Archiv für die Kategorie World of Darkness

Interludium: Der Kranich aus Kabul

Tisch-Runde Freitag 01.06.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Tomás (Brujah)

Sie klärten noch einige Fragen mit Merneith, bevor sie sich verabschiedeten. Als letztes bot sie an, ihnen zu verraten wie man eine Schlange töten konnte. Natürlich war dies mit einer Gegenleistung und einer Reise verbunden, einer Reise nach Ägypten. Was hätte es auch sonst seien sollen?
Sie selbst wollte sie auf dieser Reise nach Osten nicht begleiten, sie wollte zurückkehren in ihre Heimat und dazu sollte man sie enthaupten. Die jüngeren Kainiten waren zuerst etwas verwirrt, aber sie erklärte es sei wohl eine Art Abkürzung die sie nehmen wollte. Erst schien es, als seien Adonai und die anderen unwillig sie in den Tod zu schicken, aber dann erbarmten sich Reynaud und Tomas. Reynauds erster Versuch mit seiner Thaumaturgie blieb erfolglos und so musste Tomas mit etwas mehr als einem Schwerthieb nachhelfen.

Die Reise ging weiter und als sie die ersten Ausläufer des Himalaya erreichten trennten sie sich von dem Hauptteil der Karawane und zogen mit ihren Kutschen und dem Wagen sowie Geletischutz alleine Richtung Kabul weiter. Wieder ging es ins Gebirge und mit den Bergen schienen sie auf dieser Reise kein Glück zu haben. Sie waren eine knappe Woche unterwegs, als eine ganze Gruppe wild gekleideter Menschen mit seltsamen Waffen ihnen entgegenkam. Geführt von einer Frau in einem perlmuttfarbenem Sari, oder soetwas ähnlichem. In ihrer rechten Hand trug sie eine Lanze mit einer roten Fahne daran. In den kommenden Verhandlungen kam es dazu, dass ein weiterer Wan Kuei auftauchte, in dunkle Rüstung gehüllt und mit einem dritten Auge auf der Stirn. Er sprach schlecht über Saulot und behauptete, dieser wäre unwürdig gewesen und sei deshalb aus der Gefolgsschaft des großen Arhat Xue verbannt worden. Diese Beleidigungen endeten in einem Duell, welches Adonai für sich entscheiden konnte, mit einem Leben am seidenen Faden hängend. Der Wan Kuei verfügte ebenfalls über eine schützende Aura und konnte sich einem dunklen Schatten gleich so schnell bewegen wie ein Assamit. Aber seinen sechs mit flammenden Schwertern bewaffneten Armen fehlte die Treffsicherheit die Adonais Auge ihm verlieh. Er durchdrang zwar immer wieder Adonais Verteidigung und fügte diesem klaffende Wunden zu, hauptsächlich dadurch, dass seine Schwerter brannten, bis ihn schließlich Adonais dritter Schlag traf und zu Boden streckte. Es dauerte eine Weile, in der die beiden Untoten von den Sterblichen ihrer Seiten tranken um sich von dem Kampf zu erholen, während sie gemeinsam weiter nach Kabul reisten.

Die Frau hielt die Vampire für eine Armee und sie war sich nicht ganz sicher wie sie ihnen begegnen sollte. Auf der einen Seite wollte sie keinen Kampf mit dieser Streitmacht riskieren. Gerade erst hatten die ihren Kabul von den Assamiten zurückerobert, dabei wohl auch Verluste erlitten, jetzt wollten sie nicht schon wieder gegen derart mächtige Gegner antreten. Statt dessen boten sie an, sie zu unterweisen wie man sich als Untoter an den Höfen der Wan Kuei in Asien benahm und ihnen dann auch noch im Austausch für einen Gefallen Zeichen zu geben, die sie als Verbündete des Hofes des Weißen Tigers ausgaben, damit sie ungehindert passieren konnten. Sie brachten die Kainiten und auch sich selbst durch eines der Seitenstadttore in einen kleinen Gasthof. Die Fahzeuge wurden auf dem Platz abgestellt und zusätzlich hatte man einen kleinen Raum zur Verfügung. Der Rest der Stadt war noch von den Osmanen besetzt, weswegen man sich ruhig verhalten musste, auf eine Rückeroberung durch Menschen konnte man erst in den nächsten Jahren hoffen. Sie zeigten sich ihren Möglichkeiten entsprechend, Badezuber mit Gefäßen im Pferdestall um sich von der Reise zu erholen, als zuvorkommende Gastgeber. Die Wan Kuei hatten gemerkt, dass weitere Vampire in den Gefährten mitgeführt wurden und boten sich an diese zu heilen und auf deren Erwachen zu warten, weil sie auch ihnen eine Gelegenheit bieten wollten sich zu beweisen und die Zeichen zu erhalten. Bis es schließlich soweit war, wollte Adonais ehemalige Gegnerin diesen unterrichten. Seine Kampfkunst hatte sie schwer beeindruckt und nun wollte sie ihm helfen Erleuchtung zu erlangen und von den Irrtümern der Kainiten abzurücken. Adonai hielt sein Wissen aus den letzten vierhundert Jahren keinesfalls für unerleuchteten Schwachsinn, wie es die Wan Kuei immer wider herüber brachten und wurde schlussendlich nciht weiter unterrichtet.

Als es dann soweit war, positionierten sie den Sarkophag in dem kleinen Raum und Reynaud öffnete ihn, während Tomas für die Sichherheit sorgte. Eszter befreite zunächst Melissa, die anstatt sich zu erheben zunächst einmal zusammenbrach und sich kaum rühren konnte. Anders verhielt es sich bei Durga, welche zwar noch sehr benebelt aber sonst Herr ihrer selbst war. SIe verstand schnell was es war wonach es Melissa verlangte und verwies die anderen des Raumes. Sie heizte einem der beiden Gefäße ordentlich ein und überlies sie dann Melissa. An Hand der Schreie konnte man hören, dass es ihr schon bald wieder besser ging. Den Rest der Nacht verbrachten Durga und Melissa dann gemeinsam, alles andere musste für eine Nacht verschoben werden.

In der kommenden Nacht erfuhren die beiden Schläfer in einer kurzen Lagebesprechung wo und bei wem sie zu Gast waren und brachen dann Hals über Kopf auf. Nicht ohne, dass Melissa sich noch im Geiste der anderen erkundigte wie man diese Wan Kuei töten konnte, wie man mit ihnen fertig werden konnte. Sie waren noch nicht weit gekommen, als die Frau im Perlmuttsari sie mit den Soldaten die sie schon im Gebirge dabei hatte erwartete. Sie streute noch Salz in die Wunden einer negativen Prägung, als sie versuchte die anderen mit Drohungen davon zu überzeugen zu bleiben, bevor sie weiterzogen. Trotz dieser Drohungen entwickelte sich noch ein Gespräch zwischen Durga, Adonai und der Wan Kuei. Aber die Unfähigkeit beider Fraktionen von ihren eingfahrenen Standpunkten abzurücken verurteilte dieses zum Scheitern, mal abgesehen von den fünfzig Bewaffneten und der Androhung irgendwelcher Geisterflammen.

Und so verließen die Kainiten Kabul und reisten gen Süden, Richtung Quilon.

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Die Nacht der Wölfin Teil 11, Abschluss Der Feldübung

TS-Runde Montag 07.05
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Daniel, Mortima

Der Schlüssel passte in die alte Gittertür, die sich auch ohne Probleme öffnen lies. Aber der Schlüssel bedeutete nicht in die alte Bunkeranlage eindringen zu können. Er war nur ein Zeiger für den richtigen Ort gewesen. Um in den Bunker eindringen zu können, mussten die Garou noch einige andere alte Sicherheitstüren überwinden. Einige waren schwergängiger als andere, aber keine konnte ihnen den Zugang verwehren. In ihren Menschlingsgestalten durchkämmten sie die alte Anlage, erfüllt von schlechter Luft, sie musste hier ein halbes Jahrhundert oder länger gestanden haben, ohne einen einzigen frischen Luftzug. Ob Waffenkammer oder altes Schlafquartier, nirgends fand sich ein Hinweis auf ihr Ziel. War dies vielleicht nur ein weiter Hinweis, so wie der Schlüssel? Schließlich erreichten sie einen Raum durch den Tageslich in den Untergrund fiel. EIne leiter führte nach oben. Skeptisch und vorsichtig, die Leiter war nicht mehr sehr stabil, kletterten sie einer nach dem anderen nach draußen. Zuerst ging Adriano und als letztes sollte Ciprian gehen. Er passte fast nicht durch den engen Aufstieg und bei seiner Kletterpartie zerstörte er so gut wie alles, was von der Leiter noch übrig war. Mortima hatte nicht aufgepasst und befand sich noch unten, nachdem Ciprian hinaufgeklettert war. Es war nicht einfach für ihn, aber gerade so eben konnte er die Überreste der Leiter nutzen um auch hinauf zu kommen.

Wieder an der frischen Luft fanden sie eine Lichtung, auf der ein weißer Wolf auf sie wartete. Sein Fell war irgendwie anders als das von Solarienne, als das aller anderen Silberfänge die sie bis jetzt gesehen hatte. Es war irgendwie weißer und weniger silbrig, nicht so fein. Er strahlte Stärke und Widerstandskraft aus, ein Kampf gegen ihn würde hart werden. Doch bevor man einen Kampf begann, musste man sich versichern, dass man wusste gegen wen man alles kämpfte, erklärte er. Während der Ahroun die Stäre des Gegners mit seinem Auge maß, sollte andere Rudelmitglieder die Penumbra und das Zwielicht nach weiteren Gegnern absuchen. Die Feinde der Werwölfe konnten sich nicht nur in dieser Welt verstecken, sondern auch in einer ganzen Reihe anderer Orte. Normalerweise würden die Mitglieder eines Rudels dann bieten, wer zuerst gegen den Feind kämpfen durfte um Ruhm und Ehre zu erlangen. Dabei ging es nciht darum möglichst viel zu bieten, man bot umgekehrt. Man bot auf bestimmte Gaben, auf bestimmte Gestalten oder Waffen zu verzichten und den Gegner trotzdem zu besiegen. Dann würde man in Zweikämpfen gegeneinander antreten, bis eine Seite gewonnen hatte. Allerdings musste man vorsichtig sein, sobald der erste Wolf eines Rudels starb, konnte es passieren das seine Rudelmitglieder dem Kuruth verfielen, worauf man sich vorbereiten musste. So viel zum Kampf gegen Gaiatreue Werwölfe. Bei Tänzern der Schwarzen Spirale brauchte man sich nur an diese Regeln zu halten, denn sie fielen nicht unter Lunas Gesetze, noch unter die der Litanei.
Die jungen Garou einigten sich darauf Mortima den Vortritt zu lassen, der sich gleich auf Sommerjäger stürzte.
Dieser wich seinem Angriff aus und machte dem Kampf ein kurzes Ende, mit einem Biss hätte er Mortima den Kopf abgerissen. Den anderen erging es danach nicht besser. Reichlich unkoordiniert stürzten sie sich auf den weißen Wolf, aber er war zu schnell, zu geübt. Keiner von ihnen konnte ihm wirklich nahe kommen, bevor er sie mit einem einzigen Angriff niederstreckte. Nur Daniel gelang es ihm eine Wunde zuzufügen, als er die Führung übernahm und gleichzeitig mit Charly und Marie angriff um etwas Ablenkung zu haben.

Nachdem sich alle von ihren blauen Flecken erholt hatte erklärte Sommerjäger ihnen, dass sie besser zusammenarbeiten mussten, gemeinsame Manöver vollführen. Es gab zwar wenig Wölfe, die es mit ihm im Kampf aufnehmen konnten, aber Bedrohungen aus der Geisterwelt waren oftmals so gefährlich, dass man sie nur als gut eingespieltes Rudel zu Fall bringen konnte. Auf dem Rückweg erzählte er ein wenig von sich selbst. Wie Mortima kam er aus Schottland, aber er war den Tänzern der Schwarzen Spirale nicht entkommen. Umgenau zu sein stammte er sogar aus einer ihrer Septen. Er war ein Metis, ein Kind zweier Werwölfe. Die Tänzer züchteten in ihren Septen Metis, denn nur so konnten sie gewährleisten, dass sie zahlreich genug waren um es mit den anderen Stämmen überhaupt aufnehmen zu können. Aber Sommerjäger war nicht wie andere Metis, weder sein Körper noch sein Geist zeigten die für Metis üblichen Abnormalitäten auf. Er war nicht nur nicht geistesgestört oder verkrüppelt, gezeichnet, er war geradezu perfekt. Er war der Perfekte Metis, eines der Zeichen der Apokalypse. Deswegen griffen auch einige Rudel, unter anderem auch Solarienne den Caern an, an dem er aufwuchs. Unter zahlreichen Opfern retteten sie ihn, um gegen den Wyrm und die Zeichen der Apokalypse zu agieren um Gaia noch etwas Zeit zu verschaffen. Dann wurde er in verschiedenen Caerns der Gaiatreuen Stämme aufgezogen, aber er schloss sich keinem der Stämme an. Er beschloss sich auf eine Reise zu machen, er machte sich auf die Suche nach dem Sommerland, in das man nur gelangen konnte, wenn man mit sich selbst im reinen war. Dort würde er dann mit Gaias Hilfe herausfinden wo die Tänzer das Totem der weißen Heuler gefangen hielten und seinen Stamm neu gründen.
Doch ncoh war er nciht bereit den Weg ins Sommerland zu finden, vielleicht musste er dazu erst akzeptieren wo er herkam, wer seine Eltern waren? Im Caern zog er sich zurück um mit seiner alten Freundin Solarienne zu sprechen, während die jungen Garou unter sich blieben und sich über etwas Bier und Wildschwein hermachten.

Eine der Ältesten der Fianna gesellte sich zu ihnen. Gerade war keiner ihrer Theurgen hier um eine Mondbrücke zu den Glaswandlern zu öffnen. Darum versuchte sie den jungen Garou so gut es geht davon zu berichten welche Gefahren in den Städten auf sie lauerten. Es gab Vampire, die beinahe alle Institutionen der Menschen kontrollierten, die sich nciht in den Händen des Wyrms befanden. Sie nährten sich vom Blut der Menschen und trugen dazu bei, dass vor allem die Versammlungsorte der Menschen, wie Diskotheken, in ihren Klauen ruhten. Charly würde sich andere Freizeitbeschäftigungen suchen müssen. Von den Geistern die die Städte bei Tag unsicher machen sprach sie kaum, mit denen sollten sie sich mitlerweile ja schon auskennen. Aber sie sprach von Männern die Hightechgeräte nutzten um Gabengleiche Effekte nutzten, Männer die der Weberin dienten udn die alles übernatürliche ausrotten wollten. Sie sprach von Jägern und von Magiern und von den Heerscharen, Azlu und Beshilu, uralte Spinnen- und Rattengeister die gegen die Barriere ankämpften und Menschen als Wirte nutzten um sich vor den Garou zu verstecken. In den Städten gab es unendlich viele Feinde, ganz ohne die Häuter die sich auch noch in Köln herum trieben, ganz ohne die Menschen mit denen man eventuell aneinander geriet weil man gegen ihre Gesetze verstieß.

Danach beratschlagten sie sich noch eine Weile untereinander. Adriano und Charly wollten zurück nach Köln gehen, sie wollten Rache üben und für ihr gewähltes Revier kämpfen. Ciprian wollte sich ihrem Rudel anschließen, er mochte sie und wollte zu einem Rudel gehören, welches einen Geist aus dem Chor des Phönix zum Totem hatte. Mortima hatte nur darauf gewartet, dass ihn jemand fragte und wollte sich auch dem neu entsehenden Rudel anschließen. Nur Daniel war etwas weniger enthusiastisch. Aber er wollte nach Köln und dazu würde er sich dem Rudel der anderen anschließen. Marie hatte ja schon offenbart, dass sie bei Adriano und Charly bleiben wollte, sich ihrem Rudel anschließen wollte. So blieb nur noch das Problem des Totems zu lösen. Um zu einem Rudel zu werden, brauchte man ein totem und sie wollten den Phönix des Weltenherzens erneut zu ihrem machen. Doch dieser war sehr geschwächt. Singt-das-Lunenlicht nahm Kontakt zu anderen Feuergeistern auf und fand heraus, dass sie mindestens vier Leute verbrennen mussten um den Phönix des Weltenherzen aus seinem Schlummer zu erwecken, damit er wieder ihr Totem sein konnte.

Wo sie diese Leute hernehmen sollten und was dabei noch verbrannte, sorgte für eine nächtelange Diskussion unter den Garou.

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Interludium: Durch die Wüste

Tisch-Runde Freitag 18.05.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: -1h Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), -1h Samnang (Wahrer Brujah), Tomás (Brujah)

Sie folgten den Spuren geführt von Vlad durch den Schnee. Unte reinem kleinen Felsvorsprung in der Flanke des Berges fanden sie eine von Vlad errichtete Scheußlichkeit. Aus den Körpern von drei Wolflingen hatte er eine Art Banner gemacht und aufgestellt. Den einen hatte er seinem Namen entsprechend auf einem Knöchernen Stab gepfählt, abe rzusätzlich eine Querstange angebracht sodass der Wolfling nciht nur gepfählt sondenr auch gekreuzigt im Gebirge hing. Die anderen beiden hatte er gehäutet und dem aufgespießten die Häute als Umhang umgelegt, wie bei römischen Offizieren, die sich mit Wolfspelzen brüsteten. Aus ihren Rippen hatte er eine Art Zaun errichtet, in dessen mitte die sonstigen Überreste verstreut lag. Wie er dei Wolflinge getötet hatte, wollte er nciht offenbaren, auch nciht warum er im letzten Kampf nicht eingegriffen hatte.

Als sie den Bergarm dann ganz umrundet hatten fanden sie ihre Herde und auch die vermissten Ghule. Alle hatten sich ausgezogen und lagen nackt im Schnee an die Flanke des Berges geschmiegt. Drei große Schlanke Frauen kümmerten sich um die Menschen, immer wieder bückten sie sich, ergriffen eine Hand voll Schnee und rieben die Erfrierenden damit ein. Adonai warnte die anderen, er kannte diese Kreaturen aus seiner Heimat. Es waren Yuki Onna, Schneefrauen. Geister die man nicht besiegen konnten, die mit dem Schnee kamen und Männer dazu brachten im Schnee zu erfrieren. Adonai und Samnang unterhielten sich mit den Schneefrauen, wurden von diesen aber ziemlich schnell um den Finger gewickelt. Ihre Gedanken wurden so verdreht, dass sie den Lügen der Schneefrauen glabten und mithalfen die Menschen dem Berg zu opfern um diesen zu besänftigen. Reynaud durchschaute die Frauen recht schnell, und testete seine Dunklen Gaben gegen sie. Erst schleuderte er eine von ihnen gegen die Felswand und dann, als er sah, dass sie ihm nichts entgegensetzen konnten schleuderte er sie die Bergflanke herab. Bevor er sich den anderen beiden zuwenden konnten flohen diese. Die Kainiten kümmerten sich darum die Menschen wieder in warme Kleidung zu stecken. Reynaud trocknete und wärmte ihre Kleidung, während Thomas und Adonai sie untersuchten und die am schwersten Verletzten heilten sie mit ihrer Vitae. Vier konnten nicht gerettet werden, doch ihr Blut sollte den Reisenden helfen noch weiter zu kommen.

Ohne weitere Übergriffe konnten sie das Gebirge hinter sich lassen und über Tiflis nach Baku reisen. Aber dafür waren sie jetzt im Gebiet der Assamiten.
Auf Grund der Verluste in ihrer Herde, wenn gleich gering, waren sie nicht auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte als sie mit den Assamiten verhandelten. Außerdem wollten sie sich auf feindlichem Gebiet bedeckt halten.
Sie gaben sich für Kainiten der Camarilla aus und im Austausch für Vitae, dem Bevorzugten Zahlungsmittel der Assamiten, wurde ihnen gewährt die Stadt zu durchqueren und dort zu jagen. Das Jagdrecht bekamen allerdingscnur jene, die mit ihrem eigenen Blut zahlten, was Adonai und Viktor verweigerten. Schnell stellte sich heraus, dass sie auch beobachtet wurden um sicher zustellen, dass sie ihre Auflagen auch wirklich einhielten. Trotzdem kam es noch zu einem kleinen Zwischenfall mit Eszter. Sie hatte ihren Guhl bereits vor den Verhandlungen in die Stadt geschickt und dafür sollte sie jetzt bezahlen, mit Vitae oder ihrem Leben und dem des Ghuls. Beinahe wären die Verhandlungen an Sprachbarrieren und ihrer Blindheit gescheitert, aber dann verstand sie doch ncoh, was man von ihr wollte und fügte sich den Herren der Stadt. Danach verweilte die Reisegruppe nicht mehr lange in der Stadt, Victor hatte sie mitsamt Wagen auf einem großen Schiff einquartiert, mit dem sie das kaspische Meer überqueren und so lange Monate in der Kutsche überspringen konnten.

Auf der anderen Seite des Meeres wartete nichts als Wüste auf sie, Wüste und winzige Ortschaften die kaum reichten die Vorräte wieder aufzustocken die sie während der Wüstenreise von einem zum nächsten verbrauchten. Gäbe es nicht zwischendrin immer wieder Karawansereien gieriger Händler die von dem Verkehr der Seidenstraße profitieren wollten, wäre eine solche Reise beinahe unmöglich gegewesen. Zumindest wäre sicherlich ein Großteil der Mitreisenden, diesen Teil der Reise bestritten sie als Teil einer größeren Karawane, völlig Blutleer im Fernen Osten angekommen.

Nach anderthalb Monaten kräftezährender Reise durch die Wüste trug es sich zu, dass die verschiedenen Führer der Karawanen Rat bei diesen seltsamen Mitreisenden suchten. Seit Tagen zeichnete sich am Horizont ein Gewaltiger Sandsturm ab. Ein Sandsturm dieser Größe war für eine Wüste in der es kaum Sand gab schon ungewöhnlich genug, aber, so waren sich alle Führer einig, er bewegte sich auch nciht, wie er es hätte tun müssen. Da man davon ausgehen konnte, dass er auch weiterhin seine Position nciht verändern würde, einigte man sich darauf viel näher an den Sturm heranzureiten und dann Späher auszuschicken. Noch während die Späher unterwegs waren konnten die Reisenden mit ansehen wie die Staubfront, die sich über den gesamten Horitzont erstreckte, unter gewaltigem Getöse in sich zusammenbrach.

Verborgen in der Sturmwolke hatte wohl eine gewaltige Schlacht getobt. Es waren Kämpfer aus aller Herren Länder aus allen Zeiten an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen, sodass schnell die Vermutung aufkam ein Capadoziander wäre an der Schlacht beteiligt gewesen. Jetzt hatten alle Kämpfer eines gemeinsam, der Sand hatte ihnen das Fleisch in Fetzen gerissen und Knochen wie uralte Rüstungen und Waffen blank poliert, nur um sie danach mit einer feinen Schicht gelben Staubs zu bedecken. Erst nachdem sie Tage durch die Überreste des Schlachtfeldes gezogen war und die Stimmung unter den Sethskindern immer drückender wurde, zeigten sich erste Anzeichen für den Gegner dieser Auseinandersetzung. Es waren Kreaturen aus Stein, bedeckt mit seltsamen Zeichen, die Samnang als nordafrikanisch identifizierte. Neben Skorpionen und gewaltigen, geflügelten Sphinxen gab es vor allem etwa drei Meter große aus Stein zusammengesetzte Gestalten mit riesigen Tierschädeln statt Köpfen, bewaffnet mit imposanten ägyptischen Ritualwaffen. Zwei Inconnu kamen ihn entgegen, verweilten kurz um Viktor zu grüßen und gingen dann ihres Weges, einen kräftigen, rothaarigen Afrikaner an Ketten und gepfählt hinter sich herschleifend.

In einer Menschenansammlung, die von Eszter schnell vertrieben wurde, fanden sie eine von vier Steinstatuen bewachte frau in den weißen Gewändern einer Kriegerin, mit goldenen Flügeln, die sie mit ihren Armen aufspannen konnte. Sie gehörten nicht zu der Frau selbst, nur zu ihrem Gewand. Noch während die Kainiten überlegten, was sie mit ihr anstellen sollten, zerbarsten ihre steinernen Wächter einer nach dem anderen. Noch bevor der letzte nichts weiter als ein bewaffneter Haufen Steine war, trat Adonai an sie heran und versuchte mit ihr zu sprechen. Es dauerte eine Weile, aber dann hatten sie eine gemeinsame Sprachen gefunden und unterhielten sich fortan auf Latein in Durgas Wagen, in Abgeschiedenheit von Schaulustigen.

Merneith beklagte den Verlust ihres Meisters. Mit gewaltigem Gefolge waren sie hierher gereist um den Klüngel mit dem Wissen über die Uralten Vampirtafeln zu treffen. Nadirah, eine Prophetin aus Jeans Blutlinie, hatte ihre Route gesehen., was sie nicht gesehen hatte waren die zwei Inconnu, die auftauchten und Merneiths Meister im Kampf stellten, besiegten und entführten. Jetzt war sie allein übrig und musste versuchen ihnen zu erklären, was ihr Meister hätte erklären wollen. Sie versuchte ihnen zu vermitteln, dass die Ursprünge der Kainiten so wie sie im Buch Nod standen nur Mythen waren, geschrieben von den Gewinnern der Geschichte. Sie berichtete, dass die Diener Gottes erklärte Feinde der vampirischen Rasse waren und diese Auslöschen wollten. Dies würde aber in einer Freisetzung der Dämonen resultieren und die Hölle auf Erden bedeuten. Selbst einige Gruppen der Vampire strebten diesem Ziel entgegen, wie die Baali. Deswegen hatte es vor etwa 1000 Jahren einen Krieg gegeben in dem die 13 Clans vereint gegen die Baali und das von ihnen beherschte Sassanidische Reich gezogen waren. Die Baali waren geschlagen worden und ihre Mitglieder in alle Winde zerstreut, aber der Sieg war zu spät erfolgt. Die Baali hatten bereits einen mächtigen General der Dämonen in diese Welt gerufen, und die Apokalypse drohte die Welt wie sie bis dahin bekannt war zu verschlingen. Drei Krieger stellten sich dem Dämonenfürsten entgegen und schafften es ihn mit einem komplexen Ritual zu binden und so das Ende der Welt aufzuschieben. Diese drei Vampire waren als Binder bekannt und trugen die namen Shukaris, Sidonie und Sorin. Aber damit war die Finsternis nicht geschlagen, Shukaris war im Laufe des Krieges bis aufs Mark verdorben wurden, er verriet seine Gefährten und seinen Clan um seine eigenen finsteren Zielen nachzugehen.

Das Gefängnis des Dämonenfürstens war nicht für die Ewigkeit geschaffen worden, mit der Zeit verlor es an Kraft und erlaubte dem Dämonenfürsten Einflus auf diese Welt zu nehmen. Unter dem Namen Kupala wurde er als Übel der Transsylvanischen Lande bekannt. Um seine Fesseln zu stärken, so sagte Merneith, sollten die Kainiten ans Ende der Welt reisen und die Bishamon suchen. Diese verfügten über uraltes Wissen der Geomantie, älter noch als das der Setiten, mit dem man Kupala weiterhin gefangen halten könnte.

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Second Breath

TS-Runde Montag 24.05
Erzähler: Mandavar
Spieler: Belegroddion, Clawdeen, Ethion, Rekandar

Vor etwa einhundert Jahren trug es sich zu, das Jin Jian Feng, eine Attentäterin, die für nichts sonst lebte, ihren Auftrag nicht erfüllen konnte. Sie war verraten worden, verraten von den Beamten denen sie diente, verraten an die Hinterbliebenden ihrer Opfer. Als wilde Meute stürzten sie sich auf die Attentäterin und rissen sie in Stücke. Aber ihr Leib war nicht das einzige, was in Stücke riss, auch ihre Seele ward in Stücke gerissen. Ihr Hun, ihr höheres Selbst, verblieb am Ort ihres Todes, geistlos, machtlos trieb es ein Jahrhundert im SCHATTEN des Königreichs der Mitte umher. Doch ihrem P’o, der wilden dunklen Seite ihrer Seele, wurde ein anderes Schicksal zuteil. Es wurde in die Yomi-Welt, die Tausend Höllen, gerissen. Es endete in der Hölle des lebendig gehäutet Werdens, regiert von Tou Mu, der eisernen Kaiserin. Seit Zeitaltern war sie eine eingeschworene Feindin der Wan Kuei, seit Zeitaltern entsandte sie ihre Diener, um den gefallenen Wan Xian zuzusetzen. Sie wollte die Attentäterin verändern, sie zu einer ihrer Kreaturen machen und erneut ins Königreich der Mitte senden. Dort sollte sie dann die Würdenträger unter den Wan Kuei morden, wie sie einst die Feinde des Kaisers hingerichtet hatte. Doch sie weigerte sich.

Die Hölle ist die Wiederholung. Und Zeit in den Tausend Höllen ist nicht, was sie hier ist. Hundert Jahre der Folter in der Hölle des lebendig gehäutet Werdens wären schlimm genug gewesen. Aber in den Tausend Höllen konnte ein Tag zu einem Jahr werden, eine Stunde, eine Minute konnte Jahre dauern und ihre Qualen waren endlos. Folterknecht nach Folterknecht nach Folterknecht versuchte, sie auf Tou Mus Seite zu ziehen und Jahr um Jahr sagte sie Nein. In der Moderne wurden auch die P’o anderer Bewohner des Königreichs der Mitte in die Hölle der eisernen Kaiserin gerissen.

Lu Bai, eine ehemalige Pharmakologin, wurde nach Jahren der Folter selbst zum Folterknecht. Sie war es, die als nächste an die Reihe kam, um Jin Jian Feng zu quälen. Aber die beiden ließen ihre angestammten Rollen hinter sich, sie überlegten, zu Verbündeten zu werden, um aus dieser Hölle zu entkommen.

Zur gleichen Zeit verbündeten sich auch Sun Sheng Zhi und Xun Heng Han, die in der Arena gegeneinander kämpfen mussten. Sun war ein geflügelter Dämon mit brennendem Kampfstab und Xun, ein ehemaliger Sniper der Triaden, war sein Opfer. Doch dafür fielen Xuns Worte auf fruchtbaren Boden und Sun begann an seiner Aufgabe an den Arenakämpfen der Hölle zu zweifeln. Dann schließlich war es soweit: Einer der Arbeiter an den Schmelzöfen sorgte dafür, dass Tiegel mit geschmolzenem Stahl, mit geschmolzenen Seelen umstürzten und für Chaos sorgten. In diesem Chaos ließ Bai Xun von ihrer Folterbank entkommen und folgte ihm, während Sun und Jin aus der Arena ausbrachen. Sie kämpften gegen und flohen vor ganzen Legionen insektoider, halbmetallischer Kreaturen, bis sie schließlich an dem Schmelzofen und ihrem Gehilfen ankamen. Eine gefährliche, gewaltig unsymmetrische Brutmutter war ihnen auf den Fersen und so blieb ihnen keine Wahl, als sich durch den Wasserfall aus geschmolzenem Stahl und Seelen zu stürzen.

Von silbriggrauen Wolken eines ewigen Sturms wurden sie umher geworfen, er riss an ihnen, drohte sie in den Wahnsinn zu treiben, aber die Zeit in den Höllen hatte sie gestählt, so dass sie nicht zu wahnsinnigen Bewohnern des Sturmwinds wurden. Ihr Hun war das Licht am Ende des Tunnels, auf das sie unbeirrbar zustrebten, bis sie es erreichten.

Was nun folgte nannte man den Zweiten Atemzug. Es war die unendlich schmerzhafte Wiedervereinigung von Hun und P’o, das Verschmelzen der Seelenfragmente. Das P’o musste dann dafür Sorge tragen die Barriere zu durchdringen, ein Loch in sie zu reißen, um den SCHATTEN zu verlassen. Das Hun nutzte sein Chi, um ein neues Gefäß für die duale Seele zu weben, um den Körper wieder in Stand zu setzen, um einen untoten Leib für sich zu erschaffen.

Als Untote, fleischfressende Bestien kehrten sie ins Leben zurück, hungrig nach Chi und ohne eine andere Möglichkeit es sich zu beschaffen als das Fleisch der Menschen zu verschlingen. Nur Lu Bai und Jin Jian Feng waren gestärkt genug, um nach ihrer Auferstehung nicht die Kontrolle an die Schattenseele, an ihr P’o, zu verlieren. Sie behielten die Kontrolle über ihre dunkle Seite, über ihren Hunger lange genug bei, um von den Kuei-jin des Hofes des Blutes gefunden und aufgenommen zu werden. Sie wurden in die Gänge unter der Verbotenen Stadt gebracht und dort gemeinsam mit anderen, mit wilden Tieren eingesperrt.
Nach und nach kamen auch die anderen zu sich und alle hatten etwas Zeit sich zu unterhalten, festzustellen, dass sie im Jahr 2007 angekommen waren, dass es keinen Kaiser mehr gab. Sie fanden heraus, dass es viele wie sie selbst gab, und dass die Kuei-jin immer noch organisiert waren wie vor Jahrhunderten. Es gab so etwas wie den Kaiser, einen Imperialen Vorfahren, der mit seinen Ministern über den Hof des Blutes regierte.

Min Ping Zheng, ein Kuei-jin, der schon ein paar Jahre hinter sich hatte, erkannte Jin aus seiner eigenen Zeit in den Höllen wieder. Dank ihr hatte er sich schon vor einer ganzen Weile befreien können. Dafür wollte er sich bei ihr bedanken und dafür sorgen, dass sie hier eher heraus kam. Die anderen hängten sich an sie dran und Jin sprach für sie, damit auch sie schnell ihre Seelenprüfungen hinter sich bringen konnten.

Der Reihe nach wurden sie gewaschen, eingekleidet und vor Ch’ang Li, den Imperialen Vorfahren, in die Halle der Bewahrung der Harmonie geführt. Er erklärte ihnen, dass sie noch keine Shen waren sondern Hin, Unpersonen ohne Daseinsberechtigung. Um zu beweisen, dass sie überhaupt das Recht hatten zu lernen, wie man ein Shen wurde, mussten sie die Seelenprüfung hinter sich bringen. Dies beinhaltete, dass sie sich darüber klar werden mussten, wer sie waren und was sie wollten. Auf verschiedene Arten wurden sie immer und immer wieder mit den Fragen konfrontiert um ihre Seele zu testen, um herauszufinden, ob sie ihr P’o kontrollieren konnten und das Recht hatten, eventuell dem Hof beizutreten.

Jin Jian Feng wurde gefoltert. Hätte sie sich noch genau an ihre Zeit in den Höllen erinnern können, wären die Kuei-Jin-Folterknechte vermutlich weniger erfolgreich gewesen, aber fehlende Erinnerung gemeinsam mit ihrer fleischlichen Hülle sorgten dafür, dass sie nichts anderes wollte als zu sterben, bis sie schließlich die richtige Antwort gab.

Sun Cheng Zhi unternahm eine Reise in die Gobi, in der er von Hunger und Durst verrückt gemacht wurde, bis er schließlich, angefressen von einem gewaltigen Heuschreckenschwarm, mit einer sprechenden Eidechse, seinem alten Meister und sich selbst konfrontiert wurde.

Lu Bai hingegen wurde in den Wahnsinn getrieben. Ein Phänomen des Wahnsinns war es, dass Gedanken unkontrollierbar unzusammenhängend wurden. Dies konnte bestärkt werden.

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Die Nacht der Wölfin Teil 10, Litanei, Geister und Feldübung

TS-Runde Montag 07.05
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Ciprian, Daniel, Mortima (1/2)

Sonntag, 05. Juni, Vollmond

Dann schlossen sie ihre Gespräche über die Litanei ab mit längeren Diskussionen darüber warum und wann man einen Anführer herausfordern oder nicht herausfordern durfte. Hier gab es einige Unklarheiten für die jungen Garou zu klären und natürlich auch wieder einige Punkte, die sie aus ihrer noch größtenteils menschlichen Sicht nur schwer nachzuvollziehen waren. Den Abschluss bildete das 13. Gesetz, welches besagte, dass man niemals etwas unternehmen durfte was zur Entweihung eines Caerns führte.

Montag, 06. Juni, Vollmond

Den Folgetag verbrachten sie wieder mit Adrianos Mutter, Sings-the-Lunelight. Dieses Mal ging es nicht um die verschiedenen Stämme und Mythologie sondern um die Geisterwelt. Sie erfuhren wie Geister so ticken, wie sie sich organisierten, wie man mit ihnen umgehen musste und wie man neue Gaben von ihnen lernten. Das nahmen Charly und Ciprian auch gleich war, indem sie sich neue Gaben beibringen ließen. Am Abend übten sie dann noch alle gemeinsam wie man ins Zwielicht blickte oder durch die Barriere direkt in den Schatten spähte. Den Abend schlossen sie dann damit ab, dass alle gemeinsam, aber jeder für sich in den Schatten hinüber wechselten.

Dienstag, 07. Juni, Dreiviertelmond

Nachdem Solarienne noch einmal die fünf formen mit ihnen durchgewechselt hatte und sie ihnen offenbarte, wie sie nur einzelne Körperteile verwandeln konnten, um unauffällig die Vorteile anderer Formen nutzen zu können, blieb ihnen der Rest des Tages um sich auf die Feldübung am Abend vorzubereiten.Ein alter bekannter von Solarienne hatte sich im Wald versteckt, und ein Gegenstand sowie ein Ort würde die Cliath zu ihm führen.

Am Abend dauerte es tatsächlich nicht besonders lange, bis sie den Geruch von etwas befremdlichem in der Nase hatten. Charly und Daniel konzentrierten sich darauf alle ihnen vom Caern bekannten Wolfsfährten zu finden und sicher zu stellen, dass sie nicht den falschen Wölfen folgten. Mit dieser Unterstützung dauerte es nicht lange, bis Adriano auf der Suche nach etwas metallsichem einen Laubhaufen fand, am Fuße eines Baumes. Sie waren zwar schon einmal, etwas weitläufiger an ihm vorbeigelaufen, aber hier musste es seien. Ciprian riet zur Vorsicht, in einer ähnlichen Situation war er mit einem Geist zusammengestoßen, der seitdem in seinem Tattoo hauste. Charly durchwühlte den Haufen, bis sie schließlich mit einem alten zum Teil aus Kupfer bestehendem, altem Schlüssel in der Schnauze wieder auftauchte. Ein Schlüssel, wussten sie, bedeutete, dass es auch irgendwo ein passendes Schloss geben musste. Vermutlich an einem Gebäude, einem altem Gemäuer. Und es dauert nicht lange bis sie tatsächlich etwas tiefer im Wald eine Mauer fanden und eine alte Eisentür, zu der der Schlüssel passte.

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Interludium: Aufbruch gen Osten

Tisch-Runde Freitag 04.05.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Samnang (Wahrer Brujah), Tomás (Brujah)

Zwei Nächte vergingen, bevor alle Mitglieder des Klüngels und die neuen Gäste eine Einladung bekamen, sich in der dritten vor Durgas Haus einzufinden. Während sie darauf warteten zu erfahren, weswegen Melissa, der Seneschall, sie herbestellt hatte, füllten sich die Straßen rund um Durgas Waisenhaus mit Menschen, nackten Menschen. Männern, Frauen und Szlachta. Sie drängten sich Leib an Leib um alle dem Haus möglichst nah zu sein.

Dann nahmen drei Vampire ihren Platz in der Menge ein. Drei Engeln gleich legten sich die Frauen vor dem Haus in den Staub. Braune, rote und schwarze Haare vermischten sich mit dem Staub und Dreck der Kronstädter Straßen. Ein kleines Mädchen trat aus der Menge, schritt über die Engel wie einen schmutzigen Teppich und ging die Kronstädter Vampire, die der Zeremonie beiwohnten, ignorierend zur Tür, um klopfend um Einlass zu bitten. Sie verschwand kurz im Haus und kehrte dann gefolgt von Durga zurück. All die Menschen und die drei Engel, selbst das kleine Mädchen, waren Melissa und sie legten sich vor Durga in den Staub, machten sich ihr zum Geschenk. Sie wollten Durga nicht verlieren, wollten ihr verdeutlichen, dass sich in den letzten Nächten nichts geändert hatte und verschenkten daher, was ihnen am meisten bedeutete.

Durga holte einen Sari aus dem Haus und hüllte Melissa darin ein, bevor sie sie in ihr Haus führte und für den Rest der Nacht verschwand. Die anderen blieben ohne, dass man ihnen auch nur einen Moment Aufmerksamkeit geschenkt hatte, zurück. Adonai stellte die beiden Brujah-Gäste einander vor, während Reynaud und Eszter stillschweigend den Konversationen der drei lauschten. Es ging um Karthago und die Tristheit, welche die Nacht über alle Länder dieser Welt legte.

Die Zeit bis zum Aufbruch nach Osten verging ohne weitere größere Ereignisse. Adonai und Samnang trainierten mit Bocken ihre Schwertkampffähigkeiten, wenn Adonai nicht gerade damit beschäftigt war, sich aus Durgas albtraumhaften Illusionen zu befreien oder ihr im Austausch für diese Unterweisung den Kampf mit Klingenwaffen näherzubringen. Auch Vlad beanspruchte einiges von Adonais Zeit, hatte er doch beschlossen, diesem die Ehre zu erweisen, ihn verwandeln zu dürfen. Nur hatte sein baldiger Erzeuger die große Ehre, die ihm zuteil wurde noch nicht begriffen, und so musste sich Dracula redlich ins Zeug legen diesem zu beweisen, dass er ein würdiges Kind sein würde; auch wenn ihm diese Bezeichnung weniger als überhaupt nicht zusagte. Viktor organisierte die Reise und überwachte die Fertigstellung des Sarkophags.

Melissa hatte ihre Töchter bereits in die Verwaltung ihres Stockes eingewiesen und konnte so die letzten Tage vor ihrer langen Starre damit verbringen von Durga Hindi zu lernen, nicht ohne dabei die gemeinsame Zeit mehr als zu genießen. Durgas Terminplan war ziemlich voll, sie musste nicht nur die Hindi-Stunden, Nahkampfunterricht bei Adonai, private und geschäftliche Treffen mit Melissa unterbringen. Auch wollte sie sich um ihre Gäste kümmern und einen Termin mit Reynaud und Samnang vereinbaren. Beide hatten das Bündnis noch nicht mit Blut besiegelt und so lud sie sie ein, um sie unter Adonais Aufsicht dazu zu zwingen, ihren Rachefeldzug gegen Shukaris zu unterstützen.

Am Abend vor Reisebeginn fanden sich Durga, Eszter und Melissa am Sarkophag ein, um sich in Starre zu begeben. Beide in Gewändern, die nicht aufwändiger waren als Eszters übliche Bekleidung, begaben sich in Position, um von Eszter die kunstvoll geschnitzten Pfähle zu empfangen. Doch als die Priesterin sich mit erhobenem Pfahl auf Durga zu bewegte, verlor diese die Kontrolle über ihr Tier und stürzte sich wie eine wilde Bestie auf die überraschte Priesterin, die schneller auf dem Boden lag, als sie gucken konnte. Nachdem sie sich fasste, schaffte sie es, sich von der Wilden zu befreien, während Melissa Durgas Tier wieder unter Kontrolle brachte. Danach umschlang sie Durga liebevoll von hinten. Sie wollte sie nicht festhalten, das hätte sie in ihrem Zustand so oder so nicht geschafft. Es ging darum ihr Geborgenheit zu schenken, dem Pfahl gemeinsam entgegen zu treten.

Dann machte sich ein kleiner Konvoi, bestehend aus Durgas riesigem neuen Wagen und drei dunklen Kutschen auf den Weg gen Osten. Nicht nur Kainiten, auch einige Ghule und Gefäße waren dabei sowie reichlich Kleider für die Damen und Tonnen Proviant für Sterbliche und Tiere. Aber Proviant für die Kainiten wurde vernachlässigt. Es wären weitere Kutschen oder eine Hode Sklaven, die hinterdrein trotteten, notwendig gewesen, um die Vampire zu versorgen.vZu Beginn der Reise auf dem kurzen Abschnitt von Kronstadt nach Bukarest und von dort weiter in das winzige Constanta fiel dies kaum auf, es lohnte sich einfach nicht, in Wäldern und Wildnis zwischen den Städten zu jagen. Denn in diesen war der Tisch reichhaltig gedeckt und die Kronstädter wurden nach Adonais Anmeldungen bei den jeweiligen Voivoden nicht nur höflich empfangen, sie bekamen auch die Erlaubnis in den Städten zu jagen.

Aber die Reise an der Küste des schwarzen Meeres entlang nach Norden war weiter und wesentlich anstrengender. Man hatte sich darauf geeinigt diesen Weg zu gehen, um nicht durch das Gebiet des Osmanischen Reichs zu müssen, um nicht durch das Gebiet der Assamiten zu müssen, die im Krieg mit den europäischen Clans lagen.vDie weiten Steppen waren nicht nur menschenleer, auch an Jagdwild gab es kaum. Jeden dritten Tag konnten sie nicht weiterreisen, sondern mussten halten, um im Umland nach Hasen, Rehen und Vögeln zu jagen. Selbst mit der Mithilfe aller Ghule gab es nicht genug Blut für alle. Nach und nach hungerten die Kainiten aus und nur ihrem Alter und den damit verbundenen Reserven verdankten sie es, bis zu einem größeren Fischerdosrf zu kommen, in dem sie sich wieder sättigen konnten. Reynaud und Tomás waren besonders erfolgreich. Ersterer konnte mit der Kraft seines Willens ganze Familien unter seine Kontrolle bringen und sich von ihnen nähren, Tomás berauschte die Damenwelt in der einzigen Taverne des Dorfes derart, das sie sich schnell mit den restlichen Frauen des Dorfes füllte, die auch am Fest und seinen Küssen teilhaben wollten.

Der restliche Weg bis Odessa, im Norden des Schwarzen Meeres, war nicht mehr besonders weit und so trafen sie dort ein, ohne erneut völlig ausgehungert zu sein. Bei ihrer Ankunft konnten sie miterleben, wie eine Armee mongolischer Reiter von den Szlachta und Vohzd eines gewaltigen Unholdes abgeschlachtet wurde. Von den kleineren Kreaturen fiel die eine oder andere den Reitern zum Opfer, aber die größeren pflügten sich durch die Reihen der Sterblichen, als wären sie nichts weiter als Getreide. Besonders eine Kreatur, elefantengroß mit einem riesigen Maul und einem kleinen humanoiden Körper wütete unter den Menschen. Sie setzte nicht nur ihre Klauen und das riesige Maul ein, sie brachte die Elemente selbst dazu, sich gegen die Menschen zu verschwören und sie zu vernichten. Als keiner mehr am Leben war, bewegte sie sich an der Spitze ihrer Horde auf die Neuankömmlinge aus Kronstadt zu, aber sie war nicht auf eine weitere Probe des Krieges aus. Sie begrüßte die Kainiten, allen voran Viktor, den sie von der Kupalasnacht, an der er vor etwa 200 Jahren teilgenommen hatte, noch kannte.

Um dieser Nacht Willen und aus Gastfreundschaft lud sie die Reisenden in ihre mächtige Burg ein und erlaubte ihnen auch in der Stadt zu jagen. Sie durften sogar einige Tage verweilen, um sich auf die Weiterreise angemessen vorzubereiten, wurden sogar vor den Wölfen des Sturms in den Bergen um Tiflis gewarnt, mit Silber könnte man sie fernhalten. Tomás konnte die anderen davon überzeugen einige Leute unter Waffen anzuheuern, sie mit Blut zu verführen um sie als Proviant mitzführen, Adonais Vorschlag, sie schlafend in einem Wagen unterzubringen, konnte mangels Durchführungsmöglichkeiten nicht umgesetzt werden.

Mit einigen Silberpfeilen und einem versilbertem Schwert ging es dann an der nördlichen Küste des Schwarzen Meeres entlang wieder nach Osten Richtung Tiflis. Dort sollte laut Viktor ein gewaltiges Schiff warten, in dem die Fahrzeuge untergebracht werden konnten um das Kaspische Meer zu überqueren, ohne es wie zuvor das Schwarze Meer komplett umrunden zu müssen. Aber in den Bergen vor Tiflis sollten nach Sheoldred, der Flüsternden, der Voivodin von Odessa, Wolflinge hausen. Diese machten sich auch kaum, dass man mit dem schwierigen Weg durch das Gebirge begann, bemerkbar. In jeder Nacht heulten sie bedrohlich in der Nähe der kleinen Karawane, aber griffen noch nicht an. War es die Furcht vor dem Silber, welche sie auf Abstand hielt, oder wollten sie die Kainiten durch ihr Geheul und die Furcht, den nächsten Sonnenuntergang nicht mehr zu erleben, erst mürbe machen, bevor sie angriffen?

Dann eines Abends war es soweit, der Angriff hatte begonnen. Aber anders als erwartet. Die Kutschen lagen verlassen dar. Nur Vlad begrüßte die Vampire, alle anderen waren fort und er hatte sie nicht ohne massive Gewalt anzuwenden aufhalten können. Sie seien einfach in den Schnee davongeschritten, wusste er zu berichten. Söldner, Ghule, selbst die Kinder waren fort.

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Interludium: Reisevorbereitungen

Tisch-Runde Freitag 20.04.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Tomás (Brujah), Viktor (Lasombra)

Rasch flohen die Kainiten von der mit Blut, Asche und Unrat besudelten Hügelkuppe unter der die Kathedrale lag.
Kurz vor EInbruch des Tages erreichten sie Sorins Burg in die sie alle eingeladen wurden, alle bis auf Durga und Melissa. Auch der Wagen war nicht länger willkommen und stand gefährlich nahe an der Schlucht.
Das Gespräch welches sich daraufhin zwischen Durga und Sorin entwickelte verstanden nicht alle und nach einer kurzen Unterbrechung durch Adonai und Viktor zogen die beiden sich gefolgt von Melissa in einen Besprechungsraum zurück um das geschlossene Bündnis und den Zwist der zwischen ihnen stand zu bereden.

Am nächsten Abend brachen sie Richtung Kronstadt auf, wo sie etwa zwei Wochen später wieder ankamen und sich um ihre Angelegenheiten kümmerten, bis etwa zwei Wochen später Besuch aus Ungarn eintraf. Die Priesterin, welche die Hochzeitszeremonie durhführen sollte, samt eines Brujahs als Leibwächter war eingetroffen. Auch Vlad war noch bei Durga zu Gast. Er hatte sich allein aus der Kathedrale gekämpft und war den Reisenden später über den Weg gelaufen und aufgelesen worden. Er brauchte etwas Zeit für sich, wollte von nun an nicht mehr Spielball der großen Tzimiscen sein, sondern selbst bestimmen wer ihn wann verwandelte. Eine Andeutung zu diesem Thema seitens Adonai schien ihn sehr zu interessieren.

In der anschließenden Versammlung des Klüngels offenbarte Durga den anderen, dass die Zeremonie nicht in Kronstadt stattfände, sondern in Indien, da man sich auf die Suche nach einem Heiler für ihr geschwächtes Klüngelmitglied begeben müsste.
Außerdem offenbarte sie ein weiteres Ziel, Rache. Von nun an sollten alle danach streben mächtiger zu werden, ihre Schwächen auszugleichen und ihre Stärken auszubauen um sich für einen Kampf gegen Shukaris zu wappnen. Er sollte nicht bald statt finden, man machte sich keine Illusionen. Nicht in den nächsten Jahrhunderten aber Shukaris würde sterben. Nein nicht nur er würde sterben, auch alle seine Verbündeten sollten fallen.
Dieses Bündnis bekräftigten sie indem jeder, außer Melissa, von seinem Blut gab, auf den Sari den Shukaris ihr vor langer Zeit zum Geschenk machte, und zusah, wie dieser in Brand gesteckt wurde und langsam verbrannte.

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