Vom Flughafen nach Beauville, Teil 2

Tisch-Runde Samstag 14.04
Erzähler: Mandavar
Spieler: Elle (Ragabash), Kilian (Galliard), Liz (Ahroun), Lucano (Theurg)

Sonntag, 28. März 2010, Neumond

Ich weiß nicht genau wie lange wir fuhren. Am Anfang war die Fahrt noch ziemlich wild und ich musste aufpassen, dass Liz nichts passiert. Mir selbst gings auch nicht gerade gut. Da waren noch Summers Krallenspuren auf dem Rücken und meine Brust sah nach dem Konflikt mit dem Braunhaar auch nicht gerade berauschend aus. Die regenerierten so langsam vor sich hin, während sich auf dem Boden des Vans mein Blut mit dem von Liz mischte, dass aus ihrer nicht mehr wirklich vorhandenen Kehle quoll. Auf jeden Fall wussten wir jetzt, das da smit dem Kopfabreißen kein Scherz war. Wären diese komischen Soldaten nicht aufgetaucht dann wären wir alle wahrscheinlich nen Kopf kürzer. Zumindest außer Blauauge, der würde wohl noch immer Fangen spielen.
Dann hielt der Wagen, mitlerweile hatten die Wunden schon weitesgehend aufgehört alles vollzusiffen und Liz konnte auch gerade so eben wieder alleine gehen. Ich zwar auch, aber trotzdem lies ich mir gerne von Elle helfen. Dafür, dass sie mich stützte hätte ich dieses grauenvolle Jucken und Brennen während die Wunden verschwanden jederzeit wieder auf mich genommen. Die Schmerzen beim Entstehen der Furchen auf meinem Rücken waren gar nicht so groß gewesen, ging ziemlich schnell und Summers Klauen waren doch recht scharf.
Zumindest wenn man sie daran Maß was sie mit Liz Kehle und meinem Rücken angestellt hatten.

Ich hatte kaum Gelegenheit mir das Haus vor dem wir geparkt hatten anzusehen, da waren wir auch schon drinnen. Hatten direkt vor nem Seiteneingang geparkt oder so. Aber wenn ich das von drinnen richtig beurteilen konnte, dann war das Haus um einiges besser eingerichtet als die meisten Burgen bei uns. Wenn Elle erstmal da war, wäre sie sicherlich enttäuscht, wenn sie was erwartete, was mit so ner Villa hier mithalten konnte.
In dem großen Flurdings oder Empfangshallenteil führten zwei leicht runde Treppen an der Außenwand entlang in die obere Etage. Wir blieben aber erstmal unten und wurden in ein Teezimmer oder sowas gebracht.
Die Frau die uns hereinbat und führte, klang in etwa so wie die Stimme in unserem Kopf, weswegen ich einfach erstmal mitspielte.
Aber beim ersten Anzeichen von Kopf-Ab-Mentalität wäre ich weg. Naja, erstmal heilen, ausruhen und dann abhauen.
Ich muss ganz ehrlich sagen, nach den letzten Rettern in der Not hatte ich nicht wirklich Lust, es mir bei den neuen Rettern großartig bequem zu machen.
Egal wie hübsch das weiße Kleid der Hausherrin war oder wie lustig ihre langen Locken aussahen.
Aber zumindest sorgten diese neuen Retter wesentlich besser für uns. Wir bekamen Decken um uns einzupacken, damit wir nicht froren oder alles voll Bluteten und es gab auch was zu Essen.
Natürlich stürzte sich Blauauge wie ein Bekloppter auf die Pasteten und fraß sie dann alle vom Boden. Spinner. Wenn ich nicht so k.o. gewesen wäre vom Kampf gegen die anderen hätte ich da aber nochmal ein Wörtchen mitgeredet. Elle schien das egal zu sein und begnügte sich erstmal mit dem Obst, dass ich uns rüber geholt hatte. Liz schaffte nichtmal das eine Würstchen, welches Blauauge ihr gnädiger weise überlassen hatte, von den dutzend Pasteten die er verschlungen hatte. Der olle Vielfraß.
Dann gab es nochmal Nachschub von dem Blauauge auch reichlich verspeiste aber zumindest ein Tablett konnten wir uns teilen. Und als es danach noch Bolognese-Nudeln gab konnten auch wir anderen uns ordentlich satt essen. So viele Wunden zu heilen war nämlich ganz schön anstrengend. Vor allem wenn man sich nicht auf Vorrat bei jeder Gelegenheit den Bauch vollfraß.

Mit unserer neuen Retterin sprachen wir kaum, die sah uns ziemlich interessiert an und beim Essen zu. Auch für unsere heilenden Kräfte schien sie sich zu interessieren. Bin mir nicht ganz sicher, ob sie mir blos anbot mit den Wunden zu helfen, oder ob sie wirklich gerne an meinen Wunden rumgewerkelt hätte obwohl sie kein Arzt war. War dann lieber mal allein ins Bad gegangen um mich sauberzumachen und so. Als ich dann schonmal da war hab ich der Liz noch warme Wickeln gemacht. Keine Ahnung ob die gegen akute Kehlenlosigkeit halfen, aber ich hatte Wickeln immer gemocht, als kleiner Junge und krank und so.
Wenn Pearl LaMotte aber wirklich, wie sie schon sagte öfter Zwist mit unseren lieben Autowerkstattwölfen hatte, dann erfuhr sie an diesem Abend kaum was neues. Wir aber auch nicht. Sie war kein Wolf, konnte mit ihrer Stimme in unsere Gedanken sprechen wenn sie gar nicht da war, konnte wohl auch noch weitere Tricks. Aber sie gab sich keinen Namen und uns keine Liste was sie so konnte und was nicht. Nach komischem Chemiemutant roch sie schonmal nicht, auch wenn ich nicht wirklich wusste wonach sie roch. Meine Nase war von Pastetendampf erfüllt.
Aber ich war mir sicher, dass Chemiegestank irgendwie durch die Pasteten durch gekommen wäre.
Ich kann mich nicht erinnern, worüber wir noch so gesprochen haben, war so kaputt, dass ich mich nur noch an die Zimmer oben und die Betten erinnern kann.

Die Haushälterin führte uns irgendwann nach oben, da gab es zwei Gästezimmerähnliche Räume die wir nehmen konnten. Hätten auch unten bleiben können, da gabs ja auch jede Menge Felle und Decken, aber das fand ich irgendwie komisch. In dem einen Zimmer gab es zwei Betten und in dem anderen ne Doppelschlafcouch.
Blauauge beäugte uns neugierig und sah so aus als ob er wartete wo wir uns hinlegten, damit er wieder dazu kommen konnte.
Ich war mir unschlüssig was ich mit mir anfangen sollte.
Wäre gerne mit Elle allein in nem Zimmer gewesen, aber wollte auch keinen von den anderen allein lassen. Schließlich entschied ich mich für die Doppelcoutch, weil die Liz in dem Raum schon am PC saß und irgendwas tippte. Keine Ahnung.
Elle kam Gott sei dank direkt mit und kuschelte sich neben mich. Wäre sie da rübergegangen oder so, das hätt ich nicht gut gefunden. Hatte sie nicht gefragt was die Räume anging. Hoffentlich störte sie nicht, dass ich ständig der Liz hinterherlief, aber die war immer so ein bisschen abseits.
Der Blauauge drängte sich ständig in den Mittelpunkt, jetzt zum Glück nur am Fußende.
Elle wich mir nicht von der Seite und ich würde ihr auch nciht ernsthaft oder dauerhaft von der Seite weichen. Aber Liz war allein. Die nahm das alles ziemlich gelassen, aber so gelassen konnte man gar nicht sein, so einfach konnte man doch nicht einfach weggehen aus sienem Leben. Oder doch?
Für die Elle hätt ich das auch gemacht, aber das ist was andres.
Ich wollte einfach für sie da sein, wie eine Familie, wie ein Rudel, damit sie sich auch geborgen fühlte und irgendwie zu Hause.

Am nächsten morgen gab es ziemlich cooles Frühstück, wir wurden hier voll verwöhnt. Diesmal bekamen wir auch reichlich Würstchen und leckere Sachen ab, aber nicht etwa weil Blauauge Benehmen gelernt hatte. Er war draußen und tobte in dem riesen Garten rum und da konnte er auch erstmal bleiben. Erst als wir alle satt waren holten wir ihn rein und ich schmierte ihm dabei ein paar Brote und auch ein Croissant mit Marmelade. Also wenn ich ein Hund wäre ode rehm in Wolfsgestalt war, dann mochte ich definitiv keinen Süßkram mit Marmelade. Komischer Zeitgenosse.
Wir fraßen Frau LaMotte die Haare vom Kopf und die Haushälterin musste Nachschub ranschaffen um uns noch länger zu verpflegen. Essen besorgen da war Blauauge sofort Feuer und Flamm und ich entschloss mich ihn abzulenken. Als ich ihn reingeholt hatte, hatte er gerade nen Eichhörnchen verputzt, also ging ich mit ihm Eichhörnchen jagen. Ziemlich anstrengende Sache das. Und wirklich gut schmeckten die auch nicht, mal abgesehen davon, dass die ziemlich klein waren.
Irgendwann ließ ich Blauauge unten stehen, als die Haushälterin schon wieder da war und ging nach oben um mich auf die suche nach Elle zu machen.
Dauerte nicht lang eund da hatte ich sie auch schon gefunden. Sie zu erschnüffeln konnte ich vergessen. Oder besser ich musste es andersherum erledigen.
Da wo es überhaupt nicht nach Elle roch sondern nur nach komischem Shampoo, da fand ich sie schließlich.
Hatte mich heute morgen nur ner Katzenwäsche unterzogen aber das Bad hatte wohl noch einiges mehr zu bieten.
Die Badewanne in der die Elle nur mit der Nasenspitze aus nem megahaufen Schaum rausschaute sah ziemlich einladend aus und die Temperatur des Wassers verwandelte den ganzen Raum in eine Sauna.
Am liebsten wäre ich gleich mitreingesprungen und hätt mich noch mal ordentlich mit so ner Kratzbürste abgeschubbelt um mich danach so richtig schön an der rosa Elle vom Mississippi zu reiben. Mit so richtig schön frischer, glatter Haut. Mal ganz ohne Wunden, Morddrohungen und Stress, einfach zum entspannen. Zu Reiben?
Tja bei solchen Gedanken merkt man dass man nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.
Ein echter junge sollte sein Mädchen küssen wollen und streicheln und so. Sich nicht an ihr reiben.
Hoffentlich blieb das so. Sollte das schlimmer werden, keine Ahnung. Wollte nicht so enden wie Blauauge.
Vielleicht musste man sich dann regelmäßig auf den Hinterkopf schlagen damit das mit dem Denkvermögen nicht aufhörte.

Wir hatten uns noch nicht lange darüber unterhalten, was wir jetzt als nächstes machen konnten als Blauauge auch in den Raum kam und Elle wie von der Tarantel gestochen aus dem Bad in ein Handtuch flog. Ohne scheiß, so schnell hab ich die noch nie gesehen. Nichtmal gestern als wir um unser Leben rannten.
Dann fiel uns auf das Liz weg war.
Blauauge und ich wollten sie suchen gehen. Mir war das ganze ein bisschen peinlich. Nö, nicht weil ich schon wieder Liz hinterherrannte. Ich hatte mir überhaupt nichts dabei gedacht, dass sie nicht da war. Aus den Augen aus dem Sinn. Kaum ist das Leben einmal schön sind irgendwie alle Sorgen vergessen? Naja nicht so ganz.
Zum Glück war Elle da etwas umsichtiger. Sonst wäre der Liz noch was passiert oder so.
Die litt nämlich unter Internet- und Telefonentzug und wahr mehrere Kilometer gejoggt um die Leitungen zu überprüfen.
Wäre ich im Traum nicht drauf gekommen.
Als Wölfe war das natürlich überhaupt kein Problem sie zu finden und auf dem Rückweg nebenher zu trotten, während sie joggte.
Wieder in der Villa war Blauauge schon wieder irgendwo verschwunden und Elle saß auf der Verande und hatte sich Sorgen um uns gemacht.
Freudig mit dem schwanzwedelnd lief ich auf sie zu, unterdrückte diesen dämlichen Drang mich an ihr zu reiben und lief schnell ins Haus um mir was anzuziehen.
Blos flott zurück in die Menschengestalt, da war das Verlangen erträglicher.
Den Rest des Tages unterhielten wir uns darüber ob und wie wir doch noch von hier fliehen konnten.
Nein LaMotte wollte uns bis jetzt noch nciht den Kopf abschlagen, ging nur so um die USA im allgemeinen und unseren Plan nach Deutschland zu fliegen im speziellen.
Flughafen war jetzt wahrscheinlich blöde. Aber vielleicht konnten wir mit dem Schiff fahren.

Genau das erzählte ich auch unserer Retterin beim Abendbrot. Es gab nen leckeren Braten und zum ersten Mal seid einer ganzen Weile konnte ich das Essen wirklich genießen. Hatte nciht einfach nur Kohldampf und schaufelte Sachen rein. Endlich mal hatten wir nicht gegen irgendwelche Monster gekämpft, waren nicht angeschossen worden und auch nciht in Fetzen geschnitten. Von mir aus konnte der Rest meines Lebens ruhig aus ein paar mehr solcher Tage bestehen.
Darum wurde ich nach und nach auch weniger skeptisch unserer Wohltäterin gegenüber.
Sie wollte, dass wir irgendwo probewohnten, whatever.
Wichtig war, dass es da Telefon gab und Internet und so. Von da aus konnte man dan meine Mama erreichen sagte sie.
Ich wollte nämlich nicht einfach weg sein, wie der Karsten. Ob der auch so ein Arshclochwolf war und sich deswegen nicht um uns gekümmert hatte?
Irgendwann würde es wieder nach Deutschland gehen und dann beschützte ich meine Mama vor Arschlochwölfen und CHemiemutanten und so. Ja. Das wollte ich machen.
Nach dem Essen fuhren wir dann ziemlich direkt zu diesem anderen Haus.
Das war in so ner megawohngegend, nicht hinterm Mond gleich rechts wie das in dem wir gewesen waren. Die ganze Gegend war eingemauert und während wir rein und duchfuhren hatte ich nur Augen für die vielen Terassen, Balkone und Treppen. Hier würde man prima rennen können.
Und mit Elle, Liz und Blauauge Vater, Mutter, Kind spielen. Ob das gut ging?
Obwohl Pearl den ganzen Krempel den wir brauchten und erledigen sollten Liz in die Hand drückte, sie hatte die Rolle der Mutter bekommen, war ich fest dazu entschlossen das kochen zu übernehmen. Oh ja. Als Gehilfe von Elle.
Zusammen kochen und so.
Das würde gut werden.

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Vom Flughafen nach Beauville, Teil 1

Tisch-Runde Samstag 14.04
Erzähler: Mandavar
Spieler: Elle (Ragabash), Kilian (Galliard), Liz (Ahroun), Lucano (Theurg)

Sonntag, 28. März 2010, Neumond

Elle stürmte uns allen voran zurück auf die Straße. Ich folgte sofort mit dem Teddy in der Hand und Blauauge ließ Lizs Tasche einfach fallen und rannte mit uns mit. Lizs brauchte etwas länger um mit uns zu kommen. Sie schaute noch einen winzigen Moment rüber zu den Leuten aus der Autowerkstadt.
Erst als die sich mit grimmig entschlossenen Mienen in Bewegung setzten fuhr sie herum und gab Fersengeld.
Hier direkt konnten wir nirgendwo hin, zumindest nirgendwo wos sinnvoll gewesen wäre. Rechter Hand war zwar nen Parkhaus, aber das sah so alt und im Eimer aus, das da vermutlich niemand war. Wenn wir versucht hätten uns da zu verstecken oder so, wären die hinterher, hätten sich abseits von den Leuten in Wölfe verwandelt und uns im Null-komma-Nichts gehabt.
Aber vor uns war voll das Hindernis. Die Straße am Flughafen war ziemlich befahren, auf unserer Seite. Naja auf der anderen auch, aber da Standen die Autos im Stau.
Wir rannten einfach so über die Straße. Zwischen den Autos war kein Platz, so dicht fuhren die hintereinander, also mussten wir oben drüber.
Ich sprang gerade ab und drückte mich mit den Armen auf ein Autodach, als ich sah wie Elle über eine Motorhaube rutschte.
Ziemlich cool von ihr. Wirklich schnell war sie dabei aber nicht, genauso wie Liz.
Die Mädchen schienen es nicht so mit dem Laufen zu haben. Blauauge ging ziemlich ab und war mindestens genausoschnell wie ich und auch beim Hindernisse überwinden konnte ich ihm kaum was vor machen, obwohl er im Hishu und nicht im Urhan war. Voll verschärft.

Über den Bürgersteig ging es in so einen komischen Discounter, der hatte wohl jeden Tag rund um die Uhr offen.
Deswegen war es da auch ziemlich voll, jede Menge Jugendliche und junge Erwachsene die Kippen und Alkohol kauften. Als ob man nichts besseres zu tun hätte.
Zum Beispiel vor wildgewordenen Autmechanikern die sich in Monsterwölfe verwandeln konnten weglaufen, weil die einem den Kopf abreißen wollten.
Weil man Händchen halten und mit meiner Elle zusammen sein wollte.
Arschlöcher.
Warum sind die anderen nur nicht mitgekommen. Irgendwie vermisste ich Leif. Wäre cool gewesen, dass hier mit ihm durchzuziehen.
Unsere Verfolger hatten etwas Probleme gehabt, durch das Chaos was wir auf der anderen Spur verursacht hatten zu folgen. Nach uns die Sintflut und so. Wir hatten da einiges an Auffahrunfällen und so verursacht, sodass die nicht mehr Vorhersehen konnten wie die Autos so fuhren, weil es da ein einziges Durcheinander gab.
Nur Thore der riese und diese dämliche Zicke von Summer waren noch direkt hinter uns. Am meisten regte mich auf, dass ich die beiden eigentlich ganz cool gefunden hatte und die trotzdem hier waren um uns zu jagen. Das die trotzdem bei der ganzen Arschlochscheiße mitmachten.
Penner.

Elle haute nen fetten Stapel mit Osterhasen um die überall durcheinander flogen und Liz brüllte so überzeugend Feuer, das sogar ich mcih einen Moment lang zu ihr umdrehte. Dann brach eine Panik aus unter den ganzen Volldeppen die sich irgendwelche Drogen kaufen wollten, die konnten alle nicht richtig laufen und stolperten noch über die Osterhasen, das ich ein bisschen Grinsen musste. Erst als ich deswegen zurückblieb und Summer mich beinahe erwischte, wurde ich mir wieder über den ernst der Lage bewusst und legte nen Zahn zu um die anderen einzuholen.
Thore hatte mitlerweile die Mädchen überholt und wollte Blauauge schnappen, der gerade durch eine Seitentür in eine Gasse lief.
Überall flogen alte Zeitungen und Plastikfetzen herum.
Vom Ende der Gasse konnte man irgendeinen dicken Hund Bellen hören, der sich freute, dass endlich mal wer vorbei kam. Er war neben so nem dicken Müllkontainer angekettet. Naja, vielleicht wollte er auch den Maschendrahtzaun dahinter bewachen oder so.
Wenn wir keine Wölfe gewesen wäre, hätte der uns bestimmt angegriffen, aber so bellte der uns freudig an, hoffte dass wir mit ihm spielen würden oder so, keine Ahnung. Auf jeden Fall ließ er Blauauge unbehelligt passieren, als der auf die Mülltonne und dann über den Zaun sprang, dicht gefolgt von Thore.
Liz und Elle nahmen auch den Müllcontainer über den Zaun, sodass für mich da nicht wirklich Platz blieb.
Macht nix. Mit Zäunen kannte ich mich aus. Mit dem Teddy in der linken Hand sprang ich ein bisschen schief gegen die Wand auf der linken Seite. Dann stützte ich mich sofort mit dem rechten Arm oben auf dem Zaun ab, da war zum Glück kein Stacheldraht.
Mit kleinen Trippelschritten lief ich an der Wand entlang, bis meine Füße über den Zaun hinweg waren und drückte mich an um in der Hocke auf der anderen Seite in der Gasse zu landen.

Die ging da noch ein gutes Stück weiter und machte dann eine Kurve. Etwa auf der Hälfte der Strecke war Blauauge damit beschätigt um Thore herumzuspringen und sich nciht fangen zu lassen. Ziemlich flink, das Kerlchen. Trotzdem erwischte Thore ihn immer wieder, aber jedes Mal hatte er ihn nur für einen winzigen AUgenblick, dann war er schon wieder frei.
Ich rannte auch direkt weiter, weil Summer nur wenige Augenblicke nach mir über den Zaun kletterte, irgendwie hielt der die gar nciht auf, unfair.
Elle und Liz kamen als letzte von uns über den Zaun, mit dem dunkelhaarigen Typen, von dem ich nicht genau wusste wie er heißt.
Elle ging noch ein paar Schritte, aber Liz drehte sich einfach um und boxte dem Typen voll auf die Brust.
Wieso der mit sowas gerechnet hatte wusst ich nicht, aber irgendwie blockte er den Angriff ab.
Elle fand das genauso wenig gut wie ich, drehte sich um und stürzte sich auf ihn. Wäre vermutlich wenig geährlich gewesen, wenn sie nicht scheißwütend gewesen wäre. Ihr Kopf war so dunkelrot, ich dachte der platzt jeden Augenblick.
Machte sie dann auch. Naja nicht so richtig, aber sie wurde wieder zu diesem Riesenmonster dem Gauru, machte einen Satz auf den Kerl zu und wischte ihm eins mit ihrer Klaue. Leider war der in der Matrix, beugte sich ein bisschen nach hinten und wurde kaum getroffen.

Alles klar, schluss mit lustig, jetzt ging die Klopperei los. Ich warf den Teddy in Laufrichtung, während ich gegen die Wand sprang kehrt machte und an der Wand über SUmmer hinweg lief um Elle zu helfen. Dabei versuchte ich zu vergessen, dass die genauso zu Monstern werden konnten wie wir. Scheiße Mann, die sollten uns einfach in RUhe lassen. Ich wollte nicht mehr zu denen gehören, dass hatten die versiebt. Wenn das hieß, das sich nciht besonders lange lebte dann sollte das so sein. Ich wollte lieber frei sein, und mit Elle zusammen, als eingesperrt und unglücklich.
Mit einem Brüllen drängte ich mich neben Elle, mitlerweile auch im Gauru und riss dem Typen mit einem Schlag gegen den Oberschenkel das halbe Bein ab. Überall spritzte Blut und im Nuh war die Luft von einem feinen nach Eisen schmeckenden Nebel erfüllt.
Sekundenbruchteile später fühlte ich, wie mir mehrere Messer durch den ganzen Rücken gezogen wurden.
Das musste dann wohl Summer sein.
Scheiße.
Aber um die kümmerte sich Elle, die hatte noch eine Rechnung mit der offen, sodass die olle Hurenschlampe mir nicht weiter den Rücken zerfleischen konnte.
Liz brauchte etwas um sich zu verwandeln, die sah eigentlich gar nicht so aus, als ob sie sonst Probleme mit ihrem Zorn hätte, aber für die war das wohl alles noch zu verwirrend und neu. Ich setzte weiter dem Kerl zu und biss ihm in die Schulter, beinahe hätte ich gleich den ganzen Kopf mitgenommen.
Hinter dem Zaun tauchten jetzt auch die anderen auf und machten sich daran drüber zu klettern.
Der Typ sah aus als würd er es nicht mehr lang machen und verwandelte sich dann auch in den Gauru. Fuck. Hatte gehofft ich könnte den platt machen bevor der sich verwandelte. Scheiße, scheiße, scheiße.
Liz drückte sich jetzt von hinten gegen mich, sie versuchte irgendwie zwischen uns vier wütenden Ungeheuern durchzukommen um die beiden Nachzügler aufzuhalten, das war aber nicht ganz einfach, weil sie jetzt auch so groß war wie wir und die Gasse nicht ganz so breit.
Elle kämpfte immer noch gegen Summer während der Typ und ich uns gegenseitig kaputt fetzten und Liz, wütend brüllend weil sie nicht vorbei kam, ihm auch noch einen mächtigen Hieb mit gab.

Als die anderen schließlich unsere Seite des Zauns erreichten, irgendwer hatte den Müllcontainer vorhin umgeworfen, hörten wir eine Stimme.
nicht einfach so, irgendwie rufen oder so. Ne Stimme mitten in unserem Kopf. Klang ziemlich gut, irgendwie nett.
Sie sagte uns wir sollten fliehen und sie würde uns Zeit verschaffen.
Ich ließ meinen Gegner schwer verwundet zurück und auch Elle drehte sich um um wegzulaufen.
Mit noch zwei mehr von denen würden wir das kaum durchstehen. Am anderen Ende der Gasse konnten wir erkennen, wie Blauauge gerade unter Thore hervorschoss, der von mehreren Soldaten beschossen wurde.
Was dann geschah war irgendwie schon ein bisschen abgefreakt. Der wurde auch zum Gauru, aber nicht einfach nur so monstermäßig wie wir.
Der ging noch gleich dazu in Flammen auf und fetzte direkt zwei von den Soldaten kaputt.
Dann schoss plötzlich Liz an uns vorbei, nicht mehr im Gauru sondern als Urhan. Nur ein paar Meter weiter geriet sie ins wanken und verteilte überall ihr Blut auf dem Boden, von dem sie keine zu knappe Spur hinterließ. Ich knurrte Elle an, sie sollte Liz mitnehmen.
Wir waren beide noch im Gauru und liefen Seite an Seite, leicht verssetzt durch die Gasse. Das hier war unser Kampf, wir konnten Liz nicht dafür zurücklassen, dass wir sie in die Scheiße geritten hatten.
Ich schnappte mir statt Liz den Teddy, der überlebte das nicht ganz unbeschadet, aber besser ein kaputter Teddy zum reparieren als gar kein Teddy.
Blauauge war schon um die Ecke und da gabs nur ne kleine Tür.
Ich grunzte wütend auf, immer diese Hindernisse.
Dann nahm ich all meine raft zusammen, galoppierte etwas schneller und ließ Elle hinter mir zurück. Mit vollem Karacho bretterte ich seitlich gegen die Wand rund um die Tür. Wir mussten da verdammt nochmal durch und kein Scheiß Hindernis würde uns davon abhalten die Liz mitzunehmen.
Die wand explodierte und ein einem Hagel aus Staub und Steinen bretterte ich in das Lagerhaus dahinter.

Blauauge hüpfte noch einmal, als er uns sah und verschwand dann hinter einem Haufen von Kisten.
WIr folgten ihm um die Kisten und durch ein großes Tor aus der Lagerhalle raus. Jetzt waren wir irgendwie im Hinterhof von der ganzen Einkaufspassage oder so, überall standen Tonnen rum, haufen von Pappe, Holz, Plastik und anderer Verpackungsmüll. Sowas wie ne Müllkippe, na Prima.
Am Ende der Passage stand nen schwarzer Van und die Stimme sagte uns, das wir da hin müssten.
Blauauge war zuerst da, beäugte kurz den Fahrer und verschwand dann im inneren.
Ich kam kurz danach an verwandelte mich zurück und sprang in den Wagen.
Elle schob noch Liz rüber zu mir, ich hatte dann ihren mehr als blutigen Wolfskopf auf dem Schoß, hielt sie fest und beruhigte sie, während Elle sich auch zurückverwandelte und reinkam. Als die Tür zuknallte sah ich noch, wie unsere Verfolger hinten um die Ecke Bogen und ansehen mussten wie wir davon düsten.

Hätte ich nicht vor lauter Adrenalin, Zorn und auch einem gehörigen bisschen Angst so stark gezittert, dass ich kaum nachdenken konnte, wäre es mir vielleicht sogar peinlich gewesen hier hinten nackt zu sitzen und den Kopf von nem Mädchen im Schoß zu haben, dass nicht Elle hieß.

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Die Nacht der Wölfin Teil 8: Vorzeichen und Stämme

TS-Runde Montag 09.04
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Ciprian, Daniel, Mortima

Freitag, 03. Juni, Vollmond

Auf Adrianos Anweisung hin teilten sich die Wölfe nach Geschlechtern getrennt auf die beiden übrigen Gästejurten auf.
Hier am Caern konnten sie sich endlich von den Strapazen der letzten Tage erholen, endlich in Ruhe ausruhen und schlafen.

Adriano verließ als erstes sein Lager, einen Haufen aus Schafs- und Wildschweinfellen der mindestens so weich und auf jeden Fall kuscheliger als jedes Bett in dem sie sonst so schliefen.
Draußen tobte er sich aus in dem er seine Klauen beim Kampf gegen einen Holzklotz wetzte.
Während er noch schwer beschäftigt war, stand auch Daniel auf, zwängte sich an den beiden Huskies, Anubis und Osiris vorbei und sah sich um.
Charly war bereits wach und pfiff ihn leise zu sich herüber. An einer Bierzeltganitur gab es Schalen für den Frühstücksbrei, Hafer mit frischen Früchten, von dem sie essen konnten.
Bis die anderen aufstanden und zu ihnen herüber kamen versuchte Charly die Lage in Köln und auch Solariennes Handeln zu erklären, stieß aber bei Daniel nur auf wenig Verständnis.
Bevor die anderen aufstanden kam Solariene noch kurz vorbei und verabschiedete sich mit einem vor Freude hüpfendem Herzen. Eines ihrer Kinder, das jüngere Mädchen hatte irgendwie überlebt und sie wollte sich sofort auf den Weg machen um sich darum zu kümmern.

Dann setzten sich nach und nach auch Adriano, Marie, Mortima dazu und etwas später auch Ciprian. Über die laufenden Diskussionen vergaß er glatt auch zu frühstücken.
Marie erzählte den anderen von ihrer Familie, wie sie Rudel die sich in der Nähe ihres Territoriums niederließen entzweite damit die anderen sie dann verjagen konnten. Dabei war schon der ein oder andere Gaiatreue Garou gestorben.
Sie fürchtete, dass ihr Rudel irgendwann kommen und sie zurückholen würde, sie wieder unterdrücken würde und vor allem sie zwingen würde sich mit einem der Blutsgeschwister fortzupflanzen, obwohl in den letzten Jahren keine Garou mehr zur Welt gebracht wurden.
Adriano war sich eher unschlüssig, ob er Marie helfen konnte, die Ereignisse der letzten Tage hatten ihn sehr mitgenommen. Aber Charly sah überhaupt nicht ein klein beizugeben. Sie würden zurück nach Köln gehen und es denen heimzahlen, die ihre Rudelmitglieder auf dem Gewissen haben und Marie konnten sie dabei auch Zuflucht gewähren, sofern sie sich alle gut darauf vorbereiteten und immer zusammen blieben.

Während des Frühstücks kamen Quin und Singt-das-Lunenlicht dazu und verkündeten den anderen, dass sie beschlossen hätten Mortima nicht selbst zu unterrichten, sondern den anderen nur dabei zu helfen ihn zu unterrichten.
Am heutigen Tag würde Singt-das-Lunenlicht, Adrianos Mutter, sich um sie kümmern. Auf dem Programm standen nicht nur den Menschen bekannte Werwolfsmythen und deren Wahrheitsgehalt, sondern auch die Aufgaben der verschiedenen Vorzeichen sowie die 16 Stämme der Garou.

Etwas abseits, auf einem gemütlichen Stück Wiese setzten sich alle im Kreis zusammen.
Ciprian nutzte die Gelegenheit um das Frühstück, welches er durch gebanntes zuhören verpasste nachzuholen und Charly machte sich daran eine Patchwork-Decke zu quilten. Zwischendrin unterbrach sie ihre Arbeit und bastelte ein Hundestofftier für Ciprian, welches diesen später dazu veranlasste etwas zu schnitzen, eine Kuh.

Bis zum frühen Nachmittag waren sie damit beschäftigt über verschiedene Mythen zu sprechen und sich über ihre Vorzeichen zu unterhalten. Dabei schweiften sie auch immer wieder vom Thema ab besprachen andere Dinge die sie bewegten, bis Adrianos Mutter schließlich meinte, sie hätten erstmal genug gedacht und nun wäre es Zeit sich bis zum Abend zu erholen.
Die Freizeit nutzten sie ganz unterschiedlich.
Adriano faulenzte im hohen Gras, bis er sichs chließlich daran machte mit Hilfe seiner Mutter eine neue Gabe zu erlernen. Dazu musste er sich mit einem Gepardengeist im Wettrennen messen, ein eher ungleicher Wettstreit bis der Gepard ihm schließlich die Gabe beibrachte. Ciprian schnitzte weiter, während er Charly, Marie und Mortimer dabei beobachtete wie letzterer den beiden Frauen Schwertkampfunterricht gab, allerdings nur mit Holzstöcken bewaffnet.
In der Zwischenzeit lernte Daniel noch etwas und zwar, dass die Loreley, eine recht große, sechsarmige Fischkreatur, es nicht schätzte wenn man an ihrem Caern rauchte. Sie wusste dies auch sehr effizient mit HIlfe eines Schwalls Wassers zu unterbinden.
Den gleichen Schwall setzte sie später auch ein, um Mortima, der nach dem Abendbrot eine heiße Feuerschau darbot, daran zu erinnern, dass der Tag noch nicht überstanden war und es noch einigen Geschichten zu lauschen galt.

Singt-das-Lunenlicht übernahm die Geschichte der Stämme von denen die anderen noch nichts gehört hatten. Sie berichtete von den Weißen Heulern, den Bunyip und Croatanern aber auch von den Sternenträumern, Uktena und Wendigo.
Die Stämme von denen sie schon etwas gehört hatten übernahmen die jüngeren Werwölfe selbst.

Nach dem der letzte Stamm endlich besprochen war und allen die Köpfe rauchten einigte man sich darauf am nächsten Abend gemeinsam jagen zu gehen. Darüber kam es zu einer kleinen Meinungsverschiedenheit zwischen Daniel und Mortima die damit endete, das Mortima den Schattenlord quer durch das ganze Tal jagte, immer wieder versuchte ihn vorsichtig zu packen ohne ihn zu verletzen nur damit dieser sich wieder herauswand und erneut verschwand.
Als ide beiden sich endlich wieder ein bisschen beruhigt hatten oder nicht mehr konnten, schnappten sich alle große Humpen voller Bier und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

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Buch II, Akt I: Kathedrale des Fleisches

Tisch-Runde Freitag 06.04.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adonai (Salubri Antitribu), Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Samnang (True Brujah)

Sie reisten ein paar Tage weiter, als sie Waffenlärm im Wald hörten, ein gutes Stück entfernt vom Wagen. Es klang als kämpften einige Bewaffnete gegen Wölfe. Wider ihres besseren Wissens eilten sie zum Ort der Waffengeräusche. Dort kämpften zwei Dutzend bewaffnete Sterbliche, zwei Assamiten und ein weiterer Südländer gegen ein Rudel finsterer Werwölfe, zum Teil bewaffnet.
Sofort griffen Adonai und die anderen unterstützend in den Kampf ein, nur Viktor und Arianne blieben am Planenwagen um auf ihn aufzupassen.
Adonai nahm es alleine mit einem der Werwölfe auf und trieb ihn zur Flucht. Durga, Melissa und Reynaud kümmerten sich um einen weiteren und setzten ihm derart zu, dass sein Körper schon ziemlich geschwächt war, als Adonai sich ihm zuwandte und ihn enthauptete.
Der Südländer mischte auch tatkräftig mit, was nichts daran änderte das er und Adonai am Ende in Starre auf dem Boden lagen. Allerdings hatten sie zuvor genug Schaden angerichtet, als dass es die anderen drei schaffen konnten auch den letzten der Werwölfe zu Boden zu strecken.
Vlad beobachtete den ganzen Kampf auf sein Schwert gestützt, einen Apfel essend.

Während die Kainiten ihre Wunden leckten, verschwanden allerdings die Körper der Werwölfe, ihnen den garaus machen schien alles andere als einfach. Durga und Reynaud erweckten Adonai aus der Starre und Melissa kümmerte sich um Samnang.
Dann ging es nach einigen Hirschkühen und dem Gefolge des Assamiten als Erfrischung zurück zum Planwagen um den Weg fortzusetzen. Dabei einigte man sich darauf dem Assamiten, der unterwegs war um den seinen die Nachricht zu überbringen die Kampfhandlungen gegen die Camarilla einzustellen, mittels Beherrschung zu manipulieren und dadurch die Beziehung zwischen Assamiten und Camarilla weiter zu verschlechtern.

Auf der Reise gab es nicht viel Nahrung, und so überredete Durga Vlad dazu immer mal wieder etwas von seinem Blut mit ihr zu teilen. Auch Melissa musste sich an den Pfähler halten, denn ihr Verlangen nach bestimmten Inhaltsstoffen im Blut ihrer Opfer zwang sie dazu auch immer wieder von ihm zu trinken. Dabei konnten die beiden etwas mehr nehmen als von einem normalen Menschen, immerhin war er ein Wiedergänger, aber wirklich ernähren konnten die beiden sich nicht von ihm.

Das nächste Dorf welches sie fanden, war schon von Annarchen überrannt worden, aber etwas später konnten sie sich dann doch noch an der Sterblichen Bevölkerung eines Dorfes laben, bis sie schließlich Markovs neue Festung am Tihutapass erreichten.
Er nahm sie mehr oder weniger freundlich auf und schickte Dracula am nächsten Abend weiter zur Kathedrale des Fleisches.

Yorrak, einer der grauenvollsten Methusalems vom Clan der Tzimisce, wollte den Sohn des Drachens selbst in die Reihen des Clans aufnehmen. Den Kainiten war dies nicht ganz geheuer, wer die Kathedrale des FLeisches betrat, kehrte in der Regel nicht zurück.

Bevor sie aufbrachen berichtete der schwer verletzte Sorin noch von seinem Zusammentreffen mit Shukaris. Beinahe wäre es ihm gelungen mit Hilfe eines erwachten Magiers diesen auszuschalten, aber irgendwer warnte Shukaris, sodass ihm Hilfe zuteil wurde und er der Falle entkommen konnte.

In die Kathedrale wurden sie von Yorrak selbst eingeladen und konnten so mit ansehen, wie dieser den Pfähler wandeln wollte und dann aber von der Kathedrale selbst angegriffen und verschlungen wurde.
Die Kainiten flohen alle mehr doer weniger rasch aus der Kathedrale, waren aber nicht schnell genug. Sie zog sich zusammen, kontraktierte und erbrach sie in einem gewaltigen Schwall aus Unrat in die Asche des Hexenhügels.

Von den in der Kathedrale gefangenen Seelen hörten alle jene mit der Gabe des Sehens nur noch ein Wort, dass ihnen einen Schauder über den Rücken laufen lies:

„Kupala, Kupala, Kupala, …“

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Die Nacht der Wölfin, Teil 7

TS-Runde Montag 26.03
Erzähler: Mandavar
Spieler: Adriano, Charly, Daniel, Mortima

Donnerstag 02.06. Dreiviertelmond

Kaum das es dämmerte sandte man Daniel via Mondbrücke zur Loreley von wo aus er ohne großartige Unterbrechung direkt weiter nach Köln reisen wollte. Zunächst sah es so aus, als ob er die ganzen 160km mit einem dreigängigen Damenrad hinter sich bringen müsste aber es war noch nicht all zu spät und so konnte er vom Bahnhof eines kleinen Städtchens mit dem Zug nach Köln fahren.

In Köln angekommen nahm er gleich Kontakt zu den Punkern auf der Platte auf und wurde an Daniela verwiesen. Die junge Frau bot ihm ohne große Umschweife Unterkunft bei sich in der WG an, die sich über einem Museum fand.
Die WG passte nicht so wirklich zu ihr, oder zu irgend jemandem. Stellenweise war sie absolut chaotisch, und an anderen Stellen sehr teuer und absolut ordentlich eingerichtet. Dort mussten sehr seltsame Menschen ein Dach teilen.
Daniela führte Daniel in ihr Zimmer und bot ihm eine Matraze und einen Schlafsack an, den er nur nach Benutzung waschen müsste. Nach einer gemeinsamen Zigarette legte er sich hin, nutzte den Schlafsack aber nur als Kopfkissen.
Daniela machte es sich auf der Fensterbank gemütlich und beobachtete noch eine Weile den Nachthimmel, zumindest bis Daniel endlich eingeschlafen war.

Als die jungen Garou Darzels Finsternis verließen machten sie sich relativ direkt auf, um sich mit Solarienne zu treffen, die um ihre Welpen heulte, bis sie eintrafen.
Doch unterwegs zögerte Marie einmal kurz. Es gäbe da etwas, was die anderen nicht über sie wüssten, eine dunkle Vergangenheit. Aber sie hätte nichts mit den grauenvollen Ereignissen der letzten Tage zu tun, sie würde bei Zeiten alles erklären, aber fürst erste müssten sie ihr einfach vertrauen.

Sie entschieden sich durch die Penumbra zu laufen und am Dom wieder zu wechseln, aber Anubis und Osiris erschwerten das Seitwärts wechseln, sodass es ihnen erstmal nicht gelang. Dies führte zu einem kleinen Zwist zwischen Charly und Agrippina, die wollte, dass die Wölfe ihr halfen die Webernetze zu beseitigen die die Spinnen deswegen anbringen würden. Charly stand dem eher feindlich gegenüber, aber Adriano erklärte sich einverstanden.
Dann half Agrippina ihnen in die materielle Ebene zu wechseln, von wo aus sie schnell Pauls Haus und Garten erreichten.

Solarienne und auch Lunas Fänge erwarteten sie bereits. Die Silberklaue zeigte sich wie erwartet empört über Maries Anwesenheit und reagierte reichlich agressiv. Adriano war kurz davor dazwischen zu gehen, aber Marie zeigte sich unterwürfig und so war die Angelegenheit für Solarienne schnell geklärt.

Sie drängte darauf Rache zu üben, an denen die ihre Kinder umgebracht hatten, die Paul so schwer verwundet hatten, dass es fraglich war ob er je wieder aufwachen würde. Was mit den anderen Rudelmitgliedern gewesen ist wusste sie noch nicht.
Kirenti hatte bereits die Fährten aufgenommen und so bereitete Kiyam eine Mondbrücke vor, an dessen Ende das erste Ziel liegen würde, das Polizeipräsidium.
Bevor alle Fänge sich in gewaltige Wolfsbestien verwandelten, dem Urshul ähnlich, aber größer noch als der Crinos, gab es eine kurze Diskussion darüber wer sie alles begleitete. Adriano und Charly wollten helfen, aber Ciprian und Mortima wollten keine Menschen morden über eine Fehde die sie nicht richtig verstanden.

Wie ein Komet schlugen die Garou im Präsidium ein und ließen keinen Stein auf dem anderen, auch kein einziger Wagen, einfach nichts blieb intakt. Dann ging es weiter, durch die Umbra zu den verschiedenen Polizisten. Manche waren zu Hause, einige schon in den Betten, andere noch mit Freunden unterwegs. Zielstrebig führte Kirenti das leicht vergrößerte Rudel von einem zum nächsten, die Wölfe sprangen aus der Penumbra, rissen das Ziel und verschwanden wieder.
Eine Nacht des Schreckens in Köln, eine Nacht in der Krieg herrschte.
Aber so schnell die Wölfe gallopieren konnten, so schnell alles begonnen hatte, so schnell war der Rachefeldzug wieder beendet.

Niemand war entkommen.

Blutverschmiert wollten sie gerade erneut von Pauls Garten aufbrechen, erst zu Charlys Bruder, dann zu Mortimas Leuten und dann zur Loreley als erneut Wolfsgeheul in Köln ertönte.
Es war Singt-das-Lunenlicht, Adrianos Mutter, die nicht am Caern hatte warten wollen.

Auch Daniel wurde von dem Heulen wieder wach und erkannte es als einen weiteren Garou. Er verabschiedete sich von Daniela, die mehr zu verstehen schien als gut für sie war und selbst auch irgendwas zu verbergen hatte. Und machte sich auf zu der Wölfin die dort heulte.
Er erreichte gerade den Park, als auch Lunas Fänge eintrafen und Solarienne ihn attackierte, sie wollte wissen wer er war, was er in Köln machte, leicht hätte er ein Feind seien können.
Er stellte sich mehr als widerwillig vor und offenbarte, dass er eine Nachricht für Charly hatte, die er ihr erst überreichte, nachdem er sich per Perso von ihrer Identität hatte überzeugen können.

Alle weiteren Gespräche wurden aber auf die Fahrt und das Abendbrot am Caern vertagt, einige sogar bis zum nächsten Tag, denn es war mitlerweile doch sehr früh geworden.

Bei den Fianna konnten sich alle den Bauch vollschlagen mit Brot und Wildschwein, und sich dann in Jurten für die Gäste zur Ruhe begeben. Mortima fühlte sich hier deutlich wohl, obgleich es ihm etwas unangenehm war, dass die anderen Fianna schon Geschichten von ihm gehört hatten, fühlte er sich hier dank ihrer Art und dank ihres Aussehens zu Hause.
Der-mit-dem-Hirsch-rennt war heimgekehrt und hatte endlich zu dem Stamm in den ihn ein Geist des Totems persönlich aufegenommen hatte gefunden.

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Das Jahr des Greifen, Teil 4

Die Befreiung der Stadt war erfolgreich. Während die KGIA-Agenten gegen die Anführer der restlichen Orks kämpften griffen Bürgerwehr und Freischärler an verschiedenen Stellen der Stadt die restlichen Orks an.
Sartassa und Lysandra kümmerten sich erfolgreich um eines der Tore, am anderen hatten Darag und die Leute von der Bürgerwehr weniger Erfolg, bis ihnen schließlich Valoran und die anderen zur Hilfe kamen und die letzten Orks an diesem Tor geschlagen werden konnten. Während dessen eroberte der Henker nicht nur die Garnision, sondern auch das Wachhaus an der Breite.

Nach dem erfolgreichen Aufstand, sammelten sich alle Streiter aber auch schon einige der Bürger auf dem Platz im Zentrum der Stadt. Marcian erklärte ihnen, dass er die Kontrolle über die Stadt übernehmen würde um sie zu verteidigen bis das kaiserliche Heer einräfe. Die Adligen der Stadt waren begeistert, dass man ihnen Agenten schickte um ihnen zu helfen und organisierten ein großes Fest mit reichlich Apfelwein, Apfelschnapps und gutem Essen.
Doch die Freuden des Sieges hielten nur bis zum nächsten Morgen an.

In der Nacht war die Tochter des Bäckers vom Andergaster-Tor ermordet worden, man hatte ihr die Kehle durchgeschnitten und sie skalpiert. Allem Anschein nach die Tat eines jungen Orks, aber daran wollten Marcians Agenten nicht glauben, immerhin konnte Sartassa auch keine entsprechenden Spuren entdecken.

Also versuchten sie den Mord aufzuklären und sprachen mit dem Vater und dem Freund der jungen Frau, konnten dadurch aber keine weiteren Spuren aufdecken. Da sie nicht weiterkamen, wollten sie sich erst einmal um die Stadt kümmern.
In den nächsten anderthalb Wochen säuberten sie die Tempel von den Schändungen der Orks und Arlin sammelte spenden um den Rahja-Tempel wieder in Stand zu setzen und dort einzuziehen.
Valoran sorgte dafür, dass aus der Bürgerwehr und den Freischärlern zwei ordentliche Kompanien geformt wurden, die nicht nur miteinander trainierten, sondern auch eine Miliz aus den einfachen Bürgern der Stadt machen sollten.
Als sie dann auch noch einen Vorrat prächtigster Rüstungen und Waffen im Tempel des Ingerimm fanden, konnten sie zumindest die Männer der Bürgerwehr und auch einige Freischärler besser ausrüsten.

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Vampirruinen im Irak

Tisch-Runde Freitag 16.03.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Nicole (Journalistin), Misaki (Fotografin, ich), Stefan (deutscher Agent), Französischer Archeologe, Irischer Militärarzt, Russischer Ex-Soldat

Als ich wieder aufwachte war ich in irgendeinem Krankenhaus in irgendeinem Scheißland, indem man arabsich sprach oder irgendeine Sprache die so ähnlich klang und von der ich kein Wort verstand.
Einzelzimmer.
Klamotten weg. Ausrüstung weg. Meine Speicherkarten wollte man nicht gesehen haben.
Schöne scheiße. Immer das selbe.

Es war nicht das erste Mal, dass ich tief in der scheiße steckte, sowas passierte schonmal wenn man seine Kamera an Orte steckte an denen man nichts verloren hatte. Aber es war das erste mal, dass die Scheiße für mich im Krankenhaus endete.
Unter meinem Nachthemd konnte ich die Verbände an den verschiedenen Wunden spüren. Ich war beinahe eine Mumie. Es gab drei massive Verletzungen an meinem Oberkörper.
Eine Stichwunde in der Seite, zwischen der siebten und der achten Rippe, eine aufgerissene Schulter an der so ziemlich jeder Knochen, der nur irgendwie in der Nähe war gebrochen war und eine ziemlich dicke Einstichwunde oberhalb meiner linken Brust. In der Nähe der Stelle wo ich schmetterbedingt etwa 3 Mal so viele Knochen aufwies wie andere Menschen.

Wie ich an die Wunden gekommen bin? Verarschen kann ich mich alleine.
Das glaubte mir ehe kein Schwein, nicht ohne die Fotos. Verdammt ich brauch noch ne neue Kamera. Hoffentlich war Nicole irgendwie besser aus der Scheiße rausgekommen, dann hatte ich vielleicht eine Chance hier irgendwann rauszukommen und vielleicht sogar einen Gehaltscheck zu sehen.

Ich kann es ihnen aber gerne nochmal erzählen.
Also hat sich eigentlich nach keinem allzu schwierigen Auftrag angehört. Es ging um Archeologische Ausgrabungen die genutzt werden sollten um etwas über irgendwan herauszufinden. Richtig alte Scheiße.
Was genau weiß ich nicht. Bin ja nur die Fotografin.
Messer? Ja, ich bin auch sowas wie ein Bodyguard, Mädchen müssen halt auf sich aufpassen ja?

Wir trafen uns in nem eigentlich ganz netten Hotel mit dem Rest der Mannschaft, Pilotin schmieriger Copilot, Archeologe und einige Leute zu unserem Schutz. Da war dieser Ire, immer so rot als käme er gerade vom Joggen zurück, dieser deutsche Stefan oder so und ein Russe. Die waren wohl zu unserem Schutz mit dabei. Der Ire war Sanitäter und es war verdammt gut, dass wir ihn dabei hatten. Ich geh mal davon aus, das ein paar von uns weniger überlebt hätten, wenn er nicht gewesen wäre.
Dann der Russe, der war nicht nur gut darin Wodka zu vernichten, der war auch Soldat und konnte so ziemlich alles über den Haufen ballern. Und der Deutsche, der hatte erst einen ganz vernünftigen Eindruck gemacht, bis das Arschloch mir meine Kamera aus der Hand geschossen hat. Aus der Hand, das muss man sich mal vorstellen. Schöne scheiße, so ein Flachwixer.

Eigentlich hat ich mir nen netten Abend machen wollen, vielleicht sogar mit einem der Herren, aber irgendwie war es dann doch zu witzig gewesen mit denen Wodka zu trinken und davon erholte man sich besser alleine.
Am nächsten morgen vegetierten wir dann so vor uns hin, bis zu dieser Infoveranstaltung auf der sich Misses Expeditionsleiterin Steel bei mir erstmal derbe unbeliebt machte, durch eine nicht vorhandene Informationsveranstaltung.

Naja drauf geschissen. Irgendwo hinfliegen, Fotos von alten Steinen machen, vielleicht von wilden Arabs beschossen werden und dann wieder zurückfliegen, nichts außergewöhnliches.
Wars dann irgendwie doch als die mit ner MG unseren Hubschrauber vom Himmel holten und unsere Pilotin erwischten. Der Kopilot konnte übernehmen und uns einigermaßen sanft runterbringen.
Im Schussfeld von der Scheiß-MG und noch ein paar irren mit Sturmgewehren.

Ich brachte Nicole und mich erstmal hinter unserem abgestürztem Heli in Sicherheit, während die Herrn das Feuer erwiderten. Nicht sehr erfolgreich, sodass mir die Zeit blieb, neben dem Fotos knippsen auch noch ne Pistole vom Russen zu ergattern und das mit dem Schießen auch ml zu versuchen. Da lernte ich dann auch, dass das gar nciht so einfach war, wie es immer aussah.
Schließlich flohen die Kerle mit den Sturmgewehren und wir konnten uns in Ruhe umsehen.

Hier machte sich dann unsere liebe Arschkuh von Steel direkt das nächste mal unbeliebt, redete irgendwas von der Aufgabe nicht gewachsen und beeilen und so. Dass hier irgendwie kein richtiges Ausgrabungslager stand und die da einen Jeep positioniert hatten um Leute wie uns wegzupusten schien sie irgendwie kalt zu lassen.
Interessant war, der Jeep konnte gar nciht mehr fahren, das heißt der war schon ne weile da, heißt Steel hatte uns nicht alle Infos gegeben.

Hatte sie in der Tat nicht, kaum waren wir in diesem Tempelkomplex, schloss sich die Tür hinter uns und sie redete irgendeine Scheiße davon, dass wir alle einem Mann geopfert würden, der eins einem Gott gedient hatte und jetzt selber einer geworden war.
Ja ne, ist klar. Du mich auch.
Der Russe war so begeistert, das er der Frau erstmal das Bein wegschoss, mit seinem eigenen Sturmgewehr AK irgendwas oder so. Eingesperrt in einem dummen Tempel mit nem cholerischen Russen.

Einfach so tun als wäre alles in Ordnung. Nachtsichtgerät aufziehen und Fotos schießen, alles schön dokumentieren, wir kämen schon wieder raus. Naja manche von uns.

So den Rest können wir uns schenken, den haben sie schon beim letzten mal nicht geglaubt.

Nein wir haben die Steinlöwen nicht mit den Blitzen meiner Kamera zu Staub verwandelt, die haben sie beschossen, bis die zu Staub zerfallen sind.
Stimmt dann hat er meine eKamera zerschossen. Warum? Warum fragen sie? Ist doch klar, weil er ein blödes Deutschles Arschloch war ist doch klar. Oh.

Riesenskelette oder riesige Skelette, mir egal wa sie dazu sagen. Ja wir haben den Schädel zertrümmert und Fotos geschossen.

Nicole hatte auch eine Kamera.

Ja ein Mann, war ziemlich durchn Wind der Kerl, hat irgendwas von Ritualen gelabert.

Nein der hat uns nicht gebissen, das waren die Mumien. EIne hat gebissen, eine hatte ein Messer und eine hatte ne Axt.
Ja, die mit der Axt.
Ach sie blöder Wixer, natürlich so ne alte Axt, babylonisch oder so.

Ja. Da haben wir nichts gefunden. Nein auch keine Monster. Nein den Sarkophag haben wir nciht geöffnet. Warum nicht?
Na wir hatten alle keinen Bock mehr auf die Scheiße. Stefan und die Pilotin lagen in der Eingangshalle und starben so vor sich hin. Genau, Steel lag zusammengetaped und mit kaputtgeschossenem Bein daneben.

Mit der Granate.
Der Russe hatte eine.

Dann ging auf jeden Fall das sechste Siegel.
Wie ich hab noch nichts von den Siegeln gesagt. Naja, da waren halt so Siegel.
An der großen runden Tür in der Eingangshalle natürlich.
Ja die sind aufgegangen. Das erste als die Tür zuging und die anderen so nach und nach.
Und das letzte bei der Granate genau.

Dann kam der Riese.
Vermutlich ein Verwandter von dem Kerl in dem Sarkophag mit dem Wasser.

Genau der hatte das Schwert.
Die anderen haben geschossen und ich hab versucht ihm die Oberschenkelarterien aufzuschneiden, mit meinem Messern genau.
Naja, keine Ahnung, vielleicht sind die Oberschenkelarterien von 3500 Jahre alten Riesen irgendwie anders als die von normalsterblichen.

Ach wissen Sie was, lecken sie mich am Arsch, ich schlaf jetzt.
Los verpisst euch.

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Buch II, Akt I: Eine Lebhafte Auseinandersetzung

Tisch-Runde Freitag 23.03.12
Erzähler: Mandavar
Spieler: Melissa (Tzimisce), Durga (Ravnos), Reynaud (Tremere Antitribu), Viktor (Lasombra)

In der Stadt wurden sie von Sorin begrüßt, der darauf bestand im Vorfeld gewarnt zu haben, dass eine Reise zu Shukaris nichts brächte. Durga würdigte ihn keines Blickes bevor sie einfach an ihm vorbeistapfte. Melissa folgte ihr zum Waisenhaus, während Adonai, Reynaud und Viktor den Rest der Nacht damit verbrachten zu Jagen.
Reynaud hatte zunächst wenig Erfolg, fand dann aber in den Slums eine Gruppe junger Erwachsener die von einer Influenza-Überlebendenfeier nach Hause gingen und konnte sich nach Herzenslust bedienen.
Viktor hatte es etwas bequemer, er konnte einfach durch die Finsternis wandeln um jedes beliebige Haus zu betreten, nachdem es ihn gelüstete und seinen Durst an den schlafenden Insassen stillen.
Melissa verabschiedete sich kurz bei Durga, wollte dieser aber schon in einer Stunde wiedersehen, es galt den Antrag und die Geschehnisse noch einmal genauer zu besprechen.

Am nächsten Abend wurde der Klüngel, wie vereinbart, von Sorin in Hermanstadt abgesetzt. Er selbst wolle sich jetzt um Svetlana kümmern, die noch immer nicht wieder auf freiem Fuß war.
Dann schritten Durga und Melissa voran, durch die Stadt und den Hügel hinauf auf Burg Hermanstadt zu. Adonai schritt in der Mitte etwas hinter den beiden, diesmal gewandet in ein Kettenhemd und einige ergänzende Plattenteile, mit einem Wappenrock Kronstadts und passendem Umhang mit Kaputze. Mit gesenktem Blick und mürrischer Laune, als europäischer Brujah posieren war nicht das, was er sich unter Ehre vorstellte, bewachte er seinen Prinzen und seinen Auftragsziel. Reynaud und Viktor folgten wenige Schritte später, der eine in einer prunkvollen Robe, der andere in seiner üblichen aber keineswegs weniger Prunkvollen Adelskleidung.

An der Burg, hatte man sie nicht auf der Gästeliste stehen, aber als Sorins Name genannt wurde, entschuldigte man sich beim Prinzen von Kronstadt und führte sie durch die Wirren des schlosses und einen Geheimgang in einen prächtig ausstaffierten und mit Menschen und Kainiten überfüllten Ballsaal.
Rechts vom Eingang ind er Ecke stand ein kleines Podest, auf dem ein römischer Centurio stand, ein recht alter Kainit, da er den ganzen Raum mit seiner Majestät erfüllte und das obwohl die Burg als Elysium galt.
Prinz Otto, der Ventrue der hier als Herrscher eingesetzt worden war, nachdem Marusca verschwand begrüßte den Klüngel kurz, erklärte sich dazu bereit sie anderen Gästen vorzustellen und verschwand dann aber genausoschnell wie er gekommen war wieder um andere Kainiten miteinander bekannt zu machen.
In der Ecke linker Hand stand Nova Arpad mit zwei Ahninnen der Tremere, laut Reynaud eher weniger wichtigen Persönlichkeiten. Durga ging so gleich zu ihr hinüber und tauschte einige bissige Kommentare aus, während Malgorzata Reynaud warnte, dass man alle Tremere die sich gegen den Clan entschieden hatten und für Goratrix arbeiteten markiert hatte. Wer einen solchen sah, sollte ihn sofort umbringen und man schickte sogar ganze Klüngel Gargylen nach ihnen aus, das Wissen der Tremere sollte nicht in falsche Hände geraten.

Melissa machte Vladimir Rustovitch ihre Aufwartung, dem Voivoden der Voivoden, der gemeinsam mit der vierarmigen Razkoljna von Polen und einigen anderen Voivoden in der Ecke schräg gegenüber des Centurios und seiner Ventrue-Speichellecker stand und diesen finstere Blicke zuwarf, vorbei an der gewaltigen Eisstatue einer Tänzerin. Direkt an dieser hielt sich eine fein gekleidete Dame auf, die den Vampiren aus Kronstadt freundlich zulächelte. Als Viktor sich später mit ihr unterhielt stellte sie sich Als Arianne, Ahn vom Klan der toreador vor, wohnhaft in Buda-Pest von wo aus sie ein sehr effizientes Netzwerk an Informanten zu unterhalten schien. Sie war bestens informiert über die Vorgänge in den Siebebbürgen und daran interessiert etwas von Durgas Blutwein zu erstehen. Aber auch sonst war sie eine reizende Gesprächspartnerin die Viktor gleich in ihren Bann zog und reges Interesse an dessen Auslandsgeschäften zeigte.

Durga hatte sich eben erst die Leiden Razkoljnas angehört, die über die Männer mit den Kreuzen klagte, die sich in ihrer Heimat ausgebreitet hatten, seit sie das letzte Mal in Starre fiel, als die Tür in den Ballsaal unter einigen mächtigen Axthieben zerbarst und in den Raum geschleudert wurde.

Sofort breitete sich unter den Menschen Panik aus, aber die anwesenden Vampire sahen sich nciht bedroht. Obgleich einer der jüngeren Tzimiscen von den hereinstürmenden Annarchen in Stücke gehackt wurde, richteten diese keinen großen Schaden an. Einer der jungen Kainiten wurde emporgehoben und mit dermaßender Wucht gegen die Wand geschleudert, das er bereits Asche war, als er den Boden erreichte. Ein anderer ging gleich in Flammen auf während ein weiterer von dutzenden Schattententakeln in Fetzen gerissen wurde, Viktor und seine Erzeugerin Lucita hatten sich ihm zugewand.
Durga lies einen der Angreifer mit Hilfe eines Cruac-Rituals erstarren und um die letzten beidne kümmerte sich Dominus, der Centurio. Er riss ihnen die Herzen heraus und ging dann, als wäre nichts gewesen zurück auf sein Podest, von wo er die Panik der Menschen unter Kontrolle brachte.

Melissa und Reynaud begannen den letzten der Annarchen zu foltern, Reynaud trainierte seine Gabe Dinge nur mit Hilfe seines Geistes zu bewegen durch die drastische Umgestaltung des Körpers des Opfers.
Durga aber dachte einen Moment nach, schnappte sich dann zwei Krüge mit Bier vom Buffet und begann dann eine kleine Unterhaltung mit Vlad dem Pfähler, der in der Nähe der Voivoden stand und seines Schicksals harrte.
Keinen Moment zu früh wie es schien, die Stadt war nicht nur von 6 Annarchen angegriffen worden und die anderen hatten einige Häuser in der Stadt, aber auch Burg Hermanstadt angegriffen und in Brand gesetzt.
Kaum das Dominus mitteilte, dass er das Elysium auf Grund des Brands verlassen würde, brach eine Panik aus.
Nicht nur die Kainiten fürchteten um ihr Leben auch die Menschen gerieten in Panik.

Aber Viktor behielt einen kühlen Kopf, er hatte sich bis gerade mit Lucita unterhalten und schlug jetzt vor die Wand nach einem Geheimgang abzusuchen, in der Finsternis würden sie ihn spüren können. Schon bald wurde er fündig, hinter einem der Teppiche befand sich wirklich ein geheimgang, auch ein Bediensteter schien diesen zu suchen, aber ein paar Meter an der falschen Stelle. Ohne sich um diesen zu kümmern, benachrichtigte er über Reynaud, der sich gleich gedacht hatte, das Viktor der Ausweg war, seinen Prinzen. Lucita konnte sich um sich selbst kümmern, aber Arianne nahm sein Angebot sie aus der Todesfalle zu führen dankend an. Melissa, Durga und auch Dracula wurden von Reynaud zum Geheimgang geführt und gemeinsam verschwanden sie hinter dem Wandteppich und aus der Burg.
Nicht ohne das Ende des Geheimganges mit einem Feuer zu versiegeln, sodass ihnen niemand mehr folgen konnte.

Durga wollte schon in die Stadt davonstürmen, aber Melissa hielt sie auf. Schließlich einigte man sich darauf, dass Vlad die Kutsche holte damit die Vampire den Feuern in der Stadt nicht zu Nahe kamen. Gemeinsam fuhren sie dann auf dem Planenwagen davon, Durga und Vlad auf dem Kutschbock, Adonai, Arianne, Reynaud und Viktor hinten.

Am Tor wurden sie von einer großen Gruppe Annarchen aufgehalten, aber man erkannte Durga als den Prinzen von Kronstadt. Da sie ihre Stadt neutral hielten und bei der Vernichtung Tzimisces geholfen hatten, ließ man sie unbehelligt passieren.

Den Rest der Nacht verbrachten die Vampire und auch Vlad schweigend, wobei er später von Durga aufgefordert wurde sich auszuruhen, damit er tags Wache halten konnte. Man überlegte ob man ihm Trauen könne, aber er versicherte mehrmals glaubhaft, dass er ein Ehrenmann war und nciht vergessen würde, wer ihm geholfen hatte den eventuellen Scharfrichtern zu entkommen. Außerdem hatte man sowieso keine Wahl, wenn er gewollt hätte, hätten ihn die zwei Drohnen und auch ein bisschen Erde nicht davon abgehalten die Kainiten während des Tages umzubringen.
Das hätte schon einer der Vampire mittels Beherrshung selbst in die Hand nehmen müssen.
So ruhte er sich in den frühen Morgenstunden hinten im Wagen aus, wachte des Tags über den gewaltigen Planwagen und am nächsten Abend erwachten alle genauso wie sie sich zuvor schlafen legten, nur ein bisschen hungriger.

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Teil 10, Der Goblin und das Uboot

TS-Runde Donnerstag 15.03.12
Erzähler: Clawdeen
Spieler: Lenja, Melekh, Samu

Sonntag, 30.10.2011
Aus der ganzen Aktion auf der Insel entwickelte sich ein riesiger Fehlschlag. In meiner Besorgnis um Amani und die Kinder vergas ich viele von den Ideen die ich bereits gehabt hatte. Meine ersten Gedanken bei der INsel und den wieder marschierenden Soldaten waren Gespenster gewesen, immerhin war ich doch selbst irgendwie zur Hälfte eins. Naja zu einem Neuntel wenn man es irgendwie genau nahm, aber lassen wir das.
Auf jeden Fall dachte ich kein Stück mehr an Gespenster, auch nicht als ich später recht eindeutig mit gespenstischen Eigenschaften konfrontiert wurde. Nunja, die wären auf jeden Fall in der Duat so gewesen, mit materialisierten Gespenstern kannte ich mich nicht ganz so gut aus.
Aber ich greife wieder einmal vor. Springen wir lieber nocheinmal zurück zur Mitte, wo wir beim letzten Mal aufgehört hatten.

Mein Bein war von einem ziemlich üblem Treffer mit dem Kurzschwert ziemlich tief aufgeschnitten und ich konnte kaum noch laufen. Ich hatte aber noch Glück im Unglück gehabt, wäre der Schnitt etwas anders verlaufen, dann wäre ich innerhalb weniger Sekunden verblutet. Samu lag außer Gefecht drüben im Teezimmer, ich wollte mich lieber mit meiner Mitalchemistin beschäftigen. Vielleicht konnte sie auch etwas Tonikumähnliches herstellen? Konnte sie und sie war sogar so nett mir und auch Samu reichlich davon zu geben. Erst dachte ich es würde nicht helfen, aber das lag wohl irgendwie daran, dass ich das ganze Zeug, vermutlich Feenzeug wie ich später über Amani von Lara hörte, nicht sehen konnte. Warum in alles in der Welt mir ein solcher Trank nicht helfen sollte, nur weil ich ihn nicht sah, konnte ich mir aber beim besten Willen nicht erklären.
Samu meinte später es könnte so ähnlich sein, wie mit der Duat. Sollten diese Wesen wirklich eine Art Zwielicht haben, eine weitere zu unserer parallelen Ebene mit der man nur auf eine bestimmte Art und Weise interagieren konnte? Für Samu und Lenja war das sicher leicht vorstellbar. Ich mit meinem wesentlich umfassenderen, wenn auch etwas veraltetem Weltbild tat mich da etwas schwerer. Wie war das noch? Nicht einfach ein bereits gefülltes Gefäß zu füllen oder so?
Aber darüber machte ich mir erst viel später Gedanken, genauso wenig wie darüber warum sie uns überhaupt half. Ich kam mir immer noch ziemlich dumm dabei vor, ihre Hilfe einfach so anzunehmen, alles blind in mich hinein zu schütten, aber nur wer die Wahl hat, konnte sich auch entscheiden.
Vielleicht war die Rettung ihrer Tochter der Spinne ja so bedeutend für sie, uns aus Dankbarkeit weiter zu helfen? Ich an ihrer Stelle hätte so gehandelt, aber ich vollführte auch keine Experimente an dieser seltsamen definitiv isfethaltigen Substanz.

Es dauerte Stunden bis wir beide genug Elixiere gebraut hatten um nicht nur die Wunde an meinem Bein zu Versorgen, sondern auch Samus völlig zerfetzte Kat wiederherzustellen. Ich verlegte mich auf Salben, wollte nicht riskieren, dass es zu irgendwelchen seltsamen Wechselwirkungen zwischen ihren Tränken und den meinen kam. Auch so verlangten wir unseren Körpern einiges ab. Obwohl die Kraft für die Heilung durch meine Tonika zum Teil aus den verwendeten Substanzen stammte, beruhte wohl der Hauptteil auf der durch die riteulle Zubereitung entstandene Essenz. Anders konnte ich mir ihre Wirkung jedenfalls nicht erklären, immerhin hatte ich nichts von meinem Sekhem hinzugegeben. Auf jeden Fall, so viel war ich mir sicher, Sekhem hin oder her, so eine Blitzheilung musste einfach anstrengend sein für das entsprechende und auch das umliegende Gewebe.

Während ich also kleinschnitte, mörserte, köchelte, zusammenrührte und so weiter, schlug ich Lenja vor kurz zu Samu zu fahren und dann wiederzukommen. So konnte sie den Ring abgeben, er würde unser Problem zwar nicht lösen, aber die Spinne hatte gesagt er würde Kraft geben. Vermutlich Essenz in gebundener Form. Mehr Essenz für Lara, bedeutete weniger Last auf ihren Schultern und auf der von den Kindern. Eigentlich war derartige Ressourcenverschwndung nicht mein Ding, aber vielleicht konnte ich sie irgendwie mit meinem Sekhem entschädigen. Meine Dankbarkeit hatte sie so oder so.
Lenja war noch unterwegs, als mir einfiel sie könnte eigentlich eine Waffe mitbringen, immerhin machte sie regelmäßig Schießübungen und wer eine Pistole mit zu einem Kurzschwerter gegen DOlche Kampf brachte war klar im Vorteil.

Bevor sie wiederkam, nutzte ich etwas von meiner freien Zeit um mit Amani zu telefonieren. Am liebsten wäre ich gefahren um sie zu treffen, um sie in den Arm zu schließen, sie festzuhalten und zu trösten, um mich selbst zu trösten, um mich trösten zu lassen, aber ich konnte nicht. Keiner sonst konnte meine Arbeit hier erledigen. Dafür hatten die anderen noch Kapazität frei um auf Gedanken zu kommen, die ich in ähnlicher Form schon gehabt und wieder vergessen hatte. Samu kam auch auf die Idee mit den Geschossen, dachte aber dabei nicht an Voskow sondern an die Insel selbst. Hier war eine Kaserne, er hatte hier sienen Wehrdienst geleistet, also gab es hier auch Waffen. Er wollte welche besorgen, aber er konnte noch immer nicht richtig laufen, also musste ich ihn dazu überreden zu warten, bis Lenja wieder da war, dann würde es auch ihm besser gehen.

Wie nicht anders zu erwarten war ich auch bei ihrer Rückkehr noch mit köcheln beschäftigt und so gingen die beiden ohne mich. Allerdings waren die beiden recht lange unterwegs, was mich dazu veranlasste noch einmal bei Amani anzurufen, als ich endlich auch mit den letzten Durchgängen fertig war. Am Anfang war das Gespräch noch zweckgebunden, ich erkundigte mich über sie bei Lara nach eventuellen Bannen dieser Wesen dort, aber auch Lara konnte uns nicht weiterhelfen. Wie hätte man auch auf die Idee kommen können, das es Gespenster waren, die sich ebenfalls von Gefühlen ernährten, genau wie Geister. Völlig abwegiger Gedanke das.
Aber als das notwendige gesagt war, hörten wir einfach nicht auf zu sprechen. Ihre Stimme zu hören, in dieser Nacht, umgeben vom Isfet, nicht wissend was wir tun konnten um es zu vertreiben um es zurück in die Duat zu treiben war wie die Sonne aufgehen zu fühlen. Es gab mir Hoffnung.

Als wir dann endlich alle wieder halbwegs fit und auch ausgerüstet waren legte Lenja sich schlafen. Ich dachte zuerst ich traue meinen Augen nicht, ich meine sie musste das alles hier nicht tun, es waren nicht ihre Kinder, nicht ihre Amani. Aber sie war ein Aminte und sie wollte hier leben und als Aminte war es unsere Aufgabe dem Isfet entgegenzutreten und die Ma’at zu halten. Da gab man ihm nicht noch eine Nacht zusätzlich Zeit um sich auszubreiten um seinen Machenschaften nachzugehen.
Ich meine ich musste ihr zustimmen, wir waren nciht wirklich gut vorbereitet. Ich hatte noch zwei Dosen Salbe übrig, und die beiden hatten jede Menge Waffen angeschleppt aber eine vernünftige Vorbereitung hätte anders ausgesehen. Aber seien wir ehrlich, wir hatten keine Zeit und auch am nächsten Tag hätte unsere Vorbereitung nicht wesentlich besser ausgesehen. Wohingegen sich die gut 20 Apepnu sicher auf unsere Ankunft hätten vorbereiten können. Wir mussten das jetzt machen. Im Notfall auch ohne Lenja, als nächtliche Sonne, war sie kaum geeignet für ein solches Kommandounternehmen, obwohl sie sonst wohl tausend mal hilfreicher gewesen wäre als ich. Die Vereinigung mit ihrem Tem-Akh musste sie schwer getroffen haben, sonst würde sie sich auch nicht immer so widerspenstig zeigen was unser Erbe anging.
Irgendwie schafften Samu und ich es dann doch sie dazu zu bewegen mitzukommen.
Über die ganze Aufregung hatten wir dann aber vergessen, den Trank zu erneuern und als wir gerade auf die ersten Wesen trafen, die das Uboot bewachten, mussten wir uns wieder zurückziehen. Ohne die Fähigkeit zu sehen, hatte das alles wenig Sinn. Bei den ersten Apepnu die sich uns entgegenstellten handelte es sich um kleine leuchtende fliegende Wesen, aber wer wusste schon wie sie in ihrer Ebene aussahen, die Spinne war auch nur ein Schatten gewesen.

Wir flohen also vor den kleinen leuchtenden Schmetterlingswesen die zunächst außer Niesreiz nichts gegen uns in der Hand hatten, durchforsteten Teestube und Labor nach noch mehr von dem Ekelzeug und nötigten Lenja davon zu trinken. Diesmal konnte sie es bei sich behalten, aber wir ließen ihr auch kaum eine andere Wahl. Trotzdem musste ich ihr zustimmen was diesen Trunk anging, der Lebenszauber des Osiris konnte aab und an eine ziemliche Qual sein.

Dann stiegen wir wieder die Böschung hinab um uns dem Uboot zu nähern. Anders als von mir vermutet war es nciht untergetaucht. Lenja und Samu hatten recht, es handelte sich um ein Ausstellungsstück, am Ufer für Touristen aufgestellt. Ich meine nicht, dass ich ihren Worten nicht geglaubt hätte, es war nur so, dass ich einfach davon ausgegangen war, dass es sich unter Wasser befände und die beiden mich eine ganze Weile in dem Glauben gelassen hatten.

Wieder stellten sich uns diese Glühwürmer in den Weg,kleine, leuchtende Geflügelte Wesen. Samu wehrte das erste ab in dem er es mit den Händen zerklatschte, wie eine Fliege. Aber durch sein Klatschen fiel nicht nur die die er erwischt hatte zu Boden, das Geräusch nahm auch noch zwei weitere mit. Das musste ich überprüfen. Auch mein Klatschen streckte zwei der Kreaturen nieder. Ich hielt sie für soetwas wie eine Alarmanlage oder eine Makierung, so lange sie in der Nähe waren konnte man uns auch aus der Ferne gut sehen.
Da wir schon das zweite Mal anrückten würde man sowieso nicht mehr wirklich überrascht sein, also sollten wir lieber gründlich vorgehen. Mit einem schnellen Beifallklatschen, wie für eine Bauchtänzerin, einen Fakir oder einen Schlangenbeschwörer löschte ich auch die Lebenslichter der anderen aus.
Irgendwie taten sie mir ein wenig leid, wir wussten nicht, was sie wollten, wer sie waren, ob sie Feinde waren. Sie sahen eigentlich nicht wie Apepnu aus, aber der Schein konnte trügen, auch Schönheit konnte sich am Leid anderer Laben. Heute Nacht gab es keine Gnade, nciht für die, die zwischen mir und dem Ende des Leidens meiner Kinder standen. NIcht für die, die Amani diese wunderbare Ankunft beschert hatten.

Im Uboot wurden wir bereits erwartet, von einer Frau, die sich irgendwie über uns erhaben hielt und einem kleinen Mann, der viel zu viel Unsinn redete. Es schien geradezu eine Kunstform zu sein, mir auf meine Fragen zu antworten, ohne mir auf meine Fragen zu antworten.
Die Frau erntete eine ganze Salve aus der Maschinenpistole die Samu dabei hatte und der Goblin einen Schuss aus der Pistole die man mir überlassen hatte, heute Nacht wurde nicht lange gefackelt. Die Lage war ernst, ich war bereit zu reden, zu verhandeln, aber wer uns nicht ernst nahm, dem musste man irgendwie verklickern, dass wir nicht zum Spaß hier waren.
Trotz einer heftig blutenden Bauchwunde schien er nicht zu vernünftiger Rede fähig, hier brauchten wir Hilfe von jemandem der ihn vielleicht verstand, vielleicht von Lara. Gegen den Mann der auftauchte und Lenja bedrohte und auch diese seltsame Frau konnten wir kaum etwas ausrichten. Jedes Mal wenn wir sie trafen verschwanden sie eine Weile, nur um kurz darauf unversehrt wieder aufzutauchen. Fast so wie ein Gespenst das mit unserer Welt kollidierte, für kurze Zeit ephemerell wurde, in dieser Zeit durch Wände gehen konnte und sich erst danach wieder verfestigte. Aber ich hatte mich so auf Geister versteift, dass mir die Gespenster nciht in den Sinn kamen.
Die Frau schlugen wir in die Schlucht, aber der Mann verspottete uns nur, wir konnten seine Armee nicht sehen, weil sie vermutlich in der Duat, in den Landen der Toten stand. Schließlich zogen wir uns unverrichteter Dinge, aber mit dem ausführenden organ hinter der seltsamen ISfet-Ausweitung zu Samu zurück. Dieser ging nocheinmal zur Spinne, die er vor dem Mann schützen wollte, der jetzt einen neuen Handlanger benötigte. Er war erfolgreich und vertrieb den Mann. Vielleicht bis zur Fresserin?
Ich kümmerte mich erstmal um die Wunden des Goblins, er sollte uns nicht wegsterben, bis wir noch ein paar Informationen aus ihm herausgequetscht hatten und Lenja ging nach Hause. Sie wollte nicht mit einem Feind unter einem Dach schlafen.
Oft würde ich das sicher auch nicht tun.

Und dann geschah etwas mit dem ich so nciht gerechnet hatte. Die Sonne ging auf.
Es wurde nicht nur einfach Tag und hell, wie sonst hier in Helsinki, warm wurde es ja sowieso nie.
Aber die Mesektet, die Barke der Millionen kehrte aus den zwölf Stunden der Nacht zurück und wir konnten Ras Atem spüren.

Wenn ich jetzt nur hätte ruhen können. Aber es gab noch einiges zu tun, es war noch nicht durchgestanden.

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Ein neues Rudel

Tisch-Runde Samstag 10.03
Erzähler: Mandavar
Spieler: Elle (Ragabash), Kilian (Galliard), Liz (Ahroun), Lucano (Theurg)

Ausnahmsweise ging mal alles gut und wir kamen ungeschoren an Elles Haus an. Naja eigentlich dme Haus ihrer Eltern, aber was mich betraf war es Elles Haus. Wen interessieren schon irgendwelche Eltern, die einfach abhauen und sich von DNA verarschen lassen.
Dort verwirrte mich Elle erstmal ziemlich. Sie hatte wohl irgendwann zwischendrin bei unseren Ausflügen doch wie von mir vorgeschlagen die Sicherung der Bewegungsmelder ausgeschaltet. Mir aber nichts davon verraten, sodass wir immer weiter aus dem Fenster kletterten. Hätte nicht gedacht, dass ich sie damals schon so verdorben hatte, hihi.
Naja. Ich bin der Kilian. Von einem Bewegungsmelder würde ich micht nicht aufhalten lassen. Ich suchte mir einfach einen Stein, sah scharf hin und warf dann den Stein mit vollem Karacho gegen den Melder. Mit einem Krachen war das mit dem Licht erledigt.
Irgendwie hohl. Kein Licht aber dafür Lärm?
Und dann gab es gleich noch mehr Lärm. Scheiß Kieselsteine auf dem Anbau sowas unnützes. Und dann musste wir irgendwie durchs Fenster. Mein Gott war das kompliziert wenn man nicht vorher schonmal rausgekommen war.
Man könnte fast Mitleid mit Einbrechern haben. Gemeinsam kamen wir auf die Idee Schwachstellen im Fenster auszunutzen und mit ein Bischen Druck hier und da gelang es uns das Fenster zu öffnen ohne es einzuschlagen.

Wir stiegen ein, Elle packte unsere Sachen und ich sah erst nach ihren Eltern. Die schliefen schon wie Steine. Rabeneltern. Nichtmal drei Tage war es her, dass die Elle k.o. gegangen war und die schliefen da einfach so rum. Frechheit.
Dafür störten sie uns jetzt nicht.
Unten gab es auch keine Meldungen über Elle, oder ihren Zustand. DNA hielt sich bedeckt. Nicht so was mich anging. Ich hatte durch einen Einbruchversuch angeblich Elles Leben weiter gefährdet.
Ja sicher. Einbruchversuch. Bei den ganzen Wachleuten und Hunden? Bullshit. Wem wollten die das eigentlich erzählen?
Wenn Elles Eltern das auch glaubten, dann mussten die echt ihren Verstand irgendwie bei der Vererbung an Elle abgegeben haben oder so. Aber so ganz passte das auch nicht, die war definitiv mehr als doppelt so clever.
Trotzdem wollte sie keinen Abschiedsbrief schreiben.
Versteh ich nicht. Einfach weg sein war ungefähr das schäbigste was man machen konnte. Dann musste man für immer warten ob vielleicht doch nochmal wer wiederkam. Wie Mama. Voll scheiße. Scheiß Karsten.
Immerhin konnte ich sie davon überzeugen später, wenn wir erstmal in Sicherheit waren nen Brief zu schreiben.

Durchs Fenster konnten wir mit dem ganzen Gepack nicht. Zu meinem eigenen Zeug trug ich noch ne Tasche von Elle und sie hatte auch Rucksack, Tasche und Riesenteddybär. Wo kam der denn her? Den hatte ich irgendwie noch nie gesehen.
Durch das Fenster konnten wir auf jedenfall so nicht. Aber jetzt waren wir ja auch drinnen. Also raus mit der Sicherung und dann raus durch die Vordertür.
Wir waren noch nicht besonders weit gelaufen. als die ganze Scheiße wieder von vorne losging.
Kaum hatten wir die Füße auf den Bordstein an der Straße vor Elles Grundstück gesetzt wurden die Scheinwerfer eines Vans angeworfen. Schwarz, ominös, DNA-mäßig.
Fuck.
Elle und ich rannten sofort los und der Van fuhr uns hinterher. An der Straße zu bleiben hatte keinen Sinn. Elle bog ab durch die Vorgärten und ich folgte ihr. Kein Plan wolang, aber Elle kannte sich hier aus.
Türen knallten und schwere Schritte begannen uns zu folgen. Ein Blick über die Schulter zeigte mir zwei Männer, eher zwei Gorillas, aber Gorillas trugen keine Anzüge. Ich dachte nicht lange nach, mit dem ganzen Gepäck konnten wir nicht entkommen. Wir mussten es loswerden, am besten offensiv.
Elle hätte den Bären werfen müssen, aber das ging nicht, sie wollte ihn unbedingt behalten. Also schleuderte ich die Tasche. Ich vollführte mitten im Lauf eine Drehung, nahm schwung und war sie dem Vorderen Mann volle Kanne gegen die Beine.
Er stolperte nicht nur, sondern stürzte auch gleich, leider nur auf den Rasen. Aber der andere stürzte dann über seinen Freund.
Hier wird nicht über meine Wurfgeschosse gesprungen Arschloch.
Bis sie wieder aufgestanden waren hatten wir etwas Zeit. Wir rannten noch ein paar Meter weiter, versteckten uns dann abe rund warteten ab, bis sie aufgaben uns zu suchen.
Ouh, erstmal in Sicherheit. Warum beschatteten die auch das Haus. Hoffentlich taten sie Elles Eltern nichts an.

Ich war so froh, das wir DNA nochmal entkommen konnten, dass ich nicht mehr ordentlich auf meine Umgebung achtete. Da war ein Autogeräusch, aber bevor ich realisieren konnte , was es bedeutete hatte es mich schon erwischt. Wir waren auf der Straße gewesen.
Voll das Hindernis.
Es krachte und ich wurde über den Asphalt geschleudert. Schmerzen. Überall. Kacke.
Sofort konnte ich merken, wie meine Muskeln ächtzten, meine Knochen sich verformen wollten und meine Nägel begannen sich in meine Handballen und Schuhe zu bohren.
Ich konzentrier mich auf Elle. Sie ist bei mir, sie will sich um mich kümmern. Ich atme ganz langsam ein und aus, versuche mich zu beruhigen. Ich darf mich jetzt hier nicht verwandeln, das hilft doch keinem weiter.
Geschafft. Ich bleibe normal, muss kein wütendes Ungetüm werden.
Es dauerte eine Weile. Mit jeder Sekunde die verging ging es mir ein wenig besser, vor allem weil ich neben all den Schmerzen immer mehr davon mitbekam wie ELle für mich da war. Immer wenn es mir schlecht ging, wenn ich pilzverseucht war oder von einem Auo überfahren wurde war sie für mich da.
Wenn es dir mal schlecht geht, du wieder von DNA entführt wirst oder so, dann bin ich auch für dich da. Versprochen.
Elle konnte den Kerl dazu bringen nicht die Polizei zu rufen, wäre irgendwie blöde gewesen mit einem wegen DNA Polizeilich gesuchtem Kilian. Er wollte uns sogar an irgend nem Motel Richtung Flughafen absetzen, damit wir was hatten wo wir die Nacht verbringen konnten, aber erst musste er noch einer Freundin helfen.
Wegen der war er so schnell unterwegs gewesen und hatte nicht gemerkt, dass wir über die Straße gingen. Von mir aus. Wir wollten ins Motel, weil man da Zeit rumbringen konnte, wenn wir uns mit dem Auto bewegten, konnte man uns wenigstens nicht so gut riechen.
Ich ließ mich in den Sitz sinken und lehnte mich gegen Elle. Obwohl die meisten Knochen wieder ordentlich zusammengewachsen waren und auch keine Schürfwunden mehr zu sehen war, unter der zerfetzten Kleidung, schmerzte meine Seite ziemlich. Die Bisswunde des Hörnervieh war wieder aufgerissen, irgendwie wurde ich die nicht los.

Ziemlich ruppig hielten wir an. Hoffentlich hatten wir nicht schon wieder jemanden überfahren. Elle meinte ich solle mal schauen, also öffnete ich meine Augenlieder wieder, irgendwie ging das mit dem heilen besser, wenn man so ähnlich war als würde man schlafen.
Als ich wieder ganz beisammen war, war Elle schon längst ausgestiegen und ich folgte ihr.
Vor dem Auto fand ich ein Schlachtfeld vor. Überall lagen teile von Menschen verstreut, keines größer als ein Aufnäher. Voll das Hindernis.
Ein paar Meter weiter konnte man ein Auto am Straßenrand sehen und in der Ferne noch eins. Naja, das eine war nicht mehr wirklich ein Auto, dass sah viel mehr so aus wie die Wand an der sich der Leif so richtig ausgetobt hatte. Und wo wir schon bei Wölfen waren, da lagen zwei nackte Leute mitten in dem Dreck den sie da wohl veranstaltet hatten.
Elle kümmerte sich gleich um die Frau und ich wollte den Kerl wecken, der ein ziemlich haariger Genosse war, beinahe wie ein Neandertaler. Aber irgendwas stimmte mit dem nicht. Als ich ihn weckte verwandelte er sich sofort in seine Hundegestalt. Ich dachte wir wären Werwölfe, der aber war ein Werhusky. Mit ziemlich blauen Augen, daher nannte ich ihn von nun an Blauauge.
Ich versuchte ihn dazu zu bewegen sich in einen Menschen zu verwandeln, damit er mit uns sprechen konnte, aber erstmal bekam ich das nicht hin und als es dann doch klappte, interessierte es ihn einfach nicht. Elle zeigte das ganze mit der Verwandlung dieser Liz mit den rotweißen Haaren die das ganze ziemlich cool hinnahm. Fast so cool wie ich, nur das das bei mir damals von der kalten Umgebungstemperatur und der Nacht in den Bayous herrührte.

Irgendwie erklärte sie den beiden, dass wir auf der Flucht vor anderen Wölfen waren und jetzt hier weg mussten. Eigentlich wollten wir den Fahrer, ziemlich verdattert von dme Gemetzel und irgendwie komisch seid ich mich verwandelt hatte, hier stehen lassen. Aber Liz war wohl mit ihm befreundet und bestand darauf ihn zu Hause abzusetzen, also machten wir es so. Danach fuhren wir zu Liz, die eine kleine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus hatte. Keine so noble Gegend wie Elle, mehr so wie bei mir zu Hause, naja noch nicht ganz.
Oben in der Wohnung versuchte ich weiter Blauauge irgendwie beizubringen sich in einen Menschen zu verwandeln, damit wir endlich vernünftig kommunizieren könnten, aber so einfach war das nicht. Es schien sich bei dem Kerl auf jeden Fall nicht um einen Menschen zu handeln der sich in einen Hund verwandelte, eher andersherum. Aber blöde war er trotzdem nicht. Als ich ihm gezeigt hatte wie man eine Dose Raviolis öffnete, was ich nächstes mal auf alle Fälle nicht in einem Raum mit Teppichboden machen werde, hat er sich doch tatsächlich für die nächste Dose in einen Menschen verwandelt, sie geöffnet auf den Boden gekippt und dann als Hund aufgeschleckt. Ich hab mich weggerollt vor lachen.
Dadurch hab ich wohl für den Rest des Abends vergessen, dass wir auf der Flucht waren und mich eigentlich ganz gut gefühlt.
Elle war hier und für einen kleinen Moment schienen wir in Sicherheit zu sein. Zwar vermisste ich Kaitlyn ein bisschen und Leif würde wohl niemals jemand ersetzen können, aber die beiden hier waren auf jeden Fall angenehme Zeitgenossen.
Jetzt war schon nichts mehr da, aber wir hatten immer noch Hunger, also bestellten wir uns Pizza, sogar eine für Blauauge. Der kannte Pizza auch schon, denn er war als erstes unten an der Haustür und hat die irgendwie auch aufbekommen. Noch bevor Elle oder ich da waren und eine Chance hatten einzugreifen hatte er sich auch schon auf den Pizzaboten gestürzt, ihm die Pizza entrissen und begonnen sich drüber herzumachen.
Ich entschädigte und entschuldigte mich mehr als ne millionen Mal bei dem Pizzaboten für den dreisten Blauauge. Dadurch kam ich aber leider nicht an die Pizza. Als Mensch mit dem Wolf käbbeln ging einfach gar nicht. Deswegen musste ich Elle zur Hilfe rufen. Als Wolf konnte sie es wenigstens ein bisschen mit Blauauge aufnehmen und ich konnte noch genug von der Pizza retten. Genug um nicht vor Hunger wieder aufzuwachen, aber satt wäre auch irgendwie anders gewesen. Ich hatte vorher schon immer gerne und gut gegessen, aber der Hunger jetzt war noch mal ne Nummer krasser. Morgen früh musste ich mich mir auf jeden Fall irgend ne Portion Frühstück reinschieben und zwar ne Große. Vom Auto überfahren zu werden machte ziemlich hungrig.
Blauauge rollte sich als erster auf dem Bett zusammen, ich folgte bald. Dann kuschelte sich Elle an mich und ich legte mit einem zufriedenen Seufzer meinen Arm um sie. Eigentlich war mir mehr nach Schwanz wedeln, aber das wäre in meiner aktuellen Form nicht so ganz angebracht gewesen und zum verwandeln war ich viel zu müde.
Liz wollte wohl erst woanders schlafen, gesellte sich dann aber doch zu uns. War irgendwie gemütlicher als ein einzelnes Bett für jeden.
Gut das sie die Ausziehdoppelcoutch hatte. Elle und ich schliefen in einer Hälfte, Blauauge irgendwie am Fußbett und Liz auf der anderen.

Das Frühstück am nächsten morgen lies nicht nur auf sich warten, wir mussten es sogar selbst holen, dafür konnte ich aber auf ausreichende Mengen achten. Mein Magen war so leer als hätt ich ne Woche nix gegessen. Voll das Hindernis.
Elle und ich hatten im Stillen beschlossen, dass wir die beiden anderen nicht den verrückten Werwölfen überlassen konnten und wollten sie mitnehmen nach Deutschland. Für Liz schien das irgendwie kein Problem zu sein, als ob sie sowieso nichts hatte, was sie irgendwie hier, an ihre Heimat band. Keine Eltern, keine Freunde, irgendwie komisch. Naja so viel gab es bei mir eigentlich auch nicht. Wenn ich meine Mama wegnahm, dann blieb nicht wirklich was übrig.
Wesentlich schwieriger war es dem Wolf begreiflich zu machen, dass es für uns zu kompliziert war ihn in Wolfsgestalt mit nach Deutschland zu nehmen.

Überhaupt war das ziemlich verschärft mit dem sprechen zu können. Das ging auch nur wenn man das unbedingt wollte aber da nicht so richtig dran dachte sondern einfach was sagte, irgendwie aus dem Bauch heraus. Werwolf sein scheint außer mit Kopf abreißen auch so einiges mit Bauchgefühl zu tun zu haben. Auf jeden Fall konnten wir ihm begreiflich machen, das wir ihm morgen Klamotten besorgen mussten und das wir dann nach Deutschland flögen, dass er selbst dann noch nen Ausweis bräuchte haben wir irgendwie vergessen. Dafür dass er sich die ganze Zeit geweigert hatte seine Menschengestalt anzunehmen, war er dann ganz schön eitel und so musste ich ihm erstmal zeigen wie man sich kämmt und rasiert. Wir hatten leider nur einen Damenbeinrasierer oder sowas, sodass es für das Gesicht bei ner Scheere und nem kurzen Stoppelbart blieb. Der hatte aber auch viele Haare der Kerl, alle so Richtung rotbraun wie die komischen Flecken um seine Augen in der Huskygestalt. Das biss sich irgendwie und betonte die nochmal besser.

Am Nachmittag ging es dann zum Flughafen, wir waren früh dran, zumindest für unseren Flug weil wir ja auch noch irgendwie mehr Tickets brauchten. Aber wir kamen nie dazu uns Gedanken über die Tickets zu machen, oder über Blauauges fehlende Papiere.
In der Eingangshalle des Flughafen standen sie. Jede Menge große, böse Scheißwölfe.
Thore war da und Summer, und noch ein paar andere, die ich nicht erkennen konnte, so schnell wie ich mich umgedreht hatte.
Elle rief nur wir sollten rennen und schon düste sie ab. Die anderen wussten aus unseren Erzählungen, dass wir jetzt in der Scheiße steckten und taten es ihr gleich. Ich musste nen Moment nachdenken. Sie hatte die ganze Zeit auf den Teddy geachtet und ihn nie weggelassen, obwohl ich den schon längst für zu unpraktisch befunden hatte. Hier war ne Stadt und ich war in der Stadt bestimmt besser als die Wölfe in Menschengestalt, ich übte beinahe jeden Tag durch eine Stadt zu laufen und Hindernisse zu nehmen. Während ich losrannte packte ich den Teddy am Arm. Und von jetzt an galt, über Geländer und über Stein, aber brich dir kein Bein und blos nicht in ner geraden Linie laufen.

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