Das letzte Mahl, Teil 2

TS-Runde Montag 26.12.11
Erzähler: LostShadow
Spieler: Elias, Ulrych

Wo bin ich da nur hereigeraten? Eine neue Nacht brach an und einer nach dem anderen erwachten wir auf unseren Schlafstätten.
Ich wusste nicht, was von uns erwartet wird, und der Sinn nach Konversation stand mir auch nicht. Der einzige mit dem ihch jetzt gerne reden würde wird mir jetzt sicher nicht antworten. Aber vielleicht kann ich ja irgendwann, irgendwas tun um meine Seele von der Finsternis zu reinigen die sie umfing?
Dieser dämliche Ghul, Hardestadts Handlanger im Bezug auf seine neuen Handlanger, glaubte zwar, Gott wäre ein gütiger Gott und würde vergeben.
Aber Vergebung finden können nur Menschen und auch nur jene aufrechten Glaubens.
Alle anderen werden des Widersachers sein. So wie ich es nun war. Aber ich würde mich nicht einfach fügen, und eine Kreatur des Teufels werden.
Diese ganzen Kreaturen würden schon noch sehen was sie davon hatten mich in ihre Reihen zu holen und als Laufburschen zu benutzen.

Hardestadt. Vielleicht war er früher mal ein imposanter Mann. Aber seine Zeit als Geschöpf Sartans hat seinen Geist definitiv erschöpft.
Anstatt auf seinen Verstand zu bauen, spielte er jetzt nur noch lächerliche Machtspielchen und verließ sich auf seine Kräfte. Erbärmlich.
Ich meine bitte, uns mit ein bischen Feuer zu erschrecken, wo wir noch keine Erfahrung haben das Tier in uns zu kontrollieren?
Große Vorstellung. Nicht. Und dann wog er meinen Taten gegeneinander ab und beschloss, dass es mutiger war in einen Raum mit einem kleinen Feuerchen zu treten als ihm, einem König unter den Kreaturen Sartans die Stirn zu bieten. Ich hätte anders geurteilt.
Er aber bestrafte mich für den Mut dem ich ihn bewies.

Nachdem er seinen Spaß mit mir hatte, erklärte er uns seinen Plan. Wir sollten uns bei unseren Erschaffern einschleichen und herausfinden wann diese irgendeinen anderen Vampir umbringen wollten.
Aber gerne doch, nur nicht auf deine Weise Hardestadt. Wenn du uns tot sehen willst, bring uns wenigstens selbst um.
Ich überlegte mir einen neuen, anderen und nach Absprache mit Ulrych und dem Stinker auch realistischeren Plan, dem wir nachgehen wollte.
Wir würden diesen Teufeln die uns aus dem Licht Gottes verbannt hatten erst einmal die Wahrheit sagen, und später entscheiden auf welche Seite wir uns Schlugen, Hardestadt oder diesse Giovanni. Eigentlich war es mir egal, ich wollte nur, dass möglichst viele von ihnen starben. Wie auch immer ich dies bewerkstelligen konnte, so würde ich handeln.

Doch es gab noch einige Hindernisse zu überwinden. Der Hunger mit dem der Widersacher uns verflucht hatte machte sich bemerkbar und Hardestadts Ghul hatte uns in ein kleines Dorf gefahren. Dort sollten wir unseren Hunger stillen, an lebenden Menschen abartig. Und ich war scheinbar auch noch damit verflucht nur bestimmtes Blut trinken zu können, also konnte ich nicht auf Tiere ausweichen, die sowieso für nichts anderes als Nahrungszwecke gut waren.
Ulrych wollte einfach irgend jemanden überfallen, seinen Hunger an irgendeiner armen Seele stillen.
So weit war es also um seinen Glauben bestellt. Aber ich wollte nicht stehlen. Auch kein Blut.
Auch als Mensch war ich nciht frei gewesen von Sünde, aber all meine Verfehlungen geschahen im Auftrag des Ordens, im Auftrag der Kirche, im Auftrag Gottes.
Sie würden mir nicht das Tor zum Himmelreich verwehren.
Jede Sünde die ich jetzt beging, würde ich zu verantworten haben. Obwohl ich bereits verdammt war wollte ich nicht noch tiefer sinken, ich konnte es einfach nicht.
In einer schmierigen Schenke suchte ich eine Frau auf, von der ich glaubte trinken zu können.
Ich erzählte ihr von meiner Verdammnis, berichtete ihr, dass ein Mann der Kirche ihrer Hilfe bedurfte und sie wollte mir helfen.
Ich ergriff ihre Hand, tat so als wolle ich sie küssen.
Natürlich im verborgenen einer kleinen Nische, sorgfältig darauf bedacht, dass uns niemand beobachtete.
Meine Fänge kamen hervor und statt sie zu Küssen drangen sie in sie ein.
Bohrten sich in das wunderbare, weiße Fleisch ihres Unterarms und daraus hervor quoll das Elixier des Lebens.
Ich wollte nur ein paar wenige Schlücke nehmen, nicht viel. Wollte der Frau nicht mehr Schaden als unbedingt notwendig.
Dem Hunger des Sartan nachzugehen, hieß dem Sartan selbst zu dienen, ihn zu stärken.
Ich wollte Leben, darum musste ich trinken.
Aber ich wollte nicht töten.
Es war als würde ich flüssiges Feuer trinken, das Elixier des Lebens selbst, der Inhalt des Sangreals.
Ich konnte nicht absetzen.
Ich wollte sie nicht verletzen.
Zu viel.
Viel zu viel.
Aber ich konnte nicht aufhören.
Es war wieder da.
Die Finsternis in mir hatte sich geregt. Sie ehatte sich gestreckt und ausgebreitet und nun erfüllte sie mich.
Es war nicht ich der sie nicht los lies und in gierigen Schlücken immer weiter trank.
Es war die Finsternis in mir.
Ich lehrte meinen wunderbaren Sangreal und tobte durch die Stadt.
Einige Menschen erkannten meine glühenden Augen die ich nun nicht länger verbergen konnte und wollten mir Einhalt gebieten.
Auch sie wurden verschlungen von dem Tier in mir.
Erst viel später kam ich zur Besinnung.

Ullrych war bei mir. Er hatte mir geholfen die Finsternis einzuschließen. Sie durfte nie wieder heraus.
Ich musste ihr die Tür versperren und den Schlüssel wegwerfen.
Der Ghul war entsetzt von unseren Taten.
Bitte was hatte er denn erwartet?
Wie mit dem Feuer schien es Hardestadt Spaß zu bereiten uns entdecken zu lassen, was dieser Fluch alles mit sich brachte. Wenn jemand dabei starb kümmerte es ihn nicht und das obwohl einer seiner Freunde so viel darauf gab unerkannt unter den Menschen zu leben.
Ich hasste den alten Teufel. Eines Tages würde ihn meine Vergeltung treffen, dass schwor ich mir.
Eines Tages würde er bezahlen für die vier Menschen die ich seinetwegen verschlungen hatte.
Vier Menschen die ich niemals vergessen durfte.

Unterwegs gaben uns weitere Menschen den Anlass sie umzubringen.
Ein paar Straßenräuber, die völlig unvorbereitet versuchten unsere Kutsche zu überfallen.
Während unser stinkender Freund sich unter den Sitzbänken der Kutsche verkroch, sahen Ulrach und ich uns an.
Er war ein Krieger, ich ein Mörder im Namen Gottes.
Kaum eine halbe Minute später lagen sie alle im Staub. Erschossen oder durch unsere Klingen gefällt.
Ich kennzeichnete ihre Leichen als Räuber und danach machten wir uns daran den Baumstamm aus dem Weg zu räumen mit dem sie uns aufgehalten hatten.
Mit jeder Nacht die verging wurde mir mehr und mehr bewusst wie es um meine Seele bestellt war.
Mit jeder Nacht mehr offenbarten sich weitere teuflische Kräfte.
Und der Widersacher verschenkte nichts ohne, dass man den entsprechenden Preis dafür zahlen musste.

Dann konnten wir endlich weiterfahren. Es dauerte nicht lange bis wir das Gasthaus in dem die Verschwörer verweilen sollten erreichten.
Doch es war wie verhext. Die Menschen im Gasthaus waren nicht mehr als Marionetten die immer wieder die gleichen Handlungen vollführten.
Immer und immer wieder.
Erst hatte ich gedacht die Verschwörer wären noch nciht hier gewesen.
Aber sie waren es. Und sie hatten den Menschen hier irgendetwas angetan.
Eine weitere Sünde, für die ich sie eines Tages zahlen lassen würde.

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