Ein neues Rudel

Tisch-Runde Samstag 10.03
Erzähler: Mandavar
Spieler: Elle (Ragabash), Kilian (Galliard), Liz (Ahroun), Lucano (Theurg)

Ausnahmsweise ging mal alles gut und wir kamen ungeschoren an Elles Haus an. Naja eigentlich dme Haus ihrer Eltern, aber was mich betraf war es Elles Haus. Wen interessieren schon irgendwelche Eltern, die einfach abhauen und sich von DNA verarschen lassen.
Dort verwirrte mich Elle erstmal ziemlich. Sie hatte wohl irgendwann zwischendrin bei unseren Ausflügen doch wie von mir vorgeschlagen die Sicherung der Bewegungsmelder ausgeschaltet. Mir aber nichts davon verraten, sodass wir immer weiter aus dem Fenster kletterten. Hätte nicht gedacht, dass ich sie damals schon so verdorben hatte, hihi.
Naja. Ich bin der Kilian. Von einem Bewegungsmelder würde ich micht nicht aufhalten lassen. Ich suchte mir einfach einen Stein, sah scharf hin und warf dann den Stein mit vollem Karacho gegen den Melder. Mit einem Krachen war das mit dem Licht erledigt.
Irgendwie hohl. Kein Licht aber dafür Lärm?
Und dann gab es gleich noch mehr Lärm. Scheiß Kieselsteine auf dem Anbau sowas unnützes. Und dann musste wir irgendwie durchs Fenster. Mein Gott war das kompliziert wenn man nicht vorher schonmal rausgekommen war.
Man könnte fast Mitleid mit Einbrechern haben. Gemeinsam kamen wir auf die Idee Schwachstellen im Fenster auszunutzen und mit ein Bischen Druck hier und da gelang es uns das Fenster zu öffnen ohne es einzuschlagen.

Wir stiegen ein, Elle packte unsere Sachen und ich sah erst nach ihren Eltern. Die schliefen schon wie Steine. Rabeneltern. Nichtmal drei Tage war es her, dass die Elle k.o. gegangen war und die schliefen da einfach so rum. Frechheit.
Dafür störten sie uns jetzt nicht.
Unten gab es auch keine Meldungen über Elle, oder ihren Zustand. DNA hielt sich bedeckt. Nicht so was mich anging. Ich hatte durch einen Einbruchversuch angeblich Elles Leben weiter gefährdet.
Ja sicher. Einbruchversuch. Bei den ganzen Wachleuten und Hunden? Bullshit. Wem wollten die das eigentlich erzählen?
Wenn Elles Eltern das auch glaubten, dann mussten die echt ihren Verstand irgendwie bei der Vererbung an Elle abgegeben haben oder so. Aber so ganz passte das auch nicht, die war definitiv mehr als doppelt so clever.
Trotzdem wollte sie keinen Abschiedsbrief schreiben.
Versteh ich nicht. Einfach weg sein war ungefähr das schäbigste was man machen konnte. Dann musste man für immer warten ob vielleicht doch nochmal wer wiederkam. Wie Mama. Voll scheiße. Scheiß Karsten.
Immerhin konnte ich sie davon überzeugen später, wenn wir erstmal in Sicherheit waren nen Brief zu schreiben.

Durchs Fenster konnten wir mit dem ganzen Gepack nicht. Zu meinem eigenen Zeug trug ich noch ne Tasche von Elle und sie hatte auch Rucksack, Tasche und Riesenteddybär. Wo kam der denn her? Den hatte ich irgendwie noch nie gesehen.
Durch das Fenster konnten wir auf jedenfall so nicht. Aber jetzt waren wir ja auch drinnen. Also raus mit der Sicherung und dann raus durch die Vordertür.
Wir waren noch nicht besonders weit gelaufen. als die ganze Scheiße wieder von vorne losging.
Kaum hatten wir die Füße auf den Bordstein an der Straße vor Elles Grundstück gesetzt wurden die Scheinwerfer eines Vans angeworfen. Schwarz, ominös, DNA-mäßig.
Fuck.
Elle und ich rannten sofort los und der Van fuhr uns hinterher. An der Straße zu bleiben hatte keinen Sinn. Elle bog ab durch die Vorgärten und ich folgte ihr. Kein Plan wolang, aber Elle kannte sich hier aus.
Türen knallten und schwere Schritte begannen uns zu folgen. Ein Blick über die Schulter zeigte mir zwei Männer, eher zwei Gorillas, aber Gorillas trugen keine Anzüge. Ich dachte nicht lange nach, mit dem ganzen Gepäck konnten wir nicht entkommen. Wir mussten es loswerden, am besten offensiv.
Elle hätte den Bären werfen müssen, aber das ging nicht, sie wollte ihn unbedingt behalten. Also schleuderte ich die Tasche. Ich vollführte mitten im Lauf eine Drehung, nahm schwung und war sie dem Vorderen Mann volle Kanne gegen die Beine.
Er stolperte nicht nur, sondern stürzte auch gleich, leider nur auf den Rasen. Aber der andere stürzte dann über seinen Freund.
Hier wird nicht über meine Wurfgeschosse gesprungen Arschloch.
Bis sie wieder aufgestanden waren hatten wir etwas Zeit. Wir rannten noch ein paar Meter weiter, versteckten uns dann abe rund warteten ab, bis sie aufgaben uns zu suchen.
Ouh, erstmal in Sicherheit. Warum beschatteten die auch das Haus. Hoffentlich taten sie Elles Eltern nichts an.

Ich war so froh, das wir DNA nochmal entkommen konnten, dass ich nicht mehr ordentlich auf meine Umgebung achtete. Da war ein Autogeräusch, aber bevor ich realisieren konnte , was es bedeutete hatte es mich schon erwischt. Wir waren auf der Straße gewesen.
Voll das Hindernis.
Es krachte und ich wurde über den Asphalt geschleudert. Schmerzen. Überall. Kacke.
Sofort konnte ich merken, wie meine Muskeln ächtzten, meine Knochen sich verformen wollten und meine Nägel begannen sich in meine Handballen und Schuhe zu bohren.
Ich konzentrier mich auf Elle. Sie ist bei mir, sie will sich um mich kümmern. Ich atme ganz langsam ein und aus, versuche mich zu beruhigen. Ich darf mich jetzt hier nicht verwandeln, das hilft doch keinem weiter.
Geschafft. Ich bleibe normal, muss kein wütendes Ungetüm werden.
Es dauerte eine Weile. Mit jeder Sekunde die verging ging es mir ein wenig besser, vor allem weil ich neben all den Schmerzen immer mehr davon mitbekam wie ELle für mich da war. Immer wenn es mir schlecht ging, wenn ich pilzverseucht war oder von einem Auo überfahren wurde war sie für mich da.
Wenn es dir mal schlecht geht, du wieder von DNA entführt wirst oder so, dann bin ich auch für dich da. Versprochen.
Elle konnte den Kerl dazu bringen nicht die Polizei zu rufen, wäre irgendwie blöde gewesen mit einem wegen DNA Polizeilich gesuchtem Kilian. Er wollte uns sogar an irgend nem Motel Richtung Flughafen absetzen, damit wir was hatten wo wir die Nacht verbringen konnten, aber erst musste er noch einer Freundin helfen.
Wegen der war er so schnell unterwegs gewesen und hatte nicht gemerkt, dass wir über die Straße gingen. Von mir aus. Wir wollten ins Motel, weil man da Zeit rumbringen konnte, wenn wir uns mit dem Auto bewegten, konnte man uns wenigstens nicht so gut riechen.
Ich ließ mich in den Sitz sinken und lehnte mich gegen Elle. Obwohl die meisten Knochen wieder ordentlich zusammengewachsen waren und auch keine Schürfwunden mehr zu sehen war, unter der zerfetzten Kleidung, schmerzte meine Seite ziemlich. Die Bisswunde des Hörnervieh war wieder aufgerissen, irgendwie wurde ich die nicht los.

Ziemlich ruppig hielten wir an. Hoffentlich hatten wir nicht schon wieder jemanden überfahren. Elle meinte ich solle mal schauen, also öffnete ich meine Augenlieder wieder, irgendwie ging das mit dem heilen besser, wenn man so ähnlich war als würde man schlafen.
Als ich wieder ganz beisammen war, war Elle schon längst ausgestiegen und ich folgte ihr.
Vor dem Auto fand ich ein Schlachtfeld vor. Überall lagen teile von Menschen verstreut, keines größer als ein Aufnäher. Voll das Hindernis.
Ein paar Meter weiter konnte man ein Auto am Straßenrand sehen und in der Ferne noch eins. Naja, das eine war nicht mehr wirklich ein Auto, dass sah viel mehr so aus wie die Wand an der sich der Leif so richtig ausgetobt hatte. Und wo wir schon bei Wölfen waren, da lagen zwei nackte Leute mitten in dem Dreck den sie da wohl veranstaltet hatten.
Elle kümmerte sich gleich um die Frau und ich wollte den Kerl wecken, der ein ziemlich haariger Genosse war, beinahe wie ein Neandertaler. Aber irgendwas stimmte mit dem nicht. Als ich ihn weckte verwandelte er sich sofort in seine Hundegestalt. Ich dachte wir wären Werwölfe, der aber war ein Werhusky. Mit ziemlich blauen Augen, daher nannte ich ihn von nun an Blauauge.
Ich versuchte ihn dazu zu bewegen sich in einen Menschen zu verwandeln, damit er mit uns sprechen konnte, aber erstmal bekam ich das nicht hin und als es dann doch klappte, interessierte es ihn einfach nicht. Elle zeigte das ganze mit der Verwandlung dieser Liz mit den rotweißen Haaren die das ganze ziemlich cool hinnahm. Fast so cool wie ich, nur das das bei mir damals von der kalten Umgebungstemperatur und der Nacht in den Bayous herrührte.

Irgendwie erklärte sie den beiden, dass wir auf der Flucht vor anderen Wölfen waren und jetzt hier weg mussten. Eigentlich wollten wir den Fahrer, ziemlich verdattert von dme Gemetzel und irgendwie komisch seid ich mich verwandelt hatte, hier stehen lassen. Aber Liz war wohl mit ihm befreundet und bestand darauf ihn zu Hause abzusetzen, also machten wir es so. Danach fuhren wir zu Liz, die eine kleine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus hatte. Keine so noble Gegend wie Elle, mehr so wie bei mir zu Hause, naja noch nicht ganz.
Oben in der Wohnung versuchte ich weiter Blauauge irgendwie beizubringen sich in einen Menschen zu verwandeln, damit wir endlich vernünftig kommunizieren könnten, aber so einfach war das nicht. Es schien sich bei dem Kerl auf jeden Fall nicht um einen Menschen zu handeln der sich in einen Hund verwandelte, eher andersherum. Aber blöde war er trotzdem nicht. Als ich ihm gezeigt hatte wie man eine Dose Raviolis öffnete, was ich nächstes mal auf alle Fälle nicht in einem Raum mit Teppichboden machen werde, hat er sich doch tatsächlich für die nächste Dose in einen Menschen verwandelt, sie geöffnet auf den Boden gekippt und dann als Hund aufgeschleckt. Ich hab mich weggerollt vor lachen.
Dadurch hab ich wohl für den Rest des Abends vergessen, dass wir auf der Flucht waren und mich eigentlich ganz gut gefühlt.
Elle war hier und für einen kleinen Moment schienen wir in Sicherheit zu sein. Zwar vermisste ich Kaitlyn ein bisschen und Leif würde wohl niemals jemand ersetzen können, aber die beiden hier waren auf jeden Fall angenehme Zeitgenossen.
Jetzt war schon nichts mehr da, aber wir hatten immer noch Hunger, also bestellten wir uns Pizza, sogar eine für Blauauge. Der kannte Pizza auch schon, denn er war als erstes unten an der Haustür und hat die irgendwie auch aufbekommen. Noch bevor Elle oder ich da waren und eine Chance hatten einzugreifen hatte er sich auch schon auf den Pizzaboten gestürzt, ihm die Pizza entrissen und begonnen sich drüber herzumachen.
Ich entschädigte und entschuldigte mich mehr als ne millionen Mal bei dem Pizzaboten für den dreisten Blauauge. Dadurch kam ich aber leider nicht an die Pizza. Als Mensch mit dem Wolf käbbeln ging einfach gar nicht. Deswegen musste ich Elle zur Hilfe rufen. Als Wolf konnte sie es wenigstens ein bisschen mit Blauauge aufnehmen und ich konnte noch genug von der Pizza retten. Genug um nicht vor Hunger wieder aufzuwachen, aber satt wäre auch irgendwie anders gewesen. Ich hatte vorher schon immer gerne und gut gegessen, aber der Hunger jetzt war noch mal ne Nummer krasser. Morgen früh musste ich mich mir auf jeden Fall irgend ne Portion Frühstück reinschieben und zwar ne Große. Vom Auto überfahren zu werden machte ziemlich hungrig.
Blauauge rollte sich als erster auf dem Bett zusammen, ich folgte bald. Dann kuschelte sich Elle an mich und ich legte mit einem zufriedenen Seufzer meinen Arm um sie. Eigentlich war mir mehr nach Schwanz wedeln, aber das wäre in meiner aktuellen Form nicht so ganz angebracht gewesen und zum verwandeln war ich viel zu müde.
Liz wollte wohl erst woanders schlafen, gesellte sich dann aber doch zu uns. War irgendwie gemütlicher als ein einzelnes Bett für jeden.
Gut das sie die Ausziehdoppelcoutch hatte. Elle und ich schliefen in einer Hälfte, Blauauge irgendwie am Fußbett und Liz auf der anderen.

Das Frühstück am nächsten morgen lies nicht nur auf sich warten, wir mussten es sogar selbst holen, dafür konnte ich aber auf ausreichende Mengen achten. Mein Magen war so leer als hätt ich ne Woche nix gegessen. Voll das Hindernis.
Elle und ich hatten im Stillen beschlossen, dass wir die beiden anderen nicht den verrückten Werwölfen überlassen konnten und wollten sie mitnehmen nach Deutschland. Für Liz schien das irgendwie kein Problem zu sein, als ob sie sowieso nichts hatte, was sie irgendwie hier, an ihre Heimat band. Keine Eltern, keine Freunde, irgendwie komisch. Naja so viel gab es bei mir eigentlich auch nicht. Wenn ich meine Mama wegnahm, dann blieb nicht wirklich was übrig.
Wesentlich schwieriger war es dem Wolf begreiflich zu machen, dass es für uns zu kompliziert war ihn in Wolfsgestalt mit nach Deutschland zu nehmen.

Überhaupt war das ziemlich verschärft mit dem sprechen zu können. Das ging auch nur wenn man das unbedingt wollte aber da nicht so richtig dran dachte sondern einfach was sagte, irgendwie aus dem Bauch heraus. Werwolf sein scheint außer mit Kopf abreißen auch so einiges mit Bauchgefühl zu tun zu haben. Auf jeden Fall konnten wir ihm begreiflich machen, das wir ihm morgen Klamotten besorgen mussten und das wir dann nach Deutschland flögen, dass er selbst dann noch nen Ausweis bräuchte haben wir irgendwie vergessen. Dafür dass er sich die ganze Zeit geweigert hatte seine Menschengestalt anzunehmen, war er dann ganz schön eitel und so musste ich ihm erstmal zeigen wie man sich kämmt und rasiert. Wir hatten leider nur einen Damenbeinrasierer oder sowas, sodass es für das Gesicht bei ner Scheere und nem kurzen Stoppelbart blieb. Der hatte aber auch viele Haare der Kerl, alle so Richtung rotbraun wie die komischen Flecken um seine Augen in der Huskygestalt. Das biss sich irgendwie und betonte die nochmal besser.

Am Nachmittag ging es dann zum Flughafen, wir waren früh dran, zumindest für unseren Flug weil wir ja auch noch irgendwie mehr Tickets brauchten. Aber wir kamen nie dazu uns Gedanken über die Tickets zu machen, oder über Blauauges fehlende Papiere.
In der Eingangshalle des Flughafen standen sie. Jede Menge große, böse Scheißwölfe.
Thore war da und Summer, und noch ein paar andere, die ich nicht erkennen konnte, so schnell wie ich mich umgedreht hatte.
Elle rief nur wir sollten rennen und schon düste sie ab. Die anderen wussten aus unseren Erzählungen, dass wir jetzt in der Scheiße steckten und taten es ihr gleich. Ich musste nen Moment nachdenken. Sie hatte die ganze Zeit auf den Teddy geachtet und ihn nie weggelassen, obwohl ich den schon längst für zu unpraktisch befunden hatte. Hier war ne Stadt und ich war in der Stadt bestimmt besser als die Wölfe in Menschengestalt, ich übte beinahe jeden Tag durch eine Stadt zu laufen und Hindernisse zu nehmen. Während ich losrannte packte ich den Teddy am Arm. Und von jetzt an galt, über Geländer und über Stein, aber brich dir kein Bein und blos nicht in ner geraden Linie laufen.

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