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Der Berliner Elefant

TS-Runde Montag 02.04.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Celestin (stinkend reicher Mentalist), Bolle (Automechaniker und Hühne), HaJü (Chemielehrer), Frank (Polizist und Zombielarper)
Plus 2 Solositzungen mit Clawdeen

Freitag 12. März

So spannend waren ihre Worte dann leider doch nicht, dafür war sie umso umwerfender, wenn sie ein Stück Pizza abbiss, kaute und herunterschluckte.
Wäre ich doch nur schon alleine mit ihr gewesen, die anderen befanden sich noch in der Phase des vielleicht nicht Glaubens, in der Phase, in der sie die Verrücktheit der Welt anzweifelten.
Ich, ich hab ne Zahl gefunden und die Zahl hat mich zum Gewinner gemacht. Ich hab mit Leuten gesprochen, die mir ziemlich unglaubwürdige Gespenstergeschichten erzählten und ich habe Bücher daraus gemacht, weil es irgendwie Spaß machte. Weil ich andere daran teilhaben lassen wollte, aber zu behaupten es gäbe Gespenster.
Naja, ich war wohl schon exzentrisch genug.
Zwischen den größtenteils langweilig bis nervigen Fragen meiner ehemaligen Mitschüler und meines Lehrers konnte ich auch ein paar interessante mogeln.
Mir ging es da eher um meine Mini-Arielle.
Ich musste dem kleinen Frauchen unendlich dankbar sein, sie hatte mir bewiesen, dass an den Gespenstergeschichten mehr als Einbildung dran war.
Sie hatte dazu geführt, dass ich die Aquagirl-Leute kennen lernte und damit Lucy.
Ein ähnliches Gespräch wie jetzt hätte es vielleicht auch etwas später, auf andere Art und Weise geben können und vor allem ohne dieses „Da muss es doch eine Regierungsbehörde für geben“- Geplapper.

Jetzt zu den Top-Nachrichten. Lucy, Hilde und der Kerl arbeiteten nicht nur zu dritt, in Berlin gabs noch ein paar mehr von denen, mit einer kleinen Filiale und sie hatten eine Precog. ESP. Außerdem schnappte ich sowas wie Lernen im Zusammenhang mit deren Precog auf. Bingo.
Gewinner und jetzt hatte ich den Hauptgewinn.
Danke, kleine Meerjungfrau, das werd ich dir niemals vergessen.
Auch schien Lucy nicht mit dem anderen Kerl, der sich gemeinsam mit Hilde um die Weiber kümmerte, zusammen zu sein oder so.
Dann wurde noch geputzt. Hilde und HaJü erwarteten sowas wie, dass ich mit aufräumte. Mal ernsthaft, Leute, für sowas gibt es Putzfrauen. Wenn ihr hier rumballert und den Wackelsteinpudding überall verteilt und das dann nachts wegmachen wollt, dann ist das euer Problem. Hättet ihr gewartet, hätte ich für morgen früh ne Reinigung organisiert. Naja, nicht mein Problem. Auf jeden Fall tat es gut, der grummeligen Löwenfrau beim Putzen zuzusehen und aus ihrer Reaktion wusste ich, dass ich verstanden wurde.
Wäre sie irgendwie nicht da gewesen, oder hätte noch was anderes zu tun gehabt und Lucy hätte alleine putzen müssen, wäre der ganze Sachverhalt natürlich ein anderer gewesen. Also erst mal warten. Dann schlug ich ihr vor, sie nach Hause zu fahren, was sie erst mit den anderen beiden absprechen musste, bevor sie einwilligte.

HaJü drückte ich noch eine Visitenkarte in die Hand, damit wenigstens der eine, der sich nicht total dämlich angestellt hatte, was die ganze Angelegenheit betraf, mit mir Kontakt aufnehmen konnte, falls er mal Redebedarf hatte oder sowas.
Außerdem wollte ich mich ja noch wegen des Wassers bei ihm melden, von daher schadete es sicher nicht, wenn er auch die Möglichkeit hatte, sich bei mir zu melden. Auch hier wurde wieder erwartet, dass ich da blieb, um – keine Ahnung – das Buffet wegzuräumen. Stümper.
Ich fuhr lieber Lucy nach Hause, viel interessanter. Außerdem konnte ich so noch ein wenig privat mit ihr sprechen und unser gemeinsames Abendessen auf den morgigen Abend legen.
An der Tür zu dem Haus, in dem sich ihre Wohnung befand, trennten wir uns, ohne Umarmung und Kuss oder dergleichen. Sehr schade, hätte gerne gekostet.
Die Chance, ihre Wohnung zu sehen hab ich aber vertan, indem ich ihr meine Not um einen Schlafplatz offenbarte, gleichzeitig aber auch noch mein Bedürfnis nach Luxus zum Ausdruck brachte. Verspielt. Da müsste ich das nächste Mal vorsichtiger sein.

Wieder im Auto überlegte ich, welches Hotel ich nehmen würde und entschied mich für Hotel Mariel. Sie war nur gerade so eben noch wach, aber ich war auch schon ziemlich müde, daher hätte ich mit einer putzmunteren Mariel nichts mehr anfangen können.
So kuschelten wir uns nur zusammen in ihr Bett und schliefen dann auch schon ein.
Am nächsten Morgen ließen wir es uns erst mal gut gehen, nicht nur, was das von mir bestellte Frühstück und die gemeinsame Dusche anging. Dann verabschiedete ich mich recht zügig, hatte heute noch so einiges vor, und von dem meisten musste Mariel nichts wissen, da es Punkte beinhaltete wie Lucy einen Bikini zu kaufen, damit sie heute Abend mit mir in den Pool steigen konnte, mit ihr um 20 Uhr essen zu gehen und auch, mir einen als Gehstock getarnten Rapier anfertigen zu lassen.

Die Mitte sollte sich als am schwierigsten erweisen, derlei Klingenwaffen waren in Deutschland verboten und daher wollte der Schmied mir keine verkaufen. Ob ich irgendwie auf legalem Weg daran kam, wusste er auch nicht, da würde ich dann wohl den Frank mal fragen müssen. Irgendwozu musste so ein nerviger Polizist ja auch gut sein. So wie Bolle. Der wollte für mich, auf eine Bitte hin, Ausschau nach einem gebrauchten VW-Bus halten. Entweder würde ich in Zukunft öfter mal mit dem Lehrer und meinen ehemaligen Klassenkameraden unterwegs sein oder mit Lucys Leuten. Wie dem auch sei, sah ich Zeiten auf mich zukommen, in denen lediglich ein weiterer Sitzplatz nicht ausreichen würde. Hatte mich am Donnerstag schon geärgert, dass ich nicht Lilly und Mariel hatte mitnehmen können. Beim Verkauf der DVDs und Bücher hätte mir Lilly sicher gut zur Hand gehen können.
Manchmal wunderte ich mich, warum ich das alles überhaupt mache, aber dann denke ich schnell an Fluch der Karibik: „Nimm was du kriegen kannst und gib nichts wieder zurück!“

Samstag, 13. März

Pünktlich um 19:55 Uhr hielt ich unten an der Straße, wartete und gab dann per Telefon Bescheid, dass ich da war.
Ich führte sie zu einem Chinesen aus und aß ein bisschen von allem, aber insgesamt nicht zu viel, mit vollem Magen würde aus meinen restlichen Plänen für den Abend nichts werden. Zu allem gab es für mich ein Radler und für Lucy Weißwein. Ich sollte mir vielleicht neben dem VW-Bus noch ein weiteres Auto samt Chauffeur zulegen, damit ich auch trinken konnte.
Bei mir angekommen ging es auf stillen Sohlen, ohne Schuhe, ins Wohnzimmer, um uns an die Meerjungfrau anzuschleichen. Das wäre sicherlich nicht nötig gewesen, denn als sie uns erblickte, kam sie von allein heraus und begrüßte Lucy, oder doch mich, ich war mir nicht ganz sicher.
Auf jeden Fall schien sie um einiges zutraulicher zu werden.
Ich wollte Lucy demonstrieren, wie sie eine Krabbe fraß, aber sie machte sich große Sorgen um unsere Sicherheit.
Die Meerjungfrau hatte nämlich nicht nur meinen Aquarienputzer auf dem Gewissen, sondern auch noch zwei weitere Personen in Berlin und in Templin. Vermutlich nicht meine, aber insgesamt schienen diese Wesen recht mordlüstern zu sein.
Schade. Hoffentlich behielt meine ihre guten Manieren bei, ich hätte sie gerne in angemessenem Maße für die Veränderungen, die sich in meinem Leben nach und nach einstellten, belohnt.
Mit meiner Antwort hatte sie definitiv nicht gerechnet, aber trotzdem begleitete Lucy mich in den Keller, wo ich sie zu meiner Fechtbahn und den Spinden führte. Nicht nur das Anlegen der Ausrüstung, um die Nixe zu füttern gefiel ihr, sie schien einem Duell nicht abgeneigt, was wiederum mich erfreute.
Etwa zwanzig Minuten später waren wir wieder oben, diesmal ganz in Weiß, mit Masken aus Drahtgeflecht, um unsere Köpfe zu schützen.
Ich kam mir ein bisschen dämlich vor. Die Nixe hatte mich bis jetzt nicht angegriffen und ich glaubte nicht, dass sie dies noch tun würde, aber um Lucy zu beruhigen und vor allem sie in dem Anzug zu sehen, war mir ein bisschen Albernheit ganz recht.

Diesmal stand eine Krabbe auf dem Speiseplan, ein Stück Rinderfilet und Banane. Rinderfilet mochte sie lieber als die Krabbe und verputzte es blitzschnell, ziemlich beeindruckend für ihre Größe. Ein Schwarm von denen würde auch dem Ruf von Piranhas alle Ehre machen.
Am interessantesten war ihr Verhalten bezüglich der Banane. Ihr schien die Konsistenz zu gefallen und sie setzte sich nicht nur auf die Scheibe, sondern rieb sich auch damit ein, bis sie über und über beschmiert war mit Bananenmatsch. Ziemlich gute Idee, die würd ich später mit Lucy mal aufgreifen.
Die Nixe riss sich auch ein paar Stückchen von der Banane ab um diese zu probieren, aber es schien nicht ihren Geschmack zu treffen.
Definitiv Fleischfresser.

Lucy beunruhigte das zutrauliche Verhalten meiner Nixe mir gegenüber ein wenig, aber ich genoss es. Sie meinte vielleicht wäre es eine Masche um näher an mich ran zu kommen, um mich kalt zu machen. Mit Maschen kannte ich mich aus, die der Nixe gefiel mir ganz gut, trotzdem werd ich den Teufel tun und ihr die Gelegenheit geben, meine bloße Haut zu berühren, auch auf die Zange würde ich nicht verzichten. Lieber kein Körperkontakt mit der 5cm großen Nixe und dafür nicht mit ner Lunge voller Wasser auf dem Boden liegen. Irgendwie unheimlich, dass so ein kleines zierliches Ding mit dem Tod in Verbindung stehen soll, so gefährlich sein sollte.
Auf der anderen Seite gab es auch irgendwelches Giftgetier, Fische, Spinnen, Wanzen, die so übel sind, dass ein Stich ein Todesurteil war. Dann doch lieber kleine nackte Frauen, definitiv mehr mein Stil.

Wo wir schon mal die Anzüge angelegt hatten, konnten wir auch gleich den Keller unsicher machen. Allerdings gab es heute Abend noch so viel zu tun, dass kaum mehr Zeit als für eine Runde blieb. Wie Lilly hatte sie nicht wirklich eine Chance, aber sie zeigte deutlich mehr Ehrgeiz. Vielleicht würde ich dann endlich mal einen würdigen Gegner haben, um auch meine Fähigkeiten zu trainieren. Was ich gegen den Steinschleim hatte ausrichten können, hatte mich gelinde gesagt mehr als frustriert. Aber ich hatte es im Hinterkopf gehalten. Wenn es gefährlich wurde, bräuchte ich Leute wie Frank und Bolle an meiner Seite, die sich um die körperlichen Arbeiten bei der Erforschung des Übernatürlichen kümmerten.

Dann ging es nach oben auf die Couch, die ich direkt vor dem Pool positionierte, um die Überwachungsvideos meines neuen Lieblingsaquariums zu schauen. Während wir die Videos durchschauten, ließ ich den Pool schon mal eine vernünftige Temperatur von 31° C annehmen und öffnete die Abdeckung, um meine Füße im Wasser baumeln zu lassen.
Die alten Überwachungsvideos waren nichts im Vergleich zu dem, was meine Nixe, ich sollte ihr dringend einen Namen geben, gerade abgeliefert hatte. Aber in den Aufzeichnungen von gestern bis heute Abend fanden sich noch einige interessante Szenen.
Einmal spielte sie mit der Rosine Fußball, was mich dazu veranlasste zu überlegen, ihr etwas zu spielen zu kaufen. Der Catwalk entlang der Fensterfront des Aquariums war nicht schlecht, aber am besten gefiel mir was sie mit dem Bleistift unternahm. Sie probierte ihn noch einige Male, aber da er nicht aus Fleisch bestand, begeisterte er sie weiterhin nicht wirklich. Dafür stellte sie ihn auf, rammte ihn in den Boden und hielt sich mit ausgestrecktem Arm daran fest, während sie mehr als possierlich im Kreis darum herum schritt. Noch etwas Übung und sie würde eine prima Stangentänzerin abgeben.
Alles ganz nett, aber ich hätte zu gerne mit ihr kommuniziert. Sie hätte den Bleistift besser verwenden können, um mir damit eine Nachricht zu schreiben, aber es war wohl zu viel verlangt von ihr zu erwarten, unsere Sprache zu sprechen oder gar zu schreiben. Vielleicht konnte ich irgendwann mit einem Unterwassermikrofon und entsprechendem Lautsprecher mit ihr kommunizieren.

Aber Nixen beiseite, langsam wurde es Zeit, sich der Frau neben mir zu widmen. Mit einem Bad im Pool war sie einverstanden, aber der Bikini, den ich ihr gekauft hatte, den schien sie mir irgendwie übel zu nehmen, nur um dann nackt in den Pool zu steigen. Etwas anzuziehen nur um es dann wieder auszuziehen, erschien ihr sinnlos. Schade eigentlich, eine Frau in Unterwäsche oder Bademode sah viel interessanter aus als eine nackte. Die Gedanken daran, was wohl verborgen war unter einem Hauch von Nichts, die Vorfreude des Auspackens machten das Anlegen von Stoff in meinen Augen definitiv den Aufwand wert. Trotzdem wollte sie mir den Spaß nicht gönnen.

Ich selbst war mit Hose und Hemd in den Pool gestiegen und war mir darüber im Klaren, dass es alleine ziemlich lächerlich werden würde, wenn ich versuchte, mich auszuziehen. War also auf ihre Hilfe angewiesen.

Was danach geschah, war nicht, was ich erwartet hatte. Irgendwie war ihr die Lust vergangen, so grauenvoll konnte die Vorstellung von dem, was unter meinem Hemd verborgen lag, doch gar nicht sein? Aber statt mich aus Hemd und Hose zu schälen, half sie mir nur bei dem Hemd und die Hose blieb, wo sie war. Sie entschuldigte sich und redete etwas von falschen Signalen. Ich würde sie nicht falsch nennen, nur irreführend. Welche Frau begleitete einen Mann nach dem Dinner nach Hause, gut, eine Jägerin, aber ging dann auch noch vollkommen nackt mit ihm in den Whirlpool und wollte dann weiter nichts?

Was ich noch weniger verstand waren ihre Küsse, vor allem die nach dem Rückzieher. Sie wollte nicht auf eine Liste. Ich ging einfach mal davon aus, dass sie die Liste der Frauen meinte, mit denen ich ein paar Mal im Bett war? Nicht ganz einfach, ich führte keine Listen, zumindest nicht über die Frauen, mit denen ich mal Spaß gehabt hatte. Dafür führte ich eine Liste mit Frauen, bei denen meine Küsse echte Zuneigung bedeuteten und nicht bloß Teil eines Vorspiels waren, um in Stimmung zu kommen. Eine nicht sehr lange Liste. Sie war Nummer Vier. Eins und zwei konnte man kaum zählen, sie waren noch in der Schule gewesen, als ich noch jung und unerfahren war. Nummer Drei war Oceané. Und jetzt saß ich hier mit Nummer Vier im Pool und meine Welt drehte sich im Kreis.

Wie konnte man nicht mehr wollen und dann solche Küsse geben? Wie gut ihre Küsse mir gefielen, hätte sie außerhalb des Wassers an meiner ausgebeulten Hose erkennen können. Mir schwante Übles für den Rest des Abends.

Schließlich verließen wir mein Wohzimmer samt Badeparadies, ich trocknete sie ab, half ihr in ihre Klamotten und konnte immer noch nicht fassen, dass ich ihren Rückzieher einfach so hin nahm. Ich hatte keine Sekunde darüber nachgedacht, dass es Teil eines Spiels war, dass sie vielleicht hoffte, von mir zu etwas anderem überredet oder gar verführt zu werden. Ich war ein wenig enttäuscht und ihr „Ich mag dich“ war definitiv kein Ersatz dafür, was man sonst hätte gemeinsam erleben können. Aber dieses „Ich mag dich“ war anders. Es hatte irgendwas Ehrliches. Ich konnte ihr nicht böse sein, irgendwie hatte sie mich verzaubert. Hatte mich dazu gebracht, mehr von ihr zu wollen als eine schnelle Eroberung und ein paar Nächte oder vielleicht auch Monate erfüllt von wilden, schlaflosen Nächten. Aber nicht durch ihre Verweigerung. Wenn das so einfach wäre, dann wäre ich nicht Meister Moreau und sie hätte vermutlich niemals von meinem Ruf, was Frauen anging gehört. 21-jährige Mädchen, nein, Jägerinnen sollten nicht so küssen dürfen, sollten nicht so gucken dürfen, sollten mich nicht verzaubern dürfen.

Ich geleitete sie durch den Flur zurück zum Eingang und half ihr in Schuhe und Jacke. Die ganze Zeit darauf bedacht, keine Miene zu verziehen und den Unmut meiner Geschlechtsorgane über die nicht gehaltenen Versprechen zu verbergen. Baggy Pants wären sicherlich wesentlich geeigneter dazu gewesen, mir eine angenehme Gangart zu ermöglichen, aber etwas derart Geschmackloses befand sich nicht in meinem Besitz und wäre auch nicht weniger unauffällig gewesen.

Wir mussten nicht weit fahren, übernachteten in einem Hotel in Templin. Ich hatte angerufen, als ich sie allein im Pool zurückließ, um Handtücher und neue Klamotten zu besorgen. Vorsichtig versuchte ich unsere Gespräche und Neckereien in eine Richtung zu leiten, in der ich herausfinden konnte, wie sie sich vorstellte, ja, was eigentlich? Da war ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz sicher, vermutlich bekam ich deswegen keine gescheitere Antwort als Weltfrieden. Mit einem Lächeln, welches mir zeigte, dass meine Frage mindestens so seltsam war wie die Models, die ihn sich sonst wünschten, komisch.

Es gab zwar noch zwei Einbettzimmer, aber nach denen stand mir definitiv nicht der Sinn. Ich war allerdings doch etwas überrascht, als in dem Zimmer nur ein Bett stand, ziemlich ehebetthaft. So hatte ich mir das nicht vorgestellt und Lucy wohl auch nicht. Zumindest benahm sie sich nicht, als ob sie eine Nacht mit mir im Bett hatte kommen sehen. Also rief ich den Zimmerservice und ließ uns eine weitere Decke bringen und ein paar Kissen. Lucy guckte mich fragend an, während ich die Kissen als Trennwand im Bett positionierte und ihr den Deckenbezug reichte, damit sie ein Nachtgewand hatte.

In den nächsten schlaflosen Stunden versuchte ich herauszufinden, was sie unter „Ich mag dich“ verstand und was das für mich bedeuten sollte, aber irgendwie kamen wir da aus zwei ganz verschiedenen Welten. Außerdem versuchte sie ihre Vorstellung davon, wie ich mich verhalten sollte, auf mich abzuwälzen. Wenn ich wüsste, was sie von mir erwartete, dann hätte ich ja wohl nicht gefragt. So blieb sie dabei nicht auf irgendwelchen Listen landen zu wollen.

Mittlerweile waren wir im Bett gelandet. Sie nackt, ich mit Shorts, nur getrennt durch die Wand aus Kissen, die ich errichtet hatte. Wie gerne hätte ich diese Wand durchbrochen, sie berührt, liebkost und geküsst, bis sie ihren Widerstand aufgegeben hätte, bis wir zusammen sein könnten. Danach wäre sie nicht auf einer Liste gelandet, ich wäre nicht meines Weges gegangen und hätte das nächste Ziel gejagt. So wie ich mich danach sehnte mit ihr zusammen zu sein, von ihr zu lernen, sie zu beobachten und vielleicht einmal gemeinsam zu jagen, so sehnte sich auch mein Körper danach, mit dem ihren zusammen zu sein. Für mich waren das zwei unterschiedliche Verlangen, die bei ihr zusammen liefen, sonst aber nicht immer Hand in Hand miteinander gingen.

Nehmen wir Lilly zum Beispiel, sie bedeutete mir ziemlich viel und ich würde beinahe alles für sie tun, aber sexuelles Verlangen war da irgendwie noch nie ein Thema gewesen. Und das sicher nicht, weil sie schlecht aussah. Mariel auf der anderen Seite war verdammt gut im Bett und als Künstlerin auch nicht ganz uninteressant, aber irgendwie war sie doch zu jung und naja, wäre sie nicht so überaus gut darin, meine Unersättlichkeit zu stillen wäre es wohl bei den paar anfänglichen, mehr als heißen Begegnungen auf diversen Partys geblieben. Lucy war kaum älter, aber ganz anders. Was sie erlebt hatte, die Jagd hatte sie gezeichnet, sie älter werden lassen, als sie aussah. So versuchte ich es zur Abwechslung mal mit der Wahrheit und versprach ihr alles, was ich geben konnte.

Wie sich das für schlaue Frauen gehörte, wollte sie wissen, was das für mich bedeutete. Gar nicht einfach zu beantworten diese Frage. Ich beugte mich zu ihr herüber, die Kissen hatte sie weggeräumt, ein Bett war ein Bett, und flüsterte ihr zu, dass es bedeutete, dass eine bestimmte Frau mein Leben bald verlassen würde. Ich wollte Platz schaffen für sie. Auch wenn ich auf sie warten müsste. Das würde ich sogar eine ganze Weile machen. Eine Weile könnte lang werden, besonders für einen Celestin. Aber das war nicht wichtig. Wenn ich etwas wirklich wollte, war ich bereit, Opfer dafür zu bringen. Ich hatte mehr werden wollen als ein Mensch, hatte in die zwischen unserer Welt verborgene Welt eintauchen wollen. Dafür hatte ich verschiedene Kontinente bereist, mich mit Abschaum abgegeben und alles geopfert, was ich früher einmal geliebt hatte. Jetzt, mehr als fünf Jahre später, stand ich kurz davor zu erreichen, was mir vorgeschwebt hatte. Hoffentlich musste ich keine fünf Jahre auf Lucy warten, sonst bräuchte ich definitiv eine Bettheizung und vielleicht ein paar Hunde oder Katzen.

Auf jeden Fall schien sie zu spüren, dass mehr an meinen Worten war als nur der Plan, mit ihr ins Bett zu steigen, Sex mit ihr zu haben und sich dann zu verdrücken. Nach dem Löschen des Lichtes und einem verdammt guten Gute-Nacht-Kuss drehte ich mich um, um zu schlafen und sie in Ruhe schlafen zu lassen. Sie aber robbte noch näher an mich heran, als sie es eben schon getan hatte, schmiegte sich an mich an und legte einen Arm um mich. Als ich ihren Oberkörper an meinem Rücken spürte, erschauerte ich kurz und griff schnell nach ihrer Hand, um mich abzulenken. Die Berührung ihrer nackten Haut auf meiner, das Wissen darum, dass es nur meine Shorts waren, die uns von einer in Schweiß gebadeten Nacht trennten, verlangte mir mehr als ein bisschen Konzentration ab. Aber ich schaffte es. Drehte mich nicht um, sondern schlief irgendwann ein, in ihrem Arm.

Sonntag, 14. März

Am nächsten Morgen gab es Brunch auf dem Zimmer, bevor wir uns fertig machten und ich sie nach Berlin fuhr, zu einer geschäftlichen Verabredung. Wir kamen wirklich aus verschiedenen Welten. Für sie war das, was wir hier teilten, irgendwie eine Vorstufe. Für mich war es weitaus seltener, als mit einer Frau das Bett zu teilen. Die meisten wachten am nächsten Morgen ohne mich auf, weil ich schon im Keller war und an meinem nächsten Buch arbeitete oder recherchierte. Auf den Morgen danach konnte ich gut und gerne verzichten.

Ich setzte sie nicht direkt am Starbucks ab, sondern eine Straße weiter und fuhr dann selber erst planlos durch die Stadt, bis ich einen Plan hatte, was ich unternehmen würde in den anderthalb Stunden die mir blieben bis zum Treffen mit Lucy und meiner Schulklasse. Wie sich das liest. Einfach lächerlich.

Ich servierte Mariel per SMS ab. Schade eigentlich. Die eine oder andere Marielnacht zwischendurch wäre sicherlich sehr entspannend geworden. Aber hier ging es um mehr als Entspannung. Natürlich wollte sie das nicht auf sich sitzen lassen. Für sie kam es aus heiterem Himmel, natürlich konnte sie es nicht verstehen, weil sie ihren Platz nicht kannte. Ich ließ mich zu einem Treffen breitschlagen, kaufte mir aber kurz vorher noch etwas Undercoverzeug und legte ihr nahe, sich von niemandem sehen zu lassen.

In einer billigen Kneipe versicherte ich ihr nicht besonders glaubhaft, aber gerade glaubhaft genug für meine Mariel, dass wir nicht mehr zusammen sein könnten, weil man mir schaden wollte, der Mord an meinem Aquarienarbeiter sei erst der Anfang gewesen. Sie wollte es nicht so recht glauben, aber ich erklärte ihr, dass die Polizei bereits mit drin steckte und ich gleich ein Treffen hätte. Dass ich nicht wollte, dass ihr etwas zustieß, dass man ihr etwas antat, um mich zu verletzen. Als sie Undercovertreffen vorschlug, brachte mich das etwas in Verlegenheit. Undercovertreffen wären sicherlich nicht schlecht gewesen. Wenn die Weile sich allzu sehr streckte, hätte ich mich heimlich mit ihr treffen und mich ausleben können.
Nein.
Weg ist weg. Es ging nicht und dabei blieb es.
Bis Mariel wütend von dannen zog.
Ob das besser war, als ihr zu sagen, dass ich eine Neue hatte? Keine Ahnung.
Mir egal.

Ich zog mich wieder um und machte mich auf den Weg, um mich mit Hajü und den beiden Deppen zu treffen. Um 16:30 Uhr, zum Glück hatte ich mit Mariel nicht wirklich lange gebraucht, sonst wäre ich vielleicht zu spät gekommen, traf ich mich dann mit HaJü, Bolle und Frank unten bei den „Ganesha Tours“, einem Reisebüro, dass den Jägern wohl als Tarnung galt. Lucy holte uns ab und führte uns nach und nach durch die verschiedenen Räumlichkeiten. Wir beide gaben uns professionell, von dem vorigen Abend konnte keiner der anderen auch nur einen Hauch ahnen.

Die Räume waren jeweils nicht besonders groß, aber von meiner Warte her ziemlich professionell eingerichtet, insofern man das für eine Gruppe von Leuten, die das Übernatürliche jagten, sagen konnte. Zuerst kamen wir in sowas wie deren Bücherei, einem Raum, der ihren Recherchen über die Zielobjekte gewidmet war. Hier arbeitete auch ein junger Mann, der für ihre Fake-Identitäten zuständig war. Ich konnte es mir nicht verkneifen, rief ihn im Raum stehend an und fragte ihn, ob er mir in meiner Aquagirl-Privatausgabe lieber mehr über Nixen schreiben könnte als über Salzwasseraquarien, was ihn zum Auflegen veranlasste.
Er verstand nicht direkt und Lucy schien wenig begeistert, als sie meinen Scherz aufklären musste.
Schade, dass es die Zeitschrift nicht wirklich gab, so eine rasende Reporterin wäre sicherlich nützlich gewesen. Für Fälle mit aquatischen Kreaturen zumindest.

Später wurden wir noch durch verschiedene weitere Räume geführt, einen Konferenzraum, einen Foto- und Filmraum, ein Physiklabor und ein Chemie- und Biologielabor. Würde mich schon ein paar Monate kosten mich entsprechend auszurüsten, aber nicht zu lange. Sollte die Leute mal fragen, ob sie Lilly spezifischere Infos schicken könnten, um einen Finanzplan auszuarbeiten.

Dann setzte mich Lucy bei Velinka ab, dem Precog der Ghanesha-Leute, und ging mit den anderen woanders hin. Hätte mir besser gefallen, wenn Lucy der Precog gewesen wäre, dann hätten wir uns das mit der Weile warten auch sparen können, weil sie gewusst hätte, das es mir ernst mit ihr war.
Vielleicht hätte sie sich dann aber auch gleich verabschiedet, weil sie einen Ausrutscher gesehen hätte? Ausrutscher? Was für ein Blödsinn. Ich hatte sie extra gefragt, was sie erwartete und von meinen Partys war keine Rede gewesen und irgendwie schien sie sich zumindest denken zu können, was da so vor sich ging. Ich fing schon an zu denken als sei ich irgendwie vergeben, grauenvoll.

Nach der Führung und einer Menge Gerede lud ich Lucy zu mir nach Hause ein. Sie schien erst unschlüssig, ob sie annehmen sollte oder nicht, aber meine Nixe gab den Ausschlag. Mir war ein Plan eingefallen wie ich vielleicht doch noch mit der kleinen Dame kommunizieren könnte. Aber dazu benötigte ich Hilfe. Ich hatte es erst mit Lilly machen wollen, aber ich wollte sie keiner Gefahr aussetzen. Lucy kannte die Gefahr und wusste, worauf sie sich einließ. Außerdem hatte ich so einen Vorwand, einen weiteren Abend mit ihr zu verbringen. Mit ihrer einzigen Bedingung war ich mehr als einverstanden: Sie um spätestens 03:00 Uhr wieder zu Hause abzusetzen, war kein Problem.

Kaum eine halbe Stunde nach unserer Abfahrt öffnete ich die Tür und führte sie ins Wohnzimmer. In der Cocktail- und Snackküche stellte ich einen kleinen Teller mit verschiedenen Happen für die Nixe zusammen. Banane, Weintraube, Krabbe und Fleisch, und für Lucy auch noch eine süße Sauce für die Krabben. Wir positionierten uns einander gegenüber seitlich vom Aquarium. Meine Nixe musste uns gut sehen können und auch die Kamera hatte alles im Blick. Die Nixe begrüßte mich wieder auf diese seltsame Art und Weise. Sie legte ihre Hände an die Scheibe und presste ihre Nase in der Mitte dagegen. Ich erwiderte den Gruß, indem ich meinen Finger gegen die Scheibe drückte, genau da, wo sie sie auch berührte. Immer darauf hoffend, dass ihr Zauber durch Berührung und nichts anderes ausgelöst wurde. Sie tat so, als würde sie meine Fingerkuppe umfassen, bis ich mich losmachte und den Schutzhandschuh anlegte.

Dann begannen wir mit dem Schauspiel. Ich zeigte auf eine Krabbe und setzte einen fragenden Gesichtsausdruck auf, zog gleichzeitig die Schultern und Arme leicht nach oben, um eine Frage zu symbolisieren. Lucy wies ich an zu nicken, falls sie es haben wollte. Deutlich und langsam, dann etwas eifriger nickte sie. Ich stippte die Krabbe in die Sauce und steckte sie ihr in den Mund. Aber nicht einfach so. Als ich meine Hand zurück zog, strich ich mit den Fingerkuppen ganz sacht über ihre Lippen. Nicht nur die Nixe sollte etwas vom heutigen Abend haben.

Ich wiederholte das Spiel mit der Weintraube und dem Bananenstück. Ich glaube, die Banane ließ sie sich nur füttern, um in den Genuss in der entsprechenden Streicheleinheit zu kommen. Was hatten diese Frauen nur alle gegen Bananen? Mit Schokolade waren die einfach prima.

Dann war meine kleine Freundin an der Reihe, mit den gleichen Gesten fragte ich sie, ob sie eine Krabbe wolle und sie nickte tatsächlich. Sie hatte verstanden. Wäre ich nicht so auf Lucys Lippen konzentriert gewesen, hätte ich mir nicht vorgestellt, wie es wäre, mit meinen Lippen und meiner Zunge zu tun, was bis jetzt nur meine Finger versprachen.

Als nächstes wollte ich ihr zeigen, wie man „Nein“ sagte, ein Wort, das ich lieber nicht in Lucys Wortschatz gewusst hätte. Aber auf Grund der geplanten Experimente wollte ich, dass meine Nixe Bescheid geben konnte, wenn es ihr zu viel wurde.

Mein Wunsch ging in Erfüllung, Lucy kannte wirklich kein „Nein“. Selbst das rohe Stück Filet ließ sie sich auf die Zunge legen. Ob ich so gut streicheln konnte? Aber auch an mir gingen die Streicheleinheiten nicht spurlos vorbei. Ein oder zwei Häppchen mehr und ich hätte mich wie ein wildes Tier auf sie gestürzt. Etwas, das man meiner Meinung nach gar nicht zu oft tun konnte.

Erst mal musste ich jetzt Nachschub holen, während Lucy noch immer auf dem Fleisch herum kaute. So zäh war das bestimmt nicht, oder besser sollte es bei diesem Preis auch im rohen Zustand nicht sein. Ich schnitt einige neue mundgerechte Stücke für Lucy, und als sie zu mir herübersah, salzte ich das eine Stück so stark, dass jedem klar sein musste, dass man es auf keinen Fall verspeisen konnte. Streicheln hin oder her. Aber irgendwie musste ich ja um die Sache mit dem wilden Tier herum kommen. Sie verstand meinen Punkt und schüttelte bei dem Salzfilet den Kopf.
Auch dies verstand meine Nixe. Nachdem sie das nächste Stück Fleisch, nicht das gesalzene, wobei es in ihrem Medium wahrscheinlich egal war, verspeist hatte, lehnte sie ein weiteres ab.

Einen solchen Stoffwechsel hätten sicherlich viele Frauen gerne gehabt, selbst ich würde mich nicht beklagen. Jeden Tag mehr als das Doppelte des eigenen Körpergewichts essen und trotzdem nicht zulegen? Das war auf jeden Fall beneidenswert.

Nach diesem erfolgreichen Experiment, bei dem die Nixe abermals darauf verzichtete, mich zu attackieren oder umzubringen, verabschiedete ich mich mit der Fingergeste von ihr und führte Lucy nach oben ins Schlafzimmer. Natürlich mit einem Teller voller Weintrauben, auf ein paar weitere Runden Lucyfütterung wollte ich nicht verzichten.

Mein Schlafzimmer kam ihr sehr befremdlich vor. Ich meine, gut, es gab kein Bett, dafür bestand der ganze Boden aus Matratzen. So fiel man immer weich und niemals aus dem Bett. Auch sonst versprach der Raum maximalen Komfort, zudem der riesige TFT an der Decke nur einen kleinen Teil beitrug. Lucy war mehr als skeptisch und wollte mir nicht glauben, wie angenehm ein solches Zimmer im Vergleich zum Hotel der letzten Nacht war. Schließlich demonstrierte ich es einfach, indem ich den Teller und die Gläser abstellte und mich einfach auf die weichen Matratzen fallen ließ. Kurz darauf folgte sie mir, wahrscheinlich noch immer nicht davon überzeugt, dass ich ihr zwar an die Wäsche wollte, mich aber durchaus beherrschen konnte. Ab und zu. Ein bisschen. Auf allen Vieren krabbelte sie näher zu mir hin, ließ sich neben mir nieder.

Mir kam irgendwie in den Sinn, sie nach ihrem Leben zu fragen. Keine Ahnung, was mich da geritten hat, Lucy leider nicht. Sie war kein Aquagirl, hatte sich aber bei der Führung so angehört, als ob sie zu den Jägern gehören würde, die neben der Monsterjagd auch noch einen richtigen Beruf hatten. Das stimmte nur so halb, sie kellnerte an zwei Tagen die Woche in einer Bowlingbar. Darauf musste ich Lilly ansetzen und dann mal da vorbeischauen. Es geht doch nichts über eine gute Überraschung.

Ich kniete jetzt über ihr, meine Arme links und rechts von ihrem Kopf, ihre Beine zwischen den meinen. Ich wollte sie nicht bedrohen, ihr immer noch die freie Wahl lassen, wann sie in den Genuss meiner Liebkosungen kam, trotzdem wurde sie irgendwie nervös. Hatte sie gar nicht nötig. Schon mit der ersten Frage, die sie mir stellte, warf sie mich völlig aus der Bahn. Sie wollte wissen, welche von den dreien, die ich ernsthaft geküsst hatte, mich noch festhielt, an welche ich gestern kurz gedacht hatte, als sie mich fragte, ob ich Frauen verstünde. Ich hatte ihr meine Geschichte sowieso erzählen wollen, aber irgendwie traf sie mich trotzdem mit der Frage. Machte mich verwundbar, nackter, als ich jemals ohne Kleidung sein könnte.

Also erzählte ich ihr davon, dass ich einst nur Bart Silverstein, ein einfacher junger Mann in ihrem Alter gewesen sei. Als ich dann den Jackpot gewann, hatte ich endlich die Möglichkeit, meinen okkulten Studien nachzugehen, wo und wie viel ich wollte. Ich erzählte ihr, wie ich darüber meine große Liebe verlor und zu Celestin Moreau wurde und dieses Haus hier designen ließ. Nicht so theatralisch wie mit 18 in den Kampf gegen ein von einem Gespenst besessenes Auto verwickelt zu werden und dabei den Freund, die erste große Liebe, zu verlieren. Irgendwie mehr so nach der selber Schuld-Nummer. Aber ich konnte nicht anders. Ich musste es tun und ich würde es wieder tun.

Während ich sprach, wusste ich schon, was als nächstes kommen würde. Sie hielt es für reichlich seltsam, hier in einem Grabmal für meine vergangene Liebe zu hausen. Aber es war kein Grabmal.
Es hatte ein Monument sein sollen um mich zu erinnern, an das, was ich verloren hatte. Aber durch den Prozess es zu entwickeln, bei seiner Geburt zuzusehen, es wachsen zu sehen und darin zu leben und zu lieben, naja, hauptsächlich die fleischliche Variante, war es zu meinem Palast geworden und ich zu Celestin Moreau. Es hatte nur noch wenig mit Oceané zu tun und ich würde nicht mein Haus aufgeben, um mit ihr abzuschließen. Glaube ich.

Irgendwie schaffte ich es dann doch, mich aus meinen Geschichten heraus zu winden und lenkte das Thema wieder auf sie. Über mich konnte man so viel lesen, gab es gar nicht viel zu wissen, aber sie war 21, hatte mir den Kopf total verdreht und ich wusste im Grunde genommen nichts von ihr.
Dies sollte sich aber nicht durch eine Erzählung ändern, sondern eine Einladung.

Sie lud mich tatsächlich ein, bei ihr zu wohnen, in einer kleinen, weitestgehend luxusfreien Wohnung irgendwo in Berlin. Und ich war wirklich neugierig genug, um zuzusagen. Allerdings stellte sie mir noch zwei Bedingungen: Ich durfte jederzeit gehen, aber wenn ich ging, dann müsste ich Lebewohl sagen. Kein Ding. Ich war ein Fan offener und klarer Absichten. Vielleicht nicht immer klarer Ansagen, wenn man so an Mariel zurückdachte, aber meine Absicht war klar. Hau ab. Die zweite Bedingung war da schwieriger. Kein Sex. Ganz pauschal. Ohne zeitliche Begrenzung, ohne Erläuterung. Ich war ziemlich kurz davor aufzustehen und zu Mariel zu fahren um ihr zu erzählen, dass die Polizei den Schuldigen gefasst hatte, keine weitere Gefahr bestand und natürlich eine Runde Versöhnungssex zu genießen. Aber vorher wollte ich genauer wissen, wie sie sich das vorstellte.

Sex war für Lucy alles, schloss sogar Zungenküsse bereits ein. Das war schwierig. Keine Partys mehr, schade. Ich konnte ihr, was das anging, nicht folgen. Sex war für mich oftmals nicht mehr als eine gute Unterhaltung, ein Schluck teurer Wein oder eine gute Zigarette. Nur eben mit Damen, mit denen man sich meistens lieber nicht unterhalten wollte. Küsse hingegen waren da anders. Die Küsse, die wir beide teilten, gingen für mich deutlich über Sex hinaus. Zumindest den Sex, wie ich ihn mit Mariel und den meisten anderen Frauen hatte.

Vielleicht war sie wirklich eine Hexe, denn ich hörte mich schon einwilligen, hatte schneller meine Sachen gepackt und weitere für den Abtransport durch Lilly bereit gelegt, als ich all die schönen Leiber an meinem inneren Auge vorbei ziehen sah, die ich in nächster Zeit nicht mehr genießen könnte. Die ich niemals wieder genießen könnte? Was war hier verdammt nochmal los? Sollte mich bei den anderen Ghanesha-Leuten vielleicht mal erkundigen, vorsichtig versteht sich, ob sie keine dahingehende Begabung aufwies.

Durch ihr Chaos von Wohnung, die ich vielleicht als Gästezimmer bezeichnet, hätte führte sie mich in ihr Schlafzimmer. In einem gnädigen Moment hatte sie sich dazu durchgerungen, mich nicht auf die Couch zu verbannen. Das Schlimme daran wäre gewesen, dass ich es vermutlich sogar mitgemacht hätte, für ein paar Nächte. Naja, wohl eher Stunden. Aber nach dem Whirlpool und der Nacht im Hotel hatte ich mir einen Platz in ihrem Bett verdient und würde nicht ihre Couch wählen. Selbst wenn das hieß, dass ich mich zusammenreißen musste, keinen Sex mit ihr zu haben.

Sie wollte ihrer neuen Liste definitiv alle Ehre machen. Nackt im Whirlpool, nackt im Bett und das alles ohne Sex. Das war wie für immer die Luft anzuhalten. Bevor wir müde Arm in Arm einschliefen, galt es aber noch einige Dinge zu klären.

Die Heizung war nicht an und wir brauchten mehr Decken und Kissen. Ob der Lichtlosigkeit wollte sie gehen, aber ich verbot ihr aufzustehen. Da ich mich hier aber nicht auskannte und es außerhalb der Bettdecke schon ziemlich kalt war und ich sicherlich Jahrhunderte gebraucht hätte ließ ich sie dann doch gehen. Ich erledigte in der Zeit eine viel wichtigere Aufgabe und konzentrierte mich voll und ganz darauf das Bett schonmal anzuwäremen. Zwei verschiedene Decken brauchten wir eigentlich nicht, aber wer wusste schon, wie kalt es in so einem Gästezimmer ohne Haus drum herum nachts werden mochte. Lieber vorsicht als Nachsicht, doppelt hält besser und sicherlich auch noch ein paar Redewendungen mehr.

Wieder lagen wir gemeinsam unter einer Decke und nackt im Bett. Diesmal hatte ich auf die Shorts verzichtet, sie sollte spüren, was ihr Benehmen für Konsequenzen haben mochte und was sie verpasste. Aber es war noch immer eine letzte Definitionslücke zu klären. Ich legte meine Hände auf ihre Füße und ließ sie langsam nach oben wandern. Ich wollte wissen, wo ich sie überall berühren durfte und welche Zonen verboten waren. An den Knien angekommen nahm sie meine Hände und legte sie sich auf den Bauch, von wo sie sie bis kurz vor ihre Brüste führte. Dann ging es ohne ihre Brüste auch nur zu streifen weiter zum Dekolleté. Ihr Hals, ihr Gesicht, ihre Arme, alles andere war erlaubt. Auch als ich sie auf den Bauch drehte und langsam vom Nacken über die Schultern an ihr hinab fuhr, erhob sie keine Einwände. Ich nutzte die Gelegenheit um ihr Gesäß nicht nur abzutasten, sondern auch sanft darüber zu streicheln und kurz etwas fester zuzupacken, bevor ich an der Außenseite ihrer Oberschenkel meine Reise in Richtung ihrer Füße fortsetzte und endete, wo ich begonnen hatte. Nun, da wir alles geklärt hatten, schlang ich meine Arme um sie. Diesmal war ich es, der sich an ihren Rücken anschmiegte.

Nach ein bis drei gefühlten Ewigkeiten, in denen ich mich ganz auf meine Atmung konzentrierte und nicht auf die Berührung ihrer Haut, schlief ich endlich ein.

Montag, 15. März

Als ich am nächsten morgen aufwachte war das Bett neben mir leer. Verdammt nochmal. So ging das aber nicht, da musste ich nochmal ein ernstes Wörtchen mit der lieben Lucy sprechen. Das konnte sie doch jetzt und hier nicht mit mir machen.
In den letzten beiden Tagen hatte ich mir redlich verdient mit ihr gemeinsam aufzuwachen. Verdammt nochmal ich war der Celestin in dieser Wohnung. Ich stand morgens auf und war nicht da, niemand sonst. Spieß umgedreht na toll.
So fühlte sich das also an. Nicht sehr prickelnd. Wenig begeisternd. Aber da lag ein Brief. Briefe schrieb ich nicht, ich schickte dafür Lilly, die dann den Müll rausbrachte. Oder so nett war mir bescheid zu geben damit ich die entsprechende Dame verabschieden konnte, falls sie es wert war sich nochmals mit ihr zu treffen.

Also nahm ich mir den Brief auf dem Geheimnisse geschrieben stand, öffnete ihn um zu lesen was sie nicht sagen wollte. Mit einem „Hau ab“ rechnete ich nicht. Man lud niemanden zu sich nach Hause ein und schrieb dann am nächsten Tag „Lebewohl“. Naja man nicht, Celestins ab und zu schon, wenn auch nicht so knapp.
Zwischen den Zeichenutensilien und meinem „Get Lost“ hatten ein paar Tage gelegen.
Schon wieder ging mein Kopf mit mir durch. Ich war und blieb Celestin und wenn jemand sich so verhielt, dann war ich das und niemand sonst. So einfach war das. Trotzdem dachte ich darüber nach. Nur wenige Sekunden versteht sich. Dann war der Brief auch schon geöffnet und ich konnte ihn lesen.

„Der letzte hat zwei Jahre lang gewartet.“

Was war das? „Get Lost“ in Lucy-sprache? Extra für Celestins?
Wenn es hier nur darum ging, dann hätte ich nicht zwei Tage gewartet. So verlockend war sie was das anging nicht. Ich meine sie sah schon gut aus, aber das taten viele junge Frauen. Das ganze Theater nur um mit ihr ins Bett zu kommen? Das war es nicht wert, da hätte ich lieber zwei wilde Tage bei Mariel oder auf diversen Parties verbringen können. Einfacher, schneller, unkomplizierter.
Nein meine liebe Lucy, ich war mit zu ihr gekommen, weil sie in mir Dinge, Gefühle weckte, die ich so schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Ein bisschen wie das aufspüren und verfolgen einer heißen Spur, für ein neues Buch. Nein besser noch, eine Spur zu einem Zauberspruch einem Ritual oder dergleichen, dass es mir ermöglichen würde diese klägliche menschliche Existenz hinter mir zur lassen und endlich mehr zu werden.
So fühlte sich das an.
Was nicht hieß, dass ich keinen Sex mit ihr wollte. Ich wollte lediglich nicht nur Sex sondern auch Sex mit ihr. Und auch nicht im Sinne von mit anderen Frauen in der gleichen Woche sondern im Sinne von zu meiner Zeit mit Lucy auch noch Zeit für Sex mit Lucy.
Ich würde sie schon noch dazu bringen es auch zu wollen, ihr Stück für Stück demonstrieren, dass ihre Grenzen völlig sinnlos waren und das es nicht auf die Zeit ankam.
Ich hatte 5 Jahre auf einen echten Precog gewartet, naja auf irgendwas. Wenn ich etwas wirklich, wirklich wollte konnte ich warten bis ich es hatte und danach immer noch gehen. Andere Sachen wollte man behalten, wenn man sie erstmal hatte um sie zu hegen zu pflegen und immer wieder zu genißen und sich an ihrem Anblick zu erfreuen. Dazu gehörten meine Nixe, die mir offenbart hatte, das mein Leben kein Traum war und dazu gehörte auch Lucy, weil … sie einfach Lucy war.

Als sie wiederkam hatte sie Kaffee dabei und wirkte irgendwie verunsichert mich noch hier zu sehen.
Irgendwie hatte sie den Unterschied zwischen „auch“ und „wegen“ noch nciht so ganz verstanden.
Ich winkte sie näher zu mir heran. Ich hatte große Lust auf Lucy und keine auf gekauften Kaffee. Der konnte mit meiner Maschiene sowieso nicht mithalten.
Ich winkte sie zu mir heran, zog sie näher zu mir und küsste sie. Erst zärtlich, aber dann leidenschaftlicher, voller Verlangen.
Ich ließ sie spüren, dass ich wegen ihr hier war, nicht wegen kurzweiliger Unterhaltung.
Und dann begann ich mit der Umsetzung meines Plans.

Gemeinsam gingen wir ins Badezimmer, wo ich sie auszog. Stück für Stück, Schicht für Schicht. Nur den Slip lies ich übrig für sie selbst.
Sie ließ schon mal Wasser ein und irgendwas zusätzlich um ein Schaumbad zu fabrizieren. Eine kleine Badenixe, wie es mir in letzter Zeit ganz gut gefiel. Kein Wunder, dass ihr der Whirlpool gefallen hatte.
Während sie schwupp-dich-wupp-dich schon im Bad und damit hinter dem Schaum verschwunden war, sorgte ich dafür, dass der Raum entsprechend temperiert war und zog den Teppich neben die Badewanne um mich darauf zu setzen.
Erst alleine aufstehen und dann noch nackt auf kalte Fliesen?
Ein ander mal vielleicht. Aber eher nicht.

Dämlicher Schaum versperrte einem die ganze Sicht und ich saß hier auf dem Präsentierteppich herum. Das musste auch Lucy stören. Meine überwältigende Nacktheit musste unerträglich für sie sein, oder sie hatte das mit den Signalen schon wieder vergessen.
Ernsthaft. Wer versuchte jemand damit zu verscheuchen ihm 2 Jahre ohne Sex anzudrohen und zog ihn noch am gleichen Morgen zu sich in die Badewanne?
Irgendwas stimmte da ganz gehörig nicht, was die Relationen anging.
Auf jeden Fall trainierte sie damit ganz gehörig meine Selbstbeherrschung. Ich wünschte nur ich könnte irgendwie die Muskeln trainieren, die für den Verschluss gewisser Blutgefäße zuständig waren. Hätte nie gedacht, dass ich mal das genaue Gegenteil von dem trainieren wollte, was den meisten Männern wünschenswert vorkam.
Aber die Berührungen ihrer nackten Haut unter Wasser unter dem Schaum, allein die Aussicht darauf sich mit ihr in diese Badewanne zu zwängen machten das mit der Selbstbeherrschung ziemlich schwierig. Trotz des dafür viel zu warmen wassers, sackte ein gehöriger Teil meines Blutes in tiefere Regionen ab und lies mir gerade genug Kapazität übrig um mich zu beschweren, wie grausam es doch war mir eine zweijährige Enthaltsamkeit aufzuerlegen und mich dann zu sich in die Badewanne zu ziehen.

„Ich helfe dir,“ sagte sie beugte sich zu mir herüber und streckte den Arm aus. Tauchte mit der Hand in den Schaum vor mir ein und ich musste die Luft anhalten für das was als nächstes kam. Machte mich schon auf die Berührung gefasst die nun unweigerlich folgen musste.
Plötzlich schwappte das Wasser in der ganzen Badewanne hin und her, als sie ihre Hand ruckartig aus dem Wasser erhob und mir Schaum mitten ins Gesicht schleuderte. Ich brauchte einen Moment um zu realisieren, was sie getan hatte, denn damit hatte ich definitiv nicht gerechnet.
Schnell hatte ich mich wieder gesammelt und zahlte es ihr mit gleichen Mitteln heim. Nur das sie dabei vermutlich keine Hintergedanken hatte, keine Erwartungen anderer Natur. Die Badewanne und das ganze Zimmer verwandelt sich mehr und mehr in ein Krisengebiet und über unsere Schaumschlacht in einem viel zu kleinen Badewanne vergaß auch ich was wir gerade nicht taten.
Es gab keinen Gewinner, aber verloren hatte definitiv jeder Quadratzentimeter im Raum der nicht nass werden wollte.
Die Wanne war nicht mehr ganz so gut gefüllt und die Temperatur auf ein erträgliches Maß gesunken. Ich bugsierte mich neben sie in die Wanne, wie im Bett lagen wir seitlich voreinander und sahen uns an. Wir wischten uns Gegenseitig die Haare aus dem Gesicht, die in einer Badewanne mehr als lästig werden konnten. Normalerweise badete ich mit Zopf wenn das Baden andere Gründe als die Reinlichkeit hatte. Ich näherte mich ihrem Gesicht und bevor ich mehr als die Hälfte des weges zurückgelegt hatte trafen sich unsere Lippen zu traumhaften Küssen. Nicht lang und schlabberig sondern Kurze prägnante Küsse, getrennt nur von Sekundenbruchteilen, nur selten lange genug um neuen Atem zu schöpfen.
Obwohl sie mir beinahe den Verstand raubten, kam mir irgendwann in den sinn, das meine Lust, die sie sicher deutlich und nicht nur Oberhalb der Wassers spürte ihr unangenehm sein könnte, gerade in dieser Position. Also trennte ich mich widerwillig von ihr, suchte eine Lösung und fand einen Schwamm.
Keinen synthetischen, sondern ein richtig echten, die in denen auch Staatenbildende Garnelen leben konnten.
Naja, darauf wies ich sie nicht hin, als ich begann sie zu waschen.
Ich erledigte jeden Handgriff langsam und sorgfältig, konzentrierte mich immer nur auf das Stück Lucy, welches gerade unter dem Schwamm war, bis sie ganz und gar sauber sien musste. Ihre Brüste, die ich nicht berührern durfte, behelligte ich auch mit dem Schwamm nciht. Zumindest nicht direkt. Ich lies ihn Wasser einsaugen und presste ihn dann über ihrem Dekoltee aus. Eigentlich auch verboten, aber nicht explizit, ich meine sollte ich jetzt keinen Schwamm mehr auspressen dürfen?
Dies sollte der erste Schritt sein, auf dem langen Weg der Erkenntnis zur Sinnlosigkeit ihrer zweiten Regel.

Dann war sie an der Reihe. Ich hatte ihr keine Grenzen gesetzt aber ihre Grenzen galten wohl für uns beide. Obgleich ich ihrem Grinsen entnehmen konnte wie sehr sie genoss meinen Oberkörper mit dem Schwamm zu bearbeiten legte sie ihn weg, als sie meine Taille erreichte.
Da musste ich wohl wie vereinbart selbst Hand anlegen.

Handtücher schienen da eine gänzlich andere Geschichte zu sein, denn sich abtrocknen zu lassen oder ihrerseits mich abzutrocknen war überhaupt kein Problem. Aber auch lange nicht so anregend wie das Waschen. Ich schlang mir meines um die Hüften und sprach aus, was ich von ihren Regeln und ihrem Verhalten hielt. Ich verstand es einfach nicht. Niemand den ich kannte würde das was wir gerade getan hatten nciht als Sex zählen und niemand den ich kannte hätte dabei so gut durchgehalten. Ich selbst hatte es kaum geschafft der Verlockung zu widerstehen. Wäre es nicht zuerst zu warm und dann schon zu kalt gewesen, weiß ich nicht ob ich mich an ihre regeln hätte halten können, oder ob ich sie jetzt schon lange vor Vollendung meines Planes zum Ausschalten der Regeln gebrochen hätte.

Als Antwort war sie schneller angezogen als ich gucken konnte und dann schon aus dem Bad verschwunden.
So viel dazu. Memo an mich selbst, dafür hatte man sonst eine gute Assistentiin, einfach nur noch Taten und keine Worte mehr sprechen lassen, zumindest im Bezug auf diese dumme kein-Sex-Regel.
Erst im Wohzimmer holte ich sie ein und ergriff ihre Hand. Sie sah mich einen kurzen Moment fragend an, bevor ich sie Richtung Schlafzimmer zog und sie Verstand.
Damit ihre frische Kleidung nicht verknitterte machte ich mich abermals dran sie zu entfernen.
Jedes einzelne Stück war wie ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Naja, ihrer Haut war das Geschenk und die Kleidung nur das achtlos bei Seite geworfene Papier.
So viel zum verknittern.

Um nicht zu erfrieren verschwand ich unter der Decke und nahm sie mit. In meinem Arm kam sie zur Ruhe und meine nächsten Fragen brachten sie auch innerlich zur Ruhe. Keine Ahnung wo sie schon wieder war oder was sie erwartete. Aber ich wollte jetzt erstmal wissen wie diese Lucy, die mir den Kopf verdreht hatte entstanden war, wo sie herkam, was geschehen war bis sie ihren Freund mit 19 Jahren an dieses dämliche Gespenst im Auto verloren hatte.

Und so begann sie zu erzählen.

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Klassentreffen

TS-Runde Montag 19.02.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Celestin (stinkend reicher Mentalist), Bolle (Automechaniker und Hühne), HaJü (Chemielehrer), Frank (Polizist und Zombielarper)

Mittwoch, 10. März 2010
So wie der Tag begonnen hatte so endete er auch. Nach einer erfolgreichen Cowboy-Celestinaufführung, die mir gleich sogar Aussichten auf weitere Auftritte brachte, lernte ich dann aber doch noch etwas neues. Leider nichts über das kleine Wesen in meinem Aquarium, aber mit der Aussicht auf weitere Cowgirlauftritte von Mariel konnte mich das Eldorado nicht das fürchten lehren.

Donnerstag, 11. März 2010
Nacht alleine unten im Keller verbracht, dass stinkt. Aber meine neue Untermieterin war mir noch immer nicht ganz geheuer und da war mir eine Sicherheitstür zwischen ihr und meinem schlafenden Leib doch lieber als keine. Zumindest bis wir irgendwann, hoffentlich möglichst bald, einen Weg fanden miteinander zu kommunizieren. Ich hatte kein Problem mit ihr, würde auch für nette Inneneinrichtung und Verköstigung sorgen, aber das mit dem Morden, darüber musstne wir noch sprechen.
Bis jetzt konnte von Kommunikation kaum die Reden sein, den Zettel hatte sie ignoriert, meinen Bleistift angefressen. Aber meine Fütterungsversuche schienen erfolgsversprechender zu sein, zwar mochte sie keine Weintrauben, aber die Krabbe hatte sie sich geschnappt und verzerrt. Immerhin, die hatte ich ja auch extra für sie von Lilly mitbringen lassen.
Ja. Lilly war auch nicht mehr die, die sie mal war. Überfiel sie mich doch plötzlich mit einem Interview für die Zeitung Aquagirl. Ich hatte nicht einmal die Zeit, mir noch ein paar Informationen durchzuschauen und von Lilly gabs auch keine zum Termin dazu, na das konnte ja was werden.
Ziemlich pünktlich klingelte es dann an der Tür, nur kurz vorher waren die Snacks und Erfrischungsgetränke angekommen, die ich eiligst noch bestellt hatte.
Vielleicht, hatte ich mit denen daneben gegriffen, ich hatte doch irgendwie mit älteren Menschen gerechnet, nicht mit zwei so … überaus jungen Damen, wie sie da vor meiner Tür standen.

Einen kurzen Moment zögerte ich, aber entschied mich dann doch gegen den sonst klassischen Handkuss wie ihn eine jede Dame, abgesehen von Lilly, die mein Haus betreten wollte, über sich ergehen lassen musste. Statt dessen zeigte ich mich von einer anderen Seite höflich und nahm den beiden ihre Jacken ab. Die eine war ziemlich klein und hatte weiße, leicht pinke Haare die sie irgendwie zerzaust trug. Erinnerte mich an eine Löwenmähne, bis auf das Löwinnen keine Mähnen hatten. Vermutlich war sie deswegen auch so grimmig und stürzte sich gleich mit der Kamera auf meine Aquarien. Musste vermutlich ihre Komplexe irgendwie abbauen, die anderen Löwinnen ohne Mähne ließen soch ein Aussehen sicherlich nicht ungestraft. Hilde Adams, gewogen, gemessen und für zu grimmig empfunden.
Etwas ganz anderes war da das junge hoffentlich Fräulein Tresta, Lucy mit Vornamen. Es hatte schonmal bessere Vornamen gegeben und auch das Tragen eines Kostüms sollte sie lieber Lilly überlassen, aber ihre braunen Augen und ihre blasse Haut umrahmt von braunen leicht lockigen Haaren faszinierte mich irgendwie.
Viel mehr als die Fragen die sie mir zu den Aquarien stellte. Einen kurzen Moment lang wollte ich die Augen verdrehen und die ihren aufgeben, egal wie hübsch sie waren, aber sie fing gar nicht mit der ganzen Süßwasseraquarienkiste an, sondern erläuterte mir lediglich, dass sie wegen denen wenig Ahnung von Salzwasserauqarien hatte. Na um so besser, ich nämlich auch nicht.
Ich versuchte mich geschickt um die persönlicheren Fragen herumuwinden und einen guten Eindruck zu machen, damit wir uns später noch einmal wiedertreffen konnten. Und meine Anstrengungen wurden belohnt. Sie wollte noch mehr zu meinem Lebenslauf wissen, und war bereit sich dazu von mir zu einem Abendessen einladen zu lassen. Zu zweit und nicht mitten am Tag. Nicht das ich etwas gegen zu dritt und bei Tageslicht gehabt hätte, aber so umwerfend waren sicherlich weder ich, noch diese Hilde.

Dann musste ich schon packen und düste eben rüber um Mariel abzuholen und dann nach Leipzig.
Manchmal stand ich kurz davor ein Auto zu kaufne in das auch Gepäck passte oder mehr als zwei Personen, aber dann benutzte ich meines auf einer deutschen Autobahn und wusste sogleich wieder warum ich auf beides verzichtete.
Die beiden Vorstellungen verliefen gut, ich verkaufte einige DVDs und auch Bücher, nahm einige Bestellungen auf und lies es mir abgesehen von diesen lästigen Nebensächlichkeiten reichlich gut gehen.
Es gab hervorragendes Essen, unsere Unterbringung kam beinahe meiner eigenen gleich, neine eigentlich übertraf sie sie sogar, weil ich mich nicht vor meiner Meerjungdäumelinin verstecken musste und wesentlich angenehmere Gesellschaft im Bett bei mir hatte, als in dem klapprigen Reisebett unten im Keller.
Das bedeutete zwar auch schon wieder Wellness und Spa, das hatten wir am Sonntag erst gehabt, aber vermutlich verschaffte mir das etwas mehr Zeit in der kommenden Woche, nicht nur für neue Bekanntschaften mit gewissen Lucys, ich würde mich auch mal wieder bei ein paar alten Freunden sehen lassen müssen.

Freitag, 12. März 2010
Wenn man vom Teufel sprach. Auf der Rückfahrt von Leipzig, die wir erst recht spät antraten, naja eigentlich auch nicht viel später als ich sonst so aufstand, erreichte mich eine Mitteilung von Lilly. Klassentreffen, heute Abend.
Na das konnte ja was werden. Erst wollte ich überhaupt nicht fahren, aber dann viel mir ein, dass die Alternative ein überdrehter Bildhauer war, den ich mit Mariel ertragen musste, die wahrscheinlich noch hellauf begeistert wäre jemanden so was auch immerigen mal kennen zu lernen.
Dann doch lieber ein Klassentreffen mit einem Haufen Idioten die mich nicht interessieren und die ich hoffentlich auch nicht interessiere. Wobei, vielleicht gab es ja die ein oder andere…
Erstmal brachte ich Mariel nach Hause und dann ging es zu mir. Lilly hatte noch irgendwelchen Papierkram zu erledigen, aber den sollte sie auf Montag verschieben. Ich wollte jetzt lieber die Videos durchsehen, vor allem nachdem sie so gut gewesen war, die Kamera während meines kleinen Aquagirl-Lucy-Besuches kurz zu verstecken und später wieder aufzubauen. Einfach unbezahlbar die liebe Frau Schwartz.
Es war kaum etwas zu sehen, nur einmal kam meine kleine UNtermieterin aus ihrem Stein hervor um die Krabbe zu fressen, so viel zur Kommunikation.
Lilly glaubte noch immer nicht so recht an unsere Meerjungdäumelinin, dachte das wären nur von mir finanzierte Montagen oder soetwas, hielt sich aber an die Sache mit dem Buch und hatte sogar weitergeschrieben. Na sowas?
Schlummerte da etwa eine kleine Autorin?
Sie wollte heute eher Schluss machen, hatte eine Verabredung fürs Kino und zum Essen, die sie sicherlich verdient hatte.
Mit mehr als nur ein wenig Neid auf das Abendprogramm verabschiedete ich sie nach unserer allwöchentlichen Partie auf der Fechtbahn. Mitlerweile war ich mir sicher, dass sie sich absichtlich schlecht anstellte um sich darüber zu muckieren, was für eine Schufterei das hier bei mir doch war.

Danach nahm ich eine Dusche, machte mich fertig und fuhr mit Mariel zu dieser Ausstellung.
Gott sei dank erkannte sie im Laufe der ersten Stunde dann doch, was ich schon in den ersten zwei Minuten erkannt hatte. Dieser ich will den Namen hier nicht niederschreiben, war nichts als eine aufgeblasene, heiße Luft versprühende, ach lassen wir das.
Als auch nach einer Stunde sonst keine für Mariel oder mich interessanten Gäste auftauchten, zogen wir uns zurück, gingen noch gemütlich zusammen Essen, bevor ich sie um kurz nach Acht verlies um auf dieses Klassentreffen zu fahren. Konnte ja jetzt im Nachhinein schlecht zugeben, dass ich nur dorthin wollte um von der Ausstellung zu entkommen.

Um etwa 20:45 traf ich dann an unserer alten Gesammtschule ein. Dauerte ne Weile bis ich mich zurecht gefunden hatte, aber da nur noch wenig vom Schulgebäude zu so später Stunde erleuchtet war, dauerte es nicht lange bis ich die Feierlichkeiten aufgespürrt hatte. Bei der nicht vorhandenen Geräuschkulisse wohl eher die Trauerfeier. An der Tür wurde ich von unserem altem Vertrauenslehrer begrüßt, der mich nichtmal erkannte. Dämlicher Chemieheini, naja die Haare waren wohl etwas gewachsen seit unserer letzten Begegnung und auch die Kleidung und der Gehstock waren neu.
Wie üblich erntete ich so einiges an neugierigen Blicken als man mich bemerkte. Aber bei den Gedanken an Chemie regte sich etwas in mir. Eventuelle hübsche Damen mussten bis später warten bevor ich ihnen mit meiner Aufmerksamkeit schmeicheln konnte. Widerwillig blieb ich erstmal bei unserem Hans-Jürgen stehen, irgendwie war das ungwohnt. Ein Herr Arnold war da wesentlich vertrauter. Auf jeden Fall wollte ich ihn Fragen ob er das Wasser meines Aquariums mal untersuchen könnte. Es wäre sicherlich gut zu wissen, ob es das Wasser war, was einen umbrachte oder doch der Bewohner. Wie schon mit der Weintraube während des Interviews war es auch hier nicht ganz einfach eine halbwegs plausible Begründung hervorzubringen, aber wie das bei Fachdeppen so ist, war er hellauf begeistert wenn ihn jemand auf seine Kenntnisse und Fertigkeiten ansprach. Ich ließ Minute um MInute aufgeregten Chemiegeplappers über mich ergehen und hoffte, dass ich die Entnahme eines ganzen Liters aus dem Aquarium überleben würde. Lilly musste auf jeden Fall dabei sein und mir Rückendeckung geben.
Als dann die letzten qualvollen Sekunden endlich überstanden waren und ich mich weiblicheren Besuchern unseres Klassentreffens widmen wollte stürzte eine von ihnen bestürzt heraus. Einen kurzen Moment zögern. Nein, zu mager und so war mit der heute ehe nichts mehr anzufangen.
Also über lies ich die edle-Ritter-Masche unserem HaJü, ob der überhaupt etwas damit anzufangen wusste?
Leider war es dann auch gleich um den Rest der Damenwelt geschehen. Lydia und Agnes zogen sich auf die Toilette zurück, natürlich zu zweit, Ms. Ich weiß alles Sieglinde die jetzt Sekretärin war, haha, ich könnte wetten die hatte nichtmal halb so viel drauf wie Lilly, musste noch wem in den Arsch kriechen. Lydia hatte jetzt vier Kinder und hatte vorhin stolz die Fotos präsentiert. Mädchen, wofür hat denn die Wissenschaft Kondome und Pillen und all die anderen feinen Dinge erfunden? Sicher nicht um vier Kinder zu zeugen oder zu gebähren.

Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich zu meiner Unterhaltung mit den Herren der Schöpfung abzugeben, ich entschied mich für Bolle, bei dem konnte man sich wenigstens sicher sein, dass er ehrlich meinte was er sagte.
Aber zu viel Unterhaltung kamen wir nicht. Er wollte keine Bohle trinken, meinte er könne nicht aufhören wenn er erst einmal trank und hätte sich dann nicht mehr im Griff. Aber dafür trank man doch überhaupt erst zu viel oder nicht? Naja, wenn man es einfach so mit einem Gorillamännchen aufnehmen konnte, dann musste man wahrscheinlich vorsichtiger sein. Dabei hatte ich doch nur nett sein wollen, einfach so, als Ausnahme.
Mehr als ein du hast doch mal einen Jackpot gewonnen bekam ich nicht dafür und warum ich denn nicht weg gezogen wäre?
Ja verdammt ich hab den Jackpot gewonnen. Weil ich ein Gewinner bin und immer bekomme was ich will.
Ich hab nicht nur den Jackpot gewonnen, meine Shows kommen gut an, meine Bücher verkaufen sich nciht nur hier sondern auch Englischsprachig ziemlich gut und nachher würde ich dir mal zeigen, wie ich auch heute Abend noch eine Frau gewann. So. Nicht wegziehen am Arsch. Hast du mal mein Haus gesehen? Wer würde denn da wegziehen. Zieh du doch weg du, du Gorilla.
Denn es gab auch Dinge die ich verloren hatte. Dinge die mehr Wert waren als mein Haus, als mein Konto und als die Zinsen die ich jeden Monat bekam.
Dinge wie die See.
Dämliches kleines Wortspiel, aber anders konnte ich es mir kaum eingestehen.

Zum Glück ertönte ein weiterer Schrei, sodass wir nicht noch mehr Zeit miteinander verbringen mussten. Frank stürzte als erster aus dem Raum, war der nicht damals mit dieser Marina zusammengewesen? Wo war sie eigentlich, ich dachte sie hätte damals ganz gut ausgesehen.
Bolle und ich folgten etwas langsamer, aber als ich im Flur ankam traute ich meinen Augen kaum.
Lydia lag böuchlings auf dem Boden, nicht dass diese Pose nicht sehr gut zu ihrem früheren Lebensstil gepasst hätte, aber der gewaltige irgendwie goldmetallern aussehende Schleimhaufen der sich da langsam über sie schob und sich bereit machte sie wie eine Amöbe aufzunehmen und zu verdauen wirkte irgendwie abturnend. Phygozytose nannte man das glaub ich, aber Biologie war ja nicht anwesend, nur Chemie.
Frank, Bolle, und Herr Chemie machten sich sofort daran Lydia aus dem goldenen Schleim zu ziehen. Schien nicht sehr ätzend zu sein, zumindest schienen ihre Füße trotz des Tauziehens noch weitesgehend intakt. Es dauerte eine Weile, bis die drei sie befreien konnte, der Schleim war wohl stärker als unser Gorilla samt Verstärkung. Ich versuchte zunächst mit meinem Gehstock nach den Tentakeln zu schlagen, aber damit hatte ich kaum Erfolg, als ich dann den Anweisungen Arnolds folgte, für die Bolle wohl irgendwie zu dumm war zeigte dass auch nicht den gewünschten Effekt, obwohl ich mich verdammt nochmal anstrengte. Der gloreiche Retter sein machte sich immer gut. Aber wie schon in der Schule ereigneten sich nur Katastrophen wenn man versuchte zu tun was ein Lehrer sagte. Statt den Lamettablob irgendwie zu beeindrucken sorgte ich eher dafür, dass niemand mehr sehen konnte wo Lydia aufhörte und der Blob anfing, lies zu allem Unglück noch den Löscher mitten in den Schaum fallen und meinen Stab hatte ich auch nicht mehr.
So viel zum Retter oder Ritter, das konnte ich mir wohl abschminken für heute.

Irgendwie schafften die anderen es dann doch Lydia zu befreien, nur damit Bolle den Tentakeln in die Falle gehen konnte. Doch die Ablenkung nutzte ich um sie in Sicherheit zu bringen, wenn ich gegen das Viech selbst schon nichts ausrichten konnte. Während ich noch mit Lydia beschäftigt war, nein nicht so, kamen einige Leute die Treppe hoch gelaufen und begannen aus vollen Rohren zu feuern.

Ich hatte in den letzten fünf Jahren schon so einiges an Geschichten gehört, mir so einiges vorgestellt ausgedacht und niedergeschrieben. Das Lametta-Tentakelwesen war daher auf meiner Interessantheitsskalla nicht sehr hoch gestiegen. So etwas taugte vielleicht für billige Actionfilme, aber was meine Bücher anging, da brauchte ich antropomorphere Antagonisten. Mehr soetwas wie Meerjungdäumelininnen, jemand mit Verstand. Hirnlose und dazu noch überaus unästhetische Monster konnte nun wirklich keiner gebrauchen, das würde ncihtmal reichen um ein Kapitel zu füllen und selbst damit würde ich mich noch lächerlich machen.
Wer da allerdings die Treppe hochkam stieg in meiner Interessantheitsskala sofort auf Platz, lasst mich kurz nachdenken, 9 von 10. Die 10 war reserviert.
Es handelte sich um die beiden Aquagirls von gestern Mittag mit männlicher Begleitung. Hoffentlich nur was das ghostbustern anging.
Aus vollen Rohren feuernd beharkten sie das Wesen, welches nun von uns ablies und begann auf sie zuzukriechen. Wie in guten Actionfilmen oder Computerspielen, ja als ich jünger war und noch nicht wusste was die Realität zu bieten hatte, wichen sie langsam zurück und deckten es mit einem wahren Hagel aus Kugeln ein. Ich eilte an dem Monster vorbei, hob unterwegs meinen Stab auf und wollte sie im Nahkampf verteidigen damit sie weiter schießen könnten.
Allerdings kam das Wesen nicht mehr dazu noch einmal mit den Tentakeln nach jemandem zu greifen.
Die Löwin verdrückte sich, aber überlies ihre Pistole Frank, der wohl Polizist war. Hans-Jürgen war der erste Streich, doch Frank folgte sogleich. Ob ich von dem wohl mehr über meine Meerjungfrau erfahren konnte?

Auf jeden Fall war es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt und der Schleimhaufen wurde von den nächsten Kugeln mit denen Frank, Lucy und hoffentlich nicht Lucys Freund in Fetzen gerissen bis nichts mehr überblieb als ein Haufen Dreck am Boden. Von dem Mr. Chemie natürlich sofort ein paar Proben nehmen musste. Das klingt vielleicht abfällig, aber ich hätte es auch getan, wenn ich nicht gewusst hätte, dass er es sowieso nicht lassen könnte.
Also beschäftigte ich mich lieber mit jemandem, von dem man einiges mehr lernen konnte als von dem Dreck auf dem Boden, Aquagirl Lucy. Es schien ihr peinlich zu sein, als ich sie darauf ansprach und mit meinen Vermutungen die beiden wären nciht nur wegen des Interviews bei mir gewesen konnte sie nicht sehr viel anfangen. Das Abendessen aber stand noch, also vielleicht doch nicht der Freund?
Der kümmerte sich jetzt sowieso erstmal um Lydia, gemeinsam mit der Minilöwin. Da musste ich das grimmig entschlossene Gesicht wenigstens nicht ertragen. Schade, dass das Wesen dann doch so schnell den Geist aufgegeben hatte, womit sie wohl zurückgekommen wäre? Vielleicht einer Geisterfalle oder soetwas? Wie hießen die DInger noch die man dafür brauchte? Protonenstrahler?
An der Pistole zumindest war irgendwas besonderes, oder zumindest an der Munition und nur mit viel Mühe konnten wir Frank dazu überreden sie zurückzugeben, die Munition, die Pistole wollte er erst einmal sicherheitsverwahren. Scheiß Polizei.
Immerhin bestellte er Pizza für alle, damit Lucy uns alles erklären konnte.
Ich änderte meine Bestellung in einen Salat, zweimal Abendessen direkt hintereinander musste nicht sein.

Und dann lauschte ich gebannt Lucys Worten, während ich angestrengd versuchte ihre braunen Augen und Haare nicht zu offen anzustarren. Gutaussehende Monsterjägerinnen sollten verboten werden.

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Prelude: Unter dem Meer

TS-Runde Sonntag 26.02
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Celestin

Dies ist das erste Mal, das einer meiner Romane auf Begebenheiten beruhen wird, die ich nicht durch Interviews von dritten erfuhr, sondern die ich selbst erlebt habe.
Da ich noch nicht genau weiß, wie sich diese Geschichte entwickeln wird, werde ich hiermit versuchen sie von Anfang an festzuhalten. Dann kann ich später nochmal nachlesen wie eins zum anderen führte und das ich bestimmt nicht wahnsinnig geworden bin. Außerdem möchte ich mich versichern können, dass ich an den besagten Tagen nicht unter dem EInflus von bewusstseinserweiternden Mitteln stand.
Sollte ich durch meinen Kontakt zu der Nymphe ums leben kommen, was ich dadurch zu vermeiden suche, dass ich im MOment nicht bei mir sondenr bei meiner Freundin wohne, können diese Aufzeichnungen jemand anderem dienen um eine gute Geschichte daraus zu schreiben.

Freitag, 05. März 2010
An diesem Abend nahmen die Ereignisse ihren Anfang. Wie so oft auf einer meiner Parties. Nein, keine neue Freundin, auch keine Bettgeschichte. Viel mehr ging es um meine Aquarien.
Bis 22 Uhr lief eigentlich alles ganz gut. Nach und nach hätten jetzt die letzten Gäste eintreffen müssen und dann wäre alles bereit gewesen um ein richtig guter Abend zu werden. Mariel hatte leider keine Zeit, aber das sollte wohl kein Problem werden.
Hugo Hagedorn, ein düsseldorfer Designer biomechanischer Looks für Kleidung Möbel und vieles mehr, traf mit zwei jungen und überaus ansehnlichen jungen Damen ein.
Während wir uns auf dem Weg ins Wohnzimmer befanden unterhielten wir uns über mein Haus, es schien ihm zu Gefallen und der hatte einige Vorschläge zu machen, die sich gar nicht mal so schlecht anhörten. Darüber mussten wir später nochmal sprechen. Im Beisein eines meiner Aquaristen, alleine wusste ich nciht genug über die Tiere um zu entscheiden welche Aquarien man ungefährlich miteinander verknüpfen konnte und welche nicht. Außerdem würde ich mir wohl eine seiner Begleiterinnen für heute Nacht ausborgen können.
Aber schon wenige Minuten später stand mir der Sinn gar nicht mehr nach einer jungen Frau im Bett für diese Nacht und auch nciht nach Party und das obwohl die beiden ganz ordentlich für Stimmung sorgten.

Irgend so ein unbekannter möchtegern Bildhauer war gerade damit beschäftigt andere Gäste damit zu vergraulen völlig absurde Kritik an den Aquarien zu üben. Er meinte holländische Süßwasseraquarien mit Stufenweise eingepflanzten grünen Wasserpflanzn wären jetzt in. Nicht nur, dass er die Zuhörer damit langweilte, als ich ihn zum Schweigen brachte nahm die Begleiterin eines anderen Gasts das Gespräch gleich wieder auf und meinte mir was über meine Aquarien zu erzählen.
Sie war nicht nur viel zu alt oder zumindest unvorteilhaft gekleidet, sie gehörte hier auch definitiv nicht hin.
Ich meine was bildeten sie und dieser Markus Strung sich überhaupt ein?
Das hier waren Salzwasseraquarien, das ganze Haus war so designed, dass es Poseidons Palast hätte seien können und die erzählen mir einen von Süßwasser?
Thema verfehlt. Interessiert niemanden. Raus und von der Gästeliste gestrichen. Nie wieder.

Und dann besaß er auch noch die Dreistheit mich auf seine Ausstelluung am Freitag einzuladen, wo er mir zeigen würde wie man richtig feierte, wie man einen Abend besser gestaltete als hier. Bitte?
Ich konnterte mit meinem Meeresleuchten und verzückten Geräuschen die durch die Mengen gingen, bevor er ging.
Süßwasser und Ausstellung am Arsch.

Ausnahmsweise ging ich alleine und beinahe nüchtern ins Bett, über meine Aquarien nachdenkend, oder besser darüber nachdenkend warum es die Aquarien überhaupt gab.

Samstag, 06. März 2010

Am nächsten morgen wachte ich auf, ganz alleine in meinem Bett, sowas grauenvolles. Dafür war es eigentlich viel zu groß. Lies einem viel zu viel Raum für Gedanken.
Lilly war schon da und sie hatte Kaffee gemacht und Brötchen dabei, aber selbst schon gefrühstückt. Schade.
Also frühstückte ich ganz alleine, während sie sich um meine Termine und sonstige Arbeiten in der nächsten Woche kümmerte.
Außerdem war Aquarientag, ein polnischer Arbeiter machte sich daran sie alle in Ordnung zu bringen. Er war alle paar Wochen mal da und versuchte so viel Zeit wie möglich mit Lilly rauszuschlagen. Naja Pech gehabt.
Mal abgesehen davon, dass Lilly beschäftigt war, gingen seine Fragen zu den Fischen und Lebendsteinen aber auch zu den Eiweißabschäumern erstmal mich was an. Ein paar der Geräte schienen langsam den Geist aufzugeben.
Lilly recherchierte für mich und fand heraus, dass der Pole uns nicht verschaukelte und ich entschied mich für die stabilsten Abschäumer zum Ersatz. Die anderen Modelle wären zwar günstiger gewesen, aber dann müsste man sie etwa alle 2 Jahre austauschen, viel zu stressig.

Für den Mittwoch hatte ich eine Anfrage im Eldorado aufzutreten, ihr Schamane war ausgefallen und für Donnerstag eine in XXX, etwa 300km entfernt. Was das Eldorado anging war ich zunächst skeptisch, aber eigentlich warum nicht? Man konnte auch mal seinen Horizont erweitern.
Also machte ich mich selber daran etwas mehr über Western, Coboy und Indianer zu recherchieren und ein entsprechendes Abendprogramm zu erarbeiten. Mein üblicher Auftritt wäre doch irgendwie unpassend gewesen.

Als Lilly Feierabend machte, musste sie erst noch auf einen Satz Florett mit mir antreten. Sie konnte es noch immer nicht ausstehen, aber irgendwann würde ich sie schon dazu bekommen sich etwas mehr anzustrengen und sich zu verbessern.
Nach etwa 10 Minuten hatte sie sich dann ihren Feierabend und das Wochenende mehr als redlich verdient.
Ich wünschte ihrer Mutter gute Besserung samt Karte und Geschenkkorb, denn die wollte sie besuchen gehen, weil es ihr nciht so gut ging.

Dann rief ich bei Mariel an, sie war kurz beleidigt, dass ich mich jetzt erst meldete, aber das vorgeschlagene Abendprogramm brachte sie zum Sschweigen. Gott sei dank. Auf so ein Gespräch hatte ich nach gestern wirklich keine Lust.
Wir stoppten kurz an dem Problemaquarium, welches so viel Unmut auf sich gezogen hatte und ich erzählte ihr von der Kritik, zeigte ihr Bilder auf dem Organizer, aber sie war der Ansicht, dass mein Unterseepalast besser mit Salzwasseraquarien ausstaffiert wäre.
Richtige Antwort.
Nichts anderes hatte ich von ihr erwartet. Immerhin studierte sie Kunst und kannte sich mit Design aus, und das Design dieses Hauses und der Aquarien hatte einiges an guten Ideen und vor allem Geld gekostet.

Mariel hatte eine Flasche Prosecco dabei, die wir uns gemütlich in meinem Whirlpool zu Gemüte führten. Eigentlich hatte ich gleichzeitig einen Film gucken wollen, wofür hatte man sonst einen Whirlpool im Wohnzimmer.
Naja nicht so wirklich. Das Wasser war nicht zu warm, wäre es zu warm gewesen hätte es eher träge gemacht.
Und wenn ein Mann und eine Frau Abends gemeinsam mit einer Flasche Prosecco in den Whirlpool stiegen, dann war es sicher nicht in ihrem Sinne durch die Temperatur in wohlige Starre versetzt zu werden.
Nachdem wir uns ausgiebig bewiesen hatten, wie sehr wir uns vermisst hatten, vor allem nach einem einsamen Freitag Abend zogen wir uns nach oben ins Schlafzimmer zurück.

Sonntag, 07. März 2010

Am Sonntag hatte meine Laune sich dank Mariel erheblich gebessert. So war das wach werden gleich um einiges vergnüglicher. Genau wie der ganze Tag.
Ich schrieb nicht, ich übte nicht, ich führte lediglich Mariel aus nach Berlin. Wir verbrachten den Tag im ONO SPA in Berlin, ein Tag gewidmet der Entspannung und Vitalisierung.
War für die nächste Woche sicherlich notwendig, am Montag musste ich den Geräte-Austausch in all den Aquarien ertragen und dann die zwei Vorstellung und am Freitag nochmals diesen grässlichen Bildhauer.
Mariel hatte nämlich über eine Komilitonin von ihm gheört und wollte die Gelegenheit nutzen um, was auch immer. Zu zweit würde es auf jeden Fall nicht so langeweilig werden wie alleine.

Montag, 08. März 2010

Am Montag war der Pole wieder da um die Proteinabschäumer auszutauschen. Das dauerte beinahe den ganzen Vormittag, Zeit die ich nutzte um meine Westernvorstellung weiter zu verfeinern.
Nachmittags holte ich Mariel ab, sie hatte noch was für die Uni erledigen wollen und war deswegen den Vormittag zu Hause gewesen. Gemeinsam fuhren wir ins Eldorado. Ich wollte dort nach passender Kleidung für den Mittwoch Abend schauen. Es dauerte sicherlich ein Paar Stunden. Aber als ich schon komplett eingedeckt war, legte Mariel gerade erst los. Sie war mitlerweile bei den Hüten angekommen und musste Hut um Hut ausprobieren. Ich lies mir einen Stuhl bringen und genoss die Private Modenschau.
Als es dämmerte verabschiedeten wir uns von der Westernstadt, gingen essen und dann nach Hause. Anders als befürchtet, hatte sie nicht einfach alle Hüte mitgenommen, sondern blos ein Armband. Glück gehabt. Wobei ein paar der Hüte hatten ihr ziemlich gut gestanden, vielleicht besorg ich die später nochmal.

In meinem Palast überraschte ich sie mit einem extra Zimmer für sie. Sie war so oft hier, da war das hin und her fahren um an einem Kunstprojekt zu arbeiten verschwendete Zeit. Also hatte ich Lilly einen Haufen Kunstkram besorgen lassen. Nicht nur eine Kamera und einen Laptop, auch die verschiedensten Staffeleien, Farben und Pinseln, von denen mir gleich erklärt wurde wofür man welche gebrauchen konnte und warum es gut war, dass wir auch noch die kleine Tube dort drüben dabei hatten.
Zeit ist Geld meine Liebe, Zeit ist Geld und meine wollte ich nciht damit verschwenden auf dich zu warten, wenn ich dich sehen wollte.

Wie versprochen gab es dann am Abend eine private Westernvorstellung für Mariel, etwas gekürzt, ich wollte nicht den ganzen Abend verschwenden, aber Gedanken lesen übte sich alleine recht schwierig. Darum war Mariel auch nicht das beste Opfer, da ich sie langsam schon zu gut kannte. Dies war auch der Grund, warum ich niemals mit Lilly üben konnte, wir kannten uns schon seid naja, fast so lange wie ich Celestin war.
Die Kunststücke waren ganz gut, aber an meiner Körpersprache und Sprechweise musste ich noch üben, etwas kantiger und schroffer musste alles werden, damit es besser in die Westernumgebung passte.
Oben im Schlafzimmer, während der zweiten Vorstellung, machte ich mich gleich daran ihre Verbesserungsvorshläge umzusetzen.

Dienstag, 09. März 2010

Obwohl Mariel beschlossen hatte den Rest der Woche auch hier zu bleiben, eine eventuelle Geburtstagsfeier am Donnerstag würde ausfallen und so konnte sie mich auch zu allen Vorstellungen begleiten, startete der Dienstag mehr wie der Samstagmorgen als wie der Sonntagmorgen. Nicht sehr erfreulich.
Irgendetwas stimmte mit den Proteinabschäumern nicht und die ganze untere Etage stand unter Schaum. Ziemlich nervig. Zum Glück war der Boden darauf ausgelegt, das Gläser oder Flaschen, gefüllt mit Zuckerhaltigen Flüssigkeiten darauf zu Bruch gingen sodasss kein bleibender Schaden entstand. Wäre auch zu dumm gewesen, ein Haus zu haben welches beinahe zur Hälfte aus Aquarien bestand, aber einen Wasserschaden nicht vertrug.

Ich versicherte Lilly noch kurz, was ich von der ganzen Sache hier hielt, aber das hatte sie sich sowieso denken können. Sie rief sofort beim Aquarienhandel an und bestellte den Polen wieder hierher.
Als er ankam, musste er sich erstmal ordentlich die Leviten lesen lassen, aber das bekam ich nicht mit.
Ich hatte mir ein Tablett samt Frühstück geschnappt und mich in mein Zimmer verzogen, auf das Chaos unten hatte ich keine Lust beim Frühstück.
Mariel hatte schon geduscht und sich angezogen, aber als sie das Frühstück sah, lies sie sich mit Schwung wieder im Bett nieder. Bevor es aber an Croissants, Saft und Müsli ging wurde ich als Vorspeise vernascht.
Ganz nach meinem Geschmack, diese Belohnung für das Frühstück am Bett.

Den Rest des Vormittags verbrachten wir dann im Büro. Ich stellte Mariel das Buch vor an dem ich gerade arbeitete, eine Spukgeschichte, klassisch mit Gespenstern der Verstorbenen und machte ihr den Vorschlag es doch für mich zu illustrieren.
Sie war sofort Feuer und Flamme, unterbreitete mir verschiedene Vorschläge mit Alternativen und Gegenalternativen bis Lilly uns unterbrach.
Eigentlich machte sie sich meistens rar wenn Mariel und ich uns über Bücher oder Bilder unterhielten, sie mochte Mariels Art nicht, sich für wichtiger zu nehmen als Lilly und ich wussten, dass sie war.
Völlig panisch meinte sie nur er wäre tot.
Ich lies Mariel einfach unten stehen und ging gemeinsam mit Lilly hoch um nach dme Aquarienheini zu sehen.
Er lag im Wohnzimmer völlig reglos auf dem Boden. Tot.
Na Prima.
Während Lilly die Polizei rief, machte ich ein paar Fotos und sah mir die Aquarien an, an denen er gearbeitet hatten.
Irgendwas war dort, aber ich sah nicht viel mehr als einen Schatten der sich dort versteckte.
Nicht viel später war dann die Polizei hier, sie redeten viel mit Lilly, immerhin hatte sie den Mann gefunden und ein wenig mit mir, sicherten die Spuren im Wohnzimmer und schließlich wurde die Leiche fortgeschafft.
Nachdem ich Lilly einen Tee gemacht hatte und sie dazu gebracht hatte zu trinken ging ich kurz in den Keller und sorgte dafür, dass Mariel nach Hause gehen könnte, ein Taxi hatte ich ihr schon bestellt.

Als alle aus dem Haus waren, fragte mich Lilly ob sie ein paar Überstunden machen könnte, unbezahlt. Das ganze schien sie sehr mitgenommen zu haben. Sie hätte natürlich auch einfach fragen können ob ich ihr Gesellschaft leistete oder soetwas, was sie auch gefragt hätte ich wäre natürlich für sie da gewesen.
Mich störte an der ganzen Sache eher, wie wenig mich das ganze störte. Die Fragen der Polizei gingen mir nicht aus dem Kopf. Warum hatten sie mich gefragt ob ich regelmäßig Medikamente in der Vivaapotheke bestellte? Was war mit dieser Druckerei Zinke?
Unten im Büro fanden wir während ihrer Überstunden heraus, dass es dort ebenfalls Todesfälle gegeben hatte. In der Apotheke war ein Gehilfe gestorben und in der Druckerei der Sohn des Besitzers.
Allerdings waren die anderen keine Osteuropäer, wie mein verstorbener Aquarienheini.
Faszinierend.
Was glaubten die wohl hatten die drei Morde miteinander zu tun?

Um es herauszufinden brauste ich mit dem türkisem Spyder erst zur Apotheke, Lilly auf dem Beifaherersitz. Ihr einziger Einwand war es gewesen nicht fahren zu wollen. So ein Auto hatte man nicht, um es eine Frau fahren zu lassen, naja zumindest nicht ohne, aber hier sprachen wir von Lilly.
Mein Gespräch mit der Inhaberin verlief relativ erfolglos. Sie schien meine Absicht auf den Mord, ehm Todesfall hinaus zu wollen relativ schnell zu erkennen und nicht darüber reden zu wollen. EIn andermal vielleicht, nicht im Dienst, bei einer Flasche Wein und gutem Essen.
Unverrichtetet Dinge ging es dann weiter zur Druckerei, naja nicht ganz unverrichteter Dinge. Ich hatte Irgendwelche homöopathischen Zauberkügelchen und Jaohannisbeerkraut in einem Tütchen dabei.
Ziemlich nutzlos das Zeug, außer vielleicht für eine Geschichte über einen Psseudovampir. Mal schauen, was man da noch rausholen konnte. Ein Andermal.
Zu dem Inhaber der Druckerei baute ich schneller Kontakt auf und es gelang mir ein paar Infos über seinen Sohn herauszufinden. Ich sprach ihm mein Beileid aus und verglich die Notizen im Wagen und beim Mittagessen mit Lilly mit ihren Erinnerungen an den Polen. Er hatte immerhin das ein oder andere Mal versucht was mit ihr anzufangen. Zum Glück war sie nie drauf angesprungen, sie hatte Besseres verdient. Wie der Druckerei-Junior war er ziemlich langeweilig.

Wieder in meinem Palast scherzten wir darüber, dass sie jetzt ein Buch für mich schreiben würde. Ich fand das ganze noch immer ziemlich seltsam, als mir der Schatten im Aquarium wieder einfiel. Kurz lies ich Lilly allein im Keller zurück und nahm mir nochmal das Aquarium im Wohnzimmer vor.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass ich seid über einer Woche keine Drogen außer ein bisschen Alkohol und Nicotin zu mir genommen hatte. Keine.

Völlig nüchtern, aber wohlgenährt, im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte sag ich also eine etwa 5cm große nackte Asiatin mit langen dunkelbraunen Haaren in meinem Aquarium.
Als sie bemerkte, dass ich sie beobachtete, setzte sie sich anders hin, so dass ich sie besser sehen konnte, als ob sie für mich posierte. Verrückt.
Nicht, dass ich etwas gegen nackte, nasse Frauen in meinem Haus gehabt hätte, in der Regel genoss ich sie eher, als mich an ihnen zu stören, aber diese war dann doch irgendwie zu klein. Und vermutlich ein bisschen zu mordlustig.
Ich wollte Kontakt aufnehmen, winkte ihr zu aber das verschreckte sie und schwupps war sie fortgeschwommkrabbelt.
Immerhin hatte ich ein Foto.

Mit dem konnte ich Lilly überzeugen, dass ich nicht verrückt war, als ich ihr auftrug entsprechendes zu recherchieren, während ich selbst mich auf in den nächsten Elektrohandel machte. Ich kaufte eine ordentliche Kamera mit entsprechender Macrofunktion, die ic vor dem Aquarium aufbaute.
Unter äußerster Vorsicht schrieb ich der kleinen Frau eine Nachricht und lies den Zettel samt Bleistiftbruchstück ins Aquarium fallen, gezeigt hatte sie sich noch immer nicht noch einmal.

Den Rest des Tages verbrachte ich gemeinsam mit Lilly vor dem Computer und machte mich schlau übe Nymphen und entsprechende Phänomene. Dann fuhr ich Lilly nach Hause und mit einer Flasche Absinth und kunstvollem Löffel gleich weiter zu Mariel. Das Wissenschaftler weder die euphorisierende noch die aphrodisierende Wirkung bestätigt hatten kümmerte weder sie noch mich, als wir die Erlebnisse des Tages, aber auch die Flüssigkeit auf angemessene Art und Weise verarbeiteten.

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Celestin Moreau

Name: Celestin Moreau (Bartholomäus Silverstein)
Apparent Age: early 30s
Mental Attributes: Intelligence 2, Wits 3, Resolve 2
Physical Attributes: Strength 2, Dexterity 3, Stamina 2
Social Attributes: Presence 3, Manipulation 2, Composure 2
Mental Skills: Academics 1, Computer 1, Investigation 1, Occult 3, Science 1
Physical Skills: Athletics 1, Drive 1, Larceny 1 (Taschenspielertricks), Weaponry 1
Social Skills: Empathy 2 (Gedanken Lesen), Expression 3 (Kunststücke), Persuasion 2, Socialize 1, Streetwise 1, Subterfuge 2
Merits: Striking Looks 2, Finanzmittel 5, Sprache 2 (Englisch/Latein), Ruhm 2, Gefolgsleut 3
Willpower: 4
Moral: 7
Virtue: Glaube
Vice: Völlerei
Health: 7
Initiative: 5
Defense: 3
Speed: 10
Size: 5

Meister Moreau ist auch ohne seine Insel neben Angela Merkel und Wolfram Köhler eines der bekanntesten Gesichter in Templin und auch Berlin, wo er oft seine Abende verbringt. Er besucht dort Clubs zum Feiern und verbringt die eine Nacht mit einer jungen Studentin und die nächste mit einem Model oder einer Schauspielerin.

Doch nicht allen Beschäftigungen, denen er nachgeht, um von dem, was ihn eigentlich bewegt abzulenken, kann er in Berlin nachgehen.
Die ausschweifendsten Feste und Orgien ereignen sich in Templin in seinem Haus, welches definitiv zu den Sehenswürdigkeiten Templins gehört.
Auf einem großen grünen Grundstück, mit Rasenflächen, Gebüschen und Teichen, fügt sich ein organisch aussehendes, muschelartiges Haus in die Landschaft.
An dem Haus gibt es keine einzige Ecke, alles ist rund und schnörkelig, wie gewachsen.
Die vorherrschenden Farben sind blau, grün und türkis, die in ungezählten Schattierungen aufeinander treffen. Im Inneren, in dem es genauso wenig Ecken gibt, werden sie ergänzt durch die bunten Farben der Fische, die in zahlreichen Aquarien in den Wänden wie sich bewegende Gemälde den Eindruck erwecken, man befände sich in einem Palast am Boden des Meeres. Abgerundet wird dieser Eindruck von einem tiefblau beleuchteten Whirlpool, der sich in der Mitte des Wohnzimmers auf dem Bode befindet.

Hier finden die Partys statt, bei denen nicht nur Alkohol fließt, sondern auch LSD und Mescalin konsumiert wird. Eines Tages würden diese Stoffe seinen Verstand öffnen, ihn genug geweitet haben, damit das, was er jetzt in seinen Shows vorspielt, zur Realität werden kann.
Sein Geld verdient Celestin Moreau mit dem Schreiben und Verlegen von Büchern sowie zahlreichen Bühnenshows. Er tritt als Illusionist und Gedankenleser, als großer Zauberer auf, der verächtlich auf die Talente aus Uri Gellers Show herabblickt.
Doch kann man sich mit solchen Büchern und Shows, die im Zeitalter moderner Spezialeffekte keinen mehr interessieren, noch einen solchen Reichtum erwirtschaften?
Man kann nicht, aber darüber ist sich außer seiner treuen Assistentin Lilly Schwartz, ein paar Angestellten verschiedener Sparkassen, noch weniger Menschen mit verdammt gutem Erinnerungsvermögen keiner mehr bewusst.

Zu sehr werden sie von den Skandalen, den Auftritten, den Büchern und den vielen jungen und hübschen Frauen, mit denen er sich zeigt, abgelenkt. So abgelenkt, dass sie sich nicht erinnern können, dass es Celestin Moreau erst seit etwa 5 Jahren gibt.
Der große Illusionist war aus dem unbändigen Verlangen eines jungen Mannes geboren worden, der mehr sein wollte als ein einfacher Angestellter. Der etwas Besonderes sein wollte.

Denn das war Bartholomäus Silverstein nie gewesen.
Sein Vater war ein erfolgreicher Ingenieur, der weltweit Kraftwerke verkaufte, dadurch waren die Silversteins nicht reich, aber es ging ihnen immer gut und mangelte ihnen an nichts.
Seine Mutter kümmerte sich um den Jungen und um den Haushalt, unterstützt von einer Haushälterin, verschiedenen Nachhilfelehrern und allem, was Geld kaufen konnte.
Trotzdem wurde aus Bart, wie man ihn in der Schule nannte, kein großer Naturwissenschaftler, wie es sich sein Vater wünschte, und auch in keinem anderen Fach machte er durch gute Leistungen auf sich aufmerksam.
Er erbrachte seine Leistungen und rutschte mit Noten zwischen gut und ausreichend durch das Schulleben. Damals war er noch ein ganz normaler Junge gewesen, der durch Streiche, laute Musik, Alkohol und Zigaretten versuchte seinen Eltern zu zeigen, dass er nicht in ihren Fußstapfen folgen wollte.
Nach der Schule begann er eine Ausbildung bei der Stadtverwaltung und begann dort sein Dasein als einfacher Angestellter der von 8 bis 17 Uhr sein Dasein im Büro fristete.
Seine Eltern waren nicht begeistert, aber wenigstens hatte er seine rebellische Natur aufgegeben und begonnen, ein „anständiges Leben“ zu führen.

Während seiner Ausbildung lernte er die junge Sozialarbeiterin Océane kennen, in die er sich gnadenlos verliebte.
Nach einem halben Jahr gemeinsamer Aktivitäten zogen die beiden zusammen.
Sie gingen nicht nur zusammen schwimmen und joggen, sondern besuchten auch regelmäßig Theater oder Konzerte in Berlin, ließen sich aber auch genug Freiraum für Hobbys, die der andere nicht teilte.
Bart stöberte in diesen Zeiten durch Bibliotheken und verschlang obskure Bücher. Trotz seines Bilderbuchlebens sehnte er sich danach, etwas Besonderes zu sein, jemand Großes, Bedeutsames.
Ohne dabei zu erkennen, dass seine Beziehung zu Océane etwas Großes war.

Dann eines Tages, er war gerade 22 Jahre alt, sollten alle seine Wünsche in Erfüllung gehen.
Es war, als hätte er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen.
Beim Lotto wurde gerade um einen besonders großen Jackpot gespielt und er dachte, vielleicht hätte er ja Glück, als er sich aufmachte, den ersten Lottoschein seines Lebens ausfüllte und abgab.
Jackpot, ganz alleine. Vom einen auf den anderen Tag war Bartholomäus reich.
Einer der größten Gewinne in den letzten Jahren.
Anders als so viele vor ihm spendete er nichts an wohltätige Organisationen und behielt seinen Beruf, mit dem er gerade erst begonnen hatte, nicht bei.

Er wollte seine Träume verwirklichen.
Er stürzte sich mehr und mehr auf das Okkulte und vernachlässigte seine Freundin, bis sie ihn wenige Monate nach Beginn der Veränderungen verließ.
Er war nicht mehr der junge Mann, den sie einst kennen gelernt und geliebt hatte, das Geld hatte ihn verändert. Aus den Träumereien und romantischen Fantasien war ein fieberhafter Wahn geworden, den sie nicht länger ertragen konnte.
An dem Tag als Océane ihn verließ, zerbrach etwas in Bartholomäus.

Seit diesem Tag trägt er keine Liebe mehr im Herzen, versucht den Schmerz mit flüchtigen Bekanntschaften und Sex zu ersticken, ihn mit Drogen zu ertränken, während er weiter seinem Traum von Magie, von etwas Großem nachjagt.
Er bereist die Welt, tritt auf jedem Kontinent auf und interviewt die verschiedensten Menschen zu Erlebnissen, die man als paranormal bezeichnen könnte.
Diese schmückt er dann zu Romanen aus, in denen eine junge Detektivin mit den entsprechenden Ereignissen fertig werden muss.

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