Archiv für Mai 2012

Second Breath

TS-Runde Montag 24.05
Erzähler: Mandavar
Spieler: Belegroddion, Clawdeen, Ethion, Rekandar

Vor etwa einhundert Jahren trug es sich zu, das Jin Jian Feng, eine Attentäterin, die für nichts sonst lebte, ihren Auftrag nicht erfüllen konnte. Sie war verraten worden, verraten von den Beamten denen sie diente, verraten an die Hinterbliebenden ihrer Opfer. Als wilde Meute stürzten sie sich auf die Attentäterin und rissen sie in Stücke. Aber ihr Leib war nicht das einzige, was in Stücke riss, auch ihre Seele ward in Stücke gerissen. Ihr Hun, ihr höheres Selbst, verblieb am Ort ihres Todes, geistlos, machtlos trieb es ein Jahrhundert im SCHATTEN des Königreichs der Mitte umher. Doch ihrem P’o, der wilden dunklen Seite ihrer Seele, wurde ein anderes Schicksal zuteil. Es wurde in die Yomi-Welt, die Tausend Höllen, gerissen. Es endete in der Hölle des lebendig gehäutet Werdens, regiert von Tou Mu, der eisernen Kaiserin. Seit Zeitaltern war sie eine eingeschworene Feindin der Wan Kuei, seit Zeitaltern entsandte sie ihre Diener, um den gefallenen Wan Xian zuzusetzen. Sie wollte die Attentäterin verändern, sie zu einer ihrer Kreaturen machen und erneut ins Königreich der Mitte senden. Dort sollte sie dann die Würdenträger unter den Wan Kuei morden, wie sie einst die Feinde des Kaisers hingerichtet hatte. Doch sie weigerte sich.

Die Hölle ist die Wiederholung. Und Zeit in den Tausend Höllen ist nicht, was sie hier ist. Hundert Jahre der Folter in der Hölle des lebendig gehäutet Werdens wären schlimm genug gewesen. Aber in den Tausend Höllen konnte ein Tag zu einem Jahr werden, eine Stunde, eine Minute konnte Jahre dauern und ihre Qualen waren endlos. Folterknecht nach Folterknecht nach Folterknecht versuchte, sie auf Tou Mus Seite zu ziehen und Jahr um Jahr sagte sie Nein. In der Moderne wurden auch die P’o anderer Bewohner des Königreichs der Mitte in die Hölle der eisernen Kaiserin gerissen.

Lu Bai, eine ehemalige Pharmakologin, wurde nach Jahren der Folter selbst zum Folterknecht. Sie war es, die als nächste an die Reihe kam, um Jin Jian Feng zu quälen. Aber die beiden ließen ihre angestammten Rollen hinter sich, sie überlegten, zu Verbündeten zu werden, um aus dieser Hölle zu entkommen.

Zur gleichen Zeit verbündeten sich auch Sun Sheng Zhi und Xun Heng Han, die in der Arena gegeneinander kämpfen mussten. Sun war ein geflügelter Dämon mit brennendem Kampfstab und Xun, ein ehemaliger Sniper der Triaden, war sein Opfer. Doch dafür fielen Xuns Worte auf fruchtbaren Boden und Sun begann an seiner Aufgabe an den Arenakämpfen der Hölle zu zweifeln. Dann schließlich war es soweit: Einer der Arbeiter an den Schmelzöfen sorgte dafür, dass Tiegel mit geschmolzenem Stahl, mit geschmolzenen Seelen umstürzten und für Chaos sorgten. In diesem Chaos ließ Bai Xun von ihrer Folterbank entkommen und folgte ihm, während Sun und Jin aus der Arena ausbrachen. Sie kämpften gegen und flohen vor ganzen Legionen insektoider, halbmetallischer Kreaturen, bis sie schließlich an dem Schmelzofen und ihrem Gehilfen ankamen. Eine gefährliche, gewaltig unsymmetrische Brutmutter war ihnen auf den Fersen und so blieb ihnen keine Wahl, als sich durch den Wasserfall aus geschmolzenem Stahl und Seelen zu stürzen.

Von silbriggrauen Wolken eines ewigen Sturms wurden sie umher geworfen, er riss an ihnen, drohte sie in den Wahnsinn zu treiben, aber die Zeit in den Höllen hatte sie gestählt, so dass sie nicht zu wahnsinnigen Bewohnern des Sturmwinds wurden. Ihr Hun war das Licht am Ende des Tunnels, auf das sie unbeirrbar zustrebten, bis sie es erreichten.

Was nun folgte nannte man den Zweiten Atemzug. Es war die unendlich schmerzhafte Wiedervereinigung von Hun und P’o, das Verschmelzen der Seelenfragmente. Das P’o musste dann dafür Sorge tragen die Barriere zu durchdringen, ein Loch in sie zu reißen, um den SCHATTEN zu verlassen. Das Hun nutzte sein Chi, um ein neues Gefäß für die duale Seele zu weben, um den Körper wieder in Stand zu setzen, um einen untoten Leib für sich zu erschaffen.

Als Untote, fleischfressende Bestien kehrten sie ins Leben zurück, hungrig nach Chi und ohne eine andere Möglichkeit es sich zu beschaffen als das Fleisch der Menschen zu verschlingen. Nur Lu Bai und Jin Jian Feng waren gestärkt genug, um nach ihrer Auferstehung nicht die Kontrolle an die Schattenseele, an ihr P’o, zu verlieren. Sie behielten die Kontrolle über ihre dunkle Seite, über ihren Hunger lange genug bei, um von den Kuei-jin des Hofes des Blutes gefunden und aufgenommen zu werden. Sie wurden in die Gänge unter der Verbotenen Stadt gebracht und dort gemeinsam mit anderen, mit wilden Tieren eingesperrt.
Nach und nach kamen auch die anderen zu sich und alle hatten etwas Zeit sich zu unterhalten, festzustellen, dass sie im Jahr 2007 angekommen waren, dass es keinen Kaiser mehr gab. Sie fanden heraus, dass es viele wie sie selbst gab, und dass die Kuei-jin immer noch organisiert waren wie vor Jahrhunderten. Es gab so etwas wie den Kaiser, einen Imperialen Vorfahren, der mit seinen Ministern über den Hof des Blutes regierte.

Min Ping Zheng, ein Kuei-jin, der schon ein paar Jahre hinter sich hatte, erkannte Jin aus seiner eigenen Zeit in den Höllen wieder. Dank ihr hatte er sich schon vor einer ganzen Weile befreien können. Dafür wollte er sich bei ihr bedanken und dafür sorgen, dass sie hier eher heraus kam. Die anderen hängten sich an sie dran und Jin sprach für sie, damit auch sie schnell ihre Seelenprüfungen hinter sich bringen konnten.

Der Reihe nach wurden sie gewaschen, eingekleidet und vor Ch’ang Li, den Imperialen Vorfahren, in die Halle der Bewahrung der Harmonie geführt. Er erklärte ihnen, dass sie noch keine Shen waren sondern Hin, Unpersonen ohne Daseinsberechtigung. Um zu beweisen, dass sie überhaupt das Recht hatten zu lernen, wie man ein Shen wurde, mussten sie die Seelenprüfung hinter sich bringen. Dies beinhaltete, dass sie sich darüber klar werden mussten, wer sie waren und was sie wollten. Auf verschiedene Arten wurden sie immer und immer wieder mit den Fragen konfrontiert um ihre Seele zu testen, um herauszufinden, ob sie ihr P’o kontrollieren konnten und das Recht hatten, eventuell dem Hof beizutreten.

Jin Jian Feng wurde gefoltert. Hätte sie sich noch genau an ihre Zeit in den Höllen erinnern können, wären die Kuei-Jin-Folterknechte vermutlich weniger erfolgreich gewesen, aber fehlende Erinnerung gemeinsam mit ihrer fleischlichen Hülle sorgten dafür, dass sie nichts anderes wollte als zu sterben, bis sie schließlich die richtige Antwort gab.

Sun Cheng Zhi unternahm eine Reise in die Gobi, in der er von Hunger und Durst verrückt gemacht wurde, bis er schließlich, angefressen von einem gewaltigen Heuschreckenschwarm, mit einer sprechenden Eidechse, seinem alten Meister und sich selbst konfrontiert wurde.

Lu Bai hingegen wurde in den Wahnsinn getrieben. Ein Phänomen des Wahnsinns war es, dass Gedanken unkontrollierbar unzusammenhängend wurden. Dies konnte bestärkt werden.

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Die Nacht der Wölfin Teil 10, Litanei, Geister und Feldübung

TS-Runde Montag 07.05
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Ciprian, Daniel, Mortima (1/2)

Sonntag, 05. Juni, Vollmond

Dann schlossen sie ihre Gespräche über die Litanei ab mit längeren Diskussionen darüber warum und wann man einen Anführer herausfordern oder nicht herausfordern durfte. Hier gab es einige Unklarheiten für die jungen Garou zu klären und natürlich auch wieder einige Punkte, die sie aus ihrer noch größtenteils menschlichen Sicht nur schwer nachzuvollziehen waren. Den Abschluss bildete das 13. Gesetz, welches besagte, dass man niemals etwas unternehmen durfte was zur Entweihung eines Caerns führte.

Montag, 06. Juni, Vollmond

Den Folgetag verbrachten sie wieder mit Adrianos Mutter, Sings-the-Lunelight. Dieses Mal ging es nicht um die verschiedenen Stämme und Mythologie sondern um die Geisterwelt. Sie erfuhren wie Geister so ticken, wie sie sich organisierten, wie man mit ihnen umgehen musste und wie man neue Gaben von ihnen lernten. Das nahmen Charly und Ciprian auch gleich war, indem sie sich neue Gaben beibringen ließen. Am Abend übten sie dann noch alle gemeinsam wie man ins Zwielicht blickte oder durch die Barriere direkt in den Schatten spähte. Den Abend schlossen sie dann damit ab, dass alle gemeinsam, aber jeder für sich in den Schatten hinüber wechselten.

Dienstag, 07. Juni, Dreiviertelmond

Nachdem Solarienne noch einmal die fünf formen mit ihnen durchgewechselt hatte und sie ihnen offenbarte, wie sie nur einzelne Körperteile verwandeln konnten, um unauffällig die Vorteile anderer Formen nutzen zu können, blieb ihnen der Rest des Tages um sich auf die Feldübung am Abend vorzubereiten.Ein alter bekannter von Solarienne hatte sich im Wald versteckt, und ein Gegenstand sowie ein Ort würde die Cliath zu ihm führen.

Am Abend dauerte es tatsächlich nicht besonders lange, bis sie den Geruch von etwas befremdlichem in der Nase hatten. Charly und Daniel konzentrierten sich darauf alle ihnen vom Caern bekannten Wolfsfährten zu finden und sicher zu stellen, dass sie nicht den falschen Wölfen folgten. Mit dieser Unterstützung dauerte es nicht lange, bis Adriano auf der Suche nach etwas metallsichem einen Laubhaufen fand, am Fuße eines Baumes. Sie waren zwar schon einmal, etwas weitläufiger an ihm vorbeigelaufen, aber hier musste es seien. Ciprian riet zur Vorsicht, in einer ähnlichen Situation war er mit einem Geist zusammengestoßen, der seitdem in seinem Tattoo hauste. Charly durchwühlte den Haufen, bis sie schließlich mit einem alten zum Teil aus Kupfer bestehendem, altem Schlüssel in der Schnauze wieder auftauchte. Ein Schlüssel, wussten sie, bedeutete, dass es auch irgendwo ein passendes Schloss geben musste. Vermutlich an einem Gebäude, einem altem Gemäuer. Und es dauert nicht lange bis sie tatsächlich etwas tiefer im Wald eine Mauer fanden und eine alte Eisentür, zu der der Schlüssel passte.

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Interludium: Aufbruch gen Osten

Tisch-Runde Freitag 04.05.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Samnang (Wahrer Brujah), Tomás (Brujah)

Zwei Nächte vergingen, bevor alle Mitglieder des Klüngels und die neuen Gäste eine Einladung bekamen, sich in der dritten vor Durgas Haus einzufinden. Während sie darauf warteten zu erfahren, weswegen Melissa, der Seneschall, sie herbestellt hatte, füllten sich die Straßen rund um Durgas Waisenhaus mit Menschen, nackten Menschen. Männern, Frauen und Szlachta. Sie drängten sich Leib an Leib um alle dem Haus möglichst nah zu sein.

Dann nahmen drei Vampire ihren Platz in der Menge ein. Drei Engeln gleich legten sich die Frauen vor dem Haus in den Staub. Braune, rote und schwarze Haare vermischten sich mit dem Staub und Dreck der Kronstädter Straßen. Ein kleines Mädchen trat aus der Menge, schritt über die Engel wie einen schmutzigen Teppich und ging die Kronstädter Vampire, die der Zeremonie beiwohnten, ignorierend zur Tür, um klopfend um Einlass zu bitten. Sie verschwand kurz im Haus und kehrte dann gefolgt von Durga zurück. All die Menschen und die drei Engel, selbst das kleine Mädchen, waren Melissa und sie legten sich vor Durga in den Staub, machten sich ihr zum Geschenk. Sie wollten Durga nicht verlieren, wollten ihr verdeutlichen, dass sich in den letzten Nächten nichts geändert hatte und verschenkten daher, was ihnen am meisten bedeutete.

Durga holte einen Sari aus dem Haus und hüllte Melissa darin ein, bevor sie sie in ihr Haus führte und für den Rest der Nacht verschwand. Die anderen blieben ohne, dass man ihnen auch nur einen Moment Aufmerksamkeit geschenkt hatte, zurück. Adonai stellte die beiden Brujah-Gäste einander vor, während Reynaud und Eszter stillschweigend den Konversationen der drei lauschten. Es ging um Karthago und die Tristheit, welche die Nacht über alle Länder dieser Welt legte.

Die Zeit bis zum Aufbruch nach Osten verging ohne weitere größere Ereignisse. Adonai und Samnang trainierten mit Bocken ihre Schwertkampffähigkeiten, wenn Adonai nicht gerade damit beschäftigt war, sich aus Durgas albtraumhaften Illusionen zu befreien oder ihr im Austausch für diese Unterweisung den Kampf mit Klingenwaffen näherzubringen. Auch Vlad beanspruchte einiges von Adonais Zeit, hatte er doch beschlossen, diesem die Ehre zu erweisen, ihn verwandeln zu dürfen. Nur hatte sein baldiger Erzeuger die große Ehre, die ihm zuteil wurde noch nicht begriffen, und so musste sich Dracula redlich ins Zeug legen diesem zu beweisen, dass er ein würdiges Kind sein würde; auch wenn ihm diese Bezeichnung weniger als überhaupt nicht zusagte. Viktor organisierte die Reise und überwachte die Fertigstellung des Sarkophags.

Melissa hatte ihre Töchter bereits in die Verwaltung ihres Stockes eingewiesen und konnte so die letzten Tage vor ihrer langen Starre damit verbringen von Durga Hindi zu lernen, nicht ohne dabei die gemeinsame Zeit mehr als zu genießen. Durgas Terminplan war ziemlich voll, sie musste nicht nur die Hindi-Stunden, Nahkampfunterricht bei Adonai, private und geschäftliche Treffen mit Melissa unterbringen. Auch wollte sie sich um ihre Gäste kümmern und einen Termin mit Reynaud und Samnang vereinbaren. Beide hatten das Bündnis noch nicht mit Blut besiegelt und so lud sie sie ein, um sie unter Adonais Aufsicht dazu zu zwingen, ihren Rachefeldzug gegen Shukaris zu unterstützen.

Am Abend vor Reisebeginn fanden sich Durga, Eszter und Melissa am Sarkophag ein, um sich in Starre zu begeben. Beide in Gewändern, die nicht aufwändiger waren als Eszters übliche Bekleidung, begaben sich in Position, um von Eszter die kunstvoll geschnitzten Pfähle zu empfangen. Doch als die Priesterin sich mit erhobenem Pfahl auf Durga zu bewegte, verlor diese die Kontrolle über ihr Tier und stürzte sich wie eine wilde Bestie auf die überraschte Priesterin, die schneller auf dem Boden lag, als sie gucken konnte. Nachdem sie sich fasste, schaffte sie es, sich von der Wilden zu befreien, während Melissa Durgas Tier wieder unter Kontrolle brachte. Danach umschlang sie Durga liebevoll von hinten. Sie wollte sie nicht festhalten, das hätte sie in ihrem Zustand so oder so nicht geschafft. Es ging darum ihr Geborgenheit zu schenken, dem Pfahl gemeinsam entgegen zu treten.

Dann machte sich ein kleiner Konvoi, bestehend aus Durgas riesigem neuen Wagen und drei dunklen Kutschen auf den Weg gen Osten. Nicht nur Kainiten, auch einige Ghule und Gefäße waren dabei sowie reichlich Kleider für die Damen und Tonnen Proviant für Sterbliche und Tiere. Aber Proviant für die Kainiten wurde vernachlässigt. Es wären weitere Kutschen oder eine Hode Sklaven, die hinterdrein trotteten, notwendig gewesen, um die Vampire zu versorgen.vZu Beginn der Reise auf dem kurzen Abschnitt von Kronstadt nach Bukarest und von dort weiter in das winzige Constanta fiel dies kaum auf, es lohnte sich einfach nicht, in Wäldern und Wildnis zwischen den Städten zu jagen. Denn in diesen war der Tisch reichhaltig gedeckt und die Kronstädter wurden nach Adonais Anmeldungen bei den jeweiligen Voivoden nicht nur höflich empfangen, sie bekamen auch die Erlaubnis in den Städten zu jagen.

Aber die Reise an der Küste des schwarzen Meeres entlang nach Norden war weiter und wesentlich anstrengender. Man hatte sich darauf geeinigt diesen Weg zu gehen, um nicht durch das Gebiet des Osmanischen Reichs zu müssen, um nicht durch das Gebiet der Assamiten zu müssen, die im Krieg mit den europäischen Clans lagen.vDie weiten Steppen waren nicht nur menschenleer, auch an Jagdwild gab es kaum. Jeden dritten Tag konnten sie nicht weiterreisen, sondern mussten halten, um im Umland nach Hasen, Rehen und Vögeln zu jagen. Selbst mit der Mithilfe aller Ghule gab es nicht genug Blut für alle. Nach und nach hungerten die Kainiten aus und nur ihrem Alter und den damit verbundenen Reserven verdankten sie es, bis zu einem größeren Fischerdosrf zu kommen, in dem sie sich wieder sättigen konnten. Reynaud und Tomás waren besonders erfolgreich. Ersterer konnte mit der Kraft seines Willens ganze Familien unter seine Kontrolle bringen und sich von ihnen nähren, Tomás berauschte die Damenwelt in der einzigen Taverne des Dorfes derart, das sie sich schnell mit den restlichen Frauen des Dorfes füllte, die auch am Fest und seinen Küssen teilhaben wollten.

Der restliche Weg bis Odessa, im Norden des Schwarzen Meeres, war nicht mehr besonders weit und so trafen sie dort ein, ohne erneut völlig ausgehungert zu sein. Bei ihrer Ankunft konnten sie miterleben, wie eine Armee mongolischer Reiter von den Szlachta und Vohzd eines gewaltigen Unholdes abgeschlachtet wurde. Von den kleineren Kreaturen fiel die eine oder andere den Reitern zum Opfer, aber die größeren pflügten sich durch die Reihen der Sterblichen, als wären sie nichts weiter als Getreide. Besonders eine Kreatur, elefantengroß mit einem riesigen Maul und einem kleinen humanoiden Körper wütete unter den Menschen. Sie setzte nicht nur ihre Klauen und das riesige Maul ein, sie brachte die Elemente selbst dazu, sich gegen die Menschen zu verschwören und sie zu vernichten. Als keiner mehr am Leben war, bewegte sie sich an der Spitze ihrer Horde auf die Neuankömmlinge aus Kronstadt zu, aber sie war nicht auf eine weitere Probe des Krieges aus. Sie begrüßte die Kainiten, allen voran Viktor, den sie von der Kupalasnacht, an der er vor etwa 200 Jahren teilgenommen hatte, noch kannte.

Um dieser Nacht Willen und aus Gastfreundschaft lud sie die Reisenden in ihre mächtige Burg ein und erlaubte ihnen auch in der Stadt zu jagen. Sie durften sogar einige Tage verweilen, um sich auf die Weiterreise angemessen vorzubereiten, wurden sogar vor den Wölfen des Sturms in den Bergen um Tiflis gewarnt, mit Silber könnte man sie fernhalten. Tomás konnte die anderen davon überzeugen einige Leute unter Waffen anzuheuern, sie mit Blut zu verführen um sie als Proviant mitzführen, Adonais Vorschlag, sie schlafend in einem Wagen unterzubringen, konnte mangels Durchführungsmöglichkeiten nicht umgesetzt werden.

Mit einigen Silberpfeilen und einem versilbertem Schwert ging es dann an der nördlichen Küste des Schwarzen Meeres entlang wieder nach Osten Richtung Tiflis. Dort sollte laut Viktor ein gewaltiges Schiff warten, in dem die Fahrzeuge untergebracht werden konnten um das Kaspische Meer zu überqueren, ohne es wie zuvor das Schwarze Meer komplett umrunden zu müssen. Aber in den Bergen vor Tiflis sollten nach Sheoldred, der Flüsternden, der Voivodin von Odessa, Wolflinge hausen. Diese machten sich auch kaum, dass man mit dem schwierigen Weg durch das Gebirge begann, bemerkbar. In jeder Nacht heulten sie bedrohlich in der Nähe der kleinen Karawane, aber griffen noch nicht an. War es die Furcht vor dem Silber, welche sie auf Abstand hielt, oder wollten sie die Kainiten durch ihr Geheul und die Furcht, den nächsten Sonnenuntergang nicht mehr zu erleben, erst mürbe machen, bevor sie angriffen?

Dann eines Abends war es soweit, der Angriff hatte begonnen. Aber anders als erwartet. Die Kutschen lagen verlassen dar. Nur Vlad begrüßte die Vampire, alle anderen waren fort und er hatte sie nicht ohne massive Gewalt anzuwenden aufhalten können. Sie seien einfach in den Schnee davongeschritten, wusste er zu berichten. Söldner, Ghule, selbst die Kinder waren fort.

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Interludium: Reisevorbereitungen

Tisch-Runde Freitag 20.04.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Tomás (Brujah), Viktor (Lasombra)

Rasch flohen die Kainiten von der mit Blut, Asche und Unrat besudelten Hügelkuppe unter der die Kathedrale lag.
Kurz vor EInbruch des Tages erreichten sie Sorins Burg in die sie alle eingeladen wurden, alle bis auf Durga und Melissa. Auch der Wagen war nicht länger willkommen und stand gefährlich nahe an der Schlucht.
Das Gespräch welches sich daraufhin zwischen Durga und Sorin entwickelte verstanden nicht alle und nach einer kurzen Unterbrechung durch Adonai und Viktor zogen die beiden sich gefolgt von Melissa in einen Besprechungsraum zurück um das geschlossene Bündnis und den Zwist der zwischen ihnen stand zu bereden.

Am nächsten Abend brachen sie Richtung Kronstadt auf, wo sie etwa zwei Wochen später wieder ankamen und sich um ihre Angelegenheiten kümmerten, bis etwa zwei Wochen später Besuch aus Ungarn eintraf. Die Priesterin, welche die Hochzeitszeremonie durhführen sollte, samt eines Brujahs als Leibwächter war eingetroffen. Auch Vlad war noch bei Durga zu Gast. Er hatte sich allein aus der Kathedrale gekämpft und war den Reisenden später über den Weg gelaufen und aufgelesen worden. Er brauchte etwas Zeit für sich, wollte von nun an nicht mehr Spielball der großen Tzimiscen sein, sondern selbst bestimmen wer ihn wann verwandelte. Eine Andeutung zu diesem Thema seitens Adonai schien ihn sehr zu interessieren.

In der anschließenden Versammlung des Klüngels offenbarte Durga den anderen, dass die Zeremonie nicht in Kronstadt stattfände, sondern in Indien, da man sich auf die Suche nach einem Heiler für ihr geschwächtes Klüngelmitglied begeben müsste.
Außerdem offenbarte sie ein weiteres Ziel, Rache. Von nun an sollten alle danach streben mächtiger zu werden, ihre Schwächen auszugleichen und ihre Stärken auszubauen um sich für einen Kampf gegen Shukaris zu wappnen. Er sollte nicht bald statt finden, man machte sich keine Illusionen. Nicht in den nächsten Jahrhunderten aber Shukaris würde sterben. Nein nicht nur er würde sterben, auch alle seine Verbündeten sollten fallen.
Dieses Bündnis bekräftigten sie indem jeder, außer Melissa, von seinem Blut gab, auf den Sari den Shukaris ihr vor langer Zeit zum Geschenk machte, und zusah, wie dieser in Brand gesteckt wurde und langsam verbrannte.

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