Vom Flughafen nach Beauville, Teil 2

Tisch-Runde Samstag 14.04
Erzähler: Mandavar
Spieler: Elle (Ragabash), Kilian (Galliard), Liz (Ahroun), Lucano (Theurg)

Sonntag, 28. März 2010, Neumond

Ich weiß nicht genau wie lange wir fuhren. Am Anfang war die Fahrt noch ziemlich wild und ich musste aufpassen, dass Liz nichts passiert. Mir selbst gings auch nicht gerade gut. Da waren noch Summers Krallenspuren auf dem Rücken und meine Brust sah nach dem Konflikt mit dem Braunhaar auch nicht gerade berauschend aus. Die regenerierten so langsam vor sich hin, während sich auf dem Boden des Vans mein Blut mit dem von Liz mischte, dass aus ihrer nicht mehr wirklich vorhandenen Kehle quoll. Auf jeden Fall wussten wir jetzt, das da smit dem Kopfabreißen kein Scherz war. Wären diese komischen Soldaten nicht aufgetaucht dann wären wir alle wahrscheinlich nen Kopf kürzer. Zumindest außer Blauauge, der würde wohl noch immer Fangen spielen.
Dann hielt der Wagen, mitlerweile hatten die Wunden schon weitesgehend aufgehört alles vollzusiffen und Liz konnte auch gerade so eben wieder alleine gehen. Ich zwar auch, aber trotzdem lies ich mir gerne von Elle helfen. Dafür, dass sie mich stützte hätte ich dieses grauenvolle Jucken und Brennen während die Wunden verschwanden jederzeit wieder auf mich genommen. Die Schmerzen beim Entstehen der Furchen auf meinem Rücken waren gar nicht so groß gewesen, ging ziemlich schnell und Summers Klauen waren doch recht scharf.
Zumindest wenn man sie daran Maß was sie mit Liz Kehle und meinem Rücken angestellt hatten.

Ich hatte kaum Gelegenheit mir das Haus vor dem wir geparkt hatten anzusehen, da waren wir auch schon drinnen. Hatten direkt vor nem Seiteneingang geparkt oder so. Aber wenn ich das von drinnen richtig beurteilen konnte, dann war das Haus um einiges besser eingerichtet als die meisten Burgen bei uns. Wenn Elle erstmal da war, wäre sie sicherlich enttäuscht, wenn sie was erwartete, was mit so ner Villa hier mithalten konnte.
In dem großen Flurdings oder Empfangshallenteil führten zwei leicht runde Treppen an der Außenwand entlang in die obere Etage. Wir blieben aber erstmal unten und wurden in ein Teezimmer oder sowas gebracht.
Die Frau die uns hereinbat und führte, klang in etwa so wie die Stimme in unserem Kopf, weswegen ich einfach erstmal mitspielte.
Aber beim ersten Anzeichen von Kopf-Ab-Mentalität wäre ich weg. Naja, erstmal heilen, ausruhen und dann abhauen.
Ich muss ganz ehrlich sagen, nach den letzten Rettern in der Not hatte ich nicht wirklich Lust, es mir bei den neuen Rettern großartig bequem zu machen.
Egal wie hübsch das weiße Kleid der Hausherrin war oder wie lustig ihre langen Locken aussahen.
Aber zumindest sorgten diese neuen Retter wesentlich besser für uns. Wir bekamen Decken um uns einzupacken, damit wir nicht froren oder alles voll Bluteten und es gab auch was zu Essen.
Natürlich stürzte sich Blauauge wie ein Bekloppter auf die Pasteten und fraß sie dann alle vom Boden. Spinner. Wenn ich nicht so k.o. gewesen wäre vom Kampf gegen die anderen hätte ich da aber nochmal ein Wörtchen mitgeredet. Elle schien das egal zu sein und begnügte sich erstmal mit dem Obst, dass ich uns rüber geholt hatte. Liz schaffte nichtmal das eine Würstchen, welches Blauauge ihr gnädiger weise überlassen hatte, von den dutzend Pasteten die er verschlungen hatte. Der olle Vielfraß.
Dann gab es nochmal Nachschub von dem Blauauge auch reichlich verspeiste aber zumindest ein Tablett konnten wir uns teilen. Und als es danach noch Bolognese-Nudeln gab konnten auch wir anderen uns ordentlich satt essen. So viele Wunden zu heilen war nämlich ganz schön anstrengend. Vor allem wenn man sich nicht auf Vorrat bei jeder Gelegenheit den Bauch vollfraß.

Mit unserer neuen Retterin sprachen wir kaum, die sah uns ziemlich interessiert an und beim Essen zu. Auch für unsere heilenden Kräfte schien sie sich zu interessieren. Bin mir nicht ganz sicher, ob sie mir blos anbot mit den Wunden zu helfen, oder ob sie wirklich gerne an meinen Wunden rumgewerkelt hätte obwohl sie kein Arzt war. War dann lieber mal allein ins Bad gegangen um mich sauberzumachen und so. Als ich dann schonmal da war hab ich der Liz noch warme Wickeln gemacht. Keine Ahnung ob die gegen akute Kehlenlosigkeit halfen, aber ich hatte Wickeln immer gemocht, als kleiner Junge und krank und so.
Wenn Pearl LaMotte aber wirklich, wie sie schon sagte öfter Zwist mit unseren lieben Autowerkstattwölfen hatte, dann erfuhr sie an diesem Abend kaum was neues. Wir aber auch nicht. Sie war kein Wolf, konnte mit ihrer Stimme in unsere Gedanken sprechen wenn sie gar nicht da war, konnte wohl auch noch weitere Tricks. Aber sie gab sich keinen Namen und uns keine Liste was sie so konnte und was nicht. Nach komischem Chemiemutant roch sie schonmal nicht, auch wenn ich nicht wirklich wusste wonach sie roch. Meine Nase war von Pastetendampf erfüllt.
Aber ich war mir sicher, dass Chemiegestank irgendwie durch die Pasteten durch gekommen wäre.
Ich kann mich nicht erinnern, worüber wir noch so gesprochen haben, war so kaputt, dass ich mich nur noch an die Zimmer oben und die Betten erinnern kann.

Die Haushälterin führte uns irgendwann nach oben, da gab es zwei Gästezimmerähnliche Räume die wir nehmen konnten. Hätten auch unten bleiben können, da gabs ja auch jede Menge Felle und Decken, aber das fand ich irgendwie komisch. In dem einen Zimmer gab es zwei Betten und in dem anderen ne Doppelschlafcouch.
Blauauge beäugte uns neugierig und sah so aus als ob er wartete wo wir uns hinlegten, damit er wieder dazu kommen konnte.
Ich war mir unschlüssig was ich mit mir anfangen sollte.
Wäre gerne mit Elle allein in nem Zimmer gewesen, aber wollte auch keinen von den anderen allein lassen. Schließlich entschied ich mich für die Doppelcoutch, weil die Liz in dem Raum schon am PC saß und irgendwas tippte. Keine Ahnung.
Elle kam Gott sei dank direkt mit und kuschelte sich neben mich. Wäre sie da rübergegangen oder so, das hätt ich nicht gut gefunden. Hatte sie nicht gefragt was die Räume anging. Hoffentlich störte sie nicht, dass ich ständig der Liz hinterherlief, aber die war immer so ein bisschen abseits.
Der Blauauge drängte sich ständig in den Mittelpunkt, jetzt zum Glück nur am Fußende.
Elle wich mir nicht von der Seite und ich würde ihr auch nciht ernsthaft oder dauerhaft von der Seite weichen. Aber Liz war allein. Die nahm das alles ziemlich gelassen, aber so gelassen konnte man gar nicht sein, so einfach konnte man doch nicht einfach weggehen aus sienem Leben. Oder doch?
Für die Elle hätt ich das auch gemacht, aber das ist was andres.
Ich wollte einfach für sie da sein, wie eine Familie, wie ein Rudel, damit sie sich auch geborgen fühlte und irgendwie zu Hause.

Am nächsten morgen gab es ziemlich cooles Frühstück, wir wurden hier voll verwöhnt. Diesmal bekamen wir auch reichlich Würstchen und leckere Sachen ab, aber nicht etwa weil Blauauge Benehmen gelernt hatte. Er war draußen und tobte in dem riesen Garten rum und da konnte er auch erstmal bleiben. Erst als wir alle satt waren holten wir ihn rein und ich schmierte ihm dabei ein paar Brote und auch ein Croissant mit Marmelade. Also wenn ich ein Hund wäre ode rehm in Wolfsgestalt war, dann mochte ich definitiv keinen Süßkram mit Marmelade. Komischer Zeitgenosse.
Wir fraßen Frau LaMotte die Haare vom Kopf und die Haushälterin musste Nachschub ranschaffen um uns noch länger zu verpflegen. Essen besorgen da war Blauauge sofort Feuer und Flamm und ich entschloss mich ihn abzulenken. Als ich ihn reingeholt hatte, hatte er gerade nen Eichhörnchen verputzt, also ging ich mit ihm Eichhörnchen jagen. Ziemlich anstrengende Sache das. Und wirklich gut schmeckten die auch nicht, mal abgesehen davon, dass die ziemlich klein waren.
Irgendwann ließ ich Blauauge unten stehen, als die Haushälterin schon wieder da war und ging nach oben um mich auf die suche nach Elle zu machen.
Dauerte nicht lang eund da hatte ich sie auch schon gefunden. Sie zu erschnüffeln konnte ich vergessen. Oder besser ich musste es andersherum erledigen.
Da wo es überhaupt nicht nach Elle roch sondern nur nach komischem Shampoo, da fand ich sie schließlich.
Hatte mich heute morgen nur ner Katzenwäsche unterzogen aber das Bad hatte wohl noch einiges mehr zu bieten.
Die Badewanne in der die Elle nur mit der Nasenspitze aus nem megahaufen Schaum rausschaute sah ziemlich einladend aus und die Temperatur des Wassers verwandelte den ganzen Raum in eine Sauna.
Am liebsten wäre ich gleich mitreingesprungen und hätt mich noch mal ordentlich mit so ner Kratzbürste abgeschubbelt um mich danach so richtig schön an der rosa Elle vom Mississippi zu reiben. Mit so richtig schön frischer, glatter Haut. Mal ganz ohne Wunden, Morddrohungen und Stress, einfach zum entspannen. Zu Reiben?
Tja bei solchen Gedanken merkt man dass man nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.
Ein echter junge sollte sein Mädchen küssen wollen und streicheln und so. Sich nicht an ihr reiben.
Hoffentlich blieb das so. Sollte das schlimmer werden, keine Ahnung. Wollte nicht so enden wie Blauauge.
Vielleicht musste man sich dann regelmäßig auf den Hinterkopf schlagen damit das mit dem Denkvermögen nicht aufhörte.

Wir hatten uns noch nicht lange darüber unterhalten, was wir jetzt als nächstes machen konnten als Blauauge auch in den Raum kam und Elle wie von der Tarantel gestochen aus dem Bad in ein Handtuch flog. Ohne scheiß, so schnell hab ich die noch nie gesehen. Nichtmal gestern als wir um unser Leben rannten.
Dann fiel uns auf das Liz weg war.
Blauauge und ich wollten sie suchen gehen. Mir war das ganze ein bisschen peinlich. Nö, nicht weil ich schon wieder Liz hinterherrannte. Ich hatte mir überhaupt nichts dabei gedacht, dass sie nicht da war. Aus den Augen aus dem Sinn. Kaum ist das Leben einmal schön sind irgendwie alle Sorgen vergessen? Naja nicht so ganz.
Zum Glück war Elle da etwas umsichtiger. Sonst wäre der Liz noch was passiert oder so.
Die litt nämlich unter Internet- und Telefonentzug und wahr mehrere Kilometer gejoggt um die Leitungen zu überprüfen.
Wäre ich im Traum nicht drauf gekommen.
Als Wölfe war das natürlich überhaupt kein Problem sie zu finden und auf dem Rückweg nebenher zu trotten, während sie joggte.
Wieder in der Villa war Blauauge schon wieder irgendwo verschwunden und Elle saß auf der Verande und hatte sich Sorgen um uns gemacht.
Freudig mit dem schwanzwedelnd lief ich auf sie zu, unterdrückte diesen dämlichen Drang mich an ihr zu reiben und lief schnell ins Haus um mir was anzuziehen.
Blos flott zurück in die Menschengestalt, da war das Verlangen erträglicher.
Den Rest des Tages unterhielten wir uns darüber ob und wie wir doch noch von hier fliehen konnten.
Nein LaMotte wollte uns bis jetzt noch nciht den Kopf abschlagen, ging nur so um die USA im allgemeinen und unseren Plan nach Deutschland zu fliegen im speziellen.
Flughafen war jetzt wahrscheinlich blöde. Aber vielleicht konnten wir mit dem Schiff fahren.

Genau das erzählte ich auch unserer Retterin beim Abendbrot. Es gab nen leckeren Braten und zum ersten Mal seid einer ganzen Weile konnte ich das Essen wirklich genießen. Hatte nciht einfach nur Kohldampf und schaufelte Sachen rein. Endlich mal hatten wir nicht gegen irgendwelche Monster gekämpft, waren nicht angeschossen worden und auch nciht in Fetzen geschnitten. Von mir aus konnte der Rest meines Lebens ruhig aus ein paar mehr solcher Tage bestehen.
Darum wurde ich nach und nach auch weniger skeptisch unserer Wohltäterin gegenüber.
Sie wollte, dass wir irgendwo probewohnten, whatever.
Wichtig war, dass es da Telefon gab und Internet und so. Von da aus konnte man dan meine Mama erreichen sagte sie.
Ich wollte nämlich nicht einfach weg sein, wie der Karsten. Ob der auch so ein Arshclochwolf war und sich deswegen nicht um uns gekümmert hatte?
Irgendwann würde es wieder nach Deutschland gehen und dann beschützte ich meine Mama vor Arschlochwölfen und CHemiemutanten und so. Ja. Das wollte ich machen.
Nach dem Essen fuhren wir dann ziemlich direkt zu diesem anderen Haus.
Das war in so ner megawohngegend, nicht hinterm Mond gleich rechts wie das in dem wir gewesen waren. Die ganze Gegend war eingemauert und während wir rein und duchfuhren hatte ich nur Augen für die vielen Terassen, Balkone und Treppen. Hier würde man prima rennen können.
Und mit Elle, Liz und Blauauge Vater, Mutter, Kind spielen. Ob das gut ging?
Obwohl Pearl den ganzen Krempel den wir brauchten und erledigen sollten Liz in die Hand drückte, sie hatte die Rolle der Mutter bekommen, war ich fest dazu entschlossen das kochen zu übernehmen. Oh ja. Als Gehilfe von Elle.
Zusammen kochen und so.
Das würde gut werden.

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