Archiv für Januar 2012

Die Nacht der Wölfin, Teil 3 [basierend auf dem Roman von Kelley Armstrong]

TS-Runde Montag 30.01
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Paul, Katia

Dienstag, 31. Mai Dreiviertelmond
Katia und Taylor warteten schon seid einer Weile am Zoo, als nach und nach auch die anderen eintrafen. Paul Charly, nur Adriano fehlte noch.
Paul war wie besessen davon, alles so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen, 3*27 Wochen, etwa anderthalb Jahre, eine verschwindend geringe Zeit um etwas gegen den bevorstehenden Weltuntergang zu unternehmen.
Alleine wollte er in den Zoo aufbrechen, aber Charly hielt das für eine schlechte Idee und auch Taylor pflichtete ihr bei, wer weiß was die Geister des Zoos mit ihmangestellt hätten.
Mehr als widerwillig blieb er bei den anderen, debatierte aber halsstarrig darüber, dass er es für absolut unsinnig hielt auf Adriano zu warten, obvwohl dieser sich als Theurg definitiv am besten mit der Geisterwelt auskannte.

Doch dann kündigte der Phönix-des-Weltenherzens von Adrianos Ankunft. Er erschien nicht alleine, sondern hatte Marie, eine Werwölfin im Schlepptau, die ihm auf Schritt und Tritt folgte. Sie hatte eine zierliche Gestalt, beigebraunes Fell mit einem weißgrauen Bauch, Beinen und Zeichnungen im Gesicht. Sie war überaus nervös und angespannt, die ganze Nacht sah sie aus wie ein Reh, jederzeit bereit aufzusprinigen und davon zu rennen.
Adriano richtete seine Worte kurz an sein Rudel und schärfte ihnen ein, dass es ab jetzt keine Soloaktionen mehr geben würde und auch kein Mund verbieten oder anderweitig respektloses Verhalten. Er war der Rudelführer, von den anderen gewählt, wem das nicht passte, sollte ihn offen herausfordern. Er wollte nicht, dass irgendwer sich ständig insgeheim verweigerte oder gegen ihn agierte.
Schnell befestigten sie noch einige der Plakate außerhalb des Zoos, bevor sie dann in den Büschen in die Penumbra wechselten.
Die restlichen Plakate, einige Handys eine Schusswaffe und ähnliches blieben allein im Gebüsch zurück.
Trotz des angekündigten Weltuntergangs durch Darzel regnete es nicht und die Gegenstände blieben weitesgehend unbeschadet.
Ohne seine Forderungen tiefergehend zu besprechen betraten sie in der Penumbra den Zoo.

Baumbrecher war reichlich ungehalten darüber, dass sie die Plakate gerade erst aufgehangen hatten, aber er war bereit ihnen zu verzeihen. SIe waren erst Cliath und noch unerfahren. Doch beim nächsten Mal sollten sie umsichtiger sein. Dann führte er sie zur Urwaldhalle, der Heimat der Affen.
Unterwegs schlossen sich mehr und mehr Geister den Werwölfen an und bildeten eine Art Gefolge. Sie alle wollten mitbekommen, was ein ganzes Rudel Garou hier verloren hatte. Viel zu lange, hatten keine Wölfe mehr im Zoo nach dem Rechten gesehen.
Orang-Utans bildeten ein Spalier durch welches die Garou die Urwaldhalle betreten konnten. Die anderen Tiere blieben draußen zurück.
Anders als in der materiellen Ebene, gab es in der Urwaldhalle keine Pfade, keine Gehege, nur beinahe undurchdringlichen Urwald, durch den die jungen Wölfe sich kämpfen mussten.
In den Bäumen über ihnen turnten Schimpansen und beobachteten sie, wie sie sich am Boden in Richtung Hallenmitte fortbewegten.
Dort wurden sie von zwei gewaltigen Silberrücken begrüßt, der Leibwache des Froschkönigs.

Für einen König all dieser mächtigen und eindrucksvollen Tierwesen, war er ziemlich klein und auch nciht besonders stattlich.
Gerade mal so groß wie eine Handfläche war der Froschkönig zwar größer als jeder andere Grasfrosch, aber von einem König hatten die Garou sicherlich mehr erwartet.
Bevor er nach den Ameisen schickte, hatte er erst noch selbst ein Anliegen. Von den Geistern der Stadt wurden die Naturae die sich hier eine Domäne im Zoo gesichert hatten immer wieder unter Drcuk gesetzt. Für Hilfe im Kampf gegen diese Geister würden die Naturae des Zoos bereitwilliger Gaben lehren und auch den ein oder anderen Fetisch beziehen.
Paul hatte immer noch Probleme damit sich in die Welt der Geister hineinzudenken und so interpretierte er deren Angebote als mangelndes Interesse am bevorstehenden Untergang der Welt.
Doch auch die anderen Mitglieder seines Rudels schienen Darzels Ankündigungen weniger ernst zu nehmen als er. Für sie waren anderthalb Jahre reichlich Zeit und auch hatten sie nicht aus den Augen verloren, das Anthelios bereits in der materiellen Ebene erstrahlte.
Nach den Verhandlungen mit dem Froschkönig wurden die Ameisen gerufen und von allen reichlich mit Essenzblättern beschenkt um an die gewünschten Informationen zu kommen.

Doch die Ameisen konnten nicht sprechen. Statt dessen formten sie die Antworten auf die Fragen der Werwölfe aus ihren Leibern und spielten die Mordszene in der die Wölfe umgebracht wurden nach.
So erfuhren die Garou, dass es sich bei den Tätern um 3 Menschen handelte, unterstützt von 3 Garou?
Die Menschen machten irgendetwas mit den Wölfen nachdem sie sie umgebracht hatten und verwandelten sich danach in Wölfe.
Paul schien als einziger etwas in den Zügen der Ameisenkreaturen erkennen, ein Gesicht, dass er schon einmal gesehen hatte. Danach war er Feuer und Flamme, wollte alleine aufbrechen um nach dem Gesicht zu forschen.
Darüber geriet er mit dem Rest des Rudels ziemlich in Streit.
Die anderen konnten einfach nicht verstehen, dass Paul noch so sehr dagegen ankämpfte ein Garou zu sein. Sich so sehr anstrengte um alleine zu sein, alleine zu agieren, anstatt mit seinen Rudelgefährten gemeinsam.
Obwohl vor allem Adriano und Charly noch lange versuchten mit den Ameisen zu kommunizieren, konnten sie keine weiteren relevanten Informationen erlangen.

Endlich waren die Verhandlungen mit den Ameisen abgeschlossen, zumindest aus Pauls Sicht, und er führte das Rudel in sein Büro.
Dort machte er sich gleich an den PC und forschte stundenlang nach dem Gesicht was er gesehen hatte.
In der Zwischenzeit verwüsteten die anderen Garou die Büroarbeitsplätze von Pauls Angestellten, sehr zu seinem Leidwesen.
Schlussendlich fand er heraus, dass es sich bei dem Gesicht , welches er wiedererkannt hatte, um einen gefährlichen deutschen Schwerverbrecher handelte.

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Akt III: Die Freisetzung, Nachspiel

Tisch-Runde Freitag 27.01.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri-Krieger), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Viktor (Lasombra)

Wären sie doch alle nur etwas schneller gewesen. Als der Szlachta Fleischbrocken aus Jean herausriss, begann dieser sich um die Hände des Szlachtas herum in Asche zu verwandeln. In einem orangerotem feurigen Funkenregen fiel ihm das Fleisch von den Knochen die zu Staub warden, als sie auf dem Boden aufschlugen.
Durga sperrte einen der Szlachta in eienr fürcterlichen Realität ein, in der er dazu gezwungen war gegen ihre Illusion der Fledermaus zu kämpfen und Svetlana gelang es einen in das Erdreich hinab zu ziehen. Reynaud duckte sich zwischen unzähligen Klauen und Armen hindurch und brachte mit einer bloßen Berührung das Blut eines Szlachtas zum Kochen, was dieser nicht überlebte.
Danach unterstützten sie die Annarchenarmee tatkräftig und drangen mittlere und kleine Szlachta mordend weiter und weiter zum Zentrum der Ruinen.
Vor einem der Abstiege in die Finsternis Tzimisces Grabstätte angekommen, erreichte sie ein alter Bekannter aus Buda Pest in einer Windhose. Es war Adonai, ein Ahn der Salubri der auf em Pfad der Krieger wandelte. Er war von einem Freund geschickt worden um Svetlana und Melissa zu beschützen und sie dabei zu unterstützen weitere Quellen vampirischen Wissens anzusammeln. Die uralten Vampirglyphen aus dem Turm der Basarabs und auch auf Durgas Torque hatten seiner Meinung nach etwas mit den Dämonen zu tun gegen die sein Freund und er kämpften.
Von den übrig gebliebenen Kainiten verspürte keiner große Lust sein Leben in Tzimisces Gruft zu riskieren und so machten sie sich auf den Rückweg nach Kronstadt.
Der WInd flüsterte ihnen einen bedrohlichen Abschiedsgruß zu: „Narren, diese Neulinge. Ich habe eure Beteiligung an der Sache gesehen und ihr werdet eure Belohnung zu angemessener Zeit erhalten.“

Ohne den Schutz der Annarchen mussten sie sich allein dem Angriff eines kleinen Rudels Werwölfe stellen.
Dabei mussten sie erleben, dass auch die Wolflinge über eine Art Disziplinen verfügen, mit denen sie das Tier im inneren der Vampire einschüchtern können und zwar so sehr, dass es für sie kaum möglich war effektiv gegen die Wolflinge vorzugehen. Einer kämpfte sich einfach durch Viktors Schattenwolke und hackte diesem beinahe den Kopf ab, selbst die Erde von Svetlana beschworen konnte den Wolfling nicht gefangen halten. Die anderen beiden kämpften gegen Adonai, der von einer roten Aura geschützt wurde, die ihn zusätzlich zu seiner Samurairüstung vor den mächtigen Hieben der Werwolfwaffen schützte. Er öffnete das rote Auge auf seiner Stirn und jeder seiner Streiche traf perfekt ins Ziel.
Nach 4 Hieben, die alleine ausgereicht hätten um Neulinge in Starre zu treiben oder einen Menschen umzubringen musste sich auch der Rudelführer de Werwölfe geschlagen geben.
Die Wolflinge zogen sich in die Penumbra zurück und garantierten Adonai freien Abzug durch ihr Revier.
Im Anschluss verspürten sowohl Adonai als auch Victor großen Durst, aber die Wolflinge verhinderten, dass Durga Rehe zu ihnen rief um sich zu nähren.
Der Morgen nahte und es kam die Zeit, da die Kainiten übertagen mussten. Sie ließen sich von Svetlana in der Erde versenken, die selber nach Kronstadt fliegne würde um dort zu nächtigen.
Unterwegs wollte sie sich noch in einem kleinen Dorf nähren, war aber so ausgemergelt, dass sie in Raserei verfiel und bedauerlicherweise viel zu viele der Dorfbewohner dahinraffte.
Nun würden diese nie wieder Schmerzen erleiden können, nichts mehr daraus Lernen können und … sie hätten nicht sterben sollen. Doch Svetlana bereute ihre blutigen Taten nur zum Teil und machte einen gefährlichen Schritt in Richtung ihres Tiers.
Am nächsten Abend erhoben sich die anderen drei Kainiten wieder und mussten feststellen, das die Wolflinge ihre Ruhestätte gefunden hatten und Viktors Pferde vertrieben worden waren. Aber aus irgendwelchen Gründen hatten die Wölfe darauf verzichtet, sie auszugraben und umzubringen.

Der Rest der Reise verlief Ereignislos und so kamen sie wieder in ihrer Stadt in Kronstadt an.
Dort wurde Durga zum Prinzen und auch zur Führerin des Rudels und setzte das Ritual der Vaulderie ab.
Aus dem Rudel wurde eher so etwas wie ein loser Zusammenschluss guter Freunde, die viel miteinander durchgestanden haben.
Sie söhnten sich mit den anderen Vampiren in ihrer Stadt aus und mehrten nicht nur ihren eigenen Reichtum sondern auch den der Stadt, sodass Kronstadt die Bauernaufstände relativ unbeschadet überstand.
Svetlana und Melissa verstärkten ihre Zusammenarbeit und spielten die verschiedenen Koldunen der Umgebung gegeneinander aus, bis sie zwei von ihnen ausschalten konnten und deren Plätze einnahmen.
Dadurch wurden die Gebiete dreier Voivoden und das Kronstadts geeint, zu einem gemeinsamen Machtfaktor in Transylvanien, mit denen die anderen Kainiten rechnen mussten.

Diese geballte macht bekam Mediasch und Nova Arpad in den folgenden Jahrzehnten zu spüren. Bis es schließlich zu einer Belagerung und Einnahme der Stadt durch die Truppen der anderen Prinzen der Siebenburgen geführt von den Kainiten Kronstadts kam.
Nova Arpad konnte mit Hilfe der Tremere erneut entkommen, aber ihre Rechte Hand Constantine wurde gestellt und musste für sein Verhalten gegenüber Durga auf ärgste Büßen.
Damit war die Macht der östlichen Ventrue in Transylvanien endgültig gebrochen und das Äscherne Konzil aufgelöst.

Was würden Durga und die Ahnen von Kronstadt wohl als nächstes unternehmen?

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Akt III: Die Freisetzung, Teil 4

Tisch-Runde Freitag 13.01.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Jean-Baptist (Malkavianer), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere-Antitribu)

Nach kurzer Zeit erschien Melissas Drohne mit dem Buch des Landes in der Hand und wie verdurstete Sethskinder stürzten sich Svetlana, Reynaud und auch Jean-Baptist auf die Schriften.
Durga und Melissa hatten anders im Kopf und für sie wäre am Buch selbst auch kein Platz mehr gewesen. Also zogen sie sich zurück, widmeten sich ihren Geschäften und vor allem der Gewinnung von Lacrima und Blutwein, den sie aus Pflanzen, sorgefältig gehegt und gepflegt und mit Vitae gegosssen, herstellten.
Svetlana kam schnell voran, mit Büchern kannte sie sich aus und dank Jean-Baptists Weißsagungen welche Seiten besonders interessant wären, Wusste sie nach nur drei Tagen wo sich die Grabstätte des ältesten aller Unholde befinden mussten. Jean hatte gemerkt, dass zu viele Leser das Wissen verdarben und sich lieber auf seine dunklen Gaben verlassen um die Ruinen zu finden. Im zZwielicht hatte er den Ort schon aufgesucht und betrachtet, er kam nicht ganz nah heran, aber es sah aus wie in seinen Visionen.

Vier Tage nach Basarabs Besuch machten sie sich dann auf um sich mit einer Armee aus Annarchen zu treffen und gemeinsam zu Tzimisces Ruinen zu reisen.
Doch diese Reise sollte nicht so ruhig werden wie der Heimweg von Paris. Melissa geriet in Streit mit anderen Tzimiscen was ihre Drohnen anging. Sie wurden für Gefäße gehalten und sollten verzehrt werden, woraufhin Melissa die Armee verließ. Für Annarchen hatte sie noch nie viel übrig gehabt.
Auch danach wurde die Reise nicht ruhiger, immer wieder wurde die Armee in der Wildnis von Werwölfen angegriffen, denen sie nicht Herr werden konnten. Direkt nach dem Angriff verschwanden die Werwölfe wieder, mitten in der Luft. Selbst ihre Leichen, wenn einer das Opfer der Vampire wurde, blieben nicht, sondern verschwanden. Dutzende Vampire erlitten den Tod und man konnte keines Wolfes habhaft werden.

Schließlich erreichten sie mit einem Großteil der Annarchen die von Jean beschriebenen Ruinen, wo sie kurz mit Shukaris sprechen konnten, bevor dieser sich dem Kampf mit 2 Inconnu stellte um zu verhindern, dass diesen ein Vorsintflutlicher in die Hände fiel.
Währenddessen brachen überall aus den Ruinen und aus dem Erdreich die verschiedensten Szlachta und Vohzd hervor um es mit den Vampiren aufzunehmen.
Shukaris unterlag, trotz seines Klüngels, den Inconnu. Doch bevor sich die Vampire aus Kronstadt darüber beraten konnten, was dies für sie bedeutete, wurden sie auch schon von drei Tzimiscenkreaturen angegriffen.

Sie schienen aus mehreren Menschen zu bestehen aber nciht so vielen wie ein Vohzd. Ihre außenseite wurde von Knochen geschützt und mit ihren langen Sichelklauen rissen sie gewaltige Wunden in das Untote Fleisch Svetlanas, Raynauds und Jeans, nur um dann mit dem nächsten Paar Gliedmaßen, Armen mit Klauenbewährten Händen, weiterzumachen und ganze Brocken toten Fleisches aus den Vampiren zu reißen.
Jean fiel schon nach dem ersten Angriff in Starre. Werden Svetlana, Reynaud und Durga es mit den Kreaturen aufnehmen können?

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Akt III: Die Freisetzung, Interludium

Tisch-Runde Freitag 30.12.11
Erzähler: Mandavar
Spieler: Jean-Baptist (Malkavianer), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos)

Über Melissa wurden Svetlana, Durga und sogar Jean-Baptist eingeladen zu einem Ritual des Bahari-Zirkels in Balgrad.
Die Reise war nicht einfach, der hohe Schnee beschwerte das vorankommen der Kutschen und fror die Blutvorräte die Jean-Baptist mitführte ein.
Ständig musste man fürchten, die Wölfe die in der Ferne heulten würden die Kutsche und den Planwagen angreifen, aber es blieb doch bei einem bedrohlichen Heulen.
In Balgrad wurden sie von den Zwillingen empfangen und in Gästequartieren untergebracht. Sie hatte anderthalb Nächte Zeit, sich von den Strapazen der Reise zu erholen, bevor das RItual statt finden sollte.

In der Nacht des Rituals trafen sie sich am Waltrand, und mussten sich dann nackt durch das Unterholz und dornenrankige Gebüsche schlagen, bis sie auf einer Lichtung ankamen, wo sie zu weiteren Kainiten, aber auch einer ganzen Reihe Sethskinder und einigen Magiern stießen.
Liliths Anhängerschaft beschränkte sich nicht auf die Reihen der Kainskinder.

Dann begann das Ritual.
Durga schlüpfte in die Rolle der Priesterin, die Lilith darstellte, während Melissa den Morgenstern verkörperte.
Der Klüngel konnte miterleben, wie sich die Bahari die Vernichtung des Garten der Erneuerung vorstellten und die Bestrafung, die noch folgen würde.
Die Rolle der 13 Vorsintflutlichen kam Annarchen zu, die in Balgrad und Umgebung Probleme verursacht hatten. Die Kinder Liliths wurden dargestellt von Svetlana, den Toreador Zwillingen, einem Kappadozianer, Sorin Markov, Svetlanas und Melissas Macher und einem weiteren unbekanntem Vampir.
Den Part Kains musste Jean-Baptist übernehmen, der völlig entsetzt von der Darstellung der Geschehnisse war.
Er hielt alles für Verleumdung und Verunglimpfung und beschloss nur noch das notwendigste mit den weiblichen Mitglieder seines Klüngels zu sprechen, die ihn dazu gebracht hatten derlei Ketzerei ertragen zu müssen.
Während Durga noch länger in Balgrad blieb, um in die Reihen der Bahari aufgenommen zu werden, reiste Jean so schnell er konnte ab, mit diesen Vampiren wollte er nichts zu tun haben.

Etwa ein Jahr später bekam der Ahnenrat Kronstadts Besuch von Vintila Basarab, der im Auftrag der Annarchen, Informationen zum Aufenthaltsort Tzimisce aus einem alten Buch, dem Buch des Landes erlangen wollte.
Es handelte sich dabei um eines der Bücher die Viktor vor langer Zeit, aus Balgrad mitnahm und in seiner Villa unterbrachte.

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Interlude 3, Darzel Düsterglanz

TS-Runde Montag 23.01
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Paul

Montag, 30. Mai Halbmond
Charly hatte ihren Vorstellungstermin im Fittnessstudio und wird dort auf Drängen von D. Düster, einem seltsam ausschauendem jungen Mann und Mrs. Winters seiner, ja was eigentlich? angestellt.
Danach musste sie leider im Hühner Heini arbeiten und war daher nicht zu Hause als Adriano und Paul versuchen sie zu besuchen.
Paul war ziemlich frustriert, dass ihre Mutter, die er für Charly hielt ihn nicht reinlässt und ging später mit Adriano ins Fantasialand, wo die beiden viel Spaß zusammen hatten.
Am Abend trafen sie sich dann doch noch mit Charly und malten zusammen mit ihrem kleinen Bruder Elefantenposter. Michael schien Adrianos freundliche Art zu mögen, auch wenn er kein Wort verstand von dem was Adriano so redete und Paul war ihm erst ziemlich unangenehm, bis dieser ihm einen riesigen Plüschhasen aus dem Fantasialand schenkte. Danach, kümmerte er sich aber auch nicht groß um Charlys seltsame Freunde sondern versuchte sich ganz auf die Bilder zu konzentrieren.
Auch Charlys Mutterwar wenig begeistert von dem Besuch den ihre Tochter mit ins Haus gebracht hatte und holte Michael durch das Abendbrot weg von den anderen.
Nur durch Charlys schnelles eingreifen konnte verhindert werden, dass Charlys Mutter Paul wütend anfuhr.
Wo hätte das nur geendet? Hätte Paul sich beherrschen können oder wäre er in Raserei verfallen?

Dienstag, 31. Mai Dreiviertelmond
Am Dienstag morgen kam Solarienne mit ihren Jungen und Taylors Sachen an. Paul schickte direkt den LKW zu der Wohnung die er Taylor besorgt hatte und dieser war den Rest des Tages gemeinsam mit Katia damit beschäftigt alles auszupacken und einzurichten.
Adriano, Paul, Solarienne und ihre Kinder tobten durch Pauls Garten und Haus, was weder Garten, noch Haus, noch Einrichtung besonders gut tat, aber den Tobenden um so mehr.
Am Nachmittag wollten sie sich dann mit Charly und ihrem neuen Arbeitsgeber an den Reinwiesen treffen.
Dieser holte sie schon am Hühner Heini ab, mit einem großen schwarzen Pferd ohne Sattel und Zaumzeug und ritt dann mit Charly hinter ihm zu den Reinwiesen.
Von dort joggten die beiden, mit dem trabendem Pferd an ihrer Seite zum Treffpunkt.
Dort stellte sich D. Düster als Darzel Düsterglanz vor, Kaiser vom Hof der Schatten, Hexenkönig von Haus Ailil gekommen um sein Volk zu den Waffen zu rufen. In sein Volk schloss er auch die Wölfe ein.
Lange Zeit waren seine Mächte von den Sylphen eingesperrt gewesen, aber Furcht hatte sie befreit.
In 3 mal 27 Wochen würde Krieg sein, der letzte Winter würde anbrechen und sie würden die Menschheit dafür bestrafen was sie der Erde antat: eingesperrte Flüsse, durchlöcherte Berge, verkabelte Meere, komplett anthropogen gestaltete Landschaften wie in Deutschland, wo es keine ursprüngliche Natur mehr gab.
Paul sah in ihm sofort einen Feind, zumal Darzel so stark nach Wyrm roch, wie nichts was er jemals zuvor gerochen hatte.
Nach seiner Rede verlies Darzel die Wölfe und flog auf seinem schwarzem Drachen, dem Pferd, mit Mrs Winters an seiner Seite davon.
Doch die beiden hatten offenbart wer sie wirklich waren, Gestalten wie man sie nur aus Märchen kennt, wie aus einem Traum und keinem angenehmen.
Paul stürmte sofort davon, er wollte die Stadt sicherer machen, die Angst mindern.
Charly fühlte sich benutzt und zog beleidigt von dannen, sodass Adriano ganz alleine zurückblieb.
Er verwandelte sich in einen Wolf und wollte Paul verfolgen, aber Menschen wurden auf ihn aufmerksam und riefen den Hundefängern. Nach den grausamen Hundeangriffen in den letzten Wochen, machten diese kurzen Prozess mit dem wilden Hund, betäubten ihn und schleppten ihn davon.
Charly besuchte zunächst den Laden der jungen Frau, die sie inder Umbra getroffen hatten. Sie wurde nicht erkannt und konnte ungestört stöbern. Neben dem gewöhnlichen Esoterikkram schien es hier und da auch Gegenstände zu geben, die anders waren, was sich an den Preisen bemerkbar machte. Während die normalen Gegenstände nicht so überteuert waren wie in anderen derartigen Geschäften gab es Bücher und seltsame Dinge die gleich mehrere tausend Euro kosteten. So auch 2 Messer in einer Vitrine, eines davon hatte Charly schon einmal gesehen. Aber die junge Verkäuferin zeigte sich sehr unwillig mehr über die Messer zu berichten und schlug Charly ein seltsames Rezept vor, dass ihr helfen würde die Sorgen zu nehmen. Wichtigste Komponenten waren ein Bernstein und Samen mit Schirm vom Löwenzahn. Später ging sie zum Zoo, wo Katia und Taylor schon auf die anderen warteten.
Sie alle merkten, dass etwas nicht stimmte, als sie sich Abends beim Zoo trafen um ihre Audienz wahrzunehmen und sie immer noch das Gefühl hatten als würde Adriano tief und fest schlafen. Warum hatte er sich überhaupt hingelegt?

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WtA: CoNO, Erste Verwandlung

Tischrunde 21.01.2012
Erzähler: U.
Spieler: Elle (Clawdeen), Kilian, River (Silverlocke), Leif (Kazul), Kaitlyn (Arva)

Es würde eine harte Woche werden nach dem ganzen Spaß in der letzten. Ich würde zur Schule gehen, in den Ferien, und hatte auch noch ne Schweinekohle dafür gelatzt. Voll das Hindernis.
Früh aufstehen, hastig frühstücken und dann ab zur Schule.
Mit einem ekligen, vollen, stinkenden Schulbus. Ich wollte ein Fahrrad. Ob wir mir fürs nächste Jahr ein Fahrrad besorgen konnten?

Zu allererst gings ab ins Sekretariat. Hier in der Schule übernahm Elle die Führung, sie wusste, wos lang ging, was man machen durfte und was nicht. Ich wollte auf jeden Fall im Sommer wieder kommen und hier mit ihr zur Schule gehen. Also steckte ich die Hände in die Hosentasche, setzte mein Was-auch-immer-Gesicht auf und ließ alles klaglos über mich ergehen. Hier und da hätte ich gerne mal mitgemischt, aber ich sah immer zuerst zu Elle und checkte ab, ob ich mich mal aus dem Fenster lehnen durfte oder lieber nicht. Meistens war es ein „oder lieber nicht“. Ob die hier wirklich so streng waren, oder war das „oder lieber nicht“ nur Elles Streberselbst?
Ich musste eine weitere Million von Zetteln angucken und ausfüllen für den Austausch später, voll das Hindernis.
Heute war der Tag der neuen Leute, im Sekretariat war noch ein Neuer, der würde aber länger hier bleiben, denk ich mal, also nicht erst mal nur ne Woche. Ziemlich schüchternes Kerlchen, als Mädchen hätte man graue Maus oder Mauerblümchen gesagt, gab es so ein Wort auch für nen Kerl?
Naja, auf jeden Fall hatte er coole Klamotten an und Hammersandalen. Authentisch. Nicht so angepasst. Ich mag authentische Leute, jetzt musste er nur noch dazu stehen oder so, aus sich herauskommen.
Elle sollte sich um ihn kümmern und sie checkte auch sofort den Stundenplan ab. Sofort alles voll durchorganisiert schleppte sie uns beide gleich in den Matheunterricht zu Mr. Drake.
Montagmorgen, erste Stunde Mathe, Traumstart, um nicht zu sagen: Voll das Hindernis.

Im Matheunterricht gabs dann gleich noch mehr neue Leute. Also für die anderen, für mich war hier sowieso jeder neu, also außer Elle, deswegen zählte das nicht. Perspektive und so.
Ein reicher Schnösel und ein verwegen aussehender Kerl namens Leif. Die neuen Schüler setzten sich irgendwo nach hinten, ich blieb an Elles Seite und musste ganz vorne sitzen. Voll das Hindernis.
Ich meine, ganz vorne konnte man gar nichts sehen außer den Unterricht, und wer will schon Matheunterricht sehen? Montagmorgen ehwieso nicht. Naja, dann würde ich mir die anderen Leute später anschauen.

Später in der Mittagspause saß ich mit Elle am Tisch. Es schien hier so eine Art Reviere zu geben und ich musste mir keines erkämpfen, sondern durfte bei Elle sitzen. Ist nicht das beste Revier, würd ich mal sagen, aber allemal gut genug für mich.
Während wir so da sitzen, zeigt sie mir die verschiedenen Leute und erklärt, wer wer ist.

Aber dann ging die Post ab. Plötzlich wurde es immer stiller und alle beobachteten die Cheerleader und die Neuen. Schade, dass wir keine Cheerleader an der Schule hatten, definitiv ein Hingucker. Kaitlyn, die auch in Elles Klasse war, zoffte sich gerade um ihr Revier oder so mit ner anderen Cheerleaderin. Die eine ging gar nicht, aber Kaitlyn sah ganz nett aus, bis auf, dass da irgendwie was fehlte, so das gewisse Etwas oder wie sagt man noch? Dafür war die auf jeden Fall mal total verschärft drauf, hat so nem Footballochsenweichei nen ganzen Teller Nudeln in die Fresse gehauen und die Nudeln waren überall, haha.
Das hätte ne gute Massen-Essensschlacht geben können, aber Elle zuliebe blieb ich hier sitzen und machte nichts weiter, als mir die Gesichter der Beteiligten zu merken. Der Schnösel und Leif waren auch dabei. Leif wusste definitiv, wo die Party abging, zumindest sah er so aus.

Ich hätte gerne mit ihnen geredet, aber die waren schneller im Büro des Direktors, als man Schulregeln sagen konnte.
Gut, dass ich nicht mitgemacht hatte, die Drei wurden für die Hälfte der Woche aus der Schule suspendiert, an ihrem ersten Tag hier. Verschärft. Aber ich wollte noch mal wieder kommen und die würden mich sicherlich nicht nehmen, wenn ich hier sowas abzog. Für mich galt hier ja keine Schulpflicht oder so, die konnten mich einfach abschieben und dann gäbe es keine vier Jahreszeiten mit Elle.
Also zusammenreißen und ruhig verhalten. Hände in die Hosentaschen und das Hindernis aussitzen.

Dienstag, Mittwoch ging gar nichts. Alle waren immer noch damit beschäftigt, sich über die Hintergründe der montäglichen Essensschlacht den Mund zu zerreißen.
Kaitlyn war jetzt wohl nichtmehr mit ihrem Football-Ochsen zusammen. Richtig so. Weiß gar nicht, was die alle mit dem Spiel haben. Ich meine, besser als Fußball war es allemal. Aber es gab noch so viele andere noch bessere Sachen. Schade.
Zu Hause alberten Elle und ich immer wieder rum. Nur zuhören oder Briefe lesen und beim Hausaufgaben machen zuschauen wäre mir definitiv zu langweilig gewesen.
Aber ich piekste und kitzelte sie nicht nur, wir gingen auch noch mal tanzen, das machten wir alle paar Tage und dazwischen hatten wir eifrig geübt. Bevor ich wieder nach Hause musste, wollte ich gut genug jiven können, um einmal in der Mitte zu tanzen. Also für Elle, weil sie das gerne wollte. Mir reichte einfach tanzen. Beim Laufen oder so guckte ja auch keiner zu. Das machte ich für mich, nicht um irgendwelchen lahmen Leuten irgendwas zu zeigen. Einfach um zu gucken, wie weit ich hüpfen konnte, wie weit ich mich abrollen konnte, wie weit ich gehen konnte.

Trotzdem ist ab sofort Mittwoch mein Lieblingstag.
Also irgendwann mal hatten Elles Eltern so einen dämlichen Fragebogen ausgefüllt. Mann, seit den ganzen Austauschfragebögen kann ich die Dinger sowas von nicht mehr sehen. Und deswegen musste sie jetzt zum Arzt, wegen irgendeinem Gendefekt.
Und wenn schon. Elle war cool. Und wenn ein Defekt daran Schuld war, dann sollten sie besser mal herausfinden, wie man diesen Defekt bei anderen Leuten auch einbaut oder so, anstatt sie damit fertig zu machen. Sie hatte daran ganz schön zu knabbern. Ich konnte und konnte sie nicht aufmuntern. Sie wehrte sich nicht, wenn ich sie kitzeln wollte, reagierte nicht, wenn ich sie piekste. Nichts.
Scheiß-Arzttermin, voll das Hindernis.
Aber so wird man kein Lieblingstag.
Als ich schließlich nicht mehr wusste, was ich noch tun konnte, legte ich mich einfach neben sie aufs Bett.
Sie war ziemlich fertig wegen des Arzttermins, also sagte ich ihr, dass ich mitgehen und auf sie aufpassen würde. Für mich war das die ganze Zeit klar gewesen, für sie irgendwie nicht.
Sie robbte zu mir rüber, drehte sich zu mir und legte mir ihren Kopf in meine Achsel. Gut, dass wir heute nicht tanzen waren, sonst wäre sie direkt wieder gegangen.

Meine linke Achsel ist ab jetzt übrigens heilig. Und Mittwoche gleich mit. Gut, dass sie ihren Kopf nicht auf meine Brust gelegt hat, sonst hätte sie gehört, wie mein Herz explodiert ist.
Das war so nicht geplant. Ich war extra vorsichtig, hab gar nichts gemacht, weil ich sie nicht erschrecken wollte. Bin einfach nur ein Kilian gewesen, der halt etwas mehr gegrinst hat als sonst. Ging auch gar nicht anders, wenn die Elle dabei war und gute Laune hatte, musste ich einfach grinsen. Einfach nur Kilian hatte wohl schon gereicht, so ganz ohne Plan. Ziemlich cool.

Am Donnerstag in der Mittagspause wollte ich dann mal mit Leif und Kaitlyn sprechen, aber Elle hatte noch was mit dem Lehrer zu bereden, und als wir endlich rauskamen, waren alle schon weg. Voll das Hindernis, morgen musste ich besser aufpassen, das war mein letzter Tag mit Schule. Sonst mussten wir gucken, ob man sich irgendwie am Samstag noch treffen konnte oder so. Ich würde da diesmal länger wach bleiben, dann am Sonntag im Flugzeug schlafen und dann wieder Schule. Ohne Elle. Das würde irgendwie viel langweiliger werden. Ich würde sie vermissen. Gut, dass Sommerferien und Osterferien nicht so weit auseinander liegen. Ob ich meine Achsel wohl doch noch waschen sollte, bevor ich wieder herkam? Ich war mir da noch unsicher.

Am Nachmittag fuhren wir dann zu diesem dämlichen DNA-Krankenhaus, wo Elle untersucht werden sollte.
So ein Krankenhaus hatte ich im Leben noch nicht gesehen. Auf der anderen Seite sollte ich ihnen irgendwie dankbar sein, immerhin hatten sie mir zu meiner heiligen Achsel und meinem neuen Lieblingstag verholfen.
Ich versuchte sie aufzumuntern mit Gerede über Hochsicherheit und Zombieseuchen. Da hatten verschiedene Leute in der Schule mal drüber gesprochen. Also Zombiefilme. Ich guckte ja nur Tiersendungen.
Elle stand offensichtlich auch nicht auf Zombies und schon gar nicht, wenn sie selber einer wurde. Auf jeden Fall wurde sie nicht glücklicher.
Wir wurden eingelassen wie in ein Polizeirevier. Die Aufzüge waren auch megasicherheitsmäßig, man konnte sie nur mit Schlüssel bedienen und alleine gar nicht fahren. Da half auch die Rieseneingangshalle nicht, nach oben offen, so dass man den Himmel sehen konnte. Und auch dieses Wartezimmer. Grauenvoll. Es war so offensichtlich darauf eingerichtet zu beruhigen.
Ich meine, man kann nicht jemanden wegen eines harmlosen Gendefekts in ein Krankenhaus bestellen und dann megaviele Sicherheitsleute haben und ein Haus, das nem Militärstützpunkt oder Polizeirevier gleich kommt. Sowas ist nicht beruhigend. Überhaupt nicht.
Arme Elle.
Und ihre Mutter, die fraß das alles. Meine hatte mir beigebracht, dass man Ärzten nichts glauben darf, immer nachfragen muss und nichts einfach mit sich machen lassen sollte.
Da war das eine Mal, da war sie beim Frauenarzt, wegen einer Mammographie. Und sie war extra bei einer Frau gewesen und dann sollte da noch irgendwas anderes gemacht werden und dann wollte eine Krankenschwester, dass sie nochmal abgetastet wurde, von einem Mann und so. Dämliches Ärztezentrum. Hat sie natürlich nicht mit sich machen lassen. Sowas Dämliches.
Naja, dann kam die Krankenschwester und holte Elle. Wenn ich gewusst hätte, wie sehr sie Elle holte, dann hätte ich das Seramis schon da benutzt.
Wir versuchten, zusammen in die Untersuchung zu kommen. Und wie sehr die sich sträubten. Eigentlich hätten wir gleich wieder nach Hause gehen sollen. Leider sah Elles Mutter das Ganze etwas anders.
Und so musste Elle ganz alleine in die Untersuchungsräume. Ich jonglierte mit Seramiskügelchen, füllte einen dämlichen Fragebogen aus. Elle hatte gesagt, wir wären verwandt und deswegen könnte ich auch en Gendefekt haben.
Scheiß Fragebogen. Scheiß Untersuchung. Verficktes DNA.
Als ich fertig war, den Fragebogen mutwillig widersprechend auszufüllen und es immer noch 100 Jahre dauerte, die sie Elle untersuchten, bastelte ich mir Boomerangschwalben und übte sie zu werfen. Elles Mutter gefiel das gar nicht.
Mir gefiel gar nicht, wie sie sich von den Leuten hier behandeln ließ. Ich meine, das war ja eigentlich gar nicht meine Elle, sondern ihre. Sie hätte noch viel mehr Theater machen müssen als ich.
Das machte sie dann auch, als sie wiederkamen. Aber auf die völlig falsche Art und Weise.
Elle war k.o.
Die redeten irgendwas von gefährlichem Gendefekt und plötzlichem Sterben durch Stress und lauter Latein. Mann, immer wenn ich es mit Ärzten zu tun hatte, wünschte ich, ich könnte Latein und kein Französisch, aber man konnte nicht alles haben.
Auf meine Fragen reagierten die gar nicht richtig und erzählten nur weiter irgendwelche Sachen.
Elles Mutter glaubte denen alles und brach in Tränen aus.
Ich auch beinahe. Aber meine waren weniger verzweifelt als ihre. Meine wären eher wütend gewesen.
Scheißarschlöcher.
Selbst wenn sie irgendwann tot umgefallen wäre, hätte man zumindest vorher mal darüber sprechen können, ob man sie einem Risiko aussetzt, das sie tot umfallen lässt.
Verfickte Arschlöcher.
Wir sollten uns jetzt einfach so verdrücken. Elle zum letzten Mal gesehen, hinter Dutzenden von Scheiben angeschlossen an tausend Maschinen mit Kabeln überall. Voll das Hindernis.
Ich bestand darauf, noch mal zu ihr gehen zu dürfen, mit ihr zu reden. Arme kleine Elle. Jetzt kannst du dich gar nicht mehr in meine heilige Achsel legen.
Nicht mehr jiven, nicht mehr im Badekleid schwimmen gehen und keine doofen Stammbäume mehr basteln.
Aber warum bist du eigentlich nicht zu Weihnachten tot umgefallen? Warum jetzt? Irgendwas stimmte doch da nicht. Wenn das stressbedingt hätte passieren können, dann wärst du doch Weihnachten umgefallen. Und ich wäre nicht hier und hätte mich nicht in dich verliebt.
Also so richtig. Mehr als eine Hoffnung. Rote Elle vom Mississsippi und jetzt liegst du da und bist k.o.
Verarschen die uns hier?
Mal testen. Ich knickte einen von den fiesen Schläuchen ab, damit er nichts mehr in meine Elle pumpen konnte, sofort gabs Alarm und eine Krankenschwester kam herein.
Scheiße, jetzt hatte ich doch Angst. Ich wollte gerne alles rausreißen und meine Elle mitnehmen. Aber was, wenn die uns nicht verarschten, dann hatte ich meine L platt gemacht. Scheiße, scheiße, scheiße.
Ich traute mich nicht.
Außerdem kämen wir ehwieso nicht raus gegen deren Willen. Wir brauchten schon Polizei oder so. Voll das Hindernis.
Obermegariesenhindernis.
Mit einer schluchzenden Ellemutter räumte ich den Platz. Ich hätte explodieren können. Arschlöcher. Dumme Kuh. Jetzt hör auf hier rumzuheulen. Wir sind in Amerika. Alle verklagen die Polizei, rufen dem FBI Bescheid, sagen keine Ahnung, ach, scheiße, Mann.
Hör doch auf hier rumzuheulen.
Unverrichteter Dinge fahren wir nach Hause, als wir von nem Hippibus überholt werden. Moment, das war doch Leif. Was will der nur? Der spinnt doch und hupte hier wild rum. Ich versuchte, Elles Mutte einen Bären aufzubinden, aber sie glaubte mir nicht.
Aber Leif triebs immer bunter mit den Autos. Mann, sei vorsichtig, sonst teleportieren sich die Autos noch ineinander und dann gehts keinem von uns besser, egal was ist.
Schließlich wurde es Elles Muttertier zu bunt und sie schmiss mich raus. Ich stieg bei Leif ein und der brauste davon, während ich mich mit einer Hand am Griff über dem Fenster, mit der anderen im Sitz verkrallte. Hilfe.
Leif erzählte mir eine Geschichte, die absolut durchgedreht war. Er meinte, der Schnösel hätte ihn angerufen und wäre wegen des Anrufes entführt worden. Außerdem hätte man Kaitlyn samt ihrem Dad entführt und ihre Mutter platt gemacht. Und es wie Selbstmord aussehen lassen.
Scheiße, das ist der verschärfteste Mist, den ich jemals gehört habe. Jemals.
Und DNA ist schuld. Die wollten ihn auch holen, mit der Genfragebogenkacknummer.
Genfragebogenkacknummer bedeutete, dass Elle nicht krank war, sondern entführt. Und wenn sie entführt war und die eh schon gesagt hatten, dass ihr Leben am seidenen Faden hing, dann können die sie jederzeit platt machen.
Was sollte das?
Voll das Hindernis. Wenn die meine Elle platt machten. Dann weiß ich nicht, was aus mir wird. Ob es wohl noch nen anderen Deckel gibt? Scheiße, Mann, das will ich eigentlich gar nicht wissen.
Wir fahren zu einer Werkstatt. Was wollen wir in einer Werkstatt? Er kannte wohl Leute, die ihn vor DNA gewarnt hatten und die uns jetzt helfen sollten.
Das war schon mal gut. Ich hatte schon überlegt, irgend ne Gang zu suchen und da Mitglied zu werden oder so, um dann mit denen die Elle daraus zu holen. Werkstatt ging schneller, außerdem gabs da mehr Werkzeug. Und man konnte niemals genug Zeug dabei haben. Vorbereitung ist alles.
Leif sah das gehörig nicht so.

Für Leif war Action alles und er machte einfach mal ohne Plan. Aber die Idee, alles was ich drinnen bei DNA gesehen hatte aufzuschreiben und zu malen, war gut.
Außerdem hatte ich so Papier und Stift um ne Liste zu machen mit Dingen, die wir bräuchten, um da irgendwie rein und wieder rauszukommen.
Ein paar Sachen von der Liste wären für die Werkstatt auch nicht schlecht gewesen.
Die wurde nämlich von Wölfen bewacht.
Leif dachte, das wären Schäferhunde, aber das waren sowas von waschechte Wölfe, was auch immer die hier verloren hatten. Auf jeden Fall hatten die Wölfe das mit dem Bewachen voll drauf.
Sie ließen sich einfach nicht ablenken, und als wir mit dem Bus durch den Zaun fuhren, er den einen Spiegel abfuhr, um sich mit dem Fenster vor die Werkstatt zu stellen, so dass wir da einsteigen konnten, kamen die Wölfe uns zuvor.
Einer bewachte den Van von draußen und der andere war durch ne Scheiß-Hundeklappe oder so rein gerannt und erwartete uns von drinnen, bevor wir noch das Fenster hatten einschlagen können. Voll das Hindernis.
Aber verschärfte Wachhunde. Ehm Wölfe. Wie auch immer.
Dann tauchte endlich einer von Leifs Bekannten auf und war mega angepisst.
Ich wäre gerne sehr kilianmäßig angepisst gewesen darüber, wie angepisst der war, aber irgendwie war das hier nicht so ganz die richtige Situation dafür. Also war der Kilian mehr Elle und benahm sich, um Hilfe zu bekommen. Leif sah das auch schnell ein, dass man hier als Elle weiterkam und nicht als Leif.
Immerhin waren wir nicht die Kerle mit den Wachwölfen.
Wir erzählten also diese total beschissene alberne Geschichte, aber wurden nicht ausgelacht.
Der Kerl war besorgt und telefonierte, konnte aber hier nicht weg, obwohl er uns irgendwie helfen wollte. Der Wolf haute ab und hat nen Skandinavier begrüßt oder so, der kurze Zeit später reinkommt. Mann ey, die hatten es echt nur auf uns abgesehen.
Die beiden redeten und der Skandinavier sollte mit uns nach DNA fahren, um dort zu beobachten.
Ich zeigte den beiden meinen Block mit den Notizen zu dem DNA-Hochsicherheits-Verarschungshaus, deutsch, ups.
Der Kerl konnte ein bisschen deutsch und fand gut, dass ich von da komm und drückte mich. Okay. Wikinger waren ja irgendwie Germanen oder wie war das. Wie auch immer, wir fuhren und der Kerl schien tierisch Spaß zu haben, dass er was machen kann.
Wir parkten etwas abseits und beobachteten das DANN-Gebäude. Aber was beobachteten wir eigentlich Wachrouten, Wachwechsel, wäre gut gewesen, wenn uns einer gesagt hätte, was abgeht und was man so vor hat.
Ich versuchte irgendwelche Pläne zu schmieden und Sachen aufzutreiben, die man vielleicht gebrauchen könnte, aber mehr als ein Schraubenschlüssel kam dabei nicht rum. Naja, immerhin.
Der Kerl war noch ungeduldiger als Leif und wollte was unternehmen. Er sagte uns, wir sollten hier bleiben und gucken, er gehe kloppen. Na, super. Wir schlichen ihm hinterher, bis er einfach verschwand. In einer kleinen Einbuchtung von nem Warenhaus oder so gegenüber von dem DNA-Gefängnis. Wir untersuchten noch die Bucht auf Geheimtüren und andere Möglichkeiten zu verschwinden, zum Beispiel nach oben, aber fanden keine, bis wir schließlich merkten, dass da ein Wäschewagen aufs Gelände wollte. Verschärft.
Wir schlichen uns an den Wagen und es gelang uns, unbemerkt ins hintere Abteil, in die Ladefläche zu den kleinen Wäschewagen zu kommen.
Mit der Fracht wurden wir in die Tiefgarage des Gefängnisses gefahren und konnten dort aus dem Wagen kommen, während die Leute mit der Wäsche beschäftigt waren.
Ein richtiger Umschlagplatz für komisches Zeug und Wäsche war hier unten, so viel Zeug stand hier rum, dass die Leute aus dem Wagen keine Chance hatten uns zu bemerken. Wir schlichen uns zum Aufzug, mussten aber feststellen, dass wir auch den ohne Schlüssel nicht nutzen konnten und nicht mit den drei Wäschewagen und den Arbeitern in den Aufzug passten.

Leif kommt auf die geniale Idee, durch die Luke auf den Aufzug zu klettern, aber die war verschraubt. Ich dachte mir noch, was zur Hölle machen wir hier eigentlich, aber auch meine Ideen waren nicht besser. Wir passten nicht drunter, rechts und links klappte auch nicht, für oben drauf endeten sie zu sehr in Augenhöhe, also gabs aufs Maul.
Als sie den letzten Wagen brachten, schlichen wir uns von hinten an. Ich mit Schraubenschlüssel, Leif mit Holzklotz oder so. Mit voller Wucht gabs den Schraubenschlüssel auf den Hinterkopf und der Mann ging zu Boden. Scheiße, was mach ich hier eigentlich? Das durfte doch alles nicht wahr sein. Leif hatte nicht ganz so gut getroffen, sein Opfer ging nur in die Knie.
Es gab kein Zurück mehr. Wir waren hier widerrechtlich eingedrungen und hatten Gewalt angewendet. Wie war die Strafe für sowas? Durften die uns hier eigentlich erschießen, wenn die uns fanden?
Voll das Hindernis.
Ich wollte es nicht rausfinden, holte aus und trat dem Mann ins Gesicht. Dann ging er zu Boden. Ich hatte gerade zwei Mäner platt gemacht. Verschärft. Scheiße, das hier ist kein Spaß.
Wir schleiften die Leute in den Wagen, nahmen den Aufzugschlüssel und schlossen sie im Laderaum ein.
Welche Etage, welche Etage?
Es gab eine mehr, als ich dachte, aber die ist nicht unter uns. Komisch, wir beide hätten schwören können, die Gefängnisse seien im Keller.
Wenn also nicht im Keller, dann ganz oben?
Doch nicht, nur Büros und Angestellte. Wurden wir bemerkt? Keine Ahnung. Ab nach unten. Scheiß-Hindernisse. Scheiß-Elle-Entführer. Scheiß-DNA.
Der Aufzug ging wieder auf und …
… Wir sind in der Scheiß-Hölle. Da war ein Riesen-Fellding, das sich auf sechs Bewaffnete stürzte.
Das Fellding war ein Megawolfsmonster, das gegen die Bewaffneten stürmte um Elle, Kaitlyn und River die Flucht zu ermöglichen. River trug den Schnösel. Scheiße, Mann, die passten hier alle gar nicht rein.
Leif sah das genauso und wir schoben die Wäschewagen raus, damit gleich alle Platz hatten und fuhren sofort wieder runter. Ich drückte 20tausendmal auf den „Tür zu“-Knopf, bevor wir endlich weg waren.
Das Wolfsmonster wurde erschossen. Nach einer ganzen Weile im Kugelhagel. Sie redeten etwas von Silberkugeln.
Wir waren unten, rannten zum Wagen. Laderaum auf, die Leute griffen uns nicht an, gut, wäre ich jetzt nicht in Stimmung dafür gewesen. Alle hinten rein, Leif fuhr. Wie ne besengte Sau. Er brüllte irgendwas von wir müssen durch das Tor bevor es geschlossen würde. Scheiße, Mann, zitterte ich. So aufgeregt war ich seit meinem ersten Fechttunier nicht mehr gewesen. War ich überhaupt schon mal so aufgeregt? Eher nicht. Vielleicht doch. Als sich Elle an mich geschmiegt hatte.
Elle. Sie war völlig fertig. Ich kniete mich neben sie, nahm sie in den Arm und hielt sie fest, drückte sie. Aber dann brüllte uns Leif schon an, wir sollten uns bereit halten wegen des Tors.
Es war ein Sicherheitstor, gebaut, damit keine Leifs da mit ihren Bussen durchfahren konnten. Leif machte es trotzdem, zum Glück war es noch ein bisschen offen. Wir zerschellten nicht, aber das Dach wurde abgerissen. Einfach so weggefetzt.
Scheiße. Lauter Wachleute draußen, die auf uns warteten. Nein, Soldaten. Voll das Hindernis.
Kugeln flogen uns um die Ohren, River blutete, weil er sich am weggefetzten Dach geschnitten hatte und der Schnösel starb an Wunden, aus denen er alles vollblutete.
Scheiße.
Die Hölle.
So hatte ich mir New Orleans sicher nicht vorgestellt.
Der arme Schlucker stöhnte auf. Die Zeit blieb stehen. River hielt seinen Kopf in Händen und sah, wie das Licht in seinen Augen erlosch. Und explodierte.
Von vorne hörte ich ähnliche Geräusche, Leif explodierte auch. Dann brach es aus mir heraus. All die Wut, die ich, eigentlich seit heute Mittag erst, mit mir herumschleppte. Urwut. Bestialisch.
Brüllend stürmte ich vom Wagen, von dem nicht mehr viel übrig war, auf die Soldaten zu.
Kaitlyn, Elle, Leif und River – wir alle sind ein Wirbelsturm aus Klauen und Zähnen, der die Soldaten zerfetzte wie Schilfrohre.
Dann waren wir im Wald. Es war Abend und dämmerte.
Wir waren wieder Menschen. Nackte Menschen. Irgendwo im Wald und es dämmerte.
Voll das Hindernis, wie waren wir hier hingekommen?
Silberkugeln, Wolfsmonster, Wölfe an der Werkstatt, Leifs Vater an der Werkstatt, ich drehte mich zu ihm um und machte ihn blöd an.
Er war genauso verwirrt wie wir alle.
Scheiße, er hatte die Wölfe für Schäferhunde gehalten, das war unfair von mir, er wusste auch nicht mehr als ich.
Verdammt, voll das Hindernis.

Während ich wütend auf Leif war, ging es Elle nicht gut. Und ich hatte nicht aufgepasst, aber Kaitlyn. Ich hätte für sie da sein sollen, also für Elle, nicht für Kaitlyn. Obwohl die nackt auch noch ziemlich gut aussah. Ich mochte Frauen eigentlich lieber in Badeklamotten oder Unterwäsche als ganz nackt. Da konnte man sich vorstellen sie auszupacken wie ein Geschenk.
Kaitlyn ganz nackt und Elle erst, hoffentlich passierte da nichts, nicht dran denken, konnte peinlich enden.
Wütend schnappte ich mir einen kleinen grünen Zweig und fing an ihn durch brechen und drehen zu Sägespänen zu verarbeiten. Bloß nicht zu den beiden schauen.
Ich hatte was im Mund. Voll eklig. Bah und an den Fingernägeln auch. Ich schnappte mir einen Holzsplitter und machte mich daran, den Dreck zwischen meinen Zähnen zu entfernen und meine Finger- und Fußnägel zu reinigen.
Aber das war nicht einfach nur Dreck. Das war Stoff. Und Fleisch.
Ich hätte mich beinahe übergeben.
Kaitlyn wollte zurück nach DNA und ihren Vater rausholen, River wollte nach New Orleans und Ellen nach Hause.
Ich wollte eigentlich erst mal nachdenken und verschissene Erklärungen.
Wir konnten nicht einfach irgendwo hingehen und in New Orleans kämen wir heute Nacht ehwieso nicht mehr an.
Mal abgesehen davon, dass sicher keiner von uns im Dunkel den Weg durch einen fremden Wald finden würde, war ich viel zu k.o., um überhaupt noch irgendwo hinzugehen.
Und wenn ich schon platt war, dann waren die Mädchen auf jeden Fall auch platt und die anderen beiden bestimmt auch.
River machte ein Feuer um uns zu wärmen, wo hatte er denn hier nur genug trockenes Zeug dafür gefunden? Ziemlich gut, der Junge. Und dann saßen wir alle nackt am Feuer.
Irgendwie unangenehm, so. Also das nackt im Dreck sitzen, frieren und gleichzeitig vom Feuer verbrannt werden.
Ein bisschen wie Fieber. Heiß und kalt, voll das Hindernis.
Ich konnte nicht mehr. Meine Augen fielen immer wieder zu und so kringelte ich mich schließlich auf dem Boden in der Nähe des Feuers zusammen. Viel besser als zu sitzen. Musste ich mir merken.
Ich zog Elle zu mir runter. Nachher hielt sie sich noch krampfhaft wach und ging dann, wenn wir eingeschlafen waren, stiften. Und wurde dann von einem Krokodil gefressen.
Oh verdammt, eigentlich wollte ich auf einem Baum schlafen. War viel sicherer.
Konnte mich aber nicht mehr rühren, also musste ich liegen bleiben, wo ich war.
Elle wollte erst nicht, aber dann kam sie doch runter zu mir. Ich kuschelte mich an sie, wärmte ihre eine Seite, während die andere Seite vom Feuer übernommen wurde. Mein Rücken bildete den Schutzwall nach außen, zur Finsternis, Kälte und Krokodilen.
Ich hielt sie ganz fest.
Ich darf das, Elle.
Ich habe dich aus der Hölle geholt, Elle, zusammen mit Leif. Aber ich bin ein Monster.

Hoffentlich magst du Monster.

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WtA: CoNO, Tanzen und nächtliche Ausflüge

Tischrunde 19.01.2012
Spieler: Elle (Clawdeen), Kilian

Ein ganzer Tag im Flugzeug, voll das Hindernis. Geht einfach mal gar nicht. Und in zwei Wochen musste ich dass schon wieder machen.
Und dann nochmal, damit ich wieder hier bin. Was man nicht alles auf sich nimmt, nur weil man ein bisschen Hoffnung hat. Bescheuert.

Und dann ihre Eltern, wie die erst aussahen. Ich hoffe, die haben sich extra so herausgeputzt, um mich zu beindrucken. Naja, ist ihnen gelungen, aber nicht im positiven Sinne. Zumindest schienen sie zu begreifen, dass ich voll im Arsch war und ließen mich weitestgehend in Ruhe.

Zu Hause bei Elle angekommen boten sie mir an, mich erst mal in Jens Zimmer auszuruhen. Ich nahm dankend an, packte nicht mal meine Sachen oder so aus, schaffte es gerade noch die Schuhe auszuziehen, die ich irgendwo im Zimmer mitten im Weg stehen ließ, bevor ich in den vom Flug zerknautschten Klamotten auf dem Bett zusammenbrach und den Schlaf der, naja, und schlief.

Dann wurde ich von Elles Pa geweckt. Verdammt, es war schon der nächste Tag. Eigentlich hatte ich noch mit Elle sprechen wollen, aber ich war viel zu platt gewesen.
Schnell schnappte ich mir meinen Bademantel irgendwo aus meinem Koffer und – Moment mal. Warum hatte ich nichts mehr an? Muss wohl zwischendrin nochmal aufgewacht und mich ausgezogen haben, ohne es mitzubekommen. Hoffentlich bin ich nicht noch geschlafwandelt oder so.
Es roch ziemlich lecker aus der Küche. Pancakes. Mit Bananen und Nutella. Also ich konnte mir aussuchen, was es gab und ich nahm halt Bananen und Schoko, das ist gut.

Elle war auch da und … sagte kein Wort. Pancakes waren wohl interessanter als ich. Ob sie mich bestrafen wollte, dafür dass ich einfach einen von unseren wenigen Tagen verschlafen hatte? Geschah mir recht.
Aber das würde ich schon wieder gut machen.
Später, wenn ich fertig war, mit ihrer Mutter über irgendwas zu sprechen. Ich versuchte, nicht zu knapp auf ihre Fragen zu antworten, aber mehr als zwei bis drei Sätze bekam ich meist doch nicht hin. Ich wollte doch mit Elle sprechen und nicht mit ihrer Mutter.

Wie von der Tarantel gestochen verschwanden ihre Eltern plötzlich, sie mussten arbeiten und hatten sich verquasselt beziehungsweise verlesen, in der Zeitung, also ihr Vater. Naja, selber Schuld.
Endlich weg.

Kaum waren die nervigen Hinderniseltern aus dem Haus, taute Elle auf und ich drückte ihr den letzten Brief in die Hand. Per Post wäre er wohl angekommen, nachdem ich wieder weg war, also hatte ich ihn einfach selbst mitgebracht.
Er schien ihr zu gefallen, aber sie wollte, dass ich mich schnell anziehen ging, damit wir raus konnten. Stadtführung und so.
Doch bevor es losging, musste ich ihr noch meine gewebten Perlenarmbänder und Ketten schenken. Schwarz mit pinkem Indianermuster. Sie bekam kaum den Mund auf, aber sie passten gut zu ihren Klamotten, also wohl eher, weil sie ihr gefielen. Ha. Hoffentlich hatte ich den verschlafenen Tag jetzt wieder gut gemacht.

Wen interessiert schon New Orleans? Ist halt ne Stadt. Davon gibts viele. Viel größer als meine, aber Stadt ist Stadt. Irgendwie zumindest.
Merkte sie auch, dass ich keinen Bock auf Stadt hatte. Aber dann gings ins French Quarter, mit der witzigen Musik. Voll gut. Also die Leute, nicht das Quarter. Darauf kommts nämlich an, auf die Leute, nicht auf die Häuser und wo die Leute wohnen und wie und alles. Nur darauf, was die Leute draus machen und die hier habens drauf. Ich kann zwar nicht Jiven aber ich kann mich bewegen. Elle fängt an zu grinsen und macht gleich mit. Super. Sie kann das natürlich viel besser als ich und zeigt mir, wie man richtig jived. Ich kriege kaum genug davon. Kann ihr zusehen, wie sie sich freut, mich bewegen und sie immer wieder anfassen. Das war ein guter erster Tag. Ich war mir nicht ganz sicher, als ich hier ankam, wie ich sie so fand.
Zwischendrin hatte sie es mir ziemlich angetan, ich meine hey, wer geht schon so viel arbeiten und fliegt zweimal hin und her, einfach so?
Aber dann waren da ein paar Briefe und die waren soooo spießig. Aber jetzt hier, als sie erst mal begriffen hatte, dass ich nicht wegen New Orleans hier war, sondern um Spaß zu haben, da war sie wie ausgewechselt.
Wir tanzten und tanzten und tanzten. Und danach tanzten wir noch weiter, bis wir nicht mehr konnten. Am Ende hatten sich sogar ein paar andere Pärchen dazu gesellt, junge Erwachsene.

So war das immer. Keiner machte, was er wollte oder wozu er Lust hatte, weil er sich nicht traute. Oder weil man sowas halt nicht macht. Ich bin der Kilian und ich mache allermeistens, was ich will. Nur wenn es zum Plan gehört, um etwas, was ich noch mehr will später zu bekommen, dann kann ich auch mal sein wie die anderen.
Aber warum sollte man nicht jetzt Spaß haben? Die ganzen Erwachsenen lebten viel zu sehr für später. War ja auch nicht das Schlechteste. Ich mochte einen guten Plan. Aber man durfte das Jetzt nicht vergessen. Ich lebte immer im Jetzt. Immer. Bis ich Elle kennengeschrieben hatte.
Das war das erste Mal, dass ich längere Zeit Sachen gemacht hatte, um später was davon zu haben. So Amerikaflüge und Austauschprogramme sind ganz schön teuer und noch viel nerviger.
Aber schon nach dem Tanz und beim anschließenden Milchshake, naja, sie trank nur Saft, aber ich ein voll komisches, aber irgendwie leckeres Milchshake, war mir klar, dass es sich gelohnt hatte.
Das Jahr würde gut werden. Wie gut, würde ich in der Nacht herausfinden, denn ich hatte einen Plan.
Mal schauen, wie sie auf meinen Plan reagieren würde.

Vom Milchshake und Saft erfrischt, wollte ich ein bisschen laufen. Naja, wenn ich laufen sage, heißt das für die meisten anderen Leute, sich auf selbstmörderische Art und Weise durch eine Stadt zu turnen. Ich begann mit bunten Steinen auf dem Boden, aber ging dann schnell zu Treppen, Wänden und spannenderen Bewegungsmöglichkeiten über.
Das war ein bisschen zu viel für Elle, aber bei den bunten Steinen war sie voll mit dabei, sie meinte, das hätte sie als kleines Mädchen immer schon gemacht. Ich auch, also nicht als Mädchen und so. Und klein war sie immer noch, kein Grund mit sowas aufzuhören, wenn man Spaß dran hatte.

Irgendwann ging es dann durch einige Drugstores zurück zu ihr nach Hause. Sie sorgte sich um meine Sicherheit und zeigte mir hier und da noch ein Krankenhaus, falls mal was passierte. Sie hatte Angst um mich, das hieß: Sie mag mich. Zumindest zusammen mit dem ständigen Grinsen. Gefiel mir, fand ich gut. Grins.

Zum Abendbrot gab es einen megaleckeren Eintopf. Fleisch und Grünzeug und komische Gewürze, sogar verschärft. Mag ich auch.
Danach wussten wir erst mal nicht so richtig, was wir tun sollten, also ich hätte da schon was gewusst, die ganze Nacht reden oder so, Elle massieren, aber ich durfte nicht zu hastig sein. Außerdem hatte ich einen Plan.
Irgendwie kamen wir auf Fernsehen und Disneyfilme. Dschungelbuch und König der Löwen konnten wir wirklich mal schauen, aber eigentlich mochte ich lieber Tiersendungen. Also mit richtigen Tieren und biologisch und Wissenschaft und so.
Elles Eltern hatten einen richtigen Kanal nur für Tiersendungen, verschärft. Und sie verdrückten sich direkt, um uns da alleine zu lassen. Schienen doch gar nicht so schlecht zu sein, ihre Eltern.

Aber aus den Tiersendungen wurde doch nichts.
Elle kramte die Briefe hervor, also nicht unsere, sondern die von unseren Großeltern. Die ersten hatte sie ja nicht lesen können, weil sie auf Deutsch waren. Kein Problem. Außerdem les ich gerne vor. Übersetzen ist immer ein bisschen schwierig, meiner Meinung nach kann man Sachen nur direkt in einer Sprache sagen, durch Übersetzungen werden die Gedanken hinter den Worten mehr und mehr verfälscht, aber ich gab mir Mühe.
Elle ging total analytisch an die Briefe ran, ich machte das eigentlich nur meinen Lehrern zuliebe, sonst les ich halt einfach und finde gut oder schlecht.
Aber dann kam sie auf die total dämliche Idee, einen Stammbaum zu basteln. Eigentlich gar nicht so blöde, aber mal im ernst, Elle: Ich steh auf dich und ich bin mir ziemlich sicher, dass du mich auch magst, da bastelt man keinen Stammbaum, in dem wir beide als Verwandte drin stehen. So ein Müll. Dabei hatte ich extra nachgelesen. Cousin und Cousine war schon nicht schlimm und wenn das dann noch zweiten Grades war so wie bei uns, dann war man eigentlich gar nicht verwandt. Also zumindest nicht näher, als man auch mit seinem Nachbarn verwandt war. Naja, ein bisschen schon, aber die Chance auf Anhäufung irgendwelcher Erbkrankheiten war zumindest nicht höher als bei anderen Leuten und deswegen war das nichts Verbotenes in den meisten Ländern.
Sie ließ und ließ nicht locker, aber ich konnte das nicht. Sie wollte, dass wir zwei basteln, einen für sie und einen für mich. Niemals.
Okay, wenn sie unbedingt einen wollte, dann konnte ich nichts machen, aber ich würde NIEMALS einen nehmen. NIEMALS NICHT.

Mein Plan jedenfalls war erfolgreich, sie kam in der Nacht mit nach draußen. Hatte das in letzter Zeit schon lange nicht mehr gemacht, war immer schwer beschäftigt und musste den Schlaf nehmen, wo ich ihn kriegen konnte, aber das jetzt, das war richtig gut.
Und Elle erst. Sie meinte, vorne gäbe es Bewegungsmelder und so. Egal, ihre Eltern würden jetzt sowieso schlafen und auch sonst kümmerte das keinen, wenn da jetzt Licht anging. Ich meine, hier gabs doch auch Katzen und Waschbären und sowas oder so. Aber wollten mal schauen, wo uns das hinführen würde.
Ich schlug vor, die entsprechende Sicherung auszuschalten, aber sie hatte keine Ahnung, wo der Sicherungskasten war, meinte aber, wir könnten raus klettern.
Konnte ich auch, aber sie nicht so gut. Dafür konnte ich ihr helfen. Verschärft.
Wir streunten ein bisschen durch die Nacht, bevor wir wieder hinein kletterten. Das war immer schwieriger als raus, aber hat richtig geschockt.
Ich mochte Elle mit jeder verrückten Aktion ein bisschen mehr.
Im Leben hatte ich nicht damit gerechnet, dass sie einfach sagt, jo, wir können ja da aus dem Fenster klettern. Ich hatte definitiv einen verrückten Einfluss auf sie, aber schon, als ich ihr Foto das erste Mal sah wusste ich, nein, hoffte ich, dass da sowas in ihr steckte. Man sah nicht einfach so aus und war dann bloß eine Streberin. Streber schauten nicht so frech.

Vom nachts schwimmen gehen war sie nicht so begeistert. Überall vermutete sie Krokodile und andere wilde Tiere, aber schlussendlich zogen wir das doch durch.
Ich wollte eigentlich erst nackt gehen, aber das wäre glaub ich ne Nummer zu hart gewesen für sie.
Ich war mal nackt schwimmen, nach der Sauna. Das war richtig gut. Aber man konnte es sich auch für später aufbewahren.
Ich hatte schwarze Badeshorts an und eigentlich hatte ich bei Elle mit was Pinkem gerechnet, statt dessen trug sie ein schwarzes Badekleid. Hatte ich noch nie gesehen sowas, ich kannte nur Bikinis und Badeanzüge, die fast Bikinis waren, weil sie so viele Löcher hatten, aber ein Badekleid, das war neu. Passte aber irgendwie gut zu ihr.

Viel zu schnell flog die Woche an uns vorbei und dann war auch schon Montag, und sie musste wieder zur Schule. Natürlich würde ich sie begleiten, was sollte ich auch sonst machen? In Jens Zimmer sitzen und Geschichten schreiben, ihren Eltern im Laden helfen? Ne, da nahm ich lieber die Schule auf mich.

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