GMDW: Über Grenzen hinaus

TS-Runde Donnerstag 26.01.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu

24.10
Heute war ich mit Lenja unterwegs. In Ägypten sah es zur Zeit nicht gut aus und wenn meine Familie ins Spiel kam, wurde es noch gefährlicher. Immerhin sollten da diese sechs Wachleute sein, die das Haus bewachten. Was konnte ich nur gegen sechs Bewaffnete unternehmen?
Die war das erste mal in meinem Leben, dass ich kurz bereute kein Militärarzt oder dergleichen zu sein. Ich war einfach kein Stück wehrhaft, konnte nicht gefährlich sein. Zumindest nicht in direkten Auseinandersetzungen.
Samu konnte ordentlich zulangen, er hatte das ganze Zimmer zerlegt und ein Loch in die Wand geschlagen, letztens. Lenja konnte wohl mit einer Pistole umgehen, zumindest sprach sie darüber sich in Ägypten eine Pistole besorgen zu wollen um im Notfall zurück zu schießen. Und ich konnte, ja, was konnt eich eigentlich?
Nachdenken, aber dass auch nur beschränkt gut wenn es um das Wohlergehen, um das Leben meiner Schwester ging.
Ich wollte daran arbeiten auch in Konflikten etwas hilfreicher zu sein und bat Lenja darum mir zu zeigen, wie man mit einer Pistole schoss.
Sie nahm mich mit auf eine Art Schießstand oder besser in einen Schießkeller und zeigte mir die Grundzüge.
Ziemlich kompliziert so eine Pistole, aber irgendwie würde ich das schon hinbekommen.

25.10
In letzter Zeit schlief ich zunehmend schlechter. Zu meinen Alpträumen mischte sich auch noch die Nervosität der bevorstehenden Reise, der Befreiung. Das flaue Gefühl in meinem Magen wurde von Stunde zu Stünde größer. Die Sonne fehlte mir immer noch, die Morgengebete waren weniger erfüllend als sonst. Ich wollte nicht immer mit neuer Kraft belohnt werden, wenn ich betete, so etwas erwartete ich gar nicht.
Aber selbst hier in Helsinki, wo man den Atem des Ra nicht verspürrte, hatten sie mich bis jetzt mit einer Art Ruhe erfüllt wie ich sie sonst nur selten verspürt hatte. Sie hatten mir Kraft gegeben, mir geholfen mich auf das zu konzentrieren was wichtig war und mir geholfen voran zu gehen.
Doch am Tag vor unserem Flug zurück ins Königreich der Sonne konnten sie es nicht. Oder besser ich konnte es nicht. Ich fand keine Ruhe, konnte mich nicht auf den Frieden Ma’ats konzentrieren, fand sie nicht in meinem Herzen.
Auch mit dem Essen verhielt es sich nicht anders. Mir war schlecht und jeder Bissen den ichschlcukte kostete mich viel Überwindung. Am liebsten hätte ich gar nichts gegessen, aber mein Körper würde die KRaft brauchen. Ausgehungert und schwach konnte ich Amani nicht retten, nicht einmal mit Samu und Lenja an meiner Seite.

Ich bin sehr froh die beiden getroffen zu haben. Ob Naranj sich überhaupt vorstellen konnte, was ich ihr dadurch, dass sie mich zu ihnen geschickt hatte alles verdankte? Ich kann mir keine besseren Freunde vorstellen, als die beiden.

Doch am Dienstag, verhielten sich die beiden nicht wie sonst. Ob sie genauso aufgeregt und mitgenommen waren wie ich? Hormone konnten so grausam seien.
Aber ich hatte keine Zeit mich damit auseinander zu setzen. Es ist nicht einfach Ma’at zu wahren, wenn man selbst so aufgewühlt war.
Ich wollte mich an diesem noch einmal besonders viel mit Amanis 3 Kleinen beschäftigen, ihnen einen schönen Tag bieten, bevor ich sie alleine lassen würde. Vielleicht eine ganze Woche. Allein in einem fremden Land, ohne Mutter, ohne Vater, naja das waren sie wahrscheinlich gewohnt und mit einem mehr als sonderbarem Kindermädchen. Mir war nicht ganz wohl dabei. Sie sollten diesen Tag haben um sich daran zu erinnern, um sich zu erinnern, dass ihre Mutter nicht die einzige war, die sie tief in ihrem Herzen trug, falls etwas schief ging. Und es konnte so vieles schief gehen.
Deswegen ging es mir auch schon den ganzen Tag so schlecht.
Und als hätten meine Gedanken noch weitere böse Geister angezogen, war Razir mehr als quengelig. Er wollte nicht essen und verwendete seine ganze Energie darauf abwechselnd zu weinen und der Welt schreiend mitzuteilen, dass es ihm nicht gut ging.
Ich sah es Razir, ich sah es, aber was sollte ich denn tun?
Weder bei seinen Backenzähnen noch bei der Erkältung konnte ich ihm groß helfen mit dem was ich gelernt hatte. Ich versuchte ihn zu pflegen und ihn zu beruhigen, aber es sollte einfach nicht sein. Lara bot mir ihre Hilfe an, aber ich glaube ich war in meinem Stolz gekränkt.
Wie sollte ich mich denn später um alle drei kümmern und für Amani da sein, wenn ich es jetzt nicht einmal mit einer Erkältung und ein paar Zähnen aufnehmen konnte?
Ich zog mich mit Razir in eines der vielen Schlafzimmer zurück und versuchte ihn zu beruhigen, aber sobald ich von seiner Seite wich, begann er erneut zu weinen und zu schreien. Es war zum verzweifeln.
Ich konnte nichts tun. Hilflos wie eh und je.
Nein das war nicht richtig. Ich konnte doch etwas unternehmen.

Ich verlies ihn kurz und bat Lara um Hilfe. Mit ihrer Magie konnte sie Razir die Ruhe bringen, die er so dringend benötigte.
Und nicht nur das, sie hatte einen Löffel, den sie Schatz nannte, so wie ich Amulett dazu gesagt hätte.
Mit ihrem magischen Löffel, bereitete es ihr keine Probleme den kleinen erst zu Füttern und ihn anschließend mit ihrem Schlaflied einzulullen. Doch er weinte immer noch, wälzte sich hin und her.
Ich konnte es nicht länger ertragen. So lange schon, hatte ich mich viel zu wenig um meine Schwester und die Früchte ihres Leibes gekümmert.
Jedes weinen quälte mich, als würde ich es selber verspüren.
Schließlich nutzte ich eines meiner Tonika und rieb Razir nicht nur Bauch und Rücken mit dem Heilmittel aus Kemet ein, sondern auch sein Zahnfleisch, welches vermutlich der Urheber seiner Qualen war. Wie gehofft zeigte es bald darauf Wirkung und gab seinem Körper die Kraft mit allem fertig zu werden.
Endlich fand er die Ruhe die er so dringend benötigte um gesund zu werden.
Danach sprach ich noch einmal mit Lara und gelangte endlich zu der Einsicht, dass mein Verhalten ihr gegenüber kaum angebracht war.
Menschen konnten anderen Menschen die grausamsten Wunden schlagen, nicht der Kat. Es machte einfach keinen Sinn ihr die Kinder auf mundane Weise anzuvertrauen und dann Misstrauen zu zeigen weil sie eine Art Geist war.
Bestimmt gab es Magie mit der man Schreckliches bewirken konnte aber warum sollte sie das tun?
Sie hatte sich so lange Zeit gut um Samus Kinder gekümmert und sie hatte sich bis jetzt auch gut um meine Neffen und Nichten gekümmert. Warum sollte man sie verutreilen, wenn sie Magie benutzte mit der sie einem geplagtem Kind Ruhe gönnen, ein unwilliges Kind das Essen musste zum Essen brachte?
Man durfte es nicht mit der Magie übertreiben, sonst lies man ihnen keine Chance aufzubegehren, sich zu entwickeln, aber wenn ihre Magie so ähnlich wie unseere Hekau funktionierte, dann musste ich mir auch darüber keine Sorgen machen. Erstmal.

Lenja und Samu schauten einen Film von dem ich nichts verstand und dann zogen sie sich auch schon zurück. Samu legte sich einfach schlafen, wie schaffte er das nur? Lenja musste sich noch um unsere Ausweise kümmern und wollte uns dann morgen früh am Flughafen treffen.

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