GMDW: Nach Vorne

TS-Runde Donnerstag 24.11.11
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu

23.10 Abends

Auf einen geschäftigen Tag folgte ein geschäftiger Abend. Den ganzen Tag war ich auf hochtouren gelaufen, hatte mich im Hotel abgemeldet, meine Sachen zu Samu geholt, Emails und Infos von Naranj studiert und ein Spaziergang mit Lara und den Kindern unternommen.
Dann war es auch schon Abends und keiner hatte daran gedacht etwas zu Essen einzukaufen, also konnten wir nichts gescheites Kochen. Nichts gescheites in Form von Pommes und Fischstäbchen kam aber nicht nur bei den kleinen Finnen sondern auch bei den kleinen Alexandriern sehr gut an.

Gabriel aß wie üblich alleine in der Küche, Reste von gestern. Er ließ alle unsere Einladung ins Esszimmer zu kommen einfach abblitzen, war zu spät gekommen und zog sich kurz nach dem Essen schon zum schlafen zurück.

Eigentlich hatte ich gedacht er wäre etwas aufgetaut in letzter Zeit, aber im Wald oder sonst wo, muss ihm wohl eine Schlange über die Leber geschlängelt seien. Er zeigte sich abweisend wie zu Beginn und würde doch nicht mit nach Alexandria kommen, um uns zu begleiten und mir zu helfen. Er wollte unbedingt ohne Hinweise diesen Mörder finden und stoppen, ganz alleine. Außerdem wollte er sich um allerlei weltliche Dinge kümmern, ein Gemälde das er verkauft hatte, seine Wohnung seinen Studienplatz und so weiter.

Wie gerne hätte ich mein praktisches Jahr beendet, aber anderes ging gerade vor.
Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, wo ich es beenden werde. Helsinki ist kalt wie die Zwölf Stunden der Nacht, der Atem des Ra ist nicht zu spüren und überhaupt wollen diese dämlichen, dummen, bürokratischen Idioten Amani nur 3 Monate in ihrem blöden dunklen Land dulden. Sie sollten sich lieber freuen, dass es so nette finnische Aminte gibt, das jemand wie Amani mir und meinen Freunden zur Liebe hier bleiben würde. Sicherlich eine Bereicherung und das auf einer viel wichtigeren Ebene als irgendein arabischer, zukünftiger Neurochirurg. Aber nein. Bei Osiris und Isis, das …

Samu meinte man könne da vielleicht was machen, er hätte Freunde die beim Amt arbeiteten.
Ich versuchte mich dankbar und freundlich zu geben. Ich würde gerne bei Samu und Lenja bleiben, aber hier? Ich hatte mir den hohen Norden irgendwie anders vorgestellt. Helsinki war von Innen wesentlich weniger einladend, als es von Misr aus gewirkt hatte.
Vielleicht würden die beiden ja mit mir auswandern?

Aber ich greife vor. Eigentlich erfuhr ich all dies erst am nächsten Morgen.
Den Abend verbrachten wir damit Pläne zu schmieden wie wir Amani retten könnten. Ich wollte es definitiv erledigen während Zaid nicht anwesend war, aber trotzdem wurde sein Haus bewacht von einem halben Dutzend Leuten, wie Amani meinte. Wie sollten wir nur mit einem halben Dutzend Schlägertypen, wohlmöglich noch Soldaten fertig werden?

Wir waren zwar Aminte, aber keine großen Krieger oder Magier wie aus den Geschichten. Nur einfache Leute. Wir würden Amani „entführen“ müssen, wenn sie gerade nicht zu Hause war, aber natürlich lagen die Kutabtage genau so, dass es verdammt knapp werden würde. Zaid fuhr Mittwochs und kehrte Donnerstags wieder zurück. Also blieb die Kutab nur als letzter Versuch.
Vermutlich musste ein Ablenkungsmanöver her. Außerdem wollten wir Undercover vorgehen. Lenja, ich wusste doch, dass ein Privatdetektiv verdammt hilfreich werden würde, konnte uns gefälschte Papiere besorgen, sodass niemand bemerken würde, dass wir es waren die da nach Alexandria flogen. Niemand vielleicht außer Naranj, die sofort herausfinden wollte wer wir wären, nur so zum Spaß. Die Papiere waren verdammt teuer, ohne Naranjs finanzielle Unterstützung hätten wir eine Undercover-Reise gleich vergessen können und ich die ganze Aktion. Wer nicht arbeitete verdiente auch kein Geld um nach Alexandria zu fliegen und dann mit seiner Schwester zurück nach Helsinki.

Lenja übernachtete im Wohnzimmer. Sie hatte noch ausgehen wollen, aber weder Samu noch ich waren in der richtigen Stimmung und dann war sie nach dem ganzen Gerede zu faul gewesen sich noch zurückzuziehen. Oder taute sie doch ein wenig, langsam, Inch für Inch auf?

Gleich am nächsten morgen, sorgte ich dafür, dass sie sich wieder in eine andere Richtung entwickelte, als ich erwähnte, dass alle Aminte besser so hilfsbereit und aufgeschlossen wären wie Samu und Naranj. Sie schien eine Morgenmuffel zu sein und übermäßig beleidigt durch meine Bemerkung. Als ich ihren Gesichtsausdruck sah, bereute ich sofort, was ich gesagt hatte, aber tief in meinem inneren wusste ich, es war die Wahrheit. Sie wollte zwar helfen und dafür war ich unendlich dankbar. Aber sie war soo misstrauisch. Erst die Geschichte mit Aswuat, falsche Namen, sich nicht nach Hause bringen lassen und sändig irgendwohin abhauen. Irgendetwas war da nicht ganz richtig mit ihr, das musste sie doch einsehen. Das eigene Verhalten zu leugnen machte es nicht ungeschehen.

Trotzdem wollte ich eigentlich nicht gemein zu ihr sein und sie beleidigen. Also bemühte ich mich den Rest des Tages über durch zubereiten eines ordentlichen Kaffees und den Einkauf leckerer Schokopralinen ihre Gunst zurückzuerlangen.
Sie war eine Freundin und ich wollte sie nicht verjagen.
Vielleicht sollte ich heute Abend auf ihren Wunsch von gestern, tanzen zu gehen eingehen? Außerdem wollte ich sie sowieso noch um einiges bitten und könnte mir gut vorstellen, dass ihr gefiel was ich vorhatte.

Heute war dann der Tag an dem ich erfuhr, dass die Finnen Amani nicht hier haben wollten und beinahe mein Handy gegen die Wand geschleudert hätte und Samu mich beruhigen musste.
Außerdem bestätigte das EBN meine Vermutung, dass es sich bei den Gehirnen um irgendein abgedrehtes Phänomen handelte, denn sie hatte nichts gefunden, was die Wandlung hätte erklären können. Keine Viren, keine Bakterien, keinen Pilz, keine anderen Mikroorganismen, nichts. Einfach ein Phänomen.

Aber das nächste zuerst.
Also rief ich wieder einmal Lenja an.

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