nova Arpad auf, bis sie sich Fackeln und Äxteschwingend auf den Weg machten ihr Anwesen anzugreifen.

Erst am nächsten Abend konnten sie die Früchte ihrer Arbeit in Augenschein nehmen. Vor der Stadt hatte man dutzende von Kreuzen aufgestellt, und an jedem hing ein toter Bürger.
Tobias wollte sich an diesen nähren, wurde aber gleich von Bogenschützen auf dem Stadttor unter Beschuss genommen. Dies versetzte ihn so in Rage, das er blindlings in die Stadt stürmte um gegen die Kainitischen Herren vorzugehen. Ihre Sterblichen Dienern entkam er, indem er sie mittels seiner Gaben dazu brachte ihn gar nicht weiter zu beachte. Aber kurz vor dem Anwesen erschienen einige Schemenhafte rauchgestalten die wiederholt auf ihn einstürzten und jedesmal mehr vernichtetes Gewebe zurückließen.
Mit einer letzten Kraftanstrengung erreichte er Nova Arpads Villa und versuchte sich auf dort bereitstehende Wachen zu stürzen, aber er war nicht schnell genug. Die Rauchgestalten trieben ihn in Starre bevor er neues Blut zu sich nehmen konnte.
Nur Svetlana, die die ganze Szene in Form einer Windböhe beobachtete sah, wie Constantine, einen Arpadwappenrock tragend, aus der Villa hervortrat, Tobias pfählte und ihn dann an einem Haken in die Villa zerrte.

Jean sah ein wares Feld an Gespenstern und versuchte sogleich fortzuführen, was er am vorigen Abend mit ihnen begonnen hatte, als sie Mediasch noch in menschlicher Gestalt hatten angreifen sollen. NIcht viele der Gespenster waren überhaupt dazu in der Lage, auf ihn einzugehen, aber ein knappes dutzend wollte Nova Arpad heimsuchen, dafür dass sie sie alle umgebracht hatte. Es wären sicherlich ein paar mehr geworden, wenn nicht ein Trupp Gespenster, der verfallenen Römern gleich Gespenst für Gespenst erntete und in Säcke auf einem Karren sperrte, bis keines mehr übrig war.

Dann kamen auch Shukaris, Reynaud und Viktor wieder bei den anderen an. Nach einem kurzen Gespräch über die Nachtsonne und Gehenna, kehrte Svetlana zurück und berichtete von den Geschehnissen in Mediasch. Jean versuchte Shukaris dazu zu bringen ihre Feinde zu vernichten und Tobias rauszuholen und einen kurzen Moment überlegte dieser tatsächlich ob er es tun würde. Dann beschloss er aber, nur im Austausch gegen Durgas Seele zu helfen. Wobei ihre Seele nicht das war, was er wollte, sondern ihr Körper. Ihre Seele war ihm nur im Weg und musste weg.
Nachdem Shukaris wieder abgezogen war, niemand hatte Durgas Leben gegen das ihrer Feinde und des Gangrels tauschen wollen, ließ Svetlana Jean und Viktor von der Erde verschlingen und gesellte sich dann selbst zu ihnen, um den Schaden den die Nachtsonne angerichtet hatte zu überwinden.

Kein sehr kluger Zug. Durga war schon mit ihrem Planenwagen abgereist, als endlich alle anderen aus der Erde wieder zurück kamen. Sie schwangen sich auf die Kutschen und setzten sich in Bewegung, während die Stadttore aufschwangen und Kavallerie ausspuckten. Gut zwei Dutzend Reiter wollten den Kutschen folgen und die Vampire angreifen, aber sie kamen niemals ans Ziel. Dem Einzigen, der es gelang Viktors schattententakeln und Svetlanas Fallgruben auszuweichen wurde von Reynaud seines Blutes beraubt, ohne dass dieser ihn dazu anfassen musste.

Kronstadt
Zwei Wochen später erreichte der Klüngel Kronstadt. Sie vermuteten hier ein gewisses Machtvakuum, da Flavia, die Herrin, erst vor einem Halben Jahrhundert umgekommen war.
Tatsächlich gab es in der Stadt keinen neuen Prinzen, die 4 Ancillae die heir lebten, wollten nicht nach irgendjemandes Regeln tanzen.
Sie waren zufrieden mit dem was sie hatten und wollten keinen Konflikt mit dem Rudel riskieren. Sie waren dzau bereit die Stadt zu teilen, sofern sich das Rudel, anders als seinem Ruf entsprechend, ruhig verhielt und die Herde in der Stadt nicht dezimierte oder verängstigte.
Sogleich begannen die Kainiten damit sich niederzulassen. Reynaud wollte sich im Amphitheater, dem Treffpunkt der Vampire in der Stadt einrichten. Svetlana würde jeden Tag in der Burg ihres Mannes und Erschaffers Sorin Markov verbringen. Durga, Melissa und Viktor machten sich daran kleine Häuser für sich zu beanspruchen, aber noch vor Abschluss ihrer Bemühungen wurden sie von Jean-Baptist aufgesucht.
Er hatte 100 Jahre lang hier gelebt und wollte die ehemalige Villa des Prinzen wieder für sich beanspruchen. Mit Hartnäckigkeit und der Hilfe der anderen Kainiten seines Rudels gelang es ihm sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Zunächst beschränkten sie ihren Aktionsradius auf diese Villa, aber dann begann Melissa den Schwarm zu erweitern und systematisch verschiedene Machtpositionen in der Stadt zu übernehmen, sodass Kronstadt von nun an ihnen ghören würde.

Hinterlasse einen Kommentar

GMDW: Kinder

TS-Runde Donnerstag 10.11.11
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu, Gabriel

22.10 Morgens

Heute würde ein anstrengender Tag werden, ich hatte viel zu tun. Erst zum EBN, dann mit Lenja einkaufen gehen und ich wollte noch mit Voskow sprechen.
Zaid würde nicht hinnehmen was ich vor hatte. Ich hingegen würde nicht hinnehmen, dass er sich mir in den Weg stellte. Er hatte genug verbrochen. Naranjs Recherche diente im Grunde genommen nur dazu mein Gewissen zu beruhigen. Hoffentlich würde sie mir die Ergebnisse schicken, nach denen es mich verlangt.
Aber was ist wenn nicht? Dann würde es Probleme geben. Nein ich würde mir das Gift besorgen, hoffentlich war Voskow schon lange genug ein Aminte um die richtigen herstellen zu können. Dann würde ich Zaid demonstrieren, dass mit mir nicht zu Spaßen war, auch ohne Muskeln und Kampfausbildung konnte ich ihm zusetzen.
Und vielleicht, vielleicht würde er zu Osiris gehen. Sein Leben lag so zu sagen in Naranjs Computerzauberkünsten.
Ich bemühte mich leise zu sein, sicherlich hatte ich Samu mit meinen Träumen wach gehalten, also wolte ich ihn in Ruhe ausschlafen lassen. Nach der Morgenhygiene betete ich noch kurz zu den Äonen Het-ka-Ptahs, in Richtung der bald aufgehenden Sonne, bevor ich in den Frühstückssaal entschwand. Das Essen war nciht ganz meins, aber ich ernährte mich einfach von Saft und frischem Obst und lies den Rest links liegen.

Dann ging es mit der Bahn zum EBN, wie beabsichtigt war ich etwa 15 Minuten vor 0800 vor Ort, aber das Gebäude lag noch im Tiefschlaf vor mir. Erst um kurz vor 8 erschien der erste Mensch vor dem Gebäude. Eine nette Frau, die mich kurz fragte bei wem ich einen Termin hätte und die mich dann mit hinein nahm, sogar bis vor Prof. Alefuzoffs Zimmertür.
Frau Irina Alefuzoff machte einen weniger guten Eindruck auf mich. Sie hatte sich ken Stück auf diesen Termin vorbereitet, wusste nicht worum es geht, und hatte auch keinen ordentlichen Terminplaner ode irgendetwas, was ein vielbeschäftigter Mensch nutzen sollte um sein Leben zu organisieren. Möglichst schnell brachte ich die Übergabe des Gehirns hinter mich, zugern wüsste ich was Kramer ihr damals geschickt hatte. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass er ihr nichts mitgeteilt hatte über unsere Arbeit an den Kindern.
Voskow hatte mir geantwortet, um 1600 sollte ich am Stand sein um meine Sonderwünsche zu besprechen. Auch Naranj hatte mir eine SMS geschickt, ich hätte eien Email, deren Anhang ich ausdrucken sollte und um 12 zu Stand 47 bringen sollte. Tja, da würden Voskow und ich uns wohl vor der verinbarten Zeit wiedersehen.

Eine dreiviertel Stunde später ging es dann zurück ins Hotel. Ich kaufte mir W-Lan Zugang und stellte fest, dass Samu nicht mehr da war. Also legte ich mich mit Laptop aufs Bett und surfte auf Finnischen Seiten durchs Internet. Wäre sicherlich einfacher gewesen wenn Lenja oder Samu mir mit diesen komischen Zeichen hätten helfen können. So musste ich immer erst mühsam englische Übersetzungen suchen. Nachdem ich herausgefunden hatte wie ich hier Asyl beantragen konnte, schickte ich noch eine Mail an das Bürgeramt. Ich schilderte ihnen die Situation von mir und meiner Schwester und bat um Asyl für uns 5.
Dann klingelte mein Wecker, 1000, Lenja hatte jetzt lange genug zu geschlafen.

Als ich sie anrief brauchte sie eine Weile um ans Telefon zu gehen, vielleicht war sie doch noch im Bett gewesen? Ich erzählte ihr von meinem neuen Auftrag. Sie willigte ein mir mit dem Drucken zu helfen, und als Entschädigung lud ich sie zu einem Kaffee ein. Und da ich schoneinmal dabei war, lud ich auch Samu zu dem Treffen mit Voskow ein, man konnte nie Wissen was einen erwartete. Jemanden dabei zu haben, der ein ganzes Zimmer in nur 15 Minuten zu Sägespähnen verarbeiten konnte, würde nicht schaden.
Lenja brachte ihn auch schon mit ins Café. Es war mir etas unangenehm, ich hatte nur sie eingeladen, immerhin hatte Samu nichts gedruckt, aber keiner von beiden schien es mir übel zu nehmen.
Wieder tranken wir zusammen und wieder mussten wir uns über unappetitliche medizinische Berichte unterhalten. Denn bei den Dokumenten, die ich ausdrucken sollte, handelte es sich um eine Tatortbeschreibung und den Bericht der Pathologie über einige höchst seltsame Morde.
Arme Lenja, sie wollte doch einfach nur Kaffee trinken und jedesmal kam so etwas dazu. Lag vielleicht ein Fluch auf uns?

Dann war es an der Zeit rüber in die Kauppahalli zu gehen, aber anders als ich gedacht hatte, konnte Voskow mit dem Bericht nichts anfangen. Also war Stand 47 der internationale Aminte-Treffpunkt in Helsinki. Wer würde wohl dieses Mal hier auftauchen? Vielleicht Alpi oder Maarit?
Dann zupfte mir auch schon jemand am Mantel und rief meinen Namen. Aus Oberschenkelhöhe. Die Stimme kam mir bekannt vor, aber ich konnte mich nciht an einen Aminte im Rollstuhl entsinnen.
Wer also mochte es wohl sein. Zögerlich drehte ich mich um und blickte an mir herab.

Ich konnte mein Glück kaum fassen, mein Herz war kurz davor zu explodieren, aus lauter Freude. Es war Wakur. Sofort hockte ich mich hin und umarmte ihn, hielt Aussschau nach den anderen. Und da war Aneesh, sie kam zögerlich auf mich zu. Wir hatten uns schon viel zu lange nicht mehr gesehen Aneesh, aber du bist trotzdem in meinem Herzen.
Aber das alles roch nach einer Falle. Ich suchte die Menschenmassen nach Amani ab. sie war nicht hier. Wie konnten die Kinder ohne Amani hier sein? Meine Mutter war auch nicht da. Wollte man mich ablenken um mich ohne Gegenwehr zu erledigen. Aber in meinem Rücken mussten noch Samu und Lenja sein, sie würden nicht zulassen, dass Zaid sich von hinten anschlich. War es möglich, dass er die Kinder zur Ausführung einer solchen Tat benutzte? Barbarisch. Abartig. Einfach unvorstellbar. Aber es war möglich.

Dann sah ich Rasir. Er befand sich auf dem Arm irgendeines Abendländers, bleiche ungesunde Haut, lange braune Locken, braune Augen. Wie konnte so jemand mit Zaid unter einer Decke stecken? Er übergab mir Rasir und faselte irgendetwas, ich hatte keine Zeit ihm zu lauschen. Das Blut brauste so laut durch meine Ohren, ich wurde beinahe taub davon. Alle 3 waren hier. Ich konnte es nicht fassen.

Der Bericht. Welcher Bericht? Achso ja, hätte man sich denken können. Ich hatte ihn fallen gelassen, vergessen. Ich hob ihn auf und überreichte ihn Gabriel.
Er hatte für Naranj gearbeitet. Die Zettel für meine Kinder. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Unglaublich. Naranj war wirklich die beste. Ich erklärte ihm noch kurz, dass ich ihm helfen würde, weil er die Kinder zu mir gebracht hatte, sobald ich meine Angelegenheiten geregelt und Amani befreit hatte.

Sie hatten sich völlig eingesaut mit Schokolade von Lenja. Sollte sie doch behaupten sie mochte keine Kinder, aber Oxytocin wirkte immer. Sie würde schon lernen, dass die drei einfach wunderbar waren. Nach meinem kurz angebundenen Gespräch mit Gabriel, ich wollte jetzt wirklich lieber Zeit mit den Dreien verbringen, kaufte ich ihnen entgegen Lenjas Warnung Kuscheltiere. Viel zu teuer natürlich. Aber ihre Geschenke lagen noch in meinem Wohnheim in Misr. Ich hatte vergessen sie Amani später zu geben. Ich freute mich so sie zu sehen, da sollten sie ruhig auch etwas haben über dass sie sich freuen konnten. Heute war nicht der Tag um „Nein“ zu sagen, von denen würde es noch genug geben.

Während ich mit den Kindern spielte, unterhielten sich Lenja, Samu und Gabriel auf Finnisch.
Wieso gab es eigentlich so viele finnische Mumien? Die beiden schienen auch nicht so recht mit ihm klarzukommen. Er war recht seltsam, aber er hatte Wakur, Aneesh und Rasir hergebracht und ihnen sogar Amulette angefertigt. Ich hatte bis jetzt nichtmal die Zeit gefunden mir eines herzustellen. Also würde ich versuchen seine seltsame Art hinzunehmen und freundlich zu ihm zu sein.
Überhaupt wollte ich möglichst zu allen so freundlich sein, wie es Naranj zu mir gewesen war. Mir ging es jetzt viel besser als noch vor einigen Monaten, auch wenn noch physische Hindernisse im Weg standen, mit meiner Auferstehung hatte ein neues Leben begonnen. Und es war in Ordnung. Es war alles andere als einfach und jeden Tag kamen neue Komplikationen hinzu, aber es war in Ordnung. Ich hatte Frieden mit mir geschlossen, Bint-Anat hatte mir Frieden geschenkt. Wir würden die Welt in Ordnung bringen und mit mir hatten wir begonnen. Auch den anderen würde ich helfen mit sich Frieden zu schließen, auch wenn es viel Arbeit bedeutete.

Dazu musste ich aber erstmal das aktuellste Problem lösen. Wohin mit den Kindern?
Samu hatte schon einen Plan, war mir einen Schritt voraus. Aber er meinte es seie andersherum. Was er wohl vor hatte? Ich verabschiedete mich von Gabriel und bot Lenja an mich zu begleiten, aber sie konnte ihre Zuneigung zu den Kindern nicht zugeben und zog sich lieber allein zurück. Irgendwann wirst auch du auftauen Lenja.

Die Adresse die Samu mir gegeben hatte lag in einer noblen Gegend. Das haus war modern und seine Wohnung einfach gigantisch. Warum hatte er nur im Hotel gehaust? Er hatte sogar schon ein Kindermädchen engagiert und würde auch mich hier wohnen lassen, bis, keine Ahnung. Sicherlich so lange wie es nötig war. Samu war ein toller Aminte. Er war offen, hilfsbereit und für jeden da, so wie ich auch sein wollte.
Mir knurrte der Magen und wir inspizierten gerade die Küche als wir aus dem Kinderzimmer ein seltsames Lied hörten und absolut gar keine Geräusche von den Kindern. Das Lied erinnerte mich an meine eigenen Lieder, nur dass es nicht ägyptisch sondern nordisch war. Sofort musste ich an Lenjas Valküren denken. Ich hatte schon vor einer Weile darüber nachgedacht, dass wir Aminte sowas ähnliches waren wie von Gespenstern oder Geistern Besessene oder Getriebene.
Welches Mädchen, dass gerade mal die Schule hinter sich hatte kannte solche Lieder?
War auch sie getrieben von einem Geist oder gar Bessessen, oder verschmolzen so wie ich?
Ich schlich mich ins Kinderzimmer. Überhaupt nicht leise. Schade.
Die Kinder saßen aufgereiht in einer Linie und rührten sich nicht. Es erinnerte mich an eine Geschichte meiner Schwester, aber ich konnte es nciht einordnen. Ich wusste nur, dass es ganz entschieden FALSCH war.

Ich bat Lara kurz mitzukommen, und versuchte sie irgendwie dazu zu bringen mir zu sagen, wer oder was sie war, was zur Hölle sie von den Kindern wollte, was sie mit ihnen gemacht hatte.
Aber sie wich all meinen Fragen aus, wollte mir nicht die Wahrheit sagen. Sogar Samu versuchte mich zu beschwichtigen er wollte das Kindermädchen nicht verlieren.
Aber ein Kindermädchen, dass sich von der Essenz unserer Kinder ernährte? Das war ausgeschlossen, wir mussten herausfinden, was sie war und was sie brauchte.
Ich lies mich erst einmal beschwichtigen, entschuldigte mich für mein Verhalten und kochte Mittagessen für heute und morgen. Die ganze Zeit behielt ich Lara im Auge. Ich würde ihr schon noch auf die Schliche kommen, oder zumindest verhidnern, dass sie den Kindern irgendetwas antat.
Wir schickten Samu einkaufen und ich nutzte die Gelegenheit ihr weiter auf den Zahn zu fühlen.
Genau vor ihrer Nase benutzte ich eines meiner Hekau und versuche sie erneut dazu zu bringen sich zu offenbaren. Ich verrate ihr sogar, dass ich Melekh Bint-Anat bin, aber sie versteht mich nicht und nennt mir wieder nur ihren dämlichen normalen Namen. Na warte, irgendwann bekomme ich dich zu packen Geist. Auf ewig hälst du das Spiel nicht durch.

Du wirst Amanis Kinder nichts antun. Amani. In diesem Augenblick erinnerte ich mich an unseren Abend. Beinahe konnte ich ihre hand fühlen, wie sie über meinen Kopf und Nacken strich. Wie konnte ich jetzt nur daran denken. Diese wunderbaren Erinnerungen waren gleich nach den Kindern und Amani das wertvollste, was ich besaß. Sorgfältig verstaute ich sie wieder in den tiefen meiner Seele und wollte mich erneut Lara zuwenden.
Aber irgendetwas war jetzt anders. Sie schien nicht mehr so bedrohlich. Ich wusste noch immer nicht, was sie war aber das würde ich schon noch herausfinden. Immerhin passte sie schon lange auf Samu Kinder auf und es ging ihnen noch gut. Alte Lieder singen und Basteln, das hätte ich auch mit den Kindern gemacht. Aber sie gleich mit irgendeiner Art Zauber beeinflussen, darüber würden wir nochmal reden müssen.
Ich vereinbarte mit ihr, mir das Lied beizubringen, sie hatte es ziemlich zu Beginn unseres ersten Gespräches angeboten und wenn wir schonmal dabei waren, könnte ich mich nochmal um diesen Zauber kümmern.

Dann kam auch schon Samu zurück. Eigentlich nicht schon, sondern dann erst, er war weit über eine Stunde weg gewesen. Vermutlich weil er unterwegs Gabriel ud Lenja geroffen und mitgebracht hatte. Zum Glück hatte ich für zwei Tage gekocht, es würde wohl für uns alle Reichen. Hoffentlich konnte man für morgen noch einkaufen, die Tiefkühlpizzen würde ich eigentlich lieber tiefgekühlt lassen.
Während Lara und ich den Tisch deckten, benahm sie sich als wäre nichts gewesen, wollte die anderen nicht sehen lassen, dass ich erkannt hatte, dass sie kein Mensch war. Nun gut, vorerst konnten wir es dabei belassen.
In einem riesigen Speisezimmer setzten wir uns alle zusammen um zu Essen, ich nahm Rasir auf den Schoß und fütterte ihn. Nur Gabriel blieb in der Küche.
Den Bericht über den eigenen Tod zu lesen hatte tiefe Furchen in seiner Seele hinterlassen.

Hinterlasse einen Kommentar

GMDW: Nur ein Abend

TS-Runde Donnerstag 03.11.11
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu

21.10.11 Abend
Nun wollten wir den Blechaffen erstmal Blechaffen seien lassen. Der Abend war noch jung und wir wollten die Gelegenheit nutzen um uns etwas besser kennenzulernen.
Alpi war schon zu müde um uns noch zu begleiten und ist dann abgebogen und nach Hause gegangen. Er war seit unserer ersten Begegnung seltsam skeptisch und zurückhaltend gewesen. Aminte sollten einander vertrauen und helfen, auf jemanden mit so vielen Hintergedanken hatte ich heute Abend keine Lust und so trauerte ich ihm nicht hinterher.

Im Café blieben wir nicht lange. Die Sprachbarriere ließ keine entspannten Gespräche aufkommen, sodass ich den anderen vorschlug irgendwo hinzugehen wo wir unter uns wären. Dort könnten wir dann auf ägyptisch ohne Probleme reden und verstehen. Dachte ich zumindest. Aber Annuk überraschte mich ihren Zweifeln. Es war schwierig für sie sich auf ihre Ägyptische Seite ienzulassen, vielleicht weil sie aus einer so anderen Kultur kam. Sie sprach von sich und ihrem Tem-Akh immer noch als getrennte Persönlichkeiten. Trotzdem verstand sie, was ich sagte als ich die Sprache der Tem-Akh benutzte, aber sie schien nicht antworten zu können. Wenn wir erstmal unter uns waren, würde ich ihr etwas in Hieroglyphen aufschreiben und versuchen diesen Fokus zu nutzen um sie dazu zu bringen ägyptisch zu sprechen. Dann könnten wir uns auch endlich ohne Übersetzer direkt unterhalten.

Im Raddisson Seaside angekommen, schnappten die beiden sich einen Kaffee und ich mir einen Pfefferminztee, dann gingen wir auf Samus Zimmer. Ich hätte auch gerne einen Kaffee, aber sie hatten hier einfach nirgends Kardamon, den müsste ich mir wohl selber dazu kaufen.
Ich hatte schon gehofft, sein Zimmer wäre vielleicht größer als meine Kajüte, aber ich hatte mich geirrt. Die Sterne hatten hier definitv nichts mit der Größe der Räume zu tun. Annuk setzte sich aufs Bett, ich überlegte kurz mich zu ihr zu setzen, entschied mich dann aber doch für einen Schneidersitz auf dme Boden. Samu nahm sich den einzigen Stuhl und ließ sich darauf nieder, das Bett nutzte er als Beinablage.

Wir unterhielten uns über meine kulturellen Hintergründe und darüber, dass ich schon vor meinem Tod viel über ägyptische Mythologie wusste und sie liebte, sodass ich mich jetzt nur wenig daran gewöhnen musste. Bei Lanja war das etwas ganz anderes, sie wäre, wie sie beteuerte, lieber eine Valkyre geworden als eine Mumie. Ob sie wohl kriegerisch genug war um sich für so etwas zu qualifizieren, wohl kaum. Gab es überhaupt Valkyren? Bestimmt, immerhin gab es auch den Schakalsgott mit seiner Digitalwaage. Aber was waren Valkyren? Ich hatte nicht die leiseste Ahnung.
Weiterhin war ihre erste Begegnung mit anderen Aminte wohl wesentlich unerfreulicher verlaufen als meine Beziehung zu Naranj. Wo sie verständnisvoll, hilfsbereit und freundlich gewesen waren, hatten die Aminte von Aswuat, nicht Assuan wie ich zuerst glaubte, hatten diese sich kaum die Zeit gefunden den Skandinaviern alles zu erklären, sie ausgenutzt und versucht übers Ohr zu hauen.
Die beiden mutmaßten sogar ob nciht die Aminte selbst den Terroranschlag verübt hatten bei dem sie verstorben und zu Mumien geworden waren. Mir war absolut unbegreiflich, wie sie soetwas von anderen Aminte denken konnten.
Ich würde sie davon überzeugen müssen, dass es sich um irgend eine Art von Missverständnis gehandelt hatte, so wie ich ihnen alles über die Äonen von Het-ka-Ptah beibringen würde. Horus sei dank, gab es zwar ziemlich viele, die die Bezeichnung Gott für sich beansprucht hatten, aber wenn man sich auf die mächtigen Äonen und Himmlischen beschränkte blieb die Zahl wenigstens zweistellig.

Dann bekam ich eine SMS von Naranj. Bis zum Ende der Woche müsste ich zurück nach Khem kommen, es gab Probleme über die sie mich später telefonisch informieren würde. Als ich daraufhin umständlich versuchte mir die Hilfe von Annuk und Samu zuzusichern, meinte er ich solle ihn doch einfach fragen ob er mir helfen würde. Annuk war wesentlich weniger deutlich. Sie schien mich zu mögen, aber sie wollte hier bleiben, zu Hause und mit Ägypten nichts zu tun haben. Und das obwohl sie immer wieder erwähnte, sie hätte niemanden hier der auf sie gewartet hatte, niemand zu dem sie gehen konnte. Sie tat mir leid, ich wollte nicht ganz alleine auf der Welt sein, egal wo.

Einige Zeit später meldete sich dann auch Samus Handy. Er zog sich zum telefonieren ins Badezimmer zurück und so unterhielten Annuk und ich uns eben alleine weiter.
Wir sprachen darüber, dass ich andere Kleidung tragen müsste, wenn ich wirklich beabsichtigte mit Amani hier nach Helsinki zu ziehen und sie empfahl mir dicke Wolle, damit ich nicht mehr so fror. Wir sprachen auch über Filme, Musik und kamen irgendwann auf unsere Wiedergeburt zu sprechen.
Sie konnte sich an ihre nur schwer erinnern und musste immer lange nachdenken, bevor sie etwas beschreiben konnte. Dadurch hatte ich den größeren Redeanteil, anders als bei den Filmen zuvor, vor allem als Ich ihr lautstark und wild gestikulierend meine Entrüstung über die Digitalwage des Schakalsgottes schilderte. Bei ihr hatte er sich an die klassische Vorstellung gehalten und die Waage mit der man ihn üblicherweise sah gewählt. Fabelhaft. Das machte die ganze Geschichte in meinen Augen nur noch schlimmer.

Samu kam wieder aus dem und musste gehen. Er hatte etwas zu Hause zu erledigen und wollte nicht darüber sprechen. Warum nächtigte er überhaupt in einem Hotel?
Ich führte Annuk zwei Etagen nach oben in mein Zimmer, stellte meine Tiefkühltasche auf den Tisch und widmete mich wieder unseren Gesprächen.
Wir redeten und redeten, ich weiß nicht einmal mehr genau worüber alles. Das Gehirn aus Uganda kam auf jeden Fall vor, da ich es gerade erneut in Stasis versetzen musste. Aber sonst kann es durchaus seien, dass einige der oben genannten Themen erst jetzt angesprochen wurden.
Schließlich kam Samu wieder und er hatte eine Flasche Wodka dabei und bot uns an mit ihm zu trinken. Annuk willigte sofort ein, aber ich lehnte ab und versuchte vergeblich die beiden davon zu überzeugen, dass es sich dabei um Gift handelte und sie nicht für ein bischen Spaß ihre Kat beschädigen sollten. Die Auferstehung und unsere neuen Hüllen waren wunderbare Geschenke des Osiris, die man nicht auf diese Weise besudeln sollte.
Erst als Samu mit hoher Geschwindigkeit mehrere Gläser Wodka in sich hinein schüttete, wurde Annuk, die eigentlich Lenja hieß wie sie mir auf Drängen Samus mitteilte, darauf aufmerksam, das irgendetwas an Samus guter Laune nicht echt war.

Sie war nur gespielt, eigentlich ging es ihm ganz und gar nicht gut. Um ihn vor größerem Unheil zu bewahren, entwendete sie ihm die Flasche, und entsorgte sie samt einem der zwei Gläser die er zum trinken nutzte. Aber Samu schnappte sich gleich die Flasche aus meinem Hotelzimmer.
Was die wohl da verloren hatte? Bestellt hatte ich sicherlich keinen Wodka. Samu wurde mit jedem gesprochenen Wort agressiver und wütender, alle Versuche ihn zu beschwichtigen waren vergeblich.

Ich ließ meinen Blick kurz zu Lenja schwenken, durch ihren Versuch ihn vor dem Alkohol zu beschützen, zog sie einen Großteil der Agressionen auf sich. Ich wollte nicht, dass ihr etwas zustößt, dass die Szene hier ausartete und so verwies ich ihn meines Zimmers. Obwohl ich fürchtete, er würde einmal kräftig zulangen und dann wäre es das mit mir, zeigte meine feste Stimme Wirkung. Missmutig zog sich Samu zurück.

Ich zögerte einen Moment, überlegte ob ich Lenja mitnehmen sollte. Eigentlich hätte ich sie gerne dabei gehabt, sie kannte Samu viel besser als ich, hatten zusammen mehr durchgemacht, als mit mir. Dann ging ich aber doch alleine und sie blieb im Zimmer zurück. Hoffentlich war sie schlau genug das Gehirn in Ruhe zu lassen. Ich woltle nicht verantworten, was mit ihr geschehen würde, sollte sie einen Blick riskieren.

Schnellen Schrittes ging ich den Weg zu Samus Zimmer ab. Ich hatte Glück, er war nirgedswo anders hingegangen, hatte das Hotel nicht verlassen. Den Geräuschen nach war er gerade dabei, sein Zimmer auseinander zu nehmen. Naja, 4 Sterne hatte es sowieso nicht verdient, der Menschheit ging durch sein Wüten nichts verloren. Es gab noch genug Kopien dieses Raumes überall im Hotel.
Ich hatte noch deutlich vor Augen wie ich meinen Zorn und meine Wut damals an meinen Büchern und meiner Einrichtung ausgelassen hatte. Ich würde ihn jetzt nicht stören, die Gefühle mussten raus und weg. Leider würden sie die völlig falsche Essenz erzeugen, er sollte heute Nacht nicht hier schlafen, hoffentlich folgten die Geister die sein Wutausbruch erzeugte ihm nicht?

Als es leiser wurde, klopfte ich und nannte meinen Namen. Erst zögerte er, dann ließ er mich ein. Mit diesem Anblick hatte ich definitiv nicht gerechnet. Das Zimmer sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Ich sah nichts, was größer als meine Hand gewesen wäre, sogar in den Wänden fanden sich hier und da einige Löcher.
Ich redete ihm gut zu, versorgte seine blutigen Hände und war für ihn da, als er zusammenbrach.
Ich hielt einen schluchzenden Mann im Arm, der über den Tod seiner Frau trauerte. Sie hatte sich das Leben genommen während er auf der Hadsch gewesen war. Er dachte ich könnte ihn nicht verstehen.
Aber ich verstand ihn. Vor mir konnte ich Amani sehen. Wie sie ihre SMS tippte und ich niemals mehr antwortete. Zuvor hatte ich jeden Tag, dann jede Woche geschrieben und dann nichts mehr. Zwei Monate.
Ich verstand ihn nur zu gut. Es konnte keine größere Qual auf der Welt geben. Keine.

Stunden später ging es ihm besser. Ob ich an nur einem Abend in der Lage gewesen wäre mich wieder zu beruhigen? Ich kann es nicht sagen, vermutlich nicht. Also begeben wir uns wieder zurück nach oben, in mein Zimmer, zu Lenja.
Sie schien es mir ziemlich übel genommen zu haben, dass ich sie einfach hier stehen lies. Kaum waren wir hier, wollte sie auch schon nach Hause gehen. Ich versuchte per Blick herauszufinden, wie sicher Helsinki bei Nacht wohl war? In Misr wäre es unmöglich gewesen.
Mein schlechtes Gewissen ihr gegenüber zwang mich dazu sie zu begleiten. Sie wollte nicht hier im Hotel neben Samu auf dem Doppelbett schlafen, ich hätte auch den Boden genommen.

Halbherzig versuchte sie mich abzuhängen und führte mich dabei in den Hafen. Einen schönen Ausblick hatte sie hier, fast wie meine Brücke in Gizerah. Eigentlich um ein vielfaches besser, die Schiffe, die Lichter, der Palast. Atemberaubend.
Aber weiter half uns das nicht. Ich wusste einfach nicht, was ich sagen sollte.
Und dann klingelte mein Handy, Naranj rief an um mir ihre ominöse SMS zu erklären. Danach war alles anders.
Amani hatte in zwei Wochen einen OP Termin, dessen Auslöser geheim gehalten worden war und sie woltle von mri wissen, ob ich eine Idee hätte.
Natürlich hatte ich keine, woher sollte ich wissen, was Amani in einem aseptischen OP verloren hatte. Und das erst in zwei Wochen äußerst merkwürdig.
Verwirrt und mit einem Chaos sich im Kreis drehender Gedanken im Kopf legte ich auf. Lenja war schon ein gutes Stück weit weg. Aber ich wollte mich wenigstens noch verabschieden.

Statt dessen versuchten wir uns gemeinsam einen Reim auf mein Telefonat mit Naranj zu machen. Vielleicht war sie doch nicht sauer auf mich? Sie hatte viele Ideen, aber sie kannte mich nicht, kannte Amani nicht und so musste ich die meisten leider verwerfen.
Aber sie half mir etwas Struktur in den wirbelnden Strudel meiner Gedanken zu bringen. Nach einem weiteren Gespräch mit Naranj, trennten sich unsere Wege dann doch. Es war schon spät, ich hatte morgen einen Termin und musste ins Bett.
Lenja bekam ihren Willen und ging allein nach Hause. Ich glaub es hätte ihr gut getan, wenn sie mich hätte für sich da sein lassen. Niemand sollte so allein sein wie sie.
Wenn man nach Hause kam, sollte immer jemand da sein, der sich freute, dass man auf der Welt war.

Vor dem Schlafen gehen schrieb ich Amani noch eine SMS und bekam direkt eine Antwort? Was war denn da los?
Sie hatte keinen OP-Termin, zumindest keinen von dem sie wusste. Diese Information beruhigte mich nicht wirklich und brachte auch kaum mehr Ordnung in das Chaos aus Gedanken um Naranjs Informationen.
Warum konnte sie überhaupt schreiben, um diese Uhrzeit. Ich meine, ich war glücklich von ihr zu hören, aber irgend etwas war da nicht richtig.

Zaid hatte sie eingesperrt, im Schlafzimmer. Also war sie doch nur sein Zuchtkamel um seine abartigen Gene in die nächste Generation weiter zutragen. Sie hatte sich einem Freund von Zaid, der zu Besuch war, gegenüber gastfreundlich und nett benommen. Und gleich wurde ihr wieder lasterhaftes Verhalten unterstellt.
Ich wünschte ich hätte ein Messer gehabt, ich wünschte Kamal wäre tot und hätte dieses Wort niemals in den Mund genommen. Dieses eine verdammungswürdige Wort. Amani hatte es nicht verdient, niemals.

Ein dunkler Gedanke keimte in mir auf. Was wenn auch ich sie einsperrte? Wenn meine Erwartungen an sie, meine Liebe zu ihr sie nur in einen weiteren Käfig sperrte? Das wollte ich nicht. Also fragte ich sie, ob sie überhaupt mit mir fliehen wollte.

Aber sie würde mit mir kommen. Wenn ich es irgendwie schaffen konnte sie aus den Fängen Zaids und aus den Fängen meiner Familie zu befreien würde sie mit mir kommen. Egal wohin. Hauptsache Amani, die Kinder und ich waren zusammen.

Hinterlasse einen Kommentar

Erster Ritus, Teil 4

TS-Runde Montag 07.11
Erzähler: Mandavar
Spieler: Charly, Katia, Adriano

21. Mai, Neumond, Abends

Adriano und Katia spielten noch mit Denise eine Runde Lichtball bevor auch sie sich wie Charlotte und die anderen vor ihnen in ihren Betten zusammenrollten und sich erholten. Am nächsten Morgen als sie erwachten mussten sie mit erschrecken feststellen dass man sie entkleidet hatte und in einen Schlafanzug gesteckt hatte.

22. Mai, Neumond

Als Denise auf ihre Feststellungen kaum reagierte und nicht so recht verstand, was sie meinten, war auch für die Welpen klar, dass es ein Service des Hauses gewesen seien musste. Nach einem deftigen Frühstück einigten sie sich darauf, doch noch etwas einzukaufen um es den Cyberwölfen in der Unterstadt zu bringen.
Dann verabschiedeten sie sich von Denise, die nocheinmal daran erinnerte Konrad ihre Grüße zu überbringen und machten sich an den langwierigen Abstieg. Erneut kletterten sie einen ganzen Tag an den Spinnennetzen, welche die Hochhäuser überspannten, entlang. Doch diesmal, belebt durch die Aussicht diesen Wahnsinn bald hinter sich zu lassen, unterhielten sie sich über ihre Erlebnisse und darüber zu wem von ihnen welche Rolle aus dem Zauberer von Oz wohl passte.

Unten angekommen verließen sie sich auf Charlottes Erinnerungen, der es auch mit nur wenigen Umwegen gelang sie in die Kanalisation und zum Unterschlupf der Cyberwölfe zu führen. Die Cyberwölfe aren gerade beim Abendessen und freuten sich sehr, als ihr Nahrungs-Ersatz-Brei durch frische und vor allem Schmackhafte Kost bereichert wurde.
Die meisten Welpen gingen schon früh schlafen, während Adriano noch eine Weile mit den verschiedenen Cyberwölfen trainierte, bevor er wie ein Stein auf seine Pritsche fiel.

23. Mai, Neumond

Am nächsten Morgen ging es früh weiter, nur I’thidal war schon wach. Sie geleitete das Rudel zu einer Maschine, die dabei behilflich war das Cyberreich zu verlassen. Sie sorgte sogar dafür, dass ein Wasserelementar den Welpen einen Airt anlegte, der sie zurück zum Reich, Gaia führte von wo aus sie dnn selber zurecht kommen würden.
Frohen Mutes folgten sie dem Wassergeist und stürzten sich dann zurück in die Penumbra, die wirbelnden weiß-silbrigen Nebel der Nahen Umbra hinter sich lassend.

Auf mehr oder weniger großen Umwegen und mehr oder weniger bekleidet, erreichten sie dann Solariennes Haus. Wie der Zufal es so wollte, waren sie etwas außerhalb von berlin gelandet. Hier konnten sie sich sammeln, stärken und machten sich dann am Abend wieder auf den Weg.
Nocheinmal würden sie die Septe der Mauerbrecher besuchen um sich noch einmal von Hasse-mal-ne-Mark zum Sternenorbitarium schicken zu lassen.

Hinterlasse einen Kommentar

DSA3: Phileason, Logbucheintrag 2

Tisch-Runde Sonntag 06.11.11
Erzähler: Dante
Spieler: Salasandra (Antimagierin), Asac (Kampfmagier), Gerold (ehem. Ritter), Nimrod (Tierkrieger, ich), Helena (Illusionsmagierin)

Mastodons im Dschungel, Auf Yetiland!

Nachdem sie im Süden Yetilands an Land gegangen waren und Schlitten aber auch 3 Eissegler für die Reise ins Landesinnere vorbereitet hatten, zeigte man den Helden noch wie man Iglus baute, damit sie nicht erfroren, Zelte allein würden kaum ausreichen.
Um Beorns vorsprung überhaupt aufholen zu können, sollten die drei Eissegler jeden Tag weiter ins Landesinnere eindringen und Ausschau nach Mastodons halten, während der Großteil der Besatzung der Seeadler langsam auf den Hundeschlitten hinterher reiste.
Der erste Tag verlief größtenteils Ereignislos, wenn man von den Ängsten absah, die Salasandra erleiden musste, während Nimrod den Rausch der Geschwindigkeit des Eisseglers genoss. Erst als nach ein paar scharfen Kurven der Segler beinahe umstürzte, ließ sich Nimrod von der Magierin überzeugen in einem gemäßigterem Tempo über den Schnee zu saußen.
Die 3 Magier, Gernot und Nimrod würden jeweils nach Norden fahren, während ein weiterer Segler nach Nordosten und ein dritter nach Nordwesten aufbrach.

1. Tag: Gen Norden
Als sie am Ende des ersten Reisetages zur Mannschaft mit den Hundeschlitten zurückkehrten beschloss Nimrod ein Zelt mit Schnee zu überhäufen statt langwierig ein Iglu zu bauen. Den Umstand, das er dort gemeinsam mit Helena und Salasandra in einem Zweipersonenzelt übernachten würde, bekräftigte ihn bei seinem vorhaben noch. Leider, waren die Heringe und Leinen der Zelte zu kurz um sie durch die hohe Schneedecke im Eis darunter zu verankern. Schließlich mussten sie doch wieder in einem Iglu übernachten.
Glücklicherweise, brauchte Nimrod nicht lange um zu lernen wie man eins tabiles Iglu errichtete und so war die Nachtruhe der Magier halbwegs komfortabel. Nicht alle Mitreisenden hatten so viel Glück, einige Iglus waren eingebrochen und die Schlafenden hatten sich erst aus dem Schnee kämpfen und dann einen neuen Schlafplatz finden müssen.

2. Tag: Eisspalten
Am zweiten Tag fuhren si emit dme Segler weiter nach Norden und landeten in einem Gebiet, in dem das Eis von zahlreichen Rissen durchzogen war. Schlielich kammen sie an eine gewaltige Schlucht, die sich von Ost nach West erstreckte. Vorsichtig näherten sie sich dem Rand der Scshlucht, und Helena versuchte den Boden zu erspähen, konnte ihn aber nciht ausmachen. Salasandra bemerkte, dass der Boden hier wohl nciht besonders stabil wäre und sie lieber schnell weiterfahren sollten, um nicht einzubrechen.
Mit den Informationen der anderen beiden Segler konnte man herausfinden, dass die Schlucht sich am Westende der Küste von der die Helden kamen entgegenkrümmte, im Osten aber nicht vorhanden war. Also entschloss Phileason sich im Osten um die Schlucht herum zu fahren, ohne das Feld mit den Eisspalten zu betreten.

3. Tag: Eisspalten
Auch im Osten krümmten sich die Spalten im Eis dem Ankerpunkt der Seeadler entgegen. Eine kleine Kurskorrektur musste vorgenommen werden um sie zu umgehen und wieder ins Landesinnere vorzustoßen.
Außer endlosen Schneefeldern, hatte man seit dem man von der Seeadler aufgebrochen war, noch nichts entdeckt, was einem Mastodon auch nur nahe kam.

4. Tag: Schneefrau
Die Helden wollten sich mit ihrem Eissegler gerade auf den Rückweg machen, als sie von einem Schneesturm überrascht wurden. In windeseile klappten sie Segel und Masten des Seglers ein, drehten ihn um undvertäuten ihn. Eng aneinander gekuschelt suchten sie im Bauch des Seglers Unterschlupf vor dem tosenden Sturm und wirbelnden Schneeflocken. Nach einer Weile verstumte der Sturm schließlich, aber in der Stille konnte jeder eine Stimme hören. Eine wunderbare Stimme, des Geschlechtes dem der jeweilige Held zugetan war, rief nach ihm, verlangte nach ihr. Helena und Nimrod wollten dem Rufen auf den Grund gehen und verließen den Schützenden Segler. Sie erblickten eine wunderschöne Elfengestalt, er eine Frau, sie einen Mann. Doch beiden war schnell klar, dass es sich um ein Wesen handeln musste, dass ihnen nichts gutes wollen konnte, immerhin versuchte es sie mit seiner Magie zu locken. Sie wichen vor der sich nähernden Gestalt zurück. In der Zwischenzeit hatten Salasandra, Asac und Gernot sich schon daran gemacht den Segler wieder zu befreien und umzudrehen. Gerade noch rechtzeitig sprangen Helena und Nimrod auf den Segler und fuhren davon. Zunächst war er so langsam, dass sie den Abstand zu der Schneefrau kaum vergrößern konnten, aber dann gelan ihnen die Flucht.

5. Tag : Eisigelz
Phileason war nicht erbaut darüber, dass die Helden die ganze Nacht unterwegs gewesen waren, aber ie Notwendigkeit sich vor einem Schneesturm zu verstecken konnte er einsehen.
Auf der heutigen Erkundungsfahrt entdeckten sie ganze Felder von blauen Kristallkugeln mit langen kristallinen Stacheln auf allen Seiten. Wie Seeigel nur in den Scheewüsten Yetilands statt im Meer. Neugierig schlängelten sie sich durch das Eisigelfeld um einen besonders großen in Augenschein zu nehmen. Sie hatten ihn erst wenige Sekunden betrachtet, als er in sich zusammensackte und dann in einem Hagel aus kristallinen Lanzen explodierte. Seine Stacheln spießten weitere Igel auf, die ebenflls explodierten.
Schnell warfen sich alle zu Boden um den gefährlichen Geschossen zu entkommen, aber trotzdem wurden sie von zahlreichen Stacheln durchbort.
Mit seinem Dolch entfernte Nimrod die Stacheln vorsichtig, während jeweils ein Magier die Wunden heilte. Einige hatten sich schon so festgefroren, dass sie größere Gewebereste mit sich nahmen und klaffende Wunden zurückließen.

Am Abend, als sie den Hauptteil der Expedition vor den Eisigeln warnten, mussten sie feststellen, dass sich an einigen der ehemaligen Wunden sseltsame Knubbel gebildet hatten. Offensichtlich dienten die Stacheln der Vermehrung der Eisigel und in ihnen wuchsen gerade neue Eisigel.
Erneut musste Nimrod zum Messer greifen und chirurgische Eingriffe vornehmen um die Verdickungen zu entfernen. Um sicher zu gehen öffneten sie gleich alle Wunden nochmal und reinigten sie von Eisigeljungtieren, sofern vorhanden. Diesmal waren es Salasanda und Helena die mittels Balsam Salabunde die Operationen ermöglichten und anschließend die Wunden verheilen ließen.

6. Tag Puin Guins und Yetis
Die Eisigel schienen ab nun ganz Yetiland zu verseuchen, Eissegler und auch die Schlitten kamen nur noch langsam voran, während sie sich in Schlangenlinien an den Eisseglern vorbei bewegen mussten.
Auf Ihrer Erkundungsfahrt entdeckten die Helden nicht nur einen verlassenen Lagerplatz von Beorns Leuten sondern auch einen von großen Eisblöcken zerschlagenen Eissegler. Sie untersuchten gerade die im Schnee begrabenen Leichen, als sie ein leises Wimmern hörten. Nimrod erkannte es sofort und vermutete einen jungen Yeti in der Nähe. Unter der Leiche eines mit Speeren gespickten Yetis, der ein Stück abseits lag, verbarg sich ein Yetijunges, welches sofort von Helena und Salasandra ins Herz geschlossen wurde. Helena kaute dem Yeti sogar von dem zuvor erjagtem Boronskuttentaucherfleisch einige Brocken vor. Sie verzog keine Miene während sie das rohe, fettige Vogelgleisch zu Brei zermallmte und gab dem Jungtier dadurch das Gefühl bei ihr geborgen und in Sicherheit zu sein.
Später stießen sie auf eine Truppe bewaffneter Yetis, die sie sogleich mit schweren Einsbrocken bewarfen. Nimrods Steuerkünsten ist zu verdanken, dass sie lange genug unbeschadet und in Schlangenlinien zwischen den einschlagenden Geschossen hindurchfahren konnten um den Jägern das Junge zu präsentieren. Durch die freundlichen Gesten und das gesunde Junge beruhigt, nahmen die Yetis die Helden mit in ihr Dorf und stellten ihr Mutter Galandel vor, eine Elfin die seit hunderten von Jahren unter den Yetis lebte. Sie hatte einst eine Expedition zum Himmelsturm begleitet und würde auch Phileason helfen dorthin zu reisen.

7. Tag: Ein Land vor unserer Zeit
Erneut war Phileason nicht sehr glücklich, dass einer seiner Eissegler über Nacht verschwunden geblieben war. Als er allerdings von den Erfolgen der Helden hörte, freute er sich sie dabei zu haben. Mit allen Mann reisten sie zum Dorf der Yetis, wo Phileason mit Galandel vereinbarte, dass man sie ins Tal der Donnerwanderer führen würde, wo man Mastodons jagen dürfte.
Durch einen Tunnel unter einem Gletscher hindurch betraten Phileasons Männer, Galandel und einige Yetis das Tal der Donnerwanderer und nahmen Kontakt zu den hier heimischen Yetis auf. Durch Geschenke aus Metall konnte Phileason sie überzeugen ihnen eine Jagderlaubnis für ein Mastodon und etwas Proviant zu gewähren. Leider galt diese Erlaubnis auch für Beorn, der mit seinem Haufen wenig später eintraf, allerdings war er über den Gletscher gestiegen. Dies und beständige Kämpfe mit den Yetis hatten ihn seine Woche Vorsprung die er bei der Landung auf Yetiland noch gehabt hatte, wieder einbüßen lassen.
Die Mastodonjäger stapften durch das tropische Tal welches sich hier mitten im Yetiland verbarg und mussten sich der Angriffe kleiner Raubdinosaurier und riesiger Libellen erwehren bevor sie ihre Zelte aufschlugen und übernachteten. Mastodons, waren noch immer nciht in Sicht.

8. Tag: Wie fängt man ein Mammut?
Am achten Tag gelang es ihnen endlich eine kleine Herde Mastodons aufzustöbern, aber bevor man sich daran machen konnte eines zu fangen, musste man erst Beorns Spion loswerden. Er bewegte sich kein Stück als Nimrod ihn dazu aufforderte und so musste er schließlich sein Leben lassen, als Helena die Illusion eines Drachen beschwörte um die Mastodons in Aufruhr zu versetzen.
Dadurch trennten sich glücklicherweise zwei Mastodons von der Herde. Eines konnte mit Hilfe von Bananen und Rauschkräutern gefangen und über den Gletscher aus dem Tal geführt werden.

9. Tag: Freudenfest
Die Erfolgreiche Jagd wurde bei den Yetis mit einem großem Festgelage rohen Fleisches und handwarmem Robbenblutes gefeiert. Salasandra schnappte sich einen total betrunkenen Thorwaler, um mit diesem ihr monatliches, elfisches Sexritual nachzuholen. Allerdings sollte sich ihr Partner nicht an die Nacht erinnern. Auch Nimrod und Helena, die sich im Tal der Donnerwanderer das ein oder andere Mal hinter ihm versteckt hatte, nutzten den Abend und die Wärme der Behausungen um sich zu zweit zurückzuziehen.

Hinterlasse einen Kommentar

D&D3.5 Eberron: Eine neue Abenteurergruppe

Tisch-Runde Samstag 05.10
Erzähler: Mookuh
Spieler: Anastrianna (ich), Aug, Caelran, Yoza

Und so fanden wir uns wieder zusammen um erneut Abenteuer in Eberron zu erleben. Nur die Schurkin Yoza blieb uns aus der alten Runde erhalten, während ich auf die Paladinin des Todlosen Hofstaates Anastrianna wechselte, der Spieler der verstorbenen Barden-Paladinin schlüpfte in die Rolle eines Halborkdruiden und die Spielerin unseres Halbling-Dinoreiters übernahm nun einen Barden aus Haus Deneith.
Yoza sollte der Dreh- und Angelpunkt der neuen Abenteurergruppe werden.
Ich hatte mir meinen Charakter schon vor einigen Wochen bauen wollen, mir aber einen Virus eingefangen und ihn nie zu Ende erstellt oder mich nähergehend mit dem Hintergrund beschäftigt.
Dementsprechend schwierig war es für mich in die Rolle einer den Todlosen Hofstaat verehrenden Elfenpaladinin zu schlüpfen. Vor allem weil ich vermeiden wollte die Paladinin wie meinen Aminte Melekh zu spielen.
Vor dem nächsten Spieltermin, werde ich mich auf jeden Fall nochmals in die Kultur, Geschichte und vor allem Religion der Elfen Aerenals einlesen müssen.

Die Schurkin Yoza weilte noch immer in einem Gashaus in Kronauspitze. Nach der Begräbnisfeier für ihre Freundin Zora, war ein weiterer Gefährte,der Hexenmeister Nicodemus, seines Weges gezogen, hatte ihr aber die Notizen und Schriftstücke im Bezug auf die Klauen überlassen.
Fast ein Monat war seit Zoras tot vergangen, aber komplett überwunden hatte sie ihn noch nicht und so lies Yoza es sich gutgehen in einem der örtlichen Gasthäuser um sich von den Ereignissen der Vergangeheit abzulenken.
Vor kurzem erst war ein mächtiger Felsbrocken vor der Stadt aufgetaucht und hatte für einiges Aufsehen gesort, Yoza selbst war deswegen befragt worden und hatte den Wachen etwas von den mächtigen Skelettriesen erzählt, die den Weg nach Kurundas Portal unsicher machten.
Caelran Deneith und sein Leibwächter, der Kriegsgeschmiedete Ozruk weilten derzeit ebenfalls in Kronauspitze. Caelran wurde von seinem Haus beauftragt diplomatische Bezehungen mit den Wolkenriesen aufzunehmen um den Vorfall mit dem Felsen vor der Stadt aufzuklären. Während man ihm Informationen zu den Wolkenriesen zusammenstellte, sollte er sich umhören und diese Yoza befragen, die von felsenwerfenden Riesenskeletten berichtet hatte.
Caelran machte sich auf den Weg zu ihrem Gasthaus, wurde aber auf dem Marktplatz aufgehalten. Anastrianna eine gerade angekommene Elfin aus Aerenal fragte ihn ob es hier viele rothaarige Menschenfrauen gäbe. Sie war auf der Suche nach einer bestimmten, da Hellsichtmagie ergeben hatte, dass sie im Besitz eines Schriftstückes war, welches eigentlich zu einem Botschafter Aerenals gehörte. Dieser war verschwunden und Anastrianna damit beauftragt seinen Verbleib zu ergründen.
Die Elfen machten sich sorgen über vermehrte Terrorangriffe einzelner Schiffe, bei denen die Agressoren mit einem seltsamen Metall bewaffnet waren, dass für die Todlosen Wächter ihrer Insel wie Gift war.
Als Caelran die Beschreibung der rothaarigen Frau hörte, erkannte er, dass es sich um Yoza handeln musste und gekeitete Anastrianna sehr zuvorkommend in die entsprechende Gaststätte.
Dort fanden sie Yoza gerade bei einem Nachmittagsmahl bestehend aus Kuchen und Tee vor, ließen sie aber aufessen, bevor sie sich dazu setzten.
Caelran wollte Yoza einen Nachtisch zu ihrem Kuchen spendieren, aber sie lehnte lachend ab. Dann entwickelte sich ein Gespräch zwischen den Dreien indem es um die Skelettriesen, das seltsame Metall und andere Dinge ging.
Als sie über die unterschiedlichen Lebenserwartungen verschiedener Völker sprachen und dabei das Wort Halbork in den Mund nahmen, wurtden sie von Aug, einem Halborkdruide gehört, der sich gleich darauf zu ihnen gesellte.
Sein Zirkel hatte ihn damit beauftragt in der Nähe von Korundars Portal nach Werwesen Ausschau zu halten und entsprechend mit diesen zu Verfahren. Also hatte auch er unerledigte Geschäfte mit den Klauen zu regeln. Die Vier einigten sich darauf gemeinsam erst Caelrans Auftrag bei den Wolkenriesen zu erledigen und dabei nach Möglichkeit das Mysterium um die Skelettriesen aufzuklären und danach weiter nach Korundars Portal zu gehen um den Klauen nachzuspüren. Doch vorher gingen sie noch zu dem Felsen, wo sie mitansehen konnten die Augs riesiger Schlangengefährte den Stein mit einigen Mühen vom Weg, einen Abhang herunter rollte.

Am nächsten Mittag brachen sie auf Eseln auf. Haus Deneith war so freundlich gewesen, sie für eine Reise ins Gebirge auszustatten und ihnen auch noch Gastgeschenke für die Riesen mitzugeben.
Nach zwei Wochen erreichten sie das große steinerne Tor, zum Gebiet der Riesen.
Sie klopften an und gewaltige Schritte näherten sich.
Dann wurde das Tor geöffnet, von einer in prachtvolle Gewänder gehüllte Riesin.
Cealran war ganz in seinem Element und übernahm die Gesprächsführung mit der Riesin. Um alles genauer zu besprechen, lud sie die Abenteurer zu sich ein, in eine Art Schreibzimmer.
Während der anschließenden Verhandlungen machte sie sich Notizen über das Gesagte.
Sie konnte mitteilen, dass andere Wolkenriesen den Stein als Warnung vor Kronauspitze abgelegt hatten, als Antwort auf die Grabschändung eines ihrer Hügelgräber durch einen Menschen. Die Riesin hatte den anderen zwar versucht mitzuteilen, dass Zwerge und Menschen ihre Geste nicht verstehen würden, aber sie hatten nciht auf sie gehört. Sie beschrieb den Friedhof auf dem die Grabschändung stattgefunden hatte und wie man den Täter finden könnte. Außerdem schrieb sie einen extra kleinen Zettel, der den anderen Riesen die guten Absichten der kleineren Wesen erklären sollte, damit es nicht noch zu weiteren Konflikten mit den Wolkenriesen kam.

Dann verließen sie die Riesin, hinterließen einige Geschenke und reisten weiter den Berg hinauf zu dem Friedhof der Wolkenriesen.
Zwei Tage später erreichten sie den Friedhof, ein Feld gewaltiger Hügelgräber. Man konnte deutlich die Schändung der Gräber aus denen die Skelettriesen wohl stammten erkennen und auch Überreste der Zeichnungen eines magischen oder klerikalen Rituals finden. Keiner kannte sich gut genug mit Magie aus um dies zu beurteilen.

Hinterlasse einen Kommentar