Das letzte Mahl, Teil 1

TS-Runde Montag 26.12.11
Erzähler: LostShadow
Spieler: Bran, Elias, Ulrych

Der Winter war bald zu Ende und die Tage würden länger werden. Der Winter war die Jahreszeit der Nacht und in der Nacht regierte die Finsternis. Wie ich bald herausfinden sollte, war damit nicht die Abwesenheit des Glaubens und der Güte im Herzen der Ketzer gemeint, sondern weitaus schlimmeres.
Ich trainierte gerade im Innenhof, als die Finsternis ihre Tentakeln nach mir ausstreckte.
Es schneite und aus dem Schnee schälte sich ein Dienstbote. Er hatte einen Brief, geschrieben auf kostbarstem Papier, für mich.
Ich wollte ihn nicht hier draußen öffnen, er wäre im Schnee nur beschädigt worden.
Also ging ich hinein.
Es war eine Einladung zu einem Festmahl. Von einem gewissen Claudius Giovanni. Eine Einladung nach Rumänien in seinen Herrschersitz.
Welcher Torr, lud jemanden wie mich ein, zu einem Abendmahl, nach Rumänien? Jemand, der es sich leisten konnte, jemand der so überlegen war, dass er einen einfachen Menschen nicht fürchten musste.
Ich zeigte meinem Sephirot die Einladung und teilte ihm mit, dass ich ihr folgen würde um den Giovanni auf den Grund zu gehen.
Der letzte Fehler meines Lebens, der mich nicht nur das selbige kosten würde sondern meine Seele gleich dazu. Mit ewiger Verdammnis werde ich eines Tages dafür zahlen müssen.

Dann packte ich meine Sachen und brach am nächsten Morgen mit einer schwarzen Kutsche ohne Fenster auf. Dies hätte das Zeichen sein sollen, nicht ohne einen ganzen Chor von Archonten zu den Giovannis aufzubrechen, aber noch glaubte ich nicht an die Schauermärchen, die hier und da grassierten. Schauermärchen darüber, was in der Finsternis wirklich lauerte und warum wir sie fürchteten.
Nach einer langen und überaus langeweiligen Kutschenfahrt durch den Schnee machten wir schließlich Halt in einem den Giovanni gehörenden Gasthaus. Es war der letzte Stopp, bevor wir sein Anwesen betreten würden.

Man teilte mir mit, dass noch eine ganze Reihe weiterer Gäste erwartet wurden, 13 welch eine langeweilige Zahl. Die Herren sollten sich schämen für ihre Einfallslosigkeit. Die anderen stammten aus jedweder Schicht, vom einfachen Bettler bis zu einer hohen Gräfin. Nach welchen Kriterien hatte man uns denn bitte ausgewählt hier zu erscheinen?
Als die versprochenen 13 Gäste eingetroffen waren, betrat ich die Taverne und wurde von einem Verrückten Mönch begrüßt. Er warnte mich vor der Finsternis und wurde dafür später von Soldaten auf grausamste bestraft. Armer Narr. So ein Theater an einem solchen Ort.
Hätte er sich doch nur selbst in Sicherheit gebracht oder konkrete Warnungen ausgesprochen. So half er weder sich. noch mir. Welch eine Verschwendung.
Ich gesellte mich in eine finstere Ecke, wie üblich. In den finsteren ecken, mussten einfach Leute wie ich sitzen, wo kämen wir denn sonst hin und lernte Ulrych kennen. Einen Mann unter Waffen aus Prag, aber kein Jakobiter. Äußerst seltsam. Wie er wohl zu den Jakobitern stand?

Wir waren jedenfalls nicht die einzigen, die gerne beobachteten. Eine alte Frau machte ebenfalls keinen Hehl daraus, dass sie neugierig auf die vielen Gäste war. Wer konnte ihr das schon verübeln. Unter anderen Umständen hätte ich vielleicht versucht hier und da Informationen über die ein oder andere Suspekte Gestalt zu erlangen. Aber die Giovanni waren das Ziel, nicht die anderen Gäste. Also wartete ich beobachtete ich und trank nicht zu viel, bis ich schlielich ins Bett ging.

Am nächsten morgen gesellte ich mich dann doch einmal zu der alten Frau, aber was sie so redete war gänzlich unspeltakulär oder sie konnte sich gut verstellen. Vermutlich letzteres, denn wie sich später herausstellte war sie ein Vampir. Aber wie konnte sie an diesem Morgen wach sein und mit mir frühstücken? Seltsam seltsam.

Am Nachmittag wurden wir dann zum Anwesen gefahren, zusammengefercht in viel zu kleinen Kutschen, ohne auf Standeszugehörigkeit oder Geruchssinn Rücksicht zu nehmen. Wir waren keine Gäste, wir waren Opfer die geschächtet und ausgeblutet werden sollten.
Vorher aber wurden wir von denen die uns verspeisen wollten weichgeklopft, wie ein Schnitzel, so drückte es zumindest unser überheblicher Gastgeber aus. Soll er nur Reden. Eines Tages wird meine Rache ihn mit den Strahlen der aufgehenden Sonne begrüßen. Dann kann er dem Morgenrot seinen Bockmist erzählen.
Jadviga, eine Adlige vom Clan der Könige, führte mich spazieren bevor wir schließlich in einem kahlen Raum ankamen. Ich hätte nicht gedacht, dass es in der sonst so prunkvollen Villa überhaupt so triste Räume gab. Vermutlich wollte man sich mit den entsprechenden Beschäftigungen nicht die teuren Möbel versauen. Ich sollte ein armes kleines Mädchen auspeitschen um zu beweisen, dass ich in der Lage wäre zu führen. Sowas lächerliches.
Pein und Marter sind Bestrafungen die man austeilt um den Menschen ihre Fehler vor Augen zu führen auf das sie sich bessern können. Denn jeder von uns hat reichlich Fehler die der Bestrafung bedürfen und Makel die es auszubessern galt. Eine kleine Dienerin auspeitschen, dass ürde niemanden von uns weiterbringen.
In mir keimte ein Verdacht. Ich holte aus, fuhr herum und schlug nach der Werten Jadviga. Unterrichtsstunde Nummer eins, verstehen wann und wofür Bestrafung angemessen war. Leider war sie unglaublich schnell. Schnell genug um meiner Gerechtigkeit und meiner Weisheit zu entkommen. Keine Frau konnte so schnell seien, sie war des Teufels. Ich würde sie verbrennen.
Doch bevor ich dazu kam irgendetwas zu tun überreichte sie der Dienerin die Peitsche und befahl ihr mich auszupeitschen. Sie schwafelte irgendetwas davon, dass ich ein Lamm wäre. Pah, Lamm. Ich bin der Tod. Bringe ihn über jene, die das Licht des herrn nciht länger verdient haben. Aber erstmal wurde ich ausgepeitscht. Es gelang mir nicht, das mädchen aufzhalten und so erwischte sie mich mit der Peitsche. NIcht besonders feste zum Glück.
Sie hatte sich nichtmal widersetzt, sondern den Willen ihrer dämonischen Herrin einfach ausgeführt.
Ich hätte gerne einen Scheiterhaufen zur Hand gehabt um ihre Seele zu läutern und sie gen Himmel zu schicken. So blieb mir nichts anderes übrig als ihr die Kehle zu durchtrennen und so ihren Qualen hier auf Erden ein Ende zu bereiten, bevor sie tiefer und tiefer in die Verdammnis abrutschte.

Dafür musste ich bezahlen. Die Dämonin raubte mir das Bewusstsein und gefesselt wurde ich zurück zur Tafel gebracht, wo ich etwas später wieder erwachte. Wir durften eine Weile zuhören in der Claudius Giovanni von seinen vermutlich nicht sehr ausgefeilten Plänen berichtete, ganz in der Manier eines herkömmlichen Gauners, der glaubte alles unter Dach und fach zu haben.
Erst tötete man seine Opfer, dann sprach man zu ihren Leichen. Wenn man denn unbedingt was erzählen wollte. Viel sicherer. Wird er auch noch lernen irgendwann. Sowohl Ulrychs als auch meine Befreiungsversuche schlugen fehl, wegen uns war sein Verhalten sicherlich kein Fehler.
Aber die Feinde aus den Reihen der Untoten tauchten auf und attackierten das Anwesen.
Wir gerieten als Kanonenfutter zwischen die Fronten.
Und wurden gefangengesetzt. Seine Feinde waren offensichtlich um einiges schlauer als wir. Dachte ich zumindest, bis sie nachdem sie uns im Kerker schmoren ließen, bis sie mit der Befragung begannen. Allesammt Narren diese Untoten.
Und meine Seele hatte sie geraubt. Mich hatten sie verdammt.
Aber die Finsternis in die sich mich gestürzt hatten würde nicht ändern wer oder was ich war.
Ich bin ein Krieger meines Sephirots, ich bringe den Tod. Und jetzt hatte ich eine wunderbare Gelegenheit mir die Nacht von innen anzusehen und sie von innen zu bekämpfen.
Den Hardestadt lies Ullrych, Bran, einen Schmied aus England, und den Stinker auf Durgas anraten am Leben. Sie meinte wir würden ihm noch behilflich sein. Gut das ich mit der alten Dam gefrühstückt hatte, vielleicht bewog sie das uns unter die Arme zu greifen?
Aber freu dich nciht zu früh lieber Hardestadt.
Nur das du nicht die Nummer 1 bist, heißt nicht, dass du nicht auf meiner Liste stehst.
Amen.

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