Teil 10, Der Goblin und das Uboot

TS-Runde Donnerstag 15.03.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu

Sonntag, 30.10.2011
Aus der ganzen Aktion auf der Insel entwickelte sich ein riesiger Fehlschlag. In meiner Besorgnis um Amani und die Kinder vergas ich viele von den Ideen die ich bereits gehabt hatte. Meine ersten Gedanken bei der INsel und den wieder marschierenden Soldaten waren Gespenster gewesen, immerhin war ich doch selbst irgendwie zur Hälfte eins. Naja zu einem Neuntel wenn man es irgendwie genau nahm, aber lassen wir das.
Auf jeden Fall dachte ich kein Stück mehr an Gespenster, auch nicht als ich später recht eindeutig mit gespenstischen Eigenschaften konfrontiert wurde. Nunja, die wären auf jeden Fall in der Duat so gewesen, mit materialisierten Gespenstern kannte ich mich nicht ganz so gut aus.
Aber ich greife wieder einmal vor. Springen wir lieber nocheinmal zurück zur Mitte, wo wir beim letzten Mal aufgehört hatten.

Mein Bein war von einem ziemlich üblem Treffer mit dem Kurzschwert ziemlich tief aufgeschnitten und ich konnte kaum noch laufen. Ich hatte aber noch Glück im Unglück gehabt, wäre der Schnitt etwas anders verlaufen, dann wäre ich innerhalb weniger Sekunden verblutet. Samu lag außer Gefecht drüben im Teezimmer, ich wollte mich lieber mit meiner Mitalchemistin beschäftigen. Vielleicht konnte sie auch etwas Tonikumähnliches herstellen? Konnte sie und sie war sogar so nett mir und auch Samu reichlich davon zu geben. Erst dachte ich es würde nicht helfen, aber das lag wohl irgendwie daran, dass ich das ganze Zeug, vermutlich Feenzeug wie ich später über Amani von Lara hörte, nicht sehen konnte. Warum in alles in der Welt mir ein solcher Trank nicht helfen sollte, nur weil ich ihn nicht sah, konnte ich mir aber beim besten Willen nicht erklären.
Samu meinte später es könnte so ähnlich sein, wie mit der Duat. Sollten diese Wesen wirklich eine Art Zwielicht haben, eine weitere zu unserer parallelen Ebene mit der man nur auf eine bestimmte Art und Weise interagieren konnte? Für Samu und Lenja war das sicher leicht vorstellbar. Ich mit meinem wesentlich umfassenderen, wenn auch etwas veraltetem Weltbild tat mich da etwas schwerer. Wie war das noch? Nicht einfach ein bereits gefülltes Gefäß zu füllen oder so?
Aber darüber machte ich mir erst viel später Gedanken, genauso wenig wie darüber warum sie uns überhaupt half. Ich kam mir immer noch ziemlich dumm dabei vor, ihre Hilfe einfach so anzunehmen, alles blind in mich hinein zu schütten, aber nur wer die Wahl hat, konnte sich auch entscheiden.
Vielleicht war die Rettung ihrer Tochter der Spinne ja so bedeutend für sie, uns aus Dankbarkeit weiter zu helfen? Ich an ihrer Stelle hätte so gehandelt, aber ich vollführte auch keine Experimente an dieser seltsamen definitiv isfethaltigen Substanz.

Es dauerte Stunden bis wir beide genug Elixiere gebraut hatten um nicht nur die Wunde an meinem Bein zu Versorgen, sondern auch Samus völlig zerfetzte Kat wiederherzustellen. Ich verlegte mich auf Salben, wollte nicht riskieren, dass es zu irgendwelchen seltsamen Wechselwirkungen zwischen ihren Tränken und den meinen kam. Auch so verlangten wir unseren Körpern einiges ab. Obwohl die Kraft für die Heilung durch meine Tonika zum Teil aus den verwendeten Substanzen stammte, beruhte wohl der Hauptteil auf der durch die riteulle Zubereitung entstandene Essenz. Anders konnte ich mir ihre Wirkung jedenfalls nicht erklären, immerhin hatte ich nichts von meinem Sekhem hinzugegeben. Auf jeden Fall, so viel war ich mir sicher, Sekhem hin oder her, so eine Blitzheilung musste einfach anstrengend sein für das entsprechende und auch das umliegende Gewebe.

Während ich also kleinschnitte, mörserte, köchelte, zusammenrührte und so weiter, schlug ich Lenja vor kurz zu Samu zu fahren und dann wiederzukommen. So konnte sie den Ring abgeben, er würde unser Problem zwar nicht lösen, aber die Spinne hatte gesagt er würde Kraft geben. Vermutlich Essenz in gebundener Form. Mehr Essenz für Lara, bedeutete weniger Last auf ihren Schultern und auf der von den Kindern. Eigentlich war derartige Ressourcenverschwndung nicht mein Ding, aber vielleicht konnte ich sie irgendwie mit meinem Sekhem entschädigen. Meine Dankbarkeit hatte sie so oder so.
Lenja war noch unterwegs, als mir einfiel sie könnte eigentlich eine Waffe mitbringen, immerhin machte sie regelmäßig Schießübungen und wer eine Pistole mit zu einem Kurzschwerter gegen DOlche Kampf brachte war klar im Vorteil.

Bevor sie wiederkam, nutzte ich etwas von meiner freien Zeit um mit Amani zu telefonieren. Am liebsten wäre ich gefahren um sie zu treffen, um sie in den Arm zu schließen, sie festzuhalten und zu trösten, um mich selbst zu trösten, um mich trösten zu lassen, aber ich konnte nicht. Keiner sonst konnte meine Arbeit hier erledigen. Dafür hatten die anderen noch Kapazität frei um auf Gedanken zu kommen, die ich in ähnlicher Form schon gehabt und wieder vergessen hatte. Samu kam auch auf die Idee mit den Geschossen, dachte aber dabei nicht an Voskow sondern an die Insel selbst. Hier war eine Kaserne, er hatte hier sienen Wehrdienst geleistet, also gab es hier auch Waffen. Er wollte welche besorgen, aber er konnte noch immer nicht richtig laufen, also musste ich ihn dazu überreden zu warten, bis Lenja wieder da war, dann würde es auch ihm besser gehen.

Wie nicht anders zu erwarten war ich auch bei ihrer Rückkehr noch mit köcheln beschäftigt und so gingen die beiden ohne mich. Allerdings waren die beiden recht lange unterwegs, was mich dazu veranlasste noch einmal bei Amani anzurufen, als ich endlich auch mit den letzten Durchgängen fertig war. Am Anfang war das Gespräch noch zweckgebunden, ich erkundigte mich über sie bei Lara nach eventuellen Bannen dieser Wesen dort, aber auch Lara konnte uns nicht weiterhelfen. Wie hätte man auch auf die Idee kommen können, das es Gespenster waren, die sich ebenfalls von Gefühlen ernährten, genau wie Geister. Völlig abwegiger Gedanke das.
Aber als das notwendige gesagt war, hörten wir einfach nicht auf zu sprechen. Ihre Stimme zu hören, in dieser Nacht, umgeben vom Isfet, nicht wissend was wir tun konnten um es zu vertreiben um es zurück in die Duat zu treiben war wie die Sonne aufgehen zu fühlen. Es gab mir Hoffnung.

Als wir dann endlich alle wieder halbwegs fit und auch ausgerüstet waren legte Lenja sich schlafen. Ich dachte zuerst ich traue meinen Augen nicht, ich meine sie musste das alles hier nicht tun, es waren nicht ihre Kinder, nicht ihre Amani. Aber sie war ein Aminte und sie wollte hier leben und als Aminte war es unsere Aufgabe dem Isfet entgegenzutreten und die Ma’at zu halten. Da gab man ihm nicht noch eine Nacht zusätzlich Zeit um sich auszubreiten um seinen Machenschaften nachzugehen.
Ich meine ich musste ihr zustimmen, wir waren nciht wirklich gut vorbereitet. Ich hatte noch zwei Dosen Salbe übrig, und die beiden hatten jede Menge Waffen angeschleppt aber eine vernünftige Vorbereitung hätte anders ausgesehen. Aber seien wir ehrlich, wir hatten keine Zeit und auch am nächsten Tag hätte unsere Vorbereitung nicht wesentlich besser ausgesehen. Wohingegen sich die gut 20 Apepnu sicher auf unsere Ankunft hätten vorbereiten können. Wir mussten das jetzt machen. Im Notfall auch ohne Lenja, als nächtliche Sonne, war sie kaum geeignet für ein solches Kommandounternehmen, obwohl sie sonst wohl tausend mal hilfreicher gewesen wäre als ich. Die Vereinigung mit ihrem Tem-Akh musste sie schwer getroffen haben, sonst würde sie sich auch nicht immer so widerspenstig zeigen was unser Erbe anging.
Irgendwie schafften Samu und ich es dann doch sie dazu zu bewegen mitzukommen.
Über die ganze Aufregung hatten wir dann aber vergessen, den Trank zu erneuern und als wir gerade auf die ersten Wesen trafen, die das Uboot bewachten, mussten wir uns wieder zurückziehen. Ohne die Fähigkeit zu sehen, hatte das alles wenig Sinn. Bei den ersten Apepnu die sich uns entgegenstellten handelte es sich um kleine leuchtende fliegende Wesen, aber wer wusste schon wie sie in ihrer Ebene aussahen, die Spinne war auch nur ein Schatten gewesen.

Wir flohen also vor den kleinen leuchtenden Schmetterlingswesen die zunächst außer Niesreiz nichts gegen uns in der Hand hatten, durchforsteten Teestube und Labor nach noch mehr von dem Ekelzeug und nötigten Lenja davon zu trinken. Diesmal konnte sie es bei sich behalten, aber wir ließen ihr auch kaum eine andere Wahl. Trotzdem musste ich ihr zustimmen was diesen Trunk anging, der Lebenszauber des Osiris konnte aab und an eine ziemliche Qual sein.

Dann stiegen wir wieder die Böschung hinab um uns dem Uboot zu nähern. Anders als von mir vermutet war es nciht untergetaucht. Lenja und Samu hatten recht, es handelte sich um ein Ausstellungsstück, am Ufer für Touristen aufgestellt. Ich meine nicht, dass ich ihren Worten nicht geglaubt hätte, es war nur so, dass ich einfach davon ausgegangen war, dass es sich unter Wasser befände und die beiden mich eine ganze Weile in dem Glauben gelassen hatten.

Wieder stellten sich uns diese Glühwürmer in den Weg,kleine, leuchtende Geflügelte Wesen. Samu wehrte das erste ab in dem er es mit den Händen zerklatschte, wie eine Fliege. Aber durch sein Klatschen fiel nicht nur die die er erwischt hatte zu Boden, das Geräusch nahm auch noch zwei weitere mit. Das musste ich überprüfen. Auch mein Klatschen streckte zwei der Kreaturen nieder. Ich hielt sie für soetwas wie eine Alarmanlage oder eine Makierung, so lange sie in der Nähe waren konnte man uns auch aus der Ferne gut sehen.
Da wir schon das zweite Mal anrückten würde man sowieso nicht mehr wirklich überrascht sein, also sollten wir lieber gründlich vorgehen. Mit einem schnellen Beifallklatschen, wie für eine Bauchtänzerin, einen Fakir oder einen Schlangenbeschwörer löschte ich auch die Lebenslichter der anderen aus.
Irgendwie taten sie mir ein wenig leid, wir wussten nicht, was sie wollten, wer sie waren, ob sie Feinde waren. Sie sahen eigentlich nicht wie Apepnu aus, aber der Schein konnte trügen, auch Schönheit konnte sich am Leid anderer Laben. Heute Nacht gab es keine Gnade, nciht für die, die zwischen mir und dem Ende des Leidens meiner Kinder standen. NIcht für die, die Amani diese wunderbare Ankunft beschert hatten.

Im Uboot wurden wir bereits erwartet, von einer Frau, die sich irgendwie über uns erhaben hielt und einem kleinen Mann, der viel zu viel Unsinn redete. Es schien geradezu eine Kunstform zu sein, mir auf meine Fragen zu antworten, ohne mir auf meine Fragen zu antworten.
Die Frau erntete eine ganze Salve aus der Maschinenpistole die Samu dabei hatte und der Goblin einen Schuss aus der Pistole die man mir überlassen hatte, heute Nacht wurde nicht lange gefackelt. Die Lage war ernst, ich war bereit zu reden, zu verhandeln, aber wer uns nicht ernst nahm, dem musste man irgendwie verklickern, dass wir nicht zum Spaß hier waren.
Trotz einer heftig blutenden Bauchwunde schien er nicht zu vernünftiger Rede fähig, hier brauchten wir Hilfe von jemandem der ihn vielleicht verstand, vielleicht von Lara. Gegen den Mann der auftauchte und Lenja bedrohte und auch diese seltsame Frau konnten wir kaum etwas ausrichten. Jedes Mal wenn wir sie trafen verschwanden sie eine Weile, nur um kurz darauf unversehrt wieder aufzutauchen. Fast so wie ein Gespenst das mit unserer Welt kollidierte, für kurze Zeit ephemerell wurde, in dieser Zeit durch Wände gehen konnte und sich erst danach wieder verfestigte. Aber ich hatte mich so auf Geister versteift, dass mir die Gespenster nciht in den Sinn kamen.
Die Frau schlugen wir in die Schlucht, aber der Mann verspottete uns nur, wir konnten seine Armee nicht sehen, weil sie vermutlich in der Duat, in den Landen der Toten stand. Schließlich zogen wir uns unverrichteter Dinge, aber mit dem ausführenden organ hinter der seltsamen ISfet-Ausweitung zu Samu zurück. Dieser ging nocheinmal zur Spinne, die er vor dem Mann schützen wollte, der jetzt einen neuen Handlanger benötigte. Er war erfolgreich und vertrieb den Mann. Vielleicht bis zur Fresserin?
Ich kümmerte mich erstmal um die Wunden des Goblins, er sollte uns nicht wegsterben, bis wir noch ein paar Informationen aus ihm herausgequetscht hatten und Lenja ging nach Hause. Sie wollte nicht mit einem Feind unter einem Dach schlafen.
Oft würde ich das sicher auch nicht tun.

Und dann geschah etwas mit dem ich so nciht gerechnet hatte. Die Sonne ging auf.
Es wurde nicht nur einfach Tag und hell, wie sonst hier in Helsinki, warm wurde es ja sowieso nie.
Aber die Mesektet, die Barke der Millionen kehrte aus den zwölf Stunden der Nacht zurück und wir konnten Ras Atem spüren.

Wenn ich jetzt nur hätte ruhen können. Aber es gab noch einiges zu tun, es war noch nicht durchgestanden.

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