Interludium: Reisevorbereitungen

Tisch-Runde Freitag 20.04.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Tomás (Brujah), Viktor (Lasombra)

Rasch flohen die Kainiten von der mit Blut, Asche und Unrat besudelten Hügelkuppe unter der die Kathedrale lag.
Kurz vor EInbruch des Tages erreichten sie Sorins Burg in die sie alle eingeladen wurden, alle bis auf Durga und Melissa. Auch der Wagen war nicht länger willkommen und stand gefährlich nahe an der Schlucht.
Das Gespräch welches sich daraufhin zwischen Durga und Sorin entwickelte verstanden nicht alle und nach einer kurzen Unterbrechung durch Adonai und Viktor zogen die beiden sich gefolgt von Melissa in einen Besprechungsraum zurück um das geschlossene Bündnis und den Zwist der zwischen ihnen stand zu bereden.

Am nächsten Abend brachen sie Richtung Kronstadt auf, wo sie etwa zwei Wochen später wieder ankamen und sich um ihre Angelegenheiten kümmerten, bis etwa zwei Wochen später Besuch aus Ungarn eintraf. Die Priesterin, welche die Hochzeitszeremonie durhführen sollte, samt eines Brujahs als Leibwächter war eingetroffen. Auch Vlad war noch bei Durga zu Gast. Er hatte sich allein aus der Kathedrale gekämpft und war den Reisenden später über den Weg gelaufen und aufgelesen worden. Er brauchte etwas Zeit für sich, wollte von nun an nicht mehr Spielball der großen Tzimiscen sein, sondern selbst bestimmen wer ihn wann verwandelte. Eine Andeutung zu diesem Thema seitens Adonai schien ihn sehr zu interessieren.

In der anschließenden Versammlung des Klüngels offenbarte Durga den anderen, dass die Zeremonie nicht in Kronstadt stattfände, sondern in Indien, da man sich auf die Suche nach einem Heiler für ihr geschwächtes Klüngelmitglied begeben müsste.
Außerdem offenbarte sie ein weiteres Ziel, Rache. Von nun an sollten alle danach streben mächtiger zu werden, ihre Schwächen auszugleichen und ihre Stärken auszubauen um sich für einen Kampf gegen Shukaris zu wappnen. Er sollte nicht bald statt finden, man machte sich keine Illusionen. Nicht in den nächsten Jahrhunderten aber Shukaris würde sterben. Nein nicht nur er würde sterben, auch alle seine Verbündeten sollten fallen.
Dieses Bündnis bekräftigten sie indem jeder, außer Melissa, von seinem Blut gab, auf den Sari den Shukaris ihr vor langer Zeit zum Geschenk machte, und zusah, wie dieser in Brand gesteckt wurde und langsam verbrannte.

Hinterlasse einen Kommentar

Der Berliner Elefant

TS-Runde Montag 02.04.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Celestin (stinkend reicher Mentalist), Bolle (Automechaniker und Hühne), HaJü (Chemielehrer), Frank (Polizist und Zombielarper)
Plus 2 Solositzungen mit Clawdeen

Freitag 12. März

So spannend waren ihre Worte dann leider doch nicht, dafür war sie umso umwerfender, wenn sie ein Stück Pizza abbiss, kaute und herunterschluckte.
Wäre ich doch nur schon alleine mit ihr gewesen, die anderen befanden sich noch in der Phase des vielleicht nicht Glaubens, in der Phase, in der sie die Verrücktheit der Welt anzweifelten.
Ich, ich hab ne Zahl gefunden und die Zahl hat mich zum Gewinner gemacht. Ich hab mit Leuten gesprochen, die mir ziemlich unglaubwürdige Gespenstergeschichten erzählten und ich habe Bücher daraus gemacht, weil es irgendwie Spaß machte. Weil ich andere daran teilhaben lassen wollte, aber zu behaupten es gäbe Gespenster.
Naja, ich war wohl schon exzentrisch genug.
Zwischen den größtenteils langweilig bis nervigen Fragen meiner ehemaligen Mitschüler und meines Lehrers konnte ich auch ein paar interessante mogeln.
Mir ging es da eher um meine Mini-Arielle.
Ich musste dem kleinen Frauchen unendlich dankbar sein, sie hatte mir bewiesen, dass an den Gespenstergeschichten mehr als Einbildung dran war.
Sie hatte dazu geführt, dass ich die Aquagirl-Leute kennen lernte und damit Lucy.
Ein ähnliches Gespräch wie jetzt hätte es vielleicht auch etwas später, auf andere Art und Weise geben können und vor allem ohne dieses „Da muss es doch eine Regierungsbehörde für geben“- Geplapper.

Jetzt zu den Top-Nachrichten. Lucy, Hilde und der Kerl arbeiteten nicht nur zu dritt, in Berlin gabs noch ein paar mehr von denen, mit einer kleinen Filiale und sie hatten eine Precog. ESP. Außerdem schnappte ich sowas wie Lernen im Zusammenhang mit deren Precog auf. Bingo.
Gewinner und jetzt hatte ich den Hauptgewinn.
Danke, kleine Meerjungfrau, das werd ich dir niemals vergessen.
Auch schien Lucy nicht mit dem anderen Kerl, der sich gemeinsam mit Hilde um die Weiber kümmerte, zusammen zu sein oder so.
Dann wurde noch geputzt. Hilde und HaJü erwarteten sowas wie, dass ich mit aufräumte. Mal ernsthaft, Leute, für sowas gibt es Putzfrauen. Wenn ihr hier rumballert und den Wackelsteinpudding überall verteilt und das dann nachts wegmachen wollt, dann ist das euer Problem. Hättet ihr gewartet, hätte ich für morgen früh ne Reinigung organisiert. Naja, nicht mein Problem. Auf jeden Fall tat es gut, der grummeligen Löwenfrau beim Putzen zuzusehen und aus ihrer Reaktion wusste ich, dass ich verstanden wurde.
Wäre sie irgendwie nicht da gewesen, oder hätte noch was anderes zu tun gehabt und Lucy hätte alleine putzen müssen, wäre der ganze Sachverhalt natürlich ein anderer gewesen. Also erst mal warten. Dann schlug ich ihr vor, sie nach Hause zu fahren, was sie erst mit den anderen beiden absprechen musste, bevor sie einwilligte.

HaJü drückte ich noch eine Visitenkarte in die Hand, damit wenigstens der eine, der sich nicht total dämlich angestellt hatte, was die ganze Angelegenheit betraf, mit mir Kontakt aufnehmen konnte, falls er mal Redebedarf hatte oder sowas.
Außerdem wollte ich mich ja noch wegen des Wassers bei ihm melden, von daher schadete es sicher nicht, wenn er auch die Möglichkeit hatte, sich bei mir zu melden. Auch hier wurde wieder erwartet, dass ich da blieb, um – keine Ahnung – das Buffet wegzuräumen. Stümper.
Ich fuhr lieber Lucy nach Hause, viel interessanter. Außerdem konnte ich so noch ein wenig privat mit ihr sprechen und unser gemeinsames Abendessen auf den morgigen Abend legen.
An der Tür zu dem Haus, in dem sich ihre Wohnung befand, trennten wir uns, ohne Umarmung und Kuss oder dergleichen. Sehr schade, hätte gerne gekostet.
Die Chance, ihre Wohnung zu sehen hab ich aber vertan, indem ich ihr meine Not um einen Schlafplatz offenbarte, gleichzeitig aber auch noch mein Bedürfnis nach Luxus zum Ausdruck brachte. Verspielt. Da müsste ich das nächste Mal vorsichtiger sein.

Wieder im Auto überlegte ich, welches Hotel ich nehmen würde und entschied mich für Hotel Mariel. Sie war nur gerade so eben noch wach, aber ich war auch schon ziemlich müde, daher hätte ich mit einer putzmunteren Mariel nichts mehr anfangen können.
So kuschelten wir uns nur zusammen in ihr Bett und schliefen dann auch schon ein.
Am nächsten Morgen ließen wir es uns erst mal gut gehen, nicht nur, was das von mir bestellte Frühstück und die gemeinsame Dusche anging. Dann verabschiedete ich mich recht zügig, hatte heute noch so einiges vor, und von dem meisten musste Mariel nichts wissen, da es Punkte beinhaltete wie Lucy einen Bikini zu kaufen, damit sie heute Abend mit mir in den Pool steigen konnte, mit ihr um 20 Uhr essen zu gehen und auch, mir einen als Gehstock getarnten Rapier anfertigen zu lassen.

Die Mitte sollte sich als am schwierigsten erweisen, derlei Klingenwaffen waren in Deutschland verboten und daher wollte der Schmied mir keine verkaufen. Ob ich irgendwie auf legalem Weg daran kam, wusste er auch nicht, da würde ich dann wohl den Frank mal fragen müssen. Irgendwozu musste so ein nerviger Polizist ja auch gut sein. So wie Bolle. Der wollte für mich, auf eine Bitte hin, Ausschau nach einem gebrauchten VW-Bus halten. Entweder würde ich in Zukunft öfter mal mit dem Lehrer und meinen ehemaligen Klassenkameraden unterwegs sein oder mit Lucys Leuten. Wie dem auch sei, sah ich Zeiten auf mich zukommen, in denen lediglich ein weiterer Sitzplatz nicht ausreichen würde. Hatte mich am Donnerstag schon geärgert, dass ich nicht Lilly und Mariel hatte mitnehmen können. Beim Verkauf der DVDs und Bücher hätte mir Lilly sicher gut zur Hand gehen können.
Manchmal wunderte ich mich, warum ich das alles überhaupt mache, aber dann denke ich schnell an Fluch der Karibik: „Nimm was du kriegen kannst und gib nichts wieder zurück!“

Samstag, 13. März

Pünktlich um 19:55 Uhr hielt ich unten an der Straße, wartete und gab dann per Telefon Bescheid, dass ich da war.
Ich führte sie zu einem Chinesen aus und aß ein bisschen von allem, aber insgesamt nicht zu viel, mit vollem Magen würde aus meinen restlichen Plänen für den Abend nichts werden. Zu allem gab es für mich ein Radler und für Lucy Weißwein. Ich sollte mir vielleicht neben dem VW-Bus noch ein weiteres Auto samt Chauffeur zulegen, damit ich auch trinken konnte.
Bei mir angekommen ging es auf stillen Sohlen, ohne Schuhe, ins Wohnzimmer, um uns an die Meerjungfrau anzuschleichen. Das wäre sicherlich nicht nötig gewesen, denn als sie uns erblickte, kam sie von allein heraus und begrüßte Lucy, oder doch mich, ich war mir nicht ganz sicher.
Auf jeden Fall schien sie um einiges zutraulicher zu werden.
Ich wollte Lucy demonstrieren, wie sie eine Krabbe fraß, aber sie machte sich große Sorgen um unsere Sicherheit.
Die Meerjungfrau hatte nämlich nicht nur meinen Aquarienputzer auf dem Gewissen, sondern auch noch zwei weitere Personen in Berlin und in Templin. Vermutlich nicht meine, aber insgesamt schienen diese Wesen recht mordlüstern zu sein.
Schade. Hoffentlich behielt meine ihre guten Manieren bei, ich hätte sie gerne in angemessenem Maße für die Veränderungen, die sich in meinem Leben nach und nach einstellten, belohnt.
Mit meiner Antwort hatte sie definitiv nicht gerechnet, aber trotzdem begleitete Lucy mich in den Keller, wo ich sie zu meiner Fechtbahn und den Spinden führte. Nicht nur das Anlegen der Ausrüstung, um die Nixe zu füttern gefiel ihr, sie schien einem Duell nicht abgeneigt, was wiederum mich erfreute.
Etwa zwanzig Minuten später waren wir wieder oben, diesmal ganz in Weiß, mit Masken aus Drahtgeflecht, um unsere Köpfe zu schützen.
Ich kam mir ein bisschen dämlich vor. Die Nixe hatte mich bis jetzt nicht angegriffen und ich glaubte nicht, dass sie dies noch tun würde, aber um Lucy zu beruhigen und vor allem sie in dem Anzug zu sehen, war mir ein bisschen Albernheit ganz recht.

Diesmal stand eine Krabbe auf dem Speiseplan, ein Stück Rinderfilet und Banane. Rinderfilet mochte sie lieber als die Krabbe und verputzte es blitzschnell, ziemlich beeindruckend für ihre Größe. Ein Schwarm von denen würde auch dem Ruf von Piranhas alle Ehre machen.
Am interessantesten war ihr Verhalten bezüglich der Banane. Ihr schien die Konsistenz zu gefallen und sie setzte sich nicht nur auf die Scheibe, sondern rieb sich auch damit ein, bis sie über und über beschmiert war mit Bananenmatsch. Ziemlich gute Idee, die würd ich später mit Lucy mal aufgreifen.
Die Nixe riss sich auch ein paar Stückchen von der Banane ab um diese zu probieren, aber es schien nicht ihren Geschmack zu treffen.
Definitiv Fleischfresser.

Lucy beunruhigte das zutrauliche Verhalten meiner Nixe mir gegenüber ein wenig, aber ich genoss es. Sie meinte vielleicht wäre es eine Masche um näher an mich ran zu kommen, um mich kalt zu machen. Mit Maschen kannte ich mich aus, die der Nixe gefiel mir ganz gut, trotzdem werd ich den Teufel tun und ihr die Gelegenheit geben, meine bloße Haut zu berühren, auch auf die Zange würde ich nicht verzichten. Lieber kein Körperkontakt mit der 5cm großen Nixe und dafür nicht mit ner Lunge voller Wasser auf dem Boden liegen. Irgendwie unheimlich, dass so ein kleines zierliches Ding mit dem Tod in Verbindung stehen soll, so gefährlich sein sollte.
Auf der anderen Seite gab es auch irgendwelches Giftgetier, Fische, Spinnen, Wanzen, die so übel sind, dass ein Stich ein Todesurteil war. Dann doch lieber kleine nackte Frauen, definitiv mehr mein Stil.

Wo wir schon mal die Anzüge angelegt hatten, konnten wir auch gleich den Keller unsicher machen. Allerdings gab es heute Abend noch so viel zu tun, dass kaum mehr Zeit als für eine Runde blieb. Wie Lilly hatte sie nicht wirklich eine Chance, aber sie zeigte deutlich mehr Ehrgeiz. Vielleicht würde ich dann endlich mal einen würdigen Gegner haben, um auch meine Fähigkeiten zu trainieren. Was ich gegen den Steinschleim hatte ausrichten können, hatte mich gelinde gesagt mehr als frustriert. Aber ich hatte es im Hinterkopf gehalten. Wenn es gefährlich wurde, bräuchte ich Leute wie Frank und Bolle an meiner Seite, die sich um die körperlichen Arbeiten bei der Erforschung des Übernatürlichen kümmerten.

Dann ging es nach oben auf die Couch, die ich direkt vor dem Pool positionierte, um die Überwachungsvideos meines neuen Lieblingsaquariums zu schauen. Während wir die Videos durchschauten, ließ ich den Pool schon mal eine vernünftige Temperatur von 31° C annehmen und öffnete die Abdeckung, um meine Füße im Wasser baumeln zu lassen.
Die alten Überwachungsvideos waren nichts im Vergleich zu dem, was meine Nixe, ich sollte ihr dringend einen Namen geben, gerade abgeliefert hatte. Aber in den Aufzeichnungen von gestern bis heute Abend fanden sich noch einige interessante Szenen.
Einmal spielte sie mit der Rosine Fußball, was mich dazu veranlasste zu überlegen, ihr etwas zu spielen zu kaufen. Der Catwalk entlang der Fensterfront des Aquariums war nicht schlecht, aber am besten gefiel mir was sie mit dem Bleistift unternahm. Sie probierte ihn noch einige Male, aber da er nicht aus Fleisch bestand, begeisterte er sie weiterhin nicht wirklich. Dafür stellte sie ihn auf, rammte ihn in den Boden und hielt sich mit ausgestrecktem Arm daran fest, während sie mehr als possierlich im Kreis darum herum schritt. Noch etwas Übung und sie würde eine prima Stangentänzerin abgeben.
Alles ganz nett, aber ich hätte zu gerne mit ihr kommuniziert. Sie hätte den Bleistift besser verwenden können, um mir damit eine Nachricht zu schreiben, aber es war wohl zu viel verlangt von ihr zu erwarten, unsere Sprache zu sprechen oder gar zu schreiben. Vielleicht konnte ich irgendwann mit einem Unterwassermikrofon und entsprechendem Lautsprecher mit ihr kommunizieren.

Aber Nixen beiseite, langsam wurde es Zeit, sich der Frau neben mir zu widmen. Mit einem Bad im Pool war sie einverstanden, aber der Bikini, den ich ihr gekauft hatte, den schien sie mir irgendwie übel zu nehmen, nur um dann nackt in den Pool zu steigen. Etwas anzuziehen nur um es dann wieder auszuziehen, erschien ihr sinnlos. Schade eigentlich, eine Frau in Unterwäsche oder Bademode sah viel interessanter aus als eine nackte. Die Gedanken daran, was wohl verborgen war unter einem Hauch von Nichts, die Vorfreude des Auspackens machten das Anlegen von Stoff in meinen Augen definitiv den Aufwand wert. Trotzdem wollte sie mir den Spaß nicht gönnen.

Ich selbst war mit Hose und Hemd in den Pool gestiegen und war mir darüber im Klaren, dass es alleine ziemlich lächerlich werden würde, wenn ich versuchte, mich auszuziehen. War also auf ihre Hilfe angewiesen.

Was danach geschah, war nicht, was ich erwartet hatte. Irgendwie war ihr die Lust vergangen, so grauenvoll konnte die Vorstellung von dem, was unter meinem Hemd verborgen lag, doch gar nicht sein? Aber statt mich aus Hemd und Hose zu schälen, half sie mir nur bei dem Hemd und die Hose blieb, wo sie war. Sie entschuldigte sich und redete etwas von falschen Signalen. Ich würde sie nicht falsch nennen, nur irreführend. Welche Frau begleitete einen Mann nach dem Dinner nach Hause, gut, eine Jägerin, aber ging dann auch noch vollkommen nackt mit ihm in den Whirlpool und wollte dann weiter nichts?

Was ich noch weniger verstand waren ihre Küsse, vor allem die nach dem Rückzieher. Sie wollte nicht auf eine Liste. Ich ging einfach mal davon aus, dass sie die Liste der Frauen meinte, mit denen ich ein paar Mal im Bett war? Nicht ganz einfach, ich führte keine Listen, zumindest nicht über die Frauen, mit denen ich mal Spaß gehabt hatte. Dafür führte ich eine Liste mit Frauen, bei denen meine Küsse echte Zuneigung bedeuteten und nicht bloß Teil eines Vorspiels waren, um in Stimmung zu kommen. Eine nicht sehr lange Liste. Sie war Nummer Vier. Eins und zwei konnte man kaum zählen, sie waren noch in der Schule gewesen, als ich noch jung und unerfahren war. Nummer Drei war Oceané. Und jetzt saß ich hier mit Nummer Vier im Pool und meine Welt drehte sich im Kreis.

Wie konnte man nicht mehr wollen und dann solche Küsse geben? Wie gut ihre Küsse mir gefielen, hätte sie außerhalb des Wassers an meiner ausgebeulten Hose erkennen können. Mir schwante Übles für den Rest des Abends.

Schließlich verließen wir mein Wohzimmer samt Badeparadies, ich trocknete sie ab, half ihr in ihre Klamotten und konnte immer noch nicht fassen, dass ich ihren Rückzieher einfach so hin nahm. Ich hatte keine Sekunde darüber nachgedacht, dass es Teil eines Spiels war, dass sie vielleicht hoffte, von mir zu etwas anderem überredet oder gar verführt zu werden. Ich war ein wenig enttäuscht und ihr „Ich mag dich“ war definitiv kein Ersatz dafür, was man sonst hätte gemeinsam erleben können. Aber dieses „Ich mag dich“ war anders. Es hatte irgendwas Ehrliches. Ich konnte ihr nicht böse sein, irgendwie hatte sie mich verzaubert. Hatte mich dazu gebracht, mehr von ihr zu wollen als eine schnelle Eroberung und ein paar Nächte oder vielleicht auch Monate erfüllt von wilden, schlaflosen Nächten. Aber nicht durch ihre Verweigerung. Wenn das so einfach wäre, dann wäre ich nicht Meister Moreau und sie hätte vermutlich niemals von meinem Ruf, was Frauen anging gehört. 21-jährige Mädchen, nein, Jägerinnen sollten nicht so küssen dürfen, sollten nicht so gucken dürfen, sollten mich nicht verzaubern dürfen.

Ich geleitete sie durch den Flur zurück zum Eingang und half ihr in Schuhe und Jacke. Die ganze Zeit darauf bedacht, keine Miene zu verziehen und den Unmut meiner Geschlechtsorgane über die nicht gehaltenen Versprechen zu verbergen. Baggy Pants wären sicherlich wesentlich geeigneter dazu gewesen, mir eine angenehme Gangart zu ermöglichen, aber etwas derart Geschmackloses befand sich nicht in meinem Besitz und wäre auch nicht weniger unauffällig gewesen.

Wir mussten nicht weit fahren, übernachteten in einem Hotel in Templin. Ich hatte angerufen, als ich sie allein im Pool zurückließ, um Handtücher und neue Klamotten zu besorgen. Vorsichtig versuchte ich unsere Gespräche und Neckereien in eine Richtung zu leiten, in der ich herausfinden konnte, wie sie sich vorstellte, ja, was eigentlich? Da war ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz sicher, vermutlich bekam ich deswegen keine gescheitere Antwort als Weltfrieden. Mit einem Lächeln, welches mir zeigte, dass meine Frage mindestens so seltsam war wie die Models, die ihn sich sonst wünschten, komisch.

Es gab zwar noch zwei Einbettzimmer, aber nach denen stand mir definitiv nicht der Sinn. Ich war allerdings doch etwas überrascht, als in dem Zimmer nur ein Bett stand, ziemlich ehebetthaft. So hatte ich mir das nicht vorgestellt und Lucy wohl auch nicht. Zumindest benahm sie sich nicht, als ob sie eine Nacht mit mir im Bett hatte kommen sehen. Also rief ich den Zimmerservice und ließ uns eine weitere Decke bringen und ein paar Kissen. Lucy guckte mich fragend an, während ich die Kissen als Trennwand im Bett positionierte und ihr den Deckenbezug reichte, damit sie ein Nachtgewand hatte.

In den nächsten schlaflosen Stunden versuchte ich herauszufinden, was sie unter „Ich mag dich“ verstand und was das für mich bedeuten sollte, aber irgendwie kamen wir da aus zwei ganz verschiedenen Welten. Außerdem versuchte sie ihre Vorstellung davon, wie ich mich verhalten sollte, auf mich abzuwälzen. Wenn ich wüsste, was sie von mir erwartete, dann hätte ich ja wohl nicht gefragt. So blieb sie dabei nicht auf irgendwelchen Listen landen zu wollen.

Mittlerweile waren wir im Bett gelandet. Sie nackt, ich mit Shorts, nur getrennt durch die Wand aus Kissen, die ich errichtet hatte. Wie gerne hätte ich diese Wand durchbrochen, sie berührt, liebkost und geküsst, bis sie ihren Widerstand aufgegeben hätte, bis wir zusammen sein könnten. Danach wäre sie nicht auf einer Liste gelandet, ich wäre nicht meines Weges gegangen und hätte das nächste Ziel gejagt. So wie ich mich danach sehnte mit ihr zusammen zu sein, von ihr zu lernen, sie zu beobachten und vielleicht einmal gemeinsam zu jagen, so sehnte sich auch mein Körper danach, mit dem ihren zusammen zu sein. Für mich waren das zwei unterschiedliche Verlangen, die bei ihr zusammen liefen, sonst aber nicht immer Hand in Hand miteinander gingen.

Nehmen wir Lilly zum Beispiel, sie bedeutete mir ziemlich viel und ich würde beinahe alles für sie tun, aber sexuelles Verlangen war da irgendwie noch nie ein Thema gewesen. Und das sicher nicht, weil sie schlecht aussah. Mariel auf der anderen Seite war verdammt gut im Bett und als Künstlerin auch nicht ganz uninteressant, aber irgendwie war sie doch zu jung und naja, wäre sie nicht so überaus gut darin, meine Unersättlichkeit zu stillen wäre es wohl bei den paar anfänglichen, mehr als heißen Begegnungen auf diversen Partys geblieben. Lucy war kaum älter, aber ganz anders. Was sie erlebt hatte, die Jagd hatte sie gezeichnet, sie älter werden lassen, als sie aussah. So versuchte ich es zur Abwechslung mal mit der Wahrheit und versprach ihr alles, was ich geben konnte.

Wie sich das für schlaue Frauen gehörte, wollte sie wissen, was das für mich bedeutete. Gar nicht einfach zu beantworten diese Frage. Ich beugte mich zu ihr herüber, die Kissen hatte sie weggeräumt, ein Bett war ein Bett, und flüsterte ihr zu, dass es bedeutete, dass eine bestimmte Frau mein Leben bald verlassen würde. Ich wollte Platz schaffen für sie. Auch wenn ich auf sie warten müsste. Das würde ich sogar eine ganze Weile machen. Eine Weile könnte lang werden, besonders für einen Celestin. Aber das war nicht wichtig. Wenn ich etwas wirklich wollte, war ich bereit, Opfer dafür zu bringen. Ich hatte mehr werden wollen als ein Mensch, hatte in die zwischen unserer Welt verborgene Welt eintauchen wollen. Dafür hatte ich verschiedene Kontinente bereist, mich mit Abschaum abgegeben und alles geopfert, was ich früher einmal geliebt hatte. Jetzt, mehr als fünf Jahre später, stand ich kurz davor zu erreichen, was mir vorgeschwebt hatte. Hoffentlich musste ich keine fünf Jahre auf Lucy warten, sonst bräuchte ich definitiv eine Bettheizung und vielleicht ein paar Hunde oder Katzen.

Auf jeden Fall schien sie zu spüren, dass mehr an meinen Worten war als nur der Plan, mit ihr ins Bett zu steigen, Sex mit ihr zu haben und sich dann zu verdrücken. Nach dem Löschen des Lichtes und einem verdammt guten Gute-Nacht-Kuss drehte ich mich um, um zu schlafen und sie in Ruhe schlafen zu lassen. Sie aber robbte noch näher an mich heran, als sie es eben schon getan hatte, schmiegte sich an mich an und legte einen Arm um mich. Als ich ihren Oberkörper an meinem Rücken spürte, erschauerte ich kurz und griff schnell nach ihrer Hand, um mich abzulenken. Die Berührung ihrer nackten Haut auf meiner, das Wissen darum, dass es nur meine Shorts waren, die uns von einer in Schweiß gebadeten Nacht trennten, verlangte mir mehr als ein bisschen Konzentration ab. Aber ich schaffte es. Drehte mich nicht um, sondern schlief irgendwann ein, in ihrem Arm.

Sonntag, 14. März

Am nächsten Morgen gab es Brunch auf dem Zimmer, bevor wir uns fertig machten und ich sie nach Berlin fuhr, zu einer geschäftlichen Verabredung. Wir kamen wirklich aus verschiedenen Welten. Für sie war das, was wir hier teilten, irgendwie eine Vorstufe. Für mich war es weitaus seltener, als mit einer Frau das Bett zu teilen. Die meisten wachten am nächsten Morgen ohne mich auf, weil ich schon im Keller war und an meinem nächsten Buch arbeitete oder recherchierte. Auf den Morgen danach konnte ich gut und gerne verzichten.

Ich setzte sie nicht direkt am Starbucks ab, sondern eine Straße weiter und fuhr dann selber erst planlos durch die Stadt, bis ich einen Plan hatte, was ich unternehmen würde in den anderthalb Stunden die mir blieben bis zum Treffen mit Lucy und meiner Schulklasse. Wie sich das liest. Einfach lächerlich.

Ich servierte Mariel per SMS ab. Schade eigentlich. Die eine oder andere Marielnacht zwischendurch wäre sicherlich sehr entspannend geworden. Aber hier ging es um mehr als Entspannung. Natürlich wollte sie das nicht auf sich sitzen lassen. Für sie kam es aus heiterem Himmel, natürlich konnte sie es nicht verstehen, weil sie ihren Platz nicht kannte. Ich ließ mich zu einem Treffen breitschlagen, kaufte mir aber kurz vorher noch etwas Undercoverzeug und legte ihr nahe, sich von niemandem sehen zu lassen.

In einer billigen Kneipe versicherte ich ihr nicht besonders glaubhaft, aber gerade glaubhaft genug für meine Mariel, dass wir nicht mehr zusammen sein könnten, weil man mir schaden wollte, der Mord an meinem Aquarienarbeiter sei erst der Anfang gewesen. Sie wollte es nicht so recht glauben, aber ich erklärte ihr, dass die Polizei bereits mit drin steckte und ich gleich ein Treffen hätte. Dass ich nicht wollte, dass ihr etwas zustieß, dass man ihr etwas antat, um mich zu verletzen. Als sie Undercovertreffen vorschlug, brachte mich das etwas in Verlegenheit. Undercovertreffen wären sicherlich nicht schlecht gewesen. Wenn die Weile sich allzu sehr streckte, hätte ich mich heimlich mit ihr treffen und mich ausleben können.
Nein.
Weg ist weg. Es ging nicht und dabei blieb es.
Bis Mariel wütend von dannen zog.
Ob das besser war, als ihr zu sagen, dass ich eine Neue hatte? Keine Ahnung.
Mir egal.

Ich zog mich wieder um und machte mich auf den Weg, um mich mit Hajü und den beiden Deppen zu treffen. Um 16:30 Uhr, zum Glück hatte ich mit Mariel nicht wirklich lange gebraucht, sonst wäre ich vielleicht zu spät gekommen, traf ich mich dann mit HaJü, Bolle und Frank unten bei den „Ganesha Tours“, einem Reisebüro, dass den Jägern wohl als Tarnung galt. Lucy holte uns ab und führte uns nach und nach durch die verschiedenen Räumlichkeiten. Wir beide gaben uns professionell, von dem vorigen Abend konnte keiner der anderen auch nur einen Hauch ahnen.

Die Räume waren jeweils nicht besonders groß, aber von meiner Warte her ziemlich professionell eingerichtet, insofern man das für eine Gruppe von Leuten, die das Übernatürliche jagten, sagen konnte. Zuerst kamen wir in sowas wie deren Bücherei, einem Raum, der ihren Recherchen über die Zielobjekte gewidmet war. Hier arbeitete auch ein junger Mann, der für ihre Fake-Identitäten zuständig war. Ich konnte es mir nicht verkneifen, rief ihn im Raum stehend an und fragte ihn, ob er mir in meiner Aquagirl-Privatausgabe lieber mehr über Nixen schreiben könnte als über Salzwasseraquarien, was ihn zum Auflegen veranlasste.
Er verstand nicht direkt und Lucy schien wenig begeistert, als sie meinen Scherz aufklären musste.
Schade, dass es die Zeitschrift nicht wirklich gab, so eine rasende Reporterin wäre sicherlich nützlich gewesen. Für Fälle mit aquatischen Kreaturen zumindest.

Später wurden wir noch durch verschiedene weitere Räume geführt, einen Konferenzraum, einen Foto- und Filmraum, ein Physiklabor und ein Chemie- und Biologielabor. Würde mich schon ein paar Monate kosten mich entsprechend auszurüsten, aber nicht zu lange. Sollte die Leute mal fragen, ob sie Lilly spezifischere Infos schicken könnten, um einen Finanzplan auszuarbeiten.

Dann setzte mich Lucy bei Velinka ab, dem Precog der Ghanesha-Leute, und ging mit den anderen woanders hin. Hätte mir besser gefallen, wenn Lucy der Precog gewesen wäre, dann hätten wir uns das mit der Weile warten auch sparen können, weil sie gewusst hätte, das es mir ernst mit ihr war.
Vielleicht hätte sie sich dann aber auch gleich verabschiedet, weil sie einen Ausrutscher gesehen hätte? Ausrutscher? Was für ein Blödsinn. Ich hatte sie extra gefragt, was sie erwartete und von meinen Partys war keine Rede gewesen und irgendwie schien sie sich zumindest denken zu können, was da so vor sich ging. Ich fing schon an zu denken als sei ich irgendwie vergeben, grauenvoll.

Nach der Führung und einer Menge Gerede lud ich Lucy zu mir nach Hause ein. Sie schien erst unschlüssig, ob sie annehmen sollte oder nicht, aber meine Nixe gab den Ausschlag. Mir war ein Plan eingefallen wie ich vielleicht doch noch mit der kleinen Dame kommunizieren könnte. Aber dazu benötigte ich Hilfe. Ich hatte es erst mit Lilly machen wollen, aber ich wollte sie keiner Gefahr aussetzen. Lucy kannte die Gefahr und wusste, worauf sie sich einließ. Außerdem hatte ich so einen Vorwand, einen weiteren Abend mit ihr zu verbringen. Mit ihrer einzigen Bedingung war ich mehr als einverstanden: Sie um spätestens 03:00 Uhr wieder zu Hause abzusetzen, war kein Problem.

Kaum eine halbe Stunde nach unserer Abfahrt öffnete ich die Tür und führte sie ins Wohnzimmer. In der Cocktail- und Snackküche stellte ich einen kleinen Teller mit verschiedenen Happen für die Nixe zusammen. Banane, Weintraube, Krabbe und Fleisch, und für Lucy auch noch eine süße Sauce für die Krabben. Wir positionierten uns einander gegenüber seitlich vom Aquarium. Meine Nixe musste uns gut sehen können und auch die Kamera hatte alles im Blick. Die Nixe begrüßte mich wieder auf diese seltsame Art und Weise. Sie legte ihre Hände an die Scheibe und presste ihre Nase in der Mitte dagegen. Ich erwiderte den Gruß, indem ich meinen Finger gegen die Scheibe drückte, genau da, wo sie sie auch berührte. Immer darauf hoffend, dass ihr Zauber durch Berührung und nichts anderes ausgelöst wurde. Sie tat so, als würde sie meine Fingerkuppe umfassen, bis ich mich losmachte und den Schutzhandschuh anlegte.

Dann begannen wir mit dem Schauspiel. Ich zeigte auf eine Krabbe und setzte einen fragenden Gesichtsausdruck auf, zog gleichzeitig die Schultern und Arme leicht nach oben, um eine Frage zu symbolisieren. Lucy wies ich an zu nicken, falls sie es haben wollte. Deutlich und langsam, dann etwas eifriger nickte sie. Ich stippte die Krabbe in die Sauce und steckte sie ihr in den Mund. Aber nicht einfach so. Als ich meine Hand zurück zog, strich ich mit den Fingerkuppen ganz sacht über ihre Lippen. Nicht nur die Nixe sollte etwas vom heutigen Abend haben.

Ich wiederholte das Spiel mit der Weintraube und dem Bananenstück. Ich glaube, die Banane ließ sie sich nur füttern, um in den Genuss in der entsprechenden Streicheleinheit zu kommen. Was hatten diese Frauen nur alle gegen Bananen? Mit Schokolade waren die einfach prima.

Dann war meine kleine Freundin an der Reihe, mit den gleichen Gesten fragte ich sie, ob sie eine Krabbe wolle und sie nickte tatsächlich. Sie hatte verstanden. Wäre ich nicht so auf Lucys Lippen konzentriert gewesen, hätte ich mir nicht vorgestellt, wie es wäre, mit meinen Lippen und meiner Zunge zu tun, was bis jetzt nur meine Finger versprachen.

Als nächstes wollte ich ihr zeigen, wie man „Nein“ sagte, ein Wort, das ich lieber nicht in Lucys Wortschatz gewusst hätte. Aber auf Grund der geplanten Experimente wollte ich, dass meine Nixe Bescheid geben konnte, wenn es ihr zu viel wurde.

Mein Wunsch ging in Erfüllung, Lucy kannte wirklich kein „Nein“. Selbst das rohe Stück Filet ließ sie sich auf die Zunge legen. Ob ich so gut streicheln konnte? Aber auch an mir gingen die Streicheleinheiten nicht spurlos vorbei. Ein oder zwei Häppchen mehr und ich hätte mich wie ein wildes Tier auf sie gestürzt. Etwas, das man meiner Meinung nach gar nicht zu oft tun konnte.

Erst mal musste ich jetzt Nachschub holen, während Lucy noch immer auf dem Fleisch herum kaute. So zäh war das bestimmt nicht, oder besser sollte es bei diesem Preis auch im rohen Zustand nicht sein. Ich schnitt einige neue mundgerechte Stücke für Lucy, und als sie zu mir herübersah, salzte ich das eine Stück so stark, dass jedem klar sein musste, dass man es auf keinen Fall verspeisen konnte. Streicheln hin oder her. Aber irgendwie musste ich ja um die Sache mit dem wilden Tier herum kommen. Sie verstand meinen Punkt und schüttelte bei dem Salzfilet den Kopf.
Auch dies verstand meine Nixe. Nachdem sie das nächste Stück Fleisch, nicht das gesalzene, wobei es in ihrem Medium wahrscheinlich egal war, verspeist hatte, lehnte sie ein weiteres ab.

Einen solchen Stoffwechsel hätten sicherlich viele Frauen gerne gehabt, selbst ich würde mich nicht beklagen. Jeden Tag mehr als das Doppelte des eigenen Körpergewichts essen und trotzdem nicht zulegen? Das war auf jeden Fall beneidenswert.

Nach diesem erfolgreichen Experiment, bei dem die Nixe abermals darauf verzichtete, mich zu attackieren oder umzubringen, verabschiedete ich mich mit der Fingergeste von ihr und führte Lucy nach oben ins Schlafzimmer. Natürlich mit einem Teller voller Weintrauben, auf ein paar weitere Runden Lucyfütterung wollte ich nicht verzichten.

Mein Schlafzimmer kam ihr sehr befremdlich vor. Ich meine, gut, es gab kein Bett, dafür bestand der ganze Boden aus Matratzen. So fiel man immer weich und niemals aus dem Bett. Auch sonst versprach der Raum maximalen Komfort, zudem der riesige TFT an der Decke nur einen kleinen Teil beitrug. Lucy war mehr als skeptisch und wollte mir nicht glauben, wie angenehm ein solches Zimmer im Vergleich zum Hotel der letzten Nacht war. Schließlich demonstrierte ich es einfach, indem ich den Teller und die Gläser abstellte und mich einfach auf die weichen Matratzen fallen ließ. Kurz darauf folgte sie mir, wahrscheinlich noch immer nicht davon überzeugt, dass ich ihr zwar an die Wäsche wollte, mich aber durchaus beherrschen konnte. Ab und zu. Ein bisschen. Auf allen Vieren krabbelte sie näher zu mir hin, ließ sich neben mir nieder.

Mir kam irgendwie in den Sinn, sie nach ihrem Leben zu fragen. Keine Ahnung, was mich da geritten hat, Lucy leider nicht. Sie war kein Aquagirl, hatte sich aber bei der Führung so angehört, als ob sie zu den Jägern gehören würde, die neben der Monsterjagd auch noch einen richtigen Beruf hatten. Das stimmte nur so halb, sie kellnerte an zwei Tagen die Woche in einer Bowlingbar. Darauf musste ich Lilly ansetzen und dann mal da vorbeischauen. Es geht doch nichts über eine gute Überraschung.

Ich kniete jetzt über ihr, meine Arme links und rechts von ihrem Kopf, ihre Beine zwischen den meinen. Ich wollte sie nicht bedrohen, ihr immer noch die freie Wahl lassen, wann sie in den Genuss meiner Liebkosungen kam, trotzdem wurde sie irgendwie nervös. Hatte sie gar nicht nötig. Schon mit der ersten Frage, die sie mir stellte, warf sie mich völlig aus der Bahn. Sie wollte wissen, welche von den dreien, die ich ernsthaft geküsst hatte, mich noch festhielt, an welche ich gestern kurz gedacht hatte, als sie mich fragte, ob ich Frauen verstünde. Ich hatte ihr meine Geschichte sowieso erzählen wollen, aber irgendwie traf sie mich trotzdem mit der Frage. Machte mich verwundbar, nackter, als ich jemals ohne Kleidung sein könnte.

Also erzählte ich ihr davon, dass ich einst nur Bart Silverstein, ein einfacher junger Mann in ihrem Alter gewesen sei. Als ich dann den Jackpot gewann, hatte ich endlich die Möglichkeit, meinen okkulten Studien nachzugehen, wo und wie viel ich wollte. Ich erzählte ihr, wie ich darüber meine große Liebe verlor und zu Celestin Moreau wurde und dieses Haus hier designen ließ. Nicht so theatralisch wie mit 18 in den Kampf gegen ein von einem Gespenst besessenes Auto verwickelt zu werden und dabei den Freund, die erste große Liebe, zu verlieren. Irgendwie mehr so nach der selber Schuld-Nummer. Aber ich konnte nicht anders. Ich musste es tun und ich würde es wieder tun.

Während ich sprach, wusste ich schon, was als nächstes kommen würde. Sie hielt es für reichlich seltsam, hier in einem Grabmal für meine vergangene Liebe zu hausen. Aber es war kein Grabmal.
Es hatte ein Monument sein sollen um mich zu erinnern, an das, was ich verloren hatte. Aber durch den Prozess es zu entwickeln, bei seiner Geburt zuzusehen, es wachsen zu sehen und darin zu leben und zu lieben, naja, hauptsächlich die fleischliche Variante, war es zu meinem Palast geworden und ich zu Celestin Moreau. Es hatte nur noch wenig mit Oceané zu tun und ich würde nicht mein Haus aufgeben, um mit ihr abzuschließen. Glaube ich.

Irgendwie schaffte ich es dann doch, mich aus meinen Geschichten heraus zu winden und lenkte das Thema wieder auf sie. Über mich konnte man so viel lesen, gab es gar nicht viel zu wissen, aber sie war 21, hatte mir den Kopf total verdreht und ich wusste im Grunde genommen nichts von ihr.
Dies sollte sich aber nicht durch eine Erzählung ändern, sondern eine Einladung.

Sie lud mich tatsächlich ein, bei ihr zu wohnen, in einer kleinen, weitestgehend luxusfreien Wohnung irgendwo in Berlin. Und ich war wirklich neugierig genug, um zuzusagen. Allerdings stellte sie mir noch zwei Bedingungen: Ich durfte jederzeit gehen, aber wenn ich ging, dann müsste ich Lebewohl sagen. Kein Ding. Ich war ein Fan offener und klarer Absichten. Vielleicht nicht immer klarer Ansagen, wenn man so an Mariel zurückdachte, aber meine Absicht war klar. Hau ab. Die zweite Bedingung war da schwieriger. Kein Sex. Ganz pauschal. Ohne zeitliche Begrenzung, ohne Erläuterung. Ich war ziemlich kurz davor aufzustehen und zu Mariel zu fahren um ihr zu erzählen, dass die Polizei den Schuldigen gefasst hatte, keine weitere Gefahr bestand und natürlich eine Runde Versöhnungssex zu genießen. Aber vorher wollte ich genauer wissen, wie sie sich das vorstellte.

Sex war für Lucy alles, schloss sogar Zungenküsse bereits ein. Das war schwierig. Keine Partys mehr, schade. Ich konnte ihr, was das anging, nicht folgen. Sex war für mich oftmals nicht mehr als eine gute Unterhaltung, ein Schluck teurer Wein oder eine gute Zigarette. Nur eben mit Damen, mit denen man sich meistens lieber nicht unterhalten wollte. Küsse hingegen waren da anders. Die Küsse, die wir beide teilten, gingen für mich deutlich über Sex hinaus. Zumindest den Sex, wie ich ihn mit Mariel und den meisten anderen Frauen hatte.

Vielleicht war sie wirklich eine Hexe, denn ich hörte mich schon einwilligen, hatte schneller meine Sachen gepackt und weitere für den Abtransport durch Lilly bereit gelegt, als ich all die schönen Leiber an meinem inneren Auge vorbei ziehen sah, die ich in nächster Zeit nicht mehr genießen könnte. Die ich niemals wieder genießen könnte? Was war hier verdammt nochmal los? Sollte mich bei den anderen Ghanesha-Leuten vielleicht mal erkundigen, vorsichtig versteht sich, ob sie keine dahingehende Begabung aufwies.

Durch ihr Chaos von Wohnung, die ich vielleicht als Gästezimmer bezeichnet, hätte führte sie mich in ihr Schlafzimmer. In einem gnädigen Moment hatte sie sich dazu durchgerungen, mich nicht auf die Couch zu verbannen. Das Schlimme daran wäre gewesen, dass ich es vermutlich sogar mitgemacht hätte, für ein paar Nächte. Naja, wohl eher Stunden. Aber nach dem Whirlpool und der Nacht im Hotel hatte ich mir einen Platz in ihrem Bett verdient und würde nicht ihre Couch wählen. Selbst wenn das hieß, dass ich mich zusammenreißen musste, keinen Sex mit ihr zu haben.

Sie wollte ihrer neuen Liste definitiv alle Ehre machen. Nackt im Whirlpool, nackt im Bett und das alles ohne Sex. Das war wie für immer die Luft anzuhalten. Bevor wir müde Arm in Arm einschliefen, galt es aber noch einige Dinge zu klären.

Die Heizung war nicht an und wir brauchten mehr Decken und Kissen. Ob der Lichtlosigkeit wollte sie gehen, aber ich verbot ihr aufzustehen. Da ich mich hier aber nicht auskannte und es außerhalb der Bettdecke schon ziemlich kalt war und ich sicherlich Jahrhunderte gebraucht hätte ließ ich sie dann doch gehen. Ich erledigte in der Zeit eine viel wichtigere Aufgabe und konzentrierte mich voll und ganz darauf das Bett schonmal anzuwäremen. Zwei verschiedene Decken brauchten wir eigentlich nicht, aber wer wusste schon, wie kalt es in so einem Gästezimmer ohne Haus drum herum nachts werden mochte. Lieber vorsicht als Nachsicht, doppelt hält besser und sicherlich auch noch ein paar Redewendungen mehr.

Wieder lagen wir gemeinsam unter einer Decke und nackt im Bett. Diesmal hatte ich auf die Shorts verzichtet, sie sollte spüren, was ihr Benehmen für Konsequenzen haben mochte und was sie verpasste. Aber es war noch immer eine letzte Definitionslücke zu klären. Ich legte meine Hände auf ihre Füße und ließ sie langsam nach oben wandern. Ich wollte wissen, wo ich sie überall berühren durfte und welche Zonen verboten waren. An den Knien angekommen nahm sie meine Hände und legte sie sich auf den Bauch, von wo sie sie bis kurz vor ihre Brüste führte. Dann ging es ohne ihre Brüste auch nur zu streifen weiter zum Dekolleté. Ihr Hals, ihr Gesicht, ihre Arme, alles andere war erlaubt. Auch als ich sie auf den Bauch drehte und langsam vom Nacken über die Schultern an ihr hinab fuhr, erhob sie keine Einwände. Ich nutzte die Gelegenheit um ihr Gesäß nicht nur abzutasten, sondern auch sanft darüber zu streicheln und kurz etwas fester zuzupacken, bevor ich an der Außenseite ihrer Oberschenkel meine Reise in Richtung ihrer Füße fortsetzte und endete, wo ich begonnen hatte. Nun, da wir alles geklärt hatten, schlang ich meine Arme um sie. Diesmal war ich es, der sich an ihren Rücken anschmiegte.

Nach ein bis drei gefühlten Ewigkeiten, in denen ich mich ganz auf meine Atmung konzentrierte und nicht auf die Berührung ihrer Haut, schlief ich endlich ein.

Montag, 15. März

Als ich am nächsten morgen aufwachte war das Bett neben mir leer. Verdammt nochmal. So ging das aber nicht, da musste ich nochmal ein ernstes Wörtchen mit der lieben Lucy sprechen. Das konnte sie doch jetzt und hier nicht mit mir machen.
In den letzten beiden Tagen hatte ich mir redlich verdient mit ihr gemeinsam aufzuwachen. Verdammt nochmal ich war der Celestin in dieser Wohnung. Ich stand morgens auf und war nicht da, niemand sonst. Spieß umgedreht na toll.
So fühlte sich das also an. Nicht sehr prickelnd. Wenig begeisternd. Aber da lag ein Brief. Briefe schrieb ich nicht, ich schickte dafür Lilly, die dann den Müll rausbrachte. Oder so nett war mir bescheid zu geben damit ich die entsprechende Dame verabschieden konnte, falls sie es wert war sich nochmals mit ihr zu treffen.

Also nahm ich mir den Brief auf dem Geheimnisse geschrieben stand, öffnete ihn um zu lesen was sie nicht sagen wollte. Mit einem „Hau ab“ rechnete ich nicht. Man lud niemanden zu sich nach Hause ein und schrieb dann am nächsten Tag „Lebewohl“. Naja man nicht, Celestins ab und zu schon, wenn auch nicht so knapp.
Zwischen den Zeichenutensilien und meinem „Get Lost“ hatten ein paar Tage gelegen.
Schon wieder ging mein Kopf mit mir durch. Ich war und blieb Celestin und wenn jemand sich so verhielt, dann war ich das und niemand sonst. So einfach war das. Trotzdem dachte ich darüber nach. Nur wenige Sekunden versteht sich. Dann war der Brief auch schon geöffnet und ich konnte ihn lesen.

„Der letzte hat zwei Jahre lang gewartet.“

Was war das? „Get Lost“ in Lucy-sprache? Extra für Celestins?
Wenn es hier nur darum ging, dann hätte ich nicht zwei Tage gewartet. So verlockend war sie was das anging nicht. Ich meine sie sah schon gut aus, aber das taten viele junge Frauen. Das ganze Theater nur um mit ihr ins Bett zu kommen? Das war es nicht wert, da hätte ich lieber zwei wilde Tage bei Mariel oder auf diversen Parties verbringen können. Einfacher, schneller, unkomplizierter.
Nein meine liebe Lucy, ich war mit zu ihr gekommen, weil sie in mir Dinge, Gefühle weckte, die ich so schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Ein bisschen wie das aufspüren und verfolgen einer heißen Spur, für ein neues Buch. Nein besser noch, eine Spur zu einem Zauberspruch einem Ritual oder dergleichen, dass es mir ermöglichen würde diese klägliche menschliche Existenz hinter mir zur lassen und endlich mehr zu werden.
So fühlte sich das an.
Was nicht hieß, dass ich keinen Sex mit ihr wollte. Ich wollte lediglich nicht nur Sex sondern auch Sex mit ihr. Und auch nicht im Sinne von mit anderen Frauen in der gleichen Woche sondern im Sinne von zu meiner Zeit mit Lucy auch noch Zeit für Sex mit Lucy.
Ich würde sie schon noch dazu bringen es auch zu wollen, ihr Stück für Stück demonstrieren, dass ihre Grenzen völlig sinnlos waren und das es nicht auf die Zeit ankam.
Ich hatte 5 Jahre auf einen echten Precog gewartet, naja auf irgendwas. Wenn ich etwas wirklich, wirklich wollte konnte ich warten bis ich es hatte und danach immer noch gehen. Andere Sachen wollte man behalten, wenn man sie erstmal hatte um sie zu hegen zu pflegen und immer wieder zu genißen und sich an ihrem Anblick zu erfreuen. Dazu gehörten meine Nixe, die mir offenbart hatte, das mein Leben kein Traum war und dazu gehörte auch Lucy, weil … sie einfach Lucy war.

Als sie wiederkam hatte sie Kaffee dabei und wirkte irgendwie verunsichert mich noch hier zu sehen.
Irgendwie hatte sie den Unterschied zwischen „auch“ und „wegen“ noch nciht so ganz verstanden.
Ich winkte sie näher zu mir heran. Ich hatte große Lust auf Lucy und keine auf gekauften Kaffee. Der konnte mit meiner Maschiene sowieso nicht mithalten.
Ich winkte sie zu mir heran, zog sie näher zu mir und küsste sie. Erst zärtlich, aber dann leidenschaftlicher, voller Verlangen.
Ich ließ sie spüren, dass ich wegen ihr hier war, nicht wegen kurzweiliger Unterhaltung.
Und dann begann ich mit der Umsetzung meines Plans.

Gemeinsam gingen wir ins Badezimmer, wo ich sie auszog. Stück für Stück, Schicht für Schicht. Nur den Slip lies ich übrig für sie selbst.
Sie ließ schon mal Wasser ein und irgendwas zusätzlich um ein Schaumbad zu fabrizieren. Eine kleine Badenixe, wie es mir in letzter Zeit ganz gut gefiel. Kein Wunder, dass ihr der Whirlpool gefallen hatte.
Während sie schwupp-dich-wupp-dich schon im Bad und damit hinter dem Schaum verschwunden war, sorgte ich dafür, dass der Raum entsprechend temperiert war und zog den Teppich neben die Badewanne um mich darauf zu setzen.
Erst alleine aufstehen und dann noch nackt auf kalte Fliesen?
Ein ander mal vielleicht. Aber eher nicht.

Dämlicher Schaum versperrte einem die ganze Sicht und ich saß hier auf dem Präsentierteppich herum. Das musste auch Lucy stören. Meine überwältigende Nacktheit musste unerträglich für sie sein, oder sie hatte das mit den Signalen schon wieder vergessen.
Ernsthaft. Wer versuchte jemand damit zu verscheuchen ihm 2 Jahre ohne Sex anzudrohen und zog ihn noch am gleichen Morgen zu sich in die Badewanne?
Irgendwas stimmte da ganz gehörig nicht, was die Relationen anging.
Auf jeden Fall trainierte sie damit ganz gehörig meine Selbstbeherrschung. Ich wünschte nur ich könnte irgendwie die Muskeln trainieren, die für den Verschluss gewisser Blutgefäße zuständig waren. Hätte nie gedacht, dass ich mal das genaue Gegenteil von dem trainieren wollte, was den meisten Männern wünschenswert vorkam.
Aber die Berührungen ihrer nackten Haut unter Wasser unter dem Schaum, allein die Aussicht darauf sich mit ihr in diese Badewanne zu zwängen machten das mit der Selbstbeherrschung ziemlich schwierig. Trotz des dafür viel zu warmen wassers, sackte ein gehöriger Teil meines Blutes in tiefere Regionen ab und lies mir gerade genug Kapazität übrig um mich zu beschweren, wie grausam es doch war mir eine zweijährige Enthaltsamkeit aufzuerlegen und mich dann zu sich in die Badewanne zu ziehen.

„Ich helfe dir,“ sagte sie beugte sich zu mir herüber und streckte den Arm aus. Tauchte mit der Hand in den Schaum vor mir ein und ich musste die Luft anhalten für das was als nächstes kam. Machte mich schon auf die Berührung gefasst die nun unweigerlich folgen musste.
Plötzlich schwappte das Wasser in der ganzen Badewanne hin und her, als sie ihre Hand ruckartig aus dem Wasser erhob und mir Schaum mitten ins Gesicht schleuderte. Ich brauchte einen Moment um zu realisieren, was sie getan hatte, denn damit hatte ich definitiv nicht gerechnet.
Schnell hatte ich mich wieder gesammelt und zahlte es ihr mit gleichen Mitteln heim. Nur das sie dabei vermutlich keine Hintergedanken hatte, keine Erwartungen anderer Natur. Die Badewanne und das ganze Zimmer verwandelt sich mehr und mehr in ein Krisengebiet und über unsere Schaumschlacht in einem viel zu kleinen Badewanne vergaß auch ich was wir gerade nicht taten.
Es gab keinen Gewinner, aber verloren hatte definitiv jeder Quadratzentimeter im Raum der nicht nass werden wollte.
Die Wanne war nicht mehr ganz so gut gefüllt und die Temperatur auf ein erträgliches Maß gesunken. Ich bugsierte mich neben sie in die Wanne, wie im Bett lagen wir seitlich voreinander und sahen uns an. Wir wischten uns Gegenseitig die Haare aus dem Gesicht, die in einer Badewanne mehr als lästig werden konnten. Normalerweise badete ich mit Zopf wenn das Baden andere Gründe als die Reinlichkeit hatte. Ich näherte mich ihrem Gesicht und bevor ich mehr als die Hälfte des weges zurückgelegt hatte trafen sich unsere Lippen zu traumhaften Küssen. Nicht lang und schlabberig sondern Kurze prägnante Küsse, getrennt nur von Sekundenbruchteilen, nur selten lange genug um neuen Atem zu schöpfen.
Obwohl sie mir beinahe den Verstand raubten, kam mir irgendwann in den sinn, das meine Lust, die sie sicher deutlich und nicht nur Oberhalb der Wassers spürte ihr unangenehm sein könnte, gerade in dieser Position. Also trennte ich mich widerwillig von ihr, suchte eine Lösung und fand einen Schwamm.
Keinen synthetischen, sondern ein richtig echten, die in denen auch Staatenbildende Garnelen leben konnten.
Naja, darauf wies ich sie nicht hin, als ich begann sie zu waschen.
Ich erledigte jeden Handgriff langsam und sorgfältig, konzentrierte mich immer nur auf das Stück Lucy, welches gerade unter dem Schwamm war, bis sie ganz und gar sauber sien musste. Ihre Brüste, die ich nicht berührern durfte, behelligte ich auch mit dem Schwamm nciht. Zumindest nicht direkt. Ich lies ihn Wasser einsaugen und presste ihn dann über ihrem Dekoltee aus. Eigentlich auch verboten, aber nicht explizit, ich meine sollte ich jetzt keinen Schwamm mehr auspressen dürfen?
Dies sollte der erste Schritt sein, auf dem langen Weg der Erkenntnis zur Sinnlosigkeit ihrer zweiten Regel.

Dann war sie an der Reihe. Ich hatte ihr keine Grenzen gesetzt aber ihre Grenzen galten wohl für uns beide. Obgleich ich ihrem Grinsen entnehmen konnte wie sehr sie genoss meinen Oberkörper mit dem Schwamm zu bearbeiten legte sie ihn weg, als sie meine Taille erreichte.
Da musste ich wohl wie vereinbart selbst Hand anlegen.

Handtücher schienen da eine gänzlich andere Geschichte zu sein, denn sich abtrocknen zu lassen oder ihrerseits mich abzutrocknen war überhaupt kein Problem. Aber auch lange nicht so anregend wie das Waschen. Ich schlang mir meines um die Hüften und sprach aus, was ich von ihren Regeln und ihrem Verhalten hielt. Ich verstand es einfach nicht. Niemand den ich kannte würde das was wir gerade getan hatten nciht als Sex zählen und niemand den ich kannte hätte dabei so gut durchgehalten. Ich selbst hatte es kaum geschafft der Verlockung zu widerstehen. Wäre es nicht zuerst zu warm und dann schon zu kalt gewesen, weiß ich nicht ob ich mich an ihre regeln hätte halten können, oder ob ich sie jetzt schon lange vor Vollendung meines Planes zum Ausschalten der Regeln gebrochen hätte.

Als Antwort war sie schneller angezogen als ich gucken konnte und dann schon aus dem Bad verschwunden.
So viel dazu. Memo an mich selbst, dafür hatte man sonst eine gute Assistentiin, einfach nur noch Taten und keine Worte mehr sprechen lassen, zumindest im Bezug auf diese dumme kein-Sex-Regel.
Erst im Wohzimmer holte ich sie ein und ergriff ihre Hand. Sie sah mich einen kurzen Moment fragend an, bevor ich sie Richtung Schlafzimmer zog und sie Verstand.
Damit ihre frische Kleidung nicht verknitterte machte ich mich abermals dran sie zu entfernen.
Jedes einzelne Stück war wie ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Naja, ihrer Haut war das Geschenk und die Kleidung nur das achtlos bei Seite geworfene Papier.
So viel zum verknittern.

Um nicht zu erfrieren verschwand ich unter der Decke und nahm sie mit. In meinem Arm kam sie zur Ruhe und meine nächsten Fragen brachten sie auch innerlich zur Ruhe. Keine Ahnung wo sie schon wieder war oder was sie erwartete. Aber ich wollte jetzt erstmal wissen wie diese Lucy, die mir den Kopf verdreht hatte entstanden war, wo sie herkam, was geschehen war bis sie ihren Freund mit 19 Jahren an dieses dämliche Gespenst im Auto verloren hatte.

Und so begann sie zu erzählen.

Hinterlasse einen Kommentar

Die Nacht der Wölfin Teil 9: Eid des Mondes & Litanei

TS-Runde Montag 09.04
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Ciprian, Daniel, Mortima

Samstag, 04. Juni, Vollmond

Den Tagüber verbrachte jeder der jungen Garou am Caern für sich. Die meisten Fianna waren unterwegs und würden erst am Abend wieder zurück sein, sodass es auch keine Gelegenheit gab sich mit der Septe vertrauter zu machen.
Charly traf sich mit Darzel um von ihrem Traum zu erzählen und machte sich danach ans quilten und patchworken. Adriano und Mortima schulten ihre Kampffertigkeiten, der eine mit Klauen der andere mit dem Schwert.
Alle warteten gespannt auf den Abend, an dem sie wie von Mortima angeregt gemeinsam jagen gehen wollten.
Er lies sich von einer älteren Fianna, die sich gerade Perlen in ihr rotes Haar flocht, erklären wo man hier jagen gehen konnte und dann machten sie sich schon auf den Weg.

Etwas abseits der Straße trabten sechs Wölfe Richtung Süden um das größere Waldgebiet, welches sich dort erstreckte unsicher zu machen. SIe hatten es auf Hochwild abgesehen und igorierten die Düfte von Hasen, Mäusen und anderem Kleigetier.
Es gab keine Raubtiere außer den Fianna hier in der Gegend und dementsprechend reichhaltig war der Wald gedeckt.
Sollte es Rotwild werden oder doch lieber Wildschwein. Über den Geschmack konnten sie sich nicht einigen, also schlug Marie vor, es aus der Perspektive der Jagd zu betrachten.
Bei Wildschweinen würde es beinahe unweigerlich auf einen Kampf hinauslaufen, bei den Hirsche ging es eher m Teamarbeit und geschickte Platzierung der einzelnen Garou und deren Zusammenarbeit.
Ciprian und Mortima schlichen mit dem Wind um die kleine Herde Rotwild die sie ausgemacht hatten herum und legten sich auf die Lauer. Die anderen vier begleiteten sie noch ein Stück und warteten dann, bis sie sich immer näher an die Kühe anschlichen und sie schließlich aufscheuchten um die ältere Kuh, ausgewählt von Adriano, auf das Versteck der anderen zuzutreiben.
Mortima sprang schließlich auf, erwischte die Kuh am Hals und machte ihr den gar aus.

Vollgefressen und ausgeruht kehrten sie später mit zwei fetten Keulen an den Caern zurück, wo Mortima sie grillen wollte um sie haltbarer zu machen. Das Grillen wurde dann aber doch vom Theurgen des Caerns, Connla übernommen, damit die anderen alle zusammen nach einer Zeitung suchen gehen konnten.
Von Solariennes Racheakten war noch nichts zu lesen, aber über Charlys Galopp durch die Stadt zum Dom, das Massaker vor Pauls Haus und auch Mrs. Winters Eingriff in Fukushima gab es reichlich Schlagzeilen, über die sie auch noch bei der Rückkehr an den Caern sprachen. Ciprian versteifte sich sehr auf den schwarzen Hund von Köln, der auf eine Mischung aus Charlys und Adrianos Taten zurückzuführen war. Marie nutzte dies um ihn zu erschrecken. Was als einfacher Streich gedacht war, entwickelte sich zu einem beinahe rudelweitem Lügenmärchen über einen bösen Geist.
Wegen der Geschichte besorgt schlief Ciprian in der folgenden Nacht nicht, sondern wachte über die anderen.
Die anderen waren beeindruckt von seiner Entschlossenheit setzten dann aber alles daran diesem Märchen ein Ende zu machen, ohne es aber als solches zu offenbaren.

Sonntag, 05. Juni, Vollmond

Die nächsten Stunden verbrachten sie dann damit mit Solarienne über die Litanei zu diskutieren. SIe hätte war lieber jemand anderen vorgeschoben, ihr war der Unterricht und das viele Gerede eigentlich zu wider, aber Charly zu Liebe lies sie sich breitschlagen. Hielt sich aber was Erläuterungen und Diskussionen anging eher zurück und überlies den Menschgeborenen das diskutieren. Nur hier und da musste sie eingreifen.
Während Charly am meisten Gesprächsbedarf hatte bei den Regeln in denen es sich um das Verbot von Beziehungen zwischen Garou drehte entwickelten sich die längsten Diskussionen bei den Punkten in denen es um Respekt und ehrenhaftes Handeln nicht nur gegenüber anderen Garou sondern allen Lebewesen ging.

Hinterlasse einen Kommentar

Vom Flughafen nach Beauville, Teil 2

Tisch-Runde Samstag 14.04
Erzähler: Mandavar
Spieler: Elle (Ragabash), Kilian (Galliard), Liz (Ahroun), Lucano (Theurg)

Sonntag, 28. März 2010, Neumond

Ich weiß nicht genau wie lange wir fuhren. Am Anfang war die Fahrt noch ziemlich wild und ich musste aufpassen, dass Liz nichts passiert. Mir selbst gings auch nicht gerade gut. Da waren noch Summers Krallenspuren auf dem Rücken und meine Brust sah nach dem Konflikt mit dem Braunhaar auch nicht gerade berauschend aus. Die regenerierten so langsam vor sich hin, während sich auf dem Boden des Vans mein Blut mit dem von Liz mischte, dass aus ihrer nicht mehr wirklich vorhandenen Kehle quoll. Auf jeden Fall wussten wir jetzt, das da smit dem Kopfabreißen kein Scherz war. Wären diese komischen Soldaten nicht aufgetaucht dann wären wir alle wahrscheinlich nen Kopf kürzer. Zumindest außer Blauauge, der würde wohl noch immer Fangen spielen.
Dann hielt der Wagen, mitlerweile hatten die Wunden schon weitesgehend aufgehört alles vollzusiffen und Liz konnte auch gerade so eben wieder alleine gehen. Ich zwar auch, aber trotzdem lies ich mir gerne von Elle helfen. Dafür, dass sie mich stützte hätte ich dieses grauenvolle Jucken und Brennen während die Wunden verschwanden jederzeit wieder auf mich genommen. Die Schmerzen beim Entstehen der Furchen auf meinem Rücken waren gar nicht so groß gewesen, ging ziemlich schnell und Summers Klauen waren doch recht scharf.
Zumindest wenn man sie daran Maß was sie mit Liz Kehle und meinem Rücken angestellt hatten.

Ich hatte kaum Gelegenheit mir das Haus vor dem wir geparkt hatten anzusehen, da waren wir auch schon drinnen. Hatten direkt vor nem Seiteneingang geparkt oder so. Aber wenn ich das von drinnen richtig beurteilen konnte, dann war das Haus um einiges besser eingerichtet als die meisten Burgen bei uns. Wenn Elle erstmal da war, wäre sie sicherlich enttäuscht, wenn sie was erwartete, was mit so ner Villa hier mithalten konnte.
In dem großen Flurdings oder Empfangshallenteil führten zwei leicht runde Treppen an der Außenwand entlang in die obere Etage. Wir blieben aber erstmal unten und wurden in ein Teezimmer oder sowas gebracht.
Die Frau die uns hereinbat und führte, klang in etwa so wie die Stimme in unserem Kopf, weswegen ich einfach erstmal mitspielte.
Aber beim ersten Anzeichen von Kopf-Ab-Mentalität wäre ich weg. Naja, erstmal heilen, ausruhen und dann abhauen.
Ich muss ganz ehrlich sagen, nach den letzten Rettern in der Not hatte ich nicht wirklich Lust, es mir bei den neuen Rettern großartig bequem zu machen.
Egal wie hübsch das weiße Kleid der Hausherrin war oder wie lustig ihre langen Locken aussahen.
Aber zumindest sorgten diese neuen Retter wesentlich besser für uns. Wir bekamen Decken um uns einzupacken, damit wir nicht froren oder alles voll Bluteten und es gab auch was zu Essen.
Natürlich stürzte sich Blauauge wie ein Bekloppter auf die Pasteten und fraß sie dann alle vom Boden. Spinner. Wenn ich nicht so k.o. gewesen wäre vom Kampf gegen die anderen hätte ich da aber nochmal ein Wörtchen mitgeredet. Elle schien das egal zu sein und begnügte sich erstmal mit dem Obst, dass ich uns rüber geholt hatte. Liz schaffte nichtmal das eine Würstchen, welches Blauauge ihr gnädiger weise überlassen hatte, von den dutzend Pasteten die er verschlungen hatte. Der olle Vielfraß.
Dann gab es nochmal Nachschub von dem Blauauge auch reichlich verspeiste aber zumindest ein Tablett konnten wir uns teilen. Und als es danach noch Bolognese-Nudeln gab konnten auch wir anderen uns ordentlich satt essen. So viele Wunden zu heilen war nämlich ganz schön anstrengend. Vor allem wenn man sich nicht auf Vorrat bei jeder Gelegenheit den Bauch vollfraß.

Mit unserer neuen Retterin sprachen wir kaum, die sah uns ziemlich interessiert an und beim Essen zu. Auch für unsere heilenden Kräfte schien sie sich zu interessieren. Bin mir nicht ganz sicher, ob sie mir blos anbot mit den Wunden zu helfen, oder ob sie wirklich gerne an meinen Wunden rumgewerkelt hätte obwohl sie kein Arzt war. War dann lieber mal allein ins Bad gegangen um mich sauberzumachen und so. Als ich dann schonmal da war hab ich der Liz noch warme Wickeln gemacht. Keine Ahnung ob die gegen akute Kehlenlosigkeit halfen, aber ich hatte Wickeln immer gemocht, als kleiner Junge und krank und so.
Wenn Pearl LaMotte aber wirklich, wie sie schon sagte öfter Zwist mit unseren lieben Autowerkstattwölfen hatte, dann erfuhr sie an diesem Abend kaum was neues. Wir aber auch nicht. Sie war kein Wolf, konnte mit ihrer Stimme in unsere Gedanken sprechen wenn sie gar nicht da war, konnte wohl auch noch weitere Tricks. Aber sie gab sich keinen Namen und uns keine Liste was sie so konnte und was nicht. Nach komischem Chemiemutant roch sie schonmal nicht, auch wenn ich nicht wirklich wusste wonach sie roch. Meine Nase war von Pastetendampf erfüllt.
Aber ich war mir sicher, dass Chemiegestank irgendwie durch die Pasteten durch gekommen wäre.
Ich kann mich nicht erinnern, worüber wir noch so gesprochen haben, war so kaputt, dass ich mich nur noch an die Zimmer oben und die Betten erinnern kann.

Die Haushälterin führte uns irgendwann nach oben, da gab es zwei Gästezimmerähnliche Räume die wir nehmen konnten. Hätten auch unten bleiben können, da gabs ja auch jede Menge Felle und Decken, aber das fand ich irgendwie komisch. In dem einen Zimmer gab es zwei Betten und in dem anderen ne Doppelschlafcouch.
Blauauge beäugte uns neugierig und sah so aus als ob er wartete wo wir uns hinlegten, damit er wieder dazu kommen konnte.
Ich war mir unschlüssig was ich mit mir anfangen sollte.
Wäre gerne mit Elle allein in nem Zimmer gewesen, aber wollte auch keinen von den anderen allein lassen. Schließlich entschied ich mich für die Doppelcoutch, weil die Liz in dem Raum schon am PC saß und irgendwas tippte. Keine Ahnung.
Elle kam Gott sei dank direkt mit und kuschelte sich neben mich. Wäre sie da rübergegangen oder so, das hätt ich nicht gut gefunden. Hatte sie nicht gefragt was die Räume anging. Hoffentlich störte sie nicht, dass ich ständig der Liz hinterherlief, aber die war immer so ein bisschen abseits.
Der Blauauge drängte sich ständig in den Mittelpunkt, jetzt zum Glück nur am Fußende.
Elle wich mir nicht von der Seite und ich würde ihr auch nciht ernsthaft oder dauerhaft von der Seite weichen. Aber Liz war allein. Die nahm das alles ziemlich gelassen, aber so gelassen konnte man gar nicht sein, so einfach konnte man doch nicht einfach weggehen aus sienem Leben. Oder doch?
Für die Elle hätt ich das auch gemacht, aber das ist was andres.
Ich wollte einfach für sie da sein, wie eine Familie, wie ein Rudel, damit sie sich auch geborgen fühlte und irgendwie zu Hause.

Am nächsten morgen gab es ziemlich cooles Frühstück, wir wurden hier voll verwöhnt. Diesmal bekamen wir auch reichlich Würstchen und leckere Sachen ab, aber nicht etwa weil Blauauge Benehmen gelernt hatte. Er war draußen und tobte in dem riesen Garten rum und da konnte er auch erstmal bleiben. Erst als wir alle satt waren holten wir ihn rein und ich schmierte ihm dabei ein paar Brote und auch ein Croissant mit Marmelade. Also wenn ich ein Hund wäre ode rehm in Wolfsgestalt war, dann mochte ich definitiv keinen Süßkram mit Marmelade. Komischer Zeitgenosse.
Wir fraßen Frau LaMotte die Haare vom Kopf und die Haushälterin musste Nachschub ranschaffen um uns noch länger zu verpflegen. Essen besorgen da war Blauauge sofort Feuer und Flamm und ich entschloss mich ihn abzulenken. Als ich ihn reingeholt hatte, hatte er gerade nen Eichhörnchen verputzt, also ging ich mit ihm Eichhörnchen jagen. Ziemlich anstrengende Sache das. Und wirklich gut schmeckten die auch nicht, mal abgesehen davon, dass die ziemlich klein waren.
Irgendwann ließ ich Blauauge unten stehen, als die Haushälterin schon wieder da war und ging nach oben um mich auf die suche nach Elle zu machen.
Dauerte nicht lang eund da hatte ich sie auch schon gefunden. Sie zu erschnüffeln konnte ich vergessen. Oder besser ich musste es andersherum erledigen.
Da wo es überhaupt nicht nach Elle roch sondern nur nach komischem Shampoo, da fand ich sie schließlich.
Hatte mich heute morgen nur ner Katzenwäsche unterzogen aber das Bad hatte wohl noch einiges mehr zu bieten.
Die Badewanne in der die Elle nur mit der Nasenspitze aus nem megahaufen Schaum rausschaute sah ziemlich einladend aus und die Temperatur des Wassers verwandelte den ganzen Raum in eine Sauna.
Am liebsten wäre ich gleich mitreingesprungen und hätt mich noch mal ordentlich mit so ner Kratzbürste abgeschubbelt um mich danach so richtig schön an der rosa Elle vom Mississippi zu reiben. Mit so richtig schön frischer, glatter Haut. Mal ganz ohne Wunden, Morddrohungen und Stress, einfach zum entspannen. Zu Reiben?
Tja bei solchen Gedanken merkt man dass man nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.
Ein echter junge sollte sein Mädchen küssen wollen und streicheln und so. Sich nicht an ihr reiben.
Hoffentlich blieb das so. Sollte das schlimmer werden, keine Ahnung. Wollte nicht so enden wie Blauauge.
Vielleicht musste man sich dann regelmäßig auf den Hinterkopf schlagen damit das mit dem Denkvermögen nicht aufhörte.

Wir hatten uns noch nicht lange darüber unterhalten, was wir jetzt als nächstes machen konnten als Blauauge auch in den Raum kam und Elle wie von der Tarantel gestochen aus dem Bad in ein Handtuch flog. Ohne scheiß, so schnell hab ich die noch nie gesehen. Nichtmal gestern als wir um unser Leben rannten.
Dann fiel uns auf das Liz weg war.
Blauauge und ich wollten sie suchen gehen. Mir war das ganze ein bisschen peinlich. Nö, nicht weil ich schon wieder Liz hinterherrannte. Ich hatte mir überhaupt nichts dabei gedacht, dass sie nicht da war. Aus den Augen aus dem Sinn. Kaum ist das Leben einmal schön sind irgendwie alle Sorgen vergessen? Naja nicht so ganz.
Zum Glück war Elle da etwas umsichtiger. Sonst wäre der Liz noch was passiert oder so.
Die litt nämlich unter Internet- und Telefonentzug und wahr mehrere Kilometer gejoggt um die Leitungen zu überprüfen.
Wäre ich im Traum nicht drauf gekommen.
Als Wölfe war das natürlich überhaupt kein Problem sie zu finden und auf dem Rückweg nebenher zu trotten, während sie joggte.
Wieder in der Villa war Blauauge schon wieder irgendwo verschwunden und Elle saß auf der Verande und hatte sich Sorgen um uns gemacht.
Freudig mit dem schwanzwedelnd lief ich auf sie zu, unterdrückte diesen dämlichen Drang mich an ihr zu reiben und lief schnell ins Haus um mir was anzuziehen.
Blos flott zurück in die Menschengestalt, da war das Verlangen erträglicher.
Den Rest des Tages unterhielten wir uns darüber ob und wie wir doch noch von hier fliehen konnten.
Nein LaMotte wollte uns bis jetzt noch nciht den Kopf abschlagen, ging nur so um die USA im allgemeinen und unseren Plan nach Deutschland zu fliegen im speziellen.
Flughafen war jetzt wahrscheinlich blöde. Aber vielleicht konnten wir mit dem Schiff fahren.

Genau das erzählte ich auch unserer Retterin beim Abendbrot. Es gab nen leckeren Braten und zum ersten Mal seid einer ganzen Weile konnte ich das Essen wirklich genießen. Hatte nciht einfach nur Kohldampf und schaufelte Sachen rein. Endlich mal hatten wir nicht gegen irgendwelche Monster gekämpft, waren nicht angeschossen worden und auch nciht in Fetzen geschnitten. Von mir aus konnte der Rest meines Lebens ruhig aus ein paar mehr solcher Tage bestehen.
Darum wurde ich nach und nach auch weniger skeptisch unserer Wohltäterin gegenüber.
Sie wollte, dass wir irgendwo probewohnten, whatever.
Wichtig war, dass es da Telefon gab und Internet und so. Von da aus konnte man dan meine Mama erreichen sagte sie.
Ich wollte nämlich nicht einfach weg sein, wie der Karsten. Ob der auch so ein Arshclochwolf war und sich deswegen nicht um uns gekümmert hatte?
Irgendwann würde es wieder nach Deutschland gehen und dann beschützte ich meine Mama vor Arschlochwölfen und CHemiemutanten und so. Ja. Das wollte ich machen.
Nach dem Essen fuhren wir dann ziemlich direkt zu diesem anderen Haus.
Das war in so ner megawohngegend, nicht hinterm Mond gleich rechts wie das in dem wir gewesen waren. Die ganze Gegend war eingemauert und während wir rein und duchfuhren hatte ich nur Augen für die vielen Terassen, Balkone und Treppen. Hier würde man prima rennen können.
Und mit Elle, Liz und Blauauge Vater, Mutter, Kind spielen. Ob das gut ging?
Obwohl Pearl den ganzen Krempel den wir brauchten und erledigen sollten Liz in die Hand drückte, sie hatte die Rolle der Mutter bekommen, war ich fest dazu entschlossen das kochen zu übernehmen. Oh ja. Als Gehilfe von Elle.
Zusammen kochen und so.
Das würde gut werden.

Hinterlasse einen Kommentar

Vom Flughafen nach Beauville, Teil 1

Tisch-Runde Samstag 14.04
Erzähler: Mandavar
Spieler: Elle (Ragabash), Kilian (Galliard), Liz (Ahroun), Lucano (Theurg)

Sonntag, 28. März 2010, Neumond

Elle stürmte uns allen voran zurück auf die Straße. Ich folgte sofort mit dem Teddy in der Hand und Blauauge ließ Lizs Tasche einfach fallen und rannte mit uns mit. Lizs brauchte etwas länger um mit uns zu kommen. Sie schaute noch einen winzigen Moment rüber zu den Leuten aus der Autowerkstadt.
Erst als die sich mit grimmig entschlossenen Mienen in Bewegung setzten fuhr sie herum und gab Fersengeld.
Hier direkt konnten wir nirgendwo hin, zumindest nirgendwo wos sinnvoll gewesen wäre. Rechter Hand war zwar nen Parkhaus, aber das sah so alt und im Eimer aus, das da vermutlich niemand war. Wenn wir versucht hätten uns da zu verstecken oder so, wären die hinterher, hätten sich abseits von den Leuten in Wölfe verwandelt und uns im Null-komma-Nichts gehabt.
Aber vor uns war voll das Hindernis. Die Straße am Flughafen war ziemlich befahren, auf unserer Seite. Naja auf der anderen auch, aber da Standen die Autos im Stau.
Wir rannten einfach so über die Straße. Zwischen den Autos war kein Platz, so dicht fuhren die hintereinander, also mussten wir oben drüber.
Ich sprang gerade ab und drückte mich mit den Armen auf ein Autodach, als ich sah wie Elle über eine Motorhaube rutschte.
Ziemlich cool von ihr. Wirklich schnell war sie dabei aber nicht, genauso wie Liz.
Die Mädchen schienen es nicht so mit dem Laufen zu haben. Blauauge ging ziemlich ab und war mindestens genausoschnell wie ich und auch beim Hindernisse überwinden konnte ich ihm kaum was vor machen, obwohl er im Hishu und nicht im Urhan war. Voll verschärft.

Über den Bürgersteig ging es in so einen komischen Discounter, der hatte wohl jeden Tag rund um die Uhr offen.
Deswegen war es da auch ziemlich voll, jede Menge Jugendliche und junge Erwachsene die Kippen und Alkohol kauften. Als ob man nichts besseres zu tun hätte.
Zum Beispiel vor wildgewordenen Autmechanikern die sich in Monsterwölfe verwandeln konnten weglaufen, weil die einem den Kopf abreißen wollten.
Weil man Händchen halten und mit meiner Elle zusammen sein wollte.
Arschlöcher.
Warum sind die anderen nur nicht mitgekommen. Irgendwie vermisste ich Leif. Wäre cool gewesen, dass hier mit ihm durchzuziehen.
Unsere Verfolger hatten etwas Probleme gehabt, durch das Chaos was wir auf der anderen Spur verursacht hatten zu folgen. Nach uns die Sintflut und so. Wir hatten da einiges an Auffahrunfällen und so verursacht, sodass die nicht mehr Vorhersehen konnten wie die Autos so fuhren, weil es da ein einziges Durcheinander gab.
Nur Thore der riese und diese dämliche Zicke von Summer waren noch direkt hinter uns. Am meisten regte mich auf, dass ich die beiden eigentlich ganz cool gefunden hatte und die trotzdem hier waren um uns zu jagen. Das die trotzdem bei der ganzen Arschlochscheiße mitmachten.
Penner.

Elle haute nen fetten Stapel mit Osterhasen um die überall durcheinander flogen und Liz brüllte so überzeugend Feuer, das sogar ich mcih einen Moment lang zu ihr umdrehte. Dann brach eine Panik aus unter den ganzen Volldeppen die sich irgendwelche Drogen kaufen wollten, die konnten alle nicht richtig laufen und stolperten noch über die Osterhasen, das ich ein bisschen Grinsen musste. Erst als ich deswegen zurückblieb und Summer mich beinahe erwischte, wurde ich mir wieder über den ernst der Lage bewusst und legte nen Zahn zu um die anderen einzuholen.
Thore hatte mitlerweile die Mädchen überholt und wollte Blauauge schnappen, der gerade durch eine Seitentür in eine Gasse lief.
Überall flogen alte Zeitungen und Plastikfetzen herum.
Vom Ende der Gasse konnte man irgendeinen dicken Hund Bellen hören, der sich freute, dass endlich mal wer vorbei kam. Er war neben so nem dicken Müllkontainer angekettet. Naja, vielleicht wollte er auch den Maschendrahtzaun dahinter bewachen oder so.
Wenn wir keine Wölfe gewesen wäre, hätte der uns bestimmt angegriffen, aber so bellte der uns freudig an, hoffte dass wir mit ihm spielen würden oder so, keine Ahnung. Auf jeden Fall ließ er Blauauge unbehelligt passieren, als der auf die Mülltonne und dann über den Zaun sprang, dicht gefolgt von Thore.
Liz und Elle nahmen auch den Müllcontainer über den Zaun, sodass für mich da nicht wirklich Platz blieb.
Macht nix. Mit Zäunen kannte ich mich aus. Mit dem Teddy in der linken Hand sprang ich ein bisschen schief gegen die Wand auf der linken Seite. Dann stützte ich mich sofort mit dem rechten Arm oben auf dem Zaun ab, da war zum Glück kein Stacheldraht.
Mit kleinen Trippelschritten lief ich an der Wand entlang, bis meine Füße über den Zaun hinweg waren und drückte mich an um in der Hocke auf der anderen Seite in der Gasse zu landen.

Die ging da noch ein gutes Stück weiter und machte dann eine Kurve. Etwa auf der Hälfte der Strecke war Blauauge damit beschätigt um Thore herumzuspringen und sich nciht fangen zu lassen. Ziemlich flink, das Kerlchen. Trotzdem erwischte Thore ihn immer wieder, aber jedes Mal hatte er ihn nur für einen winzigen AUgenblick, dann war er schon wieder frei.
Ich rannte auch direkt weiter, weil Summer nur wenige Augenblicke nach mir über den Zaun kletterte, irgendwie hielt der die gar nciht auf, unfair.
Elle und Liz kamen als letzte von uns über den Zaun, mit dem dunkelhaarigen Typen, von dem ich nicht genau wusste wie er heißt.
Elle ging noch ein paar Schritte, aber Liz drehte sich einfach um und boxte dem Typen voll auf die Brust.
Wieso der mit sowas gerechnet hatte wusst ich nicht, aber irgendwie blockte er den Angriff ab.
Elle fand das genauso wenig gut wie ich, drehte sich um und stürzte sich auf ihn. Wäre vermutlich wenig geährlich gewesen, wenn sie nicht scheißwütend gewesen wäre. Ihr Kopf war so dunkelrot, ich dachte der platzt jeden Augenblick.
Machte sie dann auch. Naja nicht so richtig, aber sie wurde wieder zu diesem Riesenmonster dem Gauru, machte einen Satz auf den Kerl zu und wischte ihm eins mit ihrer Klaue. Leider war der in der Matrix, beugte sich ein bisschen nach hinten und wurde kaum getroffen.

Alles klar, schluss mit lustig, jetzt ging die Klopperei los. Ich warf den Teddy in Laufrichtung, während ich gegen die Wand sprang kehrt machte und an der Wand über SUmmer hinweg lief um Elle zu helfen. Dabei versuchte ich zu vergessen, dass die genauso zu Monstern werden konnten wie wir. Scheiße Mann, die sollten uns einfach in RUhe lassen. Ich wollte nicht mehr zu denen gehören, dass hatten die versiebt. Wenn das hieß, das sich nciht besonders lange lebte dann sollte das so sein. Ich wollte lieber frei sein, und mit Elle zusammen, als eingesperrt und unglücklich.
Mit einem Brüllen drängte ich mich neben Elle, mitlerweile auch im Gauru und riss dem Typen mit einem Schlag gegen den Oberschenkel das halbe Bein ab. Überall spritzte Blut und im Nuh war die Luft von einem feinen nach Eisen schmeckenden Nebel erfüllt.
Sekundenbruchteile später fühlte ich, wie mir mehrere Messer durch den ganzen Rücken gezogen wurden.
Das musste dann wohl Summer sein.
Scheiße.
Aber um die kümmerte sich Elle, die hatte noch eine Rechnung mit der offen, sodass die olle Hurenschlampe mir nicht weiter den Rücken zerfleischen konnte.
Liz brauchte etwas um sich zu verwandeln, die sah eigentlich gar nicht so aus, als ob sie sonst Probleme mit ihrem Zorn hätte, aber für die war das wohl alles noch zu verwirrend und neu. Ich setzte weiter dem Kerl zu und biss ihm in die Schulter, beinahe hätte ich gleich den ganzen Kopf mitgenommen.
Hinter dem Zaun tauchten jetzt auch die anderen auf und machten sich daran drüber zu klettern.
Der Typ sah aus als würd er es nicht mehr lang machen und verwandelte sich dann auch in den Gauru. Fuck. Hatte gehofft ich könnte den platt machen bevor der sich verwandelte. Scheiße, scheiße, scheiße.
Liz drückte sich jetzt von hinten gegen mich, sie versuchte irgendwie zwischen uns vier wütenden Ungeheuern durchzukommen um die beiden Nachzügler aufzuhalten, das war aber nicht ganz einfach, weil sie jetzt auch so groß war wie wir und die Gasse nicht ganz so breit.
Elle kämpfte immer noch gegen Summer während der Typ und ich uns gegenseitig kaputt fetzten und Liz, wütend brüllend weil sie nicht vorbei kam, ihm auch noch einen mächtigen Hieb mit gab.

Als die anderen schließlich unsere Seite des Zauns erreichten, irgendwer hatte den Müllcontainer vorhin umgeworfen, hörten wir eine Stimme.
nicht einfach so, irgendwie rufen oder so. Ne Stimme mitten in unserem Kopf. Klang ziemlich gut, irgendwie nett.
Sie sagte uns wir sollten fliehen und sie würde uns Zeit verschaffen.
Ich ließ meinen Gegner schwer verwundet zurück und auch Elle drehte sich um um wegzulaufen.
Mit noch zwei mehr von denen würden wir das kaum durchstehen. Am anderen Ende der Gasse konnten wir erkennen, wie Blauauge gerade unter Thore hervorschoss, der von mehreren Soldaten beschossen wurde.
Was dann geschah war irgendwie schon ein bisschen abgefreakt. Der wurde auch zum Gauru, aber nicht einfach nur so monstermäßig wie wir.
Der ging noch gleich dazu in Flammen auf und fetzte direkt zwei von den Soldaten kaputt.
Dann schoss plötzlich Liz an uns vorbei, nicht mehr im Gauru sondern als Urhan. Nur ein paar Meter weiter geriet sie ins wanken und verteilte überall ihr Blut auf dem Boden, von dem sie keine zu knappe Spur hinterließ. Ich knurrte Elle an, sie sollte Liz mitnehmen.
Wir waren beide noch im Gauru und liefen Seite an Seite, leicht verssetzt durch die Gasse. Das hier war unser Kampf, wir konnten Liz nicht dafür zurücklassen, dass wir sie in die Scheiße geritten hatten.
Ich schnappte mir statt Liz den Teddy, der überlebte das nicht ganz unbeschadet, aber besser ein kaputter Teddy zum reparieren als gar kein Teddy.
Blauauge war schon um die Ecke und da gabs nur ne kleine Tür.
Ich grunzte wütend auf, immer diese Hindernisse.
Dann nahm ich all meine raft zusammen, galoppierte etwas schneller und ließ Elle hinter mir zurück. Mit vollem Karacho bretterte ich seitlich gegen die Wand rund um die Tür. Wir mussten da verdammt nochmal durch und kein Scheiß Hindernis würde uns davon abhalten die Liz mitzunehmen.
Die wand explodierte und ein einem Hagel aus Staub und Steinen bretterte ich in das Lagerhaus dahinter.

Blauauge hüpfte noch einmal, als er uns sah und verschwand dann hinter einem Haufen von Kisten.
WIr folgten ihm um die Kisten und durch ein großes Tor aus der Lagerhalle raus. Jetzt waren wir irgendwie im Hinterhof von der ganzen Einkaufspassage oder so, überall standen Tonnen rum, haufen von Pappe, Holz, Plastik und anderer Verpackungsmüll. Sowas wie ne Müllkippe, na Prima.
Am Ende der Passage stand nen schwarzer Van und die Stimme sagte uns, das wir da hin müssten.
Blauauge war zuerst da, beäugte kurz den Fahrer und verschwand dann im inneren.
Ich kam kurz danach an verwandelte mich zurück und sprang in den Wagen.
Elle schob noch Liz rüber zu mir, ich hatte dann ihren mehr als blutigen Wolfskopf auf dem Schoß, hielt sie fest und beruhigte sie, während Elle sich auch zurückverwandelte und reinkam. Als die Tür zuknallte sah ich noch, wie unsere Verfolger hinten um die Ecke Bogen und ansehen mussten wie wir davon düsten.

Hätte ich nicht vor lauter Adrenalin, Zorn und auch einem gehörigen bisschen Angst so stark gezittert, dass ich kaum nachdenken konnte, wäre es mir vielleicht sogar peinlich gewesen hier hinten nackt zu sitzen und den Kopf von nem Mädchen im Schoß zu haben, dass nicht Elle hieß.

Hinterlasse einen Kommentar

Die Nacht der Wölfin Teil 8: Vorzeichen und Stämme

TS-Runde Montag 09.04
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Ciprian, Daniel, Mortima

Freitag, 03. Juni, Vollmond

Auf Adrianos Anweisung hin teilten sich die Wölfe nach Geschlechtern getrennt auf die beiden übrigen Gästejurten auf.
Hier am Caern konnten sie sich endlich von den Strapazen der letzten Tage erholen, endlich in Ruhe ausruhen und schlafen.

Adriano verließ als erstes sein Lager, einen Haufen aus Schafs- und Wildschweinfellen der mindestens so weich und auf jeden Fall kuscheliger als jedes Bett in dem sie sonst so schliefen.
Draußen tobte er sich aus in dem er seine Klauen beim Kampf gegen einen Holzklotz wetzte.
Während er noch schwer beschäftigt war, stand auch Daniel auf, zwängte sich an den beiden Huskies, Anubis und Osiris vorbei und sah sich um.
Charly war bereits wach und pfiff ihn leise zu sich herüber. An einer Bierzeltganitur gab es Schalen für den Frühstücksbrei, Hafer mit frischen Früchten, von dem sie essen konnten.
Bis die anderen aufstanden und zu ihnen herüber kamen versuchte Charly die Lage in Köln und auch Solariennes Handeln zu erklären, stieß aber bei Daniel nur auf wenig Verständnis.
Bevor die anderen aufstanden kam Solariene noch kurz vorbei und verabschiedete sich mit einem vor Freude hüpfendem Herzen. Eines ihrer Kinder, das jüngere Mädchen hatte irgendwie überlebt und sie wollte sich sofort auf den Weg machen um sich darum zu kümmern.

Dann setzten sich nach und nach auch Adriano, Marie, Mortima dazu und etwas später auch Ciprian. Über die laufenden Diskussionen vergaß er glatt auch zu frühstücken.
Marie erzählte den anderen von ihrer Familie, wie sie Rudel die sich in der Nähe ihres Territoriums niederließen entzweite damit die anderen sie dann verjagen konnten. Dabei war schon der ein oder andere Gaiatreue Garou gestorben.
Sie fürchtete, dass ihr Rudel irgendwann kommen und sie zurückholen würde, sie wieder unterdrücken würde und vor allem sie zwingen würde sich mit einem der Blutsgeschwister fortzupflanzen, obwohl in den letzten Jahren keine Garou mehr zur Welt gebracht wurden.
Adriano war sich eher unschlüssig, ob er Marie helfen konnte, die Ereignisse der letzten Tage hatten ihn sehr mitgenommen. Aber Charly sah überhaupt nicht ein klein beizugeben. Sie würden zurück nach Köln gehen und es denen heimzahlen, die ihre Rudelmitglieder auf dem Gewissen haben und Marie konnten sie dabei auch Zuflucht gewähren, sofern sie sich alle gut darauf vorbereiteten und immer zusammen blieben.

Während des Frühstücks kamen Quin und Singt-das-Lunenlicht dazu und verkündeten den anderen, dass sie beschlossen hätten Mortima nicht selbst zu unterrichten, sondern den anderen nur dabei zu helfen ihn zu unterrichten.
Am heutigen Tag würde Singt-das-Lunenlicht, Adrianos Mutter, sich um sie kümmern. Auf dem Programm standen nicht nur den Menschen bekannte Werwolfsmythen und deren Wahrheitsgehalt, sondern auch die Aufgaben der verschiedenen Vorzeichen sowie die 16 Stämme der Garou.

Etwas abseits, auf einem gemütlichen Stück Wiese setzten sich alle im Kreis zusammen.
Ciprian nutzte die Gelegenheit um das Frühstück, welches er durch gebanntes zuhören verpasste nachzuholen und Charly machte sich daran eine Patchwork-Decke zu quilten. Zwischendrin unterbrach sie ihre Arbeit und bastelte ein Hundestofftier für Ciprian, welches diesen später dazu veranlasste etwas zu schnitzen, eine Kuh.

Bis zum frühen Nachmittag waren sie damit beschäftigt über verschiedene Mythen zu sprechen und sich über ihre Vorzeichen zu unterhalten. Dabei schweiften sie auch immer wieder vom Thema ab besprachen andere Dinge die sie bewegten, bis Adrianos Mutter schließlich meinte, sie hätten erstmal genug gedacht und nun wäre es Zeit sich bis zum Abend zu erholen.
Die Freizeit nutzten sie ganz unterschiedlich.
Adriano faulenzte im hohen Gras, bis er sichs chließlich daran machte mit Hilfe seiner Mutter eine neue Gabe zu erlernen. Dazu musste er sich mit einem Gepardengeist im Wettrennen messen, ein eher ungleicher Wettstreit bis der Gepard ihm schließlich die Gabe beibrachte. Ciprian schnitzte weiter, während er Charly, Marie und Mortimer dabei beobachtete wie letzterer den beiden Frauen Schwertkampfunterricht gab, allerdings nur mit Holzstöcken bewaffnet.
In der Zwischenzeit lernte Daniel noch etwas und zwar, dass die Loreley, eine recht große, sechsarmige Fischkreatur, es nicht schätzte wenn man an ihrem Caern rauchte. Sie wusste dies auch sehr effizient mit HIlfe eines Schwalls Wassers zu unterbinden.
Den gleichen Schwall setzte sie später auch ein, um Mortima, der nach dem Abendbrot eine heiße Feuerschau darbot, daran zu erinnern, dass der Tag noch nicht überstanden war und es noch einigen Geschichten zu lauschen galt.

Singt-das-Lunenlicht übernahm die Geschichte der Stämme von denen die anderen noch nichts gehört hatten. Sie berichtete von den Weißen Heulern, den Bunyip und Croatanern aber auch von den Sternenträumern, Uktena und Wendigo.
Die Stämme von denen sie schon etwas gehört hatten übernahmen die jüngeren Werwölfe selbst.

Nach dem der letzte Stamm endlich besprochen war und allen die Köpfe rauchten einigte man sich darauf am nächsten Abend gemeinsam jagen zu gehen. Darüber kam es zu einer kleinen Meinungsverschiedenheit zwischen Daniel und Mortima die damit endete, das Mortima den Schattenlord quer durch das ganze Tal jagte, immer wieder versuchte ihn vorsichtig zu packen ohne ihn zu verletzen nur damit dieser sich wieder herauswand und erneut verschwand.
Als ide beiden sich endlich wieder ein bisschen beruhigt hatten oder nicht mehr konnten, schnappten sich alle große Humpen voller Bier und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Hinterlasse einen Kommentar

Buch II, Akt I: Kathedrale des Fleisches

Tisch-Runde Freitag 06.04.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Samnang (True Brujah)

Sie reisten ein paar Tage weiter, als sie Waffenlärm im Wald hörten, ein gutes Stück entfernt vom Wagen. Es klang als kämpften einige Bewaffnete gegen Wölfe. Wider ihres besseren Wissens eilten sie zum Ort der Waffengeräusche. Dort kämpften zwei Dutzend bewaffnete Sterbliche, zwei Assamiten und ein weiterer Südländer gegen ein Rudel finsterer Werwölfe, zum Teil bewaffnet.
Sofort griffen Adonai und die anderen unterstützend in den Kampf ein, nur Viktor und Arianne blieben am Planenwagen um auf ihn aufzupassen.
Adonai nahm es alleine mit einem der Werwölfe auf und trieb ihn zur Flucht. Durga, Melissa und Reynaud kümmerten sich um einen weiteren und setzten ihm derart zu, dass sein Körper schon ziemlich geschwächt war, als Adonai sich ihm zuwandte und ihn enthauptete.
Der Südländer mischte auch tatkräftig mit, was nichts daran änderte das er und Adonai am Ende in Starre auf dem Boden lagen. Allerdings hatten sie zuvor genug Schaden angerichtet, als dass es die anderen drei schaffen konnten auch den letzten der Werwölfe zu Boden zu strecken.
Vlad beobachtete den ganzen Kampf auf sein Schwert gestützt, einen Apfel essend.

Während die Kainiten ihre Wunden leckten, verschwanden allerdings die Körper der Werwölfe, ihnen den garaus machen schien alles andere als einfach. Durga und Reynaud erweckten Adonai aus der Starre und Melissa kümmerte sich um Samnang.
Dann ging es nach einigen Hirschkühen und dem Gefolge des Assamiten als Erfrischung zurück zum Planwagen um den Weg fortzusetzen. Dabei einigte man sich darauf dem Assamiten, der unterwegs war um den seinen die Nachricht zu überbringen die Kampfhandlungen gegen die Camarilla einzustellen, mittels Beherrschung zu manipulieren und dadurch die Beziehung zwischen Assamiten und Camarilla weiter zu verschlechtern.

Auf der Reise gab es nicht viel Nahrung, und so überredete Durga Vlad dazu immer mal wieder etwas von seinem Blut mit ihr zu teilen. Auch Melissa musste sich an den Pfähler halten, denn ihr Verlangen nach bestimmten Inhaltsstoffen im Blut ihrer Opfer zwang sie dazu auch immer wieder von ihm zu trinken. Dabei konnten die beiden etwas mehr nehmen als von einem normalen Menschen, immerhin war er ein Wiedergänger, aber wirklich ernähren konnten die beiden sich nicht von ihm.

Das nächste Dorf welches sie fanden, war schon von Annarchen überrannt worden, aber etwas später konnten sie sich dann doch noch an der Sterblichen Bevölkerung eines Dorfes laben, bis sie schließlich Markovs neue Festung am Tihutapass erreichten.
Er nahm sie mehr oder weniger freundlich auf und schickte Dracula am nächsten Abend weiter zur Kathedrale des Fleisches.

Yorrak, einer der grauenvollsten Methusalems vom Clan der Tzimisce, wollte den Sohn des Drachens selbst in die Reihen des Clans aufnehmen. Den Kainiten war dies nicht ganz geheuer, wer die Kathedrale des FLeisches betrat, kehrte in der Regel nicht zurück.

Bevor sie aufbrachen berichtete der schwer verletzte Sorin noch von seinem Zusammentreffen mit Shukaris. Beinahe wäre es ihm gelungen mit Hilfe eines erwachten Magiers diesen auszuschalten, aber irgendwer warnte Shukaris, sodass ihm Hilfe zuteil wurde und er der Falle entkommen konnte.

In die Kathedrale wurden sie von Yorrak selbst eingeladen und konnten so mit ansehen, wie dieser den Pfähler wandeln wollte und dann aber von der Kathedrale selbst angegriffen und verschlungen wurde.
Die Kainiten flohen alle mehr doer weniger rasch aus der Kathedrale, waren aber nicht schnell genug. Sie zog sich zusammen, kontraktierte und erbrach sie in einem gewaltigen Schwall aus Unrat in die Asche des Hexenhügels.

Von den in der Kathedrale gefangenen Seelen hörten alle jene mit der Gabe des Sehens nur noch ein Wort, dass ihnen einen Schauder über den Rücken laufen lies:

„Kupala, Kupala, Kupala, …“

Hinterlasse einen Kommentar