GMDW: Kinder

TS-Runde Donnerstag 10.11.11
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu, Gabriel

22.10 Morgens

Heute würde ein anstrengender Tag werden, ich hatte viel zu tun. Erst zum EBN, dann mit Lenja einkaufen gehen und ich wollte noch mit Voskow sprechen.
Zaid würde nicht hinnehmen was ich vor hatte. Ich hingegen würde nicht hinnehmen, dass er sich mir in den Weg stellte. Er hatte genug verbrochen. Naranjs Recherche diente im Grunde genommen nur dazu mein Gewissen zu beruhigen. Hoffentlich würde sie mir die Ergebnisse schicken, nach denen es mich verlangt.
Aber was ist wenn nicht? Dann würde es Probleme geben. Nein ich würde mir das Gift besorgen, hoffentlich war Voskow schon lange genug ein Aminte um die richtigen herstellen zu können. Dann würde ich Zaid demonstrieren, dass mit mir nicht zu Spaßen war, auch ohne Muskeln und Kampfausbildung konnte ich ihm zusetzen.
Und vielleicht, vielleicht würde er zu Osiris gehen. Sein Leben lag so zu sagen in Naranjs Computerzauberkünsten.
Ich bemühte mich leise zu sein, sicherlich hatte ich Samu mit meinen Träumen wach gehalten, also wolte ich ihn in Ruhe ausschlafen lassen. Nach der Morgenhygiene betete ich noch kurz zu den Äonen Het-ka-Ptahs, in Richtung der bald aufgehenden Sonne, bevor ich in den Frühstückssaal entschwand. Das Essen war nciht ganz meins, aber ich ernährte mich einfach von Saft und frischem Obst und lies den Rest links liegen.

Dann ging es mit der Bahn zum EBN, wie beabsichtigt war ich etwa 15 Minuten vor 0800 vor Ort, aber das Gebäude lag noch im Tiefschlaf vor mir. Erst um kurz vor 8 erschien der erste Mensch vor dem Gebäude. Eine nette Frau, die mich kurz fragte bei wem ich einen Termin hätte und die mich dann mit hinein nahm, sogar bis vor Prof. Alefuzoffs Zimmertür.
Frau Irina Alefuzoff machte einen weniger guten Eindruck auf mich. Sie hatte sich ken Stück auf diesen Termin vorbereitet, wusste nicht worum es geht, und hatte auch keinen ordentlichen Terminplaner ode irgendetwas, was ein vielbeschäftigter Mensch nutzen sollte um sein Leben zu organisieren. Möglichst schnell brachte ich die Übergabe des Gehirns hinter mich, zugern wüsste ich was Kramer ihr damals geschickt hatte. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass er ihr nichts mitgeteilt hatte über unsere Arbeit an den Kindern.
Voskow hatte mir geantwortet, um 1600 sollte ich am Stand sein um meine Sonderwünsche zu besprechen. Auch Naranj hatte mir eine SMS geschickt, ich hätte eien Email, deren Anhang ich ausdrucken sollte und um 12 zu Stand 47 bringen sollte. Tja, da würden Voskow und ich uns wohl vor der verinbarten Zeit wiedersehen.

Eine dreiviertel Stunde später ging es dann zurück ins Hotel. Ich kaufte mir W-Lan Zugang und stellte fest, dass Samu nicht mehr da war. Also legte ich mich mit Laptop aufs Bett und surfte auf Finnischen Seiten durchs Internet. Wäre sicherlich einfacher gewesen wenn Lenja oder Samu mir mit diesen komischen Zeichen hätten helfen können. So musste ich immer erst mühsam englische Übersetzungen suchen. Nachdem ich herausgefunden hatte wie ich hier Asyl beantragen konnte, schickte ich noch eine Mail an das Bürgeramt. Ich schilderte ihnen die Situation von mir und meiner Schwester und bat um Asyl für uns 5.
Dann klingelte mein Wecker, 1000, Lenja hatte jetzt lange genug zu geschlafen.

Als ich sie anrief brauchte sie eine Weile um ans Telefon zu gehen, vielleicht war sie doch noch im Bett gewesen? Ich erzählte ihr von meinem neuen Auftrag. Sie willigte ein mir mit dem Drucken zu helfen, und als Entschädigung lud ich sie zu einem Kaffee ein. Und da ich schoneinmal dabei war, lud ich auch Samu zu dem Treffen mit Voskow ein, man konnte nie Wissen was einen erwartete. Jemanden dabei zu haben, der ein ganzes Zimmer in nur 15 Minuten zu Sägespähnen verarbeiten konnte, würde nicht schaden.
Lenja brachte ihn auch schon mit ins Café. Es war mir etas unangenehm, ich hatte nur sie eingeladen, immerhin hatte Samu nichts gedruckt, aber keiner von beiden schien es mir übel zu nehmen.
Wieder tranken wir zusammen und wieder mussten wir uns über unappetitliche medizinische Berichte unterhalten. Denn bei den Dokumenten, die ich ausdrucken sollte, handelte es sich um eine Tatortbeschreibung und den Bericht der Pathologie über einige höchst seltsame Morde.
Arme Lenja, sie wollte doch einfach nur Kaffee trinken und jedesmal kam so etwas dazu. Lag vielleicht ein Fluch auf uns?

Dann war es an der Zeit rüber in die Kauppahalli zu gehen, aber anders als ich gedacht hatte, konnte Voskow mit dem Bericht nichts anfangen. Also war Stand 47 der internationale Aminte-Treffpunkt in Helsinki. Wer würde wohl dieses Mal hier auftauchen? Vielleicht Alpi oder Maarit?
Dann zupfte mir auch schon jemand am Mantel und rief meinen Namen. Aus Oberschenkelhöhe. Die Stimme kam mir bekannt vor, aber ich konnte mich nciht an einen Aminte im Rollstuhl entsinnen.
Wer also mochte es wohl sein. Zögerlich drehte ich mich um und blickte an mir herab.

Ich konnte mein Glück kaum fassen, mein Herz war kurz davor zu explodieren, aus lauter Freude. Es war Wakur. Sofort hockte ich mich hin und umarmte ihn, hielt Aussschau nach den anderen. Und da war Aneesh, sie kam zögerlich auf mich zu. Wir hatten uns schon viel zu lange nicht mehr gesehen Aneesh, aber du bist trotzdem in meinem Herzen.
Aber das alles roch nach einer Falle. Ich suchte die Menschenmassen nach Amani ab. sie war nicht hier. Wie konnten die Kinder ohne Amani hier sein? Meine Mutter war auch nicht da. Wollte man mich ablenken um mich ohne Gegenwehr zu erledigen. Aber in meinem Rücken mussten noch Samu und Lenja sein, sie würden nicht zulassen, dass Zaid sich von hinten anschlich. War es möglich, dass er die Kinder zur Ausführung einer solchen Tat benutzte? Barbarisch. Abartig. Einfach unvorstellbar. Aber es war möglich.

Dann sah ich Rasir. Er befand sich auf dem Arm irgendeines Abendländers, bleiche ungesunde Haut, lange braune Locken, braune Augen. Wie konnte so jemand mit Zaid unter einer Decke stecken? Er übergab mir Rasir und faselte irgendetwas, ich hatte keine Zeit ihm zu lauschen. Das Blut brauste so laut durch meine Ohren, ich wurde beinahe taub davon. Alle 3 waren hier. Ich konnte es nicht fassen.

Der Bericht. Welcher Bericht? Achso ja, hätte man sich denken können. Ich hatte ihn fallen gelassen, vergessen. Ich hob ihn auf und überreichte ihn Gabriel.
Er hatte für Naranj gearbeitet. Die Zettel für meine Kinder. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Unglaublich. Naranj war wirklich die beste. Ich erklärte ihm noch kurz, dass ich ihm helfen würde, weil er die Kinder zu mir gebracht hatte, sobald ich meine Angelegenheiten geregelt und Amani befreit hatte.

Sie hatten sich völlig eingesaut mit Schokolade von Lenja. Sollte sie doch behaupten sie mochte keine Kinder, aber Oxytocin wirkte immer. Sie würde schon lernen, dass die drei einfach wunderbar waren. Nach meinem kurz angebundenen Gespräch mit Gabriel, ich wollte jetzt wirklich lieber Zeit mit den Dreien verbringen, kaufte ich ihnen entgegen Lenjas Warnung Kuscheltiere. Viel zu teuer natürlich. Aber ihre Geschenke lagen noch in meinem Wohnheim in Misr. Ich hatte vergessen sie Amani später zu geben. Ich freute mich so sie zu sehen, da sollten sie ruhig auch etwas haben über dass sie sich freuen konnten. Heute war nicht der Tag um „Nein“ zu sagen, von denen würde es noch genug geben.

Während ich mit den Kindern spielte, unterhielten sich Lenja, Samu und Gabriel auf Finnisch.
Wieso gab es eigentlich so viele finnische Mumien? Die beiden schienen auch nicht so recht mit ihm klarzukommen. Er war recht seltsam, aber er hatte Wakur, Aneesh und Rasir hergebracht und ihnen sogar Amulette angefertigt. Ich hatte bis jetzt nichtmal die Zeit gefunden mir eines herzustellen. Also würde ich versuchen seine seltsame Art hinzunehmen und freundlich zu ihm zu sein.
Überhaupt wollte ich möglichst zu allen so freundlich sein, wie es Naranj zu mir gewesen war. Mir ging es jetzt viel besser als noch vor einigen Monaten, auch wenn noch physische Hindernisse im Weg standen, mit meiner Auferstehung hatte ein neues Leben begonnen. Und es war in Ordnung. Es war alles andere als einfach und jeden Tag kamen neue Komplikationen hinzu, aber es war in Ordnung. Ich hatte Frieden mit mir geschlossen, Bint-Anat hatte mir Frieden geschenkt. Wir würden die Welt in Ordnung bringen und mit mir hatten wir begonnen. Auch den anderen würde ich helfen mit sich Frieden zu schließen, auch wenn es viel Arbeit bedeutete.

Dazu musste ich aber erstmal das aktuellste Problem lösen. Wohin mit den Kindern?
Samu hatte schon einen Plan, war mir einen Schritt voraus. Aber er meinte es seie andersherum. Was er wohl vor hatte? Ich verabschiedete mich von Gabriel und bot Lenja an mich zu begleiten, aber sie konnte ihre Zuneigung zu den Kindern nicht zugeben und zog sich lieber allein zurück. Irgendwann wirst auch du auftauen Lenja.

Die Adresse die Samu mir gegeben hatte lag in einer noblen Gegend. Das haus war modern und seine Wohnung einfach gigantisch. Warum hatte er nur im Hotel gehaust? Er hatte sogar schon ein Kindermädchen engagiert und würde auch mich hier wohnen lassen, bis, keine Ahnung. Sicherlich so lange wie es nötig war. Samu war ein toller Aminte. Er war offen, hilfsbereit und für jeden da, so wie ich auch sein wollte.
Mir knurrte der Magen und wir inspizierten gerade die Küche als wir aus dem Kinderzimmer ein seltsames Lied hörten und absolut gar keine Geräusche von den Kindern. Das Lied erinnerte mich an meine eigenen Lieder, nur dass es nicht ägyptisch sondern nordisch war. Sofort musste ich an Lenjas Valküren denken. Ich hatte schon vor einer Weile darüber nachgedacht, dass wir Aminte sowas ähnliches waren wie von Gespenstern oder Geistern Besessene oder Getriebene.
Welches Mädchen, dass gerade mal die Schule hinter sich hatte kannte solche Lieder?
War auch sie getrieben von einem Geist oder gar Bessessen, oder verschmolzen so wie ich?
Ich schlich mich ins Kinderzimmer. Überhaupt nicht leise. Schade.
Die Kinder saßen aufgereiht in einer Linie und rührten sich nicht. Es erinnerte mich an eine Geschichte meiner Schwester, aber ich konnte es nciht einordnen. Ich wusste nur, dass es ganz entschieden FALSCH war.

Ich bat Lara kurz mitzukommen, und versuchte sie irgendwie dazu zu bringen mir zu sagen, wer oder was sie war, was zur Hölle sie von den Kindern wollte, was sie mit ihnen gemacht hatte.
Aber sie wich all meinen Fragen aus, wollte mir nicht die Wahrheit sagen. Sogar Samu versuchte mich zu beschwichtigen er wollte das Kindermädchen nicht verlieren.
Aber ein Kindermädchen, dass sich von der Essenz unserer Kinder ernährte? Das war ausgeschlossen, wir mussten herausfinden, was sie war und was sie brauchte.
Ich lies mich erst einmal beschwichtigen, entschuldigte mich für mein Verhalten und kochte Mittagessen für heute und morgen. Die ganze Zeit behielt ich Lara im Auge. Ich würde ihr schon noch auf die Schliche kommen, oder zumindest verhidnern, dass sie den Kindern irgendetwas antat.
Wir schickten Samu einkaufen und ich nutzte die Gelegenheit ihr weiter auf den Zahn zu fühlen.
Genau vor ihrer Nase benutzte ich eines meiner Hekau und versuche sie erneut dazu zu bringen sich zu offenbaren. Ich verrate ihr sogar, dass ich Melekh Bint-Anat bin, aber sie versteht mich nicht und nennt mir wieder nur ihren dämlichen normalen Namen. Na warte, irgendwann bekomme ich dich zu packen Geist. Auf ewig hälst du das Spiel nicht durch.

Du wirst Amanis Kinder nichts antun. Amani. In diesem Augenblick erinnerte ich mich an unseren Abend. Beinahe konnte ich ihre hand fühlen, wie sie über meinen Kopf und Nacken strich. Wie konnte ich jetzt nur daran denken. Diese wunderbaren Erinnerungen waren gleich nach den Kindern und Amani das wertvollste, was ich besaß. Sorgfältig verstaute ich sie wieder in den tiefen meiner Seele und wollte mich erneut Lara zuwenden.
Aber irgendetwas war jetzt anders. Sie schien nicht mehr so bedrohlich. Ich wusste noch immer nicht, was sie war aber das würde ich schon noch herausfinden. Immerhin passte sie schon lange auf Samu Kinder auf und es ging ihnen noch gut. Alte Lieder singen und Basteln, das hätte ich auch mit den Kindern gemacht. Aber sie gleich mit irgendeiner Art Zauber beeinflussen, darüber würden wir nochmal reden müssen.
Ich vereinbarte mit ihr, mir das Lied beizubringen, sie hatte es ziemlich zu Beginn unseres ersten Gespräches angeboten und wenn wir schonmal dabei waren, könnte ich mich nochmal um diesen Zauber kümmern.

Dann kam auch schon Samu zurück. Eigentlich nicht schon, sondern dann erst, er war weit über eine Stunde weg gewesen. Vermutlich weil er unterwegs Gabriel ud Lenja geroffen und mitgebracht hatte. Zum Glück hatte ich für zwei Tage gekocht, es würde wohl für uns alle Reichen. Hoffentlich konnte man für morgen noch einkaufen, die Tiefkühlpizzen würde ich eigentlich lieber tiefgekühlt lassen.
Während Lara und ich den Tisch deckten, benahm sie sich als wäre nichts gewesen, wollte die anderen nicht sehen lassen, dass ich erkannt hatte, dass sie kein Mensch war. Nun gut, vorerst konnten wir es dabei belassen.
In einem riesigen Speisezimmer setzten wir uns alle zusammen um zu Essen, ich nahm Rasir auf den Schoß und fütterte ihn. Nur Gabriel blieb in der Küche.
Den Bericht über den eigenen Tod zu lesen hatte tiefe Furchen in seiner Seele hinterlassen.

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