Archiv für Februar 2012

Prelude: Unter dem Meer

TS-Runde Sonntag 26.02
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Celestin

Dies ist das erste Mal, das einer meiner Romane auf Begebenheiten beruhen wird, die ich nicht durch Interviews von dritten erfuhr, sondern die ich selbst erlebt habe.
Da ich noch nicht genau weiß, wie sich diese Geschichte entwickeln wird, werde ich hiermit versuchen sie von Anfang an festzuhalten. Dann kann ich später nochmal nachlesen wie eins zum anderen führte und das ich bestimmt nicht wahnsinnig geworden bin. Außerdem möchte ich mich versichern können, dass ich an den besagten Tagen nicht unter dem EInflus von bewusstseinserweiternden Mitteln stand.
Sollte ich durch meinen Kontakt zu der Nymphe ums leben kommen, was ich dadurch zu vermeiden suche, dass ich im MOment nicht bei mir sondenr bei meiner Freundin wohne, können diese Aufzeichnungen jemand anderem dienen um eine gute Geschichte daraus zu schreiben.

Freitag, 05. März 2010
An diesem Abend nahmen die Ereignisse ihren Anfang. Wie so oft auf einer meiner Parties. Nein, keine neue Freundin, auch keine Bettgeschichte. Viel mehr ging es um meine Aquarien.
Bis 22 Uhr lief eigentlich alles ganz gut. Nach und nach hätten jetzt die letzten Gäste eintreffen müssen und dann wäre alles bereit gewesen um ein richtig guter Abend zu werden. Mariel hatte leider keine Zeit, aber das sollte wohl kein Problem werden.
Hugo Hagedorn, ein düsseldorfer Designer biomechanischer Looks für Kleidung Möbel und vieles mehr, traf mit zwei jungen und überaus ansehnlichen jungen Damen ein.
Während wir uns auf dem Weg ins Wohnzimmer befanden unterhielten wir uns über mein Haus, es schien ihm zu Gefallen und der hatte einige Vorschläge zu machen, die sich gar nicht mal so schlecht anhörten. Darüber mussten wir später nochmal sprechen. Im Beisein eines meiner Aquaristen, alleine wusste ich nciht genug über die Tiere um zu entscheiden welche Aquarien man ungefährlich miteinander verknüpfen konnte und welche nicht. Außerdem würde ich mir wohl eine seiner Begleiterinnen für heute Nacht ausborgen können.
Aber schon wenige Minuten später stand mir der Sinn gar nicht mehr nach einer jungen Frau im Bett für diese Nacht und auch nciht nach Party und das obwohl die beiden ganz ordentlich für Stimmung sorgten.

Irgend so ein unbekannter möchtegern Bildhauer war gerade damit beschäftigt andere Gäste damit zu vergraulen völlig absurde Kritik an den Aquarien zu üben. Er meinte holländische Süßwasseraquarien mit Stufenweise eingepflanzten grünen Wasserpflanzn wären jetzt in. Nicht nur, dass er die Zuhörer damit langweilte, als ich ihn zum Schweigen brachte nahm die Begleiterin eines anderen Gasts das Gespräch gleich wieder auf und meinte mir was über meine Aquarien zu erzählen.
Sie war nicht nur viel zu alt oder zumindest unvorteilhaft gekleidet, sie gehörte hier auch definitiv nicht hin.
Ich meine was bildeten sie und dieser Markus Strung sich überhaupt ein?
Das hier waren Salzwasseraquarien, das ganze Haus war so designed, dass es Poseidons Palast hätte seien können und die erzählen mir einen von Süßwasser?
Thema verfehlt. Interessiert niemanden. Raus und von der Gästeliste gestrichen. Nie wieder.

Und dann besaß er auch noch die Dreistheit mich auf seine Ausstelluung am Freitag einzuladen, wo er mir zeigen würde wie man richtig feierte, wie man einen Abend besser gestaltete als hier. Bitte?
Ich konnterte mit meinem Meeresleuchten und verzückten Geräuschen die durch die Mengen gingen, bevor er ging.
Süßwasser und Ausstellung am Arsch.

Ausnahmsweise ging ich alleine und beinahe nüchtern ins Bett, über meine Aquarien nachdenkend, oder besser darüber nachdenkend warum es die Aquarien überhaupt gab.

Samstag, 06. März 2010

Am nächsten morgen wachte ich auf, ganz alleine in meinem Bett, sowas grauenvolles. Dafür war es eigentlich viel zu groß. Lies einem viel zu viel Raum für Gedanken.
Lilly war schon da und sie hatte Kaffee gemacht und Brötchen dabei, aber selbst schon gefrühstückt. Schade.
Also frühstückte ich ganz alleine, während sie sich um meine Termine und sonstige Arbeiten in der nächsten Woche kümmerte.
Außerdem war Aquarientag, ein polnischer Arbeiter machte sich daran sie alle in Ordnung zu bringen. Er war alle paar Wochen mal da und versuchte so viel Zeit wie möglich mit Lilly rauszuschlagen. Naja Pech gehabt.
Mal abgesehen davon, dass Lilly beschäftigt war, gingen seine Fragen zu den Fischen und Lebendsteinen aber auch zu den Eiweißabschäumern erstmal mich was an. Ein paar der Geräte schienen langsam den Geist aufzugeben.
Lilly recherchierte für mich und fand heraus, dass der Pole uns nicht verschaukelte und ich entschied mich für die stabilsten Abschäumer zum Ersatz. Die anderen Modelle wären zwar günstiger gewesen, aber dann müsste man sie etwa alle 2 Jahre austauschen, viel zu stressig.

Für den Mittwoch hatte ich eine Anfrage im Eldorado aufzutreten, ihr Schamane war ausgefallen und für Donnerstag eine in XXX, etwa 300km entfernt. Was das Eldorado anging war ich zunächst skeptisch, aber eigentlich warum nicht? Man konnte auch mal seinen Horizont erweitern.
Also machte ich mich selber daran etwas mehr über Western, Coboy und Indianer zu recherchieren und ein entsprechendes Abendprogramm zu erarbeiten. Mein üblicher Auftritt wäre doch irgendwie unpassend gewesen.

Als Lilly Feierabend machte, musste sie erst noch auf einen Satz Florett mit mir antreten. Sie konnte es noch immer nicht ausstehen, aber irgendwann würde ich sie schon dazu bekommen sich etwas mehr anzustrengen und sich zu verbessern.
Nach etwa 10 Minuten hatte sie sich dann ihren Feierabend und das Wochenende mehr als redlich verdient.
Ich wünschte ihrer Mutter gute Besserung samt Karte und Geschenkkorb, denn die wollte sie besuchen gehen, weil es ihr nciht so gut ging.

Dann rief ich bei Mariel an, sie war kurz beleidigt, dass ich mich jetzt erst meldete, aber das vorgeschlagene Abendprogramm brachte sie zum Sschweigen. Gott sei dank. Auf so ein Gespräch hatte ich nach gestern wirklich keine Lust.
Wir stoppten kurz an dem Problemaquarium, welches so viel Unmut auf sich gezogen hatte und ich erzählte ihr von der Kritik, zeigte ihr Bilder auf dem Organizer, aber sie war der Ansicht, dass mein Unterseepalast besser mit Salzwasseraquarien ausstaffiert wäre.
Richtige Antwort.
Nichts anderes hatte ich von ihr erwartet. Immerhin studierte sie Kunst und kannte sich mit Design aus, und das Design dieses Hauses und der Aquarien hatte einiges an guten Ideen und vor allem Geld gekostet.

Mariel hatte eine Flasche Prosecco dabei, die wir uns gemütlich in meinem Whirlpool zu Gemüte führten. Eigentlich hatte ich gleichzeitig einen Film gucken wollen, wofür hatte man sonst einen Whirlpool im Wohnzimmer.
Naja nicht so wirklich. Das Wasser war nicht zu warm, wäre es zu warm gewesen hätte es eher träge gemacht.
Und wenn ein Mann und eine Frau Abends gemeinsam mit einer Flasche Prosecco in den Whirlpool stiegen, dann war es sicher nicht in ihrem Sinne durch die Temperatur in wohlige Starre versetzt zu werden.
Nachdem wir uns ausgiebig bewiesen hatten, wie sehr wir uns vermisst hatten, vor allem nach einem einsamen Freitag Abend zogen wir uns nach oben ins Schlafzimmer zurück.

Sonntag, 07. März 2010

Am Sonntag hatte meine Laune sich dank Mariel erheblich gebessert. So war das wach werden gleich um einiges vergnüglicher. Genau wie der ganze Tag.
Ich schrieb nicht, ich übte nicht, ich führte lediglich Mariel aus nach Berlin. Wir verbrachten den Tag im ONO SPA in Berlin, ein Tag gewidmet der Entspannung und Vitalisierung.
War für die nächste Woche sicherlich notwendig, am Montag musste ich den Geräte-Austausch in all den Aquarien ertragen und dann die zwei Vorstellung und am Freitag nochmals diesen grässlichen Bildhauer.
Mariel hatte nämlich über eine Komilitonin von ihm gheört und wollte die Gelegenheit nutzen um, was auch immer. Zu zweit würde es auf jeden Fall nicht so langeweilig werden wie alleine.

Montag, 08. März 2010

Am Montag war der Pole wieder da um die Proteinabschäumer auszutauschen. Das dauerte beinahe den ganzen Vormittag, Zeit die ich nutzte um meine Westernvorstellung weiter zu verfeinern.
Nachmittags holte ich Mariel ab, sie hatte noch was für die Uni erledigen wollen und war deswegen den Vormittag zu Hause gewesen. Gemeinsam fuhren wir ins Eldorado. Ich wollte dort nach passender Kleidung für den Mittwoch Abend schauen. Es dauerte sicherlich ein Paar Stunden. Aber als ich schon komplett eingedeckt war, legte Mariel gerade erst los. Sie war mitlerweile bei den Hüten angekommen und musste Hut um Hut ausprobieren. Ich lies mir einen Stuhl bringen und genoss die Private Modenschau.
Als es dämmerte verabschiedeten wir uns von der Westernstadt, gingen essen und dann nach Hause. Anders als befürchtet, hatte sie nicht einfach alle Hüte mitgenommen, sondern blos ein Armband. Glück gehabt. Wobei ein paar der Hüte hatten ihr ziemlich gut gestanden, vielleicht besorg ich die später nochmal.

In meinem Palast überraschte ich sie mit einem extra Zimmer für sie. Sie war so oft hier, da war das hin und her fahren um an einem Kunstprojekt zu arbeiten verschwendete Zeit. Also hatte ich Lilly einen Haufen Kunstkram besorgen lassen. Nicht nur eine Kamera und einen Laptop, auch die verschiedensten Staffeleien, Farben und Pinseln, von denen mir gleich erklärt wurde wofür man welche gebrauchen konnte und warum es gut war, dass wir auch noch die kleine Tube dort drüben dabei hatten.
Zeit ist Geld meine Liebe, Zeit ist Geld und meine wollte ich nciht damit verschwenden auf dich zu warten, wenn ich dich sehen wollte.

Wie versprochen gab es dann am Abend eine private Westernvorstellung für Mariel, etwas gekürzt, ich wollte nicht den ganzen Abend verschwenden, aber Gedanken lesen übte sich alleine recht schwierig. Darum war Mariel auch nicht das beste Opfer, da ich sie langsam schon zu gut kannte. Dies war auch der Grund, warum ich niemals mit Lilly üben konnte, wir kannten uns schon seid naja, fast so lange wie ich Celestin war.
Die Kunststücke waren ganz gut, aber an meiner Körpersprache und Sprechweise musste ich noch üben, etwas kantiger und schroffer musste alles werden, damit es besser in die Westernumgebung passte.
Oben im Schlafzimmer, während der zweiten Vorstellung, machte ich mich gleich daran ihre Verbesserungsvorshläge umzusetzen.

Dienstag, 09. März 2010

Obwohl Mariel beschlossen hatte den Rest der Woche auch hier zu bleiben, eine eventuelle Geburtstagsfeier am Donnerstag würde ausfallen und so konnte sie mich auch zu allen Vorstellungen begleiten, startete der Dienstag mehr wie der Samstagmorgen als wie der Sonntagmorgen. Nicht sehr erfreulich.
Irgendetwas stimmte mit den Proteinabschäumern nicht und die ganze untere Etage stand unter Schaum. Ziemlich nervig. Zum Glück war der Boden darauf ausgelegt, das Gläser oder Flaschen, gefüllt mit Zuckerhaltigen Flüssigkeiten darauf zu Bruch gingen sodasss kein bleibender Schaden entstand. Wäre auch zu dumm gewesen, ein Haus zu haben welches beinahe zur Hälfte aus Aquarien bestand, aber einen Wasserschaden nicht vertrug.

Ich versicherte Lilly noch kurz, was ich von der ganzen Sache hier hielt, aber das hatte sie sich sowieso denken können. Sie rief sofort beim Aquarienhandel an und bestellte den Polen wieder hierher.
Als er ankam, musste er sich erstmal ordentlich die Leviten lesen lassen, aber das bekam ich nicht mit.
Ich hatte mir ein Tablett samt Frühstück geschnappt und mich in mein Zimmer verzogen, auf das Chaos unten hatte ich keine Lust beim Frühstück.
Mariel hatte schon geduscht und sich angezogen, aber als sie das Frühstück sah, lies sie sich mit Schwung wieder im Bett nieder. Bevor es aber an Croissants, Saft und Müsli ging wurde ich als Vorspeise vernascht.
Ganz nach meinem Geschmack, diese Belohnung für das Frühstück am Bett.

Den Rest des Vormittags verbrachten wir dann im Büro. Ich stellte Mariel das Buch vor an dem ich gerade arbeitete, eine Spukgeschichte, klassisch mit Gespenstern der Verstorbenen und machte ihr den Vorschlag es doch für mich zu illustrieren.
Sie war sofort Feuer und Flamme, unterbreitete mir verschiedene Vorschläge mit Alternativen und Gegenalternativen bis Lilly uns unterbrach.
Eigentlich machte sie sich meistens rar wenn Mariel und ich uns über Bücher oder Bilder unterhielten, sie mochte Mariels Art nicht, sich für wichtiger zu nehmen als Lilly und ich wussten, dass sie war.
Völlig panisch meinte sie nur er wäre tot.
Ich lies Mariel einfach unten stehen und ging gemeinsam mit Lilly hoch um nach dme Aquarienheini zu sehen.
Er lag im Wohnzimmer völlig reglos auf dem Boden. Tot.
Na Prima.
Während Lilly die Polizei rief, machte ich ein paar Fotos und sah mir die Aquarien an, an denen er gearbeitet hatten.
Irgendwas war dort, aber ich sah nicht viel mehr als einen Schatten der sich dort versteckte.
Nicht viel später war dann die Polizei hier, sie redeten viel mit Lilly, immerhin hatte sie den Mann gefunden und ein wenig mit mir, sicherten die Spuren im Wohnzimmer und schließlich wurde die Leiche fortgeschafft.
Nachdem ich Lilly einen Tee gemacht hatte und sie dazu gebracht hatte zu trinken ging ich kurz in den Keller und sorgte dafür, dass Mariel nach Hause gehen könnte, ein Taxi hatte ich ihr schon bestellt.

Als alle aus dem Haus waren, fragte mich Lilly ob sie ein paar Überstunden machen könnte, unbezahlt. Das ganze schien sie sehr mitgenommen zu haben. Sie hätte natürlich auch einfach fragen können ob ich ihr Gesellschaft leistete oder soetwas, was sie auch gefragt hätte ich wäre natürlich für sie da gewesen.
Mich störte an der ganzen Sache eher, wie wenig mich das ganze störte. Die Fragen der Polizei gingen mir nicht aus dem Kopf. Warum hatten sie mich gefragt ob ich regelmäßig Medikamente in der Vivaapotheke bestellte? Was war mit dieser Druckerei Zinke?
Unten im Büro fanden wir während ihrer Überstunden heraus, dass es dort ebenfalls Todesfälle gegeben hatte. In der Apotheke war ein Gehilfe gestorben und in der Druckerei der Sohn des Besitzers.
Allerdings waren die anderen keine Osteuropäer, wie mein verstorbener Aquarienheini.
Faszinierend.
Was glaubten die wohl hatten die drei Morde miteinander zu tun?

Um es herauszufinden brauste ich mit dem türkisem Spyder erst zur Apotheke, Lilly auf dem Beifaherersitz. Ihr einziger Einwand war es gewesen nicht fahren zu wollen. So ein Auto hatte man nicht, um es eine Frau fahren zu lassen, naja zumindest nicht ohne, aber hier sprachen wir von Lilly.
Mein Gespräch mit der Inhaberin verlief relativ erfolglos. Sie schien meine Absicht auf den Mord, ehm Todesfall hinaus zu wollen relativ schnell zu erkennen und nicht darüber reden zu wollen. EIn andermal vielleicht, nicht im Dienst, bei einer Flasche Wein und gutem Essen.
Unverrichtetet Dinge ging es dann weiter zur Druckerei, naja nicht ganz unverrichteter Dinge. Ich hatte Irgendwelche homöopathischen Zauberkügelchen und Jaohannisbeerkraut in einem Tütchen dabei.
Ziemlich nutzlos das Zeug, außer vielleicht für eine Geschichte über einen Psseudovampir. Mal schauen, was man da noch rausholen konnte. Ein Andermal.
Zu dem Inhaber der Druckerei baute ich schneller Kontakt auf und es gelang mir ein paar Infos über seinen Sohn herauszufinden. Ich sprach ihm mein Beileid aus und verglich die Notizen im Wagen und beim Mittagessen mit Lilly mit ihren Erinnerungen an den Polen. Er hatte immerhin das ein oder andere Mal versucht was mit ihr anzufangen. Zum Glück war sie nie drauf angesprungen, sie hatte Besseres verdient. Wie der Druckerei-Junior war er ziemlich langeweilig.

Wieder in meinem Palast scherzten wir darüber, dass sie jetzt ein Buch für mich schreiben würde. Ich fand das ganze noch immer ziemlich seltsam, als mir der Schatten im Aquarium wieder einfiel. Kurz lies ich Lilly allein im Keller zurück und nahm mir nochmal das Aquarium im Wohnzimmer vor.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass ich seid über einer Woche keine Drogen außer ein bisschen Alkohol und Nicotin zu mir genommen hatte. Keine.

Völlig nüchtern, aber wohlgenährt, im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte sag ich also eine etwa 5cm große nackte Asiatin mit langen dunkelbraunen Haaren in meinem Aquarium.
Als sie bemerkte, dass ich sie beobachtete, setzte sie sich anders hin, so dass ich sie besser sehen konnte, als ob sie für mich posierte. Verrückt.
Nicht, dass ich etwas gegen nackte, nasse Frauen in meinem Haus gehabt hätte, in der Regel genoss ich sie eher, als mich an ihnen zu stören, aber diese war dann doch irgendwie zu klein. Und vermutlich ein bisschen zu mordlustig.
Ich wollte Kontakt aufnehmen, winkte ihr zu aber das verschreckte sie und schwupps war sie fortgeschwommkrabbelt.
Immerhin hatte ich ein Foto.

Mit dem konnte ich Lilly überzeugen, dass ich nicht verrückt war, als ich ihr auftrug entsprechendes zu recherchieren, während ich selbst mich auf in den nächsten Elektrohandel machte. Ich kaufte eine ordentliche Kamera mit entsprechender Macrofunktion, die ic vor dem Aquarium aufbaute.
Unter äußerster Vorsicht schrieb ich der kleinen Frau eine Nachricht und lies den Zettel samt Bleistiftbruchstück ins Aquarium fallen, gezeigt hatte sie sich noch immer nicht noch einmal.

Den Rest des Tages verbrachte ich gemeinsam mit Lilly vor dem Computer und machte mich schlau übe Nymphen und entsprechende Phänomene. Dann fuhr ich Lilly nach Hause und mit einer Flasche Absinth und kunstvollem Löffel gleich weiter zu Mariel. Das Wissenschaftler weder die euphorisierende noch die aphrodisierende Wirkung bestätigt hatten kümmerte weder sie noch mich, als wir die Erlebnisse des Tages, aber auch die Flüssigkeit auf angemessene Art und Weise verarbeiteten.

Hinterlasse einen Kommentar

Die Nacht der Wölfin, Teil 5 Überfallkommando

TS-Runde Montag 27.02
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Ciprian, Mortima, Taylor

Donnerstag, 02.06. Dreiviertelmond

Ciprian, ein Kind Gaias, machte sich früh am morgen auf um mit der Bahn von Bonn nach Köln zu fahren, dort, das spürte er ganz sicher, befand sich der Phönix, den er so lange gesucht hatte.
Gleichzeitig kam auch Mortima, der bis jetzt nur einen Hirschgeist aber noch nie andere Garou getroffen hatte in Köln an und begann nach dem aufstellen seines Zeltes am Dom Werbung zu machen, für das mittelalterliche Spektakel mit dem er durch Deutschland zog.
Gleichzeitig fuhr das Rudel aus dem Königsforst wieder zurück in die Stadt. Taylor für bei Paul und Solariennes Wolfskindern mit, Charly und Katia, Adriano und Marie nahmen das andere Auto und wollten zuerst Charly nach Hause bringen.

Kurz bevor sie ankammen rammte ein schwarzer Van sie von der rechten Seite. Charly und Adriano wurden zerquetscht und von verbogenem Metall aufgespießt. Adriano verkraftete das ganze nicht besonders und war in den nächsten Stunden weggetreten, während seine Wunden sich nur langsam regenerierten.
Durch die Frontscheibe des anderen Autos kam eine Gestalt geflogen, ein nackter Mann mit seltsam silbriger Haut und einigen Einschusslöchern im Kopf. Er prallte an Katias Auto ab, rollte darüber hinweg und schlug auf der anderen Seite auf, zog sich dabei einige üble Schürfwunden zu. Aber eigentlich hätte er sterben müssen, wie Charly und Adriano war er aber kein Mensch und überlebte den Zusammenprall.
Er rappelte sich wieder auf, hob seine Waffe und richtete sie auf Charly die sich gerade in die Gauruform verwandelte um sich auf den Gegner zu stürzen.
Noch bevor er Abdrücken konnte, hatte sich Katia irgendwie aus dem Auto gezwängt und warf sich dazwischen.
Anstelle des riesigen Gauru wurde sie in ihrer Menschlingsgestalt durchsiebt, allerdings nicht mit Blei, es waren silberne Kugeln.
Adriano kontte sich noch immer nicht rühren, aber Charly riss sich aus dem Auto und nahm Katia in ihre Arme, wurde wieder zum Menschen und versuchte ihr Beistand zu leisten, während sie Marie anwies einen Krankenwagen zu rufen.

Zur gleichen Zeit, machte sich Taylor mit seinem neuen Auto auf, um Paul, der ihn eben zuvor zu Hause abgesetzt hatte zu besuchen, aber als er bei Paul ankam war die ganze Straße gesperrt. Ein Polizist teilte ihm mit, nachdem Taylor ihm erfolgreich vorgaukelte er und Paul wären ein Paar gewesen, das Paul eine bewaffnete Auseinandersetzung provoziert hätte und sich jetzt auf der Intensivstation befände.
Als Taylor den anderen davon berichten wollte erfuhr er von einem immer noch geistig abwesendem Adriano von dem Autounfall und anschließendem Überfall.
Sofort machte sich Taylor auf den Weg.

Noch bevor der Krankenwagen ankam, nur die Sirenen waren bereits zu hören, verstarb Katia in Charlys Armen. Charlys Schmerz wurde zu Zorn und der Zorn trieb sie an, gab ihr Kraft.
Voller Wut verwandelte sie sich in den Hishu und rannte als gewaltiger Wolf durch die Straßen Kölns, eine Kette von UNfällen hinter sich herziehend.
Sie folgte dem unverkennbarem Geruch von Blut, Blut, Metall und Schießpulver, der Geruch des Duguthim.

Sie folgte dem Duguthim bis zum Dom, wo sie eine Panik unter den Menschen auslöste.
Dort waren Ciprian und Mortimer gerade dabei sich besser kennen zu lernen, miteinander vertraut zu machen und festzustellen, dass sie keine Feinde waren.
Sie versuchten auch Charly entsprechend zu begrüßen, aber in ihrem Zorn hatte sie keine Zeit für Ciprians Umarmung, mit der er wohl jeden anderen Garou bedachte.
Von den beiden aufgehalten machte sie ihrem Zorn etwas Luft, indem sie das Fluchtfahrzeug ihres Ziels in Fetzen riss, ein Motorrad, achtlos vor dem Dom liegend.
Als Mensch öffnet sie die Türen, brauch einen Moment um die Witterung aufzunehmen und dem Mörder ihrer Freundin durch das Kirchenschiff zu den engen Treppen nach oben zu folgen.
Ciprian war bedrückt, davon, dass keiner seine Herzlichkeit annahm und blieb verdattert unten vor dem Dom sitzen, Mortimer allerdings folgte Charly nach oben und nahm schon bald den seltsamen Geruch war, den der Duguthim verströmte. Was so roch, konnte kein Freund sein.
Oben angekommen erwartete der Duguthim sie bereits und wollte gerade weitere Werwölfe auf seiner Abschussliste hinzufügen, als Charly sich auch schon mitten in der vorwärts Bewegung wieder in den Hishu verwandelte und ihm mit nur einem Biss den Pistolenarm abriss. Mortima zog das Schwert, welches er als Schausteller des Spektakels dabei hatte, aber bevor er es benutzen konnte stürzte sich der Duguthim nach hinten über das Geländer vom Dom. Mit den Worten „Dann hole ich Taylor eben beim nächsten Mal!“ verschwand er und es blieb nichts als ein roter Fleck vor dem Dom von ihm übrig.

Diesen Fleck sahen weder Taylor, Adriano noch Marie, als sie endlich am Dom ankamen und sich sofort auf den Weg nach oben machten, Marie hatte Charly dort oben gespürt und pber die Verbindung im Rudel wussten die anderen, dass es auch Charly ganz und gar nicht gut ging. Mortima kam ihnen die Treppe herunter entgegen, er wollte den Duguthim unten weiter verfolgen, aber Taylor lies ihn nciht durch und trieb ihn vor sich her nach oben.
Mortima sah ein, dass es keinen Sinn hatte mit drei derart aufgebrachten Werwölfen einen Streit vom Zaum zu brechen und ging wieder nach oben, wo Charly immer noch dem Attentäter hinterherstarrte.

Draußen konnte Ciprian beobachten wie SEK-Mannschaften und Hundefänger den Platz und Seitenstraßen nach dem Wolf absuchten, der für das Chaos verantwortlich war. Schon bald fanden sie die Leiche am Dom und begannen Systematisch die Eingänge abzuriegeln, nur Ciprian konnte sich noch hineinstehlen und nach oben gehen um die anderen zu warnen.
Sie hörten ihn nicht kommen, aber beherzigten seine Warnung und zogen sich durch die Penumbra zurück um den schwer bewaffneten Einsatzkräften zu entgehen.
Nach einem kurz angebundenem Gespräch mit Agrippina, dem Geist, der das Tor im Dom für sich beanspruchte, mussten sie feststellen, dass der Kriegsgeist der für den Angriff verantwortlich war, schon über alle Berge entkommen war und sich irgendwo in die Nahe Umbra zurückgezogen hatte, das versicherte zumindest der Phönix.

Doch bevor sie die Reise auf sich nahmen um ihn zu verfolgen und zu stellen, wollten sie erst nach ihren Rudelmitgliedern im Krankenhaus sehen.
Ciprian und Mortima begleiteten sie dorthin, warteten dann aber in der EMpfangshalle, während die anderen in die Notaufnahme gingen um nach Katia zu sehen, Paul wurde derzeit operiert.

Hinterlasse einen Kommentar

WtA: CoNO, Mjolnirs Thunder

Es war schon eine Weile dunkel, als wir an der Werkstatt ankamen. Na immerhin wussten wir jetzt wer die Schäferwölfe waren, diesmal würden sie uns nicht aussperren.
Drinnen gab es sogar ein paar Sitzmöglichkeiten, aber so als nackter Kilian oder Wolf, wollte ich mich da irgendwie nicht draufsetzen.
Es schien niemandem etwas auszumachen, dass wir nackt waren.
Naja, Kaitlyn war als Wolf mit Pulli hergelaufen, hatte ziemlich blöde ausgesehen.
Elle verschwand sofort wieder in dem Pulli den man ihr gegeben hatte, verdreckt und siffig.
Musste unangenehm sein, nackt zwischen so vielen Wolfsmännern zu stehen, sonst hätte sie das Drecksding nicht angezogen. Zumindest hatte sie bis jetzt immer drauf geachtet saubere Klamotten zu tragen und so.

Außer bir gabs erstmal nichts für uns, auch nciht als ich versuchte Jan zu erklären, dass ich Klamotten haben wollte. Der hat sich bestimmt absichtlich blöder gestellt als er war. Und dann werd ich von so nem riesen Hühnen auch noch ausgelacht dafür.
Die sind echt hilfreich hier. Aber sie hatten mich von den Pilzen befreit und vielleicht konnten wir hier mehr lernen, über das Wolfszeug und so, das wäre verschärft.
Außerdem wollte ich fragen ob ich vielleicht hierbleiben dürfte, mit der ganzen Wolfsscheiße wollte ich nicht mehr nach Hause. Schon gar nicht ohne Elle.
Eigentlich war die Wolfsscheiße egal. Hauptsache Elle.
Aber vielleicht half mir das mit dem Wolfsein hier bei Elle zu bleiben.

Kurz darauf mussten Leif und ich erfahren, wie sich Kaitlyn und Elle die ganze Zeit schon gefühlt haben mussten.
Eine uralte Omi kam zur Tür herein, offenbar war sie dafür zuständig sich um uns zu kümmern.
Und schwupps war Leif hinter Kaitlyn verschwunden.
Keine schlechte Idee. Kein Blinzeln später hatte ich mich hinter Elle verkrochen. Nicht weil ich mich vor der alten Frau schämte, aber mich nackt von hinten an Elle drücken, ganz ohne dabei zu erfrieren, das war nciht das schlechteste was passieren konnte.
Ziemlich gut sogar.
Wenn sie meine Gedanken lesen könnte wäre sie vermutlich rot angelaufen und geplatzt oder so. Aber hey.
Ich hätte sie wieder aufgewischt.
Und immer in einer Flasche mit mir getragen oder so. Ja, auf jeden Fall.

Dann ging es erstmal in die Dusche, der Strahl war nicht so überwältigend die Aussichten dafür schon.
In dem heißen Wasser mit dem ganzen Dampf, mit Elle in einem Raum zu duschen, das war ziemlich umwerfend.
Sofort musste ich mich exsessiv meinen Haaren widmen, sonst hätte man mir meine Gedanken woanders als im Gesicht angesehen.
Jetzt wo sie nicht mehr am ganzen Leib schlotterte machte auch Kaitlyn eine ziemlich gute Figur, aber sie hätte mich kaum in Verlegenheit gebracht.
War einfach nicht meine rote Elle vom Mississippi.
Schade das die Haare gefärbt waren, ob sie sonst wohl rotes Fell gehabt hätte? So ein roter Wolf hätte bestimmt ziemlich verschärft ausgesehen.

Die Handtücher waren richtig schön hart, sodass man sich die ganze alte Haut vom Leib rubbeln konnte. Natürlich nutzten wir sie danach alle um uns zu bedecken. Wie ein Haufen kleiner Indianer, Leif und ich mit Lendenschurz, Kaitlyn und Elle mit so ner Art Wickelkleid.
Kurz darauf führte die Wolfsoma uns aus der Werkstatt, über einen kleinen Pfad Richtung Wald. Als wir auf einer Brücke, bestehend aus 3 aneinanderliegenden Baumstämmen einen fetten Bach überquerten merkte ich einen komischen Schauer, der mir über den Rücken lief. Erst dachte ich es käme davon, dass ich mir vorgesttellt hatte, wie es wohl wäre sich jetzt an Elles frisch heißgekochter und abgeschubbelter Haut zu reiben, aber die anderen bemerkten es auch alle.
Ich hoffte mal, dass sie nicht meine Gedanken teilten.
Wobei, nein.

Wir wurden für heute Abend erstmal in einer selbst gebauten Holz- und Lehmhütte untergebracht. Ziemlich cool. Ich hatte mir das hier zwar irgendwie mehr so Indianermäßig vorgestellt, aber selbstgebaute Holzhütten waren ziemlich nah dran.
Nur die Betten, der Tisch und die Stühle wären mal besser irgendwie wilder gewesen.
Die Tür öffnete sich und zwei Mädchen kamen herein. Die eine trug nen Haufen Klamotten, die andere nen Tablett mit Wasser und Essen. Endlich. Ich hatte einen Mörderbärenhunger?Das eine Mädchen guckte ziemlich griesgrämig und überheblich, als ob sie was besseres als wir wäre.
Konnte ja nicht jeder mit so ner coolen Wolfsbande aufwachsen. Tut mir leid. Musste mit uns Stadtleuten auskommen.

Erstmal zogen wir uns alle an. Kaitlyn hielt Elle so einen Megacoolen Kartoffelsack hin, Elle war darüber nicht sehr glücklich, dass sah ich sofort in ihren Augen. Aber ich sah damit vielleicht aus wie ein Indianer. Also schnappte ich mir den Sack und zog ihn über. Viel zu klein. Aber erstmal musste ich ihn anbehalten, hätte sonst doof gewirkt. Eigentlich egal, aber so konnte Elle sich was anderes suchen, außerdem wollte ich nicht, dass sie mit Kaitlyn stritt.
Frauen und Kleidung. Ich hätte mich niemals mit Leif oder River über ein paar Klamotten gestritten.
Vielleicht um ein paar ordentliche Schuhe?
Ne, auch nicht. Das war definitiv ein Frauenproblem.
Von dem ich mich ganz wunderbar ablenken konnte mit dem Brot und frischgegrilltem Fleisch das es hier gab.
Das Brot war richtig schön knusprig und hart, wie in Deutschland. So ein schön hartes Brot hatte ich in dne letzten zwei Wochen nicht gegessen.
Am nächsten Tag war schon Samstag, voll das mega Hindernis.
Ging gar nicht. So ein Mist.
Elle befürchtete zwar, dass man da kein Sandwich draus machen konnte, aber so dunkles Brot war sogardafür zu gebrauchen. Wenn man es morgens toastete, dann war es mittags immer noch fest, selbst wenn Tomaten und Hamburgersauce mit drauf waren, nen Weißbrot hätte nichtmal halb so lange durchgehalten.
Das bewies ich ihr auch gleich, sie kannte sich vielleicht beim Kochen besser aus, aber im Essen war ich prima. 2 Scheiben mit nem Fleisch dazwischen waren zwar etwas dick, aber ich würde sie shcon besiegen.
Mapf, mapf.
Auf dem Bett neben dem Karmin war es richtig schön warm und dann war ich auch schon eingeschlafen.
Ziemlich platt.
Eigentlich hatte ich doch mit Leif die Gegend erkunden wollen und dann fragen ob ich hier bleiben durfte.

Dafür schlief ich richtig gut, zum ersten Mal seit langer langer Zeit. Keine Alpträume, keine blutigen Träume. Nur ein voller Magen, ein warmes Bett und irgendwo in meiner Nähe die Elle. So musste das sein.

Am nächsten morgen wachte ich auf, als River die Tür öffnete. Ich herrschte ihn an, draußen war es schon viel zu hell und ich wollte nach dem ganzen Chaos lieber erstmal langsamer wach werden.
Auch Kaitlyn und Leif waren schon unterwegs nur Elle war schon hier.
Ich drehte mich um, wie ich gehofft hatte schlief sie im Bett neben mir.
Außerdem war mein Wildburger gerettet worden und ich wachte zugedeckt auf. Hoffentlich war das Elle, bestimmt ist sie es gewesen.
Ich grinste sie an und bereute, dass ich nicht 10 Minuten länger wach geblieben war, dann hätt ich mich an die schlafende Elle gekuschelt. Allzu lange konnte sie nicht wach geblieben sein, nachdem ich einfach so einschlief.

Leider musste ich ihr von meinen Befürchtungen erzählen morgen abzureisen, aber sie hatte bereits einen Plan. Sie mochte mich so sehr, dass sie mit mir von zu Hause weg laufen wollte, wir beide zusammen auf Wanderschaft. Voll verschärft.
Hätte mir nie Träumen lassen, dass die kleine Elle für sowas den Mumm in den Knochen hätte.
Mit jedem Tag, den ich länger hier blieb, den der Wolfsmist weiterging lernte ich was neues von Elle und mochte sie ein bisschen lieber.
Was ist lieber als von hier bis zur Sonne zum Mond und wieder zurück? Keine Ahnung, aber irgendwie scheint das zu gehen.

Hand in Hand gingen wir los Richtung Werkstatt.
Elle war eben auf Toilette gewesen, und hatte Kaitlyn und Leif irgendwo da gesehen. Sonst wären wir wohl auf der Suche nach Frühstück losgezogen. Wobei mein Fleischburger auch in kalt noch gut eschmeckt hat.

Als wir reinkamen wusste ich gleich irgendwas stimmte hier nicht. Elle fasste meine Hand fester und alle starrten uns an, als wären wir irgendwelche Monster.
Halloho? Ihr seid selber Monster?

Danach zu Fragen ob ich hier bleiben dürfte schaffte ich nicht mehr. Einer nach dem anderen verwickelten sie uns in irgendwelche dämlichen Regeldiskussionen ohne etwas zu diskutieren. In der Schule hatten die Regeln wenigstens einen Sinn, hier behauptete jeder einfach irgendwas und wehrte alle Gegenargumente mit einem du bist zu dumm dafür ab.
War ich vielleicht auch, aber Elle sicher nicht und die sah das ganz genau so wie ich. Also nciht zu dumm. Vollidioten. Doch nur Schäferwölfe und keine coole Bande.
Ihr Lieblingsargument war sonst reißen wir den Kopf ab. Aber nicht so, wie meine Mutter das sagte, sondern die meinten das wirklich ernst.
Die wollten mich ohne scheiß da versklaven für irgend so einen Terroristenscheißkrieg oder so.
Und die wollten, dass ich nicht mit der Elle zusammen blieb.
Haha, geht nach Hause?

Leider waren die da am längeren Hebel und das wurde mir ziemlich schnell klar, als einer von denen nicht nur mich sondern den Leif gleich dazu einfach platt machte.
Schöne scheiße.
Dann gings erstmal in die Hütte, wo der nächste kam und uns mit irgendwelchen wir bringen euch alle um wenn ihr nciht gehorcht Regeln zutextete?

Ich spielte in Gedanken schon durch, wie leise ich wohl sein musste, um sie alle im Schlaf umzubringen und dann zu gehen, aber nach so klaren Ansagen würden die wohl Wachen aufstellen wegen sowas, oder nicht?
Keine Ahnung, die waren alle total bekloppt verrückt.
Voll das Hindernis.
So viele Hindernisse auf einem Haufen hatte ich noch nie gesehen und das obwohl die sich alle in Wölfe verwandeln konnten und damit eigentlich ziemlich gute Grundvoraussetungen hatten um arschcool zu sein.
Leif zumindest war arschcool. Der hätte auch mein Leitwolf sein dürfen oder so, aber keiner von denen der mir meine Elle wegnehmen wollte.

Während ich im stillen überlegte, was ich nur machen konnte um uns hier rauszuholen, versuchte Elle immer wieder ihnen ihre eigene Blödheit aufzuweisen und trieb sie damit ziemlich auf die Palme.
Aber wir hatten mit dem Mist ja nicht angefangen.
Ich kochte regelrecht vor Wut, ich brachte kein Wort heraus, wäre einfach geplatzt, wenn ich noch was gesagt hätte und musste mich ziemlich zusammenreißen nicht einfach das Riesenmonster zu werden. Die anderen waren nämlich mal locker noch gewaltigere Riesenmonster.

Summer ging mit Elle raus. Ich dachte nicht, dass sie ihr was tun wollte, sie hatte eigentlich einen ganz netten Eindruck gemacht, war die erste gewesen, die sich mal nett und höflich gezeigt hatte. WIr waren auch nciht gerade nett gewesen, aber ich sag noch eimal, die hatten sowas von angefangen mit der Scheiße.
Ein bisschen Honigbrot hatten wir uns ja wohl verdient.
Trotzdem fürchtete Kaitlyn, dass sie Elle vielleicht was tun würde, also gingen wir ihr alle hinterher.
Was sie wohl machen würde, wenn ich jetzt einfach den Kopf abriss wie Kaitlyn das mit der Oma gemacht hatte?
Ich war sowas von stink sauer, Zeit zum reagieren hätte sie sicherlich nicht.
Summer war nämlich keinen Deut besser als die ganzen Machoarschlöcher in der Werkstatt. Keine 5 Minuten und sie hatte ihre Honigmaske fallen gelassen und es hies auch schon wieder töten, töten, töten.
Ich war sowas von minimal kurz davor zu zeigen wie uncool so ein abgerissener Kopf so war, als sie uns einfach da stehen lies.

Kaitlyn und Leif wollten vorhin noch abhauen, aber jetzt irgendwie nciht mehr so richtig. River war einfach ein Arschloch, das nciht merkte, dass er jetzt eine Scheißgeisel von Scheiterroristen war, die nur so taten als wären sie 5-Pfennig besser als die bei DNA. Waren sie aber nicht, sie waren schlimmer.
Bei DNA wusste man wenigstens sofort, dass man verarscht wurde, hier naja, eigentlich auch. Aber die Deppen irgendwie nicht.
Ich wollte nur hier weg, einfach weg mit meiner Elle.
Die hatten irgendwas geredet von kein Sex sonst kriegt die ELle nen Monster von mir. Oha, das hat die Elle gar nciht gefreut. Ich muss sagen eigentlich hätte ich schon gerne irgendwann auch mal mit der Elle…
Aber irgendwann. Die Elle hatte klar durchblicken lassen, das sie damit erstmal warten würde und das war okay. Immerhin durfte ich ihre Hand halten und sie sogar küssen. Damit hatte ich so schnell nciht gerechnet.
Gut ehrlich gesagt hatte ich überhaupt nciht mehr damit gerechnet es noch zu wollen.

Auf jeden Fall konnten wir dann noch nicht gehen, es gab erst noch eine Trauerfeier für Collin. Der hatte geholfen Elle zu retten und war dabei gestorben, darum wollte ich ihn auch irgendwie ein bisschen ehren.
Außerdem hab ich denen ehwieso nciht geglaubt, als sie der Elle angeboten haben zu gehen.

Der Kerl der uns zurück zu den Hütten holte fing wieder mit diesem Beziehungsmist an.
Leute checkt ihr das denn nicht, wir suchen uns so oder so einen Weg und wenn es keinen gibt, dann sind wir halt nur so zusammen. Wenn ich Elle sonst verletze renn ich halt schnell weg und hack nen Baum klein, mit den Händen oder so. Aber ich glaub nciht daran, dass ich der Elle sowas antun würde. Niemals nicht. Nein.
Einfach nein man.
Ich bestimmte was ich mache und was nicht. So war das und nicht anders. Naja manchmal wurde ich offensichtlich groß, haarig und wütend, aber auch dann bestimmte ich, wen ich zerriss, niemand sonst.

Sag mal, hatte denen eigentlich noch niemand gesagt, das ihre Köpfe, wo sie doch ständig vom Abreißen sprachen auch nicht irgendwie fester angewachsen waren als unsere?

Am Nachmittag hörten wir uns nochmal die Garougesetze von Summer an, aber irgendwie, war die nicht so die hellste. In ner Podiumsdiskussion hätte die Elle die sowas von platt gemacht. Über den Blinddarm wollte sie ans sterilisieren aber SUmmer hatte da keinen Plan von, auch von Verhütung nciht, mehr als Ficken udn Schwanz oder Eier, oh ja sie mochte Eier, hatte die dicksten überhaupt, schien ihr zu dem Thema nicht einzufallen.
Ziemlich arm. Mehr so wie irgendne obercoole Hauptschülerin oder so.
Auf jeden Fall bekamen wir dann direkt wieder Hausarest.
Megaeinfallslos.
Erst kuschelte ich mich an Elle, aber dann musste ich einfach ein bisschen Dampf ablassen und ging Holz hacken und irgendwann nach dem Essen mit Leif zu dessem Vater.
Warum waren die nicht einfach alle so cool wie Leif?

Der hatte sogar die Eier in der Hose sein Versprechen John gegenüber einzuhalten und sich bei seinem Arschlochvater zu entschuldigen, der sich zum ersten Mal halbwegs menschlich benahm.

Naja, egal. Dann würde Leif wohl hier bleiben, Kaitlyn wohl auch. Obwohl Händchenhalten und kuscheln verboten war. River schien mit der ganzen Scheiße ehe keine Probleme zu haben und schloss bereits erste Freundschaften mit den Mädchen vom Vorabend.

Dann dämmerte es endlich und die Vorbereitungen für die Totenfeier begannen. Elle und ich erwiesen Collyn kurz unseren respekt, heulten auch für den Troy und dann verdrückten wir uns ziemlich ungesehen.
Gut, dass die erstmal mit ihrem Ritualmist beschäftigt waren. Als Wölfe stahlen wir uns davon, ich fühlte mich so frei mit Elle, als wir erstmal die Werkstatt hinter uns gelassen hatten, ein Wolf werden war kein Problem.

Dann ging es durchs und ins und mit dem Wasser um unseren Geruch zu verbergen Richtung New Orleans.
Erstmal das Sparbuch zocken und dann mit dem Flugzeug nach Deutschland oder so. Mal schauen. Und aufpassen, die hatten gesagt wir wären gefährlich für Menschen.
Bei all der Scheiße, die die sonst so verzapft hatten, das glaubte ich ihnen ohne weiteres.

Aber die waren nciht nur gefährlich für Menschen, die waren auch gefährlich für Elle und mich. Also lieber nichts wie weg aus New Orleans.

Hinterlasse einen Kommentar

Die Nacht der Wölfin, Teil 4

TS-Runde Montag 13.02
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Paul, Katia, Tylor

Mittwoch, 01.06. Dreiviertelmond

Am morgen nach einer langen Nacht machen sich die jungen Garou daran gemeinsam mit Marie die Baumbrecherplakate in der Kölner Innenstadt aufzuhängen.
Selbst Paul Ansell, der merkte, dass ihm alleine im Büro irgendetwas fehlte, der einfach nicht einschlafen konnte, gesellt sich zu seinen Rudelgefährten und hilft mit.
Charly besteht darauf, dass Marie mehr Verantwortung übernimmt und eines der Plakate komplett selbst aufhängt, um sie ein Stück weit aus ihrem Dasein als Fenrismaus hervorzuholen.
Doch dann bekam Charly einen Anruf, sie dachte erst, es wäre eine MMS und stürmte in Richtung der Wohnung ihrer Eltern davon, die anderen folgten ihr mehr als verwirrt. Dann bemerkte sie, dass es sich nciht um eine MMS handelte, sondern um eine Art Life-Übertragung aus ihrem Badezimmer, in dem sich Mrs. Winters aufhielt und die es komplett mit Reif überzogen hatte.
Diese Verletzung ihrer Privatssphäre versetzte Charly ziemlich in Rage, während Mrs. Winters ihren Zorn zwar verstehen konnte, aber unter Etikette und Rücksichtnahme auf die Gefühle anderer etwas deutlich anderes zu Verstehen schien. SIe hatte ein Geschenk für Charly mitgebracht, Informationen über ein Tabu im EId des Mondes, dessen schreckliche Konsequenzen nur dadurch zu Stande kamen, dass die Garou es selbst so wollten.

Dann fuhr sie das Rudel mit ihrer Limusine, die zugleich eine Kutsche war in den Königsforst, wo sich Darzels Síd, der einem Grabhügel in einem düsteren Märchenwald glich, befand.
Hie rhätten die Wölfe Gelegenheit noch einmal mit ihm zu sprechen, sollten ihn besser verstehen lernen.
Er reichte Charly die Hand uund nahm dadurch die Wölfe, welche sich gegenseitig an den Händen hielten, mit auf eine Reise in seine Erinnerungen.
Sie konnten sehen, dass er eines der ersten Sternenkinder war, die durch die dunklen weiten wanderte, konnten sehen wie er und andere seine Schwester Gaia ehrten, indem sie auf ihr lebten und gewaltige Paläste errichten, die sie zierten wie Schmuck und Edelsteine eine Frau. Sie konnten sehen, wie Darzels Volk als Götter zu den Menschen kam und ihnen Feuer, WIssen und Kunst überbrachte um die Welt mit ihnen zu teilen.
Doch die Menschen hatten nicht genug, sie wollten mehr, wollten die Welt für sich und wendeten sich gegen die Götter. Mit Waffen aus Eisen konnten sie sie vertreiben und unzählige Fey erschlagen.
Zunächst zog sich Darzel zurück, in ein abgeschiedenes Paradies, weit entfernt von allen Menschen, wo er seine Tochter pflegte. Sie war Hemera der Tag und was sie des Tags erblickte machte sie krank und lies sie dahinsiechen.
Darzel versuchte ihr zu helfen, aber was er auch tat er konnte das Leid seiner Tochter nicht mindern, denn es wurde auf Gaia verursacht, nicht hier im Traum.
So sammelte er eine Armee aus finsteren Kreaturen und zog aus mit seinen sieben Mächten, die die Gestalt schwarzer Reiter annahmen um die Menschheit zu bestrafen.
Er war die Nyx und er lehrte die Menschen sich in der Finsternis zu fürchten. Gegen seine Armee konnten sie bestehen, aber nicht gegen ihn selbst oder siene sieben Mächte.
Er drohte sie alle zu vernichten, bis schließlich sein Vater die Sylphen ausschickte um seine Mächte einzusperren.
Der König beider Höfe war nciht damit einverstanden die Menschen derart zu dezimieren und so wurden die sieben Reiter auf einer Wiese gebannt.

Darzel verzichtete darauf seinen Krieg fortzuführen und zog sich in die Finsternis zurück. Die Menschen sollten ihre Gebiete haben und den Fey die Wildnis überlassen.
Doch in den kommenden Jahrtausenden musste er mit ansehen, wie die Menschen das alte Abkommen vergaßen und sich über die ihnen gesetzten Grenzen hinwegsetzten. So lange, bis er genug hatte und beschloss zu handeln, während sein Vater fernab auf seinem Thron saß und sich nicht rührte.

Die Wölfe waren danach ziemlich aufgebracht und hatten mehr oder weniger Fragen an Darzel, bevor dieser sich in die Tiefen seines Palastes zurückzog.
Von der Kutsche wurden sie wieder vor Charlys Tür abgesetzt und hatten einen Tag Zeit das Gehörte und Gesehene zu verarbeiten bevor sie sich wieder Treffen wollten.
Aber als sie sich dann Abends um 21 Uhr bei Paul trafen, standen keine Diskussionen über Darzel an, sondern es war an der Zeit gemeinsam Jagen zu gehen.
Im Königsforst, schlugen sie Kaninchen aber auch das ein oder andere Wildschwein.
Sie fraßen sich satt an deren Fleisch und als alle volle Mägen hatte, rief Adriano eine Lune herbei um Charlys Taten anzuerkennen und sie damit vom Rang des Cliath in den Rang eines Pfleglings zu befördern.
Danach erzählte sie eine Geschichte, nur kurz dadurch unterbrochen, dass sie Paul dazu bringen musste sich auch in seine Menschenform zu verwandeln um ordentlich zuzuhören.
Als sie endete forderte sie Tylor zu einem Duell heraus, indem sie sich zunächst gar nicht so schlecht schlug, dann aber auf eine seiner Finten hereinfiel und von ihm mit einem Biss in den Nacken und dem ganzen Gewicht seiner Urshulform am Boden festgenagelt wurde.

Hinterlasse einen Kommentar

WtA: CoNO, Das Dorf der Verpilzten

Tischrunde 11.02.2012
Erzähler: U.
Spieler: Elle (Clawdeen), Kilian, River (Silverlocke), Leif (Kazul), Kaitlyn (Arva)

K…k…kalt. Frost. Was für ein beschissener Name. Warum konnte ich nicht Sommer oder Feuer oder friert nie oder hält alle in seiner Umgebung warm heißen.
Das hier hätte die beste Nacht meines Lebens sein können, und ich lag hier und fror, war schon wieder aufgewacht, anstatt glücklich mit meiner roten Elle im Arm zu schlafen.
Ich hatte sie im Arm, aber ich konnte es nicht genießen. Der Wald war eigentlich gar nicht so schlecht, aber mit Decken wäre noch besser gewesen. Oder ein paar Lammfellen. Die sehen so schön kuschelig und warm aus.
Ich wollte eigentlich Elle wecken, falls ich nochmal aufwachte.
Kaitlyn hatte sich an Leif gekuschelt, ich hatte sie, aber River war alleine.
Ich hatte mich zu ihm legen wollen, aber mein Unterbewusstsein hatte das wohl schon erledigt.
Wir lagen alle auf einem Haufen, dicht zusammen und trotzdem war es so verdammt kalt. Was soll das denn bitte? Sonne, komm raus? Bitte, bitte?
Aber ich hätte mich auch so zu ihm gelegt, notfalls alleine. Und wenn irgendwer was sagt, weil ich mich nackt neben nen anderen Kerl gelegt hatte, dann hätte es aufs Maul gegeben. Aber sowas von. Ich drückte mich noch ein bisschen enger an Elle.
Ein Königreich für eine Decke, es hätte so gut sein können. Aber es war nur k…k…kalt.

Als ich das nächste Mal aufwachte, schien die Sonne schon, komisch, aber gut. Nicht so gut war, dass ich nicht als erster erwachte. Ich hatte doch Elle küssen wollen. Das ging jetzt nicht, wenn alle zusahen, traute sie sich bestimmt nicht. River weckte mich und Leif, er erzählte was davon, dass es bald regnen würde.
Nicht schlecht, der war wohl auch öfter draußen, das gefiel mir.
Und er überließ es uns, die Mädchen zu wecken. Ich übernahm Elle, so konnte ich sie wenigstens ein bisschen kraulen, bis sie aufwachte.
Das hat er wirklich gut gemacht. Vielleicht wurde heute doch noch ein guter Tag.
Eigentlich hatte ich sie alle ein bisschen aufmuntern wollen, aber der Regen zwang uns zu handeln.
Also wuselten wir vorsichtig durch den Wald, River führte uns und wir folgten.
Ich hatte Elle die Hand gereicht und sie hielt sie fest, ganz fest.
Gut, dass sie sich immer bloß von hinten an mich drückte und gut, dass es kalt war.
Anders hätte ich die ganze Zeit ein dummes Grinsen im Gesicht gehabt.
Aber jedes Mal, wenn sie mich streifte oder ein bisschen fester drückte, musste ich dann doch grinsen.
Na, das konnte ja was werden in dem Jahr, dass ich hier sein würde.
Scheiße. Geschlafen. Nur noch 2 Tage und nen Krüppel, dann gehts schon nach Hause.
Scheiße.

Beim Laufen erzählte ich den anderen von meinem Brief an Elle, in dem ich von dem Selbstmordfelsen berichtete.
Ich sagte ihnen, dass wir wieder nach Hause gehen würden, und dass wir DNA besuchen würden um nach Kaitlyns Vater zu sehen.
Danach sprach erst mal keiner, aber in Kaitlyns Augen konnte ich sehen, dass sie einverstanden war, obwohl ich es mehr schlotternd als recht hervor gestammelt hatte.
Aber so durchgefroren und nassgeregnet konnte man echt nicht mehr erwarten. Ehrlich nicht.
Wir würden uns unser Leben nicht einfach umschubsen lassen, uns nicht entführen lassen und nicht hinnehmen, wenn man uns unsere Familien wegnahm.
Oder wenn mir jemand Elle wegnahm. Dann gabs Ärger! Elle sah das genauso. Sie drückte meine Hand immer fester und stimmte mir begeistert zu.
Sowas musste ich öfter machen, oh ja.

Aber mein Magen. Kein Mittagessen, kein Abendbrot, kein Nachtmahl mit Elle, kein Frühstück, wie sollte ich das nur durchhalten?
Boar, grummelte der, ging mal gar nicht.
Aber etwas abseits unseres Weges wuchsen ein paar Pilze, die sahen aus, als könnte man sie essen, ja. Endlich was für meinen Bauch.
Aber Elle machte sich Sorgen wegen der Pilze. Glaub mir doch, ich kenn mich aus, hier zwar nicht, aber der Pilz sieht echt essbar aus. Ganz wirklich. Aber erst, als die anderen das auch bestätigten, ließ sie mich gewähren. Ich probierte erst mal ein kleines Stück.
Schien okay zu sein, aber schmeckte scheiße. Mist. Ich biss die Zähne zusammen und ließ die anderen nicht sehen, dass ich eigentlich keinen Bock mehr auf Pilze hatte.
Aber gepflückt war gepflückt, und dann stopfte ich mir den Rest in den Mund, kaute die und schluckte sie irgendwie runter. Voll eklig.
Aber verschärft, zumindest für die anderen, hoffte ich.

Etwas später ein Aufschrei. Wir drehten uns rum und Kaitlyn war futsch. Dafür wackelte die Blumenwiese neben uns komisch, schöne große violette Blumen, bei denen ich sofort an Elle denken musste. Diesmal war es nicht Leif, der unüberlegt was unternahm, er war sogar ziemlich vernünftig. Nicht so wie River, er machte einen auf Leif und sprang einfach ins Wasser. Elle sagte mir, es wären Schlingpflanzen im Wasser, darum hielt ich Leif an den Beinen fest, damit er sich weiter nach vorne beugen konnte.
Aber River hatte eh fast alles im Griff.
Jetzt waren wir alle nicht nur nass vom Regen, sondern auch vom doofen Wasser unter den Schlingpflanzen.
Aber sie waren nicht nur schlecht. Leif hatte mir eine abgepflückt, die ich stolz Elle überreichte.
Für den Kopf und die Haare war sie wohl zu groß, aber dafür war sie ziemlich violett. Und das freute Elle, total verschärft.

Plötzlich rannte Kaitlyn einfach los. Alle anderen hinterher. Die Affenbande rast durch den Wald, aber wir sind alle von alleine kalt.
Dafür gabs da ein Haus, aus dem Rauch kam, und Rauch hieß: warm. Schon stürzte ich hinterher und zog Elle einfach mit mir mit.
Ein altes Ömerchen erwartete uns, gab uns Decken und glaubte mir nicht, was ich erzählte. Kein Wunder, wenn die anderen auch einfach irgendwas drauf los plapperten, ohne dass wir uns abgesprochen hatten, uns ne Geschichte, nen Plan erdacht hatten. Sowas blödes.
Hoffentlich dachte sie nicht zu viel drüber nach.
In der Küche, wo wir uns umschlungen von Decken aneinander kuschelten, gabs ne mega gut riechende Pastete. Eigentlich hatte es erst ausgesehen wie ein Apfelkuchen, aber da waren Innereien drin. Das war mir ne Nummer zu krass. Innereien waren nicht so mein Ding. Oder Elles, auch nicht Leifs oder Kaitlyns.
Mein Magen beschwerte sich lautstrak, vor allem weil ich River dabei zusehen musste, wie er sich über die Pastete hermachte. Ein Stück, noch ein Stück, er wollte den ganzen Scheißkuchen einfach aufessen.
Naja, verübeln konnte ich es ihm nicht, wenn das mal nen Apfelkuchen gewesen wäre, dann hätte ich locker auch einen oder zwei verdrückt. Also Apfelkuchen, und zwar ganze!
Aber obwohl ich ziemlichen Hunger hatte, ging es mir eigentlich ganz gut. Mir wurde langsam wieder warm, und Elle wollte nicht nur umarmt werden, sie wollte mit mir unter eine Decke. Hier in der Küche, direkt nebeneinander. Haut an Haut, von Decken umschlungen. Ich konnte den ganzen Tag hierbleiben und mit Elle hier rumsitzen.

Kaitlyn schien das nicht zu reichen und sie machte sich daran, die Küche zu durchforsten. Im Kühlschrank war fast alles schon abgelaufen, bis auf noch mehr Innereien. Aber da lag auch ein ordentliches Stück Fleisch, ein Steak.
Bevor ich noch wusste, wie mir geschah, war ich schon aufgesprungen, stand nackt vor dem Kühlschrank und stopfte mir nen Steak in den Mund.
Voll eklig, aber irgendwie auch gut. Um mich zu rechtfertigen redete ich irgendwas von Sushi, aber in echt war es mir unangenehm.
Nicht das rohe Fleisch, sondern dass ich es gut fand, darauf rum zu kauen.
Dann hatte Elle die erlösende Idee, um meinem Bauch etwas Gutes zu tun. Sie schnappte sich ne Pfanne, haute das Steak rein und briet mir das. Voll verschärft, Elle.
Wollte sie jetzt am liebsten dreimal hochleben lassen und danach küssen und nie wieder damit aufhören.
Hui, mir wurde ganz schwindelig, als ich ihr dabei zusah, halbnackt, nur mit einer Decke über den Schultern. Und, nein, ich hatte kein Fieber und keine Wahnvorstellungen von den Pilzen drüben. Aber es wäre ziemlich hilfreich gewesen, die nicht gegessen zu haben, sondern jetzt mit in der Pfanne zu braten, dachte ich, während ich mich auf das Fleisch freute und mich an Elle kuschelte, die es irgendwie trotzdem schaffte zu braten.
River aß noch immer die Pastete. Und Kaitlyn verdrückte sich mit Leif. Was die wohl vor hatten?

Aber irgendwas hier stimmte nicht. Die Oma war verschwunden, hatte einfach das Haus verlassen, das Telefon herausgerissen und oben saß ein Mann, der irgendeine Art stummen Anfall hatte. Kaitlyn und Leif wollten raus, mal in den anderen Häusern nachsehen. River ging nach oben, um nach Medikamenten zu suchen und Elle und ich stellten unten alles auf den Kopf.
Amerika war voll das Hindernis. Aber Elle war hier. Sollte ich das jetzt gut finden oder schlecht, also Amerika und New Orleans? So ein Mist.
DNA, Wolfsmonster und jetzt ein komisches verlassenes Haus ohne Telefon mitten in den Bayous. Irgendwas ging in Amerika ganz entschieden daneben.
Aber wir zwei waren hier gerade alleine unten.
Seize the day und so.
Also tippte ich Elle auf die Schulter, sie drehte sich zu mir um und ich schnappte sie mir. Wir hatten beide noch die Decken umgewickelt, sonst wäre es auf Dauer selbst im Haus zu kalt geworden. Mit meinen Armen zog ich sie zu mir, beugte mich zu ihr herunter und presste meine Lippen auf die ihren.
Einen Moment überlegte ich, ob ich den Mund öffnen sollte, aber dann zog ich meinen Kopf zurück, drückte sie eng an meine Brust und genoss einfach ihre Nähe.
Legte meinen Kopf auf ihrem ab. Meine rote Elle vom Mississippi.
Hab dich! Oder eher andersrum? Ach keine Ahnung.
Hauptsache wir standen hier so.

Dann rückte sie ein Stück nach hinten. Ach nein, bleib doch hier. Aber sie stellte sich auf die Zehenspitzen und gab mir ein Küsschen.
Beinahe wäre ich gegen die Decke gesprungen, und dann geradeaus übers Haus dreimal rum und hoch hinaus.
Aber danach kam es noch besser, sie fragte mich, ob wir das noch einmal versuchen wollten.
Oh, ja, ja, ja. So oft konnte ich gar nicht ja denken, so hoch konnte ich gar nicht fliegen.
Klar. Und dann pressten wir unsere Lippen erneut aufeinander. Aber dieses Mal küsste ich sie richtig, naja, halb. Aber es war trotzdem ziemlich gut.
Besser. Wie gut, behalte ich einfach für mich, dann konnte mir keiner den Moment klauen. Der gehörte nämlich nur mir und Elle, darüber muss man nicht schreiben.
Obwohl ich gerne ziemlich lange, also für immer, genau nichts gemacht hätte, musste ich daran denken, dass River oben alleine war.
Tut mir leid, Elle, aber wir konnten ihn da oben nicht so alleine lassen.
Also gingen wir nach oben und setzten uns vor den kranken Mann auf den Boden und neben River und sagten … nichts.
Betretenes Schweigen breitete sich aus, vermutlich wusste River nicht einmal, warum.

Dann kamen Leif und Kaitlyn zurück, und wieder einmal hatte er eine total verrückte Geschichte ausgegraben. Amerika, Mann, das glaubte man nicht.
Die Oma war natürlich wie vom Erdboden verschluckt. Telefone gab es nicht mehr und die Leute in den anderen Häusern waren auch platt. Genau wie alle Fahrzeuge. Wo gab es denn bitte sowas? Ich war kurz vor dem Ausflippen. Als ob der Donnerstag noch nicht genug gewesen wäre.
Also mussten wir hier weg, konnten uns nicht mal ein bisschen ausruhen, bevor wir zur Werkstatt gingen.
Schade, aber wenigstens hatten wir was im Magen und konnten uns hier auch ein paar Klamotten zusammen sammeln.
Was war hier nur los verdammt?

River blieb erstmal im Haus, wollte warten bis wir was gefunden hatten um hier abzuhauen. Kaitlyn und Leif sowie Elle und ich machten uns wieder auf um durch weitere Häuser zu schauen. Ich hatte zwar schon Schuhe von Leifs erster Erkundungstour bekommen und wir hatten uns Klamotten aus dem Kleiderschrank der Leute hier übergeworfen. Die Hose war etwas zu kurz, aber so ein offenes Hemd war irgendwie verwegen.
Zu Elle passten die Klamotten irgendwie so gar nicht, sie waren nicht schwarz und pink genug. Aber trotzdem lustig. Ob sie mal solche Sachen tragen würde, wenn sie älter wäre? Egal. Erstmal mussten wir Schuhe für alle finden, und ich wollte eine Axt haben oder ein Taschenmesser, nein besser ein richtiges Überlebensmesser. Leif sah mich komisch an, als ich ihm sagte er solle danach Ausschau halten, aber mal im ernst, besser als ein Schraubenschlüsel und draußen im Wald immer nützlich.

Elle und ich verschwanden zusammen im nächsten Haus, Kaitlyn und Leif im übernächsten. Auch hier war alles irgendwie benutzt und mittendrin wurden die Bewohner platt gemacht, lagen einfach nur noch so rum, ohne sich zu bewegen mit komischen Augen. Unten fanden wir Cowboystiefel und nen Hut, leider alles für Mädchen, sonst hätt ich mir die sofort unter den Nagel gerissen. Aber auch Elle passten die Stiefel nicht. Cowboy-Elle war definitiv cooler als Oma-Elle. Aber den Hut konnte sie aufsetzen, er war zwar weiß, aber mit einer Schere aus der Küche konnte man ein Loch reinschneiden um die Blume zu befestigen. Die mochte sie wirklich gerne, das heißt sie mochte mich wirklich gerne, was es ein wenig schwerer machte sich auf das ganze verlassene Dorf hier zu konzentrieren.
Ich meine, erst die Nummer im Krankenhaus, dann war ich ein megawolfsmonster das Menschen fraß, naja zum Glück eher zerfetzte als Fraß. Auf Menschenfleisch essen hatte ich nämlich mal voll keinen Bock. Und als ich vorhin nach dem Vollmond gefragt habe, schauen die mich alle an wie ein dutzen Trucks oder so. Also wie ein auto. Aber die haben Silber gesagt Leute, Silber! Nicht gehört? Klingelts? Nein? Nächste mal vielleicht, aber dann sind wir mal besser irgendwo im Wald und nicht an so nem Verarschungshaus.
Und jetzt waren wir hier, in einer statt, in der sich keiner bewegte, alle waren ko. Gabs bestimmt auch in irgendwelchen Filmen die ich nciht gesehen hatte. Verdammt ich musste mit Elle mehr DVDs gucken, ich war überhaupt nicht vorbereitet auf so ne scheiße hier.
Auf jeden Fall erstmal plündern, damit man was hatte und überleben konnte. Wer wusste schon wie schnell unsere WOlfsmonster-selbts so laufen konnten, wie weit wir noch laufen mussten bis wir irgendwo ankamen wo ma sich dann wirklich mal ausruhen konnte.
Während Elle mit dem Hut beschäftigt war ging ich schonmal hoch um mich dort umzusehen.
Boar man, Amerikaner. Außer den Leuten mit denen ich hier unterwegs war gingen die echt mal gar nicht. Die Frau, der das Cowboyzeug gehörte, war vielleicht ein paar Jährchen älter als ich und die lag da mit nem Kerl, der war mindestens schon fünfmal so alt. WIe eklig ist das denn? Schüttel. Ich bin ja mehr so für gleichaltrige Pärchen, zu viel Abstand war da einfach nicht gut. Ich war eher für Elle.
Schritte auf der Treppe, verdammt, ehm mit einem Rumms knallte ich die tür wieder zu. Und mit möglichst wenig rot im Gesicht versuchte ich ihr zu sagen, dass das nicht von Interesse war. Natürlich glaubte sie mri nicht, wieso auch, hätt ich auch nicht, war ja auch gelogen so halb. Aber ich wollte wirklich wirklich nicht, dass sie das sah, sonst würde sie mich vielelicht nie wieder küssen und das ging nicht. Also redete ich irgendeinen quatsch und lies sie einfach nicht rein. Nahm sie wieder mit runter.

Draußen trafen wir auf Leif und Kaitlyn und führten einen Partnertausch durch. Die Mädchen mussten weiter Schuhe suchen gehen, Leif und ich suchten Zeug das man gebrauchen konnte. Aber noch bevor wir was fanden, hörten wir Elle vor Schmerzen schreien. Wir mussten uns nichtmal ansehen, fuhren herum und stürmten in Richtung der Schreie. Elle war draußen auf der Veranda und hielt ein kleines Tentakelmonster im Arm, das einen voll ekligen Fangarm um ihren Hals geschlungen hatte.
Ich dachte kurz nach und schickte Kaitlyn dann nach drinnen um nen Messer, Feuerzeug und Alkohol zu holen, besser war das. Leif der Blödarsch schnappte sich einfach das Baby und riss es weg. Kann der nciht einmal nachdenken bevor der was macht? Natürlich riss das Monsterbaby den Hals von meiner Elle auf und da wurde die erst richtig rot. Im ersten Moment spritzt überll Blut rum. Leif wenn du meine Elle platt gemacht hast, hau ich dich kurz und klein. Für sowas brauchte man übrigens ne Axt Leif, für kleine tentakelige Monster. Hilfe man, ich will nach Hause. Amerika ging gar nicht.
Aber dann legte sich auch schon so ein ekliger blauer Schleim auf die Wunde. Ein bisschen so als ob der lebendig wäre. Kurz blickte ich zu Leif herüber und wir dachten das Gleiche. Blauer Schleim auf dem Hals von meiner Elle war nicht okay. Ganz und gar nicht. Ich zog mir mein noch immer nicht zugeknöpftes und jetzt wieder nasses Hemd aus um damit den Schleim abzuwischen. Elle wusste gar nciht wie ihr geschah und die Wunde sah ziemlich mies aus. Schon bevor ich sie das erste mal berührte begann sie wie am Spieß zu schreien und als ich dann anfing wurde es nicht besser. Leif trat hinter sie und hielt sie fest, damit ich sie von dem blauen Ekelschleim befreien konnte. Tut mir leid Elle, tut mir verdammt leid. Aber blauer Schleim der da auf deiner Wunde rumglibberte war nicht cool, wir mussten den einfach wegmachen. Für dich.

Elle war über ihre Wunde und die Behandlung mehr als unglücklich. Dann plötzlich wird sie viel größer, mit einem lauten krachen explodierte sie. Das Krachen kam von der Kleidung, die die Verwandlung einfach nciht mitmachte. Mehr als ein „Fuck“ brachten weder Leif noch ich raus, bevor die Wolfsmonstermega-Elle herumfuhr und mit ihrer Pranke nach Leif schlug. Der war zum Glück abgedüst wie ein Hundert-Meter-Lüfer zurück nach drinnen.
Mehr als beunruhigt und mit mehr als wackliger Stimme wich ich nur ein paar Meter zurück und redete dabei sanft auf Elle ein, versuchte sie zu beruhigen.
Hoffentlich mochte sie mich auch jetzt genug um kein Schaschlik aus mir zu machen.

„Mit mir kochen, weißt du noch? Nicht mich kochen“

Elle beruhigte sich ein wenig, war aber immer noch locker nen Meter größer als ich, ziemlich wolfig und ziemlich bepelzt. Wenn sie nicht so wütend ihre Zähne gefletscht hätte, hätte ich mich gerne an sie gekuschelt und den lustig braunschwarzen Fleck auf ihrem Rücken gestreichelt. So blieb ich aber lieber erstmal auf Abstand.
Hoffentlich passierte sowas niemals in der Schule oder so. Aber langsam bekam ich eine genaueere Vorstellung von dem Gendefekt, den die bei DNA wohl gemeint hatten. Stress. Hatten wir hier definitiv. Jederzeit, sowieso. Lebensgefährlich, auch aber wohl nicht für die Wolfsmonster.
Ele konnte nicht mehr sprechen, musste mich ganz auf ihre Augen, Ohren und ihr dunkles knurren verlassen. Hätt ich mal besser nen Hund gehabt, ob ich sie dann wohl verstanden hätte?

Nur Momente später klirrte es und die alte Oma kam durchs Fenster auf die Veranda geflogen. Ein Stück von ihrem Kopf fehlte und und überall spritzte Blut rum, als sie aufschlug. Ein kalter Schauer lief mir den Rücken herunter. Durch das Haus stürmte noch so ein Hammerwolf auf uns zu, das musste dann wohl Kaitlyn sein. Ich war hier, River ganz woanders und Leif versuchte gerade aus dem Weg zu hechten um nicht zwischen zwei Monstern gefangen zu sein.
Und ich stand hier und konnte den Blick nciht von der Oma lassen. Wenn man gerade den Kopf agberissen bekam, also so richtig echt jetzt und alles vollsiffte mit seinem Blut und was da sonst noch für ekliges Zeug aus ihr herauslief, dann hatte man mich gefälligst nicht mehr anzuschauen.
Aber es war auf eine so widerliche Weise faszinierend, dass ich meinen Blick nicht abwenden konnte.
Auch nicht, als sie blinzelte, mit Augenliedern wie Menschen sie gar nicht hatten. Hilfe?

„Elle? … bitte … mach das weg?“

Mehr brachte ich nciht hervor, so gefangen war ich von ihrem Anblick, wie eine Maus die eine Schlange anstarrte, hoffentlich machte es gleich nciht habs. Dann war der Kilian weg. Einfach so, in einem Scheißhaus, mitten in einem Scheißwald mitten in Scheißamerika.

Aber bei meiner Elle.
Die schnappte sich auch gleich die Oma, hob sie auf Augenhöhe und dann war Kaitlyn da. Sie hatte etwas länger gebraucht, als 3m großer WOlfsgorilla war das so eine Sache mit den Türen. Sie holte aus, schlug zu und fetzte der Oma den Kopf weg.
Für ein „Fuck“ hatte ich keine Luft mehr.
Es gab ein ziemlich ekliges Geräusch, als Elle den halt verlor und den Hals zusammenquetschte, aber trotzdem rutschte ir die Oma aus der Hand. Sie schlug mit einem absolut ekligem Geräusch auf den Boden auf.
Das werde ich niemals vergessen, irgendso eine Mischung aus nassem Reissack und was zerbrechlichem. Ein Geräusch bei dem man wusste, dass man Scheiße gebaut hatte.

Ich schaute dem Blut nach, das an mir herablief, als meine ganze Wut auf das bekackte Dorf hier aus mir herausplatzte. Nicht sehr angenehm, wenn die eigene Wut einfach rauswollte. Fühlte sich an, als ob alle Knochen gleichzeitig zerbrochen wären, alles verdrehte sich, war irgendwie falsch und dann…

War ichauch wieder so ein Wolfsbiest. alle Klamotten natürlich hin, auch die Schuhe, aber darüer ärgerte ich mich nichtmal.
Ich war wütend, einfach nur scheiße wütend. Die Oma verarschte uns, haute einfach ab, das Baby tentakelt meine Elle an und riss ihr den Hals auf und es war nicht einmal wer hier dem man dafür die Schuld geben konnte.
Leif und ich brüllten unsere Wut darüber in den Himmel. Dann sahen wir uns an.
Das Tentakelmonster war hier gewesen. Es war nur klein, aber es war geflohen.
Das würde Ärger geben.
Schnüffelt begannen wir seien Spur aufzunehmen und es durch den Garten zu verfolgen. Wo es sich auch versteckt hatte, wir würden kommen und es holen. Jetzt waren wir die Scheißmonster hier und ihr… die Opfer. Blödes WOrt, mag ich eigentlich nicht.

Mit einem Blick über dei Schulter versichere ich mich, dass alle da sind, irgendwie fehlte mir jemand.
Aber River war auch gekommen, er hatte die Schreie der Mädchen gehört, unser Büllen und war gekommen. Aber er war noch kein Wolfsmonster.
Bleib bei uns, dann passen wir auf dich au, du gehörst dazu, wollte ich sagen.
Konnte aber nur dunkel grollen. So war das also gewesen, eben.Dann nickte ich einfach mit dem Kopf hinter Leif her und setzte mich in Bewegung. Er musste rennen um mit uns Schritt zu halten, aber er hatte verstanden.

Ich versuchte zwar die Babyspur aufzunehmen, aber meine Nase war viel zu abgelenkt. Jetzt wo die nämlichso wolfsschnauzenmäßig empfindlich war, musste ich die ganze Zeit Elle riechen.
Die Roch wirklich gut. Wäre ich nicht so stinkwütend gewesen, hätte ich mich wohl auf sie geworfen und mit ihr gerangelt und gekämpft um mehr von ihr riechen zu können. Zum Anbeißen.

Elle lies sich nicht so leicht ablenken, sie führte uns zelstrebig auf einen immer beißender werdenden Gestank zu, bis wir schließlich vor einer Lagerhalle standen. Ohne groß zu überlegen wirf Elle sich dagegen und bricht das Tor auf.
Ehelle vor, noch ein Tor. Ja man, krach.

Der Gestank kam wirklich aus der Lagerhalle, von einem Haufen Fässern am hinteren Ende. in den Fässern war irgendeine eklige Scheiße, die gerade von anderen Monstern gefressen wurde.
Da standen drei Viecher und stopften sich mit abartigen Chemikalien voll, einfach so.
So wie die aussahen, mussten die einfach an der ganzen kacke Schuld sein.
Elle setzte sich langsam auf den vorne links in Bewegung. Der hatte ziemlich viele Hörner und auf seiner Schulter saß das Tentakelviech. Baby. Was auch immer. Rache für Elles Hals. Sofort stürmte ich los, galoppierte auf diese Freaks zu.
Leif und ich waren wieder einmal gleicher Meinung, auch er wollte seine üble WOlfsmonsterfrustlaune an denen da auslassen und bei dem was hier so abging geschah denen das nur recht.
Leif hielt auf den rechts zu, der hatte jede Menga kleine tentakeln und sah irgendwie stinkig aus. Blieb also nur noch der letzte ganz hinten für mich, so ein schleimschlabberiger Ekelkopf. Und das Problem irgendwie an Elle und Leif vorbei zu kommen.
Ich sprang auf ein Autodach, das etwas neben Elles Weg hier in der Halle geparkt war.
Das Metall ächtzte und es gab ne ordentliche Beule, ich schien ziemlich schwer zu sein. Es kreischte regelrecht, als die Klauen an meinen Füßen halt suchten, damit ich mich wieder abdrücken konnte.
Mit einem rumms landete ich vor Elle und stürmte auf die Fässer zu. Über die würde ich auch einfach drüberspringen und dann gab es Schleimbrei oder so.

Aber soweit kam ich gar nicht, der Hörnermann rammte mich von der Seite und schlug mir seine Wildschweinhauer voll in die Seite.
Ein stechender Schmerz durchzuckte mich und ich konnte zwischen den ganzen Chemikalien hier was Metallisches riechen. Das muste dann wohl mein Blut sein.
Das Tentakelbaby war in der zwischenzeit der Elle ins Gesicht gesprungen die mir zur Hilfe geeilt kam.
Leif hatte den Tentakelkerl erreicht und mit nur einem Prankenhieb machte er ihm den gar aus. Er hinterlies eine Riesenwunde und brachte den Typen ordentlich ins schwanken. Ganz schön zäh diese Chemikalienfressenden Mutanten, dachte ich mir, als ich das Hörnervieh biss.
Tut mir leid Elle, der hat angefangen, den kann ich nicht für dich lassen. Jetzt ist er markiert, und gleich ist er tod.
Schien Elle nicht zu stören, die war ehwieso gerade damit beschäftigt das Tentakelvieh aus ihrem Gesicht zu reißen und es platt zu machen. Dann setzte sie dem Hörnervieh zu ud verfehlte es.
Drüben bereitete Leif dem Tentakelmonster ein Ende, das dabei aber immer wieder eklige Stinkwolken ausstieß, die Kaitlyn und mir ziemlich zusetzen. Mir wurde sofort schlecht und ziemlich schwindelig.
Trotzdem lies ich mich nicht abhalten und hieb mit meinen Klauen auf den Hörnermann ein, der wieder versucht hatte mich zu beißen, aber irgendwie nicht durch mein Fell gekommen war. Diesmal erwischte ich ihn richtig gut, an der Hüfte. Seine Beine standen noch einen Moment und sackten erst zusammen, als der Oberkörper schon gegen die Wand knallte.

Ich fuhr herum, der Schmerz in meiner Seite machte mich rasend, ich wollte meinen ursprünglichen Plan fortsetzen und mich auf den vollgeschleimten Mutanten stürzen, aber irgendwie ging das gerade alles nicht mehr so gut. Statt einfach über die blöden Fässer zuspringen, lief ich voll dagegen und blieb erstmal verdattert stehen. In der Zwischenzeit rutschte Kaitlyn aust und lag vor dem Schleimmonster auf dem Boden.
Aber bevor ich mich wieder zusammen rappeln konnte um mich auf ihn zu stürzen waren Leif und River schon um ihn herum und auch Kaitlyn erhobsich wieder. Zu dritt würden sie den einen wohl in handliche Stücke reißen. Wütend darüber, dass bei mir gerade alles so schief ging, warf ich mich in einen Haufen Kisten und zerschmetterte die ein oder andere, als ich ein Wolfsgeheul in der Ferne hörte.
Der Schleimkerl war ziemlich stabil und die anderen mussten ihn förmlich in Stücke hacken, bevor er endlich liegen blieb, nicht bevor er eines der Fässer umwerfen konnte und sie alle mit Säure verbrannte.
Na toll. Verdammte Mutanten.

Ich bezog einen Posten am Scheunentor und heulte den Wölfen entgegen. Mein Geheulwar nciht so schön wie ihres, und machte auch überhaupt keinen Sinn, aber sie würden schon merken, dass wir hier waren. Elle bezog einen Posten neben mir und stimmte in mein geheul mit ein und die anderen kamen auch nach und nach aus der Lagerhalle getrottet.
Das war richtig gut gewesen, befreiend. Ich war nicht mehr halb so wütend wie eben noch und Rieb meine Flanke zufrieden an Elle. Die Bisswunde schmerzte und ich schmierte sie auch ein bisschen voll, aber das war nicht so wichtig.Jetzt war ales gut.

Leider nicht so ganz. Ich hatte dieses doofe Mistzeug von dem Tentakelspinner eingeatmet und das machte jetzt irgendeine Scheiße in mir. Och menno.
Wie Kaitlyn musste ich mich vor Schmerzen krümmen und am Boden zusammen rollen. Ich bekam nichtmal richtig mit wie scheußlich ich stank oder wie River davonstürmte um die Wölfe zu holen. Die konnten uns bestimmt helfen.
Obwohl ich wirklich ekelerregend roch, lange nicht so gut wie Elle vorhin, blieb sie bei mir. Half mir das komische Zeug, dass jetzt auf mir wuchs abzukratzen und fuhr mir mit ihren Klauen vorsichtig durch mein dunkles Fell.
Ich konnte nur grummelig Stöhnen und musste die Zähne zusammenbeißen und die Fäuste ballen, mir meine spitzen Klauen in die Handflächen bohren um nicht vor Schmerz zu winseln.
Aber ich würde hier nicht winseln. Nicht vor Elle.

Dann kamen die Wölfe an und wurden zu einem Haufen Männer. John, und noch mehr, unter anderem wohl Leifs Vater und noch ein dritter.
Um Kaitlyn kümmerten sie sich sofort, aber dann mussten sie sich erstmal mit Leif unterhalten und wundern wo wir alle herkamen.
Wollten sie testen wie lange ich da rumliegen konnte?
Was sollte der Scheiß?
Hei, ich war auch da?
Mit allerletzter Kraft sprang ich nochmal auf und brüllte wütend wie ein Gorilla, der sein Revier verteidigte oder so ähnlich.
Hätte ich wohl nicht gebraucht, der Kerl mit dem Stock, der Kaitlyn geholfen hatte, war schon unterwegs zu mir, redete irgendwas, machte was mit seinem Stock und dann ging es mir gleich viel besser. Langsam hörte ich auf zu stinken und als Elle mir das nächste mal das Pilzgeflecht aus dem Fell riss, wuchs es nicht wieder nach.
Ich schüttelte mich und warf ihr einen dankenden Blick zu.
Mann so war das gleich viel besser.

Den Menschen hier im Dorf konnte man wohl nicht mehr helfen, die würden alle mutieren oder so ähnlich darum mussten die erstmal alles platt machen hier. Und weil Collin gestorben war, der Vater von dem anderen Jungen, den wir im Wald begraben hatten. Sie waren wohl Freunde gewesen.
Ich wollte zeigen, dass wir auch zu was gut waren und man nciht nur fragen musste warum wir auf einmal da waren und so stürmte ich auch auf ein Haus zu um es ordentlich zu demolieren. Brüllend lies ich meinem Zorn freien lauf und tobte mich so richtig aus. Kaitlyn folgte mir sofort, die anderen etwas später.
Erst als nur noch Ruinen übrig waren hielten wir inne und liefen den anderen in den Wald hinterher.
Es dämmerte schon langsam, als wir dort ankamen.
Sie versuchten uns zu beruhigen und redeten auf uns ein, wie man auf nen wilden Hund einredete oder so, aber das tief ein und ausatmen half wirklich, bis wir schließlich alle wieder kleine Teenager waren.
Nackt. Warum waren die eigentlich nicht nackt? Die hatten sich doch auch verwandelt. Unfair.
Kaitlyn hatte etwas länger gebraucht, aber dafür bekam sie jetzt auch gleich das T-Shirt von Leifs Vater. Der hatte es für Leif ausgezogen, aber Leif hatte es nicht behalten sondern wie es sich gehörte an Kaitlyn weitergegeben.
Ich hate nichts zu anziehen für Elle, aber irgendwoher hatte sie die lila Wasserlilie. Ich musste grinsen.
Und dann bekam sie auch noch nen T-shirt von John.
Danke John.

Die Kerle wollten mit uns zurück zu ihrer Werkstatt, die von den Schäferwölfen, nein vermutlich von ihnen selbst bewacht worden war. Das waren bestimmt Jan und John gewesen die beiden Wölfe. Das heißt wir konnten nicht nur zu Monstern werden sondern auch zu normalen Wölfen?
Klaro hatten die ja vorhin demonstriert, ich wollte gerade fragen wie das ging, als siich alle in Bewegung setzten und einer uns erklärte wir sollten einfach loslassen, frei sen, einfach rennen.
Der hatte gut Reden, Mann. Klappte natürlich nicht, war immer noch zu kaputt von vorhin, zu beschäftigt mit dem ganzen Zeug dass ich gesehen hatte, allem was hier passiert war. River und Leif fluppten sofort in die Wolfsform und rannten davon, Kaitlyn, Elle und ich konnten irgendwie nicht.
Wir joggten und joggten und das war ziemlich anstrengend. Loslassen war sowas von nicht drin.
Aber dann schlug der Kerl mit seiner flachen Hand auf Kaitlyns T-Shirtigen Hintern, da bekam sie einen solchen Schreck, dass sie zum Wolf wurde.

Bevor er gucke konnte brachte ich ein würtendes „Nicht mit mir,“ hervor. Trotzdem holte er langsam aus.
Wennd er Elle angefasst hätte, dann hätte es was gesetzt.
Knurrend sprang ich dazwischen. Huch, was war den jetzt los, ich war zum Wolf geworden.
Elle auch.
Gerettet.
Siete an Seite rannten wir hinter den Wolfsfreunden von Leifs Vater ichtung Werkstadt, bis wir die vielen Lichter New Orleans vor uns erblickten.
Bald würden wir zu Hause sein Elle.

Das heißt du.
Abend hieß, der Samstag kam.
Der Samstag war mein letzter Tag hier, am Sonntag musste ich fliegen.

Trotz der ganzen abgefuckten Scheiße hier, trotz DNA wollte ich hierbleiben. Im verrückten Amerika, wo ich ein Wolf war und ein Dorf voller Mutanten platt gemacht hatte. Ich wollte Elle nicht alleine lassen, wollte ihr Deckel sein und mir ihr kochen, aber ich wollte mich auch von den anderen nicht trennen.
Leif und ich waren ein Superteam, River komisch aber trotzdem irgendwie sympatisch. Außerdem kannte der sich mit der Natur hier aus, da konnte ich noch was lernen und Kaitlyn war auch irgendwie witzig. In einem Moment voll die Tussi und im nächsten Moment warf sie irgendwem nen Teller vollmit Nudeln ins Gesicht oder hackter einer Monsteroma den Kopf ab.

Ganz ohne Axt.
Ich wollte auf jeden Fall in New Orleans bleiben.

Hinterlasse einen Kommentar

Das letzte Mahl, Teil 3

TS-Runde Montag 07.02.12
Erzähler: LostShadow
Spieler: Elias, Ulrych

Wie Ullrych und ich gedacht hatten waren sie wirklich schon hier. Allerdings gab es keine Geheimtür, sie saßen einfach vor unseren Augen.
Und wir hatten sie nicht gesehen, einfach so. Verfluchte Kinder des Sartans. Sie begrüßten uns als wäre ncihts gewesen, als hätten sie uns einen Gefallen getan, als sie uns verfluchten und uns ihren Feinden zum Fraß vorwarfen.
Schweine. Aber erstmal spielten wir mit.
Ich war nciht erpicht darauf, schon wieder verstümmelt zu werden. Nicht weil ich Angst davor hatte oder die Schmerzen scheute.
Ich wollte nicht aufhören zu existieren.
Ich wollte einen Weg finden sie alle dafür zu bestrafen was sie uns angetan hatten und ich wollte einen Weg finden ins Licht zurück zu kehren.
Wenn ich mich mutwillig verstümmeln ließe, dann brauchte ich Blut um mich zu heilen.
Das Blut musste ich den Menschen rauben, vielleicht die Kontrolle an die Bestien in mir verlieren.
Das war es, was ich nicht wollte. Scheiß auf meinen Unterkiefer, meinen Arm, was auch immer. Aber Menschen, selbst wenn sie nicht ganz aufrecht im Glauben waren, verdienten Besseres.
Verdienten es von mir beschützt zu werden, nicht von mir gejagt zu werden.

Für Giovanni sollten wir einen Brief überbringen, an diesen Japhet um den sich der Zwist zwischen den verschiedenen Vampiren drehte.
Ein Brief, bevor sie ihn umbringen würden, was wohl darin stand?
Im Austausch für das Überbringen des Briefes würden sie uns mehr über unsere neue Daseinsform lehren, mehr als dieser Torr uns hatte erzählen können.
Mich interessierte nicht, warum, oder wieso. Wenn ein Vampir sterben würde war das nur gut für mich.
Vielleicht wurden ja ein paar mehr draus, wenn er sich zur Wehr setzte.

Wie auch immer.
Noch in der selben Nacht verließen wir den Gasthof wieder mit der Kutsche.
Bran und der Stinker kamen auch mit, das Ullrych dabei war, war klar. Er hegte ebenfalls einen Groll auf unsere vampirischen „Freunde“.
Er teilte ihnen sogar mit, das wir keine Freunde wahren, dass wir nciht ihre Geliebten verlorenen Kindern waren, sondern das wir mitspielten weil wir etwas wollten.
Ich hatte mit einer Bestrafung gerechnet, aber sie nahmen es einfach so hin.
Verstehe einer diese Kreaturen.

Ullrych und ich unterhielten uns, über Waffen, über Sport über Kinderspiele. Nur Gott und die Welt erwähnten wir nicht, ich wollte nicht streiten.
Meine Mitfahrer waren dei einzigen auf der ganzen Welt, von denen man sagen konnte, dass sie auf meiner Seite waren. Zumindest ein kleines bisschen. So lange wir gemeinsam in dieser dummen Situation steckten.
Plötzlich kippte unsere Kutsche auf die Seite.
Pfeile surrten durch die Luft und schlugen ein. Sie brannten.
Jemand der wusste womit man uns beikommen konnte. Wundervoll.
Ullrych spähte nach draußen und sah… Kirchendiener.
Ich konnte nicht gegen sie kämpfen, ich wollte sie nicht töten.
Er sah das anders, wenn sie uns angriffen würde er sie töten sagte er.
Aber sie waren im Recht, wir waren des Sartan und sie waren Gottes Kinider, sie hatten jedes Recht uns zu stellen uns zu ermorden.
Es wäre mir nur lieber gewesen sie hätten mit anderen Geschöpfen der Nacht begonnen. Mit anderen als uns.
Wir standen doch auf der selben Seite, wir mussten uns nicht bekämpfen.
Ich versuchte sie davon zu überzeugen sich zurückzuziehen, aber sie wollten einfach nicht hören.

Ließen uns nicht fliehen und setzten uns nach als wir versuchten Rodrigo mitzunehmen.
Ich hätte ihn sterben lassen. Lieber er als als die Kirchendiener.
Aber Ullrych stellte sich ihnen entgegen.
Er war um einiges mächtiger als ich, oder irgend ein Mann den ich jemals gesehen hatte. Wie ein Blitz fuhr er durch sie hindurch, und schnitt sie wie Reife Ähren.
Ich stand ihm bei, ihre Waffen brannten wie die Sonne und ohne ihn würde ich niemals meine Rache bekommen.
Am Ende hatte ich einen getötet und einen weiteren leicht verwundet, all die anderen waren von Ullrych gefällt worden. Er war unglaublich stark und ziemlich schnell.
Nur einer war übrig. Selbst der Priester war gefallen, aufgespießt von Ullrychs Bastardschwert, dass er ihm kurzer hand entgegenschleuderte, als dieser versuchte uns zu vertreiben.
Vertreiben mit der Macht Gottes.
Die Macht Gottes. Ich kochte vor Wut. Brodelte vor Zorn. Ich hatte immer nur die Macht meiner Schwerter besessen.
Warum?
Ich hatte mich für ihn in die Finsternis begeben, um sein Licht zu verbreiten. Um die Menschen zu beschützen.
Und er hatte mich nciht beschützt.
Aber diese hier wurden beschützt. Beschützt vor mir.
Was hatte ich falsch gemacht?
Warum liebte GOtt mich nicht?
Sogar sein Blut war mir verwehrt. Gott verwehrte mir seine Hilfe voll und ganz. Es verätzte mich, einzelne tropfen brannten sich durch meinen Mund.
Ich hasste ihn dafür.

Diesem Hass verlieh ich Ausdrcuk in dem ich ihm eine meiner Klingen in den Kopf borte. Von unten durch den Mund, durch den Gaumen ins Gehirn.
Stirb!
Stirb weil du bekommen hast, was mir verwehrt wurde.
Stirb weil er dich liebt und mich nicht.
Stirb! Verdammt!

Die anderen wollten mit mir darüber reden was geschehen war. Schweigt verdammt.
Habt ihr nicht verstanden was gerade passiert ist? Gott teilte uns mit, dass er nicht jeden von uns liebte. Dass wir ihn nicht kümmerten.
Schweigt doch einfach.

Nur kurze Zeit später erreichten wir das Kloster des heiligen Timotheus.
Der Frieden der von diesem Ort ausstrahlte war erhaben.
Auf ewig will ich ihn in meinem Herzen tragen.
Dieser Iaphet, lebte hier in Frieden mit den Mönchen.
Sie wussten was er war, sie halfen ihm Trotzdem. Halfen uns und baten uns ihr Blut an.
Ich sah Ullrych an und wir hatten unsere Seite in diesem Spiel gefunden.
Dann eröffneten wir Japhet, was die anderen für ihn bereit hielten. Er wollte mit seinem Macher reden, der als Gestalt aus Licht erschien. Engelsgleich.
Er versprach uns Erlösung, wenn wir das Tier in uns besiegten und einem Weg des Himmels folgten.
Er sagte wir müssen dazu zurückkehren an den Ort meines Hasses und unseren Opfern vergeben.
Dies waren Worte wie sie auch von ihm hätten kommen können. Er war ein Engel, ein Bote Gottes.

Meine Wahl war getroffen.

Hinterlasse einen Kommentar

Das letzte Mahl, Teil 2

TS-Runde Montag 26.12.11
Erzähler: LostShadow
Spieler: Elias, Ulrych

Wo bin ich da nur hereigeraten? Eine neue Nacht brach an und einer nach dem anderen erwachten wir auf unseren Schlafstätten.
Ich wusste nicht, was von uns erwartet wird, und der Sinn nach Konversation stand mir auch nicht. Der einzige mit dem ihch jetzt gerne reden würde wird mir jetzt sicher nicht antworten. Aber vielleicht kann ich ja irgendwann, irgendwas tun um meine Seele von der Finsternis zu reinigen die sie umfing?
Dieser dämliche Ghul, Hardestadts Handlanger im Bezug auf seine neuen Handlanger, glaubte zwar, Gott wäre ein gütiger Gott und würde vergeben.
Aber Vergebung finden können nur Menschen und auch nur jene aufrechten Glaubens.
Alle anderen werden des Widersachers sein. So wie ich es nun war. Aber ich würde mich nicht einfach fügen, und eine Kreatur des Teufels werden.
Diese ganzen Kreaturen würden schon noch sehen was sie davon hatten mich in ihre Reihen zu holen und als Laufburschen zu benutzen.

Hardestadt. Vielleicht war er früher mal ein imposanter Mann. Aber seine Zeit als Geschöpf Sartans hat seinen Geist definitiv erschöpft.
Anstatt auf seinen Verstand zu bauen, spielte er jetzt nur noch lächerliche Machtspielchen und verließ sich auf seine Kräfte. Erbärmlich.
Ich meine bitte, uns mit ein bischen Feuer zu erschrecken, wo wir noch keine Erfahrung haben das Tier in uns zu kontrollieren?
Große Vorstellung. Nicht. Und dann wog er meinen Taten gegeneinander ab und beschloss, dass es mutiger war in einen Raum mit einem kleinen Feuerchen zu treten als ihm, einem König unter den Kreaturen Sartans die Stirn zu bieten. Ich hätte anders geurteilt.
Er aber bestrafte mich für den Mut dem ich ihn bewies.

Nachdem er seinen Spaß mit mir hatte, erklärte er uns seinen Plan. Wir sollten uns bei unseren Erschaffern einschleichen und herausfinden wann diese irgendeinen anderen Vampir umbringen wollten.
Aber gerne doch, nur nicht auf deine Weise Hardestadt. Wenn du uns tot sehen willst, bring uns wenigstens selbst um.
Ich überlegte mir einen neuen, anderen und nach Absprache mit Ulrych und dem Stinker auch realistischeren Plan, dem wir nachgehen wollte.
Wir würden diesen Teufeln die uns aus dem Licht Gottes verbannt hatten erst einmal die Wahrheit sagen, und später entscheiden auf welche Seite wir uns Schlugen, Hardestadt oder diesse Giovanni. Eigentlich war es mir egal, ich wollte nur, dass möglichst viele von ihnen starben. Wie auch immer ich dies bewerkstelligen konnte, so würde ich handeln.

Doch es gab noch einige Hindernisse zu überwinden. Der Hunger mit dem der Widersacher uns verflucht hatte machte sich bemerkbar und Hardestadts Ghul hatte uns in ein kleines Dorf gefahren. Dort sollten wir unseren Hunger stillen, an lebenden Menschen abartig. Und ich war scheinbar auch noch damit verflucht nur bestimmtes Blut trinken zu können, also konnte ich nicht auf Tiere ausweichen, die sowieso für nichts anderes als Nahrungszwecke gut waren.
Ulrych wollte einfach irgend jemanden überfallen, seinen Hunger an irgendeiner armen Seele stillen.
So weit war es also um seinen Glauben bestellt. Aber ich wollte nicht stehlen. Auch kein Blut.
Auch als Mensch war ich nciht frei gewesen von Sünde, aber all meine Verfehlungen geschahen im Auftrag des Ordens, im Auftrag der Kirche, im Auftrag Gottes.
Sie würden mir nicht das Tor zum Himmelreich verwehren.
Jede Sünde die ich jetzt beging, würde ich zu verantworten haben. Obwohl ich bereits verdammt war wollte ich nicht noch tiefer sinken, ich konnte es einfach nicht.
In einer schmierigen Schenke suchte ich eine Frau auf, von der ich glaubte trinken zu können.
Ich erzählte ihr von meiner Verdammnis, berichtete ihr, dass ein Mann der Kirche ihrer Hilfe bedurfte und sie wollte mir helfen.
Ich ergriff ihre Hand, tat so als wolle ich sie küssen.
Natürlich im verborgenen einer kleinen Nische, sorgfältig darauf bedacht, dass uns niemand beobachtete.
Meine Fänge kamen hervor und statt sie zu Küssen drangen sie in sie ein.
Bohrten sich in das wunderbare, weiße Fleisch ihres Unterarms und daraus hervor quoll das Elixier des Lebens.
Ich wollte nur ein paar wenige Schlücke nehmen, nicht viel. Wollte der Frau nicht mehr Schaden als unbedingt notwendig.
Dem Hunger des Sartan nachzugehen, hieß dem Sartan selbst zu dienen, ihn zu stärken.
Ich wollte Leben, darum musste ich trinken.
Aber ich wollte nicht töten.
Es war als würde ich flüssiges Feuer trinken, das Elixier des Lebens selbst, der Inhalt des Sangreals.
Ich konnte nicht absetzen.
Ich wollte sie nicht verletzen.
Zu viel.
Viel zu viel.
Aber ich konnte nicht aufhören.
Es war wieder da.
Die Finsternis in mir hatte sich geregt. Sie ehatte sich gestreckt und ausgebreitet und nun erfüllte sie mich.
Es war nicht ich der sie nicht los lies und in gierigen Schlücken immer weiter trank.
Es war die Finsternis in mir.
Ich lehrte meinen wunderbaren Sangreal und tobte durch die Stadt.
Einige Menschen erkannten meine glühenden Augen die ich nun nicht länger verbergen konnte und wollten mir Einhalt gebieten.
Auch sie wurden verschlungen von dem Tier in mir.
Erst viel später kam ich zur Besinnung.

Ullrych war bei mir. Er hatte mir geholfen die Finsternis einzuschließen. Sie durfte nie wieder heraus.
Ich musste ihr die Tür versperren und den Schlüssel wegwerfen.
Der Ghul war entsetzt von unseren Taten.
Bitte was hatte er denn erwartet?
Wie mit dem Feuer schien es Hardestadt Spaß zu bereiten uns entdecken zu lassen, was dieser Fluch alles mit sich brachte. Wenn jemand dabei starb kümmerte es ihn nicht und das obwohl einer seiner Freunde so viel darauf gab unerkannt unter den Menschen zu leben.
Ich hasste den alten Teufel. Eines Tages würde ihn meine Vergeltung treffen, dass schwor ich mir.
Eines Tages würde er bezahlen für die vier Menschen die ich seinetwegen verschlungen hatte.
Vier Menschen die ich niemals vergessen durfte.

Unterwegs gaben uns weitere Menschen den Anlass sie umzubringen.
Ein paar Straßenräuber, die völlig unvorbereitet versuchten unsere Kutsche zu überfallen.
Während unser stinkender Freund sich unter den Sitzbänken der Kutsche verkroch, sahen Ulrach und ich uns an.
Er war ein Krieger, ich ein Mörder im Namen Gottes.
Kaum eine halbe Minute später lagen sie alle im Staub. Erschossen oder durch unsere Klingen gefällt.
Ich kennzeichnete ihre Leichen als Räuber und danach machten wir uns daran den Baumstamm aus dem Weg zu räumen mit dem sie uns aufgehalten hatten.
Mit jeder Nacht die verging wurde mir mehr und mehr bewusst wie es um meine Seele bestellt war.
Mit jeder Nacht mehr offenbarten sich weitere teuflische Kräfte.
Und der Widersacher verschenkte nichts ohne, dass man den entsprechenden Preis dafür zahlen musste.

Dann konnten wir endlich weiterfahren. Es dauerte nicht lange bis wir das Gasthaus in dem die Verschwörer verweilen sollten erreichten.
Doch es war wie verhext. Die Menschen im Gasthaus waren nicht mehr als Marionetten die immer wieder die gleichen Handlungen vollführten.
Immer und immer wieder.
Erst hatte ich gedacht die Verschwörer wären noch nciht hier gewesen.
Aber sie waren es. Und sie hatten den Menschen hier irgendetwas angetan.
Eine weitere Sünde, für die ich sie eines Tages zahlen lassen würde.

Hinterlasse einen Kommentar

GMDW: Netzwerk und Eide

TS-Runde Donnerstag 02.02.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu

Freitag, 28.10.11

Wir eilten auf unser Zimmer und noch bevor ich irgendeine Chance hatte mit der mitlerweile etwas ruhigeren Amani zu sprechen verschwand sie im Bad und begann sich zu waschen.
Ich fühlte mich hilflos, warum sprach sie denn nicht mit mir? Konnte sie nicht spüren, wie sehr ich bereute, was sie durchmachen musste wegen mir?
Es gab so unendlich viel was ich ihr Sagen wollte und sie verschwand einfach.

Ich wusste nicht, was ich sonst hätte tun können und wandte mich Samu und Lenja zu, die bereits darüber beratschlagten wie wir am besten und schnellsten aus Ägypten verschwinden konnten, während ich Lenja um einige Kleidungsstücke für Amani bat.
Ich legte sie ihr vor die Badezimmertür, die sich kurze Zeit später öffnete damit sie die Sachen hereinholen konnte.
Noch immer kein Wort.

Noch während wir darüber sprachen welchen Flughafen wir nehmen wollten, wie wahrscheinlich und wie schnell meine liebe Familie damit beginnen würde verlies Amani das Badezimmer.
Unsicher trat sie schräg hinter mich und lauschte unseren Gesprächen, nachdem ich sie kurz vorstellte.
Wir mussten jetzt auf Englisch umsteigen. Ich war in einer Art Zwickmühle. Teil des Preises für das Gift von Voskow war es gewesen ein Gefäß von ihm mit hierher zu nehmen und mit Kraft zu Füllen. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie man das anstellte, aber es kollidierte massiv mit unseren Fluchtplänen.
Am liebsten hätte ich alle mit zu den Pyramiden genommen, mich auf eine der unteren Stufen gesetzt und von dort die Sterne am Himmel betrachtet.
Eigentlich war es unangemessen sie mit
solchen Gefühlen in Verbindung zu setzen, es waren Ruhestätten für die Toten der ersten Dynastien. Aber sie waren schon damals, als ich in Khemet lebte da gewesen und unvorstellbar alt.
Gerne hätte ich dort mit Amani im Arm gesessen und den anderen aus alten Zeiten oder von der Ma’at und unseren alten Verbündeten erzählt.

Als ich aus meinen Gedanken erwachte hielt ich Amanis Hand und sie wa twas näher an mich herangetreten. Ein gutes Gefühl. Das hätten wir schon viel eher mal machen sollen.
Lenja redete gerade davon, wie geschickt es wäre über die Siwa-Oasen nach Libyen zu reisen und von dort zu fliege.
Ich war sofort begeistert, unerwartet und schwieriger nachzuvollziehen. Je weniger auf Helsinki und die Kinder deutete um so besser.
Ich rief Naranj an um sie zu fragen, was sie davon hielt, eigentlich unnütz. Natürlich war sie begeistert, dass wir sie besuchen wollten und sie Amani auch mal in Life sehen würde. Sie war sogar bereit ein paar ihrer menschlichen Freunde zu beten uns entgegen zu fahren um uns abzuholen und die Reise zu beschleunigen.

Gesagt getan, wir deckten uns noch mit Wasser aus dem Hotel ein, quetschten uns alle in dne Mietwagen und dann ging es ab Richtung Siwa. Erst fuhr Samu und dann als wir die Autobahn hinter uns ließen und ins offene Gelände fuhren übernahm Lenja, die einen Heidenspaß daran hatte durch die Dünen zu brausen. Amani, die sich dank meines Hinweises angeschnallt hatte und ich klammerten uns aneinander und an allen zur Verfügung stehenden Griffen des Wagens fest.

Später, wir fuhren schon Stunden durch die sengende Mittagssonne, kamen wir am vereinbarten Treffpunkt an, wo drei Jeeps auf uns warteten. Lenja und Samu fuhren in dem einen mit, Amani und ich in dem anderen und einer der Arabar bei denen ich mich herzlich bedankte fuhr unseren Mietwagen zurück nach Misr.
Dann brausten wir mit noch atemberaubenderem Tempo als Lenja es zuvor an den Tag gelegt hatte durch die Wüste.
Wir spürten den Wind im Gesicht, aber auch den Sand, der versuchte uns abzuschmirgeln. Wir waren im Reich Seths, dem roten Land.
Trotzdem fühlte ich mich irgendwie zu Hause, vor allem mit Amani neben mir. Ihr volles dunkles Haar wehte ganz wunderbar im Wind. Warum hatte sie überhaupt gefragt ob sie das Kopftuch abnehmen durfte? So eine dumme Frage. Sie wusste genau, dass ich nicht viel auf den Islam und dessen Traditionen gab. Nun da ich Bint-Anat war noch viel weniger.

Am Abend erreichten wir die Oasen, wo Naranj uns erwartete, wie sie mich damals auf meiner Hadsch erwartet hatte. Ich war die ganze Strecke von Luxor bis hierher gelaufen? Oh mein Gott. Die Haut musste mir vom Wind und Sand in fetzen vom Leib gehangen haben.
Sie begrüßte uns kurz und Amani besonders herzlich, damit sie sich nicht so verloren fühlte. Hätte ich nciht schon den ganzen Tag neben ihr gesessen und Zeit gehabt mit ihr zu sprechen, ihre Hand zu halten und ihren Anblick zu genießen, wäre ich vermutlich ungehalten über Naranjs Entführung gewesen.
Aber so war ich glücklich darüber, das Naranj ihr eine Freundin sein wollte, es würde Amani gut tun und würde meine Freundschaft zu Naranj erleichtern.

Während Lenja sich Naranjs beeindruckende Computeranlagen an sah, von denen aus sie einfach alles konnte, falsche Ausweise aufspüren, Zaid ausspionieren, Arzttermine meiner Schwester überwachen, Telefonanrufe abfangen und wahrscheinlich noch vieles mehr was ich mir nicht einmal im entferntesten vorstellen konnte, setzten Samu und ich uns in den Flur und begannen mit dem Blick nach draußen uns über die Zukunft zu unterhalten.
Dazu gab es wieder das Wasser des Lebens, mit einem Stück Zitrone darin, einfach köstlich.

Bevor die anderen zu Bett gingen fragte ich Naranj nach den Gefäßen und wir positionierten sie im Amuntempel unter einem kleinen Fenster durch das die ersten Sonnenstrahlen morgen scheinen würden. Die Gefäße würden sich dort von ganz alleine füllen.
Jeder von uns bekam ein kleines Häusschen, wie ich damals. Samu und Lenja wollten sich gleich schlafen legen, aber ich hatte noch einiges vor.
Mit einem lächeln im Gesicht und geheimnisvoll funkelnden Augen zog ich Amani mit mir auf die Coutch.
Nein, ich wollte nciht fortführen was wir damals in Gezirah begonnen hatten. Jetzt ging es um etwas viel wichtigeres. Es ging um Ehrlichkeit und Geheimnisse, denn diese konnten einen verbittert und hart werden lassen, ein Schicksal, welches ich niemals freiwillig auf mich nehmen würde.

Mit den Worten „dieses mal bin ich die Sharazad und du hörst zu“ machten wir es uns auf der Coutch bequem.
Meinen linken Arm hatte ich um Amanis Schultern geschlungen und mit dem rechten hielt ich ihre Hand, die sie sanft streichelte, als ich begann ein Märchen zu erzählen.
Ein Märchen aus dem Morgenland, dass ich unter den Geschichten aus „Alf Leila Wa Leila“ gut gemacht hätte. EIne Geschichte von einem jungen Mann, der nichts mehr begehrte als seine Schwester zu lieben und glücklich zu machen. Er wünschte sich dies so sehr, dass er bereit gewesen wäre für sie zu Sterben. Tatsächlich starb er, aber dies war nicht das Ende der Geschichte, denn im Tod fand er neue Verbündete und kehrte ins Leben zurück. Voller Energie, voller Kraft. Er fand neue Freunde, denen er von seiner Schwester erzählte und die sich gemeinsam mit ihm aufmachte sie zu befreien. Bis sie schließlich in einer verzauberten Oase einkehrten, wo der junge Mann seiner Schwestervon dem Weg erzählte der ihn hergeführt hatte.

Wie weich sie sich anfühlte, wie herlich sie roch, es fiel mir nicht ganz einfach meine Geschichte zu erzählen, ohne dabei den Verstand an meine Schwester zu verlieren aber es gelang mir.
Nicht ein einziges Mal zweifelte sie meine Worte an oder schaute ungläubig. Gebannt hing sie an meinen Lippen bis meine Geschichte mit unserer Wiedervereinigung endete.
So unglaublich sie doch war, erklärte sie sicher vieles. Mein Verschwinden, meine Rückkehr, meine seltsamen SMS und vieles mehr.
Es war nun schon morgens und wir mussten bald aufstehen. Doch diese Nacht gehörte uns. Es war unsere zweite gemeinsame Nacht.
Sanft zog ich sie mit mir in den Flur des Häuschens, keine Minute hatte ich ihre Hand losgelassen. Heute Nacht gehörte sie nur mir.
Ich hatte einen Plan.
Aber auch Amani hatte Pläne.
Bevor wir das aus verlassen konnten, schlang sie ihre Arme um meinen Nacken, stellte sich auf die Zehenspitzen und beugte sich zu mir vor.
Der Anblick ihres gestreckten Nackens war nichts im Vergleich zu ihren Augen, den kostbarsten Juwelen, die es auf diesem Planeten gab.
Dann küsste sie mich.

Auf dem Dach des Hauses mit dem Blick auf die Oase gerichtet, den Sternen über uns und dem ersten Hauch der Morgenröte in der Ferne, spielte ich noch einmal für Amani.
Und wir küssten uns. Es waren lange, zärtliche Küsse, voller Sehnsucht. Küsse die schon vor Jahren geküsst hatten werden wollen, aber keiner von uns hatte es gewagt.
Jetzt war der Damm gebrochen, wir gehörten Zusammen. Bis in alle Ewigkeit.

Samstag, 29.10.2011

Es gab ein herzhaftes Frühstück, von dem wir uns auch noch für die Reise am folgenden Tag reichlich einpacken konnten. Leider hatten wir nicht die Zeit länger hier bei Naranj zu bleiben, aber eines Tages würde ich wiederkehren.
Wir hatten uns darauf geeinigt mit einem Schiff über Kreta zu reisen und von dort nach Helsinki zu fliegen, da wir so am besten unsere Spuren verwischen konnten.
So mussten wir uns recht früh von Naranj verabschieden und fuhren dann mit einem kleinen Segelschiff samt griechischer Besatzung gen Kreta.
Lenja blickte ungeduldig dem Horizont entgegen, sie war ungeduldig, wollte zurück in ihre eisiges Heimatland. UNd das wo sie hier endlich etwas aufgetaut war. Hoffentlich würde die fehlende Sonne sie nciht erneut erstarren lassen.
Samu blickte düsteren Gedankengängen nachgehend zurück nach Khemet. Er fürchtete mein Schwager würde uns vielleicht die Marine auf den Hals hetzen, was ich für überaus unwahrscheinlich hielt.
Arm in Arm standen Amani und ich am Heck bis unser Heimatland, das Königreich der Sonne hinter dem Horizont verschwand. Doch selbst dann mochte ich mich nicht abwenden, viele schöne Erinnerung meines ersten Lebens und auch einige meines zweiten Lebens ruhten dort und warteten noch darauf enthüllt zu werden.
Trotzdem zogen wir uns dann in unsere winzige Kajüte zurück und legten uns schlafen.
Der vergangene Tag war sehr anstrengend gewesen. Es war etwas wie in alten Zeiten. Gemeinsamer Mittagsschlaf.

Am Abend kamen wir das erste mal auf die Idee bei Samu anzurufen, damit Amani mit den Kleinen sprechen konnte. Doch niemand ging ans Telefon. Aber es war auch schon spät, Lara war vermutlich schon im Bett.
Als ich am Nächsten Tag wieder und wieder versuchte sie zu erreichen, ging sie auch nicht ans Telefon und langsam wurde ich unruhig.
Auf der einen Seite wollte ich Amani keine Sorgen bereiten, auf der anderen wollte ich verdammt nochmal wissen, was da los war.

Auf Kreta trafen wir Silvia Nikaptah, eine recht ungemütliche Sefekhi, die sich mal eine Scheibe von Samus Gemüt und Agressionsbewältigung hätte abschneiden können. Sie wäre dadurch sicherlich eine entspanntere Persönlichkeit geworden.
Wir unterhielten uns über das Netzwerk aus Aminte, zu dem auch Nikaptah gehörte, während wir in einem einfachen Restaurant aßen und auch später in ihrer Wohnung.
So ein Netzwerk war eine gute Sache, sobald ich die Möglichkeit dazu hatte würde ich mit Freuden anderen helfen, wie Naranj mir geholfen hatte.
Von Lenjas Plänen eine Agentur zur Beratung in Gesundheits- und Sicherheitsfragen aufzumachen war ich wenig begeistert. Amani als Sekretärin? Nein, Amani konnte mehr, wenn sie die Zeit dazu fände, neben der Arbeit die die kleinen verursachen würden. Mutter zu sein war ein Vollzeitjob und nicht jeder hatte einen seltsamen Hausgeist namens Lara, der einem alles abnahm.
Außerdem war ich mir ziemlich sicher, das Amani es nicht wollen würde. Sie war die Mutter und ich würde an ihrer Seite seien.
Auch sonst war ich eher skeptisch. Eigentlich wollte ich erst mein praktisches Jahre vollenden und das am liebsten nicht in Finnland. Warum konnte die Welt niemals einfach sein? Warum konnten Lenja und Samu nicht in einem Land leben, dem es reichte, wenn ich arbeitete und für meine Familie, bestehend aus meiner Schwester , meiner Nichte und meinen zwei Neffen aufkam? Warum konnten sie nciht in einem Land leben, in dem es etwas wärmer war und indem man den Hauch des Ra auf der Haut spürte wenn man aufstand.
Das müssten wir neben unseren vielen anderen Aufgaben auch noch untersuchen. Naranj meinte Ra würde uns selbst an nördlicheren Orten unterstützen, irgendwas stimmte nicht in Helsinki.
Mal schauen. Wenn es uns gelang Ra dazu zu bringen wieder nach Helsinki zu schauen und wenn wir es mittels Job oder Samus Bekanntem schafften es Amani zu ermöglichen dort zu bleiben, dann könnte Helsinki vielleicht unser Zuhause werden. Mein Zuhause war bei Amani und wenn ich hier mit ihr Leben konnte, dann war es ein guter Ort, vor allem weil Lenja und Samu auch hier lebten. Nur ungern würde ich die beiden zurücklassen, aber ich war mir gleichzeitig ziemlich sicher, dass Lenja nirgendwo anders hin wollte.
Als wir uns dann schlafen legten, hatten Samu und Amani die ganze Küche geputzt und gespült, eine nette Geste im Ausgleich für die Hilfe die uns Zuteil wurde.
Samu und Lenja schliefen im Doppelbett, während wir es uns auf den Luftmatrazen bequem machten. Nikaptah hatte sich schon vor einer ganzen Weile in ein Nebenzimmer verzogen.

Sonntag, 30.10.2011
Nach einem etwas weniger gutem Frühstück, weil es nicht von Naranj, die mal Eva hieß und sich nicht nur mit Computern sondern auch komplizierter Mathematik auskannte, zubereitet worden war, ging es mit dem Hubschrauber weiter nach Athen.
Während Lenja und ich den Flug in all seinen Facetten mit unseren neu gewonnenen Sinnen aufsaugten, war Amani überhaupt nicht wohl dabei, den festen Boden hinter sich gelassen zu haben. Wer konnte es ihr verübeln? Sicher hatte Zaid ihr niemals eine ähnliche Erfahrung geboten.
Die Welt war so unendlich viel größer als noch vor wenigen Tagen, und damit auch um einiges aufregender.

Von Athen ging es weiter nach Helsinki, wo wir am frühen Abend ankamen.
Noch immer hatte ich Lara nicht erreichen können und so langsam machte ich mir Sorgen.
Was wenn mein Vater oder schlimmer noch Zaid jemanden von Naranjs können kannten?
Dann wüssten sie schon längst wo die Kinder waren, was war nur geschehen, während wir Amani geholt hatten?

Doch dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich entspannte mich sichtlich. Es war erst Sonntag. Wir hatten eine Woche wegbleiben wollen. Vielleicht hatte Lara mit den Kindern einen Ausflug gemacht, vielleicht hatte sie alle mit zu sich nach Hause genommen. Telefone konnte sie laut Samu wohl benutzen, bei Geistern konnte man sich da ja nie so sicher sein.
Wir sollten ihr dringend ein Handy besorgen und ich sollte auf den Schutzzeichen die Gabriel für die Kinder gefertigt hatte dringend ein Auge des Horizonts anbringen. Nur hatte ich mich damals gegen dieses Amulett entshcieden, weil ich keinen Nutzen in ihm sah. Ob Voskow es mir wohl beibringen konnte?

Wir gingen hoch und die WOhnung war lehr. Kein Chaos, kein Überfall, sie waren auf einem Ausflug, wie ich es mir gedacht hatte. Auf dem Tisch ode rim Kinderzimmer würde ein Zettel liegen wo sie waren.
Nein würde es nicht, wir kämen erst am Mittwoch wieder, wer hätte den Zettel schon lesen sollen?

Der Anblick des Kinderzimers verschlug mir den Atem. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, aber Zorn kochte in mir hoch.
Ich fühlte mich verraten, betrogen.
Joanna, Samus Tochter, saß in der Mitte des Raumes auf dem Boden und verbrannte gefaltete Figuren um die Asche in einem Löffel zu sammeln. Auf dem Boden lag Lara gemeinsam mit drei weiteren verfluchten Geistermädchen und sie wirkten irgendeine Art Magie.
Niemand rührte sich.
Ich war so kurz davor den Boden auf dem sie ruhten zu verbannen, so wütend war ich. Ich wollte in die Küche stürzen, ein Messer nehmen und sie alle umbringen, verdammte Geister. Ich würde eure Körper die ihr auf was weiß ich welche niederträchtige Weise gestohlen hattet in kleine Stücke schneiden und sie den Löwinnen um Fraß vorwerfen. Euch würde ich den Zorn meiner Mutter Sachmet spüren lassen.
Ich würde euch jagen, ich würde euren Bann herausfinden und dann würde ich euch für alle Ewigkeit aus dieser Welt verbannen, oder besser noch euch einsperren und zwingen mit anzusehen, wie wir der Welt Ma’at wiederbrachten, die ihr auf so niederträchtige Weise besudeltet. Ihr werdet schon sehen, ich bin Melekh Bint-Anat ich werde nicht mehr schweigend daneben stehen.

Halt. Was hatte Lara da gerade gesagt, zu Samu? Sie wollte ihr Versprechen mir gegenüber halten? Und Lenja redete irgendetwas davon, dass die Magie im Raum einen Schutzkreis gegen etwas finsteres bildete. Aber warum sagte Samu dann, nach einem Ausflug in die Duat, dass die Kraft der Geister schwand und sie von den Kindern zehrten?
Ich verstand das alles nicht.
Aber was hatte Nikaptah noch gesagt? Manchmal glaubte man, man würde richtig handeln, aber voreilig tat man dann Dinge die man später bereute.
Erst nachdenken, dann handeln. Ich wollte Lara vertrauen, ich hatte ihr bereits vertraut, hatte die Kinder in Sicherheit gewägt. Nun musste ich meinen Teil tun.
Ich drehte mich zu AMani rum, die nur völlig hilflos daneben stehen konnte und keinen Schimmer davon hatte, was im Raum vor sich ging.
Ich fasste sie an den Schultern und berührte mit meiner Stirn die ihre. eine Geste des Vertrauens. Sie wusste noch weniger als ich. Ich hatte die Kinder hier zurückgelassen, hatte sie einer Fremden überlassen und meiner Schwester eingeredet alles wäre in Ordnung.
Nichts war in Ordnung. Anstatt lachend ihre Kleinen in den Arm nehmen zu können, musste sie das hier mit ansehen. Irgendwer würde dafür bezahlen. Irgendwer musste dafür bezahlen, dass ich mein Wort, mit gutem Gewissen gegeben gebrochen hatte.
Vertrau mir Amani.
Und so versicherte ich ihr:

„Ich werde Binsengefilde und Unterwelt in Bewegung setzen um dafür zu sorgen, dass es den Kindern wieder gut geht. Ich werde nicht ruhen, bevor ich sie nicht gerettet habe. Ich werde Binsengefilde und Unterwelt in Bewegung setzen um den zu Bestrafen, der hierfür verantwortlich ist.“

Dann drehte ich mich wieder um, ich musste herausfinden was hier los war und mir noch einmal alles was Samu und Lenja gesehen hatten genau erklären lassen.
Die beiden glaubten ja auch an den finstren Blumenerde-Aminte.

Hinterlasse einen Kommentar

GMDW: Über Grenzen hinaus, Teil 2

TS-Runde Donnerstag 26.01.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu

Mittwoch, 26.10.11
Früh morgens brachen wir auf. Samu und ich ich mit dem Taxi zum Flughafen, wo wir Lenja trafen.
Samus Ruhe müsste man haben. Der kerl hatte die ganze Nacht durchgeschlafen, schlief im Flugzeug schon wieder, nicht aus der Ruhe zu bringen.
Ich hatte kaum geschlafen, es hatte sich angefühlt als hätte ich die ganze Nacht wach gelegen.
Im Flugzeug konnte ich auch nicht schlafen. Ich hatte versucht mögliche Szenarien im Kopf durchzuspielen, aber das alles ist sinnlos. Es würde sowieso anders kommen als ich dachte.
Also möglichst gut vorbereiten und dann spontan auf die Geschehnisse reagieren. Was anderes käme selbst bei guter Planung nicht raus.

Als wir in Misr ankamen war es endlich wieder warm. Ich hatte mich zwischendrin in der Flugzeugtoilette umgezogen und die zusätzlichen Isolationsschichten die in Helsinki notwendig waren in meinen Rucksack gestopft. Es musste sich ziemlich gut anfühelen ein Reptil zu sein und ab und zu mal seine alte Haut abzustreifen um wiedergeboren zu werden.
Ich wünschte nur mit dem abstreifen der Unterkleidung hätte ich auch einen Teil meiner Sorgen abstreifen können.

Ich traute meinen Augen kaum, wir hatten den FLughafen noch nicht ganz verlassen, da wurden wir schon von Naranj begrüßt.
Unsere Ausweise zum Undercover Schwesterretten schienen ja mächtig gut zu sein, für das Geld hatte ich mehr erwartet. Doch Naranj, der sicherlich mein darübe betrübtes Gesicht auffiel, versicherte mir, dass die Ausweise nciht so schlecht waren, sie war nur einfach besser.
Aber warum war sie überhaupt in Misr? Musste sie nicht in der Siwa Oase nach dem rechten sehen und die Stasis aufrecht erhalten?
Auf jeden Fall freute ich mich sie wieder zu sehen, es gab kaum jemanden den ich heute hier lieber getroffen hätte. Eigentlich nur einen Menschen.
Sie hatte schon wieder einiges vorbereitet um uns bei der Entführung und unserem Aufenthalt hier unter die Arme zu greifen und lud uns in ein Teehaus ein. Ich hatte schon soviel gutes von ihr erzählt, trotzdem begegneten Samu und Lenja ihr eherzurückhaltend. Immer diese Abendländer.
Ob Naranj wohl früher auch so gewesen ist?
Zielstrebig fuhr sie uns durch das totale Chaos der Straßen von Misr, irgendwann nahm das Gehupe ab und wir waren da. Der „Seattle Coffee House“ lag schlicht wie wh und je vor uns, aber diesmal ließ ich mich nicht von dem äußeren Eindruck in die irre führen und beobachtete gespannt Samus und Lenjas Gesicht, als wir den Innenhof betraten. Der Laden verdeutlichte auf eine sehr stimmungsvolle Art und Weise, dass es das Innere war was zählte.
Aber mit derlei Feinheiten konnte ich mich kaum beschäftigen.
Wir hatten gerade Platz genommen und Naranj lud uns zum Essen ein, als eine wahre Flut von Erinnerungen mich überkam. Ich konnte nicht anders, ich musste mir wieder Hummer bestellen.
Den anderen schien es hier zu gefallen, sie aßen gut und unterhielten sich mit Naranj, immer noch auf ihre typische Abendländische Art.
Ich hätte genauso gut Presspappe essen können. Schade, dass ich Naranjs Geld verschwendet hatte. Trotz meiner verbesserten Sinne war es völlig egal was ich da gerade mit meinen Backenzähnen zermalmte.
Immer wieder sah ich zu dem Platz herüber, an dem ich damals gesessen hatte. Vor meinem geistigen Auge konnte ich noch immer sehen, wie sie die 8 Schätze auf überaus elegante Weise verspeiste. Jede ihrer Bewegungen war mir in die Seele gebrannt.
Warum nur, warum nur musstest du uns hierher führen Naranj?
Wäre es nciht besser gewesen, mich abzulenken, damit ich mich besser auf die vorliegende Aufgabe konzentrieren konnte? Mir noch einmal zu zeigen wofür ich kämpfte, mich an Amani zu erinnern, würde mich das nicht ablenken?
Dann waren die anderen fertig mit ihren Unterhaltungen und Naranj drückte Lenja zum Abschied noch einen kleinen Umschlag in die Hand, was da wohl drin war? Ein Handbuch zur ägyptischen Mythologie?
Nein es waren Papiere für Amani, aber warum hatte Naranj sie Lenja gegeben? Das mit dem Handbuch musste ich dann wohl bei Zeiten selbst erledigen.
Naranj nahm den beiden ihre seltsame Art nicht übel, und lud uns alle zusich in die Oase ein. Irgendwann Naranj, in anderen zeiten, wenn wir ein halbes Dutzend Probleme weniger zu bewältigen hätten, dann würde ich Urlaub machen und dich besuchen kommen. Und darauf bestehen Samu und Lenja mitzunehmen.

Dann überlegten wir, ob wir noch diese Nacht nach Alexandria aufbrachen, oder doch Naranjs Angebot annahmen? Lenja wollte gerne mehr von Ägypten sehen und wenn ich ehrlich war wollte ich das auch. Zu gern hätte ich ihr die Pyramiden aus nächster Nähe gezeigt, versucht ihr zu vermitteln, wie Kemet einst gewesen war, woher die Tem-Akh kamen.
Samu aber blieb eine Stimme der Vernunft und lies sich nicht dazu verleiten unzweckmäßige Unternehmen zu starten, die nicht direkt in Zusammenhang mit Amanis Rettung standen.
Er wollte nichteinmal zulassen, dass ich meine Wohnung aufsuchte um einige Erinnerungsstücke und hilfreiche Gegenstände aufzutreiben, wie zum Beispiel meine Überwachungskamera.
Doch lies er sich dazu überreden dies mit Lenja an meiner statt zu übernehmen.
Dazu mussten sie die ganzen Parkanlagen des Cleopatras durchqueren, aber als sie mit meiner Gitarre, einem Fotoalbum und der Kamera samt gespeicherten Videos zurückkehrten, lobten sie das Krankenhaus mit keinem Wort. Wussten sie denn nicht, wie schwierig es war, so einen wundervollen Ort hier inmitten all des Chaos zu erschaffen und aufrecht zu erhalten?
Lenja war beeindruckt von der hohen Qualität der Kamera, natürlich war sie von hoher Qualität, sie war der erste Plan gewesen um meiner Schwester die Freiheit zu schenken.

Die Pyramiden sahen wir dann nur vom Auto aus, ein klitzekleiner Umweg, auf den ich bestanden hatte. Doch anders als erwartet, erfreute mich ihr Anblick kaum, jedes mal wieder konnte ich mich über das McDOnalds aufregen, dass dort absolut überhaupt gar nichts verloren hatte. Man sollte es einfach streichen.

Mitten in der Nacht kamen wir dann in Alexandria an, ein Hotel hatten wir von unterwegs gebucht.
Ich schleppte Taschen und Koffer, Samu übernahm Lenja. Mit ihr war nachts kaum was anzufangen.
Ich sank ins Bett und endlich konnte ich schlafen. Die schlaflosen Nächte und anstrengenden

Donnerstag, 27.10.11
Vorsichtshalber hatte ich mir den Wecker gestellt, doch hier war das völlig unnötig. Ich spürte einfach als die Barke die zwölfte Stunde der Nacht verlies, und die Sonne aufging. Ich konnte den Atem des Ra auf meiner Haut fühlen, er stärkte mich und erfüllte mich mit Tatendrang. Fort waren all die Zweifel und das flaue Gefühl im Magen. Gut gelaunt griff ich in die Seiten der Gitarre und spielte zu meinen morgendlichen Gebeten.

Später, nachdem wir ungefähr alle Geschäfte die es hier gab abgeklappert hatten um Samu aber vor allem Lenja, die um einiges Anspruchsvoller war, der Umgebung entsprechend einzukleiden fuhren wir am Haus meiner Familie vorbei.
Wie lange war ich schon nicht mehr dagewesen?
Doch ich dachte nciht an schöne Kindheitserinnerungen, es war eine feindliche Festung, die es auszukundschaften galt, bewacht von vier teils verkleideten Feinden, aber hätten es nicht sechs sein sollen?
Ich schrieb Amani einige SMS um weitere Informationen zu erhalten und sie in unsere Pläne einzuweihen. Ohne ihre Mitarbeit, könnten wir auch gleich wieder Abreisen.
Ich war ihr dankbar dafür, dass sie darauf verzichtete mich auf die Gefahr, die von den mit Schnellfeuergewehren bewaffneten Soldaten ausging, oder dass sie mir doch geschrieben hatte nciht zu kommen.
Sie akzeptierte einfach, dass ich jetzt hier war, bereit mein Leben zu riskieren um ihr mehr Freiheit zu schenken, um mit ihr Zusammen zu sein. Sie konnte ja nicht Wissen, dass ich auch jedes darauf folgende Leben geben würde, nur damit es ihr gut ging.
Mit ihrer Hilfe ersannen wir einen Plan, der mir ganz und gar nicht gefiel.
Ob ich mir jemals werde verzeihen können, was ich ihr antuen musste um sie zu retten? Und all das nur weil ich kein Krieger war.
Mit Freuden hätte ich einen jeden dieser Toren die sich zwischen mich und meine Schwester stellten Ammut zum Fraß vorgeworfen, aber ich konnte nicht.
Ich war nur Arzt.
Und die Umstände zwangen uns dazu einen anderen Weg zu gehen.
Von Voskow hatte ich ein Gift. Ein Gift gedacht für den Fall, dass Zaid doch hier wäre, eine Art Versicherung.
Ich hatte es ihm verabreichen wollen, auf das er bis zu seinem sehr langsam, aber sicher eintretenden Tod unvorstellbare Qualen erlitt.
Das gegenmittel hätte er erhalten sobald Amani und ich in Sicherheit bei den Kindern waren.
Dieses Gift schmuggelten wir über eine Bedienstete zu Amani, sie würde es nehmen müssen.
Würde sie mir jemals verzeihen?

Freitag, 28.10.2011
Der Tag begann vor dem Sonnenaufgang, alles sollte bereit sein wenn es soweit war.
Naranj war so gut, Mutter anzurufen und ihr vorzugaukeln sie hätte einen Gutschein für eine ihrer Lieblingsboutiqen erhalten, als Bonus für eine besonders treue Kundin. Dieser Teil des Plans schien Naranj am besten zu gefallen, sie hatte sich mehr als bereitwillig darauf eingelassen Mitzuspielen. Ohne sie wäre es wieder einmal schwierig geworden, keiner sonst sprach Arabisch.
Dann ging es schnell in eine Apotheke wo ich Valium, Spritzen, Mundschutz und andere Accessoires für unsere Kostüme erstand. Das Valium hatte natürlich auch einen tieferen Sinn, wir würde es nutzen um Wachleute außer Gefecht zu setzen die uns im Wagen begleiteten.
Im Krankenhaus besorgen Lenja und Samu Wäsche, ich ziehe mich direkt um und besorgen uns einen der Krankenwagen aus dem Fuhrpark.
Wie selbstverständlich ging ich durch das Krankenhaus, sah aus wie ein Arzt, nahm mir einen Schlüssel voom Brett und dann ging es in den Fuhrpark.
Samu würde fahren, ich mimte den Arzt, Lenja eine Krankenpflegerin die mir zur Seite stand.

Als alles vorbereitet war, schrieb ich Amani, dass sie jetzt das Gift nehmen könnte. Ursprünglich hatten wir verschiedene Ideen gehabt, wir hatten auch über aufgeschnittene Pulsadern und eine Putzmittelvergiftung nachgedacht, aber mit dem Gift war es am sichersten, es würde auf keinen Fall irreversible Schäden zurücklassen.
Aber das Gift war auch der qualvollste der Wege.
Warum hatte ich nicht vorher an sowas gedacht? Warum hatten wir kein Mittel dabei, das zwar grauenvolle Symptome hervorrief, aber keine grauenvollen Qualen?
Warum musste ich ihr das antun?
Warum?

Von Naranj erhielten wir eine SMS mit nur einem Wort: „Go“. Sie hatten den Notruf abgesetzt und mit dröhnendne Sirenen und Blaulicht machten wir uns auf den Weg. Wir waren viel zu nahe, hoffentlich merkte niemand, dass wir zu schnell eintrafen.
Wenige Augenblicke später erreichten wir das Grundstück meiner Familie. Ich musste mich zusammenreißen, durfte keine Regung erkennen lassen, durfte mich auf keiinen Fall verraten.
Die Haustür war bereits geöffnet, dort standen zwei Wachleute und diskutierten aufgeregt miteinander, während zwei der Bedienstete, eine war Abda mit dem roten Kopftuch, der wir dies alles verdankten, eine dritte Person herausschleppten. Sie krümmte sich ni Agonie, war ganz eingehüllt in hässlichen braunen Stoff, sodass man sie kaum erkennen konnte.
Amani. Meine Schwester. Meine Libe. Ich bin hier.
Doch ich durfte nicht zu ihr eilen um sie in den Arm zu schließen und festzuhalten. Ich durfte ihre Qualen jetzt noch nicht beenden, durfte nicht für sie da ssein. Jetzt noch nicht.
Ich weiß nicht, ob irgendjemand sich vorstellen kann, was ich in diesen Momenten erlitt.
Endlich war ich da, konnte sie sehen und doch war sie in unerreichbare Ferne.
Jeder Schritt war, als täte ich ihn auf Rasiermessern, bis Lenja und ich den Angestellten dabei halfen Amani auf der Liege zu bugsierne und ich sie festschnallte.
Sonnenbrille, Mundschutz und neue Frisur erfüllten ihre Aufgabe meine Identität zu verschleiern gut, ich hörte keinen der Angestellten meinen Namen nennen und auch die Wachleute schienen keinen Verdacht zu schöpfen.

Kaum das Amani gesichert war und Lenja und ich samt nur enem Wachman, wir hatten mit zweien gerechnet, im Wagen waren und die Türen geschlossen hatten brauste Samu davon.
Das machte er wirklich gut, unser Auftritt hatte sie alle getäuscht. Nur ein Wachmann statt drei, kein Auto welches uns folgte.
Und ich konnte mich um meine Schwester kümmern. Und konnte es gleichzeitig nicht. Was ich dort tat war nur Show für den Wachmann, und Qual für mich.
Eine schnelle Injektion und in wenigen Minuten wäre sie befreit von den Qualen die Serekhet ihr bereitete.

Plötzlich bremste Samu, darauf hatte Lenja nur gewartet. Sie hatte gerade eine der Valiumspritzen bereit gemacht, und nun tat sie so, als hätte sie durch das plötzliche Anhalten die Kontrolle verloren und rammte dem Wachmann die Spritze in den Oberschenkel. Nicht in deinen Oberkörper, der durch eine kugelsichere Weste geschützt war, in deinen Oberschenkel, das war geplant du Narr.
Hoffentlich denkst du daran, wenn du aufstehst.
Du lebst nur, weil ein anderer dich ersetzen würde töteten wir dich. Du lebst nur, weil du es nicht Wert warst getötet zu werden.
Aber stell dich noch einmal zwischen mich und meine Schwester und du gehst zu Ammut.
Früher hatte es auch eine Liebe gegeben, eine Liebe die verboten war. Eine Liebe zu meinem Bruder, der ich nicht nachgeben durfte, denn ich war mit einem anderen verheiratet.
Doch der Ma’at zu Liebe unterdrückten wir die Gefühle sperrten sie ein, bis sie irgendwann erstarben.
Es hatte nur zwei kurze Momente der Sünde gegeben und mein ganzes Leben musste ich dafür bezahlen. Musste dafür bezahlen mit einem Verstoß gegen die Ma’at, mit der Liebe meiner einzigen Tochter.
Diesmal würde es anders sein.
Ich würde auch der Ma’at dienen, aber die Zeiten hatten sich geändert. Dieses mal würde ich die Liebe leben und jeden Vernichten der sich uns in den Weg stellte. Es gab kein Kemet mehr, dass man über unsere Gefühle hätte stellen müssen.
Und wie sollte man Ma’at halten, wenn man sie nicht im Herzen trug? Unmöglich.
Nur mit Ma’at im Herzen und meiner Liebe an meinser Seite würde ich mich für den Rest der Welt opfern. Dieses Leben sollte auch mir gehören, alle anderen danach würde ich völlig bedingungslos für Ma’at aufopfern. Aber ein von Liebe erfülltes Leben, mehr wollte ich nicht.

Ich injizierte all meinen Wünschen das Gegengift und wartete darauf dass es anschlug. Jetzt endlich konnte ich für sie da sein. Ich nahm sie in den Arm, hielt ihre Hand und berührte mit der meinen ihre Stirn.
Sie sollte sehen, dass ich da war, immer für sie da sein würde um sie aus der Finsternis in die Freiheit zu führen.
Sie kahm wieder zu sich. Ganz langsam lassen die Schmerzen nach, viel zu langsam. Das zittern lies nach und die Augen klärten sich.
Sahen mich an und erstrahlten. Mir war als könnte ich den Atem des Ra spüren.
Sie legte ihren Arm um mich, und lächelte mich an.
All die Schmerzen die ich auf mich genommen hatte um hierher zu kommen traten in den Hintergrund. Nur wenige Worte verließen ihren Mund: „Deine Haare…“.
Ich wusste es Amani und es schmerzte mich sie zu schneiden. Aber ich musste nur wenige Sekunden zögern. Sie hatten mir viel bedeutet Amani, aber du selbst bedeutest mir die Welt.

Am Krankenhas angekommen stellten wir den Wagen ab, wechselten hinüber in den Mietwagen nd fuhren zum Hotel.
Beim umsteigen hatte ih Amani gestützt, sie war immer noch geschwächt von dem Gift.
Es tat mir so unendlich leid, Amani, bitte verzeih mir.
Auf der Fahrt zum Hotel brach sie in meinen Armen in Tränen aus.

Hinterlasse einen Kommentar

GMDW: Über Grenzen hinaus

TS-Runde Donnerstag 26.01.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu

24.10
Heute war ich mit Lenja unterwegs. In Ägypten sah es zur Zeit nicht gut aus und wenn meine Familie ins Spiel kam, wurde es noch gefährlicher. Immerhin sollten da diese sechs Wachleute sein, die das Haus bewachten. Was konnte ich nur gegen sechs Bewaffnete unternehmen?
Die war das erste mal in meinem Leben, dass ich kurz bereute kein Militärarzt oder dergleichen zu sein. Ich war einfach kein Stück wehrhaft, konnte nicht gefährlich sein. Zumindest nicht in direkten Auseinandersetzungen.
Samu konnte ordentlich zulangen, er hatte das ganze Zimmer zerlegt und ein Loch in die Wand geschlagen, letztens. Lenja konnte wohl mit einer Pistole umgehen, zumindest sprach sie darüber sich in Ägypten eine Pistole besorgen zu wollen um im Notfall zurück zu schießen. Und ich konnte, ja, was konnt eich eigentlich?
Nachdenken, aber dass auch nur beschränkt gut wenn es um das Wohlergehen, um das Leben meiner Schwester ging.
Ich wollte daran arbeiten auch in Konflikten etwas hilfreicher zu sein und bat Lenja darum mir zu zeigen, wie man mit einer Pistole schoss.
Sie nahm mich mit auf eine Art Schießstand oder besser in einen Schießkeller und zeigte mir die Grundzüge.
Ziemlich kompliziert so eine Pistole, aber irgendwie würde ich das schon hinbekommen.

25.10
In letzter Zeit schlief ich zunehmend schlechter. Zu meinen Alpträumen mischte sich auch noch die Nervosität der bevorstehenden Reise, der Befreiung. Das flaue Gefühl in meinem Magen wurde von Stunde zu Stünde größer. Die Sonne fehlte mir immer noch, die Morgengebete waren weniger erfüllend als sonst. Ich wollte nicht immer mit neuer Kraft belohnt werden, wenn ich betete, so etwas erwartete ich gar nicht.
Aber selbst hier in Helsinki, wo man den Atem des Ra nicht verspürrte, hatten sie mich bis jetzt mit einer Art Ruhe erfüllt wie ich sie sonst nur selten verspürt hatte. Sie hatten mir Kraft gegeben, mir geholfen mich auf das zu konzentrieren was wichtig war und mir geholfen voran zu gehen.
Doch am Tag vor unserem Flug zurück ins Königreich der Sonne konnten sie es nicht. Oder besser ich konnte es nicht. Ich fand keine Ruhe, konnte mich nicht auf den Frieden Ma’ats konzentrieren, fand sie nicht in meinem Herzen.
Auch mit dem Essen verhielt es sich nicht anders. Mir war schlecht und jeder Bissen den ichschlcukte kostete mich viel Überwindung. Am liebsten hätte ich gar nichts gegessen, aber mein Körper würde die KRaft brauchen. Ausgehungert und schwach konnte ich Amani nicht retten, nicht einmal mit Samu und Lenja an meiner Seite.

Ich bin sehr froh die beiden getroffen zu haben. Ob Naranj sich überhaupt vorstellen konnte, was ich ihr dadurch, dass sie mich zu ihnen geschickt hatte alles verdankte? Ich kann mir keine besseren Freunde vorstellen, als die beiden.

Doch am Dienstag, verhielten sich die beiden nicht wie sonst. Ob sie genauso aufgeregt und mitgenommen waren wie ich? Hormone konnten so grausam seien.
Aber ich hatte keine Zeit mich damit auseinander zu setzen. Es ist nicht einfach Ma’at zu wahren, wenn man selbst so aufgewühlt war.
Ich wollte mich an diesem noch einmal besonders viel mit Amanis 3 Kleinen beschäftigen, ihnen einen schönen Tag bieten, bevor ich sie alleine lassen würde. Vielleicht eine ganze Woche. Allein in einem fremden Land, ohne Mutter, ohne Vater, naja das waren sie wahrscheinlich gewohnt und mit einem mehr als sonderbarem Kindermädchen. Mir war nicht ganz wohl dabei. Sie sollten diesen Tag haben um sich daran zu erinnern, um sich zu erinnern, dass ihre Mutter nicht die einzige war, die sie tief in ihrem Herzen trug, falls etwas schief ging. Und es konnte so vieles schief gehen.
Deswegen ging es mir auch schon den ganzen Tag so schlecht.
Und als hätten meine Gedanken noch weitere böse Geister angezogen, war Razir mehr als quengelig. Er wollte nicht essen und verwendete seine ganze Energie darauf abwechselnd zu weinen und der Welt schreiend mitzuteilen, dass es ihm nicht gut ging.
Ich sah es Razir, ich sah es, aber was sollte ich denn tun?
Weder bei seinen Backenzähnen noch bei der Erkältung konnte ich ihm groß helfen mit dem was ich gelernt hatte. Ich versuchte ihn zu pflegen und ihn zu beruhigen, aber es sollte einfach nicht sein. Lara bot mir ihre Hilfe an, aber ich glaube ich war in meinem Stolz gekränkt.
Wie sollte ich mich denn später um alle drei kümmern und für Amani da sein, wenn ich es jetzt nicht einmal mit einer Erkältung und ein paar Zähnen aufnehmen konnte?
Ich zog mich mit Razir in eines der vielen Schlafzimmer zurück und versuchte ihn zu beruhigen, aber sobald ich von seiner Seite wich, begann er erneut zu weinen und zu schreien. Es war zum verzweifeln.
Ich konnte nichts tun. Hilflos wie eh und je.
Nein das war nicht richtig. Ich konnte doch etwas unternehmen.

Ich verlies ihn kurz und bat Lara um Hilfe. Mit ihrer Magie konnte sie Razir die Ruhe bringen, die er so dringend benötigte.
Und nicht nur das, sie hatte einen Löffel, den sie Schatz nannte, so wie ich Amulett dazu gesagt hätte.
Mit ihrem magischen Löffel, bereitete es ihr keine Probleme den kleinen erst zu Füttern und ihn anschließend mit ihrem Schlaflied einzulullen. Doch er weinte immer noch, wälzte sich hin und her.
Ich konnte es nicht länger ertragen. So lange schon, hatte ich mich viel zu wenig um meine Schwester und die Früchte ihres Leibes gekümmert.
Jedes weinen quälte mich, als würde ich es selber verspüren.
Schließlich nutzte ich eines meiner Tonika und rieb Razir nicht nur Bauch und Rücken mit dem Heilmittel aus Kemet ein, sondern auch sein Zahnfleisch, welches vermutlich der Urheber seiner Qualen war. Wie gehofft zeigte es bald darauf Wirkung und gab seinem Körper die Kraft mit allem fertig zu werden.
Endlich fand er die Ruhe die er so dringend benötigte um gesund zu werden.
Danach sprach ich noch einmal mit Lara und gelangte endlich zu der Einsicht, dass mein Verhalten ihr gegenüber kaum angebracht war.
Menschen konnten anderen Menschen die grausamsten Wunden schlagen, nicht der Kat. Es machte einfach keinen Sinn ihr die Kinder auf mundane Weise anzuvertrauen und dann Misstrauen zu zeigen weil sie eine Art Geist war.
Bestimmt gab es Magie mit der man Schreckliches bewirken konnte aber warum sollte sie das tun?
Sie hatte sich so lange Zeit gut um Samus Kinder gekümmert und sie hatte sich bis jetzt auch gut um meine Neffen und Nichten gekümmert. Warum sollte man sie verutreilen, wenn sie Magie benutzte mit der sie einem geplagtem Kind Ruhe gönnen, ein unwilliges Kind das Essen musste zum Essen brachte?
Man durfte es nicht mit der Magie übertreiben, sonst lies man ihnen keine Chance aufzubegehren, sich zu entwickeln, aber wenn ihre Magie so ähnlich wie unseere Hekau funktionierte, dann musste ich mir auch darüber keine Sorgen machen. Erstmal.

Lenja und Samu schauten einen Film von dem ich nichts verstand und dann zogen sie sich auch schon zurück. Samu legte sich einfach schlafen, wie schaffte er das nur? Lenja musste sich noch um unsere Ausweise kümmern und wollte uns dann morgen früh am Flughafen treffen.

Hinterlasse einen Kommentar